Latente Steuern – das sollten Sie wissen

Der Begriff Latente Steuern kommt aus dem lateinischen. Das Wort „latens“ bedeutet versteckt oder verdeckt. Es handelt sich also um versteckte steuerliche Abgaben oder Vorteile, die ursprünglich nicht geplant oder vorgesehen waren. Sie ergeben sich aufgrund von Unterschieden, etwa im Ansatz oder im Rahmen der Bewertung von Vermögens- und Wertgegenständen, aber auch aus Schulden und entstehen aus der Differenz zwischen der Steuer- und der Handelsbilanz.

Wie entstehen latente Steuern?

latente Steuern BilanzDas Konzept hinter latenten Abgaben ist einfach: sie entstehen aufgrund von Unterschieden im Ansatz oder in den Bewertungen von Schulden oder anderen Vermögenswerten. Sie kommen vor allem aufgrund einer unterschiedlichen Zwecksetzung im Rahmen der steuerlichen und handelsrechtlichen Gewinnermittlung und Bilanz zustande. Jedes Unternehmen in Deutschland muss eine Handelsbilanz erstellen. Dies wird im Handelsgesetzbuch vorgeschrieben. Die Bilanz dient unter anderem dazu, die Gewinnausschüttung zu berechnen sowie um externe und interne Personen wie die Geschäftsführung, Gläubiger, etc. zu informieren. Im Gegensatz dazu dient die steuerliche Gewinnermittlung dazu, um die Höhe der Besteuerung, etc. zu bemessen. Sie wird in den meisten Fällen durch verschiedene Anpassungen aus der Handelsbilanz abgeleitet oder wird eigenständig aufgestellt.

Genau an dieser Stelle kommt es aufgrund der unterschiedlichen Zwecksetzsetzung zu völlig verschiedenen Bilanzen im Handels- und im Steuerrecht. Im Handelsrecht erfolgt die Bemessung der Gewinnausschüttung eher vorsichtig, um etwa Gläubiger zu schützen. Außerdem sind Differenzen und Gewinnschwankungen, die sogenannten Volatilitäten, die überwiegend auf der Bilanz begründet sind, zu vermeiden. Auf der anderen Seite geben bei der steuerlichen Bilanzierung rechtliche Bestimmungen und Richtlinien häufig vor, worauf zu achten und was zu tun ist.

Kurz gesagt, die latente Steuer entsteht aus der Gegenüberstellung der Handelsbilanz und der Steuerbilanz. Deren Differenzen werden mit dem zukünftig zu erwartenden Steuersatz bewertet.

Grundlagen für die latente Steuer

Als Grundlage für die latente Steuer, Abweichungen und Berechnungen dient in Deutschland das Handelsgesetzbuch. Es legt genau fest, wie latente Steuern entstehen, welche Abweichungen es gibt und wie die Steuer anschließend in der GuV oder in anderen Bilanzen dargestellt werden muss. Darüber hinaus informiert das HGB auch darüber, wie die latente Steuer entsteht bzw. wie sie abgebaut werden kann. Ebenfalls ist geregelt, welche Unternehmen, wie etwa kleine Kapitalgesellschaften, von der latenten Steuer befreit sind. Das Konzept der latenten Steuer ist es, zwei unterschiedliche Bilanzen bzw. Berechnungen für die Steuer zu erhalten, die jeweils unterschiedlichen Zwecken dient.

Vorteile der latenten Steuer

Die Vorteile der latenten Steuer sind offensichtlich. Sie ist in der Regel deutlich genauer was Gewinne und Verluste angeht. Das liegt daran, dass im Rahmen der latenten Steuer häufig Informationen und Daten berechnet werden, die für die steuerlichen Bilanzen in der Regel keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. Dabei geht vor allem bei der Berechnung von Gewinnen und Verlusten die Vorsicht vor, um das Risiko für Gläubiger und Anleger so gering wie möglich zu halten. Das kann am Ende zu positiven Überraschungen führen. So kann zum Beispiel der tatsächliche Gewinn größer, oder der aktuelle Verlust geringer sein, als zunächst angenommen.

Die Nachteile der latenten Steuer

latente Steuern NachteileAuch die Nachteile einer latenten Steuer werden schnell sichtbar: da hier viele Informationen verwendet werden, die in den steuerlichen Bilanzen nicht auftauchen bzw. hier auf Sicherheit gesetzt wird, ist die latente Steuer meist unstabil und Schwankungen unterworfen. Das heißt, dass zum Beispiel für den Schutz von Gläubigern und Anlegern die Gewinn- oder Verlustrechnung eher sparsam und mit Vorsicht erfolgt. Das hat jedoch zur Folge, dass am Ende der Gewinn oder Verlust deutlich größer sein kann, als errechnet. Darüber hinaus können sich Daten und Informationen für die Bemessung von latenten Steuerabgaben ständig verändern, während die steuerlichen Bilanzen für den Gesetzgeber hier deutlich stabiler sind.

Die Bilanzierung der latenten Steuer

Es gibt zwei Wege, um latente Steuern zu bilanzieren. Mit diesen werden die noch nicht versteuerten Aufwendungen und Erträge berechnet. Bei der ersten Methode handelt es sich um eine vergangenheits- und gewinnorientierte Methode, während die zweite Methode bilanzorientiert arbeitet. Das deutsche Recht hat bis 2009 die gewinnorientierte Betrachtungsweise vorgesehen. Im Rahmen der Modernisierung des Bilanzrechts hat jedoch auch die bilanzorientierte Betrachtungsweise Ihren Weg in das HGB gefunden. Die bilanzorientierte Betrachtung ist darüber hinaus auch international in der Regel der Standard. Beide Konzepte führen in der Regel zu denselben Ergebnissen.

Die Liability Methode

Die Liability Methode ist eine bilanzorientierte Methode, die auch als Verbindlichkeitsmethode bekannt ist. Bei ihr werden aktive und passive latente Besteuerung sowie Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt betrachtet. Hier geht es vor allem um den richtigen Vermögens- oder Schuldenausweis. Bei der Liability Methode ist der Ergebnisunterschied unbedeutend. Es kommt lediglich auf die Unterschiede in den einzelnen Bilanzpositionen an.

Die Deferral-Methode

Die Deferral Methode wird auch als Abgrenzungsmethode bezeichnet. Das Ziel ist es, den Steueraufwand zu zeigen, der sich normalerweise aus der Handelsbilanz ergeben hätte. Die Deferral Methode ist GuV-orientiert. Sie dient vor allem als Erfolgsausweis, da sie die Eigenschaft eines Rechnungsabgrenzungspostens besitzt. Als Grundlage dient der Steuersatz, der zur Zeit der Abgrenzung gilt. Sollte sich der Steuersatz später ändern, erfolgt bei der Deferral Methode keine nachträgliche Anpassung.

was ist blockchain

Was ist Blockchain?

Der Begriff Blockchain geistert zurzeit immer häufiger durch die Medien und viele Menschen haben zwar schon davon gehört, wissen aber nicht genau, was es mit diesem Begriff auf sich hat. Seit der Einführung der Kryptowährung Bitcoin gibt es auch den Begriff Blockchain, der die Datenbank bezeichnet, die hinter der Kryptowährung steht. Sie ist quasi die Buchhaltung aller, die diese Währung benutzen. Dabei hat Blockchain viele Vorzüge, beispielsweise, dass bei einer Bezahltransaktion kein Dritter wie eine Bank beteiligt ist.

Dieses Buchhaltungssystem lässt sich am einfachsten begreifen, wenn sich jemand einen Haufen Post-it Zettel vorstellt, die man aufeinanderstapelt. Oder auch eine Kette, bei der Stein für Stein auf den Faden aufgezogen wird. Jeder Post-it Zettel oder Stein steht für eine einzelne Transaktion, auf der Absender und Empfänger vermerkt sind.

Bei der nächsten Transaktion entsteht wieder ein neuer Zettel und der Stapel erhöht sich mit jeder Aktion zwischen diesen beiden. Die dadurch entstehende Datenbank gilt als überaus sicher und unbestechlich, was viele Nutzer zu schätzen wissen.

Die Grundlagen dieses Systems

Damit dieses Buchhaltungssystem funktioniert, schaffen Nutzer zunächst ein  jeweils eigenes Netzwerk, das man als Node bezeichnet. Sie sind untereinander vernetzt und dies wird dem Begriff Peer-to-Peer-Netzwerk zugeschrieben, welches allein auf gegenseitiges Vertrauen  beruht. Innerhalb dieses Netzwerkes kann man nun einzelne Transaktionen abwickeln, wobei es ganz egal ist, welche Transaktionen es sind.

Manchmal ist bei diesen Transaktionen jedoch eine dritte Partei beteiligt, die man als trusted third party bezeichnet. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Bank handeln, bei der der Käufer und der Verkäufer ein Konto haben. Es kann aber auch ein Kreditkarteninstitut zwischengeschaltet sein, wobei all diese dritten Parteien den Zahlungsverkehr tatsächlich verlangsamen. Oftmals fallen auch zusätzliche Kosten durch Bearbeitungsgebühren an.

Durch Blockchain benötigt man aber keine dritten Beteiligten mehr, da sie überflüssig sind. Deshalb sprechen die Experten hierbei von einem trustless System, quasi arbeiten ohne Gewährsmann.

blockchain datennetzwerk

Blockchain fungiert als sichere Datenbank aller, mit Bitcoin durchgeführten, Transaktionen.

Wie sicher ist das System?

In diesem Buchhaltungssystem kann niemand einzelne Transaktionen verändern, beeinflussen oder löschen ohne dadurch die gesamte Kette oder den Post-it Haufen zu beschädigen. Das liegt an dem so genannten Hashwert, den jeder Post-it-Zettel zugewiesen bekommt. So kann man jede Transaktion identifizieren. Sollte jemand irgendetwas ändern, verändert sich auch der automatische Hashwert, was wiederum die Reihenfolge der Zettel verändert. Zudem trägt jede weitere Transaktion die Summe aus allen anderen Geschäftsvorgängen in sich.

Weil es praktisch unmöglich ist, diese Reihenfolge zu verändern,  benötigt man keine dritte Partei zur Kontrolle. Auch die aktuelle Liquidität der einzelnen Teilnehmer ist jederzeit bekannt. Es kann somit immer überprüft werden, ob der Teilnehmer zahlungsfähig ist. Selbstverständlich sind aus Datenschutzgründen alle Beteiligten unter einem Pseudonym gespeichert, um die Identität der Personen zu schützen.

Dadurch wird ein Betrug mit diesem Buchhaltungssystem weitaus schwerer als durch die bisherigen Möglichkeiten für finanzielle Transaktionen. Allerdings findet dieses System nicht nur im Finanzwesen Anwendung, sondern eignet sich ebenso für die Speicherung von ganz unterschiedlichen Datensätzen. Das gilt für Immobilienverkäufe oder auch für simple Textdateien.

Wie sicher ist Blockchain vor Manipulation?

Obgleich es sich als weitaus sicherer erweist als vergleichbare Systeme, ist es dennoch nicht völlig sicher vor Manipulationen. Der Schutz wird jedoch ständig Blockchain Bitcoinverbessert, wobei die Sicherheitsbemühungen vorrangig darauf abzielen, dass niemand nach Belieben neue Blöcke erstellen kann. Derzeit wird das Erstellen neuer Blöcke an mathematische Rätsel gekoppelt, bei denen eine Zeichenfolge durch Kombinatorik zu erraten ist.

Dies wird als Mining bezeichnet und die Rätsel werden durch einen Algorithmus so angepasst, dass von Zeit zu Zeit neue Blöcke entstehen. Der Sinn ist, dass für die Rätselsendung Zeit wie auch Rechnerleistung zu investieren ist, um die richtige Lösung zu finden. Dafür gibt es allerdings eine Art Belohnung wie Bitcoins, was allerdings von System zu System ganz unterschiedlich ausfällt.

Durch das Mining ist es gleichzeitig möglich, die gewünschten Transaktionen im neu erstellten Block zu validieren, also zu sehen, ob der Käufer über die nötige Liquidität für die Transaktion verfügt. Allerdings ist das Mining inzwischen mit einem hohen Aufwand und auch enormen Kosten verbunden, weshalb gewöhnliche User sich nicht mehr daran beteiligen können. Deshalb übernehmen moderne Rechenzentren mit eigener Hardware das Mining für Bitcoin.

Wer erfand dieses System?

Der Erfinder der Bitcoin ist auch der Erfinder der Blockchain, denn nur so war die Kryptowährung Bitcoin überhaupt realisierbar. Bei dem ursprünglichen Konzept des Satoshi Nakamoto waren allerdings die User, Nodes und Miner noch identisch. Um die Bitcoins zu nutzen, brauchte es zuerst einen Node. Dafür wurde der gesamte Datensatz mit allen Geschäftsvorgängen herunter geladen, gespeichert und verifiziert. Dabei konnte jeder Node auch ein Miner sein und alle Aktionen ausführen.

Jedoch sind im Laufe der technischen Entwicklung beide Rollen getrennt zu sehen und die dazu gehörige Hardware stellt gleichzeitig immer höhere Anforderungen, worauf das Mining letztendlich nur noch von eigens geschaffenen Rechenzentren zu bewältigen ist. Allein diese Rechenzentren können das Mining so schnell, effizient und kostengünstig erledigen, wie es von dem Erfinder angedacht war.

Was ist Acqui-Hiring?

In den USA und anderen Hotspots der Internetwirtschaft macht ein neues Investitionsmodell von sich reden: Acqui-Hiring beschreibt auf Englisch einen Unternehmenskauf, bei dem es gar nicht so sehr um Innovationen oder Marktanteile geht, sondern vielmehr um talentierte Mitarbeiter. “Acqui“ steht dabei für Acquisition (deutsch: Akquisition) und „Hiring“ für die Anstellung des Personals. Aus dieser Perspektive lassen sich so manche Übernahmen, die Google, Facebook und Co. in den vergangenen Jahren realisiert haben, deutlich besser verstehen.

Neues Ziel für den Unternehmenskauf

Für die meisten Unternehmen entscheiden gute Mitarbeiter über Erfolg und Misserfolg

Für die meisten Unternehmen entscheiden gute Mitarbeiter über Erfolg und Misserfolg

Acqui Hire, wie das Prinzip mitunter auch betitelt wird, setzt nämlich dort an, wo progressives Business häufig seinen Ursprung findet: Die neuen Möglichkeiten des Internets erlauben es, mit wenig Startkapital, aber klugen Ideen erfolgreiche Geschäfte aufzuziehen. Gleichzeitig suchen nicht nur die Global Player des Silicon Valley ständig nach hoch motivierten und kreativen Mitarbeitern, sondern konkurrieren als Arbeitgeber beispielsweise mit der Automobilindustrie oder dem öffentlichen Dienst. Da liegt es auf der Hand, nicht Headhunter zu bemühen oder aufwendigen Stellenausschreibungen und Ausleseprozessen zu vertrauen, sondern lieber gleich eingespielte Teams komplett einzukaufen.

Weitere Informationen zum Thema Acqui-Hire

Erfolgreiche Beispiele für Acqui-Hiring aus den USA

Die angelsächsische Fachpresse nennt als Beispiel für Acqui Hire sogar die Übernahme von WhatsApp durch Facebook, relevante Zukäufe von Google im Bereich Virtual Reality und Yahoos aggressiven Investitionskurs. Aus Sicht der Analysten lassen sich einige grundsätzliche Muster beim Acqui-Hiring feststellen.

Ein Faktor, der für eine Win-win-Situation sorgt, ist der, dass der Verkäufer sein Gesicht bewahrt. Denn so brillant ein Team um eine Geschäftsidee auch sein mag – häufig droht der Erfolg an Kapitalmangel zu scheitern. Wird der Unternehmenskauf nun quasi durch einen weißen Engel vollzogen, bleibt das Image des kleinen Start-ups unbeschädigt, ohne dass die nervenaufreibende, schwierige und bisweilen erfolglose Suche nach Risikokapital nötig wird.

Der Großkonzern, der per Acqui Hire seine Belegschaft verstärkt, stellt dann oft nach kurzer Zeit das eigentliche aufgekaufte Geschäftsmodell ein und erfreut sich an den Fähigkeiten und Talente der neuen Mitarbeiter.

Junges Talent beim Acqui Hiring

Junges Talent beim Acqui Hiring

Rechtliche Rahmenbedingungen und Due-Diligence-Prüfung

Wer sich nun für solch eine Art von Unternehmenskauf interessiert, sollte besonderes Augenmerk auf die Due-Diligence-Prüfung legen. Niemand will die Katze im Sack kaufen, es gilt also, Bücher, Geschäftssituation und Verträge sorgfältig zu prüfen. Der Haken dabei: Gerade kleine Unternehmen, die sich im Aufbau befinden und deshalb so interessant sind, haben oft nicht die Ressourcen, um die eigene Dokumentation so streng zu erfüllen, wie der Käufer sich das wünschen würde.

Experten empfehlen deshalb den Gründern, die sich für einen Unternehmenskauf fit machen wollen, früh mit den Vorbereitungen zu beginnen und sich dabei in die Rolle des Käufers hineinzuversetzen. Dazu zählt auch, im Rahmen der Due-Diligence-Prüfung Etappen zu vereinbaren – der Kontakt mit dem Humankapital, den so begehrten Mitarbeitern, steht dabei nicht unbedingt am Beginn. Der Austausch von vertraulichen Dokumenten lässt sich übrigens mittlerweile seriös und bequem per Datenraum im Internet realisieren.

Unterschiede als Vorteil begreifen

Der Spirit der Mitarbeiter sollte beim Acqui Hire nicht leiden

Der Spirit der Mitarbeiter sollte beim Acqui Hire nicht leiden

Weiter sollten laufende Geschäftsverbindungen des Start-ups analysiert werden. Hier lauern Kostenrisiken, wenn etwa Rechte abgetreten wurden, um schnelle Geschäfte zu ermöglichen. Wichtig ist es auch, möglichst früh offen zu kommunizieren, wie das Merger, die Integration nach Vertragsabschluss praktisch und optimal umgesetzt werden kann. Die Teams einer kleinen und jungen Firma sind an andere Hierarchien, Abläufe und Arbeitskultur gewöhnt als an die, welche in einem Großunternehmen meist genau reguliert sind. Damit der so wichtige Esprit der eingekauften Mitarbeiter weiter wirkt, macht es häufig Sinn, die Gründung einer neuen Abteilung zu erwägen, in der diese Besonderheiten Bestand haben können. Das Gefühl einer feindlichen Übernahme ist tunlichst zu vermeiden, es könnte Motivation zerstören.

Mit Bonuszahlungen Motivation erzeugen

Nicht zuletzt geht es bei einem Unternehmenskauf immer auch um Geld. Wie beschreiben sind die greifbaren Unternehmenswerte im Fall von Acqui-Hiring tendenziell überschaubar, sondern es geht darum, den Wert der Mitarbeiter einzuschätzen. Diese wiederum sollten von der Transformation profitieren, beispielsweise durch das Mittel einer Bonuszahlung. Nur so kann sichergestellt werden, dass Acqui Hire die gewünschte Effizienz entfaltet.

Ein Vorteil solcher Bonuszahlungen ist zudem, dass sie oft für den Empfänger von Steuern befreit sind. Der Käufer kann solche Extra-Zahlungen unter Umständen unter anderen Posten verbuchen und muss sie so nicht dem reinen Kaufpreis für das übernommene Unternehmen zurechnen.

Entscheidend bleibt, parallel durch Vertragsklauseln sicherzustellen, dass die neuen Mitarbeiter für einen definieren Zeitraum im neuen Unternehmen verbleiben und sich verpflichten, in ihrem Bereich keinen Anwerbeversuchen der Konkurrenz zu folgen oder erneut ein Start-up zu gründen.

Beim Acqui-Hiring geht es vor allem um weiche Faktoren

Beim Acqui-Hiring geht es vor allem um weiche Faktoren

Fazit: Ein Acqui Hire will sorgfältig realisiert sein

Als Unternehmenskauf 2.0 könnte man das Prinzip Acqui Hire also im Internetjargon beschreiben. Als junges Geschäftsmodell ist es zwar bereits Insidern bekannt, aber nicht so erprobt, wie sich konservative Anleger es sich wünschen würden. Doch diese Krux, dass neue Wege Chancen eröffnen und zugleich etwas unheimlich wirken, ist kaum aufzulösen.

Allerdings beweisen Fallbeispiele gerade in den Bereichen Softwareentwicklung und Ingenieurwesen: Mit Acqui-Hiring lässt sich das leidige Problem des Fachkräftemangels in Wachstumsbranchen elegant lösen.

Und manches Großunternehmen, welches Gefahr läuft, in verkrusteten Strukturen an Innovationskraft zu verlieren, gewinnt durch eine solche Akquisition nicht nur neue Mitarbeiter, sondern auch an Wettbewerbskraft. Es ist kein Zufall, dass Unternehmen wie Google und Facebook bereits ganz selbstverständlich auf Acqui Hire beim Unternehmenskauf setzen, um Erfolgsgeschichten fortzuschreiben. Hierzulande ist beispielsweise Rocket Internet der Samwer-Brüder bekannt dafür, neue Modelle aus den USA möglichst zeitnah zu kopieren.

Dieser Beitrag zum Thema Acqui-Hiring ist auch auf Englisch erschienen.

GmbH oder AG gruenden?

GmbH oder AG: Welche Gesellschaftsform für Gründer?

Planen Sie die Gründung eines Unternehmens, spielt die Wahl der richtigen Gesellschaftsform bereits vor der eigentlichen Geschäftseröffnung eine primäre Rolle. Ob Sie eine Aktiengesellschaft oder eine GmbH gründen, müssen Sie bereits auf der Anmeldung beim Finanzamt und beim Gewerbeamt angeben. Die Entscheidung treffen Sie nicht eigenständig, sondern sind bei der Wahl zwischen GmbH und AG an gesetzliche Vorgaben gebunden.

AG und GmbH: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

unterschiede zwischen gmbh und agDie AG und die GmbH haben einige Gemeinsamkeiten, sind aber von noch mehr Unterschieden geprägt. In beiden Fällen handelt es sich um rechtskräftige Gesellschaftsformen, die Ihre Haftung als Startup und Unternehmer regeln und Organe des Unternehmens regeln. Beide Unternehmensformen sind Kapitalgesellschaften. Der wichtigste und größte Unterschied zeigt sich in der Aufwendung des Stammkapitals. Bei einer GmbH müssen Sie 25.000 Euro Grundkapital vorhalten, während Sie als AG den doppelten Finanzaufwand von 50.000 Euro Stammkapital nachweisen müssen.

Ebenso ergeben sich gravierende Unterschiede in der Übertragung von Firmenanteilen. Aktien sind formlos übertragbar, während die Änderung der Firmenanteile einer GmbH einer notariellen Beurkundung bedarf. Die AG ist unabhängiger von Eigentümern, während GmbH Gründer in bestimmten Fällen auch mit ihrem Privatvermögen haften.

Welche Gesellschaftsform bei welchen Voraussetzungen?

unterschiede zwischen gmbh und agDie Entscheidung zwischen der GmbH und AG wird in erster Linie über das vorhandene Kapital getroffen. Wenn Sie die 50.000 Euro für die AG Gründung nicht haben, bleibt Ihnen primär die GmbH. Aber auch der Gründungsaufwand und die Gründungskosten sollten ins Augenmerk genommen werden. Eine AG gründen ist weitaus zeit- und kostenintensiver als ein GmbH Startup. Ein weiterer Aspekt beruht auf den strengen Regeln, die im Falle einer AG enger gefasst sind. Dies ergibt sich aus den Gesetzen am Aktienmarkt, die in der AG Gründung Einfluss nehmen und eingehalten werden müssen.

Im Endeffekt sollten Sie sich vor der Firmengründung rechtlichen Rat einholen oder die Steuerberatung aufsuchen, um Tipps für die zu Ihnen passende Gesellschaftsform zu erhalten und die formellen Angelegenheiten zur Gründung rechtssicher und korrekt abzuwickeln. Möchten Sie keinen mindestens 3-köpfigen Aufsichtsrat bestimmen, kommt eine AG nicht in Frage. Gleiches gilt auch, wenn Sie für Ihr Unternehmen keine explizite Satzung erschaffen möchten.

Voraussetzungen und Haftung der GmbH

Die Gründung einer GmbH ist einfacher und erfordert ein geringeres Stammkapital. Sie benötigen keine Satzung und müssen Firmenanteile nicht notariell beurkunden lassen. Weiter ist es nicht nötig, einen Aufsichtsrat zu benennen und mindestens 4 Mal pro Jahr Sitzungen abzuhalten. Als GmbH Vorstand kann in einigen Fällen die Durchgriffshaftung gelten, was eine Haftung mit Ihrem Privatvermögen einschließt. Bei Verletzung der Sorgfaltspflicht kann sich die Gesellschaftsform GmbH als riskante und nachteilige Entscheidung erweisen. Die neue Kapitalaufnahme kann Sie vor einige Hürden und Herausforderungen stellen.

Voraussetzungen und Haftung der AG

Eine AG gründen Sie mit 50.000 Euro Stammkapital und notarieller Beurkundung. Der Gründungsaufwand ist höher, Ihre Sorgfaltspflicht ist größer und Sie müssen mit hohen Beträgen in Vorleistung gehen. Als AG genießen Sie ein sehr hohes Ansehen und haben es einfach, neues Kapital zu generieren oder die bestehenden Firmenanteile in Form von Aktien formlos zu übertragen. Sie haften nicht mit Ihrem Privatvermögen, sondern beschränken sich haftungsrechtlich primär auf das Kapital des Unternehmens. Der hohe Verwaltungsaufwand begründet sich im Aktiengesetz, dem Sie als Gesellschafter der AG unterliegen.

Orientieren Sie sich bei der Entscheidung zwischen der GmbH und der Aktiengesellschaft an Ihren unternehmerischen Zielen. Wählen Sie die Gesellschaftsform, die strukturell und verwaltungsrechtlich am besten zur Firma passt.