Transaktion – Alles was Sie über Transaktionen wissen müssen

Beim Thema „Transaktion“ muss man zwei unterschiedliche Bereiche von Transaktionen unterscheiden. Einmal die Begriff aus der Informatik und einmal die Transaktion in der Wirtschaft  . In diesem Beitrag geht es um die Transaktion zwischen zwei Vertragsparteien in der Volkswirtschaft.

Was ist eine Transaktion?

Streng genommen ist eine Transaktion zwischen zwei Parteien jede Handlung, bei der ein oder mehrere Wirtschaftsgüter ausgetauscht werden. Der Klassiker einer Transaktion ist der Verkauf von etwas Wertvollem bei dem der Verkäufer das wertvolle Gut verkauft. Dabei erhält dann der Käufer das Wirtschaftsgut und bezahlt in der Regel den Verkäufer mit dem Gegenwert in Geld.

Es werden also – nüchtern betrachtet – zwei Güter getauscht: Das Wirtschaftsgut und der Gegenwert in Geld. Vor der Transaktion war der Verkäufer des Wirtschaftsguts der Eigentümer desselben, danach ist er selbiges los und hat dafür den Gegenwert in Geld bekommen.

Bei dem hier beschriebenen Vorgang ist es prinzipiell egal, ob es sich beim Kauf um den Erwerb von Kaugummi im Supermarkt für ein paar Cent dreht oder ob man als Verbraucher Waren im Internet kauft. Genauso spricht man von Transaktionen wenn ein institutionelle Investoren für Milliarden von Euro Aktien oder eine Immobilien kaufen. In den meisten aller betrachteten Fälle sind also Transaktionen identisch mit der Durchführung eines juristischen Kaufvertrages.

Merkmale einer Transaktion

Ein Wesensmerkmal von praktisch allen Transaktionen ist es, dass die Transaktion erst dann vollständig ist, wenn alle einzelnen Schritte der Transaktion durchgeführt wurden. Dabei achten vor allem bei Transaktionen in Millionenhöhe die Vertragsparteien darauf, dass die relevanten Schritte in der richtigen Reihenfolge und in der korrekten Art und Weise verlaufen. Fast alle Transaktionen folgen dabei im Wirtschaftsleben dem Zug-um-Zug Prinzip. Dazu ein Beispiel:

Ein Beispiel für eine Transaktion – Geld abheben

Eine einfache Transaktion: Geld abheben

Eine einfache Transaktion: Geld abheben

Jeder hat schon einmal Geld am Bankautomaten abgehoben. Genau dieser Vorgang ist ein gutes Beispiel um die Vollständigkeit von Transaktionen zu erläutern. Beim Geldabheben passieren mehrere Vorgänge, nachdem sich der Bankkunde samt seiner Bankkarte und seiner PIN authentifiziert hat:

  1. Der gewünschte Auszahlungsbetrag wird vom Kunden per Tastatur an den Automaten übermittelt
  2. Die Software im Geldautomat prüft, ob der entsprechende Geldbetrag im Automaten vorhanden ist
  3. Der Nennbetrag der Abhebung plus die Gebühren werden vom Konto des Kunden abgebucht
  4. Der Geldbetrag wird dem Kunden am Automat ausbezahlt
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Man muss kein Computer-Fachmann sein um zu erkennen, dass die Schritte 3.) und 4.) logisch zwingend zusammen gehören. Das bedeutet: Ohne die Abbuchung vom Konto (Schritt 3) darf keine Auszahlung (Schritt 4) erfolgen, sonst hätte der Kunde Geld erhalten, das im nicht zusteht. Im Umkehrschluss gilt aber auch: Sofern die Auszahlung (Schritt 4) scheitert, dann muss die Abbuchung vom Konto rückgängig gemacht werden. Wenn etwa am Geldautomaten zwischen Schritt 3 und 4 der Strom ausfällt, wird die Auszahlung des Geldes nicht funktionieren. In diesem seltenen Fall, muss also der dritte Schritt rückgängig gemacht werden.

Die Schritte bei einem Immobilien-Verkauf

Im Falle des Verkaufs einer Immobilie sehen die einzelnen Schritte in der Chronologie etwas vereinfacht so aus:

– Der Kauf-Vertrag wird in Anwesenheit des Käufers sowie des Verkäufers beim Notar beurkundet

– Der Käufer überweist die vereinbarte Kaufsumme in der Regel auf ein Treuhandkonto z.B. beim Makler

– Der Makler bestätigt den Erhalt des Geldes auf dem Treuhandkonto und informiert den Verkäufer

– Der Verkäufer lässt darauf hin die Immobilie im Grundbuch umschreiben.

– Sobald der geänderte Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist, erhält der Verkäufer die Kaufsumme vom Treuhänder auf sein Konto überwiesen.

Im Falle eines Immobilienverkaufs besteht also eine Transaktion ebenfalls aus mehreren, einzelnen Schritten, die erst in ihrer Summe den Kauf bzw. Verkauf komplett  machen. Diese Vollständigkeit ist vor allem bei hochpreisigen Verkäufen ein wichtiges Wesensmerkmal von Transaktionen

Fehlt auch nur ein einzelner Schritt, so ist die Transaktion nicht vollständig. Sofern das der Fall ist, muss in aller Regel die Transaktion rückabgewickelt werden.

Typische Beispiele für die fehlende Vollständigkeit von Transaktionen, die leider auch in der Realität vorkommen, sind in unserem Immobilien-Beispiel etwa:

– Der Käufer überweist den Kaufpreis  (doch) nicht.

– Der Verkäufer veranlasst die Eigentumsübertragung im Grundbuch nicht.

Unabhängig von der Frage, warum solche Fälle überhaupt vorkommen, gilt: In den geschilderten Fällen muss dann auch der dazugehörige Vertrag rückabgewickelt oder annulliert werden.

Ablauf einer Unternehmens-Transaktion

Ein Unternehmenskauf ist ein Beispiel für komplexe Transaktionen

Ein Unternehmenskauf ist ein Beispiel für komplexe Transaktionen

An dem dinglichen Fall eines Immobilien-Verkaufs kann man vom Prinzip her auch den Eigentumsübergang eines Unternehmens, etwa den Unternehmenskauf erklären. Es beginnt in der Regel mit dem unterschriebenen Kaufvertrag zwischen dem Verkäufer und dem Käufer der Firma. In diesem sind die einzelnen Schritte der Verkaufs-Transaktion in der Regel sehr ausführlich beschrieben. z.B.:

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– Wer muss wann, welche Summen bezahlen bzw. auf ein Treuhandkonto einzahlen?

– Wann wird der Eigentumsnachweis des verkauften Übernehmens auf den Käufer überschrieben? z.B. Aktien, GmbH-Anteile etc. ?

Wann übernimmt eine neue Geschäftsführung das Management der Firma?

– Wie lange muss der alte Eigentümer einer Firma dem neuen Käufer des Unternehmens noch zur Seite stehen?

– Wie geht das Eigentum an immateriellen Werten, Boden oder Immobilien der Firma auf den Käufer über?

Wann bekommt der Verkäufer vom Treuhänder die Kaufsumme überwiesen bzw. ausbezahlt?

Beim Unternehmensverkauf hat man im Gegensatz zu Immobilien-Projekten also in der Regel noch sehr viel mehr Schritte zu beachten, ohne die eine Transaktion nicht vollständig wäre.

Wie lange dauert eine Transaktion?

Generell kann man nicht eindeutig im Voraus sagen, wie lange einzelne Transaktionen exakt dauern. Während der Kauf im Supermarkt nur wenige Augenblicke dauert, so können sich Immobilien-Verkäufe und Unternehmens-Transaktionen über Wochen und Monate hin ziehen. Vor allem bei Immobilien-Verkäufen sind sowohl Käufer als auch Verkäufer von staatlichen Stellen (Grundbuch) oder Drittparteien (Makler, Treuhänder) abhängig, auf deren Geschwindigkeit in der Abwicklung sie keinen Einfluss haben.

Beim Unternehmensverkauf, wie er während einer Due Diligence vorbereitet wird, hat der Käufer in der Regel die Absicht, die Kontrolle im erworbenen Unternehmen zu übernehmen. Derlei Transaktionen dauern in der Regel mehrere Monate.

Wie unterscheidet sich eine Wertpapier-Transaktion davon?

Wer hingegen Aktien einer börsennotierten Aktiengesellschaft erwirbt, der hat es mit einem deutlich einfacheren Kauf zu tun. Sofern die ausreichende Liquidität auf dem eigenen Konto vorhanden ist, so kann man jederzeit Aktien des betroffenen Unternehmens an der Börse erwerben. Dieser Kauf von Unternehmensanteilen geschieht jeden Tag rund um die Welt millionenfach und ist in der Regel innerhalb von wenigen Minuten erledigt.

Hinweis: In Deutschland ist ein Aktien-Käufer sowohl nach § 20 AktG als auch nach § 33 WpHG verpflichtet, ab bestimmten Schwellwerten des Stimmrechts an einer börsennotierten Aktiengesellschaft über seine Unternehmensbeteiligung aktiv zu informieren.

Fazit zum Thema Transaktionen

Transaktionen sind letztlich Verkäufe von wertvollen Gütern, die in aller Regel lückenlos dokumentiert werden. Nur die Summe aller Schritte, die bei einem Verkauf – etwa einer Firma – anfallen machen die Transaktion komplett.