Was versteht man unter der GuV-Rechnung?

Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung, kurz GuV-Rechnung, ist neben der Bilanz das wichtigste Element des Jahresabschlusses eines Unternehmens. Vereinfacht ausgedrückt stehen sich in dieser Rechnung die Einnahmen und die Ausgaben eines Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraums gegenüber. Oft wird diese GuV-Rechnung im Jahresabschluss erstellt, teilweise geschieht dies monatlich.

Wer muss eine GuV-Rechnung durchführen?

In Deutschland sind alle Kaufleute zur Erstellung einer solchen GuV-Rechnung verpflichtet. Aber auch international ist es fast überall Pflicht, die Ertragslage mit Hilfe der GuV zu bewerten. Ausnahmen existieren einige wenige. Im Folgenden wird erklärt, wie sich der Aufbau der GuV-Rechnung gestaltet. Hierfür können mehreren Methoden zur Hilfe genommen werden. Dennoch bleibt das basale Prinzip der Erstellung einer GuV-Rechnung recht simpel und einfach nachzuvollziehen.

Fiktives Beispiel für eine GuV-Rechnung

Ein Beispiel mit konkreten Zahlen soll das Ganze ein wenig illustrieren. Geht wir einmal von einem Unternehmen aus, das physische Produkte vertreibt, also keine Software oder Dienstleistungen, wie zum Beispiel Fahrräder, aus. Aufwendungen fallen in den Bereichen Miete, Arbeitslohn, Energie und Steuern an. Einige Aspekte lassen wir an diese Stelle unberücksichtigt. Auf der Einnahmenseite stehen die Erlöse aus den verkauften Produkten sowie

GuV

Was ist Ertrag, was Aufwendung?

eventuelle Zinserträge.

Für jeden dieser Bereiche wird in der Buchhaltung nun ein eigenes Konto eröffnet. Die Erfolgskonten mit den Themen Umsatzerlöse und Zinserträge. Die Aufwandskonten mit den Bereichen Miete, Arbeitslohn, Energie und Steuern.  Lesen Sie hier alles über Erfolgskonten.

Alle monetären Bewegungen, die innerhalb eines Zeitraums, also eines Monats oder eines Jahres, durch die Existenz des Unternehmens und die Abwicklung ihrer Geschäftstätigkeiten anfallen, tauchen in diesen Konten auf

Um das mit konkreten Zahlen zu unterlegen, geht man von 36.000 Euro Miete und Energiekosten von 3.600 Euro aus. 9.000 Euro Steuern fallen in diesem Zeitraum an. Einnahmen erzielt das Unternehmen durch den Verkauf von Fahrrädern im Gesamtwert von 80.000 Euro in einem Jahr. Der Arbeitslohn beläuft sich auf 21.000 Euro. Zinsen erhält das Unternehmen über seine vorhandenen Gelder in Höhe von 600 Euro.

Die Erträge bucht man nun auf der Haben-Seite in der GuV-Rechnung. Das sind in diesem Falle:

80.000 Euro Umsatzerlöse
600 Euro Zinsen

Die Aufwendungen schlagen mit folgenden Posten auf der Soll-Seite der GuV-Rechnung zu Buche:

3.600 Euro Energie
9.000 Euro Steuern
36.000 Euro Miete
21.000 Euro Arbeitslohn

Anschließend wird auf beiden Seiten der Saldo gebildet, der einen positiven oder negativen Wert ergibt und schließlich im GuV-Konto verbucht. Nun wird auch hier der Ssaldo gebucht, das
GuV

Die komplizierte Berechnung einfach erklärt

folgendes Schaubild ergibt:

Sollseite
___________
3.600 Euro
9.000 Euro
36.000 Euro
21.000 Euro
___________
Saldo: 69.600

Die Habenseite sieht dann wie folgt aus:

Habenseite
__________
80.000 Euro
600 Euro
__________
Saldo 80.600

Beide Saldi werden nun in der GuV-Rechnung eingetragen:

Soll Haben
______________________
69.600 80.600
Saldo 11.000

Das Unternehmen hat also in diesem einen Jahr seines Betriebs einen Gewinn von 11.000 Euro erzielt.

Unterschied Kontenform vs Staffelform

Diese beiden Formen sind bei der Erstellung einer GuV-Rechnung möglich.

Kontenform

Bei der Kontenform geht man im Prinzip wie in obigem Beispiel vor. Man erstellt eine Tabelle mit zwei Spalten: Soll und Haben. Alles, was in die Kasse hereinfließt, wird in der Spalte „Haben“ erfasst. Alle Punkte, bei denen das Unternehmen selbst Aufwendungen leisten muss, sprich, Geld ausgeben, werden in der Spalte „Soll“ verbucht. Welche einzelnen Unterkonten es dabei üblicherweise gibt, ist für das Verstehen dieses Prinzips nicht wirklich relevant.
Am Ende ergibt sich ein Saldo, der schließlich das Endergebnis des entsprechenden Jahres oder Monat bedeutet, je nachdem, ob man den Saldo auf der Soll- oder Habenseite bilden muss.

Staffelform

Bei der Verwendung der Staffelform geht man ein wenig anders vor. Hier werden Gruppierungen statt Konten angelegt. Innerhalb jeder Gruppierung wird jeder einzelne existierende Posten aufgelistet. Danach erhält jede Gruppe ihre eigene Zwischensumme. Dies bewirkt den manchmal gerne genutzten Vorteil, dass die einzelnen Komponenten des Gesamtergebnisses einzeln einsehbar sind. So kann man konkreter lokalisieren, wo sich positive oder negative Einflüsse und Entwicklungen ergeben haben.

Zwei Methoden der GuV-Rechnung

GuV

Die Alternativen der GuV-Berechnung

Hier unterscheidet man das Gesamtkostenverfahren, kurz GKV, und das Umsatzkostenverfahren (UKV). Bei Letzterem ist lediglich die Berücksichtigung von Umsatzerlösen und Umsatzkosten, also den Ausgaben zur Erzielung dieser Umsätze, notwendig. Dies ist bei vielen Unternehmen eher unterkomplex. In der GKV hingegen müssen ebenso Bestandserhöhungen oder aktivierte Eigenleistungen dem auf der Ertragsseite ihren Platz finden. So ergibt sich ein umfangreicheres Bild. Gleichwohl ist diese Methode nicht für alle Formen von Unternehmen überhaupt sinnvoll, weshalb der deutsche Gesetzgeber beide Methoden erlaubt, was sich wiederum nicht in allen Ländern auf diese Weise handhaben lässt.

Brutto- oder Nettoverfahren

Diese beiden Verfahren sind ebenfalls, zumindest in bestimmten Fällen, zulässig. Das Bruttoprinzip bei der GuV-Rechnung besagt, dass alle Arten von Aufwand und Ertrag als Einzelposition darin erscheinen müssen. Eine vorher durchgeführte Verrechnung, also eine Saldierung einzelner Positionen, ist nicht zulässig.

Allerdings existieren relativ weitreichende Ausnahmen, insbesondere für kleine und mittlere Kapitalgesellschaften. Diese können bestimmte Posten in ihrer GuV-Rechnung vorab zusammenfassen. Diese Methode dient dem Zweck, der Konkurrenz keinen allzu konkreten Einblick in die internen Geschäftsvorgänge zu ermöglichen. Dennoch muss auch in diesem Falle ein detaillierter Kontenplan existieren, aus dem die einzelnen Bestandteile der Gesamtrechnung hervorgehen.

In der Schweiz ist die GuV-Rechnung übrigens unter dem Begriff „Erfolgsrechnung“ geläufig, funktioniert aber nach demselben Prinzip. Als zentraler Bestandteil der Jahresabschlussrechnung ist diese GuV-Rechnung eben das wichtigste Element, um den Gewinn bzw. Verlust eines Unternehmens zu bestimmen.

Was ist eine Gewerbesteuer und wie berechnet man sie?

Die Gewerbesteuer ist eine von den Gemeinden erhobene und diesen unmittelbar zufließende Steuer. Sie zählt zu den Ertrags- beziehungsweise Objektsteuern. Im deutschen Steuersystem ist sie als Realsteuer eingestuft. Gegenstand der Gewerbesteuer ist eine von den persönlichen Verhältnissen des Inhabers unabhängige, objektive Besteuerung des Gewerbeertrags von Gewerbebetrieben.
Steuerpflichtig ist also der Gewerbebetrieb und nicht, wie bei Einkommen- und Körperschaftsteuer, der Inhaber. Rechtliche Grundlage für die Erhebung und Berechnung der Gewerbeertragsteuer ist das Gewerbesteuergesetz (GewStG). Gewerbesteuern sind in Deutschland die wichtigsten Einnahmequellen der Gemeinden.

Die lange Geschichte der Gewerbesteuer

Bereits im Mittelalter mussten Händler und Handwerker Steuern in Form von Marktgeldern oder Sondersteuern für bestimmte Gewerbe abführen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden Gewerbesteuern in immer mehr deutschen Territorialstaaten erhoben. Erste allgemeine Gewerbesteuern folgten Anfang des 19 Jahrhunderts. Das erste deutschlandweite Gewerbesteuergesetz trat am 1. Dezember 1936 in Kraft. Damals wurden mit dem Gewerbeertrag auch das Gewerbekapital und die Arbeitsplätze über eine Lohnsummensteuer besteuert. Im Zuge mehrerer Reformen fiel 1978 zunächst die Lohnsummensteuer weg. Die Abschaffung der Gewerbekapitalsteuer folgte 1998. Übrig blieb nur die bis heute erhobene Gewerbeertragsteuer.

Wer muss die Gewerbesteuer bezahlen?

Grundsätzlich muss jeder Gewerbetreibende die Gewerbesteuer auf seinen Gewerbeertrag bezahlen. Die Rechtsform des Gewerbebetriebes spielt dabei keine Rolle. Die Steuerpflicht gilt für Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften gleichermaßen.

Wer muss keine Gewerbesteuer bezahlen?

Grundsätzlich von der Gewerbeertragsteuer befreit sind
  • Freiberufler wie Steuerberater, Architekten, Ingenieure, Ärzte und Journalisten
  • Forst- und landwirtschaftliche Betriebe

Zahlungstermine für Gewerbesteuern

Das Finanzamt erstellt anhand des Jahresabschlusses den Gewerbesteuer-Messbescheid und berechnet

Gewerbesteuer

Es gelten bestimmte Beträge und Prozentzahlen

den Steuermessbetrag. Auf Grundlage dieses Bescheides müssen Unternehmen im Folgejahr vierteljährliche Vorauszahlung leisten. Die Zahlungstermine sind der 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November.

Freibetrag

Für Einzelunternehmungen und Personengesellschaften wie die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder eine Kommanditgesellschaft (KG) hat der Gesetzgeber einen Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro vorgesehen. Erst, wenn der Jahresgewinn diesen Freibetrag übersteigt, müssen Einzelunternehmen und Personengesellschaft die Gewerbeertragsteuer bezahlen. Der Freibetrag gilt nicht für Kapitalgesellschaften. Personengesellschaften und Einzelunternehmer erhalten den Freibetrag als Ausgleich dafür, das sie, anders als Kapitalgesellschaften, den Unternehmerlohn nicht als Betriebsausgaben von ihrem Betriebsgewinn abziehen dürfen. Lesen Sie hier alles zum Unternehmerlohn.

Berechnung der Gewerbesteuer

Grundlage für die Berechnung der Gewerbeertragsteuer sind der Gewerbeertrag des Betriebes, die Steuermesszahl und der Gewerbesteuerhebesatz der Gemeinde, in der ein Betrieb seinen Sitz hat.

Steuermesszahl

Die Steuermesszahl oder Gewerbesteuermesszahl beträgt seit dem 01.01.2008 deutschlandweit einheitlich 3,5 %. Sie dient den Finanzämtern zur Berechnung des Steuermessbetrages.

Gewerbesteuerhebesatz

Die Gemeinden in Deutschland legen den Gewerbesteuerhebesatz individuell fest. Um innerdeutsche Steueroasen zu vermeiden, beträgt der Mindesthebesatz in Deutschland 200 %. Die durchschnittliche Höhe liegt bei rund 400 %.

Gewerbeertrag

Grundlage für die Ermittlung des Gewerbesteuerbetrages ist der steuerpflichtige Gewinn des Unternehmens, der Gewerbeertrag.

Hinzurechnungen und Kürzungen beim Gewerbeertrag

Der Gesetzgeber hat bestimmt, dass Sie zum Jahresgewinn ihres Unternehmens bestimmte Beträge hinzurechnen müssen. Auf der anderen Seite dürfen Sie bestimmte Kürzungen vom Betriebsergebnis vornehmen.

Hinzurechnungen zum Jahresgewinn

Zu den Hinzurechnungen zählen Schulden, Miet- und Pachtzinsen für Immobilien oder Leasingraten für das Firmenfahrzeug. Für diese Beträge hat der Gesetzgeber bestimmte Finanzierungsanteile pauschal festgelegt. Nur diese Finanzierungsanteile müssen hinzugerechnet werden. Der zu berücksichtigende Finanzierungsanteil beträgt bei Schulden beispielsweise 100 %. 

Der Finanzierungsanteil von Mietzahlungen für ein Bürogebäude beträgt 65 %. Bei Leasingraten für bewegliche Wirtschaftsgüter beispielsweise den Firmen PKW beträgt der pauschale Finanzierungsanteil 20 %. Von den

Gewerbesteuer

Was darf zugerechnet werden?

addierten Hinzurechnungen dürfen Sie einen Freibetrag von 100.000 Euro abziehen. Vom verbleibenden Betrag werden wiederum 25 % dem Gewerbeertrag hinzugerechnet. Das bedeutet, die Hinzurechnungen haben nur dann eine Auswirkung auf den Gewerbeertrag, wenn sie den Freibetrag von 100.000 Euro überschreiten.

Kürzungen beim Gewerbeertrag

In § 9 des Gewerbesteuergesetzes sind verschiedene Positionen aufgeführt, die Sie vor der Berechnung des Gewebesteuerbetrages vom Betriebsergebnis abziehen dürfen. Hierzu zählen beispielsweise

  • Gewinne aus in- und ausländischen Kapitalgesellschaften
  • Gewinne ausländischer Betriebsstätten
  • 1,2 % des Einheitswertes des betrieblich genutzten Grundbesitzes
  • Spenden und Mitgliedsbeiträge

Nach Berücksichtigung der Hinzurechnungen und Kürzungen erhalten Sie den korrigierten Gewerbeertrag, der für die Berechnung der Gewerbesteuer verwendet wird.

Beispiele für die Berechnung

Bei einem gleich hohen Betriebsergebnis ergeben sich je nach Rechtsform des Unternehmens unterschiedliche Gewerbesteuerbeträge. Der Unterschied ist im Gewerbesteuerfreibetrag für Einzelunternehmen und Personengesellschaften begründet. Nur der diesen Freibetrag übersteigende Gewerbeertrag findet Berücksichtigung bei der Ermittlung des Gewerbesteuerbetrages.

Zunächst erfolgt die Berechnung des Steuermessbetrages mit der Formel

(Korrigierter Gewerbeertrag – Freibetrag) x Steuermesszahl = Steuermessbetrag

Durch die Multiplikation des Steuermessbetrages mit dem Gewerbesteuerhebesatz der Gemeinde erfolgt die Berechnung der zu zahlenden Gewerbesteuer:

Steuermessbetrag x Gewerbesteuer-Hebesatz = Gewerbesteuer

Die beiden folgenden Beispielrechnungen für eine Personengesellschaft und eine GmbH
beruhen auf den gleichen Annahmen

korrigierter Gewerbeertrag: 200 000 Euro

Gewerbesteuerhebesatz Aachen: 475 %

Beispiel 1: Berechnung für eine Personengesellschaft

zu versteuernder Gewinn: (200.000 Euro – 24.500 Euro) = 175.000 Euro

Steuermessbetrag; 175.500 Euro x 0,035 = 6 142,50 Euro
Gewerbesteuer: 6.142,50 Euro x 4,75 = 29.176.88 Euro

Beispiel 2: Berechnung für eine GmbH
Gewerbesteuer

Wer zahlt wie viel?

zu versteuernder Gewinn: (200.000 Euro – 0 Euro) = 200.000 Euro

Steuermessbetrag; 200.000 Euro x 0,035 = 7.000 Euro
Gewerbesteuer: 7.000 Euro x 4,75 = 33.250 Euro

Kritik

Gewerbesteuern zählen zu den am häufigsten kritisierten Steuern in Deutschland. Hauptkritikpunkt ist, dass die Gewerbesteuer nicht als Betriebsausgabe vom Unternehmensgewinn abgezogen werden dürfen. Hinzu kommt, dass Gewerbetreibende diese Steuer als Privatentnahme buchen müssen.

Was versteht man unter einem Firmenwert?

Der Firmenwert, der auch als Geschäftswert oder Goodwill bezeichnet wird, bezeichnet einen Vermögensposten, der alle materiellen und immateriellen Wirtschaftsgüter umfasst, abzüglich aller Verbindlichkeiten. Es ist kaum möglich, einen exakten Firmenwert zu ermitteln, da auch nicht greifbare Werte wie der Ruf oder das Image eines Unternehmens mit einbezogen werden.

Nicht greifbare wertbildende Faktoren sind beispielsweise die Stammkundschaft, ein qualitatives Management, die Lage des Unternehmens, das Know-How oder ein guter Facharbeiterstamm. Diese Werte sind nicht direkt messbar, dennoch haben sie einen Einfluss auf den Wert eines Unternehmens.

Goodwill

Wer sich mit dem Thema Firmenwert beschäftigt, stößt dabei zwangsläufig auf die Begriffe Goodwill und Badwill. Als Goodwill bezeichnet man einen positiven Firmenwert. Dazu zählen alle Faktoren, die einen positiven Einfluss auf den Geschäftswert haben. Zum Beispiel zufriedene Kunden, die das Unternehmen ihren Bekannten weiterempfehlen. Dies zieht wiederum neue Kunden an und etabliert das Unternehmen als Marke. Diese positiven Einflüsse für ein Unternehmen steigern den Firmenwert, weil sie dem Unternehmen Kapital einbringen.

Badwill

Der Badwill bezeichnet einen negativen Geschäftswert. Dazu zählen alle negativen Einflüsse auf den Firmenwert, zum Beispiel überwiegend schlechte Bewertungen im Internet. Dies hat negative Auswirkungen auf den Umsatz des Unternehmens zur Folge. Das Unternehmen verliert dadurch vielleicht Kunden, Marktanteile oder Lieferanten.

Derivativer und originärer Firmenwert

Wenn von einem Firmenwert oder Geschäftswert die Rede ist, wird unterschieden zwischen dem derivativen und dem originären Firmenwert. Diese unterscheiden sich sowohl handelsrechtlich als auch steuerrechtlich.

Firmenwert

Was hat sich mein Unternehmen selbst erarbeitet?

Der originäre Firmenwert ist der vom Unternehmen selbst geschaffene Wert. Das Unternehmen hat ihn im Laufe der Zeit selbst erarbeitet und erschaffen. Laut dem Handels- und Steuerrecht darf dieser Wert nicht abgeschrieben werden. Die Begründung hierfür ist, dass dieser Wert im Laufe der Geschäftstätigkeit nicht erworben, sondern erschaffen wurde. Aus diesem Grund können dem originären Firmenwert keine eindeutig identifizierbaren Kosten zugeordnet werden. Eine Abschreibung lässt sich somit nicht rechtfertigen. Zu dem originären Firmenwert gehören unter anderem:

  • der Kundenstamm
  • das Image des Unternehmens
  • die Qualität des Managements
  • ein eventueller Vorteil durch den Standort
  • spezielles Know-How des Unternehmens
  • angemeldete Patente
  • Belieferungsrechte

Derivativer Firmenwert

Der derivative Geschäftswert ist der eigentliche Firmenwert, der beispielsweise durch das Aufkaufen eines anderen Unternehmens entsteht. Dieser wird bei der Abschreibung berücksichtigt. Es ist der Unterschiedsbetrag zwischen Kaufpreis eines Unternehmens und der Differenz aus Vermögen und Schulden. Vorausgesetzt, es herrscht eine positive Differenz.

Zum besseren Verständnis ein einfaches Beispiel: Unternehmen Y hat ein Vermögen von insgesamt 5 Millionen Euro und Schulden in Höhe von 2 Millionen Euro. Der eigentliche Wert des Unternehmens also beträgt 3 Millionen Euro. Unternehmen X kauft jetzt Unternehmen Y für 10 Millionen Euro. Dieser Wert ist gewissermaßen um 7 Millionen Euro überhöht. Diese 7 Millionen bilden den derivativen Geschäftswert. Er ist somit ein Maß dafür, inwiefern der Kaufpreis eines Unternehmens erhöht ist. Unternehmen X zahlt die 10 Millionen aber nur aus einem Grund: Es hat positive Erwartungen an die Zukunft von Unternehmen Y. Sie rechnen damit, dass sich der erhöhte Kaufpreis in der Zukunft rentieren wird.

Wie berechnet man den Firmenwert?

Firmenwert

Welche Relevanzen vereinen Käufer und Verkäufer, wenn eine Verhandlung geführt wird?

Grundsätzlich ist es unmöglich, einen objektiven Unternehmenswert zu berechnen. Käufer und Verkäufer haben meist verschiedene Ansichten zu diesem Wert. Ein Inhaber lässt beispielsweise seine eigene Arbeit mit in die Berechnung einfließen. Einem Käufer interessiert dagegen nur der eigentliche Sachwert. Um einen möglichst objektiven Sachwert zu erhalten, sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen.

Berechnung mit einem Online-Rechner

Für eine erste Einschätzung genügt meist ein Rechner aus dem Internet. Oft sind es Unternehmensberater, die diese kostenlosen Tools anbieten. Diese Rechner bieten potenziellen Kunden vorab einige Anhaltspunkte für den Wert. Sie basieren in der Regel auf gängigen Verfahren der Unternehmens-Wert-Berechnung. Lesen Sie hier alles zu Unternehmensberatern.

Verfahren zur Berechnung

In der Praxis haben sich zwei gängige Verfahren zur Wert-Ermittlung durchgesetzt.

Das Ertragswertverfahren:

Dieses Verfahren berücksichtigt, was mit dem Unternehmen in Zukunft verdient werden kann. Für die Berechnung werden die Erträge der Firma mit einem Kapitalisierungs-Zinssatz dividiert. Dabei werden mögliche Zinsen für herkömmliche Geldanlagen mit berücksichtigt.

Ein Investor möchte beispielsweise ein Unternehmen kaufen, dessen Ertrag bei 350.000 Euro liegt. Der Geschäftsführer zahlt sich einen Lohn von 100.000 Euro pro Jahr und gibt eine Kapitalverzinsung von 15 Prozent an. Seine Aufgabe ist es jetzt zu berechnen, wie viel Kapital ein Investor mitbringen müsste, um bei einem Zinssatz von 15 Prozent 250.000 Euro Rendite zu erwirtschaften. Die Berechnung sieht folgendermaßen aus: Kapital = 250.000 * (15 / 100). Das Ergebnis ist 1,66 Millionen Euro. Der Firmenwert nach dem Ertragswertverfahren wäre also 1,66 Millionen Euro. So viel Kapital müsste ein Investor mitbringen, um bei einem Einsatz von 15 Prozent 250.000 Euro zu erzielen.

Das Ebit-Verfahren:

Firmenwert

Wie entsteht mein Wert?

In diesem Verfahren wird der Jahresgewinn der Firma mit einem speziellen Faktor multipliziert. Dieser Faktor ist abhängig von der jeweiligen Branche und der Verschuldung des Unternehmens.

Weitere Faktoren, die bei der Wert-Ermittlung eine Rolle spielen, sind folgende:

  • eine plausible Prognose
  • Investitions und Umsatzplanung
  • Art der Unternehmensführung
  • Art der Dienstleistungen und Produkte
  • Umfang des Kundenstamms

Die Kombination aus solidem Kundenstamm und kontinuierlicher Wachstumsrate können den Firmenwert erheblich steigern.

Welche Kredit-Arten gibt es?

Kredite sind im betriebswirtschaftlichen Sinne eine Übereignung von finanziellen Mitteln von einem Gläubiger an einen Schuldner. Der Schuldner nutzt diese Mittel und zahlt den Kredit zuzüglich Zinsen zu einem vereinbarten Zeitpunkt oder über einen vereinbarten Zeitraum wieder zurück. Kredite lassen sich in verschiedene Kreditarten unterteilen und unterschiedlichen Kategorien zuordnen.

Definition: Was ist ein Kredit?

Ein Kredit ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen zwei Parteien, in der ein Gläubiger einem Schuldner eine bestimmte Geldsumme unter bestimmten Konditionen leiht. Gläubiger oder Schuldner können Privatpersonen, Unternehmen, Banken oder der Staat sein.

Die Konditionen eines Kredits umfassen in erster Linie die Art der Rückzahlung und die Zinsen. Weitere Konditionen können die Bindung an einem bestimmten Verwendungszweck, Möglichkeiten der Stundung oder Konsequenzen bei Zahlungsverzug sein.

Es wird nicht (mehr) zwischen Darlehen und Kredite unterschieden. Vor allem bei Banken ist der Begriff des Darlehens aber weiterhin gebräuchlich und meint dort einen langfristigen Kredit mit hoher Kreditsumme. Der vormalige Unterschied ergab sich aus verschiedenen rechtlichen Bestimmungen, die seit 2002 irrelevant sind.

Unterscheidungskriterien von Krediten

Kredite lassen sich nach folgenden Kriterien kategorisieren:

  • Laufzeit: Zu unterscheiden in kurz-, mittel- und langfristig. Die kurze Frist beträgt weniger als ein Jahr, die lange Frist mehr als fünf Jahre.
  • Kreditsumme: Zu unterscheiden in Klein-, Mittel- und Großkredit. Kleinkredite haben eine Kreditsumme kleiner als 10.000 Euro.
  • Kreditgeber/Kreditnehmer: Zu unterscheiden nach Privatperson, Unternehmen, Banken und staatliche Einrichtungen. Kann auch nach der Funktion weiter gegliedert werden, zum Beispiel Lieferanten oder Arbeitgeber.
  • Art der Bereitstellung: Zu unterscheiden in Geldleihe und Kreditleihe. Bei der Geldleihe wird eine Geldsumme zur Verfügung gestellt. Die Kreditleihe beinhaltet eine Absicherung, beispielsweise in Form einer Bürgschaft. Lesen Sie hier alles zum Thema Bürgschaft.
  • Besicherung: Zu unterscheiden in besicherte und unbesicherte Kredite. Bei besicherten Krediten ist eine Sicherheit hinterlegt, die an eine Sache, eine Person oder ein Recht gebunden ist. Als Zwischenform gibt es teilgesicherte (teilgedeckte) Kredite.
  • Verwendungszweck: Zu unterscheiden in zweckgebunden und zweckungebunden. Bei zweckgebundenen Krediten wird die Verwendung der Kreditsumme vertraglich festgesetzt.
  • Aktueller Status: Zu unterscheiden in intakt, gefährdet, notleidend oder ausgefallen.

Kreditarten

Aus den obigen Kriterien setzen sich weiter die Kreditarten zusammen. Die bekannten Kreditarten weisen meist

Kredite

Welcher Kredit eignet sich für mich?

mehrere der obigen Kriterien auf. Als übergeordnete Einteilung ist die nach Verbraucher- oder Konsumkrediten und Kredite an Unternehmen hilfreich.

Verbraucher- oder Konsumentenkredit

Der Konsumentenkredit ist ein Oberbegriff für Kredite an Privatpersonen. Diese unterliegen gesonderten gesetzlichen Bestimmungen zum Verbraucherschutz. Der häufigste Fall sind hier Kredite von der Bank an Privatkunden. Rahmenkredite dienen der Überbrückung von kurzfristigen Engpässen oder Konsumwünschen und sind bei der Hausbank kurzfristig in relativ geringen Summen abrufbar. Er ist zu unterscheiden vom Dispokredit, der als Möglichkeit der Überziehung des Girokontos jederzeit möglich ist. Beide Kreditarten sind zudem Formen des Barkredits.

Der Baukredit wird ebenfalls von einer Bank an eine Privatperson gewährt. Er wird in der Regel in Teilbeträgen nach dem Baufortschritt ausgezahlt. Ein Baukredit ist in Summe eher hoch und langfristig. Es besteht ein Unterschied zum Immobilienkredit, der sofort ganz ausgezahlt wird, da mit dem Geld eine fertige Immobilie erworben wird.

Der Autokredit ist ein weiteres Beispiel eines zweckgebundenen Verbraucherkredits. Er dient der Finanzierung eines neuen oder gebrauchten Fahrzeugs. Ein Studienkredit dient der Finanzierung eines Studiums oder einer Ausbildung. Da hier in der Regel die KfW als staatliche Bank ist der Studienkredit auch eine Form des Staatskredits.

Eine besondere Form ist der Peer-to-Peer-Kredit, bei dem mehrere Privatpersonen über eine Online-Plattform einer anderen Privatperson Geld leihen. Nicht zuletzt gibt es zahlreiche weitere Kreditarten, die sich an spezielle Verwendungen oder Kreditnehmer richten, beispielsweise den Beamtenkredit mit vorteilhaften Konditionen für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst.

Weiterhin gibt es den Lombardkredit, bei dem Wertpapiere, Bankguthaben oder bewegliche Sachen gegen einen kurz- bis mittelfristigen Kredit verpfändet werden. Ein typisches Beispiel hier ist die Pfandleihe. Eine besondere Unterform im Bereich der Wertpapierverpfändung ist der Effektenlombardkredit.

Privatpersonen erhalten Kredite für gewöhnlich von einer Bank als Privatkredit. Eine Ausnahme wäre neben dem Peer-to-Peer-Kredit das Arbeitnehmerdarlehen. Ein Arbeitgeber gewährt dem Arbeitnehmer einen Kredit.

Kredite an Unternehmen

Hier gibt es vergleichbare Kredite zu denen an Privatpersonen. So ist der Kontokorrentkredit die Entsprechung

Kredite

Welche Möglichkeiten haben Unternehmen?

zum Dispokredit. Allgemein kann zwischen Unternehmen und Banken Kreditrahmenvereinbarungen getroffen werden, um zügig Barkredite zu erhalten.

Zweckgebundene Kreditarten sind der Investitionskredit und der Betriebsmittelkredit. Ersterer dient zur Finanzierung von Anlagevermögen. Letzterer ist flexibel und entspricht dem Rahmenkredit bei Privatpersonen. Für Start-ups gibt es den speziellen Gründerkredit.

Zur Erlangung von Kapital stehen Unternehmen weitere Kreditarten zur Verfügung. So ist allgemein ein Schulddarlehen ein Kredit von einer Bank oder einem Investor, der dem Unternehmen Geldmittel zur Verfügung stellt. Beistandskredite dienen der kurzfristigen Liquiditätssicherung des Unternehmens und gehören nicht zu den regelmäßig abrufbaren kurzfristigen Krediten.

Bei einem Lieferantenkredit ist ein Lieferant der Gläubiger. Bei einem Kundenkredit leistet ein Kunde eine Vorauszahlung und wird so Gläubiger. Der KfW-Kredit fließt von der Kreditanstalt für Wiederaufbau im Rahmen eines Förderprogramms an Unternehmen. Es ist eine Form des Staatskredits sowie eines Förderkredits.

Vor allem in Entwicklungsländern gibt es für Kleinstgewerbetreibende Mikrokredite. Sie haben eine geringe Kreditsumme und dienen zur Finanzierung eines KleinstgewerbesStartups oder einer Selbstständigkeit. Ein Gegensatz dazu wäre der Groß- oder Millionenkredit, der meist von Banken an Unternehmen vergeben wird.

Langfristige Kreditarten

Kredite

Haben langfristige Kredite Vor- oder Nachteile?

Bei den langfristigen Bankdarlehen wird nach Annuitätendarlehen und Tilgungsdarlehen unterschieden. Beim Annuitätendarlehen bleibt die monatliche Rate aus Zinsen und Tilgung gleich. Im Laufe der Zeit wird so der Zinsanteil kleiner und der Tilgungsanteil größer. Beim Tilgungsdarlehen bleibt die Tilgung gleich. Der Zinsanteil ist anfangs höher und somit auch die monatliche Rate, im Laufe der Zeit sinkt dann beides kontinuierlich.

Körperschaftssteuer – wer muss sie zahlen und wie hoch ist sie?

Während natürliche Personen auf ihr Einkommen eine Einkommenssteuer zahlen müssen, ist das bei juristischen Personen die Körperschaftssteuer. Grundlage ist das Körperschaftssteuergesetz (KStG). Berechnet wird die Körperschaftssteuer aus dem handelsrechtlichen Jahresüberschuss.

Definition: Die Körperschaftssteuer, auch als KSt bezeichnet, wird auf den Gewinn beziehungsweise das Einkommen juristischer Personen erhoben. Sie ist eine Unternehmenssteuer, die von Kapitalgesellschaften, Genossenschaften und Vereinen in Höhe von 15 Prozent des zu versteuernden Einkommens gezahlt werden muss. Die Körperschaftssteuererklärung muss jährlich beim Finanzamt eingereicht werden.

Geschichte der Körperschaftssteuer

Ihren Ursprung hat die Körperschaftssteuer in der Reichsfinanzreform 1920, angestoßen durch den damaligen Finanzminister Matthias Erzberger. Damals stand das Deutsche Reich kurz vor dem finanziellen Ruin, verursacht durch Kriegsanleihen, Reparationen und die ökonomischen Kriegsfolgen. Erzberger vereinheitlichte das bisher länderspezifische Steuerrecht und schuf eine moderne Finanzverwaltung. Viele der damals entwickelten

Körperschaftssteuer

Der Prozentsatz veränderte sich kontinuierlich

Prinzipien sind bis heute im deutschen Steuerrecht zu finden. Seit dieser Zeit wird die Körperschaftssteuer erhoben. Ursprünglich lag der Steuersatz bei 10 Prozent, später wurde er deutlich höher. Ihren höchsten Betrag erreichte die Körperschaftssteuer 1946, damals betrug der Steuersatz 65 Prozent. Mit der Unternehmenssteuerreform sank der Satz der Körperschaftssteuer von 25 auf die aktuell 15 Prozent. Gleichzeitig wurden Teileinkünfteverfahren und Abgeltungssteuer für die Anteilseigner eingeführt.

Wer muss die Körperschaftssteuer zahlen?

Die Steuer ist von allen juristischen Personen zu zahlen, deren Sitz oder Geschäftsleitung sich in Deutschland befindet. Das sind beispielsweise:
  • Kapitalgesellschaften wie Aktiengesellschaften (AG), Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA), Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) und die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft.
  • Genossenschaften
  • Vereine
  • Stiftungen
Ist ein Unternehmen als juristische Person weder mit dem Hauptsitz noch der Geschäftsleitung in Deutschland ansässig, ist es nur beschränkt körperschaftssteuerpflichtig und es gilt ein ermäßigter Abgeltungssteuersatz.

Wer ist von der Körperschaftssteuer befreit?

Arbeiten Körperschaften anerkannt gemeinnützig, sind sie von der KSt befreit. Das gilt beispielsweise für:
  • Unternehmen des Bundes, zu denen auch die kommunalen Unternehmen der Regionalförderung, Wirtschaftsförderung und Daseinsvorsorge wie beispielsweise Stadtwerke oder Kommunalunternehmen gehören. Sie sind für die Allgemeinheit tätig. Betätigen sich Anstalten oder Körperschaften des öffentlichen Rechts wirtschaftlich, gehören sie ebenfalls zu den von der Körperschaftssteuer befreiten Unternehmen
  • Politische Parteien nach dem Parteiengesetz und die damit verbundenen Gebietsverbände
  • Staatsbanken, wenn sie Aufgaben staatswirtschaftlicher Art übernehmen.
  • Gemeinnützige und kirchliche Körperschaften: Das gilt für die Körperschaften der Kirchen, aber auch für Vereine. Verfolgen Vereine einen in ihrer Satzung festgeschriebenen kirchlichen, mildtätigen oder gemeinnützigen Zweck, sind sie steuerbegünstigt. Gleichzeitig müssen sie in ihrer Satzung Selbstlosigkeit, Unmittelbarkeit und Ausschließlichkeit fest geschrieben haben
  • Soziale Kassen: Zu diesen gehören beispielsweise Kranken- und Unterstützungskassen, aber auch Sterbe- und Pensionskassen
  • Berufsverbände: Nehmen sie allgemeine Interessen der Angehörigen eines Berufes oder Wirtschaftszweiges wahr, sind sie von der KSt befreit. Unterhalten sie dagegen einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, gilt die Befreiung nicht
  • Öffentlich-rechtliche Versicherungs- und Versorgungseinrichtungen: Die öffentlich-rechtlichen Versicherungs- und Versorgungsreinrichtungen sind steuerbefreit, weil sie für ihre Pflichtversicherten eine entsprechende Alters-, Hinterbliebenen-, und Invalidenversorgung gewährleisten sollen

Da Kleinunternehmer, Personengesellschaften und Freiberufler für ihre erzielten Gewinne

Körperschaftssteuer

Nicht jede Gesellschaft muss zahlen

einkommenssteuerpflichtig sind, brauchen sie daher keine KSt zu entrichten. Das gleiche gilt für juristische Personen, die einen Freibetrag geltend machen können und ein Einkommen nachweisen, das unterhalb dieses Freibetrages liegt.

Wer erhält die Körperschaftsteuer?

Im Grundgesetz ist festgelegt, dass wichtige Steuern sowohl dem Bund und den Ländern, aber auch den Gemeinden zustehen. Zu diesen Steuern zählt neben Umsatz- und Einkommenssteuer auch die Körperschaftssteuer. Sie wird daher als Gemeinschaftssteuer bezeichnet. Der Bund erhält somit 50 Prozent der Körperschaftssteuer, die restlichen 50 Prozent erhalten die Länder. Weil die Körperschaftssteuer zentral von den Unternehmen gezahlt wird, verteilt die sogenannte Zerlegung den gesamten Anteil auf die Länder, in denen sich Betriebsstätten des Unternehmens befinden.

So wird die Körperschaftssteuer berechnet

Im Körperschaftssteuergesetz ist die Grundlage für die Berechnung verankert. Sie wird auf der Basis des zu versteuernden Einkommens nach einem Rechenschema ermittelt und bei Bedarf korrigiert. Zunächst wird in der Steuerbilanz der Überschuss des jeweiligen Steuerjahres berechnet.
Zu diesem Überschuss lassen sich addieren:
  • nicht abziehbare Aufwendungen
  • verdeckte Gewinnausschüttungen
Abziehen kann man:
  • Freibeträge
  • Zuwendungen und
  • verdeckte Einlagen
Stellt sich in der Steuerbilanz heraus, dass ein Unternehmen keinen Gewinn erwirtschaftet, sondern Verluste vorweist, ist auch keine KSt fällig.

Die Höhe der KSt

Aktuell liegt der Steuersatz auf das zu versteuernde Einkommen bei 15 Prozent und ist im § 23 KStG festgelegt. Zusätzlich ist der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent des Steuerbetrages zu zahlen. Daher beträgt die effektive Körperschaftssteuer 15,83 Prozent.

Die Freibeträge bei der KSt

Führt man keine Gewinnausschüttungen durch, gilt nach § 24 KStG ein Freibetrag von 5.000 Euro. Ist eine Genossenschaft oder ein Verein in der Land- und Forstwirtschaft tätig, beträgt der Freibetrag nach § 25 KStG sogar 15.000 Euro. Die Freibeträge werden abgezogen und mindern daher die Höhe der Körperschaftssteuer. Ist dieser höher als das zu versteuernde Einkommen, muss man keine Körperschaftssteuer zahlen.

Anerkennung der Gemeinnützigkeit

Sind Körperschaften gemeinnützig, unterliegen sie gegenüber wirtschaftlich arbeitenden Unternehmen steuerlicher Begünstigung. Daher muss man die geltenden Regeln genau beachten, soll diese Begünstigung erhalten bleiben. Oft kommt es auf die genaue Formulierung der Satzung an: Fehlten bei einem Verein am 1. Januar 2019 die

Körperschaftssteuer

Ein Verstoß kostet

zwingend vorgeschriebenen Formulierungen in der Vereinssatzung, war die Anerkennung der Gemeinnützigkeit in Gefahr. Während jedoch in der Wirtschaft ein Verstoß nur zu einer Nachzahlung von Steuern führt, kann eine Aberkennung der Gemeinnützigkeit zu weitreichenderen Folgen führen. Schließlich leidet darunter nicht nur das Image des Vereins, sondern der Vorstand haftet für eventuelle Folgen. Gleichzeitig wird ein solcher Verein weniger Spenden erhalten, darf er doch dann – aufgrund der nicht mehr vorhandenen Gemeinnützigkeit – keine Zuwendungsbestätigungen mehr ausstellen und der Spender die Spende nicht mehr steuerlich absetzen.

Franchise Systeme: So funktioniert die Partnerschaft mit Unternehmen und Marken

Franchise ist ein System, das vor allem jungen Unternehmern oft von Investoren nahegelegt wird, um schnell sichtbare Erfolge zu feiern. Dabei sind die Methoden, mit denen einige Franchisegeber zusätzliche Einnahmen von ihren Partnern generieren, nicht unumstritten.

Mit der Partnerschaft in einem Franchisenetzwerk lassen sich Firmen aufbauen und erfolgreich führen. Vor allem im Gastronomie- und Eventbereich erfreut sich das System daher großer Beliebtheit. Von einem Franchise sprechen Experten, wenn ein Dachunternehmen als Franchisegeber auftritt und gegen Provisionen feste Beiträge und Abkauf von Merchandise andere Unternehmer seine Marke nutzen lässt.

Definition: So funktioniert ein Franchiseunternehmen

Unternehmer besitzen etwas Wertvolles, nämlich das Image ihrer Produkte, Marken und Firmen und das Patent an verschiedenen Entwicklungen und Rezepten. Ein junger Unternehmer, der noch nichts davon besitzt, kann durch Franchisesysteme von dem Aufbau der Mutterfirma profitieren. Er muss sich nicht in dem fremden Unternehmen bis zur Führungsetage durch arbeiten, sondern wird einfach Franchisenehmer. Das heißt, er kann alle Instrumente und Marken nutzen, die ihm der Franchisegeber zur Verfügung stellt.

In Deutschland existierten 2019 rund 1.000 verschiedene Franchiseketten. Ihnen ist gemein, dass die Geschäfte und Zweige sich stark ähneln. Ein Beispiel sind die beliebten Dunkin Donuts Läden, in denen hauptsächlich, der

Franchise

Klassisches Franchise? Die gibt’s bei den berühmtesten Donuts

Name verrät es, Donuts vertrieben werden. Dunkin‚ Donuts betreibt klassisches Franchise, bei dem jeder Unternehmer, der sich an einem eigenen Donutladen versuchen möchte, die Rechte an der Verwendung der Marke mietet, einheitliches Dekor, Serviergeschirr und die Donuts selbst kauft.

Der Franchisenehmer kann dann im Namen des Unternehmens sein Geschäft betreiben, solange er die Partnerschaft aufrecht erhält und den Ansprüchen des Franchisegebers gerecht wird. Günstig ist das nicht. Laut Kredite.orgkostet es zwischen 30.000 und 90.000 Euro, den Shop zu eröffnen. Die Miete, Kosten für Einrichtung und Gehälter sind dabei noch nicht enthalten. Dafür profitiert der Franchisenehmer von dem guten Namen der Marke und den beliebten Produkten, die er nun selbst verkaufen kann.

Franchise im Handel und der Gastronomie

Nicht alle Franchisesysteme sehen sich selbst als Franchise. So ist beispielsweise die Rewe-Kette aufgebaut auf Unternehmern, die sich auf eine gemeinsame oHG mit dem Rewe-Konzern einlassen möchten. Sie sind alleine dafür verantwortlich, wie ihr Rewe-Markt funktioniert, eingerichtet ist und welche Produkte eingekauft werden. Bei einem gewöhnlichen Franchiseunternehmen vertreiben alle Geschäfte, die die Marke nutzen, das gleiche Sortiment. Auch bei Rewe gibt es Gemeinsamkeiten und auch optisch erkennen die Kunden das rote Logo, die Uniformen, „Ja!“ und „Feine Welt“-Produkte. Durch die gemeinsame Handelsgesellschaft bürgen jedoch die Inhaber auf einer anderen rechtlichen Ebene für ihre Geschäfte. Sie mieten eben nicht nur die Marke, sondern sind rundum selbstständig und eigenverantwortlich für den Umgang mit dem Rewe-Namen.

In der Gastronomie gibt es viele Franchisegeber, weswegen sich auch viele deutsche Innenstädte gleichen. Für Kunden macht es oft keinen Unterschied, in welchem Geschäft unter dem Markendach sie einkaufen. Sie wissen, welche Produkte sie bei Nordsee oder McDonald’s erhalten und sie werden deutschlandweit danach fragen. Das ist ein Vorteil, nimmt dem Geschäft jedoch auch einen Teil der Individualität.

Zahlen und Fakten rund um Franchise

  • Über 1.000 Franchisegeber bieten ihre Marken in Deutschland an.
  • 2019 erwirtschafteten Franchisenehmer in Deutschland 129 Milliarden Euro Umsatz.
  • Pro Jahr wächst ein Franchisesystem deutschlandweit um 1,5 bis 2,5 Betriebe.
  • 43% der Unternehmen sind in der Dienstleistung tätig, 29% im Handel, 20% in Gastronomie und Freizeit und 8% im Handwerk.

Vorteile der Franchise Branche

Franchise

Marken kosten

Für viele Unternehmer ist einer der wichtigsten Faktoren bei einer Gründung, dass sie ihr Startksapital schnell wieder herein wirtschaften. Nicht alle Gründer erhalten Zuschüsse und Kredite. Mit einem eher geringen Startkapital von bis zu 100.000 Euro lässt sich bereits ein kleines Franchiseunternehmen aufbauen, wobei gut die Hälfte des Geldes für Marke und Zubehör des Franchisegebers aufgewendet wird. Die Franchisenehmer können Werbematerial, typische Einrichtungsgegenstände, gebrandete Technik, Uniformen und natürlich die Produkte selbst günstig erwerben. So entsteht in wenigen Tagen, nach Klärung aller Formalitäten, ein Geschäft, das professionell wirkt und eine bekannte Marke vertritt.

Franchiseunternehmen können am richtigen Standpunkt extrem erfolgreich werden und schnell hohe Umsätze erwirtschaften. Um eine Franchise-Partnerschaft mit beliebten Konzernen einzugehen, werden zwar hohe Kosten fällig, sie werden jedoch schnell wieder herein gearbeitet, solange das Hauptunternehmen einen guten Ruf genießt.

Nachteile rund um Franchise und Markenpartnerschaften

Das eigene Unternehmen ist immer auch Ausdruck dessen, was der Unternehmer sich für seine Karriere wünscht. Ein Franchisenehmer ist daran gebunden, was ihm der Franchisegeber anbietet. Über die Jahre wurden immer wieder Stimmen laut, die kritisierten, wie Konzerne die kleinen Franchisenehmer stärker überwachen und ihnen selbst die Musik in Geschäftsradio diktieren. In großen Märkten wie Walmart und Supermärkten hat häufig nicht mehr Belegschaft und Inhaber die Kontrolle über die Lautsprecher, sondern ein Unternehmen, das für den Franchisegeber einen einheitlichen Radiosender betreibt.

Franchisegeber sind zudem oft streng, was die Gestaltung der Läden und Werkstätten angeht. Der Franchisenehmer muss sich für einen der vorgeschlagenen Stile entscheiden und eine gewisse Menge an zukaufbaren Elementen

Franchise

Wer ist finanziell an wen gebunden?

verwenden, um der Marke treu zu bleiben. Diese Einkäufe verursachen zusätzliche Kosten. Dadurch ist der Franchisenehmer dauerhaft finanziell gebunden. Würde er die Partnerschaft auflösen, müsste er das Geschäft aufgeben.

Fazit: Schneller Start, langwierige Partnerschaften

Franchise eignet sich als System für alle, die Umsatz machen möchten und kein eigenes Produkt haben. Zur Verwirklichung eigener Träume mit individuellen Produkten und Marken eignet sich diese Art der Partnerschaft nicht. Im Franchise sind Unternehmen oft lange an das gleiche Sortiment gebunden und müssen einer Reihe von Regularien folgen, die der Franchisegeber diktieren kann. Solange die Marke selbst jedoch erfolgreich ist, sind Umsätze garantiert.

Welche Führungsstile gibt es?

Unter den vielen Faktoren, die für den Erfolg eines Unternehmens von zentraler Bedeutung sind, nimmt der Führungsstil einen besonderen Platz ein. Grundsätzlich bestehen verschiedene Möglichkeiten der Ausübung von Führung. Welche Methode den meisten Erfolg bringt, hängt von den inneren wie auch den äußeren Umständen ab. Nicht jede Führungskraft ist für den autoritativen Führungsstil persönlich geeignet. Gleiches gilt für andere Führungsstile.

Auf der anderen Seite spielen aber auch die Branche sowie die Aufgaben und die Zusammensetzung der Mitarbeiter eine wichtige Rolle bei der Frage, welcher Führungsstil zur Anwendung kommen sollte. Nicht zuletzt hat außerdem die wirtschaftliche Situation des Unternehmens einen entscheidenden Einfluss darauf, wie die Führung im Unternehmen ausgeübt werden sollte. Als Vater der klassischen Führungsstile gilt Kurt Lewin (1890-1947). Dieser unterschied zwischen vier Formen der Führung in einem Unternehmen:

  • Autoritär
  • Kooperativ
  • Laissez-Faire
  • Karitativ

Autoritärer Führungsstil

Das entscheidende Merkmal des autoritären Führungsstils eine Abgrenzung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern in einem klaren Ober- und Unterordnungsverhältnis. Max Weber (1864-1920) sprach hierbei von einem autokratischen bzwtradierenden Führungsstil. Charakteristisch ist vor allem die alleinige Entscheidungs– und Weisungskompetenz des Vorgesetzten. Auf Seiten der Mitarbeiter bestehen keine Kontrollrechte. Die

Führung

Ganz klar: Der Chef hat das Sagen

erteilten Aufgaben sind jeweils weisungsgemäß zu erledigen. Diese klare Zuweisung der Verantwortung führt zu einer schnellen Handlungsfähigkeit des Unternehmens. Andererseits lassen sich Fehler im Laufe von Prozessen oft erst deutlich später erkennen, das Mitdenken der Mitarbeiter im Rahmen dieses Führungsstils so gut wie keine Rolle spielt oder sogar explizit unterwünscht ist.

Kooperativer Führungsstil

Charakteristische Kennzeichen des kooperativen oder demokratischen Führungsstils ist die Einbeziehung der Mitarbeiter in unternehmerische Entscheidungen. Verantwortung für die Erledigung von Aufgaben behält man nicht zentral in einer Hand, sondern delegiert es zusammen mit den Aufgaben. Anmerkungen zum Gesamtprozess und eigenständige Anpassungen im Detail sind in diesem Rahmen meist ausdrücklich erwünscht. Diese Form der Mitbestimmung führt dazu, dass man die Kontrolle von oben in weiten Teilen durch eine Selbstkontrolle der Angestellten ersetzt. Entscheidungen nehmen auf diese Weise zum Teil mehr Zeit im Anspruch, weil über die Aufteilung der Aufgaben zunächst diskutiert wird. Andererseits setzt die Delegation von Verantwortung bei den Führungskräften Kapazitäten frei, die beim autoritären Stil für die Kontrolle der Arbeiten bis ins Detail verwendet werden müssen. Lesen Sie hier alles zum Thema Selbstkontrolle.

Laissez Faire

Aus dem Französischen übersetzt bedeutet dieser Ausdruck: „machen lassen“. Genau darum geht es bei diesem Stil der Mitarbeiterführung. Diese erhalten keine klar umrissenen Anweisungen zu ihrer Arbeit, sondern lediglich eine Zielvorgabe. Wie das jeweilige Ziel erreicht wird, wird dem Mitarbeiter überlassen. Die Führungskraft gibt in diesem Rahmen lediglich das Ziel vor und stellt die zur Erreichung des Ziels notwendigen Mittel zur Verfügung. Dank der großen Freiräume für die einzelnen Mitarbeiter können diese ihre individuellen Stärken besser zur Entfaltung bringen. Andererseits kann dieser Führungsstil aber auch rasch zu einer Orientierungslosigkeit führen.

Das gilt vor allem dann, wenn es sich bei den definierten Zielen um zu weit in die Zukunft gerichtete Aufgaben handelt. Wirklich sinnvoll ist dieser Führungsstil deshalb nur in bestimmten Feldern. Dies betrifft etwa hoch bezahlte Facharbeiter mit besonderem Spezialwissen, in deren Tätigkeitsfelder die Führungskraft keinen fundierten Einblick hat. In diesem Fall würde das Diskutieren der einzelnen Arbeitsschritte vor allem Reibungs– und Zeitverluste generieren. Vor einem Hintergrund ist es tatsächlich sinnvoll, lediglich das Ziel gemeinsam zu definieren und die Ausarbeitung der Fachkraft in Eigenregie zu überlassen.

Karitativer Führungsstil

Führung

Wenn sich die Mitarbeiter wohlfühlen, ist das Ziel erreicht

Beim karitativen Stil steht im Rahmen der Führung das Wohl der Mitarbeiter im Zentrum des Interesses. In diesem Rahmen gibt der Vorgesetzte weniger Weisungen, als dass er den Angestellten zuhört. Bei diesem Ansatz stehen nicht die Aufgaben, sondern immer der Mensch im Mittelpunkt. Die Ermunterung und Förderung der Mitarbeiter ist das vorrangige Anliegen. Diese werden zu eigenständigem Arbeiten und zur Entwicklung individueller Lösungen ermutigt und in ihrer beruflichen Entwicklung gezielt gefördert. Problematisch an diesem Führungsstil ist vor allem, dass der Fokus nicht auf die ökonomisch relevanten Ziele gerichtet ist. Exzessiv betrieben kann dieser Stil daher ein Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage bringen, die letztendlich zur Gefährdung derjenigen Arbeitsplätze führen, für die der Aufwand betrieben wurde.

Führungspersönlichkeit und Führungsverhalten

In der klassischen Lehre wurde beim Führungsstil vor allem die Führungspersönlichkeit betrachtet. inzwischen wird dagegen mehr auf das Verhalten der Führungskraft eingegangen. Entsprechend hat sich die Palette der Führungsstile in der Forschung erweitert. So entwickelten etwa Robert A. Blake und Jane Mouton die Idee vom richtungsbezogenen Führungsstil. Bei diesem Modell wird die Orientierung nach Aufgaben auf der x-Achse und diejenige nach den Mitarbeitern auf der y-Achse bewertet.

Eine flach verlaufende Linie bedeutet in diesem Zusammenhang daher ein hohes Maß an Sachorientierung. Der sogenannten gruppenbezogene Führungsstil nach Horst-Joachim Rahn würde dagegen eher zu einer steil ansteigenden Linie führen. Bei dieser Variante wird auf die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeiter gezielt eingegangen. Anders als beim karitativen Führungsstil geht es dabei aber um die Nutzung persönlicher Stärken zum Voranbringen des jeweiligen Projekts.

Weitere Theorien

Wesentlich einheitlicher wird die Anleitung von Mitarbeitern im Rahmen der transaktionalen Führung vollzogen. Bei diesem Modell stellt die Führungskraft lediglich klar, welcher Aufgaben vom Angestellten erwartet werden und welche Vorteile dieser im Erfolgsfall erwarten darf. Demgegenüber setzt die transformationale Führung darauf, etwas im Innenleben der Mitarbeiter zu bewegen. Die Motivation zur Fokussierung auf das gemeinsame ökonomische Ziel wird durch die Vermittlung von Werten und Idealen versucht, welche die Führungskraft dann auch vorzuleben hat.

Führung

Wie ist das Verhältnis unter den Angestellten?

Die inzwischen als überholt geltende Kontigenztheorie beschäftigte sich dagegen mit den Grundlagen der Persönlichkeit der Führungskraft und deren Beziehungsverhältnissen zu den einzelnen Mitarbeitern. Das Full Range of Leadership Model konzentriert sich auf eine Verbindung von transaktionaler sowie transformationaler Führung mit den Grundsätzen des Laissez Faire.

Welche Arten von Zinsen gibt es?

Der Begriff Zinsen ist den meisten wahrscheinlich in der Verbindung mit einer Kreditaufnahme bekannt. Hier müssen sie für die Bereitstellung der Geldsumme gezahlt werden. Wer hingegen Geld gewinnbringend anlegt, erhält Zinsen. Im Laufe der Zeit haben sich viele Arten wie GuthabenzinsÜberziehungszins, Nominalzins, Sollzins, Effektivzins, Leitzins und weitere herausgebildet, die nachfolgend erläutert werden.

Historische Entwicklung der Zinsen

Zinsen wurden bereits vor 2500 Jahren erhoben, doch sie hatten ein schlechtes Image. Insbesondere im 17. Jahrhundert entstand ein weltweiter Kreditmarkt, da die Wirtschaft im Aufschwung war. Langzeitstudien belegen, dass sie bereits seit 1300 und nicht erst seit dem 20. Jahrhundert fallen, doch mittlerweile hat die Zinssituation einen kritischen Punkt erreicht. Zahlreiche Ökonomen sehen den Grund hierfür in geldpolitischen Fehlentscheidungen und Konflikten zwischen den Staaten in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten. Jährlich kann mit einer Minusverzinsung von rund 0,2 Prozent gerechnet werden, während es vor zehn Jahren noch drei Prozent plus waren. Aktuell stechen vor allem Deutschland, Japan und die Schweiz mit dem erheblich gesunkenen Zinsniveau hervor.

Die verschiedenen Arten von Zinsen

So facettenreich wie das Wirtschaftsleben ist, so vielfältig sind auch die Zinsarten:

Guthabenzins

Guthabenzinsen werden auch als Sparzinsen bezeichnet und in verschiedenen Bereichen angeboten: Banken zahlen diese auf die Einlagen des Anlegers, da sie mit dem Geld arbeiten können, Kreditkartengesellschaften für das Guthaben auf dem Kreditkartenkonto und Bausparkassen für Bausparverträge bzwBausparguthaben in der Ansparphase. Guthabenzinsen sind immer das Entgelt, das Kunden für ihr Sparguthaben erhalten. Die genaue Höhe wird vom Leitzins der Europäischen Zentralbank beeinflusst.

Überziehungszins

Privatpersonen oder Unternehmen, die ein Konto mit Dispositionslimit haben und es überziehen, zahlen Zinsen. In der Regel sind sie deutlich höher als bei herkömmlichen Krediten. Daher sollten sie die Möglichkeit, das Konto zu

Zinsen

Wann ist ein Zinssatz variabel?

überziehen, nicht so häufig in Anspruch nehmen. Die Dispozinsen liegen oft im zweistelligen Bereich. Die Ablösung eines Dispositionskredits durch ein Ratendarlehen ist in vielen Fällen empfehlenswert. Es wird bezüglich der Höhe der Dispositionszinsen und der fehlenden Transparenz vermehrt starke Kritik an den Banken und Sparkassen erhoben. Der Überziehungszins, ein eigenständiger, variabler Zinssatz, wird ab Tag eins der Überziehung bis zur Rückführung auf die vertraglich vereinbarte Kreditlinie berechnet. Er fällt nicht nur beim Dispokredit an, sondern ebenso, wenn ein Girokonto ohne Dispokredit überzogen wird.

Nominalzins

Der Nominalzins beschreibt die Zinsen, die jährlich für einen Kredit fällig sind. Diese Gebühr verlangt man für die Bereitstellung des Darlehens vom Kreditgeber. Die monatlich zu zahlende Rate ergibt sich aus der vereinbarten Tilgung und dem Nominalzins. Bei einem Kredit spricht man statt vom Nominalzins ebenso vom Sollzins. Neben diesem müssen die Kreditinstitute auch den Effektivzins angeben, der zudem die Bearbeitungsgebühren enthält und somit aussagekräftiger ist. Es wird zwischen dem variablen und festen Nominalzins unterschieden: Erster kann sich während der Laufzeit verändern und je nach vorherrschenden Gegebenheiten am Kapitalmarkt günstiger oder teurer werden. Ein fester Zinssatz verändert sich über die Kreditlaufzeit hinweg nicht, sodass er konstant bleibt.

Zinseszins

Bei den Zinseszinsen, die vor allem bei großen Geldanlagen sehr sinnvoll sein können, handelt es sich um die verzinsten Zinserträge. Bei einem Sparbuch beispielsweise berechnet man zunächst einmal die Habenzinsen, die man anschließend in ihrer Summe gut schreibt. Auf diese Weise erhöht sich das Sparkapital. Durch die Zinsen vermehrt sich das Guthaben. Auf dieses Kapital rechnet man erneut Zinsen an. Das Anlagevermögen kann somit sehr schnell wachsen, wenn die monatlichen Zinsen hoch sind und man sie mehrfach im Jahr gut schreibt. Es werden „Zinsen auf Zinsen“ berechnet. Bei der nächsten Gutschrift lässt man sie demnach wieder mit verzinsen.

Leitzins

Der Leitzins beeinflusst die Geldgeschäfte der Verbraucher und Unternehmen maßgeblich. Anhand dessen lässt sich festlegen, zu welchen Zinsen sich die Banken und Kreditinstitute bei einer Zentralbank das Geld beschaffen können. Diese errechnet die Zinssätze täglich neu und gibt sie an die Banken weiter, die wiederum nicht verpflichtet sind, sich an den Leitzins zu halten. Er dient lediglich als Orientierung, denn die Kreditinstitute möchten natürlich in erster Linie kostendeckend arbeiten. Bei einem hohen Leitzins leihen sich die Geldinstitute nur geringe Geldsummen. Dies bedeutet gleichzeitig, dass die Anzahl der vergebenen Kredite sinkt Die Zentralbank kann

Zinsen

Was hat die EZB mit den Zinsen zu tun?

mit der Hilfe des Leitzinses die Aufnahme der Kredite der Wirtschaft ankurbeln, aber auch hemmen. Mit einem niedrigen Leitzins lässt sich die gesamtwirtschaftliche Situation demnach in Schwung bringen. Der Zinssatz, welchen die Banken ansetzen, orientiert sich ebenso am Leitzins. Ist er niedrig, profitieren somit ebenso die Bankkunden. Lesen Sie hier alles zur Zentralbank.

 

Effektivzins

Der Nominal- oder Sollzins ist im Unterschied zum Effektivzins der reine Jahreszins, welcher auf den Kreditbetrag angewendet wird. Weitere Kredit- oder Anlagekonditionen bleiben unberücksichtigt. Der Effektivzins hingegen umfasst zusätzliche Nebenkosten des Darlehens wie Gebühren, den AuszahlungskursTilgungssatz, eventuelle Tilgungsverrechnungstermine oder andere preisbestimmende Kosten, die meist nicht offen ausgewiesen, sondern in die Zinsberechnung eingepreist werden. Daher ist es immer wichtig, beim Vergleich der Kredite auf den Effektivzins zu achten, denn er gibt die tatsächliche Höhe sämtlicher Kosten an. Zusatzkosten, beispielsweise für eine Restschuldversicherung, sind im Effektivzins nicht enthalten.

Sollzins

Leihen sich Kreditnehmer von einer Bank Geld, müssen sie im Gegenzug immer Zinsen zahlen. In diesem Zusammenhang spricht man von den Sollzinsen. Der Sollzins kann auch der Zinssatz für die Verwendung eines Dispokredits sein. Die Höhe richtet sich nach dem Zinsniveau des aktuellen Geld- und Kapitalmarktes. Ist der Sollzins variabel, kann die Bank ihn regelmäßig der Marktlage entsprechend anpassen. Bei einem festen Sollzins bleibt der vereinbarte Zinssatz laut der Zinsbindungsfrist unverändert. Letzten Endes sollten Kreditnehmer den Fokus auf den Effektivzins legen, da er die Gesamtkosten des Darlehens widerspiegelt.

Zinsen auf Sachkapital

Nicht nur Kapitalzinsen, sondern auch Sachwerte können verzinst werden, beispielsweise bei der Vermietung einer Immobilie. Für die Überlassung erhält der Vermieter in Form der Miete Mietzinsen. Der Begriff Miete kann aber ebenso in der Verbindung mit der Überlassung von anderen Objekten wie Autos auftauchen. Es geht also

Zinsen

Auch Mietzahlungen zählen zur Verzinsung

darum, sich nicht Geldkapital, sondern Sachkapital zu „leihen“. Je nachdem, um welche Sachkapitalanlage es sich handelt, sind es beispielsweise Miet-, Pacht- oder Baurechtszinsen.

Zusammenfassung

Die Zinsen sind für Gläubiger der Verdienst und für Schuldner die Kosten am entstandenen Vertrag. Es handelt sich hierbei um die berechneten Gebühren, die für die Überlassung von Kapital oder Sachkapital zu bezahlen sind. Die Zinssätze und Auszahlungsmodalitäten können je nach Bank sehr schwanken, sodass die vielen verschiedenen Angebote vor der Kreditaufnahme oder Eröffnung eines Sparkontos stets miteinander verglichen werden sollten.

Was sind Summen- und Saldenlisten

Die Summen- und Saldenliste (kurz SuSa) gehört zur doppelten Buchführung und umfasst alle Konten und Positionen innerhalb eines Geschäftsjahrs. Zu den Komponenten gehören sämtliche Anfangs- und Schlussbestände sowie laufende Veränderungen. Summen- und Saldenlisten spielen eine wesentliche Rolle in der Bewertung und Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung des bilanzpflichtigen Unternehmens. Sie bilden damit eine wesentliche Grundlage für betriebswirtschaftliche Auswertungen.

Summen- und Saldenliste im Überblick

Die Summen- und Saldenliste entspricht einer Aufstellung sämtlicher Konten, die im Rahmen eines bestimmten Zeitraums (meist ein Jahr) Buchungen aufweisen. Die umgangssprachliche Bezeichnung lautet SuSa. Die SuSa ermöglicht dem Betrachter genaue Rückschlüsse auf den Umfang des Geschäfts, den Umsatz, entstandene Kosten, Forderungen gegenüber Kreditgebern und weitere Daten und Kennzahlen. In seltenen Fällen sind auch andere Positionen in der Summen- und Saldenliste aufgeführt, beispielsweise kalkulatorische Abschreibungen. Die Summen- und Saldenliste ist eine wichtige Komponente in der doppelten Buchführung, ermöglicht jedoch kein vollumfängliches Bild über die geschäftliche Ertragslage. Bestimmte Positionen, beispielsweise der aktuelle Warenbestand, sind kein Gegenstand dieser Liste. Lesen Sie hier alles zum Warenbestand.

Stellenwert und Notwendigkeit der Summen- und Saldenliste

Innerhalb der Finanzbuchhaltung allgemein sowie der Bilanz im Speziellen erfüllt die SuSa mehrere Funktionen und kommt in verschiedenen Anlässen zum Einsatz. In der Buchhaltung gilt die Summen- und Saldenliste als zentraler Ausgangspunkt für verschiedene Aussagen und Aktionen. Die darin aufgeführten Buchungen dienen als Grundlage für Aussagen über die gegenwärtige betriebswirtschaftliche Lage einer Firma. Die Liste ist gleichzeitig die

Summen- und Saldenliste

Die SuSa ist relevant für Controlling und Co.

Basis für viele Auswertungen und spielt damit auch im Controlling eine wichtige Rolle.

Auf Basis der Summen- und Saldenliste eines Unternehmens lassen sich wichtige Rechnungen und Standards ableiten. Dazu gehören Cashflow beziehungsweise Kapitalfluss-Rechnungunterjährige Bilanzen, Übersichten über Kreditoren und Debitoren sowie Mittelherkunfts– und Mittelverwendungsrechnungen.

Damit die SuSa aussagekräftig sein kann, müssen sämtliche Konten erfasst und bebucht werden. Dazu gehören auch die Konten des Anlage- und Umlaufvermögens. Eine weitere Voraussetzung für die Aussagekraft ist eine Übereinstimmung der aktiven und passiven Bestandskosten mit den Bilanzwert-Salden aus den je aktuellen Jahresabschlüssen.

Komponenten und Bestandteile der Summen- und Saldenliste

In der Summen- und Saldenliste finden zahlreiche wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen Verwendung. Sie erfassen Anfangs- und Schlussbestände sämtlicher Konten (darunter BestandskontenErfolgskonten, Kreditoren- und Debitorenkonten). Alle Konten sind zu erfassen, die innerhalb der Abrechnungsprediode Buchungen vorweisen. Weiterhin erfasst die SuSa sämtliche laufenden Veränderungen.

Die SuSa lässt sich begreifen als Vorstufe zu einem Jahresabschluss mit Gewinn- und Verlustrechnung oder Bilanz. Ebenso ist sie eine Übersicht zu den Außenständen des Unternehmens gegenüber Geschäftspartnern und Kreditgebern. Gleichfalls beinhaltet die SuSa eine Aufstellung offener Rechnungen, auf deren Zahlungseingang ein Unternehmen noch wartet.

Vom Kontenrahmen unabhängig geben Summen- und Saldenlisten einen Überblick über die Bestände, Veränderungen und Buchungen verschiedener Kontentypen.

Wichtige Buchungen entfallen hierbei auf aktive und passive Bestandskonten. Aktive Bestandskonten umfassen solche Konten, die im Rahmen der späteren Bilanz in der Aktivseite auftauchen. Ein typisches Beispiel für ein solches aktives Bestandskonto ist das Konto für den Wareneinkauf. Ein passives Bestandskonto taucht hingegen in der späteren Bilanz auf deren Passivseite auf. Ein typisches Beispiel ist ein Konto, über das Fremdkapital aufgenommen wird (beispielsweise ein Bankdarlehen).

Summen- und Saldenliste

Was beinhaltet das Erfolgskonto?

Ein weiterer wichtiger in der Summen- und Saldenliste aufzuführender Kontotyp ist das Erfolgskonto. Erfolgskonten beinhalten alle Konten, die Grundlage für Gewinn- und Verlustrechnung sowie die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) sind. Zu diesem Kontotypen gehören UmsatzkontenKostenkonten sowie Lohn- und Gehaltskonten.

 

Weiterhin sind in der SuSa die Debitoren– und Kreditorenkonten zu berücksichtigen. Debitoren stellen Kunden dar, die dem Unternehmen Zahlungen schulden. Diese Kunden erhalten in der Regel Rechnungen. Das Debitorenkonto für ein bestimmtes Unternehmen zeigt, welche Summe das Unternehmen der Firma schuldet und welche Beträge sie in einem bestimmten Zeitraum bezahlt hat.

Kreditorenkonten stellen die Konten der Lieferanten dar. Sie geben also einen Überblick darüber, welche Summe das Unternehmen anderen Firmen (Lieferanten) schuldet und welche Summe innerhalb des Berichtzeitraums bereits gezahlt wurde.

Aufbau und Gliederung der Summen- und Saldenliste

Die Gliederung und der konkrete Aufbau einer Summen- und Saldenliste hängt im Einzelnen vom Kontenrahmen der jeweiligen Buchhaltung ab. Es existieren bestimmte Standards, wobei das Standardkontenrahmen – Prozessgliederungsprinzip(SKR) häufig Anwendung findet. Dazu gehören SKR 03 sowie SKR 04.

In einer typischen Gliederung der Summen- und Saldenlisten sind verschiedene Positionen in horizontalen und andere in vertikalen Spalten dargestellt.

Horizontale Gliederung

  • Die horizontalen Spalten im Überblick:
  • Kontonummer
  • Bezeichnung des Kontos
  • EB-Wert
  • Monatliche Zu- und Abgänge (Soll und Haben)
  • Kumulierte Zu- und Abgänge im laufenden Jahr
  • Schlussbestand (Saldo)

Die horizontalen Spalten (von links nach rechts) beginnen zunächst mit der Kontonummer und daneben der Konto-Bezeichnung. Es folgen in weiteren Spalten die Anfangsstände (dazu gehören die Eröffnungs-Bilanzen oder EB-Werte) sowie die Zu- und Abgänge im Abrechnungszeitraum. Darauf folgt die kumulierte Darstellung der Zu- und Abflüsse im Geschäftsjahr in Form eines Jahreswerts. Anschließend werden die Schlussbestände zum Ende des Abrechnungsmonats dargestellt (diese entsprechen dem Saldo). Neben den EB– und Saldo-Spalten befinden sich neben dem absoluten Wert die Kürzel S oder H, die Rückschluss darauf geben, ob

Summen- und Saldenliste

Wie hoch ist der Konto-Eröffnungsstand?

der Konto-Saldo im Bereich Soll oder Haben steht.

Vertikale Gliederung

Die vertikalen Zeilen gliedern sich nach den vorhandenen Kontotypen. Typischerweise sind dies:

  • Anlagevermögen und Umlaufvermögen (aktive Bestandskonten)
  • Fremd- und Eigenkapital (passive Bestandskonten)
  • Aufwandskonten und Erlöskonten (Erfolgskonto I und II)
  • Debitorenkonten
  • Kreditorenkonten

Grundsätzlich ist die Summen- und Saldenliste so aufgebaut, dass pro Konto jeweils zunächst der Eröffnungsstand dargestellt, anschließend die gebuchten Werte über ein Jahr aufsummiert und schließlich der Schlussbestand dargestellt wird. Im Sinne der Übersichtlichkeit stellt eine typische Summen- und Saldenliste auch Zwischensummen in den verschiedenen Zeilen und Spalten dar.

Was ist eine Zession?

Der Begriff Zession stammt aus dem Lateinischen (cessio) und beschreibt eine Abtretung. Im deutschen Zivilrecht ist sie im BGB §398 Satz 1 definiert. Eine Abtretung liegt vor, wenn ein Gläubiger seine Forderungen gegenüber einem Schuldner vertraglich auf einen anderen Gläubiger überträgt. Der Schuldner bleibt dabei gleich, auch am Inhalt und Umfang der Forderung ändert sich nichts. Den ursprünglichen Gläubiger bezeichnet man dabei als Zedent, der Gläubiger, der die Forderung übernimmt, ist ein Zessionar.

Voraussetzungen und Wirkung

Für eine gültige Zession sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Zunächst einmal muss überhaupt eine Forderung vorliegen, bei welcher der Zedent zum Zeitpunkt der Abtretung der Inhaber. Die Forderung muss zudem bestimmt oder bestimmbar sein. Es muss also eindeutig erkennbar sein, aus welchen Dingen sie sich zusammensetzt, wem sie gehört und was genau abgetreten werden soll. Dies ist besonders dann wichtig, wenn es sich um eine sogenannte Vorausabtretung handelt. So lassen sich Forderungen, die aktuell noch nicht bestehen aber schon absehbar sind, abtreten. Dies geht jedoch nur, wenn man sie genau definieren kann.

Grundsätzlich ist jede Forderung übertragbar. Es gibt jedoch auch ein paar Ausnahmen. So können sowohl vertragliche Bestimmungen eine Zession ausschließen als auch gesetzliche Regelungen, die in §§ 399 und 400 BGB zu finden sind. Auch ist eine Abtretung nur rechtens, wenn im Vorfeld ein Abtretungsvertrag geschlossen wurde. Dabei wird vom Gesetz keine konkrete Form vorgeschrieben. Es gibt jedoch vereinzelt Ausnahmen wie beispielsweise bei einer Hypothek. Lesen Sie hier alles zur Hypothek.

Zession

Wer muss wen informieren?

Bei dem Vertrag reicht es wohlgemerkt aus, wenn sich Zedent und Zessionar vertraglich einigen. Der Schuldner muss nicht beteiligt werden und er kann dem Vertrag auch nicht widersprechen. Der Zedent und der Zessionar müssen den Schuldner genau genommen nicht einmal über die Abtretung der Forderung informieren.

Mit Abschluss des Vertrages gehen die Forderungen auf den Zessionar über. Er hat nun das Recht, die Schuld gegenüber dem Schuldner geltend zu machen. Im Gegensatz zu einer Vertragsübernahme bleibt der Zedent jedoch auch weiterhin Vertragspartner des Schuldners. Dies gibt ihm beispielsweise das Recht der Einrede.

Historische Einordnung

Ob eine Forderung einfach übertragbar ist, hat sich in der rechtlichen Betrachtung über die Jahrhunderte immer wieder geändert. Im römischen Recht war es beispielsweise nicht vorgesehen, dass Gläubiger einfach so wechseln können. Damals behalf man sich meist mit einer sogenannten Prozessvertretung. Erst in der Phase des späteren Kaiserreichs stärkte man dann zunehmend die Position des Zessionars und gab ihm die Möglichkeit, Forderungen einzuklagen.

Das spätere germanische Recht ging dann zunächst wieder einen Schritt zurück, da die Möglichkeit, einfach eine Forderung auf eine andere Person zu übertragen, bestritten wurde. Erst im frühen 18. Jahrhundert setzte sich dann die auch heute noch gebräuchliche Meinung durch, die dann auch ihren Weg in das Bürgerliche Gesetzbuch fand.

Zession

Die Zession sichert die Liquidität

Heute wird die Zession häufig von Unternehmen genutzt. Sie bietet ihnen eine Möglichkeit, um die eigene Liquidität zu sichern. Ein klassisches Beispiel ist die Beziehung zu Lieferanten. Hat ein Unternehmen offene Zahlungen bei einem Lieferanten, selbst aber noch offene Forderungen gegenüber Kunden, können die Beträge mit der Hilfe einer Abtretung ausgeglichen werden. Das Unternehmen überträgt seine Forderungen an den Lieferanten, er nun wiederum die offenen Zahlungen des Schuldners einfordern kann.

Die verschiedenen Arten

Über die Zeit haben sich verschiedene Arten von Zessionen entwickelt, die unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden. Folgende Varianten sind heute üblich.

  • Einzelzession: Diese Abtretung umfasst nur eine einzelne Summe, wie etwa eine konkrete Rechnung.
  • Rahmenzession: Die Abtretung umfasst mehrere oder sogar alle Forderungen eines Unternehmens.
  • Globalzession: Eine Unterform der Rahmenzession, die alle aktuellen und zukünftigen Forderungen eines Unternehmens beinhaltet.
  • Mantelzession: Eine weitere Form der Rahmenzession, bei der Forderungen bis zu einem bestimmten Höchstbetrag übertragen werden.
  • offene Zession: Der Schuldner wird über die Abtretung informiert und zahlt daraufhin direkt an den Zessionar.
  • stille Zession: Der Schuldner erfährt nicht von der Abtretung. Die Zahlungen erfolgen daraufhin weiterhin an den Zedent, der anschließend wiederum das Geld an den Zessionar weiterleitet.
  • Vorausabtretung: In diesem Falle werden Forderungen schon übertragen, die noch gar nicht entstanden aber bereits absehbar sind.
  • Inkassozession: Die Forderungen werden an eine Bank oder ein Inkassounternehmen abgetreten.
    Sicherungszession: Die Abtretung der Forderungen erfolgt als Sicherung für eine kurzfristige Finanzierung.

Abgrenzungen zur Novation oder Schuldenübernahme

Zession

Eine Schuldenübernahme ist nicht mit der Zession gleichzusetzen

Auch, wenn die Zession das Thema Schulden behandelt, sollte sie nicht mit einer Schuldenübernahme oder einer Novation verwechselt werden. Bei allen drei Vorgängen wird zwar das Schuldverhältnis verändert, trotzdem gibt es Unterschiede. Im Falle einer Schuldübernahme ändert sich nicht wie bei einer Zession der Gläubiger, sondern der Schuldner. Es übernimmt also eine andere Person die Begleichung der Forderung. Bei einer Novation wird dagegen die Schuld direkt aufgehoben. Alle beteiligten Parteien bleiben dabei gleich und es findet nur eine inhaltliche Veränderung der Forderung statt.

Der Unterschied zum Factoring

Das Factoring weißt ebenfalls ein paar Ähnlichkeiten zur Zession auf, ist jedoch nicht mit ihr zu verwechseln. Beim Factoring kauft eine dritte Partei, häufig eine Bank oder eine Gesellschaft, die Forderung auf. Nach dem Verkauf muss der Gläubiger keinen Zahlungsausfall seines Schuldners mehr befürchten, da er die gesamte Schuld nun an den sogenannten Factor verkauft hat. Dieser muss sich nun um die Begleichung der Forderung kümmern und trägt das alleinige Risiko, falls der Schuldner nicht in der Lage ist, die offene Summe zu bezahlen.