Internes und externes Rechnungswesen

Das Rechnungswesen (Rewe) ist ein Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre. Es dient dazu, die Leistungs- und Geldströme in einem Unternehmen systematisch zu erfassen. Mit der Erfassung werden Ergebnisse erzielt, die für die unterschiedlichen Adressaten bestimmt sind. Die betriebliche Rechnungslegung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Dies sind das interne und das externe Rechnungswesen.

Was ist internes Rechnungswesen?

Im internen Rewe (engl.: Controlling) werden die innerbetrieblichen Prozesse eines Unternehmens durchleuchtet. Dabei nehmen die Planung, die Steuerung und die Kontrolle entscheidende Rollen ein. Überdies wird das Controlling auch als Dokumentationsfunktion eingesetzt. Adressat des Controllings ist der Betriebsinhaber oder der Geschäftsführer eines Unternehmens. Er möchte insbesondere über die anfallenden Kosten und die erbrachten Leistungen informiert werden. Dies geschieht mit der Kosten- und Leistungsrechnung.

In der Kosten- und Leistungsrechnung werden die folgenden Kostenrechnungssysteme unterschieden:

  • Vollkostenrechnung
  • Teilkostenrechnung
  • Deckungsbeitragsrechnung
  • Normalkostenrechnung
  • Plankostenrechnung
  • Prozesskostenrechnung
  • Zielkostenrechnung
  • Vollkostenrechnung

Bei der Vollkostenrechnung werden alle in einem Betrieb anfallenden Kosten in die Kosten- und Leistungsrechnung einbezogen. Ziel der Vollkostenrechnung ist es, die Kosten zu ermitteln, die das Unternehmen bei der Herstellung seiner Produkte aufgewendet hat. Diese Kosten werden im internen Rechnungswesen als Selbstkosten bezeichnet. Lesen Sie hier alles zur Vollkostenrechnung.

Für die Ermittlung der Selbstkosten stellt die Kosten- und Leistungsrechnung dem Unternehmen die Kostenartenrechnung, die Kostenstellenrechnung und die Kostenträgerrechnung zur Verfügung.

Teilkostenrechnung

Die Teilkostenrechnung wird auf Basis der variablen Kosten durchgeführt. Die variablen Kosten grenzen sich dadurch von den fixen Unternehmenskosten ab, dass sie abhängig von dem Produktionsprozess und dem Beschäftigungsstand in unterschiedlicher Höhe anfallen. Typische Beispiele für variable Kosten sind die Aufwendungen für die Roh-, Hilfs– und Betriebsstoffe oder die Fertigungslöhne.

Deckungsbeitragsrechnung

Die Deckungsbeitragsrechnung ist ein Kostenrechnungssystem, das der Teilkostenrechnung zuzuordnen ist. Als Deckungsbeitrag gilt die Differenz zwischen den erzielten Erlösen und den aufgewendeten variablen Kosten. Ist diese Differenz positiv, steht der verbleibende Betrag für die Deckung der fixen Kosten zur Verfügung. Was dann noch übrig bleibt, ist das Betriebsergebnis.

Normalkostenrechnung

Die Normalkostenrechnung orientiert sich an den Durchschnittswerten vergangener Perioden. Hieraus zieht das Unternehmen Informationen, um zukünftige Kostenentwicklungen zu kalkulieren.

Plankostenrechnung

Die Plankostenrechnung ist ein Kostenrechnungssystem, das auf die Zukunft ausgerichtet ist. Für ein Unternehmen hat die Plankostenrechnung eine große Relevanz, weil hieraus ein Budgetplan erstellt wird, der zur Kostenkontrolle eingesetzt wird. Stellt der Controller z. B. eine Abweichung zwischen Plankosten und Istkosten fest, muss er entsprechende Gegenmaßnahmen entwickeln.

Prozesskostenrechnung

Die Prozesskostenrechnung ist ein Teilgebiet, das der Vollkostenrechnung zuzuordnen ist. Es geht hierbei darum, Zuschlagssätze zu kalkulieren, die auf die entsprechenden Kosten aufgeschlagen werden.

Zielkostenrechnung

Die Zielkostenrechnung unterscheidet sich deshalb von den anderen Kostenrechnungssystemen, weil hier nicht die Frage beantwortet wird, wie viel ein Produkt kostet. Hier geht es vielmehr darum, wie hoch die Kosten für ein Produkt maximal sein dürfen.

Was ist externes Rechnungswesen?

Ziel des externen Rechnungswesens ist die Darstellung des Vermögens und der Schulden, die ein Unternehmen hat. Die Instrumente, die im externen Rewe verwendet werden, sind die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung. Ist das Unternehmen eine Kapitalgesellschaft, muss es zusätzlich einen Anhang und einen Lagebericht aufstellen.

Bilanz

Eine Bilanz ist stichtagsbezogenBilanzstichtag ist in der Regel der 31. Dezember eines Jahres. Die Bilanz kennzeichnet sich durch eine Aktivseite und eine Passivseite.

Auf der Aktivseite gibt das Unternehmen Auskunft über die Verwendung der finanziellen Mittel. Hier werden alle Vermögensgegenstände aufgeführt, die das Unternehmen nutzt, um den betrieblichen Zweck zu erfüllen. Die Passivseite differenziert nach Eigen- und Fremdkapital. Zum Eigenkapital gehören alle eigenen Mittel des Betriebsinhabers. Als Fremdkapital gilt z. B. ein Darlehen, das das Unternehmen zur Finanzierung einer Investition aufgenommen hat. Für beide Seiten muss das Unternehmen die Bilanzierungsregeln beachten.

Gewinn- und Verlustrechnung

Im Gegensatz zu einer Bilanz ist die Gewinn- und Verlustrechnung zeitraumbezogen. Das Unternehmen erfasst hier alle Aufwendungen und Erträge, die innerhalb einer bestimmten Geschäftsperiode. In der Regel vom 01. Januar bis zum 31. Dezember – geflossen sind. Überwiegen die Erträge, hat das Unternehmen einen Gewinn erzielt. Sind die Aufwendungen höher, hat das Unternehmen einen Verlust erwirtschaftet.

Anhang

Im Anhang dokumentiert ein Unternehmen zusätzliche Angaben zu den Bilanzpositionen oder zu den Aufwendungen und Erträgen, die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst sind. Neben den allgemeinen Grundsätzen zur Bilanzierung enthält das Dokument auch Angaben zur Ausübung von Bewertungswahlrechten oder der Zusammensetzung größerer Bilanzposten.

Lagebericht

Der Lagebericht informiert seine Adressaten über die wirtschaftlichen Verhältnisse eines Unternehmens und gibt einen Ausblick auf die geschäftliche Entwicklung der nächsten Jahre.

Wie grenzt sich internes Rechnungswesen vom externen Rechnungswesen ab?

Internes und externes Rechnungswesen grenzen sich in den folgenden fünf Bereichen voneinander ab:

  • Adressat
  • Aufgaben
  • Zeitbezug
  • Gesetzliche Vorschriften
  • Rechengrößen

Adressat

Adressaten des internen Rechnungswesens sind die Betriebsinhaber und Geschäftsführer. An einem Jahresabschluss sind in erster Linie das Finanzamt und die Anteilseigner (z. B. Aktionäre) eines Unternehmens interessiert. Darüber hinaus möchten auch Gläubiger oder Lieferanten über die finanzielle Situation eines Unternehmens Bescheid wissen. Lesen Sie hier alles über Gläubiger.

Aufgaben

Die Hauptaufgabe des internen Rechnungswesens besteht in der Planung, Steuerung und Kontrolle der einzelnen Leistungsprozesse. Die Kosten- und Leistungsrechnung ist aber auch ein gutes Instrument, um als Informationsträger zu fungieren. Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und Lagebericht sollen die Finanz,- Vermögens- und Ertragslage eines Unternehmens darstellen.

Zeitbezug

Die Kosten- und Leistungsrechnung ist sowohl vergangenheits– als auch zukunftsorientiert. Das externe Rechnungswesen hat dagegen ausschließlich einen Bezug zur Vergangenheit.

Gesetzliche Vorschriften

Für das interne Rechnungswesen gibt es keine gesetzlichen Vorschriften. Bei der externen Rechnungslegung muss ein Bilanzersteller neben den nationalen handels– und steuerrechtlichen Bestimmungen auch die internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRSUS-GAAP) kennen, wenn das Unternehmen global agiert.

Rechengrößen

Die Kosten- und Leistungsrechnung kennt nur zwei Rechengrößen. Dies sind die Kosten und die Leistungen. Im externen Rechnungswesen sind die Begriffe Aufwand und Ertrag maßgeblich.