Was ist ein Jahresüberschuss?

Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine Größe aus dem Rechnungswesen. Der Jahresüberschuss findet bei kleinen und großen Unternehmen, aber auch bei Soloselbstständigen und Freiberuflern Anwendung. Einzig bei Personengesellschaften ist die Ermittlung vom Jahresüberschuss nicht erforderlich.
Beim Jahresüberschuss handelt es sich um die Differenz, die sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt. Eine andere Begrifflichkeit für den Jahresüberschuss ist der Gewinn vor Steuern.

Ermittlung des Jahresüberschusses

Die Grundlage für die Ermittlung des Jahresüberschusses sind die Umsatzerlöse. Dabei erfolgt die Berechnung durch ein bestimmtes Schema. Die Anwendung dieses Schemas ist in allen Unternehmen identisch. Die Größe des Unternehmens und die Höhe des Umsatzes spielen keine Rolle.

So ist die Vorgehensweise bei der Berechnung:

  • Grundlage für die Berechnung des Jahresüberschusses ist das Betriebsergebnis
  • Vom Betriebsergebnis ist das Finanzergebnis hinzuzurechnen oder abzuziehen
  • Der auf diese Weise ermittelte Betrag ist der Gewinn vor Steuern

In zweiten Berechnungsschritt sind die zu zahlenden Steuern abzuziehen

  • Das Ergebnis umfasst den Gewinn oder Verlust nach der Steuerzahlung
  • Weitere Steuerzahlungen kommen zum Abzug
  • Es ergibt sich ein Jahresüberschuss oder ein Jahresfehlbetrag
JÜ

Der Jahresüberschuss nimmt Einfluss auf die Rentabilität

Der Jahresüberschuss beziffert den realen Gewinn, den das Unternehmen nach der Begleichung der Steuerlast verbuchen kann. Je höher dieser Gewinn ist, desto besser ist die Liquidität des Unternehmens. Ergibt sich anstelle eines Jahresüberschusses ein Jahresfehlbetrag, bedeutet dies, dass das Unternehmen mit roten Zahlen wirtschaftet. In diesem Fall ist eine Sanierung des Unternehmens dringend erforderlich. Andernfalls kann es im schlimmsten Falle zur Insolvenz des Unternehmens kommen. Die Gefahr besteht vor allem dann, wenn das Unternehmen über einen Zeitraum von mehreren Jahren in Folge einen Jahresfehlbetrag erwirtschaftet.

Wichtig zu wissen:

Im Rahmen der Bilanz ist ein Unternehmen zum Ausweis des Jahresüberschusses verpflichtet. Mit dieser Verpflichtung geht auch die Erstellung einer Gewinn- und Verlustrechnung einher. Anhand dieser Zahlen bemisst sich der Erfolg oder der Misserfolg eines Unternehmens.

Wichtige Kennzahlen zum Jahresüberschuss

Im Zusammenhang mit der Ermittlung des Jahresüberschusses gibt es einige wichtige Kennzahlen. Zu diesen zählen die Cashflow-Rentabilität und die Eigenkapital-Rentabilität.

Cashflow-Rentabilität

Hinter dem Begriff Cashflow steht eine Größe, die aussagt, welcher Prozentsatz der Unternehmenserlöse in einem Unternehmen zur Tilgung von Krediten und anderen Verbindlichkeiten zur Verwendung kommt. Weiterhin ist es wichtig zu ermitteln, wie viel Prozent des besagten Erlöses für Investitionen Verwendung finden kann. Auch die Höhe der Gewinnausschüttung wird in diese Bilanz einbezogen. In der Gegenüberstellung der Prozentsätze wird deutlich, wie gut die Liquidität des Unternehmens ist. Es geht darum, die Finanzierungslage eines Unternehmens real zu bewerten.

Ist der prozentuale Anteil für die Bedienung von Krediten und Tilgungsraten außergewöhnlich hoch, erfolgt eine

JÜ

Wie wird die Bewertung meines Unternehmens besser?

eingeschränkte Bewertung der Liquidität. Hat ein Unternehmen hohe Aufwendungen für Finanzierungsraten, bedeutet dies, dass das Verhältnis der Finanzierungen zum Betriebsvermögen nicht ausgeglichen ist. Das Unternehmen bekommt nur eine eingeschränkte Bewertung. Eine bessere Bewertung erhalten Unternehmen, die für Finanzierungen nur einen geringen prozentualen Anteil aufwenden und dafür mehr Kapital für Investitionen zur Verfügung haben. Diese Unternehmen haben in der Regel eine stabile Liquidität.

Eigenkapital-Rentabilität

Das Eigenkapital ist eine Größe, die sich nach einer einfachen Formel berechnen lässt. Die Vermögenswerte des Unternehmens inklusive des Barvermögens werden den Verbindlichkeiten gegenüber gestellt. Der auf diese Weise ermittelte Wert beziffert das Eigenkapital. Auch hier ist es möglich, eine Aussage über die Liquidität des Unternehmens zu treffen. Je höher das Eigenkapital eines Unternehmens ist, desto besser ist die Liquidität. Ein hohes Eigenkapital bedeutet, dass sich viele Investitionen bereits im Besitz des Unternehmers finden. Entweder gibt es nur eine geringe Kreditkapitalquote oder die Kredite sind bereits abgezahlt. Liegt nur eine geringe Eigenkapital-Rentabilität vor oder ist der Wert negativ, spricht dies für eine geringe Liquidität. Bei negativen Werten ist kein Eigenkapital vorhanden und das Unternehmen ist verschuldet.

Gewinn oder Jahresüberschuss? So funktioniert die Abgrenzung

In der Betriebswirtschaft gibt es eine Abgrenzung zwischen dem Gewinn, den ein Unternehmen verbuchen kann, und dem Jahresüberschuss. Dabei handelt es sich um eine Nuance, denn der Jahresüberschuss ist ein Gewinn. Es handelt sich um den Gewinn, den das Unternehmen nach der Zahlung aller Steuern in seinen Büchern bilanzieren kann. Während sich der Jahresüberschuss aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt, gibt es in der Betriebswirtschaft weitere Gewinnberechnungen. Dazu gehört beispielsweise der Bilanzgewinn. Hierbei handelt es sich um eine Ausschüttung, für deren Berechnung es andere Formeln gibt. Lesen Sie hier alles zum Bilanzgewinn.

Exakte Definition der Begrifflichkeit erforderlich

JÜ

Was ist denn nun der genaue Jahresüberschuss?

Es ist ein wichtiger Aspekt, dass Begrifflichkeiten in der Betriebswirtschaft eine deutliche Abgrenzung finden. Wenn anstelle von einem Jahresüberschuss von dem Gewinn gesprochen wird, ist die Differenzierung nicht genau genug. Tatsächlich handelt es sich beim Jahresüberschuss um einen Gewinn. Hier erfolgt die Ermittlung aus der Gewinn- und Verlustrechnung und nach dem Abzug aller Steuern. Dies wird mit der Begrifflichkeit Jahresüberschuss eindeutig ausgedrückt. Spricht man hingegen von einem Gewinn, ist die Aussage nicht deutlich genug. Es muss in diesem Falle nicht der Jahresüberschuss gemeint sein. Es gibt neben dem Bilanzgewinn auch einen Gewinn vor Steuern, der in den Büchern eines Unternehmens ebenfalls Berücksichtigung findet und als wichtige Berechnungsgröße gilt.

Was ist ein Patent?

Ein Patent auf etwas haben, ein Patent anmelden oder jemanden als „patent“ bezeichnen: Das Wort gehört zum alltäglichen Sprachgebrauch. Aber was ist ein Patent eigentlich genau? Wie wird es definiert und woher kommt der Begriff? Welche rechtlichen Bedingungen sind damit verknüpft? Diese Fragen soll der folgende Text beantworten.

Definition

Ein Patent selbst ist eine Urkunde, die den Inhaber dazu berechtigt, die zugrundeliegende Erfindung allein zu verwerten.
Es ist möglich, eine Erfindung anzumelden, um ein solches Patent zu erhalten. Das Patentamt kann Patente erteilen und Personen oder juristisch zugelassene Verbindungen können das Patentrecht auf eine Erfindung besitzen.

Als Adjektiv verwendet

Wer hingegen eine Person oder einen Umstand als „patent“ bezeichnet, möchte seine Bewunderung für die Person/den Umstand zum Ausdruck bringen. Das Wort ist in der Bedeutung sinnverwandt mit Tüchtigkeit.

Etymologie

Ursprünglich geht die Bezeichnung „Patent“ auf den lateinischen Begriff des „littera patens“ zurück, womit ein Beglaubigungsschreiben eines Patriarchen gemeint war.

Die patente Geschichte der Patente

Jedes Jahr werden bis zu 2 Millionen Patente neu beantragt – zu Beginn der Einführung von Patenten war dies noch nicht abzusehen. Die erste uns bekannte Erwähnung eines Patentes fand bereits 720 vor Christus in einer griechischen Kolonie in Italien statt: Athenäus der Ältere schrieb Verfügungen über die Regelung zur Nutzung von Kochrezepten.

Patent

Die Anfänge liegen weit in der Vergangenheit

Im 13. Jahrhundert wurde das Patent in England zum Sammelbegriff für Rechte und Lizenzen. Von Großbritannien aus erreichte diese Praxis rasch die bekannte moderne Welt: 1469 wurde in Venedig das erste Patentgesetz formuliert. Bereits 1593 kam es auf in Nürnberg zum ersten Rechtsstreit bezüglich eines Patents – Streitpunkt war die Nutzung einer Erfindung zum Schleifen von Aquamarin-Steinen.

Die Zeit der Kleinststaaten in Europa machte die Patentregelungen recht unübersichtlich, daher hatte es nach der deutschen Reichsgründung 1871 für den jungen Staat Priorität, die gewerbsmäßige Nutzung von Erfindungen einheitlich zu reglementieren. 1877 wurde das deutsche Patentgesetz beschlossen, welches in seinen Grundzügen noch heute gilt.

Welche Voraussetzungen gelten für die Erteilung eines Patents?

Nicht jede Person kann sich etwas Neues ausdenken und patentieren lassen. Die Erfindung muss folgende Bedingungen erfüllen:

  • Es muss sich um etwas neues handeln, dessen Entdeckung eine erfinderische Tätigkeit vorausgegangen ist. Abwandlungen von bereits bekannter Technik sind nicht zulässig.
  • Sollte es ein ähnliches Patent bereits geben, muss in der Neuheit ein deutlicher Unterschied bestehen.
  • Das Produkt muss gewerblich nutzbar sein.
  • Jedes Patent darf nur eine einzige Erfindung schützen. Wer eine Maschine erfunden hat, die aus mehreren ebenfalls neu erfundenen Einzelteilen besteht, muss jedes Einzelteil gesondert anmelden.

Was kostet ein Patent?

Bevor eine genaue Ziffer benannt werden kann, muss deutlich werden, woraus sich die Kosten für eine Patentanmeldung zusammensetzen:

  • Anmeldegebühren beim Patentamt
  • Honorare für Patentanwälte zur Abwicklung des Anmeldevorgangs
  • Honorare für Personen, die Informationen einholen – es gibt Firmen, die ganze Abteilungen nur mit der Recherche beschäftigen.
  • Bedarfsorientierte Kosten: Je nach Notwendigkeit müssen Übersetzer oder wissenschaftliche Prüfer beauftragt werden.
  • Gebühren für die turnusmäßige Verlängerung
Patent

Die Kosten können schnell hoch werden

Wer ein Patent nur für den deutschen Markt anmelden möchte, muss im einfachen Fall von etwa 5.000 Euro ausgehen. Sobald es auch für andere Staaten gelten soll, verdoppeln sich die Kosten durch Gebühren und Prüfungen leicht. Auch ein europäisches Patent muss in anderen Staaten validiert werden, was ebenfalls Kosten verursacht. Die Anmeldung für international gültige Patente kann im sechsstelligen Bereich liegen. Aus diesem Grund muss man genau abwägen, ob der gewerbliche Nutzen die Investition rechtfertigt.
Je umfangreicher die Erfindung ist, desto eher muss man mit Rechtsstreitigkeiten rechnen. Diese Kosten sollten in die Budgetplanung mit einbezogen werden.

Wie ist der Patentschutz gesetzlich geregelt?

Die Patenterteilung ist nicht als Nutzungserlaubnis zu verstehen. Es ist das Recht, anderen die Nutzung zu verbieten bzw. den Rahmen der Verwendung zu definieren. Der Patentinhaber hat das alleinige Nutzungsrecht der Erfindung und kann Lizenzen zur Verwendung vergeben. Findet eine Patentrechtsverletzung statt, kann der Patentinhaber eine Schadensersatzforderung für vergangene und zukünftige Schäden aus dem Vorfall stellen. Überdies lässt sich ein Anspruch auf Unterlassen für die Zukunft geltend machen. Lesen Sie hier alles zum Thema Schadensersatz.

Was ist eine Patentrechtsverletzung?

Patent

Vorsicht vor rechtlichen Verletzungen

Die Patentrechtsverletzung liegt vor, wenn man eine Erfindung unrechtmäßig nutzt. Dies kann absichtlich geschehen, unabsichtlich oder zwischen Anmeldung und Erteilung eines Patents. Ein Patentanwalt erstellt bei Verdacht auf eine Patentrechtsverletzung ein entsprechendes Gutachten, die Fälle werden vor Patentrechtskammern verhandelt.

Ist der Erfinder auch der Inhaber des Patents?

Der Erfinder kann, muss aber kein Patentinhaber sein. Ein Erfinder ist immer ein Mensch. Natürlich können mehrere Menschen an einer Erfindung arbeiten: Alle, die als Erfinder der Innovation gelten, lässt man auch so im Patentamt eintragen. Der Inhaber kann jedoch auch eine juristische Person sein oder aus mehreren Personen bestehen. Es hat einen definierten Marktwert und ist als Besitz zu verstehen. Patente lassen sich vererben oder verkaufen. Erfinder gelten zwar als Urheber des geistigen Eigentums, dies bedingt aber nicht die Nutzungsrechte. Das deutsche Arbeitnehmererfindergesetz regelt die Erfindervergütung. Schließt ein Unternehmen oder verlängert das Patent nicht, kann der Erfinder wieder das Eigentum übernehmen – oder seine gesetzlichen Nachkommen.

Was ist Qualitätsmanagement?

Qualitätsmanagement ist ein Spezialgebiet des Managements. Es umfasst alle Maßnahmen, die die Verbesserung der Prozessqualität, der Arbeitsqualität und der Produkt- sowie Dienstleistungsqualität zum Ziel haben. Das Qualitätsmanagement befasst sich mit der Qualität entsprechend der Norm DIN EN ISO 9000:2015-11. Qualität ist definiert als „Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale eines Objekts Anforderungen erfüllt“ (Zitat DIN EN ISO 9000:2015-11). Somit liegt Qualität vor, wenn die gestellten Anforderungen erfüllt sind. Die Beurteilung, ob ein Produkt respektive eine Dienstleistung qualitativ hochwertig ist, hängt von den Zielsetzungen und Erwartungen ab.

Qualitätsmanagement ist für die Unternehmen von existenzieller Bedeutung

Kunden erwarten Qualität, ansonsten droht das Abwandern zur Konkurrenz. Ein professionelles Qualitätsmanagement dient der Erhöhung der Kundenzufriedenheit, der Steigerung des Absatzes und der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Nachhaltige Prozesse sind zu implementieren, um eine stabile Qualität zu erhalten.

Wie hat sich das Qualitätsmanagement entwickelt?

  • Phase 1: Erste organisierte Ansätze des Qualitätsmanagements sind bereits aus der Zeit um das Jahr 1900 bekannt. Es handelte sich um die Qualitätskontrolle, bei welcher die Mitarbeiter gezielt fehlerhafte Teile aus der Produktion aussortiert haben. Pioniere in diesem Sektor waren vor allem Ford und Taylor. Lesen Sie hier alles zu Henry Ford.
  • Phase 2: Die Qualitätskontrolle wurde weiter verbessert. Bis 1930 hatte sich die Qualitätsprüfung herausgebildet. Die Steuerung erfolgte auf Basis von Statistiken. Ein Beispiel der damals modernen Entwicklungen sind die Regelkarten.
  • Qualität

    Die Entwicklung des Qualitätsmanagements geht weit zurück

    Phase 3: Um das Jahr 1960 begonnen die ersten Unternehmen, Qualitätsmaßnahmen auf die gesamte Organisation auszudehnen. Vorbeugende Maßnahmen wurden umgesetzt, die das Ziel hatten, nachhaltig Qualität zu verbessern.

  • Phase 4: Null-Fehler-Programm:Der Amerikaner Philip B. Crosby entwickelte Anfang der 1960er Jahre die Null-Fehler-Strategie, die eine fehlerfreie Produktion ohne das Erzeugen von Ausschuss forderte. Crosby prägte den Ausspruch: „Qualität kostet nichts. Aber sie ist nicht geschenkt.“ (Zitat: Philip B. Crosby)
    Grundannahme ist, dass nicht Qualität Kosten verursacht, sondern das Beheben von Fehlern zu Kosten führt.
  • Phase 5: In den 1980er Jahren wurde Six Sigma vorgestellt. Es handelt sich um eine Methode des Qualitätsmanagements, um ein Managementsystem zur Prozessverbesserung und um ein statistisches Qualitätsziel. Wesentliche Elemente sind die Messung, Beschreibung, Analyse, Überwachung und Verbesserung von Geschäftsvorgängen. Hilfsmittel sind statistische Verfahren. Das übergeordnete Ziel ist die Verbesserung der Geschäftsergebnisse.
  • Phase 6: Die European Foundation for Quality Management (EFQM) entwickelte 1988 das EFQM-Modell. Insbesondere die ganzheitliche Betrachtung des Unternehmen gehört zu den Stärken des Qualitätsmanagement-Systems.

Im erweiterten System existieren neun Kriterien:

  1. Führung
  2. Strategie
  3. Mitarbeiter
  4. Partnerschaften und Ressourcen
  5. Prozesse, Produkte und Dienstleistungen
  6. Kundenbezogene Ergebnisse
  7. Mitarbeiterbezogene Ergebnisse
  8. Gesellschaftsbezogene Ergebnisse
  9. Schlüsselergebnisse
  • Phase 7: Um das Jahr 1990 wurden umfassende Qualitätskonzepte entwickelt, immer mehr Unternehmen implementierten professionelles Qualitätsmanagement in ihrer Organisation.
  • Phase 8: Total-Quality-Management (TQM) bezeichnet ein breit gefächertes Qualitätsmanagement, welches alle Bereiche einer Organisation umfasst. Die Manager führen Qualität als Systemziel ein. Sie streben an, Qualität dauerhaft zu garantieren. Die Ursprünge liegen in der japanischen Automobilindustrie.

Die 7 Grundsätze des Qualitätsmanagements

Qualität

Wie sind die Grundsätze aufgebaut?

Die 7 Grundsätze sind in der ISO 9000 erläutert. Ihre Beachtung ist wichtig, um ISO 9001 anwenden zu können und eine Zertifizierung zu erhalten. Es handelt sich im Einzelnen um folgende Grundsätze:

1. Kundenorientierung und nachhaltiger Erfolg
2. Führung und Leadership
3. Engagement von Personen
4. Prozessorientierter Ansatz
5. Verbesserung (der kontinuierliche Verbesserungsprozess)
6. Faktengestützte Entscheidungsfindung
7. Beziehungsmanagement

1. Kundenorientierung und nachhaltiger Erfolg

Die Unternehmen setzen sich das zentrale Ziel, die Kundenerwartungen zu erfüllen. Erkenntnisse über die Kundenzufriedenheit erhalten die Unternehmen durch nahezu jede Interaktion mit den Kunden.

2. Führung und Leadership

Führungskräfte und Vorgesetzte sollten als Vorbilder fungieren. Sie müssen die Qualitätsphilosophie des Unternehmens vorleben, um die Mitarbeiter zu motivieren und inspirieren. Veränderungen an Strategien, Zielen und Prozessen werden leichter umgesetzt, wenn die Führungskräfte die Angestellten anleiten und kontrollieren.

3. Engagement von Personen

Die Unternehmen können Qualitätsziele nur erreichen, wenn auf allen Ebenen engagierte Personen tätig sind, die an der Umsetzung und Kontrolle arbeiten. Mitarbeiter werden direkt in das Qualitätsmanagement einbezogen, um maximale Wirkung zu erzielen. Workshops, Diskussionen und Umfragen sind zwei Beispiele für die Einbindung der Mitarbeiter.

4. Prozessorientierter Ansatz

Prozesse und Abläufe prägen die Arbeit der Unternehmen. Es ist wichtig, die einzelnen Prozesse zu analysieren und zugleich Zusammenhänge zwischen den Prozessen zu identifizieren. Die Akteure müssen die Prozesse zielführend planen und umsetzen, ein entsprechendes Bewusstsein für die Bedeutung dieser Aufgabe ist zu erschaffen.

5. Verbesserung

Qualitätsmanagement ist keine einmalige Aufgabe. Vielmehr muss ein nachhaltiger Kreislauf kontinuierlicher Verbesserungen implementiert werden. Die Unternehmen arbeiten Konzepte aus, die Analysen und Verbesserungsprozesse enthalten. Die Manager erheben regelmäßig den IST-Zustand und ermitteln Potenziale, Defizite und Ansätze. Kundenfeedbacks und Audits sind zwei Beispiele für geeignete Maßnahmen.

6. Faktengestützte Entscheidungsfindung

Die Unternehmen sollten ihre Entscheidungen auf fundierte Fakten stützen, da die Qualität der Entscheidungen

Qualität

Ein qualitativer Plan ist stets individuell

von der Qualität der Entscheidungsgrundlage abhängt. Kennzahlen und aktuelle Daten sind notwendig. Jedes Unternehmen stellt individuell ein entsprechendes Kennzahlensystem auf, das aus den Unternehmens- und Qualitätszielen abgeleitet ist. Beispiele für geeignete Kennzahlen sind die Fehlerquote und die Kundenzufriedenheit.

7. Beziehungsmanagement

Das qualitätsorientierte Unternehmen kennt seine Stakeholder und richtet sein Beziehungsmanagement auf diese Zielgruppe aus. Die Manager wissen, welche Ziele, Wünsche und Befürchtungen die Interessensparteien haben. Das gemeinsame Nutzen von wertschöpfenden Ressourcen senkt die Kosten und erhöht die Qualität.

Was ist der Solidaritätszuschlag?

Der Solidaritätszuschlag ist eine Ergänzungsabgabe, die erstmals im Jahr 1991 eingeführt wurde. Seit 1995 dient sie zur Finanzierung der Kosten der deutschen Einheit, steht aufgrund ihrer unbefristeten Natur aber auch oft in der Kritik. Als Basis für die Berechnung des sogenannten Solis dienen die Einkommens- und Körperschaftssteuern.

Die Einführung des Solidaritätszuschlags

Auch, wenn der Soli als Abgabe für die Finanzierung der deutschen Einheit bekannt ist, wurde er ursprünglich für einen anderen Zweck eingeführt. So hatte sich Deutschland im Zweiten Golfkrieg im Jahr 1991 dazu bereit erklärt, 15 bis 20 Prozent der Gesamtkosten zu übernehmen. Zudem wurde Geld für die Unterstützung anderer Länder in Mittel-, Ost- und Südeuropa sowie der neuen Bundesländer gebraucht. Um diese Mehrbelastung zu finanzieren, wurde ein befristeter Solidaritätszuschlag eingeführt. Die Erhebung erfolgte vom 1. Juli 1991 bis zum 30. Juni 1992, wobei die Höhe 7,5 Prozent der Einkommens- beziehungsweise Körperschaftsteuer betrug.

Nachdem der Solidaritätszuschlag wie geplant 1992 ausgelaufen war, wurde er in den folgenden beiden Jahren nicht

Soli

Was kostete die Wiedervereinigung tatsächlich?

wieder erhoben. Dies änderte sich allerdings im Jahr 1995. Hintergrund war die Tatsache, dass die Kosten der Wiedervereinigung sich als deutlich größer herausgestellt hatten, als zuvor angenommen wurde. Um diese Kosten zu decken, entschied man sich, den Soli erneut einzuführen. Allerdings wurde dieses Mal keine Frist festgelegt. Die Höhe betrug zunächst wieder 7,5 Prozent. Im Jahr 1998 sank der Betrag auf 5,5 Prozent.

Einkommenssteuer als Grundlage

Grundsätzlich muss jeder Bürger in Deutschland, der ein Einkommen erzielt, den Solidaritätszuschlag zahlen, wenn seine Einkommenssteuer eine gewisse Grenze überschreitet. Diese beträgt bei einer einzelnen Person 972 Euro im Jahr. Paare, die eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, sind bis zu einer Einkommenssteuer von 1.944 Euro befreit. Wird der Freibetrag überschritten, dann zahlen die betroffenen Personen nicht sofort den gesamten Soli. Er wird schrittweise angehoben, bis die vollen 5,5 Prozent erreicht sind. Die Grenze für den Gesamtbetrag liegt bei einer Einkommenssteuer von 1.340 Euro, bei Ehepaaren greift erneut der doppelte Wert.

Die Berechnung des Solidaritätszuschlags ist relativ unkompliziert. Angenommen, eine Person erzielt ein Brutto-Einkommen von 2000 Euro im Monat. In der Steuerklasse 1 würde sich daraus eine Einkommenssteuer von 170 Euro ergeben. Auf diese Steuer wird nun der Soli berechnet. Bei 5,5 Prozent beträgt die Abgabe 9,35 Euro pro Monat.

Eine Minderung des Soli kann sich allerdings ergeben, wenn der Steuerzahler Kinder hat. In diesem Falle wird der Zuschlag auf Basis einer fiktiven Lohnsteuer berechnet, welche zuvor um gewisse Freibeträge für Kinder und weitere Freibeträge für deren Betreuung, Erziehung und Ausbildung reduziert wurde.

Soli für Kapitalerträge und Unternehmen

Neben dem klassischen Einkommen fällt der Soli auch bei Kapitalerträgen an. Wer Erträge aus Zinsen, Dividenden oder Aktienverkäufen erzielt, muss ebenfalls diesen Beitrag zahlen. Dies wird relevant, sobald der Sparerpauschbetrag von 801 Euro im Jahr überschritten wurde. Sobald dies der Fall ist, behalten Banken

Soli

Wie hoch ist der Pauschalbetrag?

zunächst einmal eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent ein. Auf Basis dieser wird anschließend der Solidaritätszuschlag errechnet, der wiederum 5,5 Prozent der Steuer beträgt. Banken zahlen diese Summen anonym. Die Zuordnung zu den jeweiligen Personen erfolgt dann über die Anlage KAP im Zuge der Steuererklärung. Lesen Sie hier alles zu Steuererklärungen.

Die Bürger Deutschlands sind bei der Zahlung des Soli nicht allein. Auch Unternehmen müssen die Abgabe an den Staat entrichten. In diesem Falle dient die Körperschaftssteuer als Grundlage für die Erhebung. Ein Unternehmen, das beispielsweise einen Gewinn von 10.000 Euro erzielt, muss eine Körperschaftssteuer in Höhe von 15 Prozent zahlen, also 1.500 Euro. Für den Soli werden nun wieder 5,5 Prozent von dieser Steuer erhoben. Damit beträgt die Abgabe 82,5 Euro.

Kritik und Abschaffung

Der Solidaritätszuschlag muss sich seit vielen Jahren stark Kritik erwehren. Dabei führen Kritiker vor allem zwei Argumente gegen die Abgabe ins Feld. Einer der großen Kritikpunkte ist die Tatsache, dass die Abgabe seit ihrer Wiedereinführung keine absehbare Endfrist mehr hatte. Dies bezeichnen viele Kritiker als verfassungswidrig. Unter anderem hatte der Bund der Steuerzahler im Jahr 2006 das Bundesverfassungsgericht zu dem Solidaritätszuschlag angerufen. Dieses entschied sich jedoch, das Thema nicht anzunehmen.

Im folgenden Jahr urteilte ein Finanzgericht in Niedersachsen, dass der Soli nicht verfassungsgemäß sei. Dem widersprach das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2010 allerdings und erklärt, dass eine Ergänzungsabgabe keine Frist haben muss. Auch wurde die Meinung des Finanzgerichts zurückgewiesen, dass der Solidaritätszuschlag aus den vorherigen Jahren aufgrund von Steuererleichterungen komplett hätte entfallen müssen und man ihn daher zurückzahlen muss.

Soli

Eine stolze Summe zeigte sich 2018

Ein weiterer Kritikpunkt am Solidaritätszuschlag ist die Tatsache, dass er zwar für die Kosten der Wiedervereinigung erhoben wird, in der Realität aber keine Vorgaben existieren, wofür man das Geld verwenden muss. Der Staat kann die Einnahmen also beliebig einsetzen. Gerade vor dem Hintergrund, dass das Geld eigentlich für die Förderung von strukturschwachen Regionen gedacht ist, stößt diese fehlende Beschränkung seit vielen Jahren auf große Kritik, da es sich um nicht unerhebliche Summen handelt. Im Jahr 2018 betrug der Solidaritätszuschlag fast 19 Milliarden Euro.

Der Solidaritätszuschlag ab 2021

Aufgrund der Kritik und der Entwicklung in Deutschland beschloss man im November 2019 eine Anpassung des Solis ab dem Jahr 2021. In dessen Folge fällt der Zuschlag für fast 90 Prozent der Bürger in Deutschland weg. So steigt der Freibetrag von 972 Euro auf 16.956 (bei Ehepaaren von 1.944 Euro auf 33.912 Euro), was dazu führt, dass anschließend nur noch Besserverdienende die Abgabe zahlen.

Nicht betroffen von den Erleichterungen sind Kapitalerträge, für die weiterhin die bisherigen Regeln gelten. Auch Unternehmen zahlen ab dem Jahr 2021 unverändert den Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent basierend auf ihrer Körperschaftssteuer.

Was ist das Handelsgesetzbuch?

Für Kaufleute in Deutschland ist das Handelsgesetzbuch die wichtigste rechtliche Basis. Es regelt Bilanzierung und Buchführung und gibt die grundsätzlichen Regeln für die einzelnen Handelsgesellschaften wie KG oder OHG vor. Vorbild war der französische Code de Commerce von 1807, als 1861 das erste Handelsgesetzbuch in Kraft trat. Hier erfahren Sie einiges über die Ursprünge und Gliederung des Handelsgesetzbuches.

Entstehung des Handelsgesetzbuches

Bis zur Einführung des ersten Handelsgesetzbuches galt in den einzelnen deutschen Staaten das jeweils dort herrschende Recht. Während in Preußen das Allgemeine Landrecht galt, war in Baden und links des Rheins der Code de Commerce gültig. In anderen Kleinstaaten das Gemeine Recht oder Partikularrechte. Die deutsche Nationalbewegung, die 1871 in der Gründung des Deutschen Reiches münden sollte, gewann Ende der 1850er Jahre an Zuspruch. Der französische Code de Commerce diente als Vorbild für eine Fassung des deutschen Handelsrechts. 1861 wurde dies von der Frankfurter Nationalversammlung beschlossen und anschließend in den deutschen Einzelstaaten umgesetzt. Gute Dienste dabei leistete das 1869 etablierte Bundesoberhandelsgericht. Das moderne HGB greift immer noch auf viele der 1861 etablierten Normen zurück. Andere entwickelten sich

HGB

Welcher Paragraph gilt wofür?

entsprechend den Anforderungen der Zeit weiter.

Aufbau des Handelsgesetzbuches

Gegliedert ist das HGB in fünf Bücher, diese sind in Abschnitte und Unterabschnitte eingeteilt. Inklusive Seehandelsrecht sind 905 Paragraphen im Handelsgesetzbuch versammelt, es ist komplett im Internet zugänglich.

1. Buch: Handelsstand

In den Paragraphen 1 bis 104a des HGB definieren sich die wesentlichen Begriffe des Handelsrechts. Dazu gehört neben den Begriff des Kaufmanns auch die Festlegungen über das Handelsregister, zum Firmenrecht der Handelsfirma, zur Stellvertretung im Handelsrecht, Handelsvertreter und –makler enthalten. Wer wissen will, auf welcher rechtlichen Grundlage ein Kaufmann, eine Handelsfirma, ein Handelsvertreter oder ein Handelsmakler handelt, findet hier eine Antwort. Außerdem sind in diesem Buch eine Reihe an Bußgeldvorschriften versammelt. Lesen Sie hier alles zu Bußgeldern.

2. Buch: Handelsgesellschaften und stille Gesellschaft

In den Paragraphen 105 – 237 des HGB sind die Einzelheiten zu den Personengesellschaften festgelegt, zu denen beispielsweise die Offene Handelsgesellschaft (OHG), aber auch die Kommanditgesellschaft (KG) und die Stille Gesellschaft gehört. Ergänzt werden die Paragraphen des 2. Buches durch die Paragraphen 705 bis 740 des BGB. Hier ist genau beschrieben, welche Rechte die jeweiligen Gesellschafter haben. Das zweite Buch des HGB erläutert die jeweilige Rechtsstellung der Gesellschaftsformen.

3. Buch: Handelsbilanzrecht

In den Paragraphen 238 bis 342e ist genau festgelegt, wie Buchführung und Jahresabschluss, Buchprüfung und entsprechende Offenlegung der Bilabnzen zu handhaben sind. Es ist gewissermaßen das „Grundgesetz des Bilanzrechts“ und enthält neben den allgemeinen Vorschriften auch die entsprechenden Ergänzungen für die jeweiligen Handelsgesellschaften, Genossenschaften und bestimmte Branchen wie Versicherungsunternehmen sowie Kredit- und Finanzdienstleister.

4. Buch: Handelsgeschäfte

In den Paragraphen 343 bis 475h sind sämtliche Begriffe der Handelsgeschäfte geregelt, zu denen auch der Vertragsschluss, Vertragsfreiheit, Allgemeines Schuldrecht und Sachenrecht gehört. Zu Beginn ist von sämtliche allgemein geltenden Vorschriften die Rede, später dann von speziellen Vorschriften für das jeweilige Handelsgeschäft. Hier regelt sich, wie ein Vertragsabschluss gestaltet sein muss, welches Handelsgeschäft vertragsfrei bleiben kann und wie das Schuldrecht aussieht. Außerdem behandelt man sämtliche Sonderfälle der einzelnen Geschäftsformen: Welche Fristen zur Verjährung gibt es, wer trägt die jeweilige Haftung, was sind die Besonderheiten bei Fracht-, Kommissions– und Speditionsgeschäften.

5. Buch: Seehandelsrecht

HGB

Buch 5 handelt von hoher See

In den Paragraphen 476 bis 619 sind sämtliche Regeln für den Seehandel festgelegt. Da man hierbei nicht nur deutschen, sondern auch internationalen Handel betreibt, sind im Seehandelsrecht auch Regelungen aus dem Völkerrecht verankert.

Diese Pflichten haben Kaufleute

Wer nach dem HGB als Kaufmann handelt, muss die dort niedergeschriebenen Pflichten erfüllen, zu denen unter anderem die ordnungsgemäße Buchführung gehört. Jedes einzelne getätigte Handelsgeschäft muss in das Buch eingetragen werden, lückenlos und systematisch. Da nicht alle Buchführungsregeln im HGB festgehalten sind, gelten zusätzlich die Richtlinien der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB). Außerdem ist im HGB geregelt, welches Unternehmen die entsprechenden Vorschriften zum Jahresabschluss einhalten muss: Während bei Kleinunternehmern eine sogenannte Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ausreicht, muss ein größeres Unternehmen eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung vorlegen. Mit Hilfe des Jahresabschlusses lässt sich ablesen: Hat das Unternehmen im Lauf des Jahres einen unternehmerischen Erfolg erzielen können oder musste es Verluste verbuchen?

Zuständigkeit vor Gericht

HGB

Welche Gerichtsbarkeit gilt?

Sind sich Kaufleute nicht einig, so dass es zu einem Rechtsstreit kommt, ist zunächst das Landesgericht und dort die Kammer für Handelssachen zuständig. An den jeweiligen Amtsgerichten werden dagegen nur die Angelegenheiten des Handelsregisters verhandelt. Werden Leistungen europa– oder weltweit erbracht, ist bei Klagen das Gericht in dem Ort zuständig, wo die hauptsächliche Leistung erbracht wird. Falls der Ort nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, ist das Gericht am Wohnsitz des Handelsvertreters zuständig.

Buchhaltungssoftware erleichtert die Arbeit

Weil es gerade für Freiberufler, Kleinunternehmer und Gründer eine Herausforderung sein kann, sämtliche Vorschriften des HGB korrekt zu beachten, gibt es eine ganze Reihe an Software, mit der sich die Buchhaltung einfach gestalten lässt. Sämtliche geschäftlichen Vorgänge werden korrekt erfasst und passend zu den Anforderungen des Finanzamtes gestaltet. Damit ist selbst ein Jahresabschluss relativ schnell erstellt.

Die herausragende Stellung des HGB

Geht es um das Handelsrecht, ist das Handelsgesetzbuch Grundlage dafür. Trotzdem gibt es weitere Gesetze, die für Kaufleute wichtig sind. Grundsätzlich gilt: Das HGB mit seinen vielen Regeln und Sonderregeln ist für Kaufleute verpflichtend und bindend, dahinter stehen sogar die Gesetze des BGB, des Bürgerlichen Gesetzbuches, zurück. Diese sind nur subsidiär, das heißt, sie werden nur dann angewandt, wenn im HGB keine eigene Regelung vorhanden ist. Außerdem geht das HGB in vielen Bereichen über die Regelungen des BGB hinaus, das betrifft insbesondere Buchführung, Bilanz, aber auch das Firmenrechtoder das Handelsregister.

Was ist eine Limited?

Die Limited (Ltd.) ist eine aus England bekannte Rechtsform für Unternehmen. Sie gilt dort als die am häufigsten verwendete Rechtsform, wodurch sie mit der deutschen GmbH verglichen werden kann. Die Haftung der Gesellschafter ist beschränkt. Rechtlich betrachtet ähnelt die Ltd. der deutschen Unternehmergesellschaft. Nach britischem Gesellschaftsrecht ist die Ltd. eine Form der Kapitalgesellschaft. Da die Limited eine privatrechtliche Gesellschaft ist, tritt die Gesellschaft als juristische Person auf. Das Grundkapital ist in Anteilen zerlegt. Die Anteilsinhaber haften nur bis zur Höhe dieses Kapitals. Anteile der Gesellschaft sind auf andere Personen übertragbar.

Welche verschiedenen Formen der Limited existieren im Vereinigten Königreich?

  1. Private company limited by Shares
    Kleine und mittlere Unternehmen verwenden diese Rechtsform. Es handelt sich um die in England am weitesten verbreitete Form der Kapitalgesellschaften. Die Ltd. darf keine Anteile öffentlich anbieten. Der Handel an der Börse ist somit nicht möglich. Wird in Veröffentlichungen nur von der „Limited“ gesprochen, so ist im allgemeinen die Private company limited by Shares gemeint. Träger dieser Rechtsform müssen dem Namen einen kennzeichnenden Zusatz hinzufügen. Die Abkürzung im Namen als Ltd ist zulässig.
  2. Private company limited by guarantee
    Im Vergleich zur privaten Variante ist die Bildung von Stammkapital nicht vorgesehen. Die Mitglieder halten

    Limited

    Wer haftet bei Insolvenz?

    keine Anteile an der Gesellschaft, sie geben stattdessen eine Garantie ab. Erleidet die Gesellschaft Insolvenz, haften die Mitglieder bis zur Höhe des in der Garantie genannten Betrags. Ein häufiges Anwendungsgebiet sind nicht-gewinnorientierte Unternehmen, beispielsweise Vereine, Sportverbände oder Genossenschaften. Die Unternehmen treten als juristische Person auf, müssen allerdings kein Stammkapital stellen.

  3. Private unlimited Company
    Die Private unlimited Company kann Anteile ausgeben, eine Verpflichtung hierzu besteht allerdings nicht. Es handelt sich um eine Sonderform der Kapitalgesellschaft. Alle Teilhaber haften jedoch unbeschränkt. Teilhaber können natürliche oder juristische Personen sein. Ein Vorteil dieser Variante ist, dass das Unternehmen als eigene Rechtspersönlichkeit auftritt und dennoch alle Teilhaber unbeschränkt haften. Der Namenszusatz Unlimited ist für die Gesellschaft verpflichtend.
  4. Public limited Company
    Größere und börsennotierte Unternehmen verwenden diese Variante. Sie dürfen ihre Aktien öffentlich anbieten und an der Börse handeln. Strenge Berichts- und Meldepflichten werden der Gesellschaft auferlegt. Die Benennung eines Schriftführers ist vorgeschrieben, der anerkannter Rechtsanwalt oder Buchhalter sein muss. Als Namenszusatz für das Unternehmen ist der Bestandteil „public limited Company“ oder PLC vorgesehen.

Wie wird eine Limited gegründet?

Für die Gründung ist die Eintragung in das britische Handelsregister (Companies House) erforderlich. Ein Gründungsstadium in Form einer Vorgesellschaft ist nicht notwendig. Sobald das Companies House das Certificate of Incorporation ausgestellt hat, ist die Gesellschaft rechtsfähig. Nicht nur englische Firmen entscheiden sich für diese Rechtsform. Es ist nicht vorgeschrieben, dass die Verwaltung des Unternehmens in England erfolgen muss. Lediglich eine zustellfähige Adresse – die für den offiziellen Schriftverkehr mit den Behörden genutzt wird – wird verlangt. Grundsätzlich ist die Namenswahl für die Gesellschaft frei gestaltbar – mit Einschränkungen hinsichtlich der vorgeschriebenen Namenszusätze. Außerdem hat das Companies House eine Liste mit Worten erstellt, die nicht im Namen verwendet werden dürfen. Namenswünsche wie „Royal“ und „British“ bedürfen einer Sondergenehmigung und genehmigungspflichtig. Namensbestandteile wie „Bank“ sind theoretisch möglich, müssen jedoch im Zusammenhang mit der Unternehmenstätigkeit stehen und können daher ebenfalls nur auf Antrag verwendet werden.

Worin unterscheiden sich Limited und PLC?

Private company limited by shares

  • Mindestkapital: keines
  • Mindestanzahl Anteilinhaber: 1
  • Mindestanzahl Directors: 1
  • Standard Articles of AssociationTable A (private)
  • Namenszusatz:
    Cyfyngedig (Cyf.) (Walisische Unternehmen)
    Limited (Ltd.)

Public limited company

  • Mindestkapital: 50.000 £ oder 65.600 EUR
  • Mindestanzahl Anteilseigner: 2
  • Mindestanzahl Directors: 2
  • Standard Articles of AssociationTable A (public)
  • Namenszusatz:
    Cwmni Cyfyngedig Cyhoeddus (CCC) (Walisische Unternehmen)
    Public Limited Company (PLC)
Limited

Entscheidend ist das Stammkapital

Der für die Praxis wesentliche Unterschied zwischen der Ltd. und der PLC liegt in der Verpflichtung zur Stellung eines bestimmten Mindestkapitals. Die PLC eignet sich nicht für kleine Unternehmen, die Ltd. kann auch von kleinen Unternehmen gegründet werden, da kein Mindestkapital vorgeschrieben ist.

Vorteile vs. Nachteile der Ltd.

Vorteile

Im Vergleich zur GmbH ist für die Gründung der Ltd. kein Stammkapital erforderlich. Für eine GmbH muss eine Einlage von mindestens 25.000 Euro vorhanden sein. Die Gründung der Ltd. ist innerhalb weniger Tagen möglich. Die hohe Transparenz der Gesellschaftsform ist aus Sicht der Geschäftspartner ein positiver Faktor. Eine Haftung, die über die Anlage hinausgeht, ist bei der Ltd. nicht vorgesehen, was dem Schutz der Gesellschafter dient. Die Gesellschafter haben überdies jederzeit die Möglichkeit, eine Kapitalerhöhung vorzunehmen oder Gesellschafter zu wechseln. Das anzuwendende Recht ist das englische Gesellschaftsrecht, welches als firmenfreundlich gilt. Lesen Sie hier alles zu Kapitalerhöhungen.

Nachteile

Limited

Wann gilt das britische Recht?

Erfolgt die Gründung der Ltd. vom Ausland aus, sind ein Vertreter und eine Adresse in England notwendig. Liegt die Haupttätigkeit der Ltd. in Deutschland, so müssen die Gesellschafter einen Jahresabschluss in England und eine Steuererklärung in Deutschland einreichen. Der Gesellschafter bewegt sich stets zwischen zwei Rechtssystemen: Hinsichtlich des Gesellschaftsrechts gilt englisches, hinsichtlich Steuern und Bilanz gelten das deutsche und das englische Recht. Anonymität als Gesellschafter ist bei der Ltd. nicht vorgesehen, da das englische Recht ein hohes Maß an Transparenz fordert.

Was ist Vendor Due Diligence?

Der Doppelbegriff „Due Diligence“ stammt aus dem Englischen und bezieht sich auf ein Konzept, das in den USA entwickelt wurde. Konkret übersetzt bedeutet es auf Deutsch: „fällige Sorgfalt“. Gemeint ist damit in der deutschen Gesetzgebung eine gebotene Sorgfalt, die sich auf Praktiken innerhalb von Unternehmens(ver)käufen beziehen. Handelt es sich um eine „VendorDue Diligence„, steht „Vendor“ im Deutschen für den Verkäufer. Folglich geht es um die gebotene Sorgfalt des Verkäufers.

Die Bedeutung von Vendor Due Diligence

Die Due Diligence bedeutet nach deutschem Recht eine Prüfung spezieller Daten und Fakten eines Unternehmens oder einer Person im Rahmen eines Kaufes/Verkaufes. Bei der Vendor Due Diligence geht der Verkäufer der „erforderlichen“ Sorgfalt nach. Er erstellt Analysen über das Verkaufsobjekt. Diese beziehen sich auf die wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Verhältnisse sowie gegebenenfalls auf Risikofaktoren.

DueDiligence-Prüfung

Anwendung

Eine Due Diligence kommt hauptsächlich beim Kauf/Verkauf von Unternehmen, Immobilien und bei einem anstehenden Börsengang vor. Ebenso findet die Prüfung Einsatz bei geplanten Unternehmensfusionen und ist vor allem Teil von vielen Auktionsverfahren.

Sinn

Die Prüfung „Vendor Due Diligence“ besitzt den Sinn, einen fairen Verkauf zu vollziehen. Durch das Offenlegen relevanter Unternehmensunterlagen aus den Bereichen Wirtschaft, Recht, Steuern und Finanzen will man

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Ohne Transparenz entstehen Probleme

dem potenziellen Käufer einen vollständigen Überblick verschaffen. Der Sinn der DueDiligence-Prüfung beruht auf den Wegfall einer Übervorteilung einer der Parteien. Warum? Wichtige/unternehmensrelevante Informationen stehen zur Verfügung, die für eine Transparenz sorgen.

Auf diese Weise erleichtern sich Kaufentscheidungen. Viele anschließende Gerichtsverfahren aufgrund von „versteckten Mängeln“ oder einem (versuchten) Betrug lassen sich verhindern. Das Risiko für den Käufer schmälert sich dementsprechend. Auch der Verkäufer erhält mehr Sicherheit, im Anschluss der Verkaufsabwicklung nicht auf Schadensersatz sitzen zu bleiben. Insbesondere bei Fusionen sorgt eine Risiko-Analyse im Rahmen einer Vendor DueDiligence für eine verbesserte Einschätzung der zu erwartenden Wirtschaftlichkeit und finanzieller Vor- und/oder Nachteile.

Prüfungszeitraum

Bei der Vendor Due Diligence ist es unüblich, dass Verkäufer nach vielen Jahren der Unternehmensführung ab Unternehmensgründung bis zum Tag des Verkaufsangebotes ausführliche Prüfungsergebnisse darlegen. Den Kaufinteressenten präsentiert man dabei nicht die gesamte Firmenhistorie. Das würde zu viel Zeit und Aufwand in Anspruch nehmen. Irrelevante Informationen stören den Überblick. In der Regel kommt es zu einer Einigung zwischen Verkäufer und potenziellem Käufer, welchen Zeitraum eine Prüfung umfassen soll. Erfolgt keine Absprache zwischen Kaufinteressent und Verkäufer, umfasst eine Vendor Due Diligencein der Regel einen Zeitraum von drei Jahren.

Entschädigungsansprüche

Je aufwendiger und zeitintensiver eine Vendor DueDiligence-Prüfung ist, desto mehr Arbeit und Kosten stecken dahinter. Da sich Verkäufer diesem Aufwand meist nur widmen, wenn eine ernstzunehmende Kaufabsicht besteht. Nicht, um reine Neugierde von vermeintlichen Kaufinteressenten zu befriedigen Diese beinhaltet eine Summe x, die der potenzielle Kaufinteressent an den Verkäufer zu zahlen hat, wenn dieser anschließend vom Kauf absieht.

Vendor Due Diligence – die Prüfer

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Was erfordert die Prüfung?

Die Vendor DueDiligence-Prüfung nimmt das Unternehmen/die Unternehmer selten selbst vor. Die Prüfung verlangt ein hohes Maß an fachspezifischen Kenntnissen vor allem aus den Bereichen Betriebswirtschaft und Steuerrecht. In der Regel übergeben Verkäufer den Auftrag einer Vendor Due Diligence an Steuerberater, Wirtschaftsprüfer sowie an Anwälte oder andere Fachleute, die über entsprechend erforderliche Kenntnisse verfügen. Alternativ lassen sich genannte Berufsgruppen auch unterstützend heranziehen, wenn die DueDiligence-Prüfung durch Unternehmensangehörige stattfinden soll.

Vorbereitung der Vendor Due Diligence

Um mittels Vendor Due Diligence eine Prüfung zu unternehmen, ist das Vorbereiten der erforderlichen Unterlagen unerlässlich. Anhand dieser können Fachleute relevante Daten entnehmen und entsprechende Analysen und Firmenfakten aufstellen. Zu den Unterlagen zählen vor allem:

  • Financial Due Diligence: Jahresabschlüsse der letzten drei bis fünf Jahre inklusive Salden- und Summenlisten sowie gegebenenfalls Rechnungen von Deckungsbeiträgen, Firmen-/Sachwerte und Kosten-Berichte
  • Tax Due Diligence: Steuererklärungen und -bescheide der letzten drei bis fünf Jahre sowie Steuerprüfungsberichte, um das Risiko von Nachzahlungen einschätzen zu können
  • Legal Due Diligence: Verträge von Mietungen, Versicherungen, Arbeitsverhältnissen sowie Liefervereinbarungen, Gesellschaftsverträge und die Allgemeine Geschäftsbedingungen
  • Technical Due Diligence: Anzahl der Arbeits- und Produktionsanlagen inklusive maximal erreichbarer Produktionsmasse, Zustand der Anlagen inklusive Wartungsberichten und Reparatur nachweisen

Je nach erwünschtem Umfang der VDD sind folgende Unterlagen ebenfalls oft gefragt:

  • HR-Due DiligenceMitarbeiter-Statistik, Personalkosten, durchschnittliche Ausfallzeiten durch beispielsweise Krankheit und bei Fusionen sowie Unternehmensverkäufen, Anzahl der zu übernehmenden Mitarbeiter und Humankapital (wie wertvoll, stressfähig und kreativ sind Mitarbeiter)
  • Customer Due Diligence: Zielgruppen, Stammkunden und durchschnittliche Neukundenzahlen sowie Angaben, wie Neukunden generiert werden und ob eine Inhaberabhängigkeit in puncto Stammkundschaft vorliegt (vor allem bei kleineren Unternehmen wichtig)
  • Commercial Due Diligence: Angaben über Wettbewerber mindestens aus naher und regionaler Umgebung, welche Strategien werden verfolgt, um sich gegenüber Konkurrenzunternehmen durchzusetzen und wo liegen Parallelen/Unterschiede zu Wettbewerbern in den Produkt-/Dienstleistungsangeboten

Immobilien Due Diligence

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Was passiert mit Immobilien?

Geht es beim Verkauf um eine Immobilie und insbesondere um ein Investment, umfasst eine Due Vendor Diligence im Idealfall folgende Informationen:

  • Financial Due Diligence: Analyseergebnisse der Immobilienbewertung, gleich, ob als Asset– oder Share-Deal
  • Legal Due Diligence: Grundbucheinträge, Mietverträge und –sicherheiten, Versicherungen, und sonstige Vertragsverhältnisse inklusive Rechte und Verpflichtungen wie beispielsweise öffentliche Abgaben
  • Tax Due Diligence: Steuererklärungen und Steuerabgabeberichte mindestens der letzten drei Jahre und bei Share Deals zusätzlich vorhandene Steuervergünstigungen, Bauabzugssteuer sowie Nachweis der zuständigen Steuerbehörde über aktuellen Kontostand und eventuelle Außenstände oder geforderte Nachzahlungen
  • Technical– und Environmental Due DiligenceZustandsanalysen der Immobilie sowie Betriebs- und Qualitätsmanagement-Analysen, Angaben über Standort und Konformität eventueller Auflagen sowie von Altlasten, Umweltschutzfaktoren

Virtuelle Systemhilfe für Vendor Due Diligence

Weil unzählige Mengen an Unterlagen und Datensätzen für eine Vendor Due Diligence anfallen, kann ein Dokumenten-Management-System zur Erleichterung von Arbeitsabläufen und Durchsichten übersichtlich vereinfachen. Vor allem bei der Übernahme von Mutter- und Tochterunternehmen sowie bei Unternehmen mit internationalen Standorten ist das DMS ein wichtiger Bestandteil. Auch erhalten im Ausland sitzende Kaufinteressenten über das DMS Einsicht in die Vendor DueDiligence, was den postalen Versand ersetzt und somit das Risiko von Dokumentenverlusten und das in die Hände geraten Unbefugter stark reduziert.

Ein DMS stellt man virtuell zur Verfügung. Es ermöglicht einen Zugriff von Mitarbeitern zur Datenvervollständigung ebenso wie zur Einsicht von Fachleuten für beispielsweise die Erstellung einer Vendor Due Diligence. Zusätzlich kann diese über das DMS potenziellen Käufern für den Einblick zur Verfügung gestellt werden, anstatt ihnen Unmengen von Papierordnern auszuhändigen. Sensible Firmendaten können gesperrt bleiben. Für den Zugang potenzieller Käufer wird ein Passwort vergeben, sodass unbefugte Dritte außen vorbleiben. Zudem wird in der Regel der Zugang zeitlich begrenzt, sodass es lediglich der Einsicht zur

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Dritte haben keinen Zutritt!

Kaufabsicht dient. Meist geht ein sogenanntes LOI dem DMS-Zugang voraus. Dabei handelt es sich um das „Letter of Intent„, was übersetzt eine Bestätigung der Kaufabsicht bedeutet. Lesen Sie hier alles zum LOI.

 

 

 

Vorteile einer VDC im Überblick

  • Bietet faire Verkaufsbedingungen für mehrere potenzielle Kaufinteressenten gleichzeitig
  • Schnellere Verkaufsabwicklung durch Darbietung wichtigster Informationen
  • Ortsunabhängige Verhandlungen durch Due Diligence via virtuelles Dokumenten-Management-System
  • Mehr Sicherheit für den Verkäufer durch Vorlage der VDD-Prüfungsergebnisse anstelle von Unterlagen
  • Verkäufer erkennen frühzeitig eventuelle Schwachpunkte und können sie vor Verkauf beheben, was im Idealfall den Verkaufspreis hebt
  • Potenzielle Käufer profitieren von finanzieller Ersparnis, da sie die Käufer Due Diligence durch die Vendor Due Diligenceergänzt und damit geringer umfassend ausfällt
  • Verkäufer profitieren von elektronischer Datenbereitstellung bei Vertragsverhandlungen, weil sie Einblick erhalten, welcher Kaufinteressent sich für welche Informationen interessierte
  • Über LoI (Letter of Intent) geringeres finanzielles Risiko für Verkäufer, wenn eine Entschädigungsvereinbarung bei Nicht-Zustandekommen eines Kaufs beinhaltet ist
  • Geringeres Risiko von Kaufpreisminderungen für Verkäufer durch LoI
  • Optimierung der Vertrauensbasis zwischen Käufer und Verkäufer
  • Weniger „böse Überraschungen“ für den Käufer nach Kaufabschluss
  • Geringeres Betrugsrisiko und im Falle eines Betrugsfalles dient die Vendor Due Diligence als Beweismittel

Vendor Due Diligence vs. Käufer Due Diligence

Nimmt man die Vendor Due Diligence vor, ist diese in keinem Fall als vollständiger Ersatz für die Käufer-Prüfung zu betrachten. Sie ist als eine Ergänzung zu dieser anzusehen. Sie beinhaltet zwar firmeninterne und verkaufsrelevante Unternehmensinformationen, aber diese dienen als Verkaufsunterlagen, die in erster Linie das Verkaufsobjekt bestmöglich darstellen sollen. Während es bei der Verkäufer-Prüfung hauptsächlich um den finanziellen/wirtschaftlichen Stand, Steuern und eventuell Umweltfaktoren geht, ist für den Käufer die aus den erhobenen Daten basierende Risiko-Analyse von größter Bedeutung.

Mergers & Acquisitions

Als Mergers & Acquisitions bezeichnet man Transaktionen wie Fusionen, jegliche Formen von Unternehmenskäufen und Betriebsübergänge. Wenngleich sich manch Dienstleistungsunternehmen des Sammelbegriffes für seine Tätigkeit in diesem Branchenbereich bedient. Wird eine Transaktion durch eine Bank gemanaged, wird dem potenziellen Käuferin der Regel lediglich ein sogenanntes Informations-Memorandum zur Verfügung gestellt.

Dieses ist als deutlich aussageschwächer zu betrachten, als ein VendorDueDiligence-Report. Sollte durch das Info-Memorandum das Interesse eines Kaufinteressenten entstanden sein, sorgt eine Vendor Due Diligence im Anschluss für weitere wichtige Informationen. Daraus ergeben sich meist Hinweise, wo im Rahmen der Due Diligence des Käufers besonders tiefgründig zu prüfen ist.

Idealer Zeitpunkt für Verkauf mit Vendor Due Diligence

Der beste Zeitpunkt für einen Verkauf mit Vendor Due Diligence ist selbstverständlich dann gegeben, wenn der höchste/bestmögliche Firmenwert erreicht ist, Käufer mit lukrativen Gewinnen zum Kauf anzuregen sind und der Verkäufer einen entsprechend hohen Kaufpreis erhalten kann. Die Vendor Due Diligence sollte man bei zeitnaher Verkaufsabsicht zügig in die Wege leiten. So erreicht man eine passende Zeitspanne, die den steigenden/besten Firmenwert widerspiegelt.

Wer einen Unternehmensverkauf beispielsweise wegen Renteneintritt plant, sollte frühzeitig mit der Optimierung des Unternehmens beginnen. So erreicht man bestmögliche Ergebnisse der Analysen durch eine Vendor Due Diligence. Wer wegen Krankheit verkaufen muss, dem bleibt meist keine andere Wahl, als sich mit den Fakten zufriedenzugeben. Allerdings besteht hier oftmals noch die Möglichkeit, bisher verborgene Informationen aufzudecken, die den Kaufpreis drücken könnten. Somit erreicht man eine Optimierung.

Manipulation für die VDD

Wer als Verkäufer annimmt, den eigenen Firmenwert vor einer Vendor Due Diligence mit Absicht zu steigern, indem er beispielsweise Personalkosten reduziert und Scheingeschäfte einfließen lässt, bietet mit der Ausführung der Vendor DueDiligence optimale Bedingungen zur Beweislage des Betrugs und wird überwiegend mit der Staatsanwaltschaft konfrontiert werden. Spätestens, wenn der potenzielle Käufer eine eigene Due Dilligence veranlasst, die vor der Zeit der Verkäufer-Prüfung ansetzt, werden jegliche Manipulation und betrügerische Absicht aufgedeckt. Aus diesem Grund sind alle Arten der Due Diligence ideale Maßnahmen, um eine faire Verkaufsabwicklung zu erwirken.

Kosten für eine Vendor Due Diligence

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Die Preise können variieren

Die exakten Kosten, mit denen ein Verkäufer für eine Vendor Due Diligence zu rechnen hat, lassen sich pauschal benennen. In der Regel beginnen die Preise bei etwa 3.500 Euro und reichen bis circa 20.000 Euro. Die Kosten hängen vom Umfang der Daten und dem daraus entstehenden Arbeitsaufwand für die Analysen/Prüfungen sowie Erstellung der Ergebnisse ab. Zudem variieren die Preise der Angebote von Spezialisten, die für die Bearbeitung der Vendor Due Diligence fachliche Kompetenz besitzen. Außerdem kommt es darauf an, welche Teilbereiche der Verkäufer analysiert haben möchte. Es besteht die Möglichkeit, lediglich einzelne Analysen durchführen zu lassen. Das wird vor allem oftmals beim Verkauf von kleineren und umsatzschwächeren Betrieben bevorzugt, wenn die finanziellen Mittel zur Kostendeckung der Vendor DueDiligence nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung stehen.

Was ist eine Red Flag Due Diligence?

Der Begriff der Red Flag Due Diligence beziffert die Analyse eines Unternehmens oder eines bestimmten Geschäftsbereiches. Auch gezielte Untersuchungen von Firmen oder einzelnen Arbeitsbereichen fallen unter diesen Begriff. Der Idealfall sieht vor, dass bei jeder Transaktion in einem Unternehmen die Red Flag Due Dilligence durchgeführt wird. Mit der Untersuchung sind verschiedene Vorteile verbunden. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Beschaffung von Informationen über die jeweilige Transaktion
  • Untersuchung von Risiken und Chancen, die mit der Transaktion in Zusammenhang stehen
  • Funktion der Sicherung von Beweisen

Zum Zwecke der Beweissicherung, aber auch anderer Bereiche der Untersuchung, ist es möglich, eine Financial Due Diligence-Prüfung durchzuführen. Diese Prüfung dient ebenfalls der Informationsgewinnung. Es ist aber auch möglich, im Rahmen dieser Prüfung die Chancen und Risiken der Transaktion zu bewerten.

Einschätzung der Transaktionen eines Unternehmens

Red Flag

Was wird geprüft?

Innerhalb eines Unternehmens gibt es eine Vielzahl an Transaktionen, die innerhalb eines Geschäftsjahres oder eines längeren Zeitraums durchgeführt werden müssen. Die Durchführung dieser Transaktionen erfolgt unter dem Sammelbegriff M&A. Dahinter verbirgt sich die Bezeichnung Mergers & Acquisitions. Unter diesem Begriff lassen sich sämtliche Transaktionen eines Unternehmens zusammenfassen.

Wichtige Transaktionen in einem Unternehmen oder Unternehmensbereich können sein:

  • Fusionen
  • Übernahmen anderer Unternehmen
  • Unternehmenskäufe
  • Betriebsübergänge
  • Übernahmen, die fremdfinanziert sind
  • Outsourcing und Insourcing
  • Unternehmenskooperationen

Bei allen Transaktionen ist es wesentlich, dass sie auf einer stabilen finanziellen Grundlage realisiert werden. Es ist wichtig, Probleme zu erkennen und darauf den Fokus zu legen. Ziel ist es, die Transaktionen sicher und ohne nennenswerte Schwierigkeiten durchzuführen. Die Analyse eines Unternehmens ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Nur, wenn die Struktur und die finanziellen Spielräume eines Unternehmens bekannt sind, lässt sich eine Transaktion vorab sicher bewerten.

Vorteile von Red Flag Due Diligence

Red Flag Due Diligence bietet verschiedene Vorteile. So ist es möglich, sich bei der Analyse eines Unternehmens oder eines Unternehmensbereichs auf die wesentlichen Probleme zu fokussieren. Wenn es gelingt, Probleme oder Schwierigkeiten bereits im Anfangsstadium zu erkennen und bestenfalls zu beheben, ist dies mit der Einsparung von Kosten verbunden. Unvorhergesehene Ausgaben entstehen oft dann, wenn die Informationsbeschaffung nicht optimal gelaufen ist. Je mehr Details über ein Unternehmen bekannt sind, desto besser lässt sich die Ausgangslage beurteilen. Die Erkenntnis, das eine Übernahme oder eine Transaktion nicht so reibungslos verlaufen könnte wie gedacht, zwingt zum Umdenken. Die Pläne und Strukturen müssen auf die neuen Erkenntnisse angepasst werden. Wenn dies gelingt, ist es möglich, die Kosten auf ein Minimum zu reduzieren.

Transaktionshindernisse wirksam erkennen

Für ein einzelnes Unternehmen ist es oftmals nicht oder nur eingeschränkt möglich, Transaktionshindernisse wirksam zu erkennen. Experten, die Red Flag Due Diligence als Dienstleistung

Red Flag

Vorsicht vor Fehltransaktionen!

anbieten, haben von außen einen Blick auf das Unternehmen. Sie betrachten es als Gesamtheit. Dienstleistungen im Rahmen der Red Flag Due Diligence lassen sich für viele verschiedene Unternehmensbereiche buchen. Die Abschätzung von Risiken gelingt einem Experten von außen eher als dem Unternehmer, der sich mit den Details der Übernahme beschäftigt. Hier fehlt der Blick von außen, aber auch das Expertenwissen. Wenn sämtliche Transaktionen eines Unternehmens vorab im Rahmen von Red Flag Due Diligence geprüft werden, lassen sich Fehltransaktionen und damit Fehlinvestitionen wirksam vermeiden. Ziel ist es, dass der Unternehmer die Transaktion sicher durchführt und dass seine Firma davon produziert. Lesen Sie hier alles zu Fehlinvestitionen.

Was gilt als Red Flag?

Während der Prüfung der Transaktion können Probleme auftauchen, bei denen es zu überdenken gilt, ob das Geschäft auf diese Weise abgeschlossen werden sollte. Wenn derartige Probleme auftauchen, wird dies als Red Flag bezeichnet. Die rote Flagge bedeutet demnach, dass die geschäftlichen Details eventuell zu ändern sind. Wenn keine Abwandlungen möglich sind, kann es mitunter besser sein, auf die Transaktion zu verzichten. Letztlich ist es wichtig, dass ein Unternehmen in jedem Fall gewinnoptimiert arbeitet. Dies sollte bei der Planung einzelner Transaktionen und deren Bewertung nicht außer Acht gelassen werden. Insbesondere ist es notwendig, folgende Bereiche zu überprüfen:

  • Außerbilanzielle Finanzinstrumente, die ein Risiko darstellen könnten

Es gilt, nicht nur die Bilanzierung in den Mittelpunkt der Überprüfung zu stellen. Finden Sie heraus, ob es außerhalb der offiziellen Bilanzen Transaktionen gibt, die das Unternehmen oder seine Liquidität gefährden könnten.

  • Planungen, die unrealistisch sind

Firmen, die von einer Übernahme betroffen sind, legen oftmals unrealistische Planungen auf. Es gilt, solche Planungen aufzudecken aus aus der Bewertung herauszunehmen.

  • Überbewertete Finanzanlagen

Wenn Einlagen überbewertet werden, entsteht ein verzerrtes Bild von der finanziellen Lage des Unternehmens. Aus diesem Grund ist es wichtig, alle Einlagen ganz genau zu prüfen

  • Auftragslage

Die momentane Auftragslage eines Unternehmens kann sich innerhalb von Wochen oder Monaten ändern. Dies hat auf die künftige Liquidität der Firma große Auswirkungen. Wenn beispielsweise Aufträge auslaufen oder wegbrechen, weil ein Vertragspartner abspringt, kann dies die finanzielle Situation eines Unternehmens deutlich verändern.

Nach der Übernahme muss im schlimmsten Falle der Kundenstamm neu aufgebaut werden. Um dies zu

Red Flag

Welcher Kunde ist rentabel?

verhindern, ist es wichtig, nicht nur die momentane Auftragslage genau zu prüfen. Analysieren Sie, wie sich die Aufträge künftig gestalten und welche Zusagen es von den Kunden für eine langfristige Auftragslage gibt.

Wie ist eine Red Flag aufgebaut?

Die Red Flag Due Diligence bietet einen Überblick über die finanzielle Lage eines Unternehmens vor der Transaktion. Kritische Punkte werden offengelegt und in die Bewertung einbezogen. So ist es möglich, das Risiko der geplanten Transaktion eindeutig zu bewerten und dann eine Entscheidung zu treffen.

Was ist eine Dividende?

Eine Dividende ist ein Teil des bilanziellen Gewinns eines Unternehmens, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Bei anderen Kapitalgesellschaften wie der GmbH gibt es Gewinnausschüttungen. Die Zahlung einer Dividende ist somit den Aktiengesellschaften vorbehalten. Neben den Kurssteigerungen sind die Dividenden eine Möglichkeit für den Aktionär und Anleger, am Erfolg des jeweiligen Unternehmens zu partizipieren.

Regelung der Dividende

Vereinbarungen über eine derartige Auszahlung an die Aktionäre des Unternehmens werden auf der jährlichen Hauptversammlung des Unternehmens getroffen. Bei der Hauptversammlung werden verschiedene Beschlüsse gefasst. Zu den Beschlüssen gehört auch die Abstimmung über die jeweilige Dividendenhöhe, also die Höhe der Ausschüttung des Gewinns an die Aktionäre. Zunächst schlägt der Unternehmensvorstand die Höhe der Gewinnausschüttung vor. Dann kann die Versammlung den Vorschlag mit einfacher Mehrheit beschließen. Allerdings müssen die Unternehmen keineswegs einen derartigen Beschluss fassen. Die Dividendenhöhe kann auch 0 betragen. Dann beschließt die Versammlung, dass es keine Ausschüttung des Gewinns an die Aktionäre gibt und das Geld vielmehr auf andere Art und Weise eingesetzt wird. Das Tätigen von Investitionen oder das Abbezahlen von Schulden sind häufige Gründe für den Verzicht auf eine Auszahlung.

Der ex-Dividende Tag

In der Regel erfolgt die Ausschüttung der Dividende am Tag nach der Hauptversammlung. Die Gutschrift auf den Verrechnungskonten der Aktionäre zeigt sich nur wenige Bankarbeitstage später. Die Auszahlung erfolgt am entsprechenden Tag automatisch. Wer Aktionär eines Unternehmens und Inhaber der Aktien ist, bekommt diese ausbezahlt. Am ex-Dividende Tag kommt es zum sogenannten Dividendenabschlag. Der Kurs der Aktie fällt häufig um einen Betrag, welcher der ausgezahlten Dividende des Unternehmens entspricht. Dies ist auf den wirtschaftlichen Grundsatz der Angebot und Nachfrage zurückzuführen. Denn die Kurse an der Börse ergeben sich stets aus der Angebot einer Aktie und der Nachfrage nach der Selbigen. Wenn die Anleger nun aufgrund der bereits erfolgten Auszahlung bereit sind, weniger für den Anteilsschein des Unternehmens zu zahlen, verringert sich naturgemäß der Aktienkurs. Lesen Sie hier alles zum Dividendenabschlag.

Rhythmus der Dividenden

Dividenden werden unterschiedlich häufig ausgeschüttet. In Deutschland ist insbesondere die jährliche Dividende gebräuchlich. Darüber hinaus sind auch halbjährliche, quartalsweise und sogar monatliche Ausschüttungen möglich. Insbesondere in den USA gibt es eine Vielzahl von Unternehmen, die die Dividende in unterschiedlichen Zeiträumen ausschütten.

Die Berechnung der Dividendenrendite

Für den Aktionär und Anleger ist die Höhe der Dividendenrendite von Interesse. Schließlich ist es mit dieser Kennzahl möglich, verschiedene Geldanlagen und Unternehmen zu vergleichen. Grundsätzlich wird die Dividendenhöhe in Euro pro Aktienstück angegeben. Beispielsweise wird auf der Hauptversammlung der Beschluss gefasst, dass das Unternehmen eine Dividende in Höhe von 5 Euro pro Aktie ausschüttet. Die individuelle Höhe der Ausschüttung bestimmt sich immer nach der Anzahl der Aktien. Wer als Aktionär des Unternehmens beispielsweise 100 Aktien hat, kann nun mit einer Dividendenhöhe von 500 Euro rechnen.

Durch die Berechnung der Dividendenrendite ist es nun möglich, die Gewinnausschüttung mit anderen Unternehmen zu vergleichen und die Rentabilität der Geldanlage zu ermitteln. Die Dividendenrendite bezeichnet das Verhältnis der gezahlten Dividende zum jeweiligen Aktienkurs:

Dividende / Aktienkurs x 100% 

Im gewählten Beispiel gab es eine Gewinnausschüttung in Höhe von 5 Euro pro Aktie. Wenn der Börsenkurs am Stichtag bei 100 Euro liegt, gilt folgende Berechnung:

5 / 100 x 100% = 5% 

Die Dividendenrendite des gewählten Unternehmens beträgt 5%. Dabei handelt es sich um einen vergleichsweise guten Wert.

Versteuerung der Dividende

In Deutschland müssen Privatpersonen die Dividenden sowie alle Einkünfte aus Kapitalvermögen versteuern. Einschlägig ist die sogenannte Abgeltungssteuer. In den meisten Fällen wird die Steuer direkt von der Ausschüttung abgezogen und an das Finanzamt abgeführt. Meistens werden die Steuern vorher also von der Bank abgezogen – die Bardividende wird dann auf das Konto überwiesen.

Etwas anders sieht dies bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften aus. Diese versteuern die eingenommenen Dividenden nach dem speziellen Teileinkünfteverfahren. Das Teileinkünfteverfahren regelt die Besteuerung bei Einnahmen aus Beteiligungen an bestimmten Kapitalgesellschaften. Sowohl Ausschüttungen als auch Veräußerungsgewinne fallen unter dieses Verfahren.

Zudem müssen Anleger und Aktionäre beachten, dass bei Dividenden von ausländischen Aktien in vielen Fällen am Sitz der Gesellschaft eine weitere Steuer einbehalten wird. Die sogenannte Quellensteuer bzw. dessen Höhe variiert von Land zu Land.

Zugunsten der Anleger umgehen einige Aktiengesellschaften die Besteuerung der Dividenden. Dann wird die Ausschüttung aus dem steuerlichen Einlagenkonto vorgenommen. Die Gesellschaft kann die Ausschüttung als steuerliche Rückzahlung von Einlagen bezeichnen, sodass die Abgeltungssteuer nicht fällig wird.

Dividendenpolitik der Unternehmen

Die jeweilige Dividendenpolitik gibt Aufschluss über das Unternehmen. Grundsätzlich gilt die Dividende als Anzeichen für die wirtschaftliche Stärke des Unternehmens. Jedoch ist ein reiner Blick auf die Dividende für Anleger nicht empfehlenswert. Unternehmen können eine vergleichsweise hohe Dividende auch nutzen, um den eigenen Aktienkurs anzutreiben und Anteile am Unternehmen beliebter zu machen. Im optimalen Fall orientiert sich die Höhe der Ausschüttung am Überschuss des Unternehmens. Unternehmen sollten immer noch einen Teil des Gewinns in Investitionen stecken, um sich in der Zukunft wettbewerbsfähig zu positionieren. Dividenden können somit Zeichen für die Stärke eines Unternehmens sein – es ist jedoch auch das Gegenteil möglich. Hier empfiehlt sich ein genauer Blick in die Bilanz der AG.

Weitere Arten der Dividende

Bei der klassischen Dividende handelt es sich um die Ausschüttung des Gewinns in Geldform an die Aktionäre. Daneben gibt es jedoch noch weitere Dividendenarten. Die Gewinnausschüttung kann zudem als eine Art Sachdividende erfolgen. Die Aktionäre erhalten hier Wirtschaftsgüter oder weitere Aktien. Bei der Stockdividende gibt es für die Aktionäre ebenfalls neue Aktien anstelle des Gelds.

Was ist eine Lizenz und wie unterscheidet sie sich vom Patent?

In Bezug auf die Definition gibt es zwischen der Lizenz und dem Patent deutliche Unterschiede. Diese Unterschiede spielen vor allem in der Wirtschaft eine wesentliche Rolle. Mit der Lizenz erhält ein Unternehmen oder eine Privatperson die Erlaubnis zur wirtschaftlichen oder privaten Nutzung eines Rechtssubjekts. Mit einem Patent sichert sich das Unternehmen das Recht an einer Entwicklung, einem Produkt oder einem Namen.

Lizenz – eine Definition

Der Begriff der Lizenz leitet sich aus dem Lateinischen ab. Der Begriff licencia ist gleichbedeutend mit „Freiheit“ oder „Erlaubnis“. Diese Übersetzung lässt sich sehr gut auf die Definition einer Lizenz in den verschiedenen Bereichen der Wirtschaft übertragen. Der Erwerb einer Lizenz ist gleichbedeutend mit der Erlaubnis, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu benutzen.

Beispiel für die Vergabe

Die Vergabe ist beim Verkauf von Computersoftware geläufig. Die Software steht für den Kunden zum Download

Lizenz

Wie lange gilt meine Lizenz?

im Internet bereit. Oftmals ist es möglich, die Software zunächst zu testen. Der Entwickler stellt für den Test eine allgemeingültige Lizenz bereit. Die Dauer der Nutzung legt der Entwickler ebenfalls fest. Dies kann einige Tage oder Wochen sein. In der Regel bewegt sich die Nutzung einer allgemein gültigen Lizenz für einen Zeitraum von drei Tagen bis drei Monaten. Nach dem Ablauf der Testphase erwirbt der Kunde eine neue. Der Zeitraum der Gültigkeit liegt hier zwischen einem Monat und einer dauerhaften Nutzung. Dies bedeutet, dass Lizenzen im Abonnement zu erwerben sind. Darüber hinaus gibt es Software, die nach einem einmaligen Kauf dauerhaft in Nutzung bleiben kann. Lesen Sie hier alles zum Abonnement.

Entstehung – ein kleiner historischer Abriss

In der Forschung ist der Ursprung des Lizenzbegriffs und der Verwendung umstritten. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Lizenz auf das Mittelalter zurückzuführen ist. An den Universitäten war es den Absolventen möglich, ein Lizentiat zu erwerben. In diesem Zusammenhang fand der Begriff erstmalig Erwähnung. Das Lizentiat ist an einigen Universitäten bis heute geläufig.
Im 13. Jahrhundert fand der Begriff in Frankreich unter König Philipp erstmalig im Zusammenhang mit dem Verkauf Erwähnung. Damals hieß es, dass der König alle Rechte am Verkauf von Holz und Holzwaren für sich beanspruchen konnte. Im Verlauf der Jahre erfolgte eine Erweiterung der Begrifflichkeit auf Grundstücke, später auch auf Handelswaren. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Begriff in Deutschland im Zusammenhang mit dem Reichspatentrecht geprägt. In der Weiterentwicklung hat die Lizenz bis heute in der Wirtschaft eine weitreichende Bedeutung.

Welche Arten gibt es?

Es gibt verschiedene Lizenzarten, die aktuell in der Praxis Anwendung finden und vom Lizenzrecht abgedeckt sind.

1. Ausschließliche und nicht ausschließliche Lizenz

In diesem Bereich sind die Begriffe einfache, ausschließliche und Alleinlizenz zu unterscheiden.

  • Bei der einfachen Lizenz ist es möglich, weiteren Personen oder Unternehmen weitere Lizenzen einzuräumen.
  • Bei der ausschließlichen Lizenz ist es möglich, anderen Personen weitere Lizenzen einzuräumen.
  • Die Alleinlizenz bietet dem Lizenznehmer die Möglichkeit, die Rechte für sich in Anspruch zu nehmen.
2. Unterlizenz

Hier erfolgt nochmals eine Unterscheidung zwischen der einfachen und er ausschließlichen, wobei die Vergabe der ausschließlichen Lizenz mitunter als umstritten gilt.

3. Cross-licence

Hier handelt es sich um einen sogenannten Lizenztauschvertrag. Der Rechtsträger ist eine Gemeinschaft. Dieser Gemeinschaft gehören die Güter, die zum Tausch angeboten werden. Im Rahmen des Joint Venture kommt die Tauschlizenzzum Einsatz.

4. Herstellungslizenz

Der Rechteinhaber darf ein Produkt produzieren, aber nicht vertreiben.

5. Vertriebslizenz

Hier handelt es sich um die Umkehrung der Herstellungslizenz. Der Rechteinhaber darf das Produkt vertreiben, nicht aber produzieren.

6. Zwangslizenz

Bei der Zwangslizenz erfolgt ein Ausschluss der Autonomie einer Partei durch den Gesetzgeber. Er bestimmt die Nutzungsbefugnis. Die Zwangslizenz findet in folgenden Bereichen Anwendung:

  • Patentrecht
  • Sortenschutzrecht
  • Urheberrecht
  • Mitbenutzungsrecht
7. Gesetzliche Lizenz

Hier gestattet der Gesetzgeber die Vergabe an Interessenten, deren Zahl zunächst unbestimmt ist.

Was beinhaltet eine Lizenz?

Grundsätzlich beinhaltet die Lizenz die Erlaubnis, ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Entwicklung für einen

Lizenz

Lizenz ist nicht gleich Lizenz

unbestimmten oder einen vorab festgelegten Zeitraum nutzen zu können. Die Vergabe der Lizenz erfolgt an ein so genanntes Rechtssubjekt. Hierbei kann es sich um ein Unternehmen, eine Einzelperson, aber auch einen Verein oder eine Gesellschaft handelt. Im Rahmen der Lizenz wird vereinbart, in welchem Umfang der Rechtenehmer das Objekt nutzen darf. Nicht immer ist die Nutzung in vollem Umfang gestattet. Es ist auch möglich, Teillizenzen für die Nutzung zu vergeben. Gemessen am Beispiel der Computersoftware würde es bedeuten, dass die Erteilung der Lizenz nur für einen Teil der Funktionen erfolgt.

Wichtig zu wissen:

Die Vergabe einer Lizenz erfordert immer einen Lizenzvertrag. Dieser wird zwischen dem Lizenzgeber und dem Lizenznehmer geschlossen und gilt für einen vorab festgelegten Zeitraum oder unbegrenzt.

Was ist ein Patent?

Die Vergabe eines Patents erfolgt im Zusammenhang mit einer Erfindung oder der Entwicklung eines Produkts. Es ist auch möglich, einen Namen als Patent schützen zu lassen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass durch die Vergabe eines Patents die Rechte der Gemeinschaft oder eines anderen Unternehmens nicht beschränkt werden dürfen. Wenn ein allgemein gültiges Interesse an einer Entwicklung besteht oder diese bereits auf dem Markt erhältlich ist, kann darauf kein Patent vergeben werden.

Zusammenhang zwischen Patent und Lizenz

Lizenz

Unterschiede werden vertraglich festgehalten

Die Begrifflichkeiten Patent und Lizenz lassen sich nicht immer voneinander trennen. So gibt es wirtschaftliche Bereiche, in denen ein direkter Zusammenhang besteht. Dies ist beispielsweise beim Franchising der Fall. Ein Unternehmer bekommt das Recht, eine patentierte Marke zu nutzen. Die Einzelheiten der Nutzung sind in einem Lizenzvertrag festgeschrieben. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass eine Lizenz nicht nur für eine Marke oder eine Entwicklung, sondern auch für ein geschütztes Patent vergeben werden kann.