Abschreibungsverfahren

Liquidität – Schlüssel zur Bewertung eines Unternehmens

Hinter dem Begriff der Liquidität verbirgt sich das Kapital, das für Einkäufe, für Investitionen, aber auch für die Begleichung von Krediten und Außenständen zur Verfügung steht. In der Wirtschaft kann eine Beurteilung des Wertes des Unternehmens anhand seiner Liquidität erfolgen. Wenn es möglich ist, hohe Mittel für Investitionen freizumachen, gilt das Unternehmen als sehr solvent und bekommt im Rahmen eines Indexes hohe Bewertungen.

Dies bringt nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene Vorteile. Informationen über das Unternehmen, aber auch Dokumente, die im Rahmen der Investition von Belang sind, werden im Datenraum gespeichert. Dieser ist auch bei einem möglichen Unternehmensverkauf von Belang.

Die Liquidität lässt sich berechnen

Begrifflichkeit der Liquidität

Im Rahmen der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens spielt die Liquidität in verschiedenen Bereichen des Unternehmens eine sehr große Rolle. Man unterscheidet zwischen güterwirtschaftlicher, verliehener, zukünftiger und antizipierter Liquidität.

Güterwirtschaftliche Liquidität

Dieser Bereich bezieht sich ausschließlich auf materielle Güter, die zum Zwecke des Tausches bereitstehen oder für sich selbst einen Wert haben, der für die Liquiditätsbewertung eines Unternehmens Relevanz hat. Unterschieden werden Liquiditätsgrade. Diese sind wiederum abhängig von der Anzahl der Käufer, die an den Gütern Interesse haben. Aber auch der Zeitraum, in dem ein Verkauf stattfinden könnte, ist für diesen Teil der Liquiditätsberechnung von Belang.

Verliehene Liquidität

Die Begehbarkeit von Wirtschaftsgütern spielt eine große Rolle und wird daher auch berücksichtigt. Wenn es im Unternehmen einen großen Anteil an Wirtschaftsgütern gibt, die beliehen werden können, wirkt sich dies positiv auf die wirtschaftliche Bewertung des Unternehmens aus. Hier spielt auch der Hintergrund eine Rolle, dass die Zinsen, die Sie für die Aufnahme eines Kredites zahlen müssen, niedriger sind, wenn Sie Wirtschaftsgüter einsetzen können, die beleihbar sind. Besonders wertvolle Güter erzielen hohe Erträge. Aus diesem Grund spielen sie bei der Beleihbarkeit eine besonders große Rolle und erfahren eine entsprechende Berücksichtigung.

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Zukünftige Liquidität

Mithilfe eines Finanzplanes misst man die zukünftige Liquidität

Dieser Bereich wird anhand eines Finanzplans gemessen. Die Erstellung von Finanzplänen kann für den kommenden Monat für, ein Quartal, aber auch für ein ganzes Kalenderjahr erfolgen. Der Hintergrund liegt darin, die künftige Zahlungsfähigkeit, aber auch den wirtschaftlichen Wert des Unternehmens darzustellen.

Die Anwendung erfolgt in nahezu allen gewerblichen Bereichen. So ist es möglich, im produzierenden Gewerbe zu ermitteln, welche Einnahmen der Verkauf der Produkte in einem bestimmten Zeitraum erzielen wird. Im Handel ermittelt man den Umsatz, den der Verkauf von Produkten aus dem Sortiment einbringt. Im Bereich der Dienstleistungen erfolgt eine Ermittlung der Anzahl der Kunden, die in dem betreffenden Zeitraum zu betreuen sind. Die Einnahmen aus der Betreuung stehen für Investitionen, aber auch für die Begleichung von Außenständen zur Verfügung.

Lese-Tipp:

Antizipierte Liquidität

Hier erfolgt eine Berechnung von zukünftigen Überschüssen. Auch hier spielt die Planung des Unternehmens in Bezug auf die Produktion oder den Verkauf von Produkten oder in Bezug auf die Gewährung von Dienstleistungen im Mittelpunkt. Die Ermittlung des künftigen Überschusses kann in den meisten Fällen nicht ganz genau erfolgen.

Es handelt sich um Schätzungen, weil niemand mit letzter Sicherheit sagen kann, wie viele Kunden Produkte bestellen oder kaufen. Auch die Inanspruchnahme von Dienstleistungen durch einen Kunden lässt sich nur schätzungsweise voraussagen.

Prüfung der Bonität vor der Gewährung der Beleihung von künftigem Überschusskapital

Bevor die Bank eine Beleihung von künftigem Kapital aus Überschüssen akzeptiert, prüft sie die Kreditwürdigkeit des Unternehmens ganz genau. Die Bank gewährt einen Rahmenkredit nur dann, wenn diese Bonitätsprüfung positiv ausfällt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie als Unternehmer auf eine sehr gute Bonität achten.

Zahlungsfähigkeit des Unternehmens als Geschäftsgrundlage

Liquidität

Nur selten kann ein Unternehmen alle Investitionen ohne Fremdmittel bestreiten

Die Liquidität, also die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens, ist die wichtigste Geschäftsgrundlage in allen Bereichen der Wirtschaft. Wenn Ihr Unternehmen keine gute Bonität besitzt, bekommen Sie keine Finanzierung. In diesem Fall sind Sie darauf angewiesen, alle Einkäufe und Investitionen aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Dies gelingt nur in seltenen Fällen.

Die Aufnahme von vorübergehenden Finanzierungskrediten gehört zum Tagesgeschäft vieler Unternehmen. Oftmals brauchen Sie das Kapital, bevor der Ausgleich von gestellten Rechnungen durch den Kunden erfolgt. Die Zahlungsfähigkeit ist deshalb Ihre Handlungsgrundlage, auf deren Bewertung Sie einen sehr großen Wert legen sollten.

Liquidität umfasst alle Geschäftsbereiche

Die Begrifflichkeit bezieht sich auf alle Bereiche, die Sie in Ihrem Tagesgeschäft, aber auch in ihrer Finanzplanung definieren. So sind die Mittel, die Ihnen aus dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen zur Verfügung stehen, ebenso einbezogen wie künftige Mittel. Sie benötigen Geld, um Waren oder Produkte zu kaufen, die Sie für Ihr Geschäft benötigen.

Der Konsum ist demnach ein wichtiger Bestandteil eines jeden Tagesgeschäfts. Weiterhin sind Mittel notwendig, um Mitarbeiter zu bezahlen und Kredite zu bedienen, die zum Zwecke der Investition aufgenommen wurden. Darüber hinaus benötigen Sie Mittel, um künftige Investitionen zu planen und umzusetzen.

Bewertung von Unternehmen nach Liquiditätskriterien

Unternehmen, die alle Außenstände aus dem eigenen Betriebsvermögen bezahlen können, gelten als besonders liquide und bekommt eine entsprechend hohe Bewertung. Ist hingegen eine häufige Kreditaufnahme notwendig oder können bestehende Außenstände nicht mehr bedient werden, sinkt die Liquiditätsbewertung. Dies kann im schlimmsten Falle zu einer Unwirtschaftlichkeit des Unternehmens führen.

Investition

Der Deckungsbeitrag und seine Berechnung

Der Deckungsbeitrag ist ein Begriff aus der Kosten- und Leistungsrechnung und somit Teil der Betriebswirtschaftslehre. Er bezeichnet den Unterschied zwischen dem erzielten Umsatz und den variablen Kosten. Die Differenz zwischen Umsatz und variablen Kosten wird anschließend zur Deckung der Fixkosten verwendet.

Den Deckungsbeitrag berechnen wir für die Gesamtmenge eines Produktes oder pro Produktionseinheit. Ziel der Berechnung sind die Ermittlung des Produkterfolges und die Angebotskalkulation. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind jedoch auch möglich. Zur Berechnung des Deckungsbeitrags können wir gegebenenfalls einen Datenraum einrichten, um die zur Berechnung notwendigen Daten zur Verfügung zu stellen.

Umsatz, variable Kosten und Fixkosten

Umsatz, variable Kosten und Fixkosten werden zur Berechnung benötigt

Die wichtigsten Variablen zur Berechnung des Deckungsbeitrags sind der Umsatz (Erlös), die variablen Kosten und die Fixkosten. Der Umsatz ergibt sich aus der Verkaufssumme des Produktes. Er stellt die Gesamteinnahmen einer Unternehmung dar und ist nicht zu verwechseln mit dem Cashflow, der alle Einnahmen und Ausgaben zusammenfasst.

Die variablen Kosten sind jene Kosten, die spezifisch für die Produktion des Produktes anfallen, also zum Beispiel die Materialkosten für das Holz bei der Produktion eines Stuhles. Die Fixkosten sind jene Kosten, die unabhängig von der produzierten Menge des Produktes anfallen. So kostet die Miete für die Produktionshalle etwa stets das Gleiche, unabhängig davon, wie viele Stühle darin produziert werden (bis zum Erreichen der Kapazitätsgrenze).

In Deutschland wird überwiegend die Vollkostenrechnung verwendet. Hier unterscheiden wir zwischen variablen Kosten, die direkt einem Kostenträger zugerechnet werden können, und Allgemeinkosten. Die Allgemeinkosten entstehen für die Gesamtheit der produzierten Einheiten und werden über einen Umlageschlüssel auf die Produkte verteilt.

Einstufige Deckungsbeitragsrechnung

Je nach Anwendung berechnen wir den Deckungsbeitrag für alle Einheiten eines Produktes oder für jede einzelne Einheit. Wenn wir den gesamten Deckungsbeitrag berechnen, nutzen wir folgende Formel:

rDB := E(x) – Kv = db*verkaufte Menge

Hierbei bezeichnet DB den Deckungsbeitrag, E(x) ist der Erlös für eine Periode und Kv sind die variablen Kosten für eine Periode. Möchten wir den Deckungsbeitrag für ein Produkt berechnen, vereinfacht sich die Formel:

db = p – Kv

wobei p für den Preis des Produktes steht. In der Anwendung stellen wir uns Tischler Heinz vor, der Stühle produziert: Im Monat Juli verkauft Heinz 100 Stühle zu jeweils 100 Euro. Er hat Materialkosten (variable Kosten) von 30 Euro pro Stuhl. Zusätzlich muss er seine Produktionshalle für 3000 Euro mieten und seinen Mitarbeiter Horst mit 1500 Euro bezahlen sowie sich selbst mit 3000 Euro bezahlen (Fixkosten). Für den Deckungsbeitrag ergibt sich:

100 (Erlös) – 30 (variable Kosten) = 70*100 (verkaufte Menge) = 7000

Es gibt unterschiedliche Arten der Berechnung

Zur Deckung der Fixkosten stehen also 7000 Euro zur Verfügung. Da Heinz jedoch Fixkosten in der Höhe von 7500 Euro hat, ergibt sich ein Verlust von 500 Euro; die Rentabilität ist nicht gegeben.

Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

In der Mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung versuchen wir, die Fixkosten für die verschiedene Unternehmensbereiche weiter aufzufächern. Ziel ist eine genauere Analyse möglicher defizitärer Produktionsabläufe. Im Falle von Heinz´ Tischlerei könnten wir also die Unternehmensfixkosten (3000 Euro Miete) von den Bereichsfixkosten (1500 Euro für Horsts Bereich und 3000 Euro für Heinz´ Bereich) trennen.

Angenommen, sowohl Horst als auch Heinz produzieren 50 Stühle im Monat Juli, so können wir die Unternehmensfixkosten jeweils zur Hälfte Heinz und Horst zuschreiben. So ergibt sich:

DB Heinz = 100 – 30 = 70*50 = 3500

Dies führt zu folgendem Ergebnis: 3500 – 3000 (Bereichsfixkosten) – 1500 (Unternehmensfixkosten/2) = -1000 Euro

DB Horst = 100 – 30 = 70*50 = 3500

Die führt zu folgendem Ergebnis: 3500 – 1500 (Bereichsfixkosten) – 1500 (Unternehmensfixkosten/2) = 500 Euro

Durch die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung können wir also erkennen, dass Horsts Unternehmensbereich Rentabilität aufweist, während Heinz´ Bereich defizitär ist.

In der Praxis müssen wir jedoch beachten, dass wir bestimmte Kosten nicht eindeutig zurechnen können. Wir können uns vorstellen, dass Heinz zum Beispiel Werbung für seine Stühle macht. Gleichzeitig verkauft er aber auch Tische. Die Werbung wird zwar hauptsächlich den Stuhlverkauf ankurbeln, jedoch auch einen positiven Effekt auf den Tischverkauf haben, da die Bekanntheit von Heinz´ Tischlerei steigt. Hier wissen wir also nicht genau, wie wir die Kosten der Werbung den Stühlen und den Tischen zuordnen sollen.

Relativer Deckungsbeitrag

Deckungsbeitrag

Der relative Deckungsbeitrag lässt sich berechnen

Bei der Berechnung des relativen Deckungsbeitrags beziehen wir den Faktorverbrauch für die Erzeugung des Deckungsbeitrags mit ein. Ein möglicher Faktorverbrauch ist die Zeit, die für die Produktion von Stühlen und Tischen benötigt wird. Wenn wir davon ausgehen, dass Stühle vier Stunden und Tische sechs Stunden in der Herstellung brauchen, jedoch den Gleichen Deckungsbeitrag pro Stück (70 Euro) haben, ergibt sich Folgendes:

Relativer Deckungsbeitrag Stühle: 70/4 = 17,5
Relativer Deckungsbeitrag Tische: 70/6 = 11,667

Wir können den relativen Deckungsbeitrag als Opportunitätskosten für die Herstellung eines Produktes verstehen. Wenn Heinz einen Stuhl weniger produziert, verliert er 17,5 Euro pro Stunde. Produziert er einen Tisch weniger, so verliert er lediglich 11,667 Euro pro Stunde. Er sollte sich also überlegen, die Produktion von Tischen auf die Produktion von Stühlen zu verlagern.

Anwendungsbereiche für die Deckungsbeitragsrechnung

Wie eingangs erwähnt dient die Deckungsbeitragsrechnung hauptsächlich der Ermittlung der Rentabilität eines Produkts oder einer Produktlinie. Sie kann weiterhin zur Kalkulation eines kostendeckenden Preises verwendet werden. Hieraus ergeben sich einige konkrete Fragestellungen, die wir mit seiner Berechnung beantworten können.

Zum einen können wir erkennen, auf welche Produkte und Produktarten sich unser Betrieb konzentrieren sollte und welche Produkte vielleicht aus dem Programm genommen werden sollten. Wir können über ihn die absolute Preisuntergrenze eines Produktes erkennen und so überprüfen, ob für das Produkt zu diesem Preis eine ausreichende Nachfrage besteht, sodass die Produktion rentabel ist.

Wenn bestimmte Bereiche unrentabel arbeiten, kann es eventuell Sinn machen, diese einem Lieferanten zu übertragen. Auch dies erkennen wir aus unserer Berechnung. Ist ein Bereich hingegen besonders rentabel, können wir uns hier um zusätzliche Aufträge bemühen. Der Deckungsbeitrag sagt uns auch, ab welcher Absatzzahl die Gewinnschwelle eines Produktes erreicht wird. Entsprechend können wir den Absatz planen und die passenden Vertriebsinstrumente einbinden.

Der Leverage-Effekt

Der Leverage-Effekt

Wir können in der Rechnung auch den sogenannten Leverage-Effekt erkennen. Dieser bezeichnet eine kleine Änderung in der Produktion, die eine große Änderung in der Profitabilität unseres Produktes nach sich zieht. So könnte Heinz zum Beispiel versuchen, den Absatz seiner Stühle zu verdoppeln und einen dritten und vierten günstigen Mitarbeiter einzustellen (für jeweils 1500 Euro im Monat). Gleichzeitig verdoppelt sich der Mietpreis für die nun doppelt so große Produktionshalle.

Wie wir gesehen haben hätte Heinz nun drei rentable Unternehmensbereiche (die seiner Mitarbeiter) und einen unrentablen (seinen eigenen). Die Erhöhung seines Produktionsniveaus hätte also einen positiven Leverage-Effekt auf seinen Gewinn. Dies ist der Fall, weil für Heinz´ Fixkosten im Verhältnis zu seinen variablen Kosten bei steigendem Absatz sinken.

Fazit

Den Deckungsbeitrag können wir sehr gut nutzen, um Entscheidungen über unser Produktsortiment zu fällen. Wir können die Daten hierzu beispielsweise in einem Datenraum zur Verfügung stellen und unser Controller errechnet jene Produkte, die einen positiven Deckungsbeitrag zu unseren Fixkosten beitragen. Außerdem kann er analysieren, ob diese in der Gesamtheit gewinnbringend sind.

Der Deckungsbeitrag sollte allerdings nicht die einzige Entscheidungsvariable für Produktentscheidungen sein. Andere Effekte können ebenfalls den Gewinn und den Cashflow unserer Unternehmung beeinflussen. Wenn Heinz beispielsweise Stühle gewinnbringend verkauft und Tische defizitär sind, kann es immer noch sinnvoll für ihn sein, die Tische im Sortiment zu behalten. Zum einen könnte die Nachfrage nach Stühlen zu gering sein, um seine fixen Produktionskapazitäten auszufüllen (die Mitarbeiter hätten nicht genug zu tun). Ebenfalls ist vorstellbar, dass die Tische den Verkauf der gewinnbringenden Stühle ankurbeln, da Heinz´ Kunden Tische meistens zusammen mit Stühlen kaufen.

Management Buyout

Außenfinanzierung – externes Kapital nutzen

Eine Außenfinanzierung basiert auf Kapital, das nicht aus den Erlösen des Unternehmens erwirtschaftet wurde, sondern von außen in das Unternehmen fließt. Darin unterscheidet es sich von der sogenannten Innenfinanzierung, bei der Investitionen aus Kapital getätigt werden, dass aus den Erlösen des Unternehmens genommen wird.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, wenn ein Unternehmen Investitionen zunächst mit einer Innenfinanzierung deckt. Diese ist kostengünstiger, da bei der Außenfinanzierung Kosten anfallen, die das Unternehmen finanziell zusätzlich belasten.

Umsätze des Unternehmens reichen zur Finanzierung von Investitionen nicht aus

Außenfinanzierung

Eine Außenfinanzierung muss gut kalkuliert sein

Die Inanspruchnahme einer Außenfinanzierung wird notwendig, wenn das Kapital, das aus den Umsätzen des Unternehmens gewonnen wird, nicht ausreicht. Hat das Unternehmen keine Rücklagen, aus denen die geplanten Investitionen finanziert werden können, bleibt nur noch die Außenfinanzierung als Alternative.

Dahinter verbirgt sich die Aufnahme eines Kredits oder die Inanspruchnahme einer Investition, etwa von einem privaten Geldgeber. Da sowohl Banken als auch private Geldgeber an der Bereitstellung der Außenfinanzierung verdienen möchten, muss das Unternehmen zusätzliche Kosten, die durch Zinsen und Gebühren entstehen, in die Ausgaben einkalkulieren.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Finanzierung vorab inklusive aller Kosten berechnet wird. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Unternehmen die Investition auch über einen längeren Zeitraum tragen kann.

Möglichkeiten der Außenfinanzierung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Außenfinanzierung für Investitionen zu nutzen. Die klassische Aufnahme eines Kredits wird besonders häufig in Anspruch genommen.

Alternativ ist es möglich, im Rahmen einer Mezzanine-Finanzierung eine stille Beteiligung am Unternehmen zu erreichen.

Beide Finanzierungsvarianten haben Vor- und Nachteile, die der Unternehmer kennen sollte, bevor er sich für ein Finanzierungsmodell entscheidet.

Der klassische Kredit

Eine stille Beteiligung ist ebenfalls möglich

Kredite werden von Banken und Sparkassen auch für Gründer und Firmeninhaber, die investieren möchten, ausgegeben. Alternativ haben Unternehmer die Möglichkeit, einen Kredit bei einer Investitionsbank aufzunehmen.

Diese Kredite sind an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die Ausgabe erfolgt projektbezogen, und es gibt in der Regel eine Obergrenze. So kann es vorkommen, dass das Kapital aus dem Investitionskredit nicht ausreicht, um die Kosten zu decken. In diesem Fall entscheidet sich der Investor für die Aufnahme mehrerer Kredite.

Kredite einer Investitionsbank bevorzugen

Bei der Planung der Finanzierung ist es empfehlenswert, wenn zunächst eine Prüfung erfolgt, ob ein Investitionskredit aufgenommen werden kann. In allen Bundesländern gibt es Investitionsbanken, die Gründungen und Erweiterungen von Unternehmen speziell fördern. Die Kredite stammen aus Fördertöpfen. Die Vergabe erfolgt ausschließlich auf Antrag.

Dabei sind das Projekt und der Finanzierungsbedarf vorzustellen. Wenn die Fördertöpfe leer sind, kann es zur Ablehnung des Finanzierungsantrages kommen. Gleiches gilt, wenn das Projekt nicht zu dem Ziel der Förderung passt. Dennoch ist es ratsam, zunächst einen Antrag bei einer Investitionsbank zu stellen, da die Zinsen deutlich günstiger sind als beim klassischen Bankkredit.

Kreditanstalt für Wiederaufbau

Die KfW-Bank vergibt Kredite, die ebenfalls projektbezogen sind und sich speziell an Gründer richten. Aber auch zum Zwecke der Sanierung erfolgt eine Kreditvergabe. Im Gegensatz zu den Fördertöpfen der Investitionsbanken gibt es für KfW-Kredite kein Limit. Die Gewährung erfolgt auf Antrag, wenn das Projekt zu dem Ziel der Kreditvergabe passt.

Auch hier ist eine Antragstellung in Verbindung mit der Vorstellung des Projekts erforderlich. Ähnlich wie bei der Vergabe von Krediten durch die Investitionsbank sind auch hier die Zinsen günstig. Außerdem gelten längere Laufzeiten, sodass die monatliche Belastung durch den Kredit nicht so hoch ist.

Kredite von niedergelassenen Banken

Banken vergeben klassische Kredite

Die Vergabe von Krediten durch niedergelassene Banken kann quasi zur freien Verfügung erfolgen. Zwar sind auch diese Kredite an das Unternehmen gebunden. Die Vorstellung des Projekts ist jedoch nicht immer erforderlich. Banken und Sparkassen kennen keine Fördertöpfe. Sie vergeben Kredite, indem sie die Bonität des Unternehmens prüfen.

Ergibt die Prüfung, dass das Unternehmen solvent ist, kann eine Kreditvergabe erfolgen. Der Unternehmer kann das Geld auch dann nutzen, wenn sich während der Investitionsphase Änderungen ergeben. Dies gestaltet sich bei einem projektbezogenen Darlehen mitunter als schwierig.

Mehrere Säulen der Finanzierung

Eine Außenfinanzierung baut häufig auf mehreren Säulen auf. Bleibt nach der Beantragung und Gewährung eines Förderkredites noch Kapital zur Finanzierung offen, kann eine Deckung durch einen weiteren Kredit erfolgen. Auch Aufstockungen bereits bestehender Kredite sind möglich.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass der Unternehmer sich nur dann für eine Finanzierung entscheidet, wenn er in der Lage ist, die Raten und die Zinsen zu zahlen. Bei Zahlungsschwierigkeiten kann die Liquidität des Unternehmens schnell infrage gestellt sein.

Mezzanine-Finanzierung

Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Beteiligung des Investors an dem Unternehmen. Somit handelt es sich nicht um einen klassischen Kredit. Genau genommen handelt es sich um eine Mischung aus einer Innen- und einer Außenfinanzierung.

Bei der Mezzanine-Finanzierung wird ein Geschäftspartner gefunden, der bereit ist, Geld in das Unternehmen zu investieren. Er übernimmt jedoch nicht die Funktion einer Bank. Als Sicherheit für seine Investitionen bekommt er eine Beteiligung an dem Unternehmen angeboten. Somit bringt er das Kapital zwar von außen ein. Da er dann jedoch als Teilhaber fungiert, ist es firmeneigenes Geld, das für die Investitionen verwendet werden kann.

Kosten für eine Außenfinanzierung kalkulieren

Eine Außenfinanzierung ist immer mit zusätzlichen Kosten oder Aufwendungen verbunden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Unternehmer vorab berechnet, ob er sich die Finanzierung leisten kann.

Nicht immer ist die Beteiligung einer dritten Person im Rahmen einer Mezzanine-Finanzierung gewünscht. Dann bleibt der Kredit als einzige Alternative. Bei der Aufnahme des Kredits fallen Kosten in Form von Zinsen und Gebühren an. Die Zinsen berechnen sich nach der Summe, die als Kreditbetrag aufgenommen wird. Die Rückzahlung erfolgt gemeinsam mit der Tilgung.

Auf einen festen Zinssatz achten

Variable Zinssätze können nachteilig sein

Für eine sichere Kalkulation der Außenfinanzierung ist es wichtig, dass der Zinssatz für die gesamte Laufzeit festgeschrieben ist. Dies gilt vor allem dann, wenn der Kredit zu besonders günstigen Zinsen aufgenommen wurde. Variable Zinssätze können jederzeit steigen. Es ist aber auch möglich, dass die Zinsen nachgeben. Somit kann ein variabler Zinssatz sogar von Vorteil sein.

Dies gilt aber nur dann, wenn die Außenfinanzierung zu besonders hohen Zinsen aufgenommen wurde. Andernfalls überwiegen die Vorteile des festen Zinssatzes. Die Kosten der Finanzierung stehen fest und die Kalkulation der Rückzahlung erfolgt über den gesamten Finanzierungszeitraum.

Spielraum für Rückzahlungen verhandeln

Vorzeitige Rückzahlungen sind vorteilhaft, weil sie die Kosten für den Kredit reduzieren. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, diese Möglichkeit als Klausel im Kreditvertrag aufzunehmen.

Was ist der Leverage-Effekt?

Mit dem Leverage Effekt wird die Erhöhung der Rendite des Eigenkapitals durch die Aufnahmen von Fremdkapital bezeichnet. Diese Hebelwirkung entsteht, wenn die Kosten für das Fremdkapital niedriger sind als die Rendite, welche durch das Fremdkapital getätigte Investition abwirft. Die Hebelwirkung ist daher an verschiedene Grundbedingungen geknüpft. Sind diese nicht vorhanden, kann es zu negativen Folgen des Leverage Effekts kommen.

Der Leverage-Effekt

Die Grundkonstellation

Für die Durchführung einer Unternehmung benötigt man in aller Regel mehr Kapital, als ein neu startender Unternehmer aus eigenen Mitteln aufbringen kann. Infolgedessen wird die Aufnahme von Fremdkapital notwendig. Hierbei sind mehrere Wege möglich. Die klassische Variante ist beispielsweise die Aufnahme eines Kredits. Für diesen werden so gut wie immer Zinsen fällig. Die Kosten für die Zinsen schmälern den Gewinn.

Die Aufnahme eines Kredits lohnt sich für den Unternehmer deshalb nur dann, wenn der durch die unternehmerischen Aktivitäten erzielte Gewinn deutlich höher liegt als die aufzubringenden Zinsen. Ist dies der Fall, erhöht das eingesetzte Fremdkapital die Einkünfte. Die Relation des Gewinns im Verhältnis zum eingebrachten Eigenkapital steigt entsprechend. Hierbei handelt es sich um den so genannten positiven Leverage Effekt.

Fallbeispiel für den positiven Leverage Effekt

Die Firma A arbeitet als Zulieferer für die Automobil Industrie. Sie stellt Druckknöpfe für das Armaturenbrett her. Die Höhe des Eigenkapital beträgt zehn Millionen Euro. Investiert wurde das Eigenkapital in die zur Produktion notwendigen Maschinen. Diese werden jährlich mit fünf Prozent abgeschrieben. Die so verursachten Kosten betragen entsprechend 500.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen Ausgaben für Personal in Höhe von 200.000 Euro.

Der durchschnittliche jährliche Umsatz des Unternehmens liegt bei 2.000.000 Euro. Hiervon sind die für die Produktion aufgewendeten Kosten in Abzug zu bringen.

2.0000.000 Euro Umsatz
– 500.000 Euro Abschreibung für Maschinen
– 200.000 Euro Personalkosten

1.300.000 Euro Gewinn

Auf dieser Grundlage lässt sich nun die Rentabilität des Eigenkapitals berechnen. Dabei teilt man den Gewinn durch das Eigenkapital. Im vorliegenden Beispiel beträgt das Ergebnis 0,13. Umgerechnet in Prozent bedeutet dies, dass die Eigenkapitalrendite für Firma A bei 13 Prozent pro Geschäftsjahr liegt.

Die Aufnahme von Fremdkapital

Leverage-Effekt

Die Berechnung des Leverage-Effekts

Aufgrund der guten Wirtschaftslage der Automobilindustrie ist die Auftragslage positiv. Um alle Bestellungen abarbeiten zu können entschließt sich Firma A Fremdkapital aufzunehmen. Dank niedriger Leitzinsen ist der Kredit entsprechend günstig und wird mit 2 Prozent pro Jahr verzinst. Für die Anschaffung neuer Maschinen werden insgesamt 5.000.000 Euro aufgenommen.

Die zusätzlichen Maschinen werden ebenfalls mit fünf Prozent pro Jahr abgeschrieben. Außerdem entstehen durch die Erweiterung des Betriebs zusätzliche Lohnkosten in Höhe von 100.000 Euro pro Jahr. Die Umsätze lassen sich um 750.000 Euro pro Jahr steigern. Somit ergibt sich folgende Rechnung:

750.000 Euro zusätzlicher Umsatz
– 250.000 Euro Abschreibung für Maschinen
– 100.000 Euro erhöhte Personalkosten
– 100.000 Euro Zinsen für Fremdkapital

300.000 Euro Gewinn

Das Berechnung des Leverage Effekts

Die Aufnahme von Fremdkapital hat für die Firma A eine Erhöhung der Gewinne bedeutet. Nun stellt sich die Frage, in welcher Höhe sich die Hebelwirkung des Leverage Effekts auf das Gesamtergebnis ausgewirkt hat. Wiederum muss man hierbei den Gewinn ins Verhältnis zum Eigenkapital setzen. Dabei wird im Beispiel davon ausgegangen, dass sich die Werte für das Kerngeschäft nicht verändert haben. Entsprechend erhöht sich der Gewinn von 1.000.000 Euro auf 1.600.000 Millionen Euro.

Wird der Gewinn durch das Eigenkapital geteilt, ergibt dies einen Wert von 0,16. Prozentual beträgt die Rendite des Eigenkapitals daher 16 Prozent pro Jahr. Gegenüber dem Vorjahresergebnis bedeutet dies eine Steigerung um drei Prozentpunkte. Genau diese drei Prozentpunkte sind der positive Leverage Effekt, der sich aus der Aufnahme von Fremdkapital ergeben hat.

Fallbeispiel zum negativen Leverage Effekt

Der Leverage Effekt kann jedoch auch in negativer Weise eintreten. Dies ist dann der Fall, wenn die auf das Eigenkapital erzielbare Rendite sich unterhalb der Kosten bewegt, die für die Leistung von Zinsen für das aufgenommene Fremdkapital aufgewendet werden müssen.

Der Leverage-Effekt kann auch negativ ausfallen

Nehmen wir in obigem Beispiel an, die Firma A realisiert bei glelchem Eigenkapital lediglich Umsätze von 1.000.000 Euro pro Jahr. Die Rechnung sähe dann wie folgt aus:

1.0000.000 Euro Umsatz
– 500.000 Euro Abschreibung für Maschinen
– 200.000 Euro Personalkosten

300.000 Euro Gewinn

Entsprechend niedriger läge die Eigenkapitalrendite. Die Division von Gewinn durch Eigenkapital ergibt einen Wert von 0.03 was 3 Prozent Rendite entspricht.

Nehmen wir weiter an, dass die Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank stark erhöht wurden und Kredite lediglich zu einem Satz von 8 Prozent aufgenommen werden können. Entschließt sich Firma A gleichwohl zur Erhöhung der Kapazitäten in der oben beschriebenen Form ergibt sich, sofern die Umsätze auch durch verstärkte Produktion nicht erhöht werden können, folgende Rechnung:

500.000 Euro zusätzlicher Umsatz
– 250.000 Euro Abschreibung für Maschinen
– 100.000 Euro erhöhte Personalkosten
– 400.000 Euro Zinsen für Fremdkapital

– 250.000 Euro Verlust

Der Einfluss der Verlusts auf die Eigenkaptialrendite ergibt sich aus dem Abzug der Verluste vom Gewinn. 300.000 Gewinn abzüglich 250.000 Euro Verlust ergibt 50.000 Euro Restgewinn. Wird dieser durch das Eigenkapital geteilt ergibt sich ein Wert von 0,005. Die Eigenkapitalrendite beträgt damit lediglich von einen halbes Prozent und liegt damit um 2,5 Prozentpunkte niedriger als vor der Aufnahme des Fremdkapitals. Diese 2,5 Prozentpunkte sind der negative Leverage Effekt, wenn die Kosten für das Fremdkapital höher sind als die zusätzlich erzielten Umsätze.

Umsatzrendite

Gesamtkapitalrentabilität – Berechnung, Aussagekraft und Bedeutung

Die Gesamtkapitalrentabilität stellt eine wichtige Erfolgskennzahl dar. Sie kommt bei der Analyse von Bilanzen zur Anwendung und liefert Informationen über die Rentabilität eines Unternehmens. Grundsätzlich gilt, dass ein Betrieb umso effizienter arbeitet, je höher diese Kennziffer ausfällt. Für Investoren ist eine Aktie attraktiv, die eine im Vergleich hohe Gesamtkapitalrendite aufweist.

Diese Kennziffer ist international unter der Bezeichnung „return on assets“ weit verbreitet. Im deutschen Sprachraum verwenden Bilanzanalysten auch „Kapitalrendite“ als Synonym. Verglichen mit der Eigen- sowie Fremdkapitalrendite ist die Gesamtkapitalrendite die umfassendere Kennziffer. Eine tragfähige Analyse betrachtet jedoch stets mehrere Kennzahlen, um belastbare Ergebnisse zu erzielen.

Gesamtkapitalrentabilität

Die Gesamtkapitalrentabilität lässt sich berechnen

Die Berechnung der Gesamtkapitalrentabilität

Um diese Kennziffer zu berechnen, ist die Summe aus dem Gewinn und den auf das Fremdkapital geleisteten Zinsen durch die Bilanzsumme zu teilen. Der sich ergebende Quotient drückt in Prozent aus, wie erfolgreich ein Unternehmen gewirtschaftet hat. Auf ähnliche Weise ermitteln Analysten die Eigenkapital- und Fremdkapitalrentabilität.

Die einzelnen Faktoren der Gesamtkapitalrendite

Im Zähler der Gesamtkapitalrentabilität steht stets eine Gewinngröße. Dabei handelt es sich in der Regel um das Jahresergebnis, wie es sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt. Fällt dieses Ergebnis positiv aus, erfolgt die Ausweisung als Jahresüberschuss. Bei einem Verlust zeigen Unternehmen in ihrer Erfolgsrechnung einen Jahresfehlbetrag.

Den Nenner der Gesamtkapitalrendite bilden das Eigen- und Fremdkapital, die zusammen die Bilanzsumme ergeben. Das Eigenkapital besteht bei Kapitalgesellschaften aus dem Stammkapital (GmbH) beziehungsweise dem Grundkapital (Aktiengesellschaft). Außerdem gehören die Kapital- und Gewinnrücklagen, der Gewinn- oder dem Verlustvortrag und das Jahresergebnis zum Eigenkapital.

Die Passivseite der Bilanz zeigt unter dem Oberbegriff Fremdkapital Rückstellungen sowie kurz- und langfristige Verbindlichkeiten. Diese gliedern sich gemäß dem Bilanzgliederungsschema in Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Verwandte Kennzahlen

Da die Bilanzsumme im Nenner steht, bezieht die Gesamtkapitalrentabilität sämtliche Kapitalbestandteile mit in die Berechnung ein. Dagegen ermittelt die Eigenkapitalrendite lediglich die Verzinsung des geliehenen Kapitals. Dementsprechend ist dabei der Unternehmensgewinn durch die Summe der eigenen Mittel zu teilen.

Um die Gewinnsituation eines Betriebs einzuschätzen, bilden Fachleute darüber hinaus regelmäßig die Umsatzrendite. Dabei handelt es sich um den Quotienten aus dem Gewinn und Umsatz. Als Gewinngröße kommt das Jahresergebnis vor Steuern oder das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Frage.

Die Aussagekraft der Gesamtkapitalrentabilität

In der Bilanz spielt die GKR eine Rolle

Durch die Berechnungsmethode der Gesamtkapitalrendite kommt es zu einer Neutralisierung der absoluten Größen von Gewinn und Bilanzsumme. Aus diesem Grund schafft die sich ergebende Prozentzahl ein hohes Maß an Vergleichbarkeit. Aufgrund dieser Standardisierung zählt die Gesamtkapitalrendite ebenso wie die Eigenkapitalrentabilität und die Umsatzrendite zu den bei Unternehmensanalysen sehr häufig eingesetzten Kennzahlen.

Die Gesamtkapitalrentabilität lässt sich für unternehmensinterne Untersuchungen der Entwicklung des Ergebnisses über mehrere Jahre heranziehen. So ist erkennbar, ob es einem Unternehmen gelingt, seine Ertragskraft im Laufe der Zeit zu steigern oder nicht.

Darüber hinaus ist die Gesamtkapitalrendite ausgezeichnet geeignet, um Vergleiche von Unternehmen der gleichen Branche vorzunehmen. Dabei kommt es weder auf deren Größe noch Rechtsform an. Börsenexperten führen mithilfe der Kapitalkennziffern auch Renditevergleiche von Aktien aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen durch, um günstige Investitionsgelegenheiten zu identifizieren.

Vergleich der Gesamtkapitalrendite mit alternativen Geldanlagen

Analysten ziehen diese Kennziffer bei Aktien häufig heran, um sie der Verzinsung von Spareinlagen gegenüber zu stellen. Dabei ist zu erwarten, dass die Rendite der verbrieften Unternehmensanteile deutlich über der von verzinslichen Investments liegt. Denn mit Aktien ist ein wesentlich höheres Chancen- und Risikopotential verbunden als mit Geldeinlagen auf Sparkonten.

Wenn ein Unternehmen über mehrere Perioden eine im Branchenvergleich unterdurchschnittliche Gesamtkapitalrentabilität zeigt, stellt dies ein deutliches Warnsignal dar. Offensichtlich gelingt es der Geschäftsleitung dann nicht, das Unternehmen profitabel zu führen.

Die Bedeutung der Gesamtkapitalrentabilität für die Unternehmensplanung und die Kreditvergabe

Die GKR spielt bei der Vergabe von Krediten eine Rolle

Aufgrund ihrer großen Aussagekraft erfolgt die Verwendung der Gesamtkapitalrendite genau wie der Eigenkapitalrendite bei der Planung der künftigen Geschäftstätigkeit. Im Rahmen der Unternehmensplanung legen Verantwortliche einen bestimmten Wert der Gesamtkapitalrendite als Zielgröße fest. Bei deren Definition orientieren sie sich sowohl an den entsprechenden Prozentzahlen des Unternehmens in der Vergangenheit als auch an branchenüblichen Renditegrößen.

Außerdem spielt die Gesamtkapitalrendite eine wichtige Rolle für die Überprüfung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen. Banken nehmen eine umfassende Bilanzanalyse vor, um sich von der Bonität des Kreditnehmers ein Bild zu machen. Von der Höhe der Gesamtkapitalrendite hängt sowohl ab, ob der Antragsteller ein Darlehen bekommt, als auch die Höhe der Kreditzinsen.

Weitere Vorteile der Gesamtkapitalrendite bei Vergleichen

Das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital variiert von Branche zu Branche stark. Auch die Gesellschaftsform besitzt einen wesentlichen Einfluss auf die Kapitalstruktur. Die Gesamtkapitalrendite ermöglicht hier eine Gegenüberstellung, die diese Faktoren neutralisiert.

Darüber hinaus bewährt sich diese Kennziffer ebenfalls bei länderübergreifenden Vergleichen. So wiesen zum Beispiel zahlreiche deutsche Unternehmen in der Nachkriegszeit eine sehr schwache Ausstattung mit Eigenkapital auf. Analysen mit Hilfe der Gesamtkapitalrendite lieferten in dieser Situation Informationen über die Gewinnsituation im Verhältnis zu Unternehmen in anderen Ländern.

Der Einfluss des Leverage-Effekts

Bei der Ermittlung der Gesamtkapitalrendite kommt es zu einer Neutralisierung des Leverage-Effekts. Diese Hebelwirkung führt bei anderen Rentabilitätsvergleichen zu einer Verzerrung des Ergebnisses und damit zu einer Beeinträchtigung des Aussagewertes.

Im Bereich der Kapitalstruktur bezeichnet der Leverage-Effekt die Wirkung einer Erhöhung des Anteils der Fremdfinanzierung: Liegt die Höhe deren Verzinsung unter der Eigenkapitalrendite, wird das Unternehmen durch eine größere Finanzierung (scheinbar) profitabler.

Der Leverage-Effekt ist jedoch mit hohen Risiken verbunden. Bereits eine geringe Veränderung der Kreditzinsen, kann eine erhebliche Auswirkung auf die Unternehmensrendite haben. Ein hoher Verschuldungsgrad impliziert stets die Gefahr, bei einer Verschlechterung der Liquidität fällige Zins- und Tilgungsleistungen nicht erbringen zu können.

Wichtige Aspekte der Gesamtkapitalrentabilität

Der Leverage-Effekt birgt Risiken

Aussagestarke Bilanzanalysen basieren stets auf der Untersuchung mehrerer Kennziffern. Da die Gesamtkapitalrendite ebenso wie die Eigenkapitalrendite sowie die Umsatzrentabilität um Prozentzahlen handelt, ist eine Ergänzung durch absolute Zahlen erforderlich. Nur auf diese Weise lässt sich ein umfassender und zutreffender Eindruck von der Gesamtsituation des Unternehmens gewinnen.

Für diesen Zweck eignen sich die Umsatzzahlen der letzten Jahre, aus denen sich das Wachstumsrate ermitteln lässt. Das Gleiche trifft auf die Jahresüberschüsse zu. Die Anteilseigner des Unternehmens streben eine Zunahme beider Werte an, um sich nachhaltig steigende Gewinne durch expandieren Geschäftstätigkeit zu sichern.

Grundsätzlich bildet die Bilanz eines Unternehmens stets die Vergangenheit ab. Dementsprechend zeigt auch die Gesamtkapitalrendite lediglich, wie sich die Profitabilität eines Unternehmens in abgelaufenen Wirtschaftsjahren darstellt. Insbesondere in einem sich stark verändernden wirtschaftlichen Umfeld lassen sich daraus nicht ohne weiteres Aussagen über die künftige Gewinn- beziehungsweise Verlustsituation ableiten. Aus diesem Grund ergänzen Prognoserechnungen idealerweise die vergangenheitsbezogene Bilanzanalyse.

ROI (Return on Invest)

Jede unternehmerische Tätigkeit richtet sich auf Gewinnerzielung aus. Sie setzt dafür Kapital ein, das entweder aus eigenen (unternehmerischen) Quellen stammt oder von einem fremden Investor. In beiden Fällen spielt eine der wichtigsten Kennziffern in der Betriebswirtschaft eine entscheidende Rolle: Der ROI (Return on Investment).

Die wortwörtliche Übersetzung ist: „Rückkehr der Investition„. In ihr steckt schon die Antwort auf die Frage: Was genau ist ein ROI? Es ist jener Punkt, an dem der erwirtschaftete Gewinn genau die Investitionskosten decktBWLer sagen: Ab diesem Punkt amortisieren sich die Investitionskosten, sie fließen von jetzt an als Gewinn zurück.

Die Frage, in welchem Zeitraum sich eingesetztes Kapital rentiert, also Gewinne erzielt, ist eine entscheidende im Wirtschaftsleben. Sie unterliegt verschiedenen Betrachtungsweisen, die vor allem davon abhängen, wer bzw. welche Unternehmensabteilung die Investition tätigt. Daraus ergeben sich unterschiedliche zeitliche Erwartungshaltungen.

Berechnung des ROI

ROI

Die Berechnung des ROI ist im Grunde einfach

Teilen Sie den Gewinn eines Unternehmens durch den Nettoumsatz (also exklusive Umsatzsteuer) erhalten Sie die sogenannte Umsatzrendite. Die multiplizieren Sie nun mit dem sogenannten Kapitalumschlag, das heißt Nettoumsatz geteilt durch Gesamtkapital.

Der Kapitalumschlag zeigt, wie oft das Gesamtkapital auf den Umsatz umgeschlagen wird. Beispiel: Kapitalumschlag 2 bedeutet, dass ein Unternehmen für jeden Euro, den es als Kapital einsetzt/ investiert, einen Umsatz von 2 Euro erwirtschaftet.

Umsatzrendite x Kapitalumschlag ergibt eine Kennziffer, die in Prozent beschreibt, wie effizient eine Investition hinsichtlich des Gewinns ist. Jedes Return on Investment berechnet also die prozentuale Relation zwischen Investition und Gewinn.

Ein Beispiel für einen ROI

Stellen Sie sich einen Bäcker vor einer Neuinvestition vor. Er hat das Ziel seinen Absatz zu vergrößern und plant, einen neuen Backofen zu kaufen. Er kann damit 100 Brötchen mehr backen und verkaufen als bisher. Pro Brötchen erzielt er einen Verkaufsgewinn von 8 Cent.

Vorausgesetzt er verkauft alle zusätzlichen 100 Brötchen sind das 8 Euro täglich. Auf 25 geöffnete Tage im Monat umgerechnet erzielt er somit 200 Euro pro Monat oder 2400 Euro pro Jahr. Der neue Ofen kostet genau 2400, die Investition würde also nach einem Jahr „zurückkehren„.

Ein weiteres Beispiel zur Verständlichkeit

Ein Anbau lohnt sich erst nach einigen Monaten bis Jahren

Ein Restaurantbesitzer will mit einem Anbau sein Restaurant erweitern. Der bietet 20 Gästen Platz, die im Durchschnitt für 25 Euro pro Person bestellen. Nach Abzug der Kosten (zum Beispiel Personal und Zutaten) bleiben dem Restaurantbesitzer 10 Euro Gewinn pro Person.

Bei 20 zusätzlichen Gästen pro Tag bringt ihm das täglich einen Gewinn von 200 Euro, aufs Jahr umgerechnet 70.000 Euro (bei 350 geöffneten Tagen im Jahr und vollem Besuch). Der Anbau kostet 105.000, hätte sich also in 18 Monaten amortisiert. Ab hier beginnt die Gewinnzone.

Unternehmerische Bedeutung des ROI

Er hat trotz seiner rein kostenorientierten Betrachtungsweise enorme Bedeutung in der Geschäftswelt. Das Verhältnis zwischen Gewinn und Investition ist für jede unternehmerische Tätigkeit ganz zentral. Als alleinige betriebswirtschaftliche Kennziffer ist ein ROI allerdings zu wenig aussagekräftig, da er nur die Investitionskosten betrachtet.

Die Abteilung, in der eine Investition erfolgt, entscheidet über seine Bedeutung. Die Marketing-Entscheider rechnen bei ihren werblichen Kampagnen gerne mit dem ROI. Sie wollen schnellen Rückfluss einer Investition durch frühe Erfolgszahlen. Die Personaler denken langfristig und übersetzen eine Neueinstellung nicht sofort in Kennzahlen.

Zu beachten ist auch das jeweilige InvestitionsumfeldIT-Fachleute eines Unternehmens setzen andere Maßstäbe für die Amortisation als Fachkräfte in der Weiterbildung. Die Nutzungsdauer neuer IT-Produkte ist kurzfristiger eingeplant als längerfristig orientierte Investitionen in die Fortbildung.

Der ROI in der Unternehmensrealität

Entscheidend für eine erfolgreiche Unternehmensplanung ist immer die Rentabilität eines Unternehmens. Sie ist der Oberbegriff für mehrere betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die der Bewertung des wirtschaftlichen Gesamterfolgs eines Unternehmens dienen.

Der ROI ist ein wesentlicher Faktor dieser Rentabilität (aber nicht der alleinige). Er wird in einer Prozentzahl ausgedrückt, die das Verhältnis von investierten Kapital und Gewinn ausdrückt. Je höher sie ist, desto rentabler wirtschaftet das Unternehmen, ein negativer Wert bedeutet Verlustgeschäft.

Spezielle Bedeutung für das Controlling

Der ROI ist wichtig für die Erfolgsanalyse

Im strategischen Controlling geht es um übergreifende Funktionen im Bereich der Unternehmenssteuerung bzwUnternehmensplanung mit Kontroll– und Koordinationsaufgaben. Das operative Controlling steuert die Rentabilität, Finanzplanung und Budgetverwaltung. Es richtet sich am ROI einer Investition aus.

Der ist also ein wichtiges Kriterium zur Erfolgsanalyse und Erfolgsmessung jeder Kapitalanlage. Er bewertet wie gerade genannt die Rentabilität von dem jeweils investierten Kapital. Hier ist auch ein Begriff gebräuchlich, den Sie vielleicht kennen: Die Kapitalrendite.

Probleme beim ROI

In der Geschäftswelt geht es oft kompliziert zu. Hier bestehen noch viele komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge, die Investitionsentscheidungen beeinflussen. Zum Beispiel andere Kalkulationskosten oder unklare Verwaltungskosten. Hier gibt es noch andere Kennzahlen, die zu beachten sind.

Der ROI hat rein statischen Charakter und beleuchtet nur einen Teil des betrieblichen Geschehens. Er lässt die gesamte Liquiditätsentwicklung des Unternehmens außer Acht und konzentriert sich einseitig auf eine Investition. Er hat deshalb keine alleinige Aussagekraft für den gesamten Geschäftserfolg.

DuPont-Kennzahlensystem

Eines der bekanntesten und ältesten Kennzahlensysteme auf ROI-Basis entwickelte ein US-Unternehmen 1919. Im rein an monetären Größen orientierten System des amerikanischen Chemie-Konzerns DuPont de Nemours and Co. steht der ROI im Mittelpunkt.

Die Unternehmenspolitik ist hier nicht auf gesamte Gewinnmaximierung ausgelegt, sondern auf Maximierung des Ergebnisses pro eingesetzter Kapitaleinheit. Sprich: Jede Investition soll so früh wie möglich in die Gewinnzone kommen. Die Ertragsrate des eingesetzten Kapitals, also der ROI, soll so hoch wie möglich sein.

Heutige Entscheidungsgrundlagen bei Investitionen

IT-Produkte haben eine kurze Nutzungsdauer

Die erweiterte Auffassung eines modernen Return on Investment geht nicht vom Gesamtkapital aus wie letztlich noch DuPont. Sie betrachtet die Einzelinvestitionen, die im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit erfolgen. Das Kapital dieser einzelnen Investitionen steht im Vordergrund der Analysen, nicht das Gesamtkapital.

Hier ergeben sich unterschiedliche Kalkulationen aus einer vollkommen unterschiedlichen Nutzungsdauer. Einzelinvestitionen in neue Software zum Beispiel in der Informations- und Kommunikationsbranche beachten idealerweise die relativ geringe Nutzungsdauer. Hier ist häufig veraltet, was älter als 3-4 Jahre ist. Sie kennen das vielleicht aus eigener Erfahrung.

Der Planungshorizont dieser Einzelinvestition ist eher kurzfristig und demzufolge sind hier nur Investitionen sinnvoll, die sich unter 3 Jahren amortisieren. Für Unternehmensbereiche wie zum Beispiel einen neuen Maschinenpark ergeben sich deutlich längere Zeithorizonte.

Fazit und Interpretation

Ein ROI ist immer nur so aussagekräftig, wie die bilanziellen Werte, aus denen er entsteht. Ein Wert von 17,5% bedeutet, dass die Investition in einen bestimmten Bereich für das Unternehmen lohnenswert ist. Das eingesetzte Kapital erwirtschaftet hier eine Rentabilität von 17,5%.

Das ist sicherlich eine wichtige betriebswirtschaftliche Kenngröße, die das Unternehmen erfreut. Sie bewertet aber nur direkte Kosten, mögliche indirekte wie zum Beispiel neu entstehende Personalkosten in der Verwaltung blendet sie normalerweise aus. Die rein finanzielle Kostensicht auf ein Unternehmen lässt zudem andere wichtige Aspekte wie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit oder das öffentliche Markenimage außer Acht.

Für den Gesamterfolg eines Unternehmens ist diese rentabilitätsorientierte Sichtweise deshalb nicht alleine entscheidend. Es ist für Unternehmen wichtig, das zu beachten.

Die Eigenkapitalrentabilität – Bedeutung, Berechnung und Anwendung

Die Eigenkapitalrentabilität, häufig auch in der englischen Entsprechung return on equity genannt, dokumentiert die Verzinsung des Eigenkapitals. Die Angabe erfolgt in Prozent. Sie bezieht sich üblicherweise auf den Zeitraum von einem Geschäftsjahr, also der Periode zwischen zwei Abschlüssen. Für die genaue Berechnung werden der in der Zeit erzielte Überschuss und das zur Verfügung stehende Eigenkapital herangezogen.

Der Wert besitzt deshalb eine derart große Bedeutung, weil er zusammen mit anderen Kennzahlen wie dem Cashflow Prognosen über die zukünftige Unternehmensentwicklung erlaubt. Eine niedrige Eigenkapitalrentabilität kann auf überbewertete Aktiva oder zu viel gebundenes Kapital hindeuten. Eine zu hohe Prozentzahl wiederum weist oftmals darauf hin, dass aktuell eine Ausnahmesituation vorliegt. Diese kann beispielsweise durch einmalig aufgetretene und nicht wiederholbare Gewinne verursacht sein.

Damit ein Unternehmen sein Eigenkapital vergrößern kann, werden in aller Regel Investoren benötigt. Diese erwarten für das eingesetzte Geld eine Rendite, die sich an den Chancen und Risiken des jeweiligen Geschäftsbereichs orientiert. Somit entstehen Kosten, die sogenannten Eigenkapitalkosten. Derartige Finanzierungsgebühren sind vergleichbar mit den finanziellen Aufwendungen für einen Kredit. Die Rendite für die Geldgeber sollte dabei mindestens so hoch sein wie der durchschnittliche Zinssatz am Markt. Ansonsten ist kein Anreiz für eine Investition gesetzt.

Berechnung der Eigenkapitalrentabilität

Eigenkapitalrentabilität

Die Eigenkapitalrentabilität lässt sich berechnen

Grundsätzlich wird die Eigenkapitalrentabilität berechnet aus dem Quotienten des Gewinns und der Höhe des Eigenkapitals im selben Zeitraum. Der Gewinn findet sich im Normalfall in der Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens. Dabei ist der Jahresüberschuss nach Steuern der entscheidende Wert.

Bei Einzelunternehmen muss vor der Berechnung noch der kalkulatorische Unternehmerlohn abgezogen werden. Hintergrund dessen ist die Tatsache, dass Einzelunternehmer vom Gewinn ihres Geschäftes leben. Ohne diese Maßnahme würde die Eigenkapitalrentabilität deutlich zu hoch ausfallen, wobei auch bei Personengesellschaften wie einer OHG oder KG analog vorgegangen werden sollte.

Das Eigenkapital lässt sich der Bilanz entnehmen. Nicht genau festgelegt ist hierbei, ob der das Geschäftsjahr abschließende Wert oder der Stand zu Beginn herangezogen werden soll. Ein hohes Maß an Aussagekraft birgt sicherlich eine dritte und deutlich aufwendigere Herangehensweise. Der Durchschnittswert des Eigenkapitals über das gesamte Geschäftsjahr dürfte die realistisches Angabe sein.

Beispiele für die Berechnung

Liegt das Eigenkapital zu Jahresbeginn bei 1.000.000 Euro und es wurde ein Gewinn von 80.000 Euro erzielt, ergibt sich nach der Formel Gewinn durch Eigenkapital eine Eigenkapitalrentabilität von 8 Prozent. Veranschlagt man dagegen das Eigenkapital zum Abschluss des Geschäftsjahres und berücksichtigt dabei, dass der Gewinn das Eigenkapital hat ansteigen lassen, kommen als Ergebnis lediglich 7,4 Prozent heraus.

Drei Wege führen zur EKR

Der dritte Weg, der ein über das Jahr durchschnittlich ansteigendes Eigenkapitals annimmt, das bei regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben bei 1.040.000 Euro liegen würde, führt zu der Lösung 7,7 Prozent. Der letzte Wert, der lediglich wegen der Rundungsfehler exakt in der Mitte liegt, erscheint als der realistischste von den dreien. Natürlich wurden in der kurzen Ausführung Steuern und weitere Faktoren zur besseren Veranschaulichung weggelassen.

Schwieriger wird die Situation, wenn von der oben erwähnten Million nur die Hälfte Eigenkapital war. Bei dem anderen Teil handele es sich um Fremdkapital, das zu 5 Prozent zu verzinsen ist. Damit sinkt der Gewinn aus dem Beispiel zwar auf 55.000 Euro im Jahr. Allerdings bezieht er sich ebenfalls auf ein deutlich niedrigeres Eigenkapital von 500.000 Euro. Die Eigenkapitalrentabilität steigt deshalb auf 11 Prozent, weil mit fremder Geld sozusagen zusätzliche Gewinne erwirtschaftet wurden. Je höher der Grad der Verschuldung in dem Beispiel ausfällt, umso höher steigt die EKR.

Dieser Hebeleffekt verdeutlicht, wie sich Investitionen in ein Unternehmen sowohl für den Geldgeber als auch den denjenigen, der die Gewinne erwirtschaftet, lohnen können. Es zeigt aber gleichzeitig, wie weit Renditen auseinander liegen können und wie schnell sich dieses Vorgehen ins Negative umkehren kann. Sobald Gewinne hinter den Erwartungen zurückbleiben und die Kosten für das Kapital über der Gesamtrentabilität liegen, sinkt die Eigenkapitalrentabilität sprunghaft und kann sogar unter Null fallen.

Der Leverage-Effekt

Der Leverage-Effekt: kleine Änderung – großer Einfluss

Hat eine nur geringfügige Änderung einen großen Einfluss auf das abschließende Ergebnis, spricht man vom Leverage-Effekt oder einer Hebelwirkung. Bei der Eigenkapitalrentabilität kommt er zum Tragen, wenn fremdes Kapital und damit Verschuldung im Spiel ist. Solang die Kosten für Fremdkapital niedriger sind als die erwartbare Rendite, lohnt es sich, den Verschuldungsgrad zu steigern. Die eigenen Gewinne erhöhen sich trotz vergleichsweise niedrigem Einsatz eigenen Geldes spürbar.

Gleichzeitig steigt mit wachsender Verschuldung auch das Risiko für alle Beteiligten. Sinkt die Gewinnerwartung oder liegt der Zeitpunkt der Rückforderung des Fremdkapitals vor dem Auslaufen eines Investments, können sich schnell Probleme für das gesamte Geschäftsmodell ergeben. Die Hebelwirkung setzt ein und eine eigentlich hohe Eigenkapitalrentabilität führt zum Gegenteil des erwarteten Szenarios, obwohl nur geringfügige Änderungen der Gesamtsituation eingetreten sind.

Einen zusätzlichen Anreiz zur Verschuldung und damit zur Vergrößerung des Leverage-Effektes setzt das Steuersystem. Da die Kosten für Fremdkapital den Gewinn reduzieren, lohnt die Verschuldung noch mehr. Zinsen sind ein Aufwand, der vom zu versteuernden Gewinn abgezogen wird. Dieser scheinbare Vorteil niedrigerer Steuern birgt ein hohes Risikopotential.

Die Gesamtkapitalrentabilität

Der Blick auf die insgesamt erzielte Rendite durch einen Kapitaleinsatz wird als Gesamtkapitalrentabilität bezeichnet. Mit dieser lassen sich die Risiken und Nachteile umgehen, die mit der Eigenkapitalrentabilität verknüpft sind. Hierbei werden zu den Gewinnen sämtliche Kosten für Fremdkapital hinzugezogen und ebenso durch die Gesamtsumme des eingesetzten Kapitals geteilt. Das Ergebnis umgeht den Leverage-Effekt und gewährt einen allgemeineren Überblick über Gewinn und Verlust einer Unternehmung.

Weitere Probleme bei der Ermittlung der Eigenkapitalrentabilität

Jahresabschlüsse müssen vergleichbar sein

Einzelne Werte des Jahresabschlusses eines Unternehmens werden miteinander in Verbindung gesetzt. Deshalb müssen für eine Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Unternehmen auch die Jahresabschlüsse vergleichbar sein. Arbeiten diese jedoch nach unterschiedlichen Prinzipien, weil die Rechnungslegung nicht den gleichen Standards folgt, können sich abweichende Gewinne oder Eigenkapitalwerte ergeben. Trotz theoretisch gleicher Wert würden die Werte für die Eigenkapitalrentabilität voneinander abweichen.

Ähnliches passiert bei der Verwendung einer anderen Nutzungsdauer für eine Anschaffung oder variierenden Abschreibungsmethoden. Besonders bei Abschreibungen existieren zahlreiche Modelle, die zwischen einfacher Berechenbarkeit und einer realitätsnahe Angabe schwanken. Weil sie Einfluss auf den Unternehmensgewinn haben, ist für eine echte Vergleichbarkeit ein intensiver Blick in die Bilanzen notwendig.

Anwendung in der Praxis

Als Kennzahl hilft die Eigenkapitalrentabilität, das eigene Wirtschaften einzuschätzen oder unterschiedliche Wettbewerber miteinander vergleichen zu können. Verschiedene Branchen weisen dabei teils deutlich voneinander abweichende Werte auf. Ist ein hoher Personalaufwand nötig und der Anteil des Eigenkapital groß, dann wird die Eigenkapitalrentabilität entsprechend gering ausfallen. Kaum anfallende Fixkosten, viel Fremdkapital und eine hohe Gewinnmargen steigern die EKR, sind aber in den meisten Fällen ein Hinweis auf größere Risiken.

Ansonsten ist eine hohe Eigenkapitalrentabilität zumeist nur bei marktbeherrschenden Unternehmen oder Monopolisten anzutreffen, die aufgrund ihrer Stellung Gewinnmargen ohne Wettbewerbsdruck festlegen können. Eine geringe EKR muss im Allgemeinen nicht als schlechtes Zeichen bewertet werden. Abhängig von der Branche kann es sich durchaus um einen Normalzustand handeln. Ein langfristiger Blick auf die Zuverlässigkeit und Stabilität der Eigenkapitalrentabilität verrät hierbei viel über die weitere Entwicklung des Unternehmens und die zukünftige Entwicklung von erwartbaren Renditen.

Umsatzrendite

Stuttgarter Verfahren

Das Stuttgarter Verfahren wurde ursprünglich zur Bewertung von Immobilien eingesetzt. Auf Grund der einfachen Berechnungsmethode fand es bis 2009 außerdem Anwendung bei der Bewertung von nicht börsennotierten Anteilen an Kapitalgesellschaften. Die Methode errechnete den gemeinen Wert von Unternehmen als Bemessungsgrundlage der Erbschaft- bzwSchenkungsteuer. Heute findet man das Stuttgarter Verfahren noch als Abfindungsregelung in GmbH-Gesellschaftsverträgen, die vor 2009 gegründet wurden.

Beim Stuttgarter Verfahren handelte es sich um ein Übergewinnabgeltungsverfahren. Man ging davon aus, dass der Wert eines Unternehmens grundsätzlich seiner Vermögenssubstanz entspricht. Für überdurchschnittliche Gewinne wurde ein Zuschlag ermittelt, der sich aus den vermuteten ausschüttungsfähigen Gewinnen der nächsten fünf Jahre ergab.

Das Verfahren stammt aus den 50er Jahren. Die Stuttgarter Finanzverwaltung entwickelte es, um das damals stark kritisierte Berliner Verfahren abzulösen. Das Erbschaftsteuerreformgesetz vom 1. Januar 2009 schaffte das Stuttgarter Verfahren offiziell wieder ab. Heute verwendet man zukunftsorientierte Bewertungsmethoden, wie das Discounted-Cashflow-Verfahren, das Ertragswertverfahren oder das Substanzwertverfahren.

Stuttgarter Verfahren

Das Stuttgarter Verfahren diente zur Wertermittlung von Immobilien

Sonderregelungen

Es gab zahlreiche Sonderregelungen, die unter anderem für neu gegründete Gesellschaften, Holdinggesellschaften und gemeinnützige Gesellschaften galten. Besondere Umstände, wie Sonderabschreibungen sowie Verlustrückträge und –vorträge, konnten durch Zu- oder Abschläge berücksichtigt werden.

Kritik am Stuttgarter Verfahren

Das Stuttgarter Verfahren war ein sehr pauschaler Bewertungsansatz, der individuelle Besonderheiten von Unternehmen nicht berücksichtigte. Damit verstößt es gegen das Leistungsfähigkeitsprinzip. Da es laut eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts nicht mit dem Grundgesetz vereinbar war, schaffte man es 2009 schließlich ab.

Als Methode zur Unternehmensbewertung eignete sich das Stuttgarter Verfahren ohnehin nicht, da es auf realitätsfernen Ausgangsparametern beruhte. Es kam lediglich fiskalischen Zwecken zu Nutze. Das Verfahren der Übergewinnabgeltung gilt als überholt und die Verwendung der Vermögenswerte aus der Bilanz als unrealistisch. Damit entsprach es nicht dem Standard IDW S1 nach den Grundsätzen zur Durchführung von Unternehmensbewertungen des Instituts für Wirtschaftsprüfer.

Berechnungsmethode

Im ersten Schritt ermittelt man den Vermögenswert. Dieser ergibt sich aus der Differenz von Vermögen und Schulden, ins Verhältnis gesetzt mit dem Nennkapital. Daraus erhält man die folgende Formel: Vermögenswert = (Vermögen – Schulden) * 100 / Nennkapital. Es kann sich auch ein negativer Vermögenswert ergeben, wenn die Schulden höher sind als das Vermögen.

Die Berechnung des Unternehmens durch das Stuttgarter Verfahren

Der zweite Schritt dient der Ermittlung des Ertragshundertsatzes. Hierbei bestimmt man den gewogenen Durchschnitt der Eigenkapitalverzinsung der letzten drei Geschäftsjahre und setzt diesen wiederum ins Verhältnis zum Nennkapital. Das erste Jahr fließt dabei einfach, das zweite doppelt und das dritte dreifach in die Berechnung ein. Man erhält folgende Formel: Ertragshundertsatz = (1 * Geschäftsjahr 1 + 2 * Geschäftsjahr 2 + 3 * Geschäftsjahr 3) * 100 / 6 * Nennkapital. Ergibt sich ein negativer Wert, nimmt man zur weiteren Berechnung einen Ertragshundertsatz von 0 an.

Der dritte und letzte Schritt errechnet den gemeinen Wert eines Anteils an einer Kapitalgesellschaft. Diesen Wert müsste ein Käufer beim Erwerb aufwenden. Neben dem Vermögenswert werden die Ertragsaussichten der kommenden Jahre im Vergleich zu anderen Kapitalanlagen berücksichtigt. Nach aktuell gültiger Fassung der Erbschaftsteuer-Richtlinien ist dies ein Grenzzinsatz von 9 % berechnet auf fünf Jahre. Daraus ergibt sich die folgende Formel: Gemeiner Wert = Vermögenswert + 5 * (Ertragshundertsatz – 9 * Gemeiner Wert / 100).

Durch Auflösung und Rundung ergibt sich schließlich die nachfolgende Formel zur Berechnung des gemeinen Wertes nach Stuttgarter Verfahren: Gemeiner Wert = 0,68 * (Vermögenswert + 5 * Ertragshundertsatz). In Relation zum Nennkapital gesetzt erhält man damit den Wert aller Anteile einer Kapitalgesellschaft.

Rechenbeispiel

Folgende Werte werden für ein Unternehmen angenommen:
Betriebsvermögen: 1.000.000 EUR
Nennkapital: 750.000 EUR
Gewinn im letzten Geschäftsjahr: 30.000 EUR
Gewinn im vorletzen Geschäftsjahr: 25.000 EUR
Gewinn vor drei Geschäftsjahren: 20.000 EUR

Durch Einsetzen der Werte in die oben hergeleiteten Formeln erhält man:
Vermögenswert = (Vermögen – Schulden) * 100 / Nennkapital
Vermögenswert = 1.000.000 * 100 / 750.000
Vermögenswert = 133,33

Ertragshundertsatz = (1 * Geschäftsjahr 1 + 2 * Geschäftsjahr 2 + 3 * Geschäftsjahr 3) * 100 / 6 * Nennkapital
Ertragshundertsatz = (1 * 20.000 + 2 * 25.000 + 3 * 30.000) * 100 / 6 * 750.000
Ertragshundertsatz = 4,11

Gemeiner Wert = 0,68 * (Vermögenswert + 5 * Ertragshundertsatz)
Gemeiner Wert = 0,68 * (133,33 + 5 * 4,11)
Gemeiner Wert = 104,64

Der Wert aller Anteile der Kapitalgesellschaft nach Stuttgarter Verfahren beträgt somit 750.000 EUR * 104,64% = 784.800 EUR

Was ist das Ertragswertverfahren?

Das Ertragswertverfahren verwendet man zur Wertermittlung von Immobilien. Der Ertragswert ist die Summe der Mieteinnahmen und des Bodenwerts vom Grundstück. Die Nutzung des Ertragswertverfahrens wird zur Ermittlung des Werts von gewerblich genutzten Immobilien oder Mietobjekten verwendet. Vor allem beim Verkauf einer rentablen Immobilie ist es erforderlich den voraussichtlichen Barwert zu kennen. Das Verfahren kann eine Vorschau über die zu erwartenden Erträge ermöglichen. Es gibt zwei Verfahren, mit denen die Rechenaufgabe des Ertragswertverfahrens gelöst werden kann. Informieren Sie sich hier über diese Verfahren und den Einsatz vom hochsicheren Datenraum für beispielweise Immobilienverkäufe.

Wie werden das vereinfachte und das vollständige Ertragswertverfahren durchgeführt?

Ertragswertverfahren ImmobilienVerwendet man das vereinfachte Ertragswertverfahren, bleiben Bodenwert und die daraus resultierenden Verzinsungen ohne Berücksichtigung. Dann kommt es ausschließlich auf die baulichen Anlagen an. Anders als beim vereinfachten Ertragswertverfahren berücksichtigt das vollständige Ertragswertverfahren den Wert des Grundstücks. Dazu ist jedoch ein Vergleichswertverfahren erforderlich, wodurch man den Bodenwert ermittelt.

Danach berechnet man den Mietwert, der sich in erster Linie aus der Lage, der Objektgröße und der Ausstattung der Immobilie ergibt. Den so errechneten Rohertrag reduziert man dann um die Bewirtschaftungskosten.

Darüber hinaus muss in den anschließenden Berechnungen der Liegenschaftszins einbezogen werden. Da die Bodenbewertung und der Erlös stets voneinander unabhängig zu sehen sind, muss man deren Verzinsung, die sich aus dem Bodenwert und der Multiplikation des Liegenschaftzinses ergibt, vom Ertrag abziehen. Der Ertragswert ergibt sich aus diesen zwei Werten, die sich aus dem Wert des Gebäudes und dem Bodenwert ergeben.

Weitere Details zum Ertragswertverfahren

Der Ermittlung liegen meist Betriebsbilanzen der letzten zwei bis drei Jahre, des aktuellen Geschäftsjahres und Prognosebilanzen der zwei zukünftigen Jahre zugrunde. Auf diese Weise entsteht ein guter Überblick über vergangene, aktuelle und zukünftige Situationen. Dabei werden die Gewinne brutto berechnet, um ein objektives Ergebnis zu erhalten. Danach führt man weitere vorgegebene Schritte durch, um die Berechnung zu spezifizieren.

Vergangene Betriebsbilanzen werden mit einmaligen Aufwendungen erweitert, zum Beispiel Abfindungszahlungen. Außergewöhnliche Erträge werden ebenfalls abgezogen, weil sie die Bilanz verfälschen. Nun wird ein Durchschnitt der auf diese Weise erweiterten und der kommenden Bilanzen ermittelt. Daraus resultiert ein Wert, der den zukünftig zu erwartenden Gewinn darstellt. Der in der Zukunft zu erwartende Gewinn, also der Prognosegewinnwert, multipliziert man mit dem Kapitalisierungs-Zinssatz. Dabei handelt es sich um eine theoretische Verzinsung, die Kapitalgeber mit vergleichbaren Kapitalanlagen erwarten. Man muss eine Mindestverzinsung erwirtschaften, damit man das Unternehmen halten kann.

Diese Zinssätze bestehen aus dem Basiszinssatz und dem Risikoaufschlag, der sich auf der Basis des unternehmerischen Risikoaufschlags zusammensetzt. In diesem Zusammenhang sollte man mehrere Kapitalisierung-Zinsfaktoren verwenden. Abschließend ist es wichtig, ob man einen Zinssatz von drei oder sechs Prozent ausgewählt, denn der daraus resultierende Barwert kann sich zum Schluss deutlich erhöhen und so zur Fehlberechnung führen. Daher ist es empfehlenswert, parallel mehrere Optionen zu prüfen, um herauszufinden, welche Kapitalanlage sich am meisten lohnt. So wird aber auch ermittelt, welche Faktoren die Finanzierung gefährden und wie hoch das Risiko äußerer Einflüsse ist. Der finale Unternehmenswert ist das Ziel der Bewertung. Er entsteht durch Teilung der Durchschnittssumme der Erträge durch den fixen Kapitalisierungszins.

Lese-Tipp: Nicht nur bei Immobilien möchten Eigentümer immer wieder wissen, welchen Wert Ihre Immobilie hat. Das gleiche gilt auch für Firmen – nicht zuletzt für Immobilien-Holding. In unserem Blog-Beitrag dazu erklären wir, was genau eine Unternehmensbewertung ist.

Wie aussagekräftig ist das Ertragswertverfahren?

Die Aussagekraft des Verfahrens hängt von der Qualität der Reinertragsprognose und von der Bestimmung des Kalkulationszinssatzes ab. Für den Unternehmenswert ist ausschließlich der Ertragswert des Unternehmens wichtig. Die Berücksichtigung des Substanzwertes wird von den Ertragswertverfahren-Vertretern grundsätzlich abgelehnt. Es ist allerdings teilweise aus sachbezogenen Gründen zugelassen, denn so kann man das Konkurrenzrisiko abschätzen. Das Ertragswertverfahren wird bei Ein- und Zweifamilienhäusern, bei Mietwohn- und Geschäftsgrundstücken sowie gemischt genutzten Grundstücken angewendet. Die Bewertung des Grundstücks richtet sich nach der Jahresrohmiete und dem Gesamtentgelt für die Nutzung inklusive bestimmter Umlagen.

Lesen Sie dazu auch: Was ist der Substanzwert?

Im Grundstückswert sind die Werte der Gebäude, des Bodens und der Außenanlagen enthalten. Man ermittelt dies durch die Anwendung eines Multiplikators auf die jährliche Rohmiete. Die Multiplikatoren berücksichtigen die Bauausführung, Bauart, Grundstücksart, Baujahr und die Gemeindegröße. Der Grundstückswert kann sich aus bestimmten Gründen erhöhen oder ermäßigen.

Das Ertragswertverfahren gehört im Hinblick auf die Unternehmensbewertung zum Gesamtbewertungsverfahren. Wird es angewendet, wird der zu erwartende Unternehmensertrag ermittelt. In der Regel erfolgt eine zweigeteilte Prognose des Unternehmensertrags, nämlich nach der Schätzgenauigkeit eines Detailprognosezeitraums und dem Zeitraum auf der Basis des Planungshorizonts. Der Barwert der prognostizierten Liquidationserlöse des Vermögens, das nicht für den Betrieb erforderlich ist, kann man bei der Nutzung des Ertragswertverfahrens auf unterschiedliche Art definieren. Er sollte aber generell den prognostizierten Nutzen, den der Unternehmer erwarten kann, wiedergeben.

Betriebswirtschaftliche Auswertung Abschluss

Die Betriebswirtschaftliche Auswertung und ihre Bedeutung im Unternehmen

Generell lassen sich aus der BWA alle wichtigen Informationen entnehmen, die für ein Unternehmen im Hinblick auf die Kosten- und Erlössituation wichtig sind. Damit spiegelt die Betriebswirtschaftliche Auswertung grundsätzlich die gesamte finanzielle Lage auf einen Blick wider.

In der Regel bezieht sich die Betriebswirtschaftliche Auswertung auf die laufenden Daten, die aus der Finanzbuchhaltung übermittelt werden. Innerhalb eines laufenden Wirtschaftsjahres kann so ein Unternehmer genauen Aufschluss über die eigene Kosten- und Erlössituation gewinnen und damit die Ertragslage aktuell einschätzen.

Die BWA arbeitet anders als die Bilanz. Während die Bilanz die Auswertungen zeitverzögert nach einigen Monaten liefert, bietet die Betriebswirtschaftliche Auswertung aktuelle Zahlen zur wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens.

Wie entstand die BWA?

Erstmals wurde die Betriebswirtschaftliche Auswertung in den 1960er Jahren durch DATEV Deutschland als DATEV-Standard-BWA veröffentlicht. Sie sollte als Entscheidungsgrundlage für kleine und mittelständische Unternehmen dienen. Kreditinstitute nutzten diese Betriebswirtschaftliche Auswertung als Basisinformation, um die Beurteilungen von Krediten innerhalb der Kreditwürdigkeit umzusetzen. Inzwischen ist DATEV zu einem der führenden Anbieter geworden und hat die erstmalige Standard-BWA vielfältiger geschaffen. Dazu werden auch branchenbezogene Betriebswirtschaftliche Auswertungen angeboten.

Die Bedeutung der BWA ist unbestritten

Welche wirtschaftliche Bedeutung hat die Betriebswirtschaftliche Auswertung?

Die Bedeutung der Betriebswirtschaftlichen Auswertung in der Unternehmung ist aus einzel- und betriebswirtschaftlicher Sicht sehr groß. In den steuerberatenden Branchen werden monatlich mehr als 2,5 Millionen Auswertungen dieser Art gedruckt. Die Aussagekraft für Unternehmungen, die Finanzverwaltung und auch für Banken ist sehr groß. Die Anforderungen an die Aussage- und Auswertungskraft der Betriebswirtschaftlichen Auswertung sind in den letzten Jahren stark angestiegen.

Dazu ist es wichtig, dass Betriebswirtschaftliche Auswertungen

  • eine rechtformenneutrale Gestaltung haben
  • sie mit dem Branchenvergleich, dem sogenannten DATEV-Betriebsvergleich, kompatibel sind
  • grundsätzlich größenordnungsneutrale Abbildungen liefern
  • mit den statistischen Daten und dem Rechnungswesen innerhalb des Betriebs integrierte Darstellungen gestatten
  • grundsätzlich standardisierbar sind

Weiterhin sind zusätzlich Zeitpläne und Zeitreihen sowie auch Vorjahresvergleiches und auch grafische Darstellungen wichtige Qualitätskriterien einer BWA.

In der Struktur bildet die Betriebswirtschaftliche Auswertung keine reine Kontenabfrage, sondern eine deutliche betriebswirtschaftliche Aussage.

Die Daten für die Betriebswirtschaftliche Auswertung werden der Finanzbuchhaltung im Betrieb entnommen

Die Betriebswirtschaftliche Auswertung bildet ein sehr wichtiges Instrument im Finanzhaushalt des Betriebes und basiert dabei auf Daten, die aus der laufenden Finanzbuchhaltung im Betrieb stammen. Das heißt, dass sie ein Instrument ist, das Verantwortlichen im Betrieb aktuelle Einblicke und Überblicke liefert, was die Kostensituation und die Erlössituation in einer Unternehmung angeht. Die Betriebswirtschaftliche Auswertung kann die genaue Ertragslage des laufenden Geschäftsjahres abbilden. Sie wird anders als die Bilanz nicht zeitverzögert erstellt, sondern spiegelt die aktuelle Lage im Betrieb wider.

Was muss eine aussagefähige Betriebswirtschaftliche Auswertung leisten?

Sehr wichtig innerhalb der Betriebswirtschaftlichen Auswertung ist, dass die Aufwendungen und Erlöse mit ihrer maßgeblichen Auswirkung innerhalb der Finanzbuchhaltung sowohl unterjährig als auch zeitnah eine Berücksichtigung finden. In Anlehnung an die Branche und das entsprechende Geschäftsmodell können hier verschiedene Positionen gegeben sein. Im Handwerksbetrieb und im produzierenden Gewerbe sind die Bestände an fertigen und unfertigen Arbeiten sehr wichtig. Auch bei Handelsunternehmen gehören in die monatliche Buchhaltung zudem die Warenbestandsveränderungen hinein.

Abschreibungen sind monatlich abzugrenzen. Dazu sollte mit größeren Aufwandspositionen wie beispielsweise Ertragssteuern ebenso verfahren werden. Erhaltene Boni von Lieferanten sowie Jahresbonifikationen an Kunden wirken sich in Handelsunternehmen oftmals nicht unerheblich in der Größenordnung und der Unternehmensauswirkung aus.

Darlehen müssen jeweils unterjährig und nicht erst im späteren Jahresabschluss korrekt gebucht werden. Hier geht es beispielsweise um Annuitäten, die aufzuteilen sind in den Zins- und Tilgungsanteil. Dazu müssen auch Anzahlungen und Einbehalte sowie Rechnungsabgrenzungsposten monatlich, und nicht erst zum Geschäftsjahresende Berücksichtigung finden.

Betriebswirtschaftliche Auswertung

Die einfache BWA sagt nichts über die Liquidität aus

Die BWA sagt nichts über die Liquidität aus

Was liefert die Standard Betriebs-wirtschaftliche Auswertung nicht?

Die kurzfristige Erfolgsrechnung liefert nachfolgende für die betriebswirtschaftliche Unternehmenssteuerung wichtige Informationen nicht:

  • den Liquiditätsstand und dessen Entwicklung (also Darlehen und Kontokorrente sowie die Eigenkapitalentwicklung)
  • die Prognosedaten zum Gewinn und zur Zahlungsfähigkeit
  • die Bereichsergebnisse (also Profitcenter sowie unrentable und rentable Geschäftsfelder und Renner/Penner des Handels)

Sind diese Informationen gewünscht, muss man mehr als ausschließlich die Zahlen aus der Finanzbuchhaltung prüfen. Hier sich Vorschau- und Profitcenterberichte und auch Kennzahlen, die das Finanzcontrollings mit seinen Methoden ermittelt, deutlich aussagekräftiger.

Der Profit aus der Betriebswirtschaftliche Auswertung

Viele Unternehmer bekommen monatlich eine Betriebswirtschaftliche Auswertung durch ihre Buchführung oder den Steuerberater. Allerdings legen sie die BWA dann oft ungelesen ab. Das sollte nicht geschehen, denn die Betriebswirtschaftliche Auswertung bietet eine sehr hochwertige Informationsquelle. Sie liefert wichtige Informationen über die wirtschaftliche Lage des Betriebes und dessen Leistungsfähigkeit. Mittels der BWA lässt sich ablesen, ob eine Unternehmung eine günstige finanzielle Entwicklung hat oder ob Probleme zu erwarten sind.

Innerhalb der Betriebswirtschaftlichen Auswertung werden die Auswertungen und die aktuellen Zahlen aus der Buchführung zusammengefasst, die durch den Steuerberater verarbeitet wurden. Die Form der Aufarbeitung der BWA ist frei wählbar. Üblicherweise ist es die kurzfristige Erfolgsabrechnung, die eine geläufige Form der Betriebswirtschaftlichen Auswertung nutzt.

Weitere Varianten sind die Bewegungsbilanz, die Veränderungen innerhalb des Kapitals und der Vermögen aufzeigt und auch die statische Liquidität, die wichtige Informationen zur Zahlungsfähigkeit liefert. Dazu sind auch noch weitere, sehr spezifizierte Formen der Betriebswirtschaftlichen Auswertung vorhanden. Wer die BWA richtig lesen und interpretieren kann, hat ein sehr gutes Instrument an der Hand, um in der Unternehmung Schwachstellen zu erkennen und die gesamte Leistungsfähigkeit zu bewerten. Dazu können kurzfristig Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Weshalb die einfache BWA nicht immer richtige Ergebnisse liefert

Um ein Unternehmen mit der BWA zu steuern oder um eine unterjährige Ermittlung von Ergebnissen zu erlangen, müssen man üblicherweise Korrekturen durchgeführt. Die normale und einfache Betriebswirtschaftliche Auswertung weist nur die Daten aus, die innerhalb der Buchführung erfasst sind, ohne hierbei die betrieblichen Belange einzubeziehen. Soll die Betriebswirtschaftliche Auswertung dagegen als betriebliches Steuerungsinstrument zum Einsatz gelangen, muss sie auch unterjährig wenigstens die richtigen Resultate ausweisen. Damit muss aus einer einfachen dann eine qualifizierte BWA entstehen.

Betriebswirtschaftliche Auswertung Kredit BWA

Die einfache BWA liefert nicht immer richtige Resultate

Nachfolgend einige Beispiele, die unrichtige unterjährige Ergebnisse zur Folge haben können

Bucht ein Unternehmen den Materialeinkauf beispielsweise als Verbrauch, ist das nicht ganz korrekt. Nur der tatsächliche Verbrauch darf innerhalb der Betriebswirtschaftlichen Auswertung ausgewiesen werden. Nutzt ein Unternehmen kein Warenwirtschaftssystem, kann dies durch Schätzung erfolgen oder durch die Aufarbeitung von Durchschnittswerte.

Abschreibungen dagegen müssen jeweils auf Monate verteilt, nicht aber vollständig auf das Jahresende gebucht werden, weil sie eben wirtschaftlich immer anteilig in einem Monat anfallen.

Auch Personalkosten müssen deshalb wie Abschreibungen behandelt und auf die jeweiligen Monate aufgeteilt werden, was auch für das Weihnachtsgeld, das Urlaubsgeld wie auch Boni an Mitarbeiter gilt. Dieses gilt auch für eventuelle Einmalzahlungen wie Gebühren und Beiträge oder Versicherungen.

Die Buchung von Umsätzen muss korrekt erfolgen. Dabei gilt, dass An- wie auch Teilzahlungen üblicherweise keine Umsätze darstellen, da der Kunde die Lieferung noch nicht erhalten hat. Sie müssen dann teilweise innerhalb der Verbindlichkeiten einer Bilanz ausgewiesen werden.

Möglicherweise werden Bestandsveränderungen nicht oder aber mit falschen Werten erfasst.

Korrekt sind Herstellungskosten und nicht voraussichtlich erzielte Verkaufspreise.