Was ist Kapitalflussrechnung?

DieIm Allgemeinen wird die Kapitalflussrechnung als auch Cashflow-Rechnung bezeichnet. Ziel einer solchen Rechnung ist es, eine gewisse Transparenz über sämtliche unternehmensinterne Zahlungsströme zu schaffen. Veränderungen in Bezug auf die Liquidität sollte man ebenso herausarbeiten wie die Ursachen entsprechender Veränderungen.

Definition der Kapitalflussrechnung

Prinzipiell ist die Bezeichnung Kapitalflussrechnung recht irreführend. Laut Kapital-Definition ist dieses nicht liquide. Innerhalb eines Jahreszeitraumes ist es nur geringfügig beweglich. Eine wesentlich bessere Bezeichnung für die Kapitalflussrechnung wäre der Begriff Geldflussrechnung, welcher unter anderem in der Schweiz verwendet wird, sich hierzulande aber nicht durchsetzt. Gesetzliche oder einheitliche Definitionen für die Kapitalflussrechnung gibt es bislang nicht. Die Funktionen sind sehr vielfältig und lassen sich unternehmensintern individuell ausgestalten. Dennoch gibt es gewisse nationale und internationale Standards, die als Orientierungspunkt dienen. Generell liefert die Kapitalflussrechnung reichhaltige Informationen über die allgemeine Finanzsituation eines Unternehmens und über die Verwendung finanzieller Mittel. In diesem Kontext wird die Cashflow-Rechnung als spezielles, wichtiges und äußerst aussagekräftiges Zusatzinstrument für die Beurteilung eines Unternehmens unter dem finanziellen Aspekt genutzt. Relativ grob kann gesagt werden, dass die Kapitalflussrechnung nicht nur die Entwicklung, Herkunft und Verwendung von finanziellen Mitteln festhält, sondern darüber hinaus Ein- und Auszahlungen sehr strukturiert abbildet.

Kapitalflussrechnung

Einzahlungen und Auszahlungen werden gegenüber gestellt

Kurz und knapp: Sehr einfach gesagt handelt es sich bei der Kapitalflussrechnung um eine detaillierte Gegenüberstellung von Einzahlungen und Auszahlungen, innerhalb einer bestimmten Abrechnungsperiode. Ziel ist es, umfangreiche Informationen über die tatsächliche und aktuelle Finanzkraft eines Unternehmens festzuhalten.

Retrospektive und Prospektive Kapitalflussrechnung

Innerhalb der Finanzwirtschaft wird zwischen der retrospektiven und der prospektiven Kapitalflussrechnung unterschieden. Die retrospektive Variante orientiert sich an der Vergangenheit. Die Grundlage bilden die vorliegenden Jahresabschlüsse. Prinzipiell sind retrospektive Kapitalflussrechnungen objektiv nachprüfbar. Allerdings können sie nicht als Prognoseinstrument eingesetzt werden. Die prospektive Kapitalflussrechnung bedient sich im Vergleich den Plan-Gewinn und Verlustrechnungen. Dies nennt man auch „Finanzplan. Im Fokus steht die Zukunft des Unternehmens. Vorrangig dienen prospektive Kapitalflussrechnungen der Prognose und der Planung. Mit ihr werden zukünftige Zahlungsfähigkeiten beurteilt.

Aufbau und Inhalt einer vollständigen Kapitalflussrechnung

Wie bereits erwähnt werden bei der Kapitalflussrechnung alle Ein- und Auszahlungen einer bestimmten Periode genausten betr

Methoden Kapitalflussrechnung

Welche zwei Methoden gibt es?

achtet und gegenübergestellt. Zudem findet eine entsprechende Zuordnung statt. In der Praxis haben sich hierfür zwei verschiedene Methoden etabliert. Zum einen gibt es die direkte und zum anderen die

indirekte Methode. Am häufigsten nutzt man die indirekte Methode.

+ Indirekte Methode:

Bei der indirekten Methode der Kapitalflussrechnung ist der verwendete Jahresüberschuss maßgeblich. Dieser wird durch nichtzahlungswirksame Aufwendungen korrigiert. Darüber hinaus findet eine Herausrechnung der zahlungswirksamen Erträge statt. Aus dieser vergleichsweise einfachen Berechnung ergibt sich der Cashflow für die jeweils laufende Geschäftstätigkeit. Im Anschluss erfolgt die Cashflow-Berechnung aus Investitionstätigkeiten, woraufhin die Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten erfolgt. Die berechneten Cashflows werden miteinander addiert und um mögliche wechselkursbedingte Veränderungen des Werts bereinigt. Die daraus ermittelte Summe muss mit dem periodischen Anfangsbestand addiert werden, woraus sich der Stand der Finanzmittel am Periodenende ergibt.

+ Direkte Methode:

Bei der direkten Methode der Kapitalflussrechnung ist der Jahresüberschuss aus der Gewinn- und Verlustrechnung irrelevant. Stattdessen betrachtet man Veränderungen, die aus internen Aus- und Einzahlungen resultieren. Aus dem Jahresabschluss gehen diese Informationen nur bedingt hervor. Sämtliche Einzahlungen von Kunden, die aus Erzeugnisverkäufen oder aus sonstigen Leistungen entstehen, werden miteinander addiert und um die angefallenen Auszahlungen, etwa an Lieferanten, reduziert. Aus dieser einfachen Berechnung ergibt sich der Cashflow aus operativer Tätigkeit. Im Anschluss wird der Cashflow aus Investitionstätigkeit wie bei der indirekten Methode ermittelt. Auch der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wird bei der direkten Methode wie bei der indirekten Methode berechnet. Die abschließende Berechnung des Finanzmittelstandes erfolgt ebenfalls wie bei der indirekten Methode.

Drei Stufen der Zahlungsströme

Zahlungsströme Kapitalflussrechnung

Welcher Zahlungsstrom ist der richtige?

Ausgehend vom Handelsgesetzbuch ist die Kapitalflussrechnung ein wichtiger Bestandteil des Konzernabschlusses. Laut Empfehlungen der DRS 2 sollte die Kapitalflussrechnung drei verschiedene Zahlungsströme berücksichtigen. Hierzu zählen der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, sprich der operative Cashflow, der Cashflow aus Investitionstätigkeit und der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit.

Stufe 1: Berechnung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit (indirekte Methode):

Periodenergebnis vor Abzug der außerordentlichen Posten
+/- Abschreibungen oder Zuschreibungen aus dem vorhandenen Anlagevermögen
+/- Zunahme oder Abnahme der rückstelligen Verbindlichkeiten
+/- weitere Erträge oder Aufwendungen, die zahlungsunwirksam sind
+/- Verlust oder Gewinn, der aus dem Abgang von Anlagevermögen resultiert
+/- Abnahme oder Zunahme von Vorräten, sowie Forderungen die aus Leistungen und Lieferungen resultieren und weitere Aktiva, die sich nicht der Finanzierungs– und Investitionstätigkeit zuordnen lassen
+/- Einzahlungen und Auszahlungen, die aus außerordentlichen Posten resultieren
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beziehungsweise operativer Cashflow

Stufe 1: Berechnung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit (direkte Methode):

+ Einzahlungen von Kunden
– Auszahlungen, die beispielsweise an Lieferanten oder Geschäftspartner gehen
+ weitere Einzahlungen, die nicht aus Investitions– oder Finanzierungstätigkeit stammen
– weitere Auszahlungen, die nicht aus Investitions– oder Finanzierungstätigkeit resultieren
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beziehungsweise operativer Cashflow

Stufe 2: Berechnung des Cashflows aus Investitionstätigkeit

Sämtliche Einzahlungen, die aus Sachanlagevermögens-Abgängen resultieren
– Auszahlungen, die der Investition in das Sachanlagevermögen dienen
+ Einzahlungen aus immateriellen Anlagevermögens-Abgängen
– Auszahlungen, die der Investition in das immaterielle Anlagevermögen dienen
+ Einzahlungen, die aus Abgängen aus dem Finanzanlagevermögen resultieren
– Auszahlungen, die der Investition in das Finanzanlagevermögen dienen
+ Einzahlungen, die durch den Verkauf von sonstigen Geschäftseinheiten und dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen begründet sind
– Auszahlungen, aufgrund des Erwerbes von sonstigen Geschäftseinheiten und konsolidierten Unternehmen
+ Einzahlungen, durch Anlagen in Finanzmittel für die kurzfristige Disposition von Finanzen
– Auszahlungen, durch Anlagen in Finanzmittel für die kurzfristige Disposition von Finanzen
Cashflow aus Investitionstätigkeit

Stufe 3: Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten

Einzahlungen, die aus Zuführungen aus dem Eigenkapital resultieren
– Auszahlungen, die an Minderheitsgesellschafter oder Unternehmenseignern gezahlt wurden
+ Einzahlungen, die durch Anleihen und Kreditaufnahmen zustande kommen
– Auszahlungen aufgrund der Tilgung von Krediten und Anleihen
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Cashflow Kapitalflussrechnung

Wie berechnet man den Cashflow letztendlich?

Abschließende Berechnung des Finanzmittelstands:
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
+ Anfangsbestand der Periode
Finanzmittelstand zum Periodenende

Was ist Marktkapitalisierung?

Für Anleger, die in Aktien investieren möchten, ist die Marktkapitalisierung eines Unternehmens ein wichtiges Entscheidungskriterium. Sie steht für den Börsenwert des Unternehmens und wird auch als Börsenkapitalisierung bezeichnet. Es handelt sich um eine volatile Größe, die sich abhängig von Kursschwankungen verändert. Als eine der wichtigsten Kennzahlen für Anlageentscheidungen gewährt sie dem Anleger Auskunft über die Größe eines Unternehmens.

Definition der Marktkapitalisierung

Die Marktkapitalisierung wird auch als Börsenwert oder Börsenkapitalisierung bezeichnet und ist eine der wichtigsten Kennzahlen für die Anlageentscheidung. Sie drückt den Marktwert eines Unternehmens aus, dessen Anteile man an der Börse handelt. Um diesen Wert zu ermitteln, multipliziert man den Kurs der Aktien, den Marktpreis, mit der Gesamtzahl der Aktien des Unternehmens. Der Börsenwert eines Unternehmens ändert sich täglich, da er die Bewertung des Unternehmens durch die Börse widerspiegelt.

Es handelt sich um eine volatile Kennzahl, da sich Aktienkurse täglich abhängig von Angebot und Nachfrage verändern. Die Schwankung der Marktkapitalisierung wird durch die Kursvolatilität der Aktien geprägt. Auch, wenn sich die Zahl der Aktien eines Unternehmens, die sich im Umlauf befinden, verändert, ist sie relativ beständig. Die täglichen Veränderungen des Börsenwertes drücken den Preisbildungsmechanismus an der Börse aus. Anhand der aktuellen Informationslage führt der Preisbildungmechanismus zu einer fortlaufenden Neubewertung von Aktien an der Börse.

Berechnung der Marktkapitalisierung

Um den Börsenwert eines Unternehmens zu berechnen, wird eine Formel herangezogen:

Marktkapitalisierung = Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien des Unternehmens x Kurs pro Aktie

An einem einfachen Beispiel soll die Berechnung des Börsenwertes erläutert werden. Die Zahl der Aktien, die sich im Umlauf befinden, kann niedriger als die Zahl der emittierten Aktien sein. Das liegt daran, dass ein Unternehmen Aktien an der Börse zurückkaufen kann, um sie selbst zu halten. Die vom Unternehmen zurückgekauften Aktien werden bei der Berechnung der Kennzahl nicht herangezogen. Sie bleiben unberücksichtigt. Um das Rechenbeispiel zu vereinfachen, wird angenommen, dass das Unternehmen keine Aktien zurückgekauft hat.
Beträgt die Zahl der Aktien, die sich im Umlauf befinden, 1.000.000 und liegt der Kurs je Aktie bei 70 Euro, ergibt sich daraus eine Marktkapitalisierung von 70.000.000 Euro.

Marktkapitalisierung

Wie berechnet sich die Marktkapitalisierung

Hätte das Unternehmen 1.050.000 Aktien emittiert und davon 50.000 Aktien zurückgekauft, würde die Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien ebenfalls bei 1.000.000 liegen. Bei einem Kurs pro Aktie von 70 Euro würde sich die Marktkapitalisierung nicht ändern.
Eine weitere wichtige Kennzahl für Anleger ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Es wird ermittelt, indem der Börsenwert ins Verhältnis zum erwarteten Unternehmensgewinn gesetzt wird. Das KGV dient zum Vergleich der Unternehmensbewertung durch die Börse mit anderen Aktien und Unternehmen. Lesen Sie hier mehr über das KGV.

Interpretation der Marktkapitalisierung

Angebot und Nachfrage nach Aktien eines Unternehmens bestimmen dessen Börsenkurs. Starken Einfluss auf den Börsenkurs und den Börsenwert des Unternehmens haben die Erwartungen der Anleger auf die Ertragskraft des Unternehmens. Schwankungen hängen vom Unternehmen selbst, von den Aktivitäten dieses Unternehmens und von der bisherigen Bonität ab. Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens stellt den aktuellen Marktkonsens eines börsennotierten Unternehmens zu dessen Eigenkapitalwert dar. Der Börsenkurs ist nicht der Preis für das gesamte Unternehmen, sondern der Grenzpreis für die letzte gehandelte Aktie.

Der Preis der Kontrolle, der die Fähigkeit eines jeden Großaktionärs zum Treffen oder Blockieren unternehmerischer Entscheidungen darstellt, fließt in der Regel nicht in den Börsenwert ein. Der Börsenwert entspricht daher nicht der zum Erwerb des Unternehmens erforderlichen Geldsumme.
Um den Unternehmenswert zu bestimmen, werden Verfahren zur Unternehmensbewertung herangezogen. In die Unternehmensbewertung fließen weitere Informationen ein. Mit der Marktkapitalisierung wird das Bewertungsergebnis plausibilisiert.

Marktkapitalisierung bewertet die Größe

Anleger können anhand der Marktkapitalisierung auf die Größe eines Unternehmens schließen. Steigt diese Kennzahl, bedeutet das für den Anleger einen steigenden Vermögenswert und eine steigende Liquidität des Unternehmens. Das ist ein Signal zum Investieren, um von einem höheren Vermögenswert zu profitieren. Anders sieht es aus, wenn diese Kennzahl fällt, da das für den Anleger einen fallenden Vermögenswert bedeutet. Will der Anleger keinen hohen Verlust erleiden, muss er seine Aktien verkaufen.

Aktien und Marktkapitalisierung

Aktienverkäufe minimieren Verluste

Ist die Marktkapitalisierung hoch, wird der Bekanntheitsgrad eines Unternehmens gesteigert. Das Unternehmen kann beispielsweise in einen Aktienindex aufgenommen werden. Die Medien berichten häufig über Unternehmen dieser Art. Ein Unternehmen ist in der Regel umso größer, je größer die Marktkapitalisierung ist. Für die Übernahme eines Unternehmens bedeutet das ein Hindernis, da das Unternehmen als zu teuer gilt.

Börsennotierte Unternehmen werden abhängig vom Börsenwert in verschiedene Kategorien eingeteilt, beispielsweise Small Caps mit Börsenwerten zwischen 300 Millionen und 2 Milliarden US-Dollar, Mid Caps mit Börsenwerten von 2 Milliarden bis 10 Milliarden US-Dollar und Large Caps mit Börsenwerten von mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Die Einteilung in solche Kategorien spielt eine Rolle für Investoren und Fonds, die sich auf bestimmte Kategorien spezialisieren.

Streubesitz und Marktkapitalisierung

Die frei an der Börse gehandelten Aktien eines Unternehmens werden als Streubesitz bezeichnet. Dieser Streubesitz, auch als Freefloat bezeichnet, befindet sich in den Händen vieler kleiner Anleger. Bei Aktiengesellschaften, bei denen sich ein großer Teil der Aktien in den Händen weniger Großaktionäre befindet, ist der Streubesitz nur gering. Bei anderen börsennotierten Unternehmen ist der Anteil an Streubesitz hingegen hoch.
Zwischen der Marktkapitalisierung und dem Streubesitz besteht ein Zusammenhang.

Ein geringer Streubesitz bedeutet eine höhere Volatilität der Marktkapitalisierung als ein hoher Streubesitz. Bei einem geringen Streubesitz ist der Markt eng. Nur wenige Aktien werden an der Börse zum freien Handel angeboten. Bei solchen Aktien schwanken die Kurse stärker als bei Aktien mit hohen Streubesitzanteilen, was zu einer höheren Volatilität der Marktkapitalisierung führt.

Marktkapitalisierung und Streubesitz

Was bedeutet der Streubesitz?

Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens ist bei vielen Indizes ein Kriterium für die Aufnahme in den Index und für die Indexgewichtung. Das gilt auch beim DAX. Für die Aufnahme in einen Index wird nur der Börsenwert berücksichtigt, der sich aus der Multiplikation der frei handelbaren Aktien im Streubesitz mit dem Börsenkurs ergibt. Die Aktien, die sich im Besitz von Großaktionären befinden, muss man dabei nicht berücksichtigen.

Was ist ein Oligopol?

In den Wirtschaftswissenschaften (Mikroökonomie) bezeichnet das Oligopol (Angebotsoligopol) eine Marktform, in der für ein ökonomisches Gut viele Nachfrager wenigen Anbietern gegenüberstehen. Das Oligopson (Nachfrageoligopol) ist der umgekehrte Fall, in dem viele Anbieter an wenige Nachfrager verkaufen müssen. Oligopol setzt sich aus dem altgriechischen olígos „wenig, gering“ und polein „Handel treiben“ zusammen.

– viele Nachfrager, wenig Anbieter
– einzelne Marktteilnehmer halten große Marktanteile
– intensiver Wettbewerb
– Preisabsprachen sind leicht möglich.

Beispiele für Oligopole sind der Strommarkt, bei dem vier Großkonzerne 80 Prozent des Erzeugermarktes halten. Der Mobilfunkmarkt mit vier öffentlichen Netzbetreibern und Millionen von Mobilfunknutzern ist ebenfalls ein Oligopolisten-Markt. Weitere Märkte sind die Mineralölwirtschaft (fünf große Konzerne) sowie die Flugzeug-, Automobil- und Computerindustrie.

Abgrenzungen der Oligopole

Das Oligopol steht zwischen Polypol und Monopol. Als Nachfrageoligopol kann es Preisabsprachen mit sich bringen. Das Oligopol belebt den Wettbewerb, allerdings ist dieser schwächer ausgeprägt als beim Polypol. Auf dem Oligopolisten-Markt treten relativ wenig große Verkäufer bzw. Käufer auf. Die wenigen Anbieter haben eine relativ große Marktmacht. Bei der Marktform des Oligopols werden das Angebotsoligopol,

Analyse Oligopol

Welches Oligopol liegt vor?

das Nachfrageoligopol und das bilaterale Oligopol unterschieden. Bei zwei Verkäufern spricht man von einem Dyopol (Duopol). Das Bilaterale oder zweiseitige Oligopol ist ein Markt mit wenig Anbietern und wenig Nachfragern.

Wann liegt ein Oligopol vor?

Damit ein Oligopol vorliegt, müssten zunächst viele von wenigen Anbietern unterschieden werden. Dies ist in der Praxis kaum möglich und ein Oligopol wird beim Vorliegen einer oligopolistischen Interdependenz bzw. der Reaktionsverbundenheit angenommen. Kennzeichnend ist, dass in die Gewinnfunktion des Oligopolisten Größen eingehen, die er selbst nicht beeinflussen kann. Damit muss der Oligopolist seinen Gewinn in Abhängigkeit der Konkurrenten maximieren (Aktionsparameter und Reaktionen). Mit dem richtigen Einschätzen der Reaktionen seiner Mitbewerber hat der Oligopolisteine gewisse Marktmacht. Ein Oligopol liegt bereits dann vor, wenn der Anbieter glaubt, dass seine Entscheidung signifikant von dem Verhalten der Mitbewerber abhängt.

Die Theorie der Oligopole wird häufig mit der Spieltheorie untersucht. Im Spiel liegen vollständige Informationen vor und jeder Anbieter kann die optimale Reaktion seiner Mitkonkurrenten einschätzen. Vom Marktgleichgewicht (Nash-Gleichgewicht) spricht man, wenn keiner der Oligopolisten wagt, Parameter wie Menge oder Preis zu ändern. Es wird erwartet, die Konkurrenz durchschaut die Strategie und versucht sie zu durchkreuzen. Verschiedene Oligopol-Modelle wurden definiert.

Warum bilden sich Oligopole?

Auf dem Markt gibt es nur wenige Anbieter, womit jeder eine gewisse Marktmacht hat. Das erlaubt den Teilnehmern, über Preis- oder Mengenentscheidungen das Marktgeschehen zu beeinflussen. Damit hängt der Absatz eines Anbieters vom Verhalten seiner Konkurrenten ab. Erhöhen diese den Preis, wird sich der Absatz beim Oligopolist mit dem günstigeren Preis erhöhen.

Unterschieden werden

Oligopol-Arten

Welche Oligopole gibt es?

homogene Oligopole mit Kunden, die alle Güter als perfekte Substitute ansehen. Welches Produkt von welchem Anbieter gekauft wird, spielt kaum eine Rolle.
heterogene (inhomogenes) Oligopole, auf deren Märkten die angebotenen Güter von den Nachfragern nur begrenzt substituiert werden können (differenzierte Produkte).

Starker Wettbewerb auf dem Oligopolisten-Markt

Beim Oligopol besteht eine enge Reaktionsverbundenheit zwischen Preis- und Mengensetzung innerhalb der Anbieterstruktur. Damit hat jeder Anbieter eine gewisse Marktmacht. Diese Wirkung zwischen den Anbieter wird als strategische Interdependenz bezeichnet. Die strategische Interdependenz besteht bereits dann, wenn ein Konkurrent glaubt, dass seine Entscheidung signifikant von den Aktionen anderer Anbieter abhängt. Für den Entscheider ist die optimale Einschätzung des Marktes wichtig. Die Käufer nehmen hingegen die Entscheidungen und ihre Folgen als gegeben hin. Auf dem oligopolistischen Markt ist der Wettbewerb besonders intensiv. Auf Preissenkungen der Konkurrenz kann man schnell reagieren, wie z. B. im deutschen Lebensmitteleinzelhandel.

Reaktionen auf dem Oligopolisten-Markt

Jeder Teilnehmer hält einen relativ hohen Anteil am Markt. Damit führen Entscheidungen und gezielte Maßnahmen zur Preispolitik oder Produkt-Diversifikation sehr schnell zu Gegenmaßnahmen der Konkurrenz. Beim Oligopol besteht die Gefahr eines Verdrängungswettbewerbs und eines Preiskampfs um die Marktanteile. Da alle Anbieter Entscheidungen bzw. Reaktionen auf eigene Entscheidungen fürchten, besteht ein Hang zum „Gleichschritt“ auf dem Oligopolisten-Markt. Trifft ein Oligopolist eine Entscheidung, können folgende Situationen eintreten:

Preisführerschaft

Preise im Oligopol

Der Oligopolist als Preisführer

Wird ein Oligopolist von seinen Mitbewerbern als Preisführer anerkannt, warten alle auf seine Entscheidung. Erst wenn der Preisführer den Markt verändert, ziehen die Markteilnehmer nach. Dies kann zum sogenannten Stackelberg-Gleichgewichtführen.

Imitation

Im Oligopol wird Verhalten häufig kopiert. Mit der Nachahmung eines Preisführers kann in einem Zweier-Oligopol auch die Maximierung eines Monopolpreises erreicht werden.

Kartellbildung und Absprachen

Abgestimmte Verhaltensweisen sind in engen Oligopolen leicht möglich. Im homogenen Oligopol, in dem kaum Diversifikation bei den Produkten besteht, können Preis- und Mengenabsprachen einfach organisiert werden. Beispiele sind die Stromindustrie, die Zement- oder Zuckerindustrie.

Ruinöser Wettbewerb

Aggressives Preisverhalten kann Mitbewerber aus dem Markt drängen. Unter Umständen können im Oligopolisten-Markt nur Unternehmen bestimmter Größe überleben. Kleinere Anbieter können durch Verkäufe unterhalb der Kostengrenze in den Ruin getrieben werden.

Preisstarrheit

Sind die Unternehmen auf dem Oligopolisten-Markt gleich schwach oder gleich stark, wagt keiner mehr eine Änderung in seinem Verhalten. Die Durchkreuzung der Strategie durch die Mitbewerber wird gefürchtet.

Wettbewerb

Insbesondere heterogene Oligopole unterstützen einen intensiver und dem technischen Fortschritt dienenden Wettbewerb.

Preisabsprache im Oligopol

Preisabsprachen können zu Problemen führen

Probleme auf dem Oligopol-Markt

Das Wettbewerbsrecht verbietet Preisabsprachen. Führen Fusionen von Unternehmen zu Oligopolen, können sie vom Kartellamt untersagt werden. Verhindert werden soll die Bildung eines schädlichen Oligopols, bei dem durch Imitation ein Oligopolfrieden herbeigeführt wird. Schädlich ist auch, wenn eine Kollusion der Oligopole droht („coordinated effects„).

Ein verschleiertes Oligopol liegt vor, wenn eine Vielfalt „eigenständiger Marken“ angeboten wird. Für den Verbraucher nicht sichtbar ist beispielsweise der Handel mit CDs und Tonträgern ein Oligopol von wenigen Anbieter (etwa 72 Prozent Marktanteil in 2004).

Theoretische Oligopol-Modelle

Das CournotOligopol ist ein Markt, auf dem die Anbieter ihre Angebotsmengen vorab und simultan entscheiden. Beim Stackelberg-Wettbewerb wird vorab und hintereinander über die Mengen entschieden.

Über die Angebotspreise wird beim Bertrand-Wettbewerb vorab simultan und bei der Preisführerschaft vorab und hintereinander entschieden. Lesen Sie hier mehr über den Betrand-Wettbewerb.

Die Imitation ist ein Markt, auf dem man die Aktionen der Anbieter mit höherem Gewinn imitiert. Im +Vordergrund steht nicht die eigene (Cournot) oder gemeinsame (Kollusion) Gewinnmaximierung.

Ein Drei-D-Modell von Stringer und Rudnik beschreibt ein dreidimensionales Oligpol-Modell. Das Sweezy-Modell definiert einen Markt, auf dem der Preis starr bleibt und nur Größen wie Werbung und Serviceleistungen in die Entscheidungen einfließen. Das Hotelling-Modell entscheidet vorab über eine Positionierung (räumlich oder durch Produktvarianten). Das Krebs-Scheinkman-Modell entscheidet simultan zunächst über die Kapazitäten und dann über die Angebotspreise.

Was ist ein Monopol?

In den Wirtschaftswissenschaften bezeichnet das Monopol (Angebotsmonopol) eine Marktform, in der für ein ökonomisches Gut nur ein Anbieter vorhanden ist. Dem Monopolisten steht eine Vielzahl von Nachfragern gegenüber. Reine Monopole sind in Marktsituationen denkbar, in denen nur in einem kleineren Teilbereich Monopolstrukturen herrschen. Umgangssprachlich werden auch das Gewaltmonopol des Staates“ oder das Informationsmonopol zitiert. Übersetzen lässt sich der Begriff Monopol mit „Alleinverkauf“. Das lateinische „monoplium“ setzt sich aus dem altgriechischen monos „allein“ und polein„verkaufen“ zusammen. Das Gegenstück zum Monopol ist das Polypol mit vielen Anbietern und vielen Nachfragern.

Beispiele für Angebotsmonopole sind das ehemalige Postmonopol der Deutschen Post AG (bis zum 31.12.2007), die deutsche Telekom mit nach wie vor marktbeherrschender Stellung in Ortsnetzen. Auch Lotterien und Glücksspiele sind typischerweise staatliche Monopole. Das Glücksspielmonopol wurde jedoch im September 2010 vom Europäischen Gerichtshof als rechtswidrig beurteilt und ist aufgehoben. In Österreich besteht nach wie vor ein Tabakmonopol, denn Tabakwaren dürfen nur durch Trafiken verkauft werden.

Abgrenzung des Monopols

Neben den im Folgenden bezeichneten Sonderformen lässt sich das Monopol von folgenden strukturverwandten Marktsituationen abgrenzen:

  • Bilaterales Monopol: Diese Marktform hat einen einzigen Anbieter und ebenfalls nur einen Nachfrager.
  • Oligopol: Beim Oligopol beherrschen wenige Anbieter den Markt. Auf der Nachfrageseite treten vielen Marktteilnehmer auf.

    Ein Monopol hat nur einen Anbieter

    Wie viele Nachfrager und Anbieter treten auf?

  • Duopol: Den Markt teilen sich beim Duopol zwei Anbieter, denen viele Nachfrager gegenüberstehen.

Das Monopol auf dem Markt mit unvollständiger Konkurrenz

Der Begriff Monopol wird häufig auch für eine Marktsituation mit unvollständiger Konkurrenz verwendet. Dieser Markt hat viele Anbieter, jedoch kann ein Anbieter durch Wettbewerbsvorteile eine marktbeherrschende Stellung einnehmen. Bietet ein Wettbewerber beispielsweise den günstigsten Preis oder ein herausragendes Produkt dauerhaft an, kann ihm die Marktbeherrschung gelingen. Diese Konstellation wird auch als Teilmonopol bezeichnet.

Abgrenzung vollkommenes und unvollkommenes Monopol

Im vollkommenen Markt stehen sich viele Anbieter und viele Nachfrager gegenüber. Die Produkte haben gleiche Produktqualität und die Käufer keine Präferenzen. Auf dem vollkommenen Markt kann der Monopolist seinen Gewinn maximieren. Der vollkommene Markt ist ein theoretisches Modell, wenn auch einige Finanzmärkte der Definition nahe kommen. Die Maximierung des Gewinns des Monopolisten würde selbst auf dem vollkommenen Markt durch den Staat beschränkt werden können.

Auf dem unvollkommenen Markt sind die Güter nicht gleichartig und die Nachfrager haben sehr wohl persönliche, zeitliche oder räumliche Präferenzen. Auf diesem Markt hat der Anbieter nur einen kleine monopolistischen Preisspielraum.

Wie natürliche Monopole entstehen

Monopol und Kosten

Wie wirken sich niedrige Kosten auf das Monopol aus?

1) Niedrige Kosten: Besonders schnell oder wachsenden Unternehmen können ihre Konkurrenten vom Markt verdrängen. Mit dem schnellen Wachstum sinken die Produktionskosten (Fixkosten Degression). Zusätzlich können die dauerhaft hohen Absätze günstige Einkaufsmöglichkeiten mit sich bringen (Mengenrabatte) und die Produktionskosten (variable Kosten) weiter senken.

2) Preisdumping: Große Anbieter können unterhalb der Kostendeckung verkaufen oder aus anderen Gründen zum günstigeren Preis anbieten. Dauerhaft können sich die kleineren Konkurrenten nicht auf dem Markt halten.

3) USPs: Alleinige Kontrolle über den Markt mittels eines Inputfaktors. Der Anbieter hat ein Alleinstellungsmerkmal, das die Nachfrager nicht substituieren können. Da keine Alternativprodukte zur Wahl stehen, können Preise und Mengen beliebig diktiert werden.

4) Staatliche Monopole: Neben den inzwischen liberalisierten Telekommunikations– und Postdiensten bestehen immer noch städtische Monopole, wie etwa bei der Wasserversorgung.

5) Vom Staat geschützte Monopole: Der Besitzer eines Patents hat ein Angebotsmonopol und somit kann er auf dem Markt die Preise diktieren, wie beispielsweise bei der Medikamentenentwicklung in Pharmaunternehmen). Im Interesse der Wirtschaft muss der Staat die Patente schützen. Erfindende Unternehmen investieren in hohe Entwicklungskosten, die über die Gewinne finanziert werden müssen. Der Patentschutz des Staates sichert die Forschung.

Sonderformen des Monopols

  • Teilmonopol bezeichnet einen Markt mit einem sehr großen Anbieter und vielen kleinen Anbietern sowie vielen Nachfragern. Der große Marktanbieter hat aufgrund von Wettbewerbsvorteilen eine besonders starke Position.

    Ein Monopol hat einen Anbieter

    Ein Anbieter ist das Symbol eines Monopols

  • Staatsmonopol, bei dem der Staat als alleiniger Anbieter eines Wirtschaftsgutes auftritt.
  • Quasi-Monopol: Der von Erich Preiser geprägte Begriff bezeichnet einen Markt mit wenigen Anbietern und vielen Nachfragern. Was zunächst wie ein Oligopol aussieht, entwickelt sich mit dem Quasi-Monopol häufig zum Zusammenschluss der Anbieter zu Kartellen oder Trusts. Die Konkurrenz der Anbieter untereinander bleibt bestehen, jedoch erfolgt häufig eine einheitliche Preisbildung für das Wirtschaftsgut. Ein Beispiel für das Quasi-Monopol sind Arbeitgeberverbände, die in gemeinsamen Tarifverhandlungen den Preis für die Arbeitskraft festlegen. Weitere Beispiele für Quasi-Monopol sind Produkte, die einen Quasi-Standard definieren, wie etwa PC-Betriebssysteme mit Microsoft Windows und Microsoft Office.

Nachfragemonopol vsAngebotsmonopol

Neben dem Angebotsmonopol mit einem Anbieter kann sich ein Nachfragemonopol mit nur einem Nachfrager bilden. Beim Nachfragemonopol treten für ein Wirtschaftsgut mehrere Anbieter, jedoch nur ein Nachfrager auf. Nachfragemonopole findet sich bei Ausschreibungsverfahren im Schienenpersonennahverkehr, wo als Nachfrager eine Landesverkehrsgesellschaft und als Anbieter mehrere Eisenbahnunternehmen auftreten. Auch auf dem Rüstungsmarkt und der Raumfahrtindustrie treten mehrere Anbieter auf, während dem nur der Staat Nachfrager ist bzw. sein darf. Das Nachfragemonopol wird auch als Monopson bezeichnet. Lesen Sie hier noch mehr Interessantes über das Monopson.

Sicherung des Monopols

Auf dem Markt möchte jeder Teilnehmer seine Position verbessern. Mit Wettbewerbsvorteilen versuchen die Anbieter ihre Marktmacht auszubauen. Gleichzeitig möchte ein Monopolist seine

Preise im Monopol

Wie funktioniert die Preisführung im Monopol?

alleinige Marktführerschaft beibehalten. Er wird qualitativ hochwertige Produkte verkaufen und mit hohen Absatzzahlen günstige Preise anbieten können. Sind Verbraucher bereit, sich für weniger hochwertige Produkte zu entscheiden oder auf eine Eigenschaft des Monopolisten-Gutes zu verzichten, können sich Konkurrent auf dem Markt etablieren. Die neuen Mitwettbewerber bieten ähnliche Produkte zu günstigeren Preisen an und heben das Monopol auf.

Der Monopolist kann dem mit folgenden Strategien entgegenwirken.

  • Produktdiversifikation, um das Wirtschaftsgut mit weiteren, beispielsweise exklusiven Eigenschaften auszustatten.
  • Imagebildung durch Werbekampagnen, um das Produkt mit seinem Monopolisten-Unternehmen zu identifizieren (z. B. Markentreue bei Apple Smartphones).
  •  Potenzielle Konkurrenten aufkaufen oder verdrängen. Das deutsche Kartellrecht schützt jedoch kleinere Unternehmen vor Zusammenschlüssen und Preisbildungen größerer Unternehmen.
  • Einfluss auf die staatliche Gesetzgebung ausüben, Lobbyarbeit, Erpressung, Korruption.
  • Preisdumping, um Konkurrenten aus dem Markt zu drängen. Das Monopol bietet seine Produkte zu nicht mehr kostendeckenden Preisen an. Finanziell weniger gut gestellte Konkurrenten können dem Preisdruck dauerhaft nicht standhalten.

Aufbrechen von Monopolen

Der Staat kann Monopole aufbrechen. So wurde der Quasi-Monopolist Microsoft wegen des Missbrauchs seiner Marktmacht verurteilt. Über seine Wettbewerbspolitik kann der Staat potenziellen Konkurrenten den Marktzugang zu erleichtern, um eine Monopol-Struktur aufzubrechen. Die Verschärfung des Wettbewerbs erfolgt in diesem Falle durch den Staat. Auch kann der Staat die Regulierung des Monopolisten anstreben. Es wird beispielsweise verfügt, dass das Monopol zu bestimmten Preisen anbietet. Auch können Sondersteuern auf die Gewinne erhoben werden. Schwierig in liberalen Wirtschaftsordnungen ist hingegen die Verstaatlichung des Monopolisten.

Was ist Rohertrag?

Beim Rohertrag handelt es sich um eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Sie ergibt sich als Differenz aus den Umsatzerlösen und dem Wareneinsatz bzw. den Materialkosten. Bei dieser absoluten Kennzahl bleiben alle anderen Kosten und weiteren Erträge unberücksichtigt.

Die Formel des Rohertrags

Die Formel zur Berechnung des Rohertrags lautet

Umsatz
– Materialkosten
= Rohertrag

Zu unterscheiden ist der Rohertrag in der Produktion und bei Handelsunternehmen.

1. Der Rohertrag in der Produktion

Wer im Unternehmen selbst Produkte herstellt, zieht zur Ermittlung des Rohertrags die Roh-, Hilfs– und Betriebsstoffe vom Umsatz ab. Die Roh-, Hilfs– und Betriebsstoffe umfassen alles, was zur Herstellung der Produkte benötigt wird.

Rohstoffe gehen als hauptsächlicher Bestandteil in die fertigen Produkte ein, zum Beispiel Holz für Möbel. Bei Hilfsstoffen handelt es sich um Stoffe, die wert- oder auch mengenmäßig eine geringere Rolle bei der Produktion spielen, zum Beispiel Leim bei der Herstellung von Holzmöbeln. Betriebsstoffe gehen nicht in das fertige Produkt ein. Sie werden jedoch zur Produktion benötigt und dabei verbraucht, zum Beispiel Strom.

In der Produktionsbranche werden die Begriffe Rohertrag, Rohgewinn und Rohmarge synonym verwendet.

2. Der Rohertrag bei Handelsunternehmen

Rohertrag

Wie errechnet man den Rohertrag?

Um den Rohertrag in der Handelsbranche zu ermitteln, sind zunächst der Nettoumsatz ohne Umsatzsteuer sowie die Einkaufskosten ohne Vorsteuer zu ermitteln. Im nächsten Schritt sind die Einkaufskosten vom Nettoumsatz abzuziehen. Die Differenz, der Rohertrag, wird auch als Handelsspanne bezeichnet.

Grundsätzlich können die Roherträge im Handelsunternehmen auch durch den Vergleich von Bruttoumsatz und Brutto-Einkaufspreis ermittelt werden. Dieses Verfahren ist jedoch nicht üblich und kann beim Einkauf von Waren im Ausland für falsche Auswertungen sorgen.

Was ist ein negativer Rohertrag?

Mit dem Rohertrag bezeichnet man einen Gewinn, den ein Unternehmen erwirtschaftet. Diese Kennzahl spielt bei der Berechnung des Überschusses im Geschäftsjahr eine wichtige Rolle. Ergibt sich aus der Berechnung des Rohertrags ein negativer Betrag, spricht man von Verlust, der wiederum zu einem Fehlbetrag im Jahresabschluss führen kann.

Negative Roherträge in der Produktion entstehen unter anderem dann, wenn die Herstellungskosten den Verkaufspreis der gefertigten Waren überschreiten. Beim Handelsunternehmen liegt der Einkaufspreis der Waren über dem Verkaufspreis.

Eine weitere mögliche Ursache eines negativen Rohertrags ist die falsche Zuordnung von Kosten und Umsatz zum betreffenden Produkt.

Anwendung und Risiken des Rohertrags

Die Roherträge werden als Planungskennzahl genutzt, um sortimentspolitische Entscheidungen zu treffen. Dieses Vorgehen beinhaltet folgende Risiken:

  • Die tatsächlichen Verkaufspreise sind niedriger als die geplanten Verkaufspreise. Die Gründe dafür sind beispielsweise zusätzliche Rabattangebote, vom Kunden genutzte Skonto-Bedingungen sowie deutlich reduzierte Preise bei verderblichen oder beschädigten Waren.

    Risiken Rhertrag

    Die Risiken des Rohertrags

  • Die tatsächlichen Wareneinkaufspreise liegen über den angenommenen Preisen. Dieser Umstand ergibt sich zum Beispiel dann, wenn aufgrund mangelnder Liquidität der Skonto nicht ausgenutzt werden kann. Eine mögliche weitere interne Ursache sind steigende Kosten in der Wareneingangskontrolle. Einkalkulierte, jedoch nicht erhaltene Bonuszahlungen vom Zulieferer sind ebenfalls ein möglicher Grund für höhere Kosten im Wareneinkauf. Bonuszahlungen bieten Zulieferer in der Regel unter der Voraussetzung an, dass vereinbarte Jahresumsatzziele eingehalten werden.
  • Geplante und einkalkulierte Zahlungseingänge sind geringer als geplant, verschieben sich zeitlich oder fallen vollständig aus, zum Beispiel, weil der Kunde nicht liquide ist, Waren sich als unverkäuflich erweisen oder entwendet wurden.
  • Die Handlungskosten werden bei der Berechnung des Rohertrags nicht berücksichtigt.

Rohertrag I und II

Bei der Ermittlung des Rohertrags wird in zwei Stufen unterschieden.

Der Rohertrag I errechnet sich aus Nettoumsatz abzüglich Netto-Wareneinkaufspreis bzwMaterialkosten. Er bietet die Möglichkeit, potenzielle Gewinne aus der Produktion und dem Verkauf vorab bewerten und einschätzen zu können.

Der Rohertrag I wird im nächsten Schritt zur Ermittlung des Rohertrags II herangezogen. Dazu werden vom Rohertrag I die Warenbezugskosten abgezogen und es ergibt sich der Deckungsbeitrag.

Aus dem Rohertrag II lässt sich wiederum im Weiteren der Unternehmensgewinn ermitteln, indem noch anfallende fixe Kosten abgezogen werden.

Die Formeln

Netto-Umsatz
– Netto-Einkaufspreis der Waren oder Netto-Materialkosten
Rohgewinn I

Rohgewinn I
– Warenbezugskosten
Rohgewinn II

Die Funktion des Rohertrags in der Betriebswirtschaft

Bei der Ermittlung des Rohertrags werden lediglich die Einzelkosten erfasst und berücksichtigt, die sich den Umsatzerlösen direkt zuordnen lassen. In der Regel wird davon ausgegangen, dass der Einsatz von Waren und Material mit den variablen Kosten übereinstimmt. In diesem Zusammenhang weisen die Roherträge aus, wie hoch die Fixkosten des Unternehmens maximal sein dürfen, um noch Gewinne erwirtschaften zu können.

Roherträge sind also als Restgrößen zu betrachten, mit denen sämtliche Betriebskosten zu finanzieren sind.

Im Handelsunternehmen ist der Rohgewinn eine entscheidende Größe für die betriebliche Erfolgsmessung. Der Wert zählt zu den ersten maßgeblichen Größen für die Wertschöpfungstiefe des Unternehmens.

Vor allem in Produktionsunternehmen lassen sich Personalkosten den Umsatzerlösen zum Teil direkt zurechnen, zum Beispiel Akkordlöhne in der Fertigung. Werden diese Personalkosten vom Rohgewinn II abgezogen, ergibt sich der Deckungsbeitrag. Dieser steht konkret zur Deckung der Fixkosten eines Unternehmens zur Verfügung. Lesen Sie hier alles Wichtige zum Deckungsbeitrag.

Rohertrag und DB

Wie hängen Rohertrag und Deckungsbetrag zusammen?

 

Weitere Kennzahlen, die sich aus dem Rohgewinn ermitteln lassen

  1. Die Rohertragsquote

Diese Quote zeigt den prozentualen Anteil vom Rohgewinn an der unternehmerischen Gesamtleistung aus, und zwar innerhalb der Umsatzerlöse. Die Rohertragsquote errechnet sich aus Rohertrag * 100 / Netto-Betriebsleistung.

2. Die Brutto-Rentabilität

Dieser Wert errechnet sich aus Rohertrag * 100 / durchschnittlicher Warenbestand und weist aus, wie hoch der Rohgewinn in Bezug auf den durchschnittlichen Warenbestand ist.

Was sind Grenzkosten?

Der Begriff der Grenzkosten entstammt der Mikroökonomie und der Betriebswirtschaft. Er bezeichnet die Kosten, die durch die Produktion einer zusätzlichen Einheit eines Gutes entstehen. Die Hersteller erfahren, mit welchen neuen Kosten sie rechnen müssen, wenn sie eine Mengeneinheit mehr herstellen.

Beispiel:
Die Herstellung von 100 Flaschen koste 105 Cent.
Die Gesamtkosten für die Fertigung von 101 Flaschen belaufen sich auf 106 Cent.

Die Grenzkosten für die Herstellung der 101. Flasche betragen 106 Cent – 105 Cent = 1 Cent.

Was sind Grenzkosten

Was kostet eine zusätzlich produzierte Einheit?

Die Grenzkosten sind abhängig von der produzierten Menge x. Es ist beispielsweise möglich, dass für die fünfte produzierte Mengeneinheit mehr zusätzliche Kosten anfallen, als für die zwölfte produzierte Mengeneinheit. Aus diesem Grund werden die Grenzkosten in der Regel als Funktion in Abhängigkeit von den produzierten Einheiten angegeben.

Ein Beispiel verdeutlicht den Sachzusammenhang:

Angenommen, in einem Betrieb entstehen für das Produkt A 1.000 Euro Fixkosten. Die Produktion von bis zu 100 Mengeneinheiten ist möglich. Die variablen Kosten betragen 10 Euro je Mengeneinheit. Ab einer Menge von 100 Einheiten erhöhen sich die variablen Kosten auf 12 Euro. Stellt das Unternehmen 90 Mengeneinheiten her, dann betragen die Grenzkosten für das 91. Produkt 10 Euro, was den variablen Kosten entspricht. Wird jedoch die Grenze von 100 Mengeneinheiten überschritten, dann erhöhen sich die Grenzkosten auf 12 Euro.

Es handelt sich um ein einfaches und anschauliches Beispiel, die Grenzkosten müssen nicht immer den variablen Kosten entsprechen. Um die Grenzkosten zu bestimmen, stellen Betriebswirtschaftler die Grenzkostenfunktion auf. Sie ist als erste Ableitung der Kostenfunktion definiert. Ist die Kostenfunktion linear, dann ist die erste Ableitung eine Konstante, die den variablen Kosten entspricht. Im aufgestellten Beispiel war die Kostenfunktion aus zwei linearen Funktionen zusammengesetzt, was die abschnittsweise Übereinstimmung der Grenzkosten mit den variablen Kosten erklärt.

Grenzkosten und variable Kosten

Wie wirken sich variable Kosten auf die Funktion aus?

Die Kostenfunktion K(x) für das oben stehende Beispiel lautet:

K(x) = { 1.000 + 10 x , für x < 100
1.000 + 12 x , für x > 99

Die Grenzkosten betragen im ersten Abschnitt 10 Euro, im zweiten Abschnitt 12 Euro. Die kritische Stelle 100 bleibt in diesem Fall außer Betracht, eine Untersuchung der Stetigkeit wäre erforderlich, was an dieser Stelle nicht stattfindet.

 

 

Die zusammengesetzte Ableitung ergibt sich zu:

K`(x) = { 10 für x < 100
12 für x > 100

Die Kostenfunktion muss keine lineare beziehungsweise aus linearen Funktionen zusammengesetzte Funktion sein. Es kann sich um jede beliebte – bezogen auf den Sachverhalt sinnvolle – Abbildung handeln.

Angenommen die Kostenfunktion lautet:

(x) = 

Die Grenzkosten ergeben sich als die erste Ableitung der Kostenfunktion zu:

K`(x) = 2 x

Um die Grenzkosten an einer bestimmten Stelle x zu berechnen, wird die Stelle in K`(x) eingesetzt. Da die Grenzkostenfunktion steigend ist, nehmen die Grenzkosten mit der produzierten Menge zu. Je mehr Mengeneinheiten das Unternehmen herstellt, desto größer werden die bei der Produktion auftretenden Kosten je zusätzlicher Mengeneinheit.

Sind die Grenzkosten an der Stelle x = 3 gesucht, dann erfolgt das Einsetzen in die Grenzkostenfunktion:

K `(x) = 2 x 3 = 6

Die Kenntnis über die Grenzkosten beeinflusst die Preispolitik

Insbesondere bei Produkten mit hohen Fixkosten ist die Berechnung der Grenzkosten ein wichtiges Hilfsmittel in der Preispolitik. Die Hersteller analysieren durch die Grenzkostenfunktion den Kostenverlauf. Die realen Produktionskosten offenbaren sich, sodass die Anbieter die Verkaufspreise auf einer fundierten Basis bestimmen können. Bei niedrigen Herstellungsmengen und hohen Fixkosten verteilen sich wahrgenommen die Fixkosten ungünstig auf die hergestellten Mengen. Die Analyse der Kostenverläufe zeigt die Zusammenhänge auf.

Linearer und nicht-linearer Kostenverlauf

In der Theorie wird als Beispiel oftmals ein linearer Kostenverlauf angeführt. Die Zusammenhänge und Hintergründe lassen sich sehr gut aufzeigen. Kennzeichnend ist der proportionale Anstieg der Kosten. In der Realität liegt nur selten ein linearer Kostenverlauf vor. Eine zentrale Voraussetzung für lineare Zusammenhänge ist der Verlauf der Produktion ohne Fehler – eine Forderung, die nur schwer erfüllt werden kann. Beim linearen Kostenverlauf verteilen sich die Gesamtkosten gleichmäßig auf alle produzierten Einheiten. In der Praxis hingegen offenbart sich oftmals ein degressiver Kostenverlauf. Je mehr Einheiten das Unternehmen herstellt, desto niedriger sind die Grenzkosten. Dem Produzenten gelingt es, die Kosteneffizienz zu erhöhen.

Warum entstehen degressive Kostenverläufe?

Kostenverläufe bei Grenzkosten

Welche Kostenverläufe existieren?

Ein Aspekt ist die Zunahme an Erfahrung. Die Produktionsabläufe werden optimiert, die vorhandenen Anlagen gut ausgelastet. Ein weiterer Aspekt betrifft die Erhöhung der Fixkosten. Mit zunehmender Produktionsmenge heben sich nicht alle Fixkosten gleichermaßen an. Beispielsweise steigern sich die Lohnkosten schneller als die Mieten für die Räumlichkeiten. Je mehr das Unternehmen produziert, desto mehr Mitarbeiter benötigt es. Erst mit stark ansteigender Produktionsmenge entsteht der Bedarf nach weiteren Produktionshallen. Gleichzeitig werden die vorhandenen Arbeitskräfte effizienter eingesetzt. Das Unternehmen erlangt Mengenrabatte bei Lieferanten von Rohstoffen, da sich die eigene Verhandlungsbasis verbessert. Alle diese Punkte tragen zur Entstehung eines degressiven Kostenverlaufs bei.

Wie zeichne ich die marginalen Kosten in ein Koordinatensystem ein?

Um die Grenzkostenfunktion zu zeichnen, wird die 1. Ableitung der Kostenfunktion bestimmt. Anschließend ist das Zeichnen beider Funktionen möglich. Die Ableitung kann mathematisch oder grafisch vorgenommen werden. Die Entscheidung erfolgt abhängig von der Komplexität der Funktionen.

Was ist Fremdkapital?

Das Fremdkapital (engl.: debtdebt capital) ist der Unternehmung von Gläubigern zur Verfügung gestellt. Die Mittel sind befristet und müssen zurückgezahlt werden. Mit Fremdkapital und Eigenkapital werden Anlagevermögen und Umlaufvermögen beschafft.

Merkmale des Fremdkapitals:

– Gewinn- und Verlust-unabhängiges Entgelt (Zinsen)
– zeitlich befristete Überlassung
– kündbar
– erfordert Sicherheiten
– im Rang vor dem Eigenkapital (bei Verwertungen)
– keine Haftung des Fremdkapitalgebers
– keine Mitwirkungsrechte des Gläubigers.

 

Abgrenzung Fremdkapital und Eigenkapital

Fremdkapital wird befristet vergeben und kann vom Gläubiger gekündigt werden. Der Fremdkapitalgeber hat einen Vergütungsanspruch (Darlehenszinsen), der vom Gewinn- und Verlust des Bilanzjahres unabhängig ist. Auch Inhaber und Gesellschafter können neben ihren Eigenkapitalanteilen der Unternehmung Fremdkapital in Form von Gesellschafterdarlehen zur Verfügung stellen. Fremdkapital ist Teil der unternehmerischen Fremdfinanzierung und eine Form der Außenfinanzierung. Es kann jedoch auch in der Innenfinanzierung generiert werden, wie beispielsweise über Rückstellungen.

Fremdkapital oder Eigenkapital

Fremdkapital oder Eigenkapital?

Hybride Kapitalanteile und Mezzanine

Die Abgrenzung zwischen Fremd- und Eigenkapital kann für Analysten und Banken schwierig sein. Im Allgemeinen werden Bilanzposition nicht mehr als Eigenkapital eingestuft, sobald die geringste Rückzahlungsmöglichkeit besteht. Auch mit einer erfolgsunabhängigen Verzinsung zählt das Kapital regelmäßig zum Fremdkapital. Hybride Mischformen aus Eigen- und Fremdkapital werden Mezzanine-Kapital genannt. Rückstellungen, einschließlich Pensionsrückstellungen, sind immer Fremdkapital, da eine Rückzahlungswahrscheinlichkeit vorhanden ist (mindestens 50 Prozent). Lesen Sie hier mehr über das Mezzanine-Kapital.

Immobilienfinanzierung mit Fremdkapitalbeteiligung

Beim Immobilienkauf und in Bauprojekten ist das Fremdkapital die Summe aller aufgenommenen Darlehen für die Finanzierung. Das Fremdkapital des Bauvorhabens setzt sich aus Darlehen und Krediten bei Banken, Versicherungen und anderen Instituten, Arbeitgebern (Arbeitgeberdarlehen), der öffentlichen Hand (KommunaldarlehenKfW) und Privatpersonen zusammen. Zur Versicherung der Darlehen tritt der Bauherr den Kreditinstituten Rechte am Bauobjekt ab (Grundpfandrechte).

Vorteile des Fremdkapitals

– Erhöhung der Liquidität
– Keine Änderung bei der Mitbestimmung
– Keine Änderung bei der Verteilung der Geschäftsbeteiligungen
– Nutzung des Leverage-Effekts (Gewinnsteigerung, höhere Rendite)
– Verbesserung der Eigenkapitalrentabilität (attraktiv für Investoren)
– Zinsen können als Betriebsausgaben steuerlich abgesetzt werden.

Nachteile des Fremdkapitals

– Sicherheiten sind erforderlich
– Zinszahlungen auch bei schlechter Geschäftslage
– Befristete Laufzeit des Kapitals
– Minderung der unternehmerischen Unabhängigkeit.

Fristigkeiten des Fremdkapitals

Fremdkapital wird nach seiner Laufzeit (kurz-, mittel- und langfristig) unterschieden. Mittelfristige Fremdkapitalanteile ergeben sich aus dem Saldo zwischen kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten. Wichtig ist die Unterscheidung der Fristigkeiten für die Passivierung der Verbindlichkeiten in der Bilanz sowie bei Auswertungen der Vermögenssituation mit Kennzahlen.

Bilanzierung des Fremdkapitals

Fremdkapital bilanzieren

Die Passiv-Seite der Bilanz wird relevant

Reicht das Eigenkapital nicht aus, kann das Unternehmen zur Finanzierung von Anlage- und Umlaufvermögen (z. B. Anlagen, Fuhrpark, Vorräte) zusätzliches Fremdkapital aufnehmen. Das Fremdkapital erscheint mit dem Eigenkapital auf der Passiva der Bilanz.

Verbindlichkeiten (§ 266 Abs. 3 C HGB)
+ Rückstellungen (§ 266 Abs. 3 B HGB)
Rechnungsabgrenzungsposten (§ 266 Abs. 3 D HGB)
+ latente Steuern (§ 266 Abs. 3 E HGB)
= Summe des Fremdkapitals nach § 266 HGB

Bei der Bilanzierung muss das Fremdkapital (Verbindlichkeiten und Rückstellungen) nach Herkunftsarten und Laufzeiten gegliedert werden. Nach § 268 Abs. 5 HGB sind Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und ab einem 1 Jahr auszuweisen. Bei Restlaufzeiten von mehr als 5 Jahren sind nach § 285 Nr. 1 HGB Angaben über Art, Umfang und Form der gestellten Sicherheiten im Anhang zu machen.

Die Verbindlichkeiten des Fremdkapitals

Verbindlichkeiten sind Teil des Fremdkapitals. Zur Erhöhung des Fremdkapitals geht das Unternehmen als Schuldner eine Verpflichtung gegenüber einem Dritten (Gläubiger) ein. Bilanztechnisch sind Verbindlichkeiten die Verpflichtungen zu einer Lieferung oder sonstigen Leistung. Das Gegenstück zur Verbindlichkeit ist die Forderung.

Arten der Verbindlichkeiten (englfinancial liabilities)

– Kreditoren (Lieferanten): Lieferungen und Leistungen
– Debitoren (Kunden): erhaltene Anzahlungen
– Kreditinstitute: Darlehen, Kredite, Wechsel, Anleihen
– Finanzamt: sonstige Verbindlichkeiten (siehe auch Rückstellungen).

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt nach § 253 Abs. 1 HGB zum Erfüllungsbetrag, der den Anschaffungskosten entspricht. Bei der Umrechnung von Verbindlichkeiten in Fremdwährungen ist § 256a HGB anzuwenden.

Ungewissheit bei Rückstellungen

Rückstellungen erhöhen das Fremdkapital. Sie werden gebildet, um dem kaufmännischen Vorsichtsprinzip aus § 252 HGB zu genügen.

Rückstellungen sind Verbindlichkeiten, deren Bestehen oder Höhe zum Bilanzstichtag ungewiss sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie fällig werden, muss hinreichend groß sein. Rückstellungen werden wie Verbindlichkeiten als Fremdkapitalteile auf der Passiva der Bilanz verbucht. Anzunehmen ist nach § 253 Abs. 1 HGB der Betrag zur Erfüllung der Verbindlichkeit (Erfüllungsbetrag).

Fremdkapital und Rückstellungen

Was sind Rückstellungen?

Unterschieden werden
– Pensionsrückstellungen (§ 249 Abs. 1 HGB) für Pensionszusagen des Unternehmens gegenüber dem Mitarbeiter.
– Steuerrückstellungen, deren Höhe noch nicht bekannt ist. Die Steuern müssen bis zum Ende des Geschäftsjahres wirtschaftlich entstanden sein. Passiv latente Steuern werden in § 274 Abs. 1 HGB geregelt.
Sonstige Rückstellungen werden aus Kulanzgründen (Beseitigung von Mängeln an Lieferungen und Leistungen), aufgrund von Drohverlust nach § 249 Abs. 1 HGB und aus Garantieverpflichtungen gebildet.

Weitere Rückstellungen können für Prozesse, Provisionen, Aufwände für unterlassene Instandhaltungen sowie für Jahresabschluss- und Prüfungskosten veranlasst werden. Rückstellungen sind nicht mit Rücklagen zu verwechseln, die dem Eigenkapital zuzurechnen sind. Bei den Rücklagen sind Höhe und Bestehen bekannt.

Rechnungsabgrenzungsposten

Rechnungsabgrenzungsposten werden als Fremdkapital in der Bilanz ausgewiesen. Mit der Rechnungsabgrenzung werden Werte aus GuV und Bilanz der tatsächlichen Rechnungsperiode (z. B. Quartal, Geschäftsjahr) zugeordnet.
Beispiel: Mit dem Kunden wurde ein Zahlungsziel vereinbart. Lieferung und Leistung fallen in unterschiedliche Bilanzjahre.

Fremdkapital in der Liquidation

Die Ansprüche aus Fremdkapitalforderungen stehen im Rang vor den Eigenkapitalforderungen. Ist ein Gesellschafter mit seiner Eigenkapitaleinlage im Rückstand, kann der Insolvenzverwalter nach § 171 Abs. 2 HGB die Leistung in die Masse verlangen.

Anders verhält es sich bei Gesellschafterkrediten oder des von Nichtgesellschaftern bereit gestellten Fremdkapitals. Im Falle eines Insolvenzverfahrens können sie vom Gläubiger außerordentlich gekündigt werden (§ 490 Abs. 1 BGB). Wurde die Darlehenssumme bereits ausgezahlt, kann der Gläubiger einen Rückforderungsanspruch geltend machen und am Insolvenzverfahren teilnehmen.

Der Rang des Fremdkapitals nach seiner Absicherung

Bei Immobiliendarlehen kann eine weitere Klassifizierung des Fremdkapitals über seine Absicherung erfolgen:

Erstrangig abgesichertes Fremdkapital (englsenior debt): Das Immobilienprojekt wird mit einem Darlehen finanziert, das mit einer erstrangigen Grundschuld besichert ist. Erstrangig eingetragene Gläubiger werden bei einer Zahlungsunfähigkeit bzw. Insolvenz zuerst bedient.
Nachrangig abgesichertes Fremdkapital (eng. junior debt) und Mezzanine-Kapital: Je nach Ausgestaltung ist das überlassene Kapital bilanziell dem Eigenkapital zuzurechnen.

Kennzahlen des Fremdkapitals

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen zur Analyse des Fremdkapitals liefern wichtige Aussagen für Bilanzanalysen und Bonitätsaussagen der Kreditinstitute.

Fremdkapital Kennzahlen

Was sagt das Fremdkapital aus?

Fremdkapitalquote

Die Fremdkapitalquote (AnspannungskoeffizientAnspannungsgrad) ist mit der Eigenkapitalquote die bedeutendste vertikale Bilanzkennzahl. Sie ermittelt den Anteil der Fremdfinanzierung an der Gesamtfinanzierung (Bilanzsumme).

Fremdkapitalquote = Fremdkapital / Bilanzsumme * 100

Mit hohen Fremdkapitalquoten steigt der Zinsaufwand, da Gläubiger für das geliehene Kapital ein Entgelt verlangen. Ein hoher Schuldendienst des Unternehmens mindert wiederum den Gewinn. Mit zunehmender Verschuldung steigt demnach der Break-Even-Point an (cost leverage).

Eine hohe Fremdkapitalquote schlägt sich nicht zuletzt auf die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nieder. Sie bringt Risiken bei der Beschäftigung, der Refinanzierung und der Liquidität mit sich. Bei hohem Fremdkapitalanteil steigt das Ausfallrisiko von Gläubigern. Neue Kredite lassen sich unter Umständen nur noch zu ungünstigen Konditionen aufnehmen. Übliche Fremdkapitalquoten liegen im Baugewerbe bei etwa 72 %, im Einzelhandel mit 62 % und in der Automobilindustrie bei 39 % der Bilanzsumme.

Liquidität

Die Kennzahlen für die Liquidität werden nach ihrer Fristigkeit unterschieden (Liquidität I bis III). Im englischen sind je nach Fristigkeit unterschiedliche Begriffe üblich: Current Ratio, Cash Ratio (Barliquidität), Acid Test Ratio (Quick Ratio).

Liquidität 1. Grades

Die Kennzahl für die Barliquidität sollte größer oder gleich 0,2 sein. Die Liquidität I ermittelt das Verhältnis der liquiden Mittel zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Sie zeigt an, ob ein Unternehmen seinen kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen durch die verfügbaren liquiden Mittel erfüllen kann.

Liquidität I (Cash Ratio) = liquid Mittel / kurzfristige Verbindlichkeiten

Liquidität 2. Grades

Die Liquidität II ermittelt das Verhältnis der kurzfristige Geldmittel zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Beträgt die Liquidität II 1 oder mehr, können alle kurzfristige Verbindlichkeiten mit den kurzfrisitgen Geldmitteln gezahlt werden. Bei einem Wert kleiner 1 muss das Unternehmen Mittel beschaffen, um den Verbindlichkeiten nachkommen zu können.

Liquidität II (Acid Test Ratio ATR, auch Quick Ratio) = (Geldvermögen + Wertpapiere + kurzfristige Forderungen) / kurzfristige Verbindlichkeiten

Liquidität 3. Grades

Ist die Liquidität III kleiner oder gleich 1, muss unter Umständen Anlagevermögen (Maschinen, Fahrzeuge u.ä.) zur Deckung verkauft werden. Nach der Banker’s Rule (Two-to-One-Rule) sollte die Liquidität III mindestens 2 sein.

Liquidität III (Current Ratio) = Umlaufvermögen / kurzfristige Verbindlichkeiten.

Gesamtkapitalrentabilität

Die GKR (GesamtkapitalrenditeKapitalrentabilitätUnternehmensrenditeUnternehmensrentabilitätenglReturn on AssetsRoA) gibt an, wie gibt an, wie effizient der Kapitaleinsatz innerhalb der Abrechnungsperiode war.

Gesamtkapitalrentabilität = (Reingewinn aus GuV + Fremdkapitalzinsen) / (Eigenkapital + Fremdkapital)

Was ist Eigenkapital?

Eigenkapital (englequityequity capital) sind Sach- und Finanzmittel, dem dem Eigentümer der Unternehmung gehören. Es ist Teil der Eigenfinanzierung des Unternehmens und wird zusammen mit dem Fremdkapital auf der Passiv-Seite der Bilanz ausgewiesen.

Unternehmer oder Gesellschafter stellen der Unternehmung mit ihren Einlagen Eigenkapital zur Verfügung. Bestehen keine gesetzlichen oder anderweitigen Vereinbarungen, können Einlagen auch in Form von Betriebsmitteln, beispielsweise Maschinen und Anlagen, in die Unternehmung eingebracht werden. Die Inhabereinlagen haben einen langfristigen Charakter. Das betriebliche Anlagevermögen sollte mit Eigenkapital und langfristigem Fremdkapital finanziert werden.

Wichtiges auf einen Blick

  • Erhöhung durch Kapitaleinlage der Inhaber, Beteiligungen Dritter (fremdfinanziertes Eigenkapital) oder Gewinnthesaurierung
  • Überlassung erfolgt langfristig (unbefristet oder mit fester Laufzeit)
  • Kein Anspruch auf Rückzahlung oder Verzinsung
  • kein Liquiditätsrisiko (Beteiligung an Gewinnen und Verlusten)

    Was ist Eigenkapital

    Was genau ist das Eigenkapital?

  • Liquidationsrisiko durch Nachrangigkeit
  • Haftung des Kapitalgebers (persönlich oder mit der Einlage)
  • Mitspracherecht und Mitwirkungsrecht des Kapitalgebers

     Keine Verzinsung von Kapitaleinlagen (Eigenfinanzierung)

    Für seine Eigenkapitaleinlage erhält der Kapitalgeber keine feststehende Verzinsung. Daher trägt das zur Verfügung gestellte Inhaberkapital ein unternehmerisches Risiko. Meist ist der Einlageninhaber jedoch am Gewinn der Unternehmung beteiligt. Unter Umständen muss der Kapitalgeber sogar einen Verlust hinzunehmen, der seine Einlage schmälert.

    Abgrenzung zum Fremdkapital

    Fremdkapital wird der Unternehmung durch Dritte bereitgestellt. Die Fremdkapitaleinlage erfolgt gegen Verzinsung. Die Darlehensaufnahme durch den Unternehmer ist eine Fremdfinanzierung zur Erhöhung des Fremdkapitals. Für die Überlassung des Kapitals fordert die Bank unabhängig vom Gewinn oder Verlust des Unternehmers die vereinbarten Darlehenszinsen.

    Bilanzierung des Eigenkapitals

    Die Höhe des Eigenkapitals ist die Differenz zwischen Vermögen und Schulden des Unternehmens. Das Vermögen auf der Aktiv-Seite der Bilanz wird den Schulden auf der Passiv-Seite gegenübergestellt. Die Aktiva enthält die Vermögensgegenstände des Unternehmens (Anlagevermögen, Umlaufvermögen), auf der Passiva stehen die Geldmittel, mit denen das Anlagevermögen finanziert wurde (Eigen- und Fremdkapital).

    Eigenkapital = aktiviertes Vermögen der Bilanz ./. Fremdfinanzierung

    Werden beispielsweise Maschinen und Vorräte mit zu hohen Werten aktiviert, wird auf der Passiva ein zu hoher (unrichtiger) Eigenkapitalanteil ausgewiesen. Die tatsächliche Höhe des vorhandenen Eigenkapitals lässt sich erst bei der Verwertung einer Unternehmung (z. B. durch Verkauf oder Liquidation) ermitteln.

    Eigenkapital bilanzieren

    Das Eigenkapital und die Bilanz

    Bilanzierung des Eigenkapitals von Gesellschaften

    Die Gesellschafter von Personengesellschaften (OHG, KG, e.K.) und Einzelunternehmen haften persönlich. Die jährlichen Gewinne und Verluste der Gesellschaft werden auf den Eigenkapitalkonten (Kapitalkonten) der Gesellschafter verrechnet. Im Eigenkapitalanteil enthaltene stille Rücklagen sind in der Bilanz nicht erkennbar und müssen geschätzt werden.

    Für Kapitalgesellschaften ist das Handelsgesetzbuch (HGB) verpflichtend. Die Einlagen der Inhaber werden auch als gezeichnetes Eigenkapital bezeichnet. Es ist gemäß HGB als Bilanzposition im Jahresabschluss auszuweisen. Nach § 266 Abs. 3 HGB gliedert sich das Eigenkapital als Saldo zwischen Vermögen und Schulden wie folgt auf:

    Gezeichnetes Kapital (Nominalkapital, Grundkapital, Stammkapital)
    Kapitalrücklagen
    Gewinnrücklagen
    +/- Gewinnvortrag/Verlustvortrag
    +/- Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
    = Eigenkapital der Kapitalgesellschaft (§ 266 Abs. 3 lit. A HGB

    Verpflichtung und Rückzahlung des Eigenkapitals

    Gesellschafter von Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, KGaA) haften nicht persönlich, sondern nur mit ihren Einlagen. Der Gesetzgeber legt für Kapitalgesellschaften die Höhe dieser Mindest-Einlagen (Garantiekapital) fest (Aktiengesellschaften in § 7 AktG (Aktiengesetz) , GmbH-Einlagen bei der Gründung in § 5 Abs. 1 GmbHG). Der Kapitalgesellschafter ist gesetzlich verpflichtet, das Garantiekapital im Unternehmen zu belassen. Auch Kreditinstitute und Versicherungen müssen zur Sicherung und Pflichterfüllung gegenüber ihren Gläubigern ein angemessenes Eigenkapital haben.

    Die Stammeinlagen bilden das Eigenkapital der Kapitalgesellschaft. Sie sind das haftende Kapital (Garantiekapital) der Gesellschaft und dienen der Sicherung des Fremdkapitals. Die Entnahme von Eigenkapitalanteilen erfordert bei Kapitalgesellschaften den Beschluss der Anteilseigner (GmbH-Gesellschafter, Aktionäre). Unternehmer von Einzelunternehmen und Personengesellschafter können hingegen jederzeit (im gemeinsamen Einverständnis/nachgesellschaftlicher Vereinbarung) Eigenkapital entnehmen.

    Bei Liquidation oder Insolvenz des Unternehmens steht das Fremdkapital im Rang vor dem Eigenkapital. Erst nach Bedienung sämtlicher Fremdkapitalgeber und nachrangiger Gläubiger kann der Eigenkapitalgeber aus den verbleibenden Mitteln eine Rückzahlung erhalten. Lesen Sie hier mehr zum Thema Insolvenz.

    Fremdfinanziertes Eigenkapital

    Eine Eigenkapitalerhöhung erfolgt durch Einlagen von Unternehmer (Eigenfinanzierung) oder Gesellschaftern (Fremdfinanzierung durch Eigenkapital).

    Die Eigenkapitaleinlagen der Unternehmer sind finanzielle Mittel, die der Unternehmung langfristig zur Verfügung stehen und für die keine festen Zinsen oder zinsähnliche Zahlungen (z. B. Prämien) vereinbart wurden. Neben der Eigenfinanzierung mit Eigenmitteln der Inhaber können sich Unternehmen fremdfinanzieren. Die klassische Fremdfinanzierung ist die Aufnahme von kurz- und langfristigen Darlehen.

    Fremdfinanziertes Eigenkapital

    Was ist fremdfinanziertes Eigenkapital?

    Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit ist die Erhöhung des fremdfinanzierten Eigenkapitals. Dazu beschafft sich das Unternehmen durch Verkäufe von Beteiligungen finanzielle Mittel. Beispiel: Eine Aktiengesellschaft emittiert Aktien an der Börse. Der Kapitalgeber erhält aus seiner Unternehmensbeteiligung einen Gewinnanteil (Dividende, Risikoprämie), das Unternehmen erhöht sein Eigenkapital.

    Die mit den Anteilseignern vereinbarten Ausschüttungen und Dividenden mindern das Betriebsergebnis (Gewinn). Sie können für das Unternehmen teurer sein, als ein vergleichbares Bankdarlehen. Die Vorteile des fremdfinanzierten Eigenkapitals liegen im geringeren Verschuldungsgrad und einem kleineren Finanzierungsrisiko, da im Falle von Unternehmensverlusten keine Ausschüttung erfolgen muss.

    Funktionen des Eigenkapitals

    Bei allen Gesellschaftsformen von Wirtschaftsunternehmungen erfüllt das Eigenkapital mehrere Funktionen:

    a) Gründungsfunktion 
    Eigenkapital vereinfacht die Aufnahme von Krediten. Das eingebrachte Kapital dient den Kreditinstituten als Sicherheit für die ausgegebenen Kredite, da in der Gründungsphase beispielsweise auch Vorräte (verderbliche Waren) mitfinanziert werden müssen.

    b) Haftungsfunktion (Verlustabsorption)
    Ein negatives Betriebsergebnis wird vom Eigenkapitalanteil aufgefangen. Mit dem Ausgleich von Verlusten besteht ein Gläubigerschutz. Umso höher das Eigenkapital, desto länger kann das Unternehmen Verluste hinnehmen ohne in die Insolvenz zugehen.

    c) Finanzierungsfunktion
    Im Rahmen der goldenen Bilanzregel sollen langfristige Vermögensgegenstände (Sachanlagevermögen und Beteiligungen) auch langfristig finanziert sein.

    d) Begrenzungsfunktion
    Geringes Eigenkapital kann das Geschäftsvolumen und damit die Geschäftstätigkeit des Unternehmens einschränken. Schlechte Schuldenkennzahlen, wie z. B. die Eigenkapitalquote, warnen Gläubiger vor der Vergabe von Krediten. Dabei kann es sich auch Lieferungen mit Zahlungsziel handeln, die der Unternehmer nun Vorkasse zahlen muss.

    e) Risikodeckungspotenzial
    Rating und Risikotragfähigkeit des Unternehmens werden durch den vorhandenen Eigenkapitalanteil und den Risikoumfang des Unternehmens mitbestimmt. Einen großen Einfluss auf das Rating nimmt die Eigenkapitalquote. Das Risikodeckungspotenzial bezeichnet die maximal möglichen risikobedingten Verluste des Unternehmens.

    f) Repräsentations– und Werbefunktion
    Ein hoher Eigenkapitalanteil schafft Vertrauen in das Unternehmen. Im Rahmen von Public Relations und Werbemaßnahmen kann man diese Botschaft sowohl potenziellen Gläubigern als auch Kunden übermitteln.

    g) Bemessungsfunktion (Bezugsgröße zur Gewinnverteilung)
    Das Eigenkapital ist die Bemessungsgrundlage bei der Verteilung von Gewinnen und Verlusten an die Gesellschafter. Prämien, Dividenden und Ausschüttungen werden auf der Basis des geleisteten Eigenkapitalanteils an den Gesellschafter ausgezahlt.

    h) Herrschaftsfunktion 
    Eigenkapitalgeber können mit ihrer Beteiligung regelmäßig Mitwirkungs und Mitspracherechte ausüben.

    Wichtige Kennzahlen des Eigenkapitals

    Bei der Kreditvergabe und im Rahmen der Bilanzanalyse spielt die Höhe des Eigenkapitals eine wichtige Rolle und geht in eine Vielzahl von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ein.

    Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Bilanzsumme * 100

    Kennzehlen Eigenkapital

    Wichtige Formeln zum EK

    Die Eigenkapitalquote (vertikale Kennzahl) lässt Rückschlüsse auf die Kreditwürdigkeit (Bonität) zu. Sie geht maßgeblich in das Rating ein. Je höher die Eigenkapitalquote, umso besser die Bonität.

    Eine hohe EK-Quote verbessert auch den cost leverage. Bei hohem Eigenkapitalanteil bedingt einen niedrigen Fremdkapitalanteil. Damit sind die vom Unternehmen zu zahlenden Fremdkapitalzinsen relativ niedrig, womit weniger Gewinne für den Zinsaufwand verbraucht werden. Dadurch wird auch der Break-even-Point schneller erreicht.

Anlagedeckungsgrad I = Eigenkapital / Anlagevermögen

 

 

Die Anlage- oder Kapitaldeckung sagt aus, zu welchem Grad langfristige Anlagen auch langfristig finanziert sind (goldene BilanzregelFristenkongruenz).

Ist der Anlagedeckungsgrad I größer oder gleich 1, hat das Unternehmen seine gesamte Bilanz-Aktiva mit Eigenkapitalfinanziert (sehr selten in der Praxis). Beim produzierenden Gewerbe mit fremdfinanzierten oder geleasten Maschinen liegt die Zielquote des Anlagedeckungsgrads I zwischen 50 und 70 Prozent. 

Anlagedeckungsgrad II = (Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) / Anlagevermögen

Der Anlagedeckungsgrad II (Deckungsgrad B, Vermögensdeckungsgrad) setzt das Anlagevermögen zum langfristigen Kapitalvermögen in Beziehung. Zum Anlagevermögen gehören Maschinen und der Fuhrpark, ohne die eine Produktion nicht möglich ist. Kann nicht das gesamte Anlagevermögen mit Eigenkapital finanziert werden, sollte es zumindest langfristig finanziert sein. Der Anlagedeckungsgrad II sollte demnach größer oder gleich 1. Bei einem Wert kleiner als 1 wurden Teile des langfristigen Anlagevermögens mit kurzfristigem Fremdkapital finanziert.

Was ist eine GmbH?

Bei einer GmbH handelt es sich um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die eine der gängigsten Formen der Kapitalgesellschaft darstellt. Diese Art der Kapitalgesellschaft existiert in Deutschland seit dem Jahr 1892. Man kann sie mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro gründen.

Geschichte der GmbH

Das Konzept der Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) wurde erstmals in Deutschland am 20. April 1892 eingeführt. Nach der Einführung dieser Gesellschaftsform in Deutschland breitete sich das Konzept innerhalb kürzester Zeit in der gesamten Welt aus. Österreich war im Jahr 1906 das erste Land nach Deutschland, welches das Konzept der GmbH adaptierte und in seine Rechtsform integrierte. Zum 1. November 2008 wurde mit dem sogenannten „Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen“ eine neue Art der GmbH mit kleinerem Stammkapital eingeführt, für die einige Sonderregelungen gelten und die umgangssprachlich auch „Mini-GmbH“ genannt wird.

Wie kann man eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gründen?

Um eine GmbH zu gründen, müssen eine oder mehrere Personen als Gründungsgesellschafter fungieren. Dabei können als Gesellschafter sowohl juristische als auch natürliche Personen dienen. Offene Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaft können aufgrund ihrer Rechtsfähigkeit ebenfalls als Gesellschafter dienen, während es sich bei Erbgemeinschaften und Gesellschaften bürgerlichen Rechts um keine juristischen Personen handelt. Diese können demzufolge auch keine Gründungsgesellschafter sein.
Die Gesellschafter müssen zunächst einen Gesellschaftsvertrag abschließen. Diesen muss man notariell beurkunden. Enthalten muss er mindestens einen der folgenden Punkte:

Ohne Vertrag keine GmbH

Ein Gesellschaftsvertrag muss bestimmte Punkte enthalten

– Firmenname, Hauptsitz und Gegenstand des Unternehmens der GmbH
– die exakte Höhe des Stammkapitals
– die Stammeinlagen müssen durch die Gesellschafter übernommen worden sein

Des Weiteren muss auch mindestens eine Person zum Geschäftsführer der Gesellschaft mit beschränkter Haftung ernannt werden. Diese natürliche Person kann auch gleichzeitig ein Gesellschafter sein oder kann auch alternativ lediglich angestellt sein, ohne am Unternehmen direkt beteiligt zu sein. Der Geschäftsführer ist verantwortlich für die Entgegennahme der Stammeinlagen. Außerdem muss er die GmbH in notariell beglaubigter Form im Handelsregister anmelden. Seit dem 1. November 2008 ist die Gründung einer Gesellschaft in Deutschland mit beschränkter Haftung auch in einer vereinfachten Form möglich.

Wie muss man eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung führen?

Eine GmbH muss mindestens eine natürliche Person haben, die als Geschäftsführer fungiert. Als Geschäftsführer kommen ausschließlich natürliche Personen infrage, welche die Geschäfte der GmbH nach direkten Anweisungen der Gesellschafterversammlung und im Rahmen der gültigen Gesetze führen. Neben der traditionellen Gesellschaftsvertretung durch einen Geschäftsführer kommen immer wieder auch sogenannten „gemischte Gesamtvertretungen zum Einsatz. Bei dieser Form wird die Vertretung der Gesellschaft gemeinschaftlich oder durch einen Geschäftsführer in Verbindung mit einem Prokuristen realisiert.

Rechte und Pflichten der Gesellschafter

Jeder Gesellschafter muss einen Anteil am Stammkapital leisten, der im Gesellschaftsvertrag genau aufgeführt ist. Die Hauptpflicht von Gesellschaftern ist es, die gesamte Summe der Stammeinlagepflicht zu leisten. In der Regel verfügt der Gesellschafter frei über seinen Geschäftsanteil, soweit nichts anderes vereinbart ist. Der

Bei einer GmbH gibt es Rechte und Pflichten

Woran muss sich ein Gesellschafter halten?

Geschäftsanteil kann mit einem notariell beurkundeten Vertrag verkauft oder auch verschenkt sowie vererbt werden. Die Gesellschafter können sich den Jahresüberschuss auszahlen lassen, soweit sie nicht explizit von der Beteiligung ausgeschlossen sind. Jeder Gesellschafter hat zudem das Recht, von den Geschäftsführern zu verlangen, dass sie ihn über sämtliche Angelegenheiten der GmbH unverzüglich informieren. Wenn ein Gesellschafter aus relevanten Gründen seine Pflichten nicht erfüllen kann, dann kann dieser durch ein gerichtliches Urteil aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

Lohnsteuer und Sozialversicherung

Falls die GmbH Arbeitnehmer beschäftigt, muss sie alle Pflichten eines Arbeitgebers erfüllen. Dies gilt auch für die Geschäftsführer, die ihre Bezüge aus den Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit beziehen. Die Geschäftsführergehälter können als Arbeitslohn abgezogen werden, soweit die Geldsummen der Höhe nach angemessen sind. Darüber hinaus sind Geschäftsführer im Normalfall als nicht abhängige Beschäftigte von der gesetzlichen Sozialversicherungspflicht ausgeschlossen, sodass ihnen keine Arbeitgeberzuschüsse zur Pflege- und Krankenversicherung zustehen. Lesen Sie hier alles zum Thema Sozialversicherung.

Wer haftet bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegenüber Gläubigern?

Eine GmbH haftet gegenüber Gläubigern mit dem hinterlegten Stammkapital. In Deutschland ist die Höhe des Stammkapitals gesetzlich geregelt, sodass die unterste Grenze bei einer solchen Einlage bei 25.000 Euro liegt. Davon muss mindestens die Hälfte, also 12.500 Euro, eingebracht werden. Alle Forderungen der GmbH können demzufolge ausschließlich auf die Gesellschaft bezogen werden, sodass die beteiligten Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen haftbar gemacht werden können.

Auflösung der Gesellschaft

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung löst sich in folgenden Fällen auf:

Eine GmbH auflösen

Wie löst man eine Gesellschaft auf?

– nach Ablauf der im Gesellschaftsvertrag angegebenen Zeit
– ab dem Beginn eines Insolvenzverfahrens
– durch einen expliziten Beschluss der Gesellschafter bei der Gesellschafterversammlung
– auf Grund eines Gerichtsurteils

Eine genaue Auflistung aller Auflösungsgründe kann man im GmbHG (§ 60) nachlesen. Die Auflösung der Gesellschaft muss im Handelsregister eingetragen werden. Falls sich keine anderen Personen bestimmen lassen, übernehmen die bisherigen Geschäftsführer die Rolle der Liquidatoren.

Liquidation der Gesellschaft

Bei einer Liquidation handelt es sich um das Abwicklungsverfahren, das nach der Auflösung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung vollzogen wird. Die Abwicklung der Liquidation erfolgt durch die Liquidatoren. Bei diesen handelt es sich in den meisten Fällen um die bisherigen Geschäftsführer, die im Register eingetragen werden und die laufenden Geschäfte der GmbH zu vollenden haben, um das Vermögen der Gesellschaft in Geld umzusetzen. Nachdem die Liquidation beendet ist, müssen die zuständigen Liquidatoren den Schluss der Liquidation im Handelsregister anmelden, worauf die Gesellschaft aus dem Handelsregister gelöscht wird. Sollten nach der Löschung der Gesellschaft aus dem Register Vermögensreste übrig bleiben, muss eine sogenannte Nachtragsliquidation vollzogen werden.

Wie lässt sich die Buchführung realisieren?

Da es sich bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung um eine Kapitalgesellschaft handelt, unterliegt diese den allgemeingültigen Vorschriften und Regeln bei der Buchführung. Darüber hinaus benötigt jede GmbH einen jährlichen, detaillierten und veröffentlichten Jahresabschluss.

Ist es möglich eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu kaufen?

Ja, in Deutschland ist es möglich, eine GmbH käuflich zu erwerben. Interessenten haben die Wahl, eine sogenannte leere „GmbH-Hülle“ zu kaufen oder auch als ein ganzes Unternehmen.

Wann ist der Kauf eines sogenannten „GmbH-Mantels“ empfehlenswert?

Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die neu erstellt sind, brauchen in der Regel einige Wochen, bis alle Formalien erledigt sind. Wer sofort eine in vollem Umfang funktionierende Gesellschaft benötigt, kann sich an einen Verkäufer solcher GmbH-Mäntel wenden. Die Verkäufer sind in der Regel geschäftstüchtige BWLer oder Juristen, die Gesellschaften „auf Vorrat“ gründen, um diese dann ohne Mitarbeiter und ohne Organisation an Interessenten zu verkaufen. Beim Wechsel des Inhabers wird die GmbH grundsätzlich umbenannt.

Kann man auch eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung kaufen, mit der man Geld verdienen kann?

Mit einer GmbH Geld verdienen

Wie verdient man Geld mit einer GmbH?

Es ist selbstverständlich, möglich eine voll funktionierende Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu kaufen, mit der man Geld verdienen kann. Je nach Ertragswert der GmbH können hier beachtliche Geldsummen zustande kommen. Wenn sich Käufer und Verkäufer im Rahmen einer sogenannten Due Diligence über den Verkauf einigen, dann wechselt die Gesellschaft automatisch den Eigentümer. Falls eine GmbH im Rahmen einer Fusion aufgekauft wird, dann wird sie in den meisten Fällen automatisch zum Bestandteil des kaufenden Unternehmens.

 

Wie kann man seinen Anteil an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung verkaufen?

Für den Verkauf von Anteilen an einer Gesellschaft gibt es in Deutschland keinen geregelten Markt, wie es etwa bei Aktien der Fall ist. Aus diesem Grund wird der Verkauf von Anteilen in der Regel über Netzwerke, Unternehmensbörsen oder Berater realisiert.

Wie besteuert man eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung?

Der Gewinn, der durch eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung erwirtschaftet wird, muss selbstverständlich versteuert werden. Das, was bei natürlichen Personen als Einkommenssteuer bezeichnet wird, wird bei einer Kapitalgesellschaft Körperschaftssteuer genannt. Darüber hinaus müssen Gesellschaften wie auch andere Firmen in Deutschland Gewerbesteuer bezahlen.

Was ist ein Unternehmen?

Ein Unternehmen ist eine juristische Entität, die aus einer Gruppe von Einzelpersonen besteht, welche ein gewerbliches oder industrielles Unternehmen betreiben. Ein Unternehmen kann in Abhängigkeit vom Gesellschaftsrecht seiner Gerichtsbarkeit auf verschiedene Arten zu Steuer- und finanziellen Haftungszwecken organisiert sein. Die Branche, in der sich das Unternehmen befindet, bestimmt im Allgemeinen, welche Geschäftsstruktur für ein Unternehmen gewählt wird, zum Beispiel eine Partnerschaft, ein Einzeluternehmen oder eine Aktiengesellschaft. Diese Strukturen bezeichnen auch die Eigentümerstruktur des Unternehmens.

Ein Unternehmen ist im Wesentlichen eine künstliche juristische Person, da es eine von den Einzelpersonen getrennte Einheit darstellt, die seine Geschäftstätigkeit besitzt, verwaltet und unterstützt. Ein Unternehmen hat oftmals die gleichen Rechte und Pflichten, die auch eine Privatperson beachten muss. Außerdem hat es die Möglichkeit, Verträge abzuschließen, das Recht, Geld einzuklagen oder verklagt zu werden, Darlehen zu tätigen, Steuern zu zahlen, Vermögenswerte zu besitzen und Mitarbeiter einzustellen.

Wie definiert man ein Unternehmen?

Unternehmen haben das Ziel der Gewinnerzielung.

Unternehmen sind in der Regel so organisiert, dass sie mit ihrer Geschäftstätigkeit einen Gewinn erzielen. Einige Unternehmen können jedoch als gemeinnützige Organisationen strukturiert sein. Generell kann auch zwischen privaten und öffentlichen Unternehmen unterschieden werden. Beide haben unterschiedliche Eigentumsverhältnisse, Vorschriften und Rechnungslegungsvorschriften.

Die Begriffe Betrieb und Firma

Die Begriffe Unternehmen, Betrieb und Firma verwendet man im Sprachgebrauch oft synonym In ihrer Definition jedoch kann man sie klar voneinander abgrenzen. Ein Betrieb beschreibt ein Werk oder eine Niederlassung eines Unternehmens. Das Wort Firma ist aus dem Italienischen abgeleitet, wo das Wort „la firma als Unterschrift übersetzt wird, aber eben auch den Namen des Unternehmers bezeichnet.

Welche Unternehmensformen gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmensformen, die je nach Größe und Zukunftsaussichten des Unternehmens Vor- und Nachteile haben. Die unterschiedlichen Unternehmensformen können grob in Partnerschaften und Kapitalgesellschaften eingeteilt werden. Beide Gesellschaftsformen sind in Deutschland gebräuchlich, weisen jedoch hinsichtlich ihrer Struktur und der Haftungsrisiken unterschiedliche Merkmale auf.

Das Einzelunternehmen

Eine wichtige Ausnahme von dieser Kategorisierung ist das Einzelunternehmen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass in diesem Fall der Inhaber, sei es eine Privatperson oder ein Kaufmann, befugt ist, autonom zu entscheiden. Die Gesellschaft selbst besitzt keine Rechtspersönlichkeit und trägt daher die unbeschränkte Haftung sowie alle Steuern der Gesellschaft.

Infolge seiner Einfachheit ist das einzelne Unternehmen die vorherrschende Unternehmensform in Deutschland. Es sollte jedoch nur für Freiberufler und sehr kleine Unternehmen gewählt werden. Die Abkürzung e.K steht für „eingetragener Kaufmann“ oder „eingetragene Kauffrau“ und gibt Auskunft darüber, dass ein Einzelunternehmer über einen Eintrag in das deutsche Handelsregister verfügt. Lesen Sie hier alles Wissenswerte zu eingetragenen Kaufleuten.

Die GbR

Die GbR ist eine Gruppe von mindestens zwei Personen oder Unternehmen und besitzt keine Rechtspersönlichkeit. Sie wird nur für einen bestimmten Unternehmenszweck gegründet und verfällt nach dessen Erreichung. In dieser Zeit kann sie nicht als Unternehmen im engeren Sinne angesehen werden, da die Registrierung bei den Gewerbebehörden nicht vorgeschrieben ist. Die GbR ist eine gemeinsame Gesellschaftsform für die Zusammenarbeit von Freiberuflern oder Kleinunternehmen. Größere Unternehmen nutzen sie nur für temporäre Kooperationen und Joint Ventures.

Unternehmen

Wie funktioniert eine OHG?

Die OHG

Die OHG ist eine Personengesellschaft mehrerer Gesellschafter. Die Aufteilung des Kapitals sowie die Gewinne und Verluste sind vertraglich geregelt. Alle Aktionäre sind berechtigt, im Namen der Gesellschaft zu handeln, sie tragen jedoch auch die unbeschränkte Haftung. Die OHG ist die einfachste Gesellschaftsform in Deutschland, birgt aber auch erhebliche Risiken für die Aktionäre. Ein wesentlicher Vorteil der OHG ist das Fehlen einer Mindestanforderung an das Anfangskapital, die sie für Inhaber mit geringer Kapitalausstattung leicht zugänglich macht.

Die KG

Die KG, wie zum Beispiel die Dr. Oetker KG, besteht aus mehreren Aktionären, von denen nicht alle am operativen Geschäft beteiligt sind. Lediglich die geschäftsführenden Gesellschafter, die persönlich haftenden Gesellschafter, haften unbeschränkt, die übrigen Gesellschafter, auch Kommanditisten genannt, haften nur in Höhe ihrer Kapitaleinlage. Im Vergleich zur OHG reduziert diese Gesellschaftsform die Risiken für die Kommanditisten, überträgt diese aber gleichzeitig auf die persönlich haftenden Gesellschafter.

Die AG

Die AG ist eine Aktiengesellschaft. Ihre Vorteile sind die leichte Übertragbarkeit der Aktien und die Möglichkeit, das Unternehmen nicht nur durch Fremdkapital, sondern auch durch Eigenkapital zu finanzieren. Aktien einer AG, wie zum Beispiel die der deutschen Telekom AG, können entweder börsennotiert oder vertraglich übertragen werden. Im Gegensatz zu einer Personengesellschaft wird die AG von einem Vorstand geleitet, der vom Aufsichtsrat kontrolliert wird. Das Mindestkapital beträgt 50.000 EUR und der Gründungsprozess ist mit hohen Kosten verbunden. Daher wählen meist größere Unternehmen diese Unternehmensform.

Eine GmbH als Unternehmen hat bestimmte Anforderungen.

Bei einer GmbH ist ein Mindestkapital notwendig.

Die GmbH

Die mit Abstand häufigste Kapitalgesellschaft in Deutschland ist die GmbH. Dies ist auf die Beschränkung der Haftung der Aktionäre zurückzuführen. Die Mindestkapitalanforderung beträgt 25.000 EUR und kann in bar oder in Sachwerten eingezahlt werden. Daher ist die GmbH die bevorzugte Unternehmensform von mittelständischen Unternehmen und Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen.

Im Gegensatz zur AG besteht für einen Aufsichtsrat keine Verpflichtung und somit kann der Vorstandsvorsitzende mit Zustimmung der Aktionäre selbständig tätig werden. Großbanken sind in Deutschland in der Regel als börsennotierte Aktiengesellschaften eingetragen. Privatbanken werden jedoch meistens von den Inhabern als persönlich haftende Gesellschafter geführt werden, was bedeutet, dass hier der Bankier persönlich haftbar ist.

Die GmbH & Co. KG

Die GmbH & Co. KG ist eine Konstruktion zwischen GmbH und KG und eine Gesellschaftsform, die nur in Deutschland existiert. Diese Unternehmensform wird angewendet, um das Haftungsrisiko einer KG zu verringern, zum Beispiel bei dem Unternehmen Laverana GmbH & Co. KG. Dies geschieht durch die Ernennung einer GmbH zum Geschäftsführer der KG anstelle einer Einzelperson. Die Haftung der Gesellschafter wird entsprechend gemindert, da die GmbH mit beschränkter Haftung die unbeschränkte Haftung der KG trägt.

Die SE

Die SE, wie zum Beispiel die Allianz SE, ist eine europäische Gesellschaft mit einer weitgehend einheitlichen Rechtsgrundlage in allen Mitgliedsländern der Europäischen Union. Sie muss in einem Mitgliedstaat der EU niedergelassen sein und die Stiftung benötigt ein Mindestnennkapital von 120.000 EUR.

Welche Art von Unternehmen ist eine SE?

Buchführung ist Pflicht für jedes Unternehmen!

Die SE ermöglicht es europäischen Unternehmen, eine grenzüberschreitende juristische Person zu gründen und zu führen, das Geschäft in einer Holding zu konsolidieren und Tochtergesellschaften in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten auf einer einheitlichen Rechtsgrundlage zu gründen und zu betreiben. Diese Rechtsform erleichtert auch grenzüberschreitende Transaktionen. Die SE wird regelmäßig für grenzüberschreitende Fusionen und Stiftungen von Tochterunternehmen in einem EU-Mitgliedstaat verwendet, der sich vom Hauptsitz des Konzerns unterscheidet.

Größenklassen nach dem HGB

Das Handelsgesetzbuch (HGB) schreibt vor, dass alle Unternehmer Bücher führen müssen, die den deutschen Vorschriften entsprechen. Die Buchführung muss eine umfassende Aufzeichnung aller Transaktionen enthalten, die durch zugehörige Dokumentationen und Belege unterstützt werden, und den allgemein anerkannten Standards für das Führen von Aufzeichnungen entsprechen.

Für Kapitalgesellschaften enthält das HGB Berichtskategorien, die auf der Größe des Unternehmens basieren. Ein Unternehmen wird in eine der Größenklassen KleinstgesellschaftKleingesellschaft, mittelgroße Gesellschaft oder Großgesellschaft einbezogen, wenn es an zwei aufeinander folgenden Bilanzstichtagen zwei der drei Kriterien erfüllt. Zu den zugrunde gelegten Kriterien gehören die Bilanzsumme, die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer sowie die Umsatzerlöse des Unternehmens zwölf Monate vor Abschlussstichtag.

Kleinstgesellschaften können vereinfachte Bilanz-, Gewinn- und Verlustrechnungsklassifikationen anwenden. Darüber hinaus sind sie nicht verpflichtet, ihren Jahresabschluss zu veröffentlichen.
Kleingesellschaften müssen nur die Bilanz mit den Erläuterungen zum Jahresabschluss vorlegen. Mittelständische Unternehmen müssen lediglich eine vereinfachte Gewinn- und Verlustrechnung und einen vereinfachten Anhang zum Jahresabschluss erstellen.

Wie bilanzieren Unternehmen?

Je größer das Unternehmen, desto aufwendiger die Jahresbilanz.

Großunternehmen, zu denen auch börsennotierte Unternehmen gehören, müssen eine Bilanz, eine Gewinn – und Verlustrechnung sowie Erläuterungen zum Jahresabschluss erstellen, die die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben und die satzungsmäßigen Angaben enthalten, deren Zweck es ist, einzelne Posten im Jahresabschluss zu erläutern. Sie müssen außerdem einen detaillierten Lagebericht vorlegen, der die Entwicklung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens ausführlich beschreibt.