Seltsame Eigenschaften hat fast jeder

Kuriose Eigenschaften berühmter Gründer von Gates bis Zuckerberg

Auf den ersten Blick scheinen große Unternehmer wie Microsoft-Entwickler Bill Gates oder Facebook-Guru Mark Zuckerberg absolut seriös, geradezu makellos. Kaum vorstellbar, dass derart erfolgreiche Businessmen genauso wie ein Großteil der Normalsterblichen spezielle Spleens haben. Und doch finden sich bei einigen CEO-Stars ungewöhnliche Eigenschaften, die neugierig machen.

Damit sind allerdings keine Banalitäten wie der tägliche „Genuss“ eines Glases Essigwasser oder der allmorgendliche Verzehr eines zuckerreduzierten Müslis gemeint. Die speziellen Charakteristika sorgen für Schlagzeilen, so spektakulär muten sie an. Wenn Sie gleich die „Ticks“ bekannter Gründer kennen lernen, werden Sie schmunzeln – oder sich verwundert die Augen reiben.

Bill Gates zwischen Microsoft und Stuhlreiten

Bill Gates

Mit der Gründung von Microsoft ist dem US-Amerikaner Bill Gates ein Meilenstein in der Geschichte des Computers geglückt. Dass dieser international angesehene Unternehmer leidenschaftlich gern stuhlreitet, kann jedoch nicht an der Freude über den großen Erfolg liegen. Er praktiziert die Kunst nämlich schon sehr viel länger.

Inzwischen ist Bill Gates auch als Mäzen bekannt. Die Gelassenheit musste der berühmte Mann aber zunächst lernen. Trotz aller Fortschritte war ihm das Stuhlreiten partout nicht abzugewöhnen. Es ist Bill Gates bis heute geblieben. Der interessierte Leser fragt sich an dieser Stelle natürlich, in welchen Momenten der Gründer seinem Spleen nachgeht.

Offenbar immer dann, wenn es um intensive Denkarbeit geht. Je mehr sich Bill Gates für ein bestimmtes Thema begeistert, desto mehr regt es ihn auf und desto stärker schaukelt er. Ob ihm die Idee zu Microsoft damals wohl auch beim Stuhlreiten kam? Gut möglich. Vielleicht gelangen auch Sie via Stuhlreiten zu einem milliardenschweren Vermögen…

Anna Wintours skurriles Leben für die Mode

Anna Wintour

Von der Welt des Stuhlreitens vor dem Computer, in der Bill Gates zuhause ist, geht es in den Kosmos der Mode zu Anna Wintour. Die britische Journalistin hält den Redaktionssitz des Magazins ‚Vogue. Man sagt ihr nach, sich dort ausgesprochen dominant zu verhalten, eine entschiedene Regentin zu sein. Ihre meist eiserne Miene und der sehr akkurate Bob tragen zum strengen Erscheinungsbild bei.

Der Spitzname der Modespezialistin lautet „Nuclear Wintour„. Er hat 2006 mit dem Film „Der Teufel trägt Prada“ sein eigenes Denkmal erhalten. Doch auch das scheint die Frau nicht im geringsten zu tangieren. Sie erschien sogar zur Premiere des einstigen Kinohits, und zwar von oben bis unten in Prada eingekleidet. Was aber steckt hinter dem riesigen Erfolg von Anna Wintour? Sind es gar skurrile Spleens?

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Anna Wintour täglich um 5.45 Uhr aus dem Bett steigt, um anschließend eine Stunde Tennis zu spielen. Um sieben Uhr folgt ein Termin beim Friseur, ehe der Büroalltag seinen Lauf nimmt. Anna Wintour verlässt Partys immer als Erste – kein Wunder, bei der rigiden Aufstehzeit. Und: Im Schlabber-Look präsentiert sich die Frau nie. Der ihr eigene Signature-Style ist Pflicht, egal wann, egal wo.

Was sagt uns das? Eventuell Folgendes: Ziehen Sie Ihr Ding ohne Rücksicht auf Verluste durch – es zahlt sich aus.

Die riesige Spleen-Sammlung des Elon Musk

Elon Musk

Auch der gebürtige Südafrikaner Elon Musk hat eine ganze Reihe von Spleens zu bieten. Um ihn ranken sich bereits unzählige Gerüchte und Mythen. Seine frühere Frau Justine sagte über den Unternehmer: „Es ist Elons Welt – und der Rest von uns lebt auch darin„. Eindrückliche Worte, die auf eine egozentrische Eigenschaft hindeuten.Und wie sieht sie konkret aus, Elons Welt? Was macht den Unternehmer so erfolgreich? Fest steht, dass Elon Musk jeden Arbeitstag in fünfminütige Einheiten teilt. Durch diesen relativ einfachen „Trick“ steigert der CEO von Tesla und SpaceX seine Konzentration und damit einhergehend auch seine Produktivität.

Nicht schlecht, aber auch nicht weltbewegend. Allerdings umfasst sein Geschäftsdasein noch mehr als die Fünf-Minuten-EinheitenElon Musk soll angeblich sämtliche Anrufe sowie E-Mails ignorieren. Gute Erreichbarkeit sieht anders aus… Weiterhin scheint der Unternehmer nicht besonders geduldig oder entgegenkommend zu sein.

Wagt es einer seiner Mitarbeiter, einen kleinen Tippfehler zu begehen oder über längere Zeit nichts Sinnvolles zu leisten, muss er wohl oder übel mit einer Kündigung rechnen. Unter der Führung von Elon Musk zählt Leistung, sonst nichts. Diesem Prinzip folgt der dreifache Staatsbürger (Südafrika, Kanada, USA) im Beruf wie in der Freizeit.

Jack Ma als „Double“ von Michael Jackson

Jack Ma

Ein ähnlich stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein wie Elon Musk scheint auch Jack Ma zu haben. Der CEO von Alibaba liebt die Musik des inzwischen schon verstorbenen Weltstars Michael Jackson. Doch er begnügt sich nicht damit, die Songs des Künstlers zu hören; er selbst „ist“ Michael Jackson – oder zumindest ein Abklatsch, auch wenn man es nicht auf den ersten Blick erkennen mag.

Jack Ma tanzt für sein Leben gern und dazu noch ziemlich gut. Bei einem Firmenjubiläum erschien der erfolgreiche Geschäftsführer in einem typischen Kostüm, wie es der einstige ‚King of Pop‘ hätte tragen können. Zu einem Medley der größten Hits Jacksons legte Jack Ma einen wahrlich beeindruckenden Auftritt hin. Wer nun meint, es handelte sich dabei bloß um einen Ausrutscher, irrt gewaltig.

Schon im Jahr 2009 kamen rund 2000 Konferenzgäste in den Genuss, Jack Ma bei einer leidenschaftlichen Performance zu Elton Johns klassischer Ballade „Can you feel the love tonight“ live zu erleben. Damals zeigte sich der sonst so seriöse CEO mit Nasenring und schwarzem Lippenstift sowie Fake-Iro. Hätten Sie das von einem der berühmtesten und reichsten Männer unseres Planeten erwartet?!

Legendär: Steve Jobs Arbeitsweise und Lifestyle

Steve Jobs

Steve Jobs hat nichts Geringeres als Apple (mit)verbrochen. Der Gründer ist im Jahr 2011 verstorben, doch nach wie vor unvergessen. Er war eine herausragende Persönlichkeit, in Bezug auf seine Arbeitsweise wie hinsichtlich seines Lifestyles. An Steve Jobs‘ eigenartige „Arbeitsuniform“ erinnert sich fast jeder: Er trug stets einen schwarzen Rollkragenpulli in Kombination mit Jeans und Turnschuhen.

Weiterhin war Steve Jobs bekannt dafür, mehrere Wochen lang nur ein ganz bestimmtes Lebensmittel zu sich zu nehmen. Es handelte sich dabei beispielsweise um Karotten oder Äpfel, je nachdem, wonach ihm in der Zeit am meisten gelüstete. Karotten waren wohl grundsätzlich eine Art Lieblingsspeise für den Unternehmer. Aufgrund des übermäßigen Konsums färbte sich seine Haut merklich orange.

Übrigens nennt sich diese seltsame Vorgehensweise „Frutarier-Diät„. Vielleicht wäre das auch einmal etwas für Sie? Könnte schließlich Erfolg mit sich bringen – unter Umständen sogar in diversen Lebens- und Körperbereichen. Obwohl… Zu dieser Diät gehört auch eine leicht fragwürdige Routine: Sie erlaubt nur einen einzigen Badetag pro Woche. Nun ja, so bleibt mehr Zeit für die Arbeit – und man spart Wasser.

Marissa Ann MayerCupcakes statt Karotten

Marissa Mayer

Was für Steve Jobs saftige Karotten waren, sind für Marissa Ann Mayer wunderbar süße Cupcakes. Die frühere Vorstandsvositzende des Unternehmens Yahoo zeichnet sich durch diese ziemlich ungesunde Eigenschaft aus. Sie ist der extrem zuckerreichen Leckerei ganz verfallen. Allerdings nimmt Marissa Ann Mayer nicht jedes beliebige Törtchen zu sich – vielmehr sucht sie laufend nach dem perfekten Rezept für die Delikatesse.

Um dem Optimum Stück für Stück näher zu kommen, fertigt sie akribisch Notizen an und fügt diese in Kalkulationstabellen ein. Die Aufzeichnungen sorgen für eine äußerst präzise Übersicht in Bezug auf ideale Zusammensetzungen der Zutaten. Dass sie bei der wichtigen Angelegenheit überhaupt noch Zeit gefunden hat, einen Startup-Inkubator zu erschaffen? Durchaus erstaunlich…

Übrigens ist die Methode mit den Kalkulationstabellen ursprünglich bei Product Launches von Google zum Einsatz gekommen. Dort war Marissa Ann Mayer als Vizepräsidentin aktiv. Und was ist nun mit dem besten Cupcake aller Zeiten? Laut der Gründerin verdient eine Sorte namens „Vanilla Fudge“ den Titel. Probieren Sie das leckere Dessert am besten selbst aus – vielleicht bringt es auch Ihnen besonderen Erfolg.

Mark Zuckerbergs wunderliche Eigenschaften

Seltsame Eigenschaften hat fast jeder

Mark Zuckerberg

Den Abschluss der besonders kuriosen Eigenschaften weltberühmter Gründer bildet der Neujahrs-Tick von Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg. Wie die meisten von uns setzt er sich immer wieder ein neues Ziel zum Jahresanfang. Dabei geht es jedoch nicht darum, endlich mehr Sport zu treiben, gesünder zu essen oder das Rauchen aufzugeben.

Herrn Zuckerbergs Neujahrsvorsatz entspricht stets einer großen Challenge, die er das gesamte Jahr über beinhart verfolgt. Beispiele gefällig? Zuckerberg entschied sich schon einmal, innerhalb von zwölf Monaten Mandarin zu lernen. Und auch, ein ganzes Jahr lang ausschließlich das Fleisch von selbst getöteten Tieren zu verzehren. Mahlzeit.

Was ist der Leverage-Effekt?

Mit dem Leverage Effekt wird die Erhöhung der Rendite des Eigenkapitals durch die Aufnahmen von Fremdkapital bezeichnet. Diese Hebelwirkung entsteht, wenn die Kosten für das Fremdkapital niedriger sind als die Rendite, welche durch das Fremdkapital getätigte Investition abwirft. Die Hebelwirkung ist daher an verschiedene Grundbedingungen geknüpft. Sind diese nicht vorhanden, kann es zu negativen Folgen des Leverage Effekts kommen.

Der Leverage-Effekt

Die Grundkonstellation

Für die Durchführung einer Unternehmung benötigt man in aller Regel mehr Kapital, als ein neu startender Unternehmer aus eigenen Mitteln aufbringen kann. Infolgedessen wird die Aufnahme von Fremdkapital notwendig. Hierbei sind mehrere Wege möglich. Die klassische Variante ist beispielsweise die Aufnahme eines Kredits. Für diesen werden so gut wie immer Zinsen fällig. Die Kosten für die Zinsen schmälern den Gewinn.

Die Aufnahme eines Kredits lohnt sich für den Unternehmer deshalb nur dann, wenn der durch die unternehmerischen Aktivitäten erzielte Gewinn deutlich höher liegt als die aufzubringenden Zinsen. Ist dies der Fall, erhöht das eingesetzte Fremdkapital die Einkünfte. Die Relation des Gewinns im Verhältnis zum eingebrachten Eigenkapital steigt entsprechend. Hierbei handelt es sich um den so genannten positiven Leverage Effekt.

Fallbeispiel für den positiven Leverage Effekt

Die Firma A arbeitet als Zulieferer für die Automobil Industrie. Sie stellt Druckknöpfe für das Armaturenbrett her. Die Höhe des Eigenkapital beträgt zehn Millionen Euro. Investiert wurde das Eigenkapital in die zur Produktion notwendigen Maschinen. Diese werden jährlich mit fünf Prozent abgeschrieben. Die so verursachten Kosten betragen entsprechend 500.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen Ausgaben für Personal in Höhe von 200.000 Euro.

Der durchschnittliche jährliche Umsatz des Unternehmens liegt bei 2.000.000 Euro. Hiervon sind die für die Produktion aufgewendeten Kosten in Abzug zu bringen.

2.0000.000 Euro Umsatz
– 500.000 Euro Abschreibung für Maschinen
– 200.000 Euro Personalkosten

1.300.000 Euro Gewinn

Auf dieser Grundlage lässt sich nun die Rentabilität des Eigenkapitals berechnen. Dabei teilt man den Gewinn durch das Eigenkapital. Im vorliegenden Beispiel beträgt das Ergebnis 0,13. Umgerechnet in Prozent bedeutet dies, dass die Eigenkapitalrendite für Firma A bei 13 Prozent pro Geschäftsjahr liegt.

Die Aufnahme von Fremdkapital

Leverage-Effekt

Die Berechnung des Leverage-Effekts

Aufgrund der guten Wirtschaftslage der Automobilindustrie ist die Auftragslage positiv. Um alle Bestellungen abarbeiten zu können entschließt sich Firma A Fremdkapital aufzunehmen. Dank niedriger Leitzinsen ist der Kredit entsprechend günstig und wird mit 2 Prozent pro Jahr verzinst. Für die Anschaffung neuer Maschinen werden insgesamt 5.000.000 Euro aufgenommen.

Die zusätzlichen Maschinen werden ebenfalls mit fünf Prozent pro Jahr abgeschrieben. Außerdem entstehen durch die Erweiterung des Betriebs zusätzliche Lohnkosten in Höhe von 100.000 Euro pro Jahr. Die Umsätze lassen sich um 750.000 Euro pro Jahr steigern. Somit ergibt sich folgende Rechnung:

750.000 Euro zusätzlicher Umsatz
– 250.000 Euro Abschreibung für Maschinen
– 100.000 Euro erhöhte Personalkosten
– 100.000 Euro Zinsen für Fremdkapital

300.000 Euro Gewinn

Das Berechnung des Leverage Effekts

Die Aufnahme von Fremdkapital hat für die Firma A eine Erhöhung der Gewinne bedeutet. Nun stellt sich die Frage, in welcher Höhe sich die Hebelwirkung des Leverage Effekts auf das Gesamtergebnis ausgewirkt hat. Wiederum muss man hierbei den Gewinn ins Verhältnis zum Eigenkapital setzen. Dabei wird im Beispiel davon ausgegangen, dass sich die Werte für das Kerngeschäft nicht verändert haben. Entsprechend erhöht sich der Gewinn von 1.000.000 Euro auf 1.600.000 Millionen Euro.

Wird der Gewinn durch das Eigenkapital geteilt, ergibt dies einen Wert von 0,16. Prozentual beträgt die Rendite des Eigenkapitals daher 16 Prozent pro Jahr. Gegenüber dem Vorjahresergebnis bedeutet dies eine Steigerung um drei Prozentpunkte. Genau diese drei Prozentpunkte sind der positive Leverage Effekt, der sich aus der Aufnahme von Fremdkapital ergeben hat.

Fallbeispiel zum negativen Leverage Effekt

Der Leverage Effekt kann jedoch auch in negativer Weise eintreten. Dies ist dann der Fall, wenn die auf das Eigenkapital erzielbare Rendite sich unterhalb der Kosten bewegt, die für die Leistung von Zinsen für das aufgenommene Fremdkapital aufgewendet werden müssen.

Der Leverage-Effekt kann auch negativ ausfallen

Nehmen wir in obigem Beispiel an, die Firma A realisiert bei glelchem Eigenkapital lediglich Umsätze von 1.000.000 Euro pro Jahr. Die Rechnung sähe dann wie folgt aus:

1.0000.000 Euro Umsatz
– 500.000 Euro Abschreibung für Maschinen
– 200.000 Euro Personalkosten

300.000 Euro Gewinn

Entsprechend niedriger läge die Eigenkapitalrendite. Die Division von Gewinn durch Eigenkapital ergibt einen Wert von 0.03 was 3 Prozent Rendite entspricht.

Nehmen wir weiter an, dass die Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank stark erhöht wurden und Kredite lediglich zu einem Satz von 8 Prozent aufgenommen werden können. Entschließt sich Firma A gleichwohl zur Erhöhung der Kapazitäten in der oben beschriebenen Form ergibt sich, sofern die Umsätze auch durch verstärkte Produktion nicht erhöht werden können, folgende Rechnung:

500.000 Euro zusätzlicher Umsatz
– 250.000 Euro Abschreibung für Maschinen
– 100.000 Euro erhöhte Personalkosten
– 400.000 Euro Zinsen für Fremdkapital

– 250.000 Euro Verlust

Der Einfluss der Verlusts auf die Eigenkaptialrendite ergibt sich aus dem Abzug der Verluste vom Gewinn. 300.000 Gewinn abzüglich 250.000 Euro Verlust ergibt 50.000 Euro Restgewinn. Wird dieser durch das Eigenkapital geteilt ergibt sich ein Wert von 0,005. Die Eigenkapitalrendite beträgt damit lediglich von einen halbes Prozent und liegt damit um 2,5 Prozentpunkte niedriger als vor der Aufnahme des Fremdkapitals. Diese 2,5 Prozentpunkte sind der negative Leverage Effekt, wenn die Kosten für das Fremdkapital höher sind als die zusätzlich erzielten Umsätze.

Gesamtkapitalrentabilität

Gesamtkapitalrentabilität – Berechnung, Aussagekraft und Bedeutung

Die Gesamtkapitalrentabilität stellt eine wichtige Erfolgskennzahl dar. Sie kommt bei der Analyse von Bilanzen zur Anwendung und liefert Informationen über die Rentabilität eines Unternehmens. Grundsätzlich gilt, dass ein Betrieb umso effizienter arbeitet, je höher diese Kennziffer ausfällt. Für Investoren ist eine Aktie attraktiv, die eine im Vergleich hohe Gesamtkapitalrendite aufweist.

Diese Kennziffer ist international unter der Bezeichnung „return on assets“ weit verbreitet. Im deutschen Sprachraum verwenden Bilanzanalysten auch „Kapitalrendite“ als Synonym. Verglichen mit der Eigen- sowie Fremdkapitalrendite ist die Gesamtkapitalrendite die umfassendere Kennziffer. Eine tragfähige Analyse betrachtet jedoch stets mehrere Kennzahlen, um belastbare Ergebnisse zu erzielen.

Gesamtkapitalrentabilität

Die Gesamtkapitalrentabilität lässt sich berechnen

Die Berechnung der Gesamtkapitalrentabilität

Um diese Kennziffer zu berechnen, ist die Summe aus dem Gewinn und den auf das Fremdkapital geleisteten Zinsen durch die Bilanzsumme zu teilen. Der sich ergebende Quotient drückt in Prozent aus, wie erfolgreich ein Unternehmen gewirtschaftet hat. Auf ähnliche Weise ermitteln Analysten die Eigenkapital- und Fremdkapitalrentabilität.

Die einzelnen Faktoren der Gesamtkapitalrendite

Im Zähler der Gesamtkapitalrentabilität steht stets eine Gewinngröße. Dabei handelt es sich in der Regel um das Jahresergebnis, wie es sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt. Fällt dieses Ergebnis positiv aus, erfolgt die Ausweisung als Jahresüberschuss. Bei einem Verlust zeigen Unternehmen in ihrer Erfolgsrechnung einen Jahresfehlbetrag.

Den Nenner der Gesamtkapitalrendite bilden das Eigen- und Fremdkapital, die zusammen die Bilanzsumme ergeben. Das Eigenkapital besteht bei Kapitalgesellschaften aus dem Stammkapital (GmbH) beziehungsweise dem Grundkapital (Aktiengesellschaft). Außerdem gehören die Kapital- und Gewinnrücklagen, der Gewinn- oder dem Verlustvortrag und das Jahresergebnis zum Eigenkapital.

Die Passivseite der Bilanz zeigt unter dem Oberbegriff Fremdkapital Rückstellungen sowie kurz- und langfristige Verbindlichkeiten. Diese gliedern sich gemäß dem Bilanzgliederungsschema in Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Verwandte Kennzahlen

Da die Bilanzsumme im Nenner steht, bezieht die Gesamtkapitalrentabilität sämtliche Kapitalbestandteile mit in die Berechnung ein. Dagegen ermittelt die Eigenkapitalrendite lediglich die Verzinsung des geliehenen Kapitals. Dementsprechend ist dabei der Unternehmensgewinn durch die Summe der eigenen Mittel zu teilen.

Um die Gewinnsituation eines Betriebs einzuschätzen, bilden Fachleute darüber hinaus regelmäßig die Umsatzrendite. Dabei handelt es sich um den Quotienten aus dem Gewinn und Umsatz. Als Gewinngröße kommt das Jahresergebnis vor Steuern oder das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Frage.

Die Aussagekraft der Gesamtkapitalrentabilität

In der Bilanz spielt die GKR eine Rolle

Durch die Berechnungsmethode der Gesamtkapitalrendite kommt es zu einer Neutralisierung der absoluten Größen von Gewinn und Bilanzsumme. Aus diesem Grund schafft die sich ergebende Prozentzahl ein hohes Maß an Vergleichbarkeit. Aufgrund dieser Standardisierung zählt die Gesamtkapitalrendite ebenso wie die Eigenkapitalrentabilität und die Umsatzrendite zu den bei Unternehmensanalysen sehr häufig eingesetzten Kennzahlen.

Die Gesamtkapitalrentabilität lässt sich für unternehmensinterne Untersuchungen der Entwicklung des Ergebnisses über mehrere Jahre heranziehen. So ist erkennbar, ob es einem Unternehmen gelingt, seine Ertragskraft im Laufe der Zeit zu steigern oder nicht.

Darüber hinaus ist die Gesamtkapitalrendite ausgezeichnet geeignet, um Vergleiche von Unternehmen der gleichen Branche vorzunehmen. Dabei kommt es weder auf deren Größe noch Rechtsform an. Börsenexperten führen mithilfe der Kapitalkennziffern auch Renditevergleiche von Aktien aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen durch, um günstige Investitionsgelegenheiten zu identifizieren.

Vergleich der Gesamtkapitalrendite mit alternativen Geldanlagen

Analysten ziehen diese Kennziffer bei Aktien häufig heran, um sie der Verzinsung von Spareinlagen gegenüber zu stellen. Dabei ist zu erwarten, dass die Rendite der verbrieften Unternehmensanteile deutlich über der von verzinslichen Investments liegt. Denn mit Aktien ist ein wesentlich höheres Chancen- und Risikopotential verbunden als mit Geldeinlagen auf Sparkonten.

Wenn ein Unternehmen über mehrere Perioden eine im Branchenvergleich unterdurchschnittliche Gesamtkapitalrentabilität zeigt, stellt dies ein deutliches Warnsignal dar. Offensichtlich gelingt es der Geschäftsleitung dann nicht, das Unternehmen profitabel zu führen.

Die Bedeutung der Gesamtkapitalrentabilität für die Unternehmensplanung und die Kreditvergabe

Die GKR spielt bei der Vergabe von Krediten eine Rolle

Aufgrund ihrer großen Aussagekraft erfolgt die Verwendung der Gesamtkapitalrendite genau wie der Eigenkapitalrendite bei der Planung der künftigen Geschäftstätigkeit. Im Rahmen der Unternehmensplanung legen Verantwortliche einen bestimmten Wert der Gesamtkapitalrendite als Zielgröße fest. Bei deren Definition orientieren sie sich sowohl an den entsprechenden Prozentzahlen des Unternehmens in der Vergangenheit als auch an branchenüblichen Renditegrößen.

Außerdem spielt die Gesamtkapitalrendite eine wichtige Rolle für die Überprüfung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen. Banken nehmen eine umfassende Bilanzanalyse vor, um sich von der Bonität des Kreditnehmers ein Bild zu machen. Von der Höhe der Gesamtkapitalrendite hängt sowohl ab, ob der Antragsteller ein Darlehen bekommt, als auch die Höhe der Kreditzinsen.

Weitere Vorteile der Gesamtkapitalrendite bei Vergleichen

Das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital variiert von Branche zu Branche stark. Auch die Gesellschaftsform besitzt einen wesentlichen Einfluss auf die Kapitalstruktur. Die Gesamtkapitalrendite ermöglicht hier eine Gegenüberstellung, die diese Faktoren neutralisiert.

Darüber hinaus bewährt sich diese Kennziffer ebenfalls bei länderübergreifenden Vergleichen. So wiesen zum Beispiel zahlreiche deutsche Unternehmen in der Nachkriegszeit eine sehr schwache Ausstattung mit Eigenkapital auf. Analysen mit Hilfe der Gesamtkapitalrendite lieferten in dieser Situation Informationen über die Gewinnsituation im Verhältnis zu Unternehmen in anderen Ländern.

Der Einfluss des Leverage-Effekts

Bei der Ermittlung der Gesamtkapitalrendite kommt es zu einer Neutralisierung des Leverage-Effekts. Diese Hebelwirkung führt bei anderen Rentabilitätsvergleichen zu einer Verzerrung des Ergebnisses und damit zu einer Beeinträchtigung des Aussagewertes.

Im Bereich der Kapitalstruktur bezeichnet der Leverage-Effekt die Wirkung einer Erhöhung des Anteils der Fremdfinanzierung: Liegt die Höhe deren Verzinsung unter der Eigenkapitalrendite, wird das Unternehmen durch eine größere Finanzierung (scheinbar) profitabler.

Der Leverage-Effekt ist jedoch mit hohen Risiken verbunden. Bereits eine geringe Veränderung der Kreditzinsen, kann eine erhebliche Auswirkung auf die Unternehmensrendite haben. Ein hoher Verschuldungsgrad impliziert stets die Gefahr, bei einer Verschlechterung der Liquidität fällige Zins- und Tilgungsleistungen nicht erbringen zu können.

Wichtige Aspekte der Gesamtkapitalrentabilität

Der Leverage-Effekt birgt Risiken

Aussagestarke Bilanzanalysen basieren stets auf der Untersuchung mehrerer Kennziffern. Da die Gesamtkapitalrendite ebenso wie die Eigenkapitalrendite sowie die Umsatzrentabilität um Prozentzahlen handelt, ist eine Ergänzung durch absolute Zahlen erforderlich. Nur auf diese Weise lässt sich ein umfassender und zutreffender Eindruck von der Gesamtsituation des Unternehmens gewinnen.

Für diesen Zweck eignen sich die Umsatzzahlen der letzten Jahre, aus denen sich das Wachstumsrate ermitteln lässt. Das Gleiche trifft auf die Jahresüberschüsse zu. Die Anteilseigner des Unternehmens streben eine Zunahme beider Werte an, um sich nachhaltig steigende Gewinne durch expandieren Geschäftstätigkeit zu sichern.

Grundsätzlich bildet die Bilanz eines Unternehmens stets die Vergangenheit ab. Dementsprechend zeigt auch die Gesamtkapitalrendite lediglich, wie sich die Profitabilität eines Unternehmens in abgelaufenen Wirtschaftsjahren darstellt. Insbesondere in einem sich stark verändernden wirtschaftlichen Umfeld lassen sich daraus nicht ohne weiteres Aussagen über die künftige Gewinn- beziehungsweise Verlustsituation ableiten. Aus diesem Grund ergänzen Prognoserechnungen idealerweise die vergangenheitsbezogene Bilanzanalyse.

ROI (Return on Invest)

Jede unternehmerische Tätigkeit richtet sich auf Gewinnerzielung aus. Sie setzt dafür Kapital ein, das entweder aus eigenen (unternehmerischen) Quellen stammt oder von einem fremden Investor. In beiden Fällen spielt eine der wichtigsten Kennziffern in der Betriebswirtschaft eine entscheidende Rolle: Der ROI (Return on Investment).

Die wortwörtliche Übersetzung ist: „Rückkehr der Investition„. In ihr steckt schon die Antwort auf die Frage: Was genau ist ein ROI? Es ist jener Punkt, an dem der erwirtschaftete Gewinn genau die Investitionskosten decktBWLer sagen: Ab diesem Punkt amortisieren sich die Investitionskosten, sie fließen von jetzt an als Gewinn zurück.

Die Frage, in welchem Zeitraum sich eingesetztes Kapital rentiert, also Gewinne erzielt, ist eine entscheidende im Wirtschaftsleben. Sie unterliegt verschiedenen Betrachtungsweisen, die vor allem davon abhängen, wer bzw. welche Unternehmensabteilung die Investition tätigt. Daraus ergeben sich unterschiedliche zeitliche Erwartungshaltungen.

Berechnung des ROI

ROI

Die Berechnung des ROI ist im Grunde einfach

Teilen Sie den Gewinn eines Unternehmens durch den Nettoumsatz (also exklusive Umsatzsteuer) erhalten Sie die sogenannte Umsatzrendite. Die multiplizieren Sie nun mit dem sogenannten Kapitalumschlag, das heißt Nettoumsatz geteilt durch Gesamtkapital.

Der Kapitalumschlag zeigt, wie oft das Gesamtkapital auf den Umsatz umgeschlagen wird. Beispiel: Kapitalumschlag 2 bedeutet, dass ein Unternehmen für jeden Euro, den es als Kapital einsetzt/ investiert, einen Umsatz von 2 Euro erwirtschaftet.

Umsatzrendite x Kapitalumschlag ergibt eine Kennziffer, die in Prozent beschreibt, wie effizient eine Investition hinsichtlich des Gewinns ist. Jedes Return on Investment berechnet also die prozentuale Relation zwischen Investition und Gewinn.

Ein Beispiel für einen ROI

Stellen Sie sich einen Bäcker vor einer Neuinvestition vor. Er hat das Ziel seinen Absatz zu vergrößern und plant, einen neuen Backofen zu kaufen. Er kann damit 100 Brötchen mehr backen und verkaufen als bisher. Pro Brötchen erzielt er einen Verkaufsgewinn von 8 Cent.

Vorausgesetzt er verkauft alle zusätzlichen 100 Brötchen sind das 8 Euro täglich. Auf 25 geöffnete Tage im Monat umgerechnet erzielt er somit 200 Euro pro Monat oder 2400 Euro pro Jahr. Der neue Ofen kostet genau 2400, die Investition würde also nach einem Jahr „zurückkehren„.

Ein weiteres Beispiel zur Verständlichkeit

Ein Anbau lohnt sich erst nach einigen Monaten bis Jahren

Ein Restaurantbesitzer will mit einem Anbau sein Restaurant erweitern. Der bietet 20 Gästen Platz, die im Durchschnitt für 25 Euro pro Person bestellen. Nach Abzug der Kosten (zum Beispiel Personal und Zutaten) bleiben dem Restaurantbesitzer 10 Euro Gewinn pro Person.

Bei 20 zusätzlichen Gästen pro Tag bringt ihm das täglich einen Gewinn von 200 Euro, aufs Jahr umgerechnet 70.000 Euro (bei 350 geöffneten Tagen im Jahr und vollem Besuch). Der Anbau kostet 105.000, hätte sich also in 18 Monaten amortisiert. Ab hier beginnt die Gewinnzone.

Unternehmerische Bedeutung des ROI

Er hat trotz seiner rein kostenorientierten Betrachtungsweise enorme Bedeutung in der Geschäftswelt. Das Verhältnis zwischen Gewinn und Investition ist für jede unternehmerische Tätigkeit ganz zentral. Als alleinige betriebswirtschaftliche Kennziffer ist ein ROI allerdings zu wenig aussagekräftig, da er nur die Investitionskosten betrachtet.

Die Abteilung, in der eine Investition erfolgt, entscheidet über seine Bedeutung. Die Marketing-Entscheider rechnen bei ihren werblichen Kampagnen gerne mit dem ROI. Sie wollen schnellen Rückfluss einer Investition durch frühe Erfolgszahlen. Die Personaler denken langfristig und übersetzen eine Neueinstellung nicht sofort in Kennzahlen.

Zu beachten ist auch das jeweilige InvestitionsumfeldIT-Fachleute eines Unternehmens setzen andere Maßstäbe für die Amortisation als Fachkräfte in der Weiterbildung. Die Nutzungsdauer neuer IT-Produkte ist kurzfristiger eingeplant als längerfristig orientierte Investitionen in die Fortbildung.

Der ROI in der Unternehmensrealität

Entscheidend für eine erfolgreiche Unternehmensplanung ist immer die Rentabilität eines Unternehmens. Sie ist der Oberbegriff für mehrere betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die der Bewertung des wirtschaftlichen Gesamterfolgs eines Unternehmens dienen.

Der ROI ist ein wesentlicher Faktor dieser Rentabilität (aber nicht der alleinige). Er wird in einer Prozentzahl ausgedrückt, die das Verhältnis von investierten Kapital und Gewinn ausdrückt. Je höher sie ist, desto rentabler wirtschaftet das Unternehmen, ein negativer Wert bedeutet Verlustgeschäft.

Spezielle Bedeutung für das Controlling

Der ROI ist wichtig für die Erfolgsanalyse

Im strategischen Controlling geht es um übergreifende Funktionen im Bereich der Unternehmenssteuerung bzwUnternehmensplanung mit Kontroll– und Koordinationsaufgaben. Das operative Controlling steuert die Rentabilität, Finanzplanung und Budgetverwaltung. Es richtet sich am ROI einer Investition aus.

Der ist also ein wichtiges Kriterium zur Erfolgsanalyse und Erfolgsmessung jeder Kapitalanlage. Er bewertet wie gerade genannt die Rentabilität von dem jeweils investierten Kapital. Hier ist auch ein Begriff gebräuchlich, den Sie vielleicht kennen: Die Kapitalrendite.

Probleme beim ROI

In der Geschäftswelt geht es oft kompliziert zu. Hier bestehen noch viele komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge, die Investitionsentscheidungen beeinflussen. Zum Beispiel andere Kalkulationskosten oder unklare Verwaltungskosten. Hier gibt es noch andere Kennzahlen, die zu beachten sind.

Der ROI hat rein statischen Charakter und beleuchtet nur einen Teil des betrieblichen Geschehens. Er lässt die gesamte Liquiditätsentwicklung des Unternehmens außer Acht und konzentriert sich einseitig auf eine Investition. Er hat deshalb keine alleinige Aussagekraft für den gesamten Geschäftserfolg.

DuPont-Kennzahlensystem

Eines der bekanntesten und ältesten Kennzahlensysteme auf ROI-Basis entwickelte ein US-Unternehmen 1919. Im rein an monetären Größen orientierten System des amerikanischen Chemie-Konzerns DuPont de Nemours and Co. steht der ROI im Mittelpunkt.

Die Unternehmenspolitik ist hier nicht auf gesamte Gewinnmaximierung ausgelegt, sondern auf Maximierung des Ergebnisses pro eingesetzter Kapitaleinheit. Sprich: Jede Investition soll so früh wie möglich in die Gewinnzone kommen. Die Ertragsrate des eingesetzten Kapitals, also der ROI, soll so hoch wie möglich sein.

Heutige Entscheidungsgrundlagen bei Investitionen

IT-Produkte haben eine kurze Nutzungsdauer

Die erweiterte Auffassung eines modernen Return on Investment geht nicht vom Gesamtkapital aus wie letztlich noch DuPont. Sie betrachtet die Einzelinvestitionen, die im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit erfolgen. Das Kapital dieser einzelnen Investitionen steht im Vordergrund der Analysen, nicht das Gesamtkapital.

Hier ergeben sich unterschiedliche Kalkulationen aus einer vollkommen unterschiedlichen Nutzungsdauer. Einzelinvestitionen in neue Software zum Beispiel in der Informations- und Kommunikationsbranche beachten idealerweise die relativ geringe Nutzungsdauer. Hier ist häufig veraltet, was älter als 3-4 Jahre ist. Sie kennen das vielleicht aus eigener Erfahrung.

Der Planungshorizont dieser Einzelinvestition ist eher kurzfristig und demzufolge sind hier nur Investitionen sinnvoll, die sich unter 3 Jahren amortisieren. Für Unternehmensbereiche wie zum Beispiel einen neuen Maschinenpark ergeben sich deutlich längere Zeithorizonte.

Fazit und Interpretation

Ein ROI ist immer nur so aussagekräftig, wie die bilanziellen Werte, aus denen er entsteht. Ein Wert von 17,5% bedeutet, dass die Investition in einen bestimmten Bereich für das Unternehmen lohnenswert ist. Das eingesetzte Kapital erwirtschaftet hier eine Rentabilität von 17,5%.

Das ist sicherlich eine wichtige betriebswirtschaftliche Kenngröße, die das Unternehmen erfreut. Sie bewertet aber nur direkte Kosten, mögliche indirekte wie zum Beispiel neu entstehende Personalkosten in der Verwaltung blendet sie normalerweise aus. Die rein finanzielle Kostensicht auf ein Unternehmen lässt zudem andere wichtige Aspekte wie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit oder das öffentliche Markenimage außer Acht.

Für den Gesamterfolg eines Unternehmens ist diese rentabilitätsorientierte Sichtweise deshalb nicht alleine entscheidend. Es ist für Unternehmen wichtig, das zu beachten.

Cashflow: Definition, Berechnungsarten und Stellenwert

Der Cashflow (aus dem Englischen: Geldfluss oder Kapitalfluss) bezeichnet eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Er dient der Ermittlung des Geldzuflusses und Geldabflusses Ihres Unternehmens innerhalb einer bestimmten Abrechnungsperiode. Als Bilanzkennzahl gibt der Cashflow in erster Linie Rückschluss auf die Innenfinanzierungskraft des Unternehmens.

In Abgrenzung zum Gewinn berücksichtigt dieser Wert keine Abschreibungen oder Rückstellungen, also keine nicht zahlungswirksamen Vorgänge. Durch die Darstellung, welche liquiden Mittel Unternehmen tatsächlich in einer Periode erwirtschaften, spiegelt diese Kennzahl die Finanzkraft und Ertragskraft der Firma wider.

Definitorische Ansätze

Cashflow

Der Cashflow gibt die liquiden Zahlungsmittel an

Der Cashflow lässt sich definieren als Überschuss der regelmäßigen Einnahmen aus der gewöhnlichen betrieblichen Tätigkeit über die laufenden Betriebsausgaben. Damit gibt er an, welche liquiden Zahlungsmittel nachhaltig aus der Betriebstätigkeit zu erwirtschaften sind. Diese Zahlungsmittel stehen zur Deckung besonderer betrieblicher Ausgaben zur Verfügung.

Als Differenz der Einnahmen und Ausgaben kann sich ein positiver oder negativer Cashflow ergeben. Zur Berechnung stehen mehrere Modelle mit unterschiedlicher Aussagekraft zur Verfügung. Ziel der Berechnung ist es in allen Fällen, Rückschluss auf die Innenfinanzierungskraft des Unternehmens zu erhalten. Die Kennzahl gibt also an, in welchem Ausmaß ein Unternehmen aus eigener Kraft Finanzmittel erwirtschaften und sich damit von innen heraus finanzieren kann.

Die Aussage über Finanz- und Ertragskraft ist für mehrere beteiligte Parteien von Belang. Gegenüber Kreditgebern spielt diese Zahl eine ebenso große Rolle wie für Investoren und Geschäftspartner. Auch Anteilseigner (Aktionäre) wollen über den Cashflow Bescheid wissen.

Um den Cashflow zu erhalten, sind sämtliche Positionen ohne monetären Wert aus dem regulären Jahresüberschuss beziehungsweise Jahresfehlbetrag zu streichen. Bestimmte Positionen fließen in die Überschussberechnungen ein, ohne dass es sich um einen tatsächlichen Fluss von Geldwert handelt. Dies umfasst insbesondere Rückstellungen und Abschreibungen.

Berechnungsmethoden: indirekte Ermittlung des Cashflows

Die Cashflow-Berechnung lässt sich grundsätzlich untergliedern in einen direkten und einen indirekten Ansatz. Die Indirekte Ermittlung des (Brutto-)Cashflows basiert auf einer Herausrechnung der nicht zahlungswirksamen Positionen aus dem Jahresüberschuss. Die indirekte Methode findet häufiger Anwendung als die direkte Methode. Ihr Grundschema geht vom Jahresüberschuss aus, subtrahiert die nicht zahlungswirksamen Erträge und addiert die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (mathematisch: Cashflow = Jahresüberschuss – nicht zahlungswirksame Erträge + nicht zahlungswirksame Aufwendungen).

Es gibt verschiedene Berechnungsmethoden für den Cashflow

Wichtig ist es hierbei, dass Sie wissen, welche Aufwendungen und Erträge zu den nicht zahlungswirksamen gehören. Die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen beinhalten eine Anhebung des Gewinnvortrags, Einstellungen in den Rücklagen und Abschreibungen. Auch eine Erhöhung der Rückstellungen zählt zu den nicht zahlungswirksamen Aufwendungen. Ebenso gehören Bestandsminderungen dazu, sowohl an fertigen als auch an unfertigen Erzeugnissen. Eine Erhöhung der Sonderposten mit Rücklageanteil zählen ebenfalls dazu. Diese Art von Aufwendungen umfasst auch außerordentliche Aufwendungen außerhalb der regulären Periode.

Nicht zahlungswirksame Erträge beinhalten etwa Auflösungen von Rücklagen und Rückstellungen oder Minderungen des Gewinnvortrages. Auch Zuschreibungen sowie die Auflösung von Wertberichtigungen gehören dazu. Nicht zahlungswirksame Erträge umfassen zudem die Minderung von Sonderposten mit Rücklageanteil sowie Bestandserhöhungen unfertiger und fertiger Produkte. Aktivierte Eigenleistungen zählen gleichermaßen zu den nicht zahlungswirksamen Erträgen. Ebenso umfasst diese Art von Erträgen auch außerordentliche Erträge außerhalb der Periode.

Berechnungsmethoden: direkte Ermittlung des Cashflows

Die direkte Ermittlungsmethode geht von den zahlungswirksamen Erträgen und Aufwendungen aus. Als Differenz aus den zahlungswirksamen Erträgen sowie den zahlungswirksamen Aufwendungen ergibt sich diese Form des Cashflows(mathematisch: Cashflow = zahlungswirksame Erträge – zahlungswirksame Aufwendungen).

Auch bei der direkten Berechnungsmethode ist es erforderlich, die zahlungswirksamen Ertrags- und Aufwandspositionen genau zu kennenZahlungswirksame Erträge umfassen unter anderem die Einzahlungen, die sich aus Unternehmensumsätzen oder Forderungen ergeben. Auch sonstige Einzahlungen sind als zahlungswirksam zu berücksichtigen. Geht es um die Ermittlung des Cashflows aus Investitionstätigkeit, so sind auch so genannte Desinvestitionen als zahlungswirksame Erträge zu berücksichtigen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit umfasst auch Eigenkapitaleinlagen sowie Kreditaufnahme.

Zahlungswirksame Aufwendungen beinhalten in erster Linie Auszahlungen für Personal, Verbindlichkeiten, Material und Waren. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit berücksichtigt überdies die Aufwendungen für Investitionen. Bei der Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit sind zudem Eigenkapitalentnahmen sowie Kreditrückzahlungen zu berücksichtigen.

Die direkte Berechnungsmethode stellt ein relativ selten verwendetes Modell dar. Im Gegensatz zur verbreiteteren Methode der indirekten Berechnung ermöglicht diese Verfahrensweise allerdings eine präzisere Auflistung der Kapitalflüsse. Die direkte Cashflow-Berechnung dient der Ermittlung des Einzahlungsüberschusses im engeren Sinne.

Alternative Berechnungsmodelle des Cashflows

Der Free Cashflow ist für Aktionäre interessant

Neben dem operativen Cashflow und dem Cashflow aus Investitionstätigkeit spielt der so genannte Free Cashflow eine wichtige Rolle. Die Mittel aus dem Free Cash Flow dienen Unternehmen dazu, Gewinnbeteiligungen (Dividenden) an ihre Aktionäre auszuschütten. Ebenso nutzen Unternehmen die Mittel aus dem Free Cashflow für Aktienrückkäufe. Diese Kennzahl entspricht der Summe aus dem operativen und dem Cashflow aus Investitionstätigkeit.

Eine amerikanische Methode im Ertragswertverfahren stellt die so genannte Discounted Cashflow-Variante dar. Sie findet in erster Linie Anwendung im Sinne einer entscheidungsorientierten Unternehmensbewertung.

Der Cashflow Return on Investment (ROI) stellt eine Rendite-Kennzahl dar. Sie dient der Einordnung und Bewertung des operativen Geschäfts. Insbesondere zur Beurteilung einzelner Geschäftsbereiche lässt sich diese Kennzahl anwenden.

Operativer Cashflow

Besonderen Stellenwert nimmt der operative Cashflow ein. Dieser steht für die Möglichkeit eines Unternehmens, aus seinem Kerngeschäft liquide Mittel zu erwirtschaften. Er bezieht sich also auf die operative Geschäftstätigkeit der Firma.

Diese finanziellen Mittel lassen sich zu unterschiedlichen Zwecken heranziehen. Investitionen, die aus diesen Mitteln getätigt werden, stehen für die Selbstfinanzierungsfähigkeit beziehungsweise Innenfinanzierungskraft. Eine weitere Verwendungsmöglichkeit ist die Ausschüttung der Mittel in Form von Gewinnbeteiligungen beziehungsweise Dividenden an die Aktionäre.

Auch Tilgungen beziehungsweise Zins- und Kreditrückzahlungen an Fremdkapitalgeber nehmen Unternehmen aus den Mitteln des operativen Cashflows vor. Ebenso kommen die Mittel zur Stärkung der Liquidität zum Einsatz. In diesem Falle wird das Geld in liquider Form im Unternehmen belassen. Ein positiver Cashflow ist dabei von hoher Bedeutung für das Unternehmen. Nur in diesem Falle ist Ihr Unternehmen imstande, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen und gegebenenfalls Dividenden an die Aktionäre auszuschütten.

Stellenwert des Cashflows in der Bilanz eines Unternehmens

Auch die Bilanz beinhalten Cashflow-Angaben

Sobald Ihr Konzern einen Jahresabschluss veröffentlicht, beinhaltet dieser auch Cashflow-Angaben. Gemäß Handelsgesetzbuch (HGB) besteht sogar eine Verpflichtung für Konzerne zur Aufstellung dieser Kennzahl im Jahresabschluss. Unter Nutzung der Kapitalflussrechnung wird die gegenwärtige finanzielle Situation der Firma im Jahresabschluss dargestellt.

Zur Berechnung liegen verschiedenartige Standards für. Für in Deutschland tätige Unternehmen gilt der DRS21 als Standard (Deutscher Rechnungslegungsstandard Nummer 21) für Kapitalflussrechnungen.

Für internationale Belange gibt es den Standard IAS7 (International Accounting Standard 7) für die Kapitalflussrechnung. Dieser beinhaltet den Kapitalfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit.

Stellenwert des Cashflows in der Unternehmensanalyse

Die Kennzahl stellt einen wichtigen Eckpfeiler einer finanzwirtschaftlichen und erfolgswirtschaftlichen Unternehmensanalyse dar. In der finanzwirtschaftlichen Unternehmensanalyse gibt der Kapitalfluss Rückschluss auf die Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die imstande sind, Investitionen aus eigener Finanzkraft zu tätigen, haben einen Konkurrenzvorteil gegenüber Unternehmen, die auf Kreditgeber angewiesen sind. Firmen, die in Betriebsmittel wie Maschinen oder Modernisierungen aus eigenen finanziellen Mitteln investieren können, sind besser für die Zukunft gerüstet. Gegenüber potentiellen Geschäftspartnern oder Investoren sind solche Unternehmen attraktiver.

Ebenso ist der Kapitalfluss geeignet, um die zur Tilgung von Krediten zur Verfügung stehenden Barmittel anzuzeigen. Die Barmittel sind sowohl im Hinblick auf Kreditgeber als auch auf Gesellschafter von Bedeutung, an die ein Unternehmen sie gegebenenfalls ausschüttet. Ebenso dient die Kennzahl als Frühwarnsystem beziehungsweise Indikator einer drohenden Insolvenz. Handelt es sich über mehrere Abrechnungsperioden hinweg um einen negativen Zahlungsfluss, so kann dies Rückschluss auf mögliche Zahlungsunfähigkeit geben.

Die Kennzahl dient in der erfolgswirtschaftlichen Unternehmensanalyse als Indikator für den Ertrag der Firma. Sowohl die direkte als auch die indirekte Berechnungsmethode findet hierbei Anwendung. In ihrer einfachsten Form hat die Kennzahl in der erfolgswirtschaftlichen Unternehmensanalyse die Gestalt des Brutto-Cashflows. Dieser erfasst den vollständigen Kapitalfluss Ihres Unternehmens. Die Berechnungsmethode berücksichtigt den Jahresüberschuss oder Fehlbetrag, sämtliche Ab und Zuschreibungen sowie die Abnahme oder Zunahme langfristiger Rückstellungen.

Der Netto-Cashflow

Nach Abzug der Steuern erhält man den Nett-Cashflow

Diese Brutto-Zahl stellt gleichermaßen den Ausgangspunkt für die Ermittlung des Netto-Cashflows dar. Dieser ergibt sich nach Abzug von Steuern und den Entnahmen aus dem Unternehmensvermögen durch die Gesellschafter. Hierbei stellt sich die Frage, welche Steuern von der Brutto-Zahl abgezogen werden. Dies hängt vom jeweils angewandten Bewertungsverfahren ab. Für Deutschland gilt typischerweise, dass die Steuern für das Unternehmen und die Einkommenssteuer der Unternehmen verrechnet wird.

Die Ermittlung des Free Cashflows erfolgt ausgehend vom Netto-Wert. Dieser wird um die Kosten für Investitionen bereinigt. Dies umfasst auch Investitionen in Betriebserweiterungen. Damit handelt es sich beim freien Kapitalfluss um denjenigen Wert, der vor Dividendenzahlung oder Investitionen zu ermitteln ist.

Da diese Zahl auch Rückschluss auf die Rückzahlungskraft gibt, ist sie für Fremdkapitalgeber ein wichtiger Anhaltspunkt zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit. Die direkte Berechnungsmethode sieht vor, vom Brutto-Umsatz sämtliche Ausgaben abzuziehen und den Produktbestand mit einzubeziehen. Die direkte Methode führt zum CFBIT (Cash Flow before Interests and Taxes). Dieser bereinigte Wert beschreibt die Kennzahl vor Zinsen und Steuern. Erst nach Abzug dieser Positionen ergibt sich der Nettowert.

Aussagekraft und Bedeutung für betriebliche Vorhaben

Die Kapitalflussrechnung oder Berechnung des Cashflows stellt gegenüber der Gewinn- und Verlustrechnung ein ergänzendes Modell zur Beurteilung des wirtschaftlichen Erfolges dar. Die Gewinn- und Verlustrechnung ergibt den Saldo der Erträge (im Sinne einer Erhöhung des Eigenkapitals) und Aufwendungen (sprich Minderung des Eigenkapitals). Da der Kapitalfluss anzeigt, wie viel Geld ein Unternehmen tatsächlich erwirtschaftet hat, kann er große Unterschiede zum Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung aufweisen. Insbesondere bezogen auf einzelne Abrechnungsperioden beziehungsweise Geschäftsjahre fallen die Unterschiede enorm aus. Bezogen auf die gesamte Lebenszeit eines Unternehmens (Totalperiode) fallen diese Differenzen geringer aus beziehungsweise gleichen sich aus.

Für Fremdkapitalanleger ist der Cashflow eine wichtige Entscheidungsbasis

Für unternehmerische Pläne eignet sich der Kapitalfluss als Kennzahl, da er wahren Rückschluss auf die liquiden Mittel des Betriebes zulässt. Speziell für Firmenneugründungen ist dieser Wert von hoher Bedeutung. Er hat Aussagekraft darüber, ob das gegenwärtige Unternehmensgeschäft geeignet ist, genügend liquide Mittel zu erwirtschaften. Damit trägt die Kennzahl dazu bei, die im Businessplan gesteckten Ziele zu erreichen. Ebenso lässt sie Aussagen darüber zu, ob das Unternehmen zusätzliche Investitionen tätigen kann und sollte. Von Bedeutung ist es ebenso, ob die Mittel des Cashflows ausreichen, um bestehende Verpflichtungen zu erfüllen beziehungsweise Kredite zu tilgen. Genügen die Mittel dafür, Gewinnausschüttungen vorzunehmen, können die Gewinnbeteiligten motiviert werden, um künftig noch bessere Unternehmensziele zu erreichen.

Kriterium für Fremdkapitalgeber

Auch im Sinne von Kreditzusagen ist der Kapitalfluss eine relevante Kennzahl. Banken und andere Kreditgeber sind auf hinreichende Bonität beziehungsweise Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers angewiesen. Die Aussagekraft des Cashflows über die Liquidität und Innenfinanzierungskraft Ihres Unternehmens stellt eine wichtige Basis für eine Kreditzusage dar.

Speziell bei Unternehmensgründungen ist oftmals noch nicht genügend Eigenkapital vorhanden, sodass Kredite eine zentrale Voraussetzung für wichtige Erstinvestitionen sind. Diese sind für den Aufbau eines erfolgreichen Betriebs ebenso wichtig wie für das Erreichen weiterer Ziele im Verlauf der Geschäftstätigkeit. Ein positiver Kapitalfluss gibt Banken Rückschluss über die Ertrags- und Finanzierungskraft Ihres Unternehmens und erleichtert die Kreditzusage.

Die Eigenkapitalrentabilität – Bedeutung, Berechnung und Anwendung

Die Eigenkapitalrentabilität, häufig auch in der englischen Entsprechung return on equity genannt, dokumentiert die Verzinsung des Eigenkapitals. Die Angabe erfolgt in Prozent. Sie bezieht sich üblicherweise auf den Zeitraum von einem Geschäftsjahr, also der Periode zwischen zwei Abschlüssen. Für die genaue Berechnung werden der in der Zeit erzielte Überschuss und das zur Verfügung stehende Eigenkapital herangezogen.

Der Wert besitzt deshalb eine derart große Bedeutung, weil er zusammen mit anderen Kennzahlen wie dem Cashflow Prognosen über die zukünftige Unternehmensentwicklung erlaubt. Eine niedrige Eigenkapitalrentabilität kann auf überbewertete Aktiva oder zu viel gebundenes Kapital hindeuten. Eine zu hohe Prozentzahl wiederum weist oftmals darauf hin, dass aktuell eine Ausnahmesituation vorliegt. Diese kann beispielsweise durch einmalig aufgetretene und nicht wiederholbare Gewinne verursacht sein.

Damit ein Unternehmen sein Eigenkapital vergrößern kann, werden in aller Regel Investoren benötigt. Diese erwarten für das eingesetzte Geld eine Rendite, die sich an den Chancen und Risiken des jeweiligen Geschäftsbereichs orientiert. Somit entstehen Kosten, die sogenannten Eigenkapitalkosten. Derartige Finanzierungsgebühren sind vergleichbar mit den finanziellen Aufwendungen für einen Kredit. Die Rendite für die Geldgeber sollte dabei mindestens so hoch sein wie der durchschnittliche Zinssatz am Markt. Ansonsten ist kein Anreiz für eine Investition gesetzt.

Berechnung der Eigenkapitalrentabilität

Eigenkapitalrentabilität

Die Eigenkapitalrentabilität lässt sich berechnen

Grundsätzlich wird die Eigenkapitalrentabilität berechnet aus dem Quotienten des Gewinns und der Höhe des Eigenkapitals im selben Zeitraum. Der Gewinn findet sich im Normalfall in der Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens. Dabei ist der Jahresüberschuss nach Steuern der entscheidende Wert.

Bei Einzelunternehmen muss vor der Berechnung noch der kalkulatorische Unternehmerlohn abgezogen werden. Hintergrund dessen ist die Tatsache, dass Einzelunternehmer vom Gewinn ihres Geschäftes leben. Ohne diese Maßnahme würde die Eigenkapitalrentabilität deutlich zu hoch ausfallen, wobei auch bei Personengesellschaften wie einer OHG oder KG analog vorgegangen werden sollte.

Das Eigenkapital lässt sich der Bilanz entnehmen. Nicht genau festgelegt ist hierbei, ob der das Geschäftsjahr abschließende Wert oder der Stand zu Beginn herangezogen werden soll. Ein hohes Maß an Aussagekraft birgt sicherlich eine dritte und deutlich aufwendigere Herangehensweise. Der Durchschnittswert des Eigenkapitals über das gesamte Geschäftsjahr dürfte die realistisches Angabe sein.

Beispiele für die Berechnung

Liegt das Eigenkapital zu Jahresbeginn bei 1.000.000 Euro und es wurde ein Gewinn von 80.000 Euro erzielt, ergibt sich nach der Formel Gewinn durch Eigenkapital eine Eigenkapitalrentabilität von 8 Prozent. Veranschlagt man dagegen das Eigenkapital zum Abschluss des Geschäftsjahres und berücksichtigt dabei, dass der Gewinn das Eigenkapital hat ansteigen lassen, kommen als Ergebnis lediglich 7,4 Prozent heraus.

Drei Wege führen zur EKR

Der dritte Weg, der ein über das Jahr durchschnittlich ansteigendes Eigenkapitals annimmt, das bei regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben bei 1.040.000 Euro liegen würde, führt zu der Lösung 7,7 Prozent. Der letzte Wert, der lediglich wegen der Rundungsfehler exakt in der Mitte liegt, erscheint als der realistischste von den dreien. Natürlich wurden in der kurzen Ausführung Steuern und weitere Faktoren zur besseren Veranschaulichung weggelassen.

Schwieriger wird die Situation, wenn von der oben erwähnten Million nur die Hälfte Eigenkapital war. Bei dem anderen Teil handele es sich um Fremdkapital, das zu 5 Prozent zu verzinsen ist. Damit sinkt der Gewinn aus dem Beispiel zwar auf 55.000 Euro im Jahr. Allerdings bezieht er sich ebenfalls auf ein deutlich niedrigeres Eigenkapital von 500.000 Euro. Die Eigenkapitalrentabilität steigt deshalb auf 11 Prozent, weil mit fremder Geld sozusagen zusätzliche Gewinne erwirtschaftet wurden. Je höher der Grad der Verschuldung in dem Beispiel ausfällt, umso höher steigt die EKR.

Dieser Hebeleffekt verdeutlicht, wie sich Investitionen in ein Unternehmen sowohl für den Geldgeber als auch den denjenigen, der die Gewinne erwirtschaftet, lohnen können. Es zeigt aber gleichzeitig, wie weit Renditen auseinander liegen können und wie schnell sich dieses Vorgehen ins Negative umkehren kann. Sobald Gewinne hinter den Erwartungen zurückbleiben und die Kosten für das Kapital über der Gesamtrentabilität liegen, sinkt die Eigenkapitalrentabilität sprunghaft und kann sogar unter Null fallen.

Der Leverage-Effekt

Der Leverage-Effekt: kleine Änderung – großer Einfluss

Hat eine nur geringfügige Änderung einen großen Einfluss auf das abschließende Ergebnis, spricht man vom Leverage-Effekt oder einer Hebelwirkung. Bei der Eigenkapitalrentabilität kommt er zum Tragen, wenn fremdes Kapital und damit Verschuldung im Spiel ist. Solang die Kosten für Fremdkapital niedriger sind als die erwartbare Rendite, lohnt es sich, den Verschuldungsgrad zu steigern. Die eigenen Gewinne erhöhen sich trotz vergleichsweise niedrigem Einsatz eigenen Geldes spürbar.

Gleichzeitig steigt mit wachsender Verschuldung auch das Risiko für alle Beteiligten. Sinkt die Gewinnerwartung oder liegt der Zeitpunkt der Rückforderung des Fremdkapitals vor dem Auslaufen eines Investments, können sich schnell Probleme für das gesamte Geschäftsmodell ergeben. Die Hebelwirkung setzt ein und eine eigentlich hohe Eigenkapitalrentabilität führt zum Gegenteil des erwarteten Szenarios, obwohl nur geringfügige Änderungen der Gesamtsituation eingetreten sind.

Einen zusätzlichen Anreiz zur Verschuldung und damit zur Vergrößerung des Leverage-Effektes setzt das Steuersystem. Da die Kosten für Fremdkapital den Gewinn reduzieren, lohnt die Verschuldung noch mehr. Zinsen sind ein Aufwand, der vom zu versteuernden Gewinn abgezogen wird. Dieser scheinbare Vorteil niedrigerer Steuern birgt ein hohes Risikopotential.

Die Gesamtkapitalrentabilität

Der Blick auf die insgesamt erzielte Rendite durch einen Kapitaleinsatz wird als Gesamtkapitalrentabilität bezeichnet. Mit dieser lassen sich die Risiken und Nachteile umgehen, die mit der Eigenkapitalrentabilität verknüpft sind. Hierbei werden zu den Gewinnen sämtliche Kosten für Fremdkapital hinzugezogen und ebenso durch die Gesamtsumme des eingesetzten Kapitals geteilt. Das Ergebnis umgeht den Leverage-Effekt und gewährt einen allgemeineren Überblick über Gewinn und Verlust einer Unternehmung.

Weitere Probleme bei der Ermittlung der Eigenkapitalrentabilität

Jahresabschlüsse müssen vergleichbar sein

Einzelne Werte des Jahresabschlusses eines Unternehmens werden miteinander in Verbindung gesetzt. Deshalb müssen für eine Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Unternehmen auch die Jahresabschlüsse vergleichbar sein. Arbeiten diese jedoch nach unterschiedlichen Prinzipien, weil die Rechnungslegung nicht den gleichen Standards folgt, können sich abweichende Gewinne oder Eigenkapitalwerte ergeben. Trotz theoretisch gleicher Wert würden die Werte für die Eigenkapitalrentabilität voneinander abweichen.

Ähnliches passiert bei der Verwendung einer anderen Nutzungsdauer für eine Anschaffung oder variierenden Abschreibungsmethoden. Besonders bei Abschreibungen existieren zahlreiche Modelle, die zwischen einfacher Berechenbarkeit und einer realitätsnahe Angabe schwanken. Weil sie Einfluss auf den Unternehmensgewinn haben, ist für eine echte Vergleichbarkeit ein intensiver Blick in die Bilanzen notwendig.

Anwendung in der Praxis

Als Kennzahl hilft die Eigenkapitalrentabilität, das eigene Wirtschaften einzuschätzen oder unterschiedliche Wettbewerber miteinander vergleichen zu können. Verschiedene Branchen weisen dabei teils deutlich voneinander abweichende Werte auf. Ist ein hoher Personalaufwand nötig und der Anteil des Eigenkapital groß, dann wird die Eigenkapitalrentabilität entsprechend gering ausfallen. Kaum anfallende Fixkosten, viel Fremdkapital und eine hohe Gewinnmargen steigern die EKR, sind aber in den meisten Fällen ein Hinweis auf größere Risiken.

Ansonsten ist eine hohe Eigenkapitalrentabilität zumeist nur bei marktbeherrschenden Unternehmen oder Monopolisten anzutreffen, die aufgrund ihrer Stellung Gewinnmargen ohne Wettbewerbsdruck festlegen können. Eine geringe EKR muss im Allgemeinen nicht als schlechtes Zeichen bewertet werden. Abhängig von der Branche kann es sich durchaus um einen Normalzustand handeln. Ein langfristiger Blick auf die Zuverlässigkeit und Stabilität der Eigenkapitalrentabilität verrät hierbei viel über die weitere Entwicklung des Unternehmens und die zukünftige Entwicklung von erwartbaren Renditen.

Merger: Definition, Bedeutung und Abgrenzung zur Acquisition

Was ist ein Merger?

Der Begriff Merger ist eine englischsprachige Bezeichnung für eine Fusion, also einen Unternehmenszusammenschluss. Der Zusammenschluss kann sich auf zwei oder mehrere Unternehmen beziehen und dient typischerweise dem Ausbau der Marktmacht. In der Regel tritt der Begriff im Zusammenhang mit Mergers und Acquisitions (M&A) auf. Dies ist die Bezeichnung für das Geschäft der Fusionen und Übernahmen. Insbesondere im Investment-Banking spielen M&A eine wichtige Rolle im Geschäft. Während Mergers unter meist gleichberechtigten Parteien stattfindet, übernehmen Sie als Käufer bei einer Acquisition die absolute Kontrolle über das erworbene Unternehmen.

Der Merger und seine Bedeutung

Merger

Ein Merger ist eine Art Zusammenschluss

Ein Merger kommt einem Zusammenschluss bisher rechtlich unabhängiger und eigenständiger Unternehmen zu einer neuen wirtschaftlichen und rechtlichen Einheit gleich. Solche Fusionen unterliegen in der Bundesrepublik bestimmten Auflagen im Zusammenhang mit dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB). Dieses ist auch als Kartellgesetz bekannt. Die Fusionskontrolle übernimmt das Bundeskartellamt. Handelt es sich um EU-interne grenzüberschreitende Mergers, so greift die Kontrolle der Europäischen Kommission.

Im Zuge eines Mergers verliert mindestens ein beteiligtes Unternehmen seine rechtliche Selbstständigkeit. Im engeren Sinne bedeutet ein Merger eine Fusion nach dem Aktienrecht. Als solche setzt die Fusion bestimmte Rechtsformen der Beteiligten Unternehmen voraus. Eine weitere Voraussetzung ist eine liquidatonsfreie Übertragung des Vermögens im Zuge der Gesamtrechtsnachfolge.

Grundsätzlich kennt das Aktienrecht zwei Formen der Fusion beziehungsweise des Mergers: die Verschmelzung durch Aufnahme sowie die Verschmelzung durch Neubildung. Bei der Verschmelzung durch Aufnahme geht es um die Übertragung des Vermögens einer Gesellschaft auf eine schon bestehende Gesellschaft. Gesetzliche Grundlage hierfür ist § 339 Abs. 1 Ziff. 1 AktG (Aktiengesetz). Im Zuge einer Verschmelzung durch Neubildung geht das Vermögen der beteiligten Gesellschaften als Ganzes in eine neue Gesellschaft über (§ 339 Abs. 1 Ziff. 2 AktG).

Mergers und ihre Bilanzen

Bei Mergers können Sie zwischen der Schlussbilanz und der Fusionsbilanz unterscheiden. Die Schlussbilanz bezeichnet hierbei die Erfolgsbilanz auf Seite der übertragenden Gesellschaft. Diese Schlussbilanz muss gemäß der Vorgaben der Jahresbilanz aufgestellt werden. Die Fusionsbilanz stellt eine Sonderbilanz dar, die Bezug zudem durch den Merger entstehenden neuen Rechtsgebilde hat. Sie hat das Ziel, die neu entstandene Kapital- und Vermögenssituation nach der Fusion aufzuzeigen.

Mit der Fusionsbilanz erfolgt die Berechnung des Umtauschverhältnisses und der Gegenleistung. Es handelt sich um eine Vermögensbilanz mit tatsächlichen Werten, die auch stille Reserven berücksichtigt. Eine solche Fusionsbilanz können, müssen Sie jedoch nicht separat aufstellen. Die nächste folgende Jahresbilanz nach erfolgtem Merger stellt gleichermaßen die Fusionsbilanz dar.

Abgrenzung: Mergers und Acquisitions

Bei einer Acquisition werden Eigentumsrechte übertragen

Mergers sind zu verstehen als eine der Möglichkeiten im Geschäft mit Mergers and AcquisitionsM&A bezeichnen sämtliche Transaktionen im Zusammenhang mit der Übertragung und Belastung von Eigentumsrechten an Firmen. M&A können zu neuer Konzernbildung, Verschmelzung, Umstrukturierung oder rechtlicher Umwandlung führen. Acquisitions bezeichnen hierbei Übernahmen beziehungsweise Unternehmenskäufe.

Bei einem Merger erfolgt eine Zusammenlegung der jeweiligen Unternehmensvermögen, während Unternehmen bei einer Acquisition andere Unternehmenseinheiten oder vollständige Unternehmen erwerben. Bei einer Mehrheits-Akquisition erfolgt eine Eingliederung der dem zu übernehmenden Unternehmen (target) zur Verfügung stehenden Aktiva in das kaufende Unternehmen.

Eine Acquisition basiert stets auf einer Übertragung von Eigentumsrechten an einem Unternehmen. Damit erwerben Sie als Käuferunternehmen gleichermaßen Leitungs– und Kontrollrechte, die mit dem Kauf auf Sie übergehen. Im Hinblick auf diese Übertragung von Eigentumsrechten kommen bei Akquisitionen verschiedene Deals in Frage: der Share Deal und der Asset Deal. Beim Share Deal erfolgt die Akquisition direkt durch den Erwerb von StimmrechtsanteilenAsset Deals sehen den Kauf der Aktiva und Verbindlichkeiten des Zielunternehmens vor. Dieser Erwerb erfolgt entweder in Form von Bargeld (Cash Offer), durch Aktien und andere Wertpapiere (Stock Swap) oder als Mischform.

M&A stehen für weitere Transaktionen

Mergers and Acquisitions können zudem weitere Transaktionen und Maßnahmen bezeichnen. Der Begriff steht auch für die Finanzierung eines Unternehmenskaufs, die Übernahme oder Gründung von Gemeinschaftsunternehmen. Ein besonderes M&A-Verfahren ist das Squeeze Out. Hierbei handelt es sich um eine Methode zur Übertragung von Aktien der Minderheitsaktionäre gegen eine Abfindung in bar.

Rechtliche Grundlagen für Mergers und Acquisitions und entsprechender Transaktionen finden sich in mehreren Gesetzestexten. Die zahlreichen Regelungen sind Gegenstand des Kapitalmarktrechts, insbesondere des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG), des Kartellrechts, des Steuerrechts und des Außenwirtschaftsgesetzes. Seit 2002 spielt auch das Wertpapiererwerbs– und Übernahmegesetz (WpÜG) eine wichtige Rolle.

Anwendungsbereiche von Mergers and Acquisitions

Die feindliche Übernahme geschieht oft an der Börse

Mergers sind insbesondere im Zusammenhang mit dem Corporate-Finance-Geschäft Bedeutung. Dies betrifft in erster Linie Investmentbanken. Hierbei sind verschiedene Berufsgruppen beteiligt, in erster Linie Wirtschaftsprüfer, Juristen und Berater. Die Berater werden typischerweise in Form einer Provision am Verkauf des Unternehmens beteiligt.

Zu unterscheiden sind bei M&A-Geschäften die freundliche und die feindliche Übernahme. Im Rahmen einer feindlichen Übernahme von Aktien kauft ein Interessent das Target-Unternehmen beispielsweise über die Börse durch Erwerb eines großen Aktienpakets. Auf diese Weise erhält das kaufende Unternehmen eine Anteilsmehrheit.

Eine freundliche Übernahme basiert auf einer Absprache mit der Geschäftsführung. In einem folgenden Schritt kommt es zur Unterzeichnung von Vertraulichkeitserklärungen und Absichtserklärungen, die den Beginn der Transaktion einleiten.

Oft stellen Mergers and Acquisitions geschäftliche Großereignisse dar, die von hohem öffentlichen und Medieninteresse begleitet sind. Hinter M&A-Transaktionen stehen stets geschäftliche Strategien. Oft sind diese Geschäfte von strukturellen Veränderungen begleitet. Dazu zählen Änderungen der Personalstruktur und Abbau von Arbeitsplätzen auf Seite des übernommenen Unternehmens. Über eingenommene Unternehmen sind Akquisitionen daher oft längerfristig problematisch, können kurzfristig jedoch beispielsweise eine Insolvenz abwenden. Auch für die Shareholder des Unternehmens können M&A-Transaktionen vorteilhaft sein.

Gründe und Motive für Mergers

Motive für Fusionen und Übernahmen können sich auf die Unternehmensstrategie, finanzielle oder persönliche Gründe beziehen. Strategisch sind etwa Marktmotive von Bedeutung, da ein Merger neue Absatzmärkte erschließen oder die Konkurrenz beseitigen kann. Damit steigt die Verhandlungsmacht.

Ein wichtiges finanzielles Motiv bezieht sich auf den Kapitalmarkt. Beispielsweise erreichen manche Unternehmen erst durch einen Merger eine Betriebsgröße, die sie kapitalmarktfähig macht. Ebenso sind Skalenerträge und Größenvorteile zu berücksichtigen, die zur Kostensenkung und damit Gewinnerhöhung beitragen. Auch steuerliche Motive können eine Rolle spielen. So können erworbene Verlustvorträge die gesamtbetriebliche Steuerlast und damit die Steuerquote senken.

Gesamtkapitalrentabilität

Stuttgarter Verfahren

Das Stuttgarter Verfahren wurde ursprünglich zur Bewertung von Immobilien eingesetzt. Auf Grund der einfachen Berechnungsmethode fand es bis 2009 außerdem Anwendung bei der Bewertung von nicht börsennotierten Anteilen an Kapitalgesellschaften. Die Methode errechnete den gemeinen Wert von Unternehmen als Bemessungsgrundlage der Erbschaft- bzwSchenkungsteuer. Heute findet man das Stuttgarter Verfahren noch als Abfindungsregelung in GmbH-Gesellschaftsverträgen, die vor 2009 gegründet wurden.

Beim Stuttgarter Verfahren handelte es sich um ein Übergewinnabgeltungsverfahren. Man ging davon aus, dass der Wert eines Unternehmens grundsätzlich seiner Vermögenssubstanz entspricht. Für überdurchschnittliche Gewinne wurde ein Zuschlag ermittelt, der sich aus den vermuteten ausschüttungsfähigen Gewinnen der nächsten fünf Jahre ergab.

Das Verfahren stammt aus den 50er Jahren. Die Stuttgarter Finanzverwaltung entwickelte es, um das damals stark kritisierte Berliner Verfahren abzulösen. Das Erbschaftsteuerreformgesetz vom 1. Januar 2009 schaffte das Stuttgarter Verfahren offiziell wieder ab. Heute verwendet man zukunftsorientierte Bewertungsmethoden, wie das Discounted-Cashflow-Verfahren, das Ertragswertverfahren oder das Substanzwertverfahren.

Stuttgarter Verfahren

Das Stuttgarter Verfahren diente zur Wertermittlung von Immobilien

Sonderregelungen

Es gab zahlreiche Sonderregelungen, die unter anderem für neu gegründete Gesellschaften, Holdinggesellschaften und gemeinnützige Gesellschaften galten. Besondere Umstände, wie Sonderabschreibungen sowie Verlustrückträge und –vorträge, konnten durch Zu- oder Abschläge berücksichtigt werden.

Kritik am Stuttgarter Verfahren

Das Stuttgarter Verfahren war ein sehr pauschaler Bewertungsansatz, der individuelle Besonderheiten von Unternehmen nicht berücksichtigte. Damit verstößt es gegen das Leistungsfähigkeitsprinzip. Da es laut eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts nicht mit dem Grundgesetz vereinbar war, schaffte man es 2009 schließlich ab.

Als Methode zur Unternehmensbewertung eignete sich das Stuttgarter Verfahren ohnehin nicht, da es auf realitätsfernen Ausgangsparametern beruhte. Es kam lediglich fiskalischen Zwecken zu Nutze. Das Verfahren der Übergewinnabgeltung gilt als überholt und die Verwendung der Vermögenswerte aus der Bilanz als unrealistisch. Damit entsprach es nicht dem Standard IDW S1 nach den Grundsätzen zur Durchführung von Unternehmensbewertungen des Instituts für Wirtschaftsprüfer.

Berechnungsmethode

Im ersten Schritt ermittelt man den Vermögenswert. Dieser ergibt sich aus der Differenz von Vermögen und Schulden, ins Verhältnis gesetzt mit dem Nennkapital. Daraus erhält man die folgende Formel: Vermögenswert = (Vermögen – Schulden) * 100 / Nennkapital. Es kann sich auch ein negativer Vermögenswert ergeben, wenn die Schulden höher sind als das Vermögen.

Die Berechnung des Unternehmens durch das Stuttgarter Verfahren

Der zweite Schritt dient der Ermittlung des Ertragshundertsatzes. Hierbei bestimmt man den gewogenen Durchschnitt der Eigenkapitalverzinsung der letzten drei Geschäftsjahre und setzt diesen wiederum ins Verhältnis zum Nennkapital. Das erste Jahr fließt dabei einfach, das zweite doppelt und das dritte dreifach in die Berechnung ein. Man erhält folgende Formel: Ertragshundertsatz = (1 * Geschäftsjahr 1 + 2 * Geschäftsjahr 2 + 3 * Geschäftsjahr 3) * 100 / 6 * Nennkapital. Ergibt sich ein negativer Wert, nimmt man zur weiteren Berechnung einen Ertragshundertsatz von 0 an.

Der dritte und letzte Schritt errechnet den gemeinen Wert eines Anteils an einer Kapitalgesellschaft. Diesen Wert müsste ein Käufer beim Erwerb aufwenden. Neben dem Vermögenswert werden die Ertragsaussichten der kommenden Jahre im Vergleich zu anderen Kapitalanlagen berücksichtigt. Nach aktuell gültiger Fassung der Erbschaftsteuer-Richtlinien ist dies ein Grenzzinsatz von 9 % berechnet auf fünf Jahre. Daraus ergibt sich die folgende Formel: Gemeiner Wert = Vermögenswert + 5 * (Ertragshundertsatz – 9 * Gemeiner Wert / 100).

Durch Auflösung und Rundung ergibt sich schließlich die nachfolgende Formel zur Berechnung des gemeinen Wertes nach Stuttgarter Verfahren: Gemeiner Wert = 0,68 * (Vermögenswert + 5 * Ertragshundertsatz). In Relation zum Nennkapital gesetzt erhält man damit den Wert aller Anteile einer Kapitalgesellschaft.

Rechenbeispiel

Folgende Werte werden für ein Unternehmen angenommen:
Betriebsvermögen: 1.000.000 EUR
Nennkapital: 750.000 EUR
Gewinn im letzten Geschäftsjahr: 30.000 EUR
Gewinn im vorletzen Geschäftsjahr: 25.000 EUR
Gewinn vor drei Geschäftsjahren: 20.000 EUR

Durch Einsetzen der Werte in die oben hergeleiteten Formeln erhält man:
Vermögenswert = (Vermögen – Schulden) * 100 / Nennkapital
Vermögenswert = 1.000.000 * 100 / 750.000
Vermögenswert = 133,33

Ertragshundertsatz = (1 * Geschäftsjahr 1 + 2 * Geschäftsjahr 2 + 3 * Geschäftsjahr 3) * 100 / 6 * Nennkapital
Ertragshundertsatz = (1 * 20.000 + 2 * 25.000 + 3 * 30.000) * 100 / 6 * 750.000
Ertragshundertsatz = 4,11

Gemeiner Wert = 0,68 * (Vermögenswert + 5 * Ertragshundertsatz)
Gemeiner Wert = 0,68 * (133,33 + 5 * 4,11)
Gemeiner Wert = 104,64

Der Wert aller Anteile der Kapitalgesellschaft nach Stuttgarter Verfahren beträgt somit 750.000 EUR * 104,64% = 784.800 EUR

ICO

Initial-Coin-Offering (ICO): Finanzierungsform auf Blockchain-Basis

ICOs stellen eine jüngere Finanzierungsmethode für Unternehmen, Start-ups und Kryptowährungs-Konzepte dar. Als Abkürzung steht ICO für Initial-Coin-Offering. Strukturelle Ähnlichkeit besteht zur initialen Ausgabe von Aktien an der Börse (IPO). ICOs beziehen sich jedoch auf virtuelle Währungen. Als Crowdfunding-Variante dienen sie in erster Linie der Beschaffung von Token für junge Projekte auf Blockchain-Basis. Daher stellt sich die Frage, wie ICOs genau funktionieren und auf welche Chancen und Risiken Sie im Zusammenhang mit dieser Finanzierungsform zu achten haben. Mit einem Datenraum wird die richtige technische Basis für sichere Transaktionen geschaffen.

Kryptowährungen und Blockchain-Technologie im Überblick

ICO

Der Bitcoin war die erste Kryptowährung

Als junges aber bereits von hohen Transaktionssummen geprägtes Konzept sind Kryptowährungen von wachsender Bedeutung. Als erste und bekannteste Kryptowährung läutete der Bitcoin eine neue Phase des Zahlungsverkehrs ein. Virtuelle Währungen sind zahlreich und es bilden sich ständig neue Konzepte heraus, die häufig durch ICOs erstfinanziert werden. Ein hervorstechendes Merkmal aus Anlegersicht sind die stark volatilen Kurse, die kurzfristig enorme Gewinne und Verluste ermöglichen.

Kernidee hinter den meisten virtuellen Währungen ist eine unabhängige und dezentrale Schaffung einer begrenzten Geldsumme. Die Geldschöpfung erfolgt über das so genannte Mining, eine Art virtuelles Schürfen auf Basis mathematischer Algorithmen in computergestützten Netzwerken.

Technologische Basis der Finanztransaktionen mit virtuellen Währungen sind Blockchains. Es handelt sich um dezentrale, verteilte Netzwerke. Diese ermöglichen Ihnen transparente, unveränderliche und sichere Aufzeichnungen. Über Blockchains können Sie Peer-to-peer, das heißt unmittelbar und ohne Zentralinstanz, mit Ihren Transaktionspartnern interagieren. Da die Aufzeichnungen auf der Blockchain keine nachträgliche Änderung zulassen, gilt die Technologie als fälschungssicher. Diese Eigenschaften der Technologie offenbaren ein breites Anwendungspotential über Finanzgeschäfte hinaus. Überall dort, wo es um transparenten und schnellen Umgang mit Daten geht, werden Blockchain-Konzepte derzeit getestet oder bereits eingesetzt.

Überblick und Allgemeines zur Finanzierungsform ICO

Begrifflich orientiert sich die Initial-Coin-Offering an der bekannten Bezeichnung Initial-Public-Offering oder IPO. Diese stellt einen Börsengang dar, der durch die Ausgabe von Wertpapieren aus dem Bestand der Altaktionäre oder einer Kapitalerhöhung auf den Kapitalmärkten gekennzeichnet ist.

Anders als bei der IPO geht es bei ICOs jedoch nicht um die Ausgabe von Aktien beziehungsweise Unternehmensanteilen sondern um Einheiten virtueller Währungen: so genannte Tokens. Damit erwerben Sie über die Token auch keine Eigentümerschaft am mitfinanzierten Unternehmen. Anders als beim Aktienbesitz erhalten Sie weder Stimmrecht noch Gewinnbeteiligung (Dividende).

Der primäre Einsatzbereich des ICOs ist die Finanzierung junger Konzepte und Start-ups. Hierbei erzeugen Start-ups die neuen Einheiten und bieten sie anschließend zum Verkauf an. Käufer der Tokens lassen dem Unternehmen damit direkt das Geld zur Unternehmensfinanzierung zukommen.

Blockchains sind die technologische Basis

Ein wichtiger Unterschied zu IPOs (Initial Public Offering) an der Börse ist, dass bei ICOs in der Regel kein Eigentum am Unternehmen über das Token abgebildet wird. Es berechtigt also weder zur Dividende, noch bringt es automatisch ein Stimmrecht mit sich.

Chancen und Vorzüge von ICOs

Ein primärer Vorteil gegenüber IPOs besteht darin, dass auch kleinere und initial weniger gut ausgestattete Unternehmen eine Chance erhalten. Beispielsweise ist das inzwischen mächtige Kryptowährungs-Konzept Ethereum aus einem ICO hervorgegangen. Als zweitgrößte virtuelle Währung weltweit nach dem Bitcoin gilt Ethereum als wichtigste Plattform für künftige Blockchain-Entwicklungen.

Ein weiterer Vorzug des ICO besteht in Bürokratieabbau. Während viele Start-ups an Papierarbeit scheitern, funktioniert diese Finanzierungsform ohne großen Aufwand. Es genügt ein so genanntes White Paper, das bereits sämtliche Informationen zum Projekt enthält. Das White Paper steht meist auf den Internetseiten der Konzepte frei einsehbar zur Verfügung, sodass Sie auf Basis dieser transparenten Informationen Ihre Investitionsentscheidung treffen können. Hingegen bedeuten sowohl eine IPO als auch klassischere Crowdfunding-Formen einen höheren bürokratischen Aufwand, da benötigte Papiere oft mit hohen Regularien zum Sammeln von Geld verbunden sind.

ICOs sind oft mit starkem Interesse oder regelrechten Hypes um ein Projekt verbunden. Auch darin liegt eine Chance, da einerseits viele Investoren auf das Konzept aufmerksam werden und andererseits die Wahrscheinlichkeit von Betrugsfällen sinkt. Das hohe Interesse bietet jungen Unternehmen gleichermaßen einen Anreiz für Innovationen, der durch die Erfahrungen mit erfolgreichen ICO-finanzierten Projekten noch erhöht wird.

Als Investor profitieren Sie im Besonderen vom frühen Zugang zu den im Rahmen der ICO ausgegebenen Token. Viele der Einheiten, beispielsweise Ethereum, zeigen gerade nach der Erstausschüttung einen enormen Wertzuwachs. Dies bietet Anlegern die Möglichkeit, die Token zunächst zu einem besonders günstigen Kurs zu erwerben.

Nachteile und Risiken eines ICO

ICO birgt durchaus Risiken

Ein hohes Risiko liegt im stark spekulativen Charakter der Finanzierungsform, der Token und der mitfinanzierten Projekte. Mit der Investition im Rahmen eines ICO setzen Sie auf ein Konzept und die dahinterstehende Idee. Manchmal entwickeln sich große Projekte aus der Idee, oftmals (in über 90 Prozent der Fälle) scheitern Konzepte aber auch. Die Informationen entstammen dem White Paper und Insiderwissen. Daher ist ein hohes Maß an Branchenkenntnis erforderlich, um Projekte und ihr Erfolgspotential einschätzen zu können.

Ein weiteres Risiko ist technischer Natur. Es kann aufgrund hoher Investitionstätigkeit im Rahmen eines ICO zu einer Art Netzwerkstau in der Blockchain kommen. Investieren Anleger besonders hohe Summen, kann sich ein Auftragsrückstand im Netzwerk bilden. Ihr Investitionsvorhaben kann in diesem Fall fehlschlagen. Ein weiteres technisches Risiko liegt in der Kompatibilität der Token. So ermöglicht Ihnen etwa eine Ether-Wallet die Speicherung Ethereum-basierter TokenTokens außerhalb dieses Netzwerks sind jedoch schwer zu speichern und erfordern zusätzliche Wallets.

Die geringen bürokratischen Hürden senken die Eintrittsbarrieren und sorgen damit auch dafür, Betrüger anzuziehen. Vorgebliche Projekte oder gefälschte White Papers ermöglichen es Personen, in betrügerischer Absicht, Geld einzusammeln. Ebenso stellt das Auslassen wesentlicher Informationen im White Paper ein Problem dar. Damit verbunden ist die Problematik zunehmender Regulierungen als Reaktion auf möglichen Betrug.

Vorschriften und Regulierungen

Im Fokus der Frage nach Regulierungen steht vor allem die Behandlung durch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) im Zusammenhang mit der ErlaubnispflichtKryptowährungen hat die BaFin als Rechnungseinheiten eingeordnet, womit sie nach dem Kreditwesengesetz als Finanzinstrumente gelten. Ein reiner Verkauf der Token ist jedoch kein Bankgeschäft. Damit unterliegen sie nicht der Erlaubnispflicht nach Kreditwesengesetz. Gleichfalls sind virtuelle Währungen nicht dem Wertpapierhandelsgesetz unterworfen. Daher besteht ebenso keine Prospektpflicht nach Wertpapierprospektgesetz. Eine Regulierung gemäß Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz entfällt ebenfalls, da es sich nicht um staatliches Geld oder E-Geld handelt.

Konkrete Vorschriften liegen hier noch nicht vor

Klare und strenge Auflagen wie etwa bei Börsengängen liegen für ICOs in den meisten Ländern nicht vor. Die unregulierte Finanzierungsform bietet daher keinen Schutz für Sie als Investor oder Anleger. Jedoch sind neue Auflagen rund um ICOs im Kommen und in zahlreichen Staaten werden 2018 neue Regulierungen eingeführt. Die Finanzierungsform ist in China grundsätzlich nicht erlaubt.

Fazit und Zukunftsausblick zur Finanzierungsform

Die noch junge Geschichte der ICOs ist geprägt von wenigen Projekten mit enormem Erfolg, darunter Ethereum und Gnosis, sowie einer Vielzahl bereits eingestellter Projekte. Der weitgehend unregulierte Markt ist von hoher Volatilität geprägt. Zudem starten in jüngster Zeit immer wieder Hacker ihre Angriffe auf Blockchain-Netzwerke und erschleichen höhere Summen. So konnten bei einem Ethereum-basierten ICO durch Schwachstellen im Code die Wallet-Adressen manipuliert werden, sodass die investierten Summen auf einer nicht-autorisierten Wallet landeten.

Als Investor sind Sie stets gut beraten, mitfinanzierte Projekte genau zu analysieren. Dabei sollten Sie die Fragen im Auge behalten, wer hinter dem Konzept steht, wer sich bisher daran beteiligt und welche Aussicht auf Erfolg zu erwarten ist. Hier spielen Insiderwissen sowie die bisherigen Erfahrungen der Team-Mitglieder eine wichtige Rolle. Die Lektüre des White Papers sowie Kenntnis des Entwickler-Teams sind Grundvoraussetzungen.

Wichtiger als die Kryptowährung selbst ist das Geschäftsmodell. Viele Konzepte versprechen, wichtige Probleme durch die BlockchainTechnologie zu lösen. Daher haben ICOs trotz ihrer Sicherheitsrisiken eine vielseitige Zukunftsperspektive und ebnen den Weg einer dezentralen Umgestaltung einer digitalen Wirtschaftswelt.

Unternehmensverkauf

Was Sie vor (!) einem Unternehmensverkauf beachten sollten

Der Verkauf eines Unternehmens basiert auf einer Bewertung, die mit unterschiedlichen Methoden vorgenommen wird. Ein Unternehmensverkauf ohne vorherige Unternehmensbewertung ist nicht transparent und für potenzielle Käufer uninteressant. Die Bilanzprüfung und Marktanteilsbewertung sind wichtige Grundpfeiler der Unternehmensbewertung. Diese beziehen sich allerdings nur auf den finanziellen Faktor, der zwar wichtig, aber nicht allein ausschlaggebend ist.

Unternehmensverkäufe stützen sich auf Zukunftsprognosen

Unternehmensverkauf

Bei einem Unternehmensverkauf muss man einiges bedenken

Vor dem Verkauf lohnt sich ein Rundumblick auf die nicht finanzgestützten Faktoren. Dabei gelangen Dokumentationen aller Prozesse und Abläufe ins Augenmerk – welche mit einem sicheren Datenraum sicher und vertraulich ausgetauscht werden können. Langfristige Kundenbindungen und Verträge, sowie die Firmenunabhängigkeit vom Gründer sind gute Prognosen für die Unternehmenszukunft. Um die vom Gründer oder Management unabhängige Beständigkeit einer Firma zu belegen, ist eine Dokumentation nach ISO 9001 oder 27001 angeraten. Lange Verträge mit Kunden und Geschäftspartnern sind ebenfalls eine Tendenz für eine wirtschaftlich sichere Zukunft der Firma.

Schon lange vor dem geplanten Unternehmensverkauf beginnt die Suche nach Wegen, neue Kunden zu erschließen und an die Firma zu binden. Die Dokumentation der Kundenakquise und des Erfolgs fließen positiv in die Unternehmensbewertung ein. Hier zeigt sich, wie umsatzstabil das Unternehmen in Zukunft und wie unabhängig es vom bisherigen Management ist. Die Veränderung der Märkte, der Kundenansprüche und der Wettbewerbslage sind heute stetig vertreten. Hinzu kommt die Schnelllebigkeit der Gesellschaft, die mit der Digitalisierung einhergeht.

Für einen Unternehmensverkauf spielen vorhandene und in die Zukunft übernehmbare Kundenbeziehungen eine wesentliche Rolle. Denn diese zeigen die Tendenz zu einem kalkulierbaren Umsatz und entsprechender finanzieller Sicherheit. Langfristige Geschäftsverbindungen sind in einer stetig wandelbaren und sich kontinuierlich verändernden Wirtschaft nicht unbedeutend. Denn eine längere Kundenbindung ist ein wichtiger Indikator für die vertrauenswürdige Präsentation der Firma.

Ablauf- und Prozessdokumentation vor Unternehmensverkauf

Für eine möglichst genaue Prognose, benötigt man gut dokumentierte Unterlagen

Das ein Geschäft bisher, unter dem aktuellen Management erfolgreich war, bedeutet nicht automatisch, dass es dem neuen Geschäftsführer ebenso gelingt. Um hier eine Brücke zu schlagen und ein Geschäftsmodell Gründer- und Management unabhängig zu präsentieren, sind Dokumentationen aller Geschäftsabläufe vorteilhaft. Die Dokumentation aller Prozesse steigert den Unternehmenswert und wirkt sich damit positiv auf den erzielten Verkaufspreis aus. Zuzüglich schafft man eine Vertrauensbasis, da es sich bei Dokumentationen um eine Offenbarung des geistigen Eigentums des Firmeninhabers handelt.

Die im Unternehmensverkauf integrierte Übergabe der bisher erfolgreichen Prozesse erzeugen Vertrauen. Der Unternehmer bringt damit seine Entscheidung für maximale Effizienz und die Verbesserung der Firma zum Ausdruck. Aus der Dokumentation, die bestenfalls nach ISO 9001 oder 27001 erfolgt, ergibt sich eine personenunabhängige Performance des Unternehmens. Jegliches Wissen zu geschäftlichen Verfahren und Abläufen sollte dem neuen Unternehmer zur Verfügung gestellt und plausibel dokumentiert sein. Gut dokumentierte Prozesse sorgen für einen Wettbewerbsvorteil und Transparenz im Geschäftsumfeld.

Die Wertschöpfung einer Firma ist oftmals höher als die finanzielle Performance, die sich aus einer reinen Unternehmensbewertung aus Zahlen ergibt. Allein auf dem aktuellen Management basierende Erfolge schränken die Kapazitäten bei Unternehmensverkäufen ein. Die dokumentarische Darstellung, bestenfalls rechtssicher nach DIN Norm, erhöht die Käufersicherheit und zeigt ein inhaberunabhängig funktionierendes Unternehmen.

Langfristige Vertragsbindung mit Kunden anvisieren

Langfristige Verträge sind ein wichtiger Bestandteil für erfolgreiche Unternehmen

In Unternehmensbewertungen sind Bestandskunden mit langjährigen Verträgen ein gutes Indiz für Seriosität und Vertrauenswürdigkeit. Lange Vertragsbindungen sollten bereits vor dem Verkauf bestehen und in verschiedenen Formen gepflegt werden. Wartungs- und Serviceleistungen, kontinuierliche Beratungen und Nachbestellungen sprechen für eine gute und dauerhafte Kundenbindung. Gerade im Servicebereich ist eine Optimierung der Zahlen möglich. Kunden schätzen Firmen, die auch nach dem Kauf oder einer Vermietung erreichbar sind und einen umfassenden Service anbieten. Wichtiger als die rege Fluktuation sind Stammkunden, die einer Firma die Treue halten und Verträge mit langer Bindung unterzeichnen.

Auch Vermietungen und unbefristete Arbeitsverträge sind ein Indiz für eine sichere Unternehmenszukunft. Die Komponenten der Mitarbeiterbindung und Kundenbindung verlaufen im Regelfall parallel. Langzeitverträge sind eine solide Basis, die nicht nur den Preis, sondern auch die Geschwindigkeit von Unternehmensverkäufen optimiert. Absatzprojektionen anhand von Schätzwerten hingegen zeigen nur eine Tendenz und keine perspektivische Richtlinie auf. Die Vorbereitung von Unternehmensverkäufen bedarf einer umfassenden Orientierung, in der die bestehenden Kunden eine wichtige Position einnehmen. Im Endeffekt eignen sich alle Formen der Kundenbindung, die auf regelmäßigen Intervallen beruhen.

Die neue Unternehmensführung benötigt Planungssicherheit. Je mehr langfristige, zufriedene Kunden man belegen kann, umso stabiler ist das Betriebsergebnis. Bestehende Kunden werden vom neuen Management übernommen, da der Verkauf des Unternehmens nicht mit einer Vertragsauflösung einhergeht. Bei einer geplanten Veräußerung lohnt es sich, langfristig an Kundenbindungen zu arbeiten und den Grundstein für eine hohe Unternehmensbewertung zu legen. Unternehmensverkäufe sollten Stammkunden im Vorfeld mitgeteilt werden. Das erhöht die Bestandsrate und verhindert Absprünge und Loslösungen aus langfristigen Vertragsbindungen.

Neukundengewinnung mit langfristiger Perspektive dokumentarisch darlegen

Bis zum Vertragsabschluss muss viel geschehen

Das neue Management schätzt Informationen, auf welchen Wegen das Unternehmen bisher neue Kunden akquiriert hat. Werden diese Wege plausibel dokumentiert, sind sie ein marktwertsteigernder Richtwert für eine zeitnahe Abwicklung des Unternehmensverkaufs. Mindestens ein Weg zur Neukundengewinnung sollte belegbar sein und dem Kaufinteressenten näher erläutert werden. Es empfiehlt sich, die Neukundengewinnung Schritt für Schritt darzustellen und den erfolgreichsten Weg protokollarisch zu fixieren. Dies kann mit dem Fokus auf Marketing, der Kundengewinnung auf Messen oder intervallweise wiederkehrenden Aktionen erfolgen.

Besser und zielführender ist es, wenn verschiedene Wege gefunden und protokolliert werden. Die Zuverlässigkeit und Kontinuität in der Kundengewinnung sind die wichtigste Basis für einen dauerhaften und ansteigenden Unternehmenserfolg. Der alleinige Nachweis über langjähige Bestandskunden reicht nicht aus, um das Interesse zu wecken und dem neuen Unternehmer zukunftsprognostische Faktoren darzulegen. Unternehmen die Kunden auf verschiedenen Wegen akquirieren, dokumentieren diese anhand der Relevanz. Der erfolgreichste Weg erhält die meiste Aufmerksamkeit und wird vordergründig in der Dokumentation dargestellt.

Führende Unternehmensketten nutzen die „Wegbeschreibung“ zur Kundengewinnung schon lange für Unternehmensbewertungen. Da das Interesse der Zielgruppe wichtigen Einfluss auf die finanzielle Sicherheit einer Firma nimmt, darf dieser Punkt vor Unternehmensverkäufen nicht außer Acht bleiben. Was bisher erfolgreich war, erweist sich auch zukünftig als Stilmittel für mehr Aufmerksamkeit, mehr Umsatz und ein gesteigertes Kundeninteresse. Die Übergabe der Strategien an den neuen Inhaber erhöht die Unternehmensbewertung und fördert die Performance bei Unternehmensverkäufen.

Unternehmensverkaufschancen erhöhen – 3 Tipps die wirklich helfen.

Wer die hier aufgeführten Tipps beherzigt, bietet im Regelfall ein wachsendes Unternehmen zum Verkauf an. Er zeigt auf, dass die Firma auch ohne den Gründer funktioniert. Der neue Unternehmer, Manager oder Geschäftsführer übernimmt neben den physischen und finanziellen Werten das geistige Eigentum der bisherigen Firmenleitung. Auf dieser Vertrauensbasis wird der Unternehmensverkauf zeitnah, mit einer guten Bewertung und zielsicher abgewickelt.

Je ausführlicher sämtliche Faktoren dokumentiert und damit transparent sind, umso höher wird die Wirtschaftskraft des Unternehmens eingestuft. Plausible Abläufe und Prozesse bieten Unternehmenskaufinteressenten die Chance, ihre zukünftlichen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen und sich dabei auf Fakten zu berufen. Geschätzte oder rein auf finanziellen Aspekten beruhende Bewertungen erzeugen weniger Interesse. Gründerunabhängige, bei Stammkunden beliebte und wachsende Unternehmen erzielen einen höheren Verkaufspreis und mehr Aufmerksamkeit.