Was ist eine GmbH?

Bei einer GmbH handelt es sich um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die eine der gängigsten Formen der Kapitalgesellschaft darstellt. Diese Art der Kapitalgesellschaft existiert in Deutschland seit dem Jahr 1892. Man kann sie mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro gründen.

Geschichte der GmbH

Das Konzept der Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) wurde erstmals in Deutschland am 20. April 1892 eingeführt. Nach der Einführung dieser Gesellschaftsform in Deutschland breitete sich das Konzept innerhalb kürzester Zeit in der gesamten Welt aus. Österreich war im Jahr 1906 das erste Land nach Deutschland, welches das Konzept der GmbH adaptierte und in seine Rechtsform integrierte. Zum 1. November 2008 wurde mit dem sogenannten „Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen“ eine neue Art der GmbH mit kleinerem Stammkapital eingeführt, für die einige Sonderregelungen gelten und die umgangssprachlich auch „Mini-GmbH“ genannt wird.

Wie kann man eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gründen?

Um eine GmbH zu gründen, müssen eine oder mehrere Personen als Gründungsgesellschafter fungieren. Dabei können als Gesellschafter sowohl juristische als auch natürliche Personen dienen. Offene Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaft können aufgrund ihrer Rechtsfähigkeit ebenfalls als Gesellschafter dienen, während es sich bei Erbgemeinschaften und Gesellschaften bürgerlichen Rechts um keine juristischen Personen handelt. Diese können demzufolge auch keine Gründungsgesellschafter sein.
Die Gesellschafter müssen zunächst einen Gesellschaftsvertrag abschließen. Diesen muss man notariell beurkunden. Enthalten muss er mindestens einen der folgenden Punkte:

Ohne Vertrag keine GmbH

Ein Gesellschaftsvertrag muss bestimmte Punkte enthalten

– Firmenname, Hauptsitz und Gegenstand des Unternehmens der GmbH
– die exakte Höhe des Stammkapitals
– die Stammeinlagen müssen durch die Gesellschafter übernommen worden sein

Des Weiteren muss auch mindestens eine Person zum Geschäftsführer der Gesellschaft mit beschränkter Haftung ernannt werden. Diese natürliche Person kann auch gleichzeitig ein Gesellschafter sein oder kann auch alternativ lediglich angestellt sein, ohne am Unternehmen direkt beteiligt zu sein. Der Geschäftsführer ist verantwortlich für die Entgegennahme der Stammeinlagen. Außerdem muss er die GmbH in notariell beglaubigter Form im Handelsregister anmelden. Seit dem 1. November 2008 ist die Gründung einer Gesellschaft in Deutschland mit beschränkter Haftung auch in einer vereinfachten Form möglich.

Wie muss man eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung führen?

Eine GmbH muss mindestens eine natürliche Person haben, die als Geschäftsführer fungiert. Als Geschäftsführer kommen ausschließlich natürliche Personen infrage, welche die Geschäfte der GmbH nach direkten Anweisungen der Gesellschafterversammlung und im Rahmen der gültigen Gesetze führen. Neben der traditionellen Gesellschaftsvertretung durch einen Geschäftsführer kommen immer wieder auch sogenannten „gemischte Gesamtvertretungen zum Einsatz. Bei dieser Form wird die Vertretung der Gesellschaft gemeinschaftlich oder durch einen Geschäftsführer in Verbindung mit einem Prokuristen realisiert.

Rechte und Pflichten der Gesellschafter

Jeder Gesellschafter muss einen Anteil am Stammkapital leisten, der im Gesellschaftsvertrag genau aufgeführt ist. Die Hauptpflicht von Gesellschaftern ist es, die gesamte Summe der Stammeinlagepflicht zu leisten. In der Regel verfügt der Gesellschafter frei über seinen Geschäftsanteil, soweit nichts anderes vereinbart ist. Der

Bei einer GmbH gibt es Rechte und Pflichten

Woran muss sich ein Gesellschafter halten?

Geschäftsanteil kann mit einem notariell beurkundeten Vertrag verkauft oder auch verschenkt sowie vererbt werden. Die Gesellschafter können sich den Jahresüberschuss auszahlen lassen, soweit sie nicht explizit von der Beteiligung ausgeschlossen sind. Jeder Gesellschafter hat zudem das Recht, von den Geschäftsführern zu verlangen, dass sie ihn über sämtliche Angelegenheiten der GmbH unverzüglich informieren. Wenn ein Gesellschafter aus relevanten Gründen seine Pflichten nicht erfüllen kann, dann kann dieser durch ein gerichtliches Urteil aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

Lohnsteuer und Sozialversicherung

Falls die GmbH Arbeitnehmer beschäftigt, muss sie alle Pflichten eines Arbeitgebers erfüllen. Dies gilt auch für die Geschäftsführer, die ihre Bezüge aus den Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit beziehen. Die Geschäftsführergehälter können als Arbeitslohn abgezogen werden, soweit die Geldsummen der Höhe nach angemessen sind. Darüber hinaus sind Geschäftsführer im Normalfall als nicht abhängige Beschäftigte von der gesetzlichen Sozialversicherungspflicht ausgeschlossen, sodass ihnen keine Arbeitgeberzuschüsse zur Pflege- und Krankenversicherung zustehen. Lesen Sie hier alles zum Thema Sozialversicherung.

Wer haftet bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegenüber Gläubigern?

Eine GmbH haftet gegenüber Gläubigern mit dem hinterlegten Stammkapital. In Deutschland ist die Höhe des Stammkapitals gesetzlich geregelt, sodass die unterste Grenze bei einer solchen Einlage bei 25.000 Euro liegt. Davon muss mindestens die Hälfte, also 12.500 Euro, eingebracht werden. Alle Forderungen der GmbH können demzufolge ausschließlich auf die Gesellschaft bezogen werden, sodass die beteiligten Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen haftbar gemacht werden können.

Auflösung der Gesellschaft

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung löst sich in folgenden Fällen auf:

Eine GmbH auflösen

Wie löst man eine Gesellschaft auf?

– nach Ablauf der im Gesellschaftsvertrag angegebenen Zeit
– ab dem Beginn eines Insolvenzverfahrens
– durch einen expliziten Beschluss der Gesellschafter bei der Gesellschafterversammlung
– auf Grund eines Gerichtsurteils

Eine genaue Auflistung aller Auflösungsgründe kann man im GmbHG (§ 60) nachlesen. Die Auflösung der Gesellschaft muss im Handelsregister eingetragen werden. Falls sich keine anderen Personen bestimmen lassen, übernehmen die bisherigen Geschäftsführer die Rolle der Liquidatoren.

Liquidation der Gesellschaft

Bei einer Liquidation handelt es sich um das Abwicklungsverfahren, das nach der Auflösung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung vollzogen wird. Die Abwicklung der Liquidation erfolgt durch die Liquidatoren. Bei diesen handelt es sich in den meisten Fällen um die bisherigen Geschäftsführer, die im Register eingetragen werden und die laufenden Geschäfte der GmbH zu vollenden haben, um das Vermögen der Gesellschaft in Geld umzusetzen. Nachdem die Liquidation beendet ist, müssen die zuständigen Liquidatoren den Schluss der Liquidation im Handelsregister anmelden, worauf die Gesellschaft aus dem Handelsregister gelöscht wird. Sollten nach der Löschung der Gesellschaft aus dem Register Vermögensreste übrig bleiben, muss eine sogenannte Nachtragsliquidation vollzogen werden.

Wie lässt sich die Buchführung realisieren?

Da es sich bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung um eine Kapitalgesellschaft handelt, unterliegt diese den allgemeingültigen Vorschriften und Regeln bei der Buchführung. Darüber hinaus benötigt jede GmbH einen jährlichen, detaillierten und veröffentlichten Jahresabschluss.

Ist es möglich eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu kaufen?

Ja, in Deutschland ist es möglich, eine GmbH käuflich zu erwerben. Interessenten haben die Wahl, eine sogenannte leere „GmbH-Hülle“ zu kaufen oder auch als ein ganzes Unternehmen.

Wann ist der Kauf eines sogenannten „GmbH-Mantels“ empfehlenswert?

Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die neu erstellt sind, brauchen in der Regel einige Wochen, bis alle Formalien erledigt sind. Wer sofort eine in vollem Umfang funktionierende Gesellschaft benötigt, kann sich an einen Verkäufer solcher GmbH-Mäntel wenden. Die Verkäufer sind in der Regel geschäftstüchtige BWLer oder Juristen, die Gesellschaften „auf Vorrat“ gründen, um diese dann ohne Mitarbeiter und ohne Organisation an Interessenten zu verkaufen. Beim Wechsel des Inhabers wird die GmbH grundsätzlich umbenannt.

Kann man auch eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung kaufen, mit der man Geld verdienen kann?

Mit einer GmbH Geld verdienen

Wie verdient man Geld mit einer GmbH?

Es ist selbstverständlich, möglich eine voll funktionierende Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu kaufen, mit der man Geld verdienen kann. Je nach Ertragswert der GmbH können hier beachtliche Geldsummen zustande kommen. Wenn sich Käufer und Verkäufer im Rahmen einer sogenannten Due Diligence über den Verkauf einigen, dann wechselt die Gesellschaft automatisch den Eigentümer. Falls eine GmbH im Rahmen einer Fusion aufgekauft wird, dann wird sie in den meisten Fällen automatisch zum Bestandteil des kaufenden Unternehmens.

 

Wie kann man seinen Anteil an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung verkaufen?

Für den Verkauf von Anteilen an einer Gesellschaft gibt es in Deutschland keinen geregelten Markt, wie es etwa bei Aktien der Fall ist. Aus diesem Grund wird der Verkauf von Anteilen in der Regel über Netzwerke, Unternehmensbörsen oder Berater realisiert.

Wie besteuert man eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung?

Der Gewinn, der durch eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung erwirtschaftet wird, muss selbstverständlich versteuert werden. Das, was bei natürlichen Personen als Einkommenssteuer bezeichnet wird, wird bei einer Kapitalgesellschaft Körperschaftssteuer genannt. Darüber hinaus müssen Gesellschaften wie auch andere Firmen in Deutschland Gewerbesteuer bezahlen.

Was ist ein Unternehmen?

Ein Unternehmen ist eine juristische Entität, die aus einer Gruppe von Einzelpersonen besteht, welche ein gewerbliches oder industrielles Unternehmen betreiben. Ein Unternehmen kann in Abhängigkeit vom Gesellschaftsrecht seiner Gerichtsbarkeit auf verschiedene Arten zu Steuer- und finanziellen Haftungszwecken organisiert sein. Die Branche, in der sich das Unternehmen befindet, bestimmt im Allgemeinen, welche Geschäftsstruktur für ein Unternehmen gewählt wird, zum Beispiel eine Partnerschaft, ein Einzeluternehmen oder eine Aktiengesellschaft. Diese Strukturen bezeichnen auch die Eigentümerstruktur des Unternehmens.

Ein Unternehmen ist im Wesentlichen eine künstliche juristische Person, da es eine von den Einzelpersonen getrennte Einheit darstellt, die seine Geschäftstätigkeit besitzt, verwaltet und unterstützt. Ein Unternehmen hat oftmals die gleichen Rechte und Pflichten, die auch eine Privatperson beachten muss. Außerdem hat es die Möglichkeit, Verträge abzuschließen, das Recht, Geld einzuklagen oder verklagt zu werden, Darlehen zu tätigen, Steuern zu zahlen, Vermögenswerte zu besitzen und Mitarbeiter einzustellen.

Wie definiert man ein Unternehmen?

Unternehmen haben das Ziel der Gewinnerzielung.

Unternehmen sind in der Regel so organisiert, dass sie mit ihrer Geschäftstätigkeit einen Gewinn erzielen. Einige Unternehmen können jedoch als gemeinnützige Organisationen strukturiert sein. Generell kann auch zwischen privaten und öffentlichen Unternehmen unterschieden werden. Beide haben unterschiedliche Eigentumsverhältnisse, Vorschriften und Rechnungslegungsvorschriften.

Die Begriffe Betrieb und Firma

Die Begriffe Unternehmen, Betrieb und Firma verwendet man im Sprachgebrauch oft synonym In ihrer Definition jedoch kann man sie klar voneinander abgrenzen. Ein Betrieb beschreibt ein Werk oder eine Niederlassung eines Unternehmens. Das Wort Firma ist aus dem Italienischen abgeleitet, wo das Wort „la firma als Unterschrift übersetzt wird, aber eben auch den Namen des Unternehmers bezeichnet.

Welche Unternehmensformen gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmensformen, die je nach Größe und Zukunftsaussichten des Unternehmens Vor- und Nachteile haben. Die unterschiedlichen Unternehmensformen können grob in Partnerschaften und Kapitalgesellschaften eingeteilt werden. Beide Gesellschaftsformen sind in Deutschland gebräuchlich, weisen jedoch hinsichtlich ihrer Struktur und der Haftungsrisiken unterschiedliche Merkmale auf.

Das Einzelunternehmen

Eine wichtige Ausnahme von dieser Kategorisierung ist das Einzelunternehmen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass in diesem Fall der Inhaber, sei es eine Privatperson oder ein Kaufmann, befugt ist, autonom zu entscheiden. Die Gesellschaft selbst besitzt keine Rechtspersönlichkeit und trägt daher die unbeschränkte Haftung sowie alle Steuern der Gesellschaft.

Infolge seiner Einfachheit ist das einzelne Unternehmen die vorherrschende Unternehmensform in Deutschland. Es sollte jedoch nur für Freiberufler und sehr kleine Unternehmen gewählt werden. Die Abkürzung e.K steht für „eingetragener Kaufmann“ oder „eingetragene Kauffrau“ und gibt Auskunft darüber, dass ein Einzelunternehmer über einen Eintrag in das deutsche Handelsregister verfügt. Lesen Sie hier alles Wissenswerte zu eingetragenen Kaufleuten.

Die GbR

Die GbR ist eine Gruppe von mindestens zwei Personen oder Unternehmen und besitzt keine Rechtspersönlichkeit. Sie wird nur für einen bestimmten Unternehmenszweck gegründet und verfällt nach dessen Erreichung. In dieser Zeit kann sie nicht als Unternehmen im engeren Sinne angesehen werden, da die Registrierung bei den Gewerbebehörden nicht vorgeschrieben ist. Die GbR ist eine gemeinsame Gesellschaftsform für die Zusammenarbeit von Freiberuflern oder Kleinunternehmen. Größere Unternehmen nutzen sie nur für temporäre Kooperationen und Joint Ventures.

Unternehmen

Wie funktioniert eine OHG?

Die OHG

Die OHG ist eine Personengesellschaft mehrerer Gesellschafter. Die Aufteilung des Kapitals sowie die Gewinne und Verluste sind vertraglich geregelt. Alle Aktionäre sind berechtigt, im Namen der Gesellschaft zu handeln, sie tragen jedoch auch die unbeschränkte Haftung. Die OHG ist die einfachste Gesellschaftsform in Deutschland, birgt aber auch erhebliche Risiken für die Aktionäre. Ein wesentlicher Vorteil der OHG ist das Fehlen einer Mindestanforderung an das Anfangskapital, die sie für Inhaber mit geringer Kapitalausstattung leicht zugänglich macht.

Die KG

Die KG, wie zum Beispiel die Dr. Oetker KG, besteht aus mehreren Aktionären, von denen nicht alle am operativen Geschäft beteiligt sind. Lediglich die geschäftsführenden Gesellschafter, die persönlich haftenden Gesellschafter, haften unbeschränkt, die übrigen Gesellschafter, auch Kommanditisten genannt, haften nur in Höhe ihrer Kapitaleinlage. Im Vergleich zur OHG reduziert diese Gesellschaftsform die Risiken für die Kommanditisten, überträgt diese aber gleichzeitig auf die persönlich haftenden Gesellschafter.

Die AG

Die AG ist eine Aktiengesellschaft. Ihre Vorteile sind die leichte Übertragbarkeit der Aktien und die Möglichkeit, das Unternehmen nicht nur durch Fremdkapital, sondern auch durch Eigenkapital zu finanzieren. Aktien einer AG, wie zum Beispiel die der deutschen Telekom AG, können entweder börsennotiert oder vertraglich übertragen werden. Im Gegensatz zu einer Personengesellschaft wird die AG von einem Vorstand geleitet, der vom Aufsichtsrat kontrolliert wird. Das Mindestkapital beträgt 50.000 EUR und der Gründungsprozess ist mit hohen Kosten verbunden. Daher wählen meist größere Unternehmen diese Unternehmensform.

Eine GmbH als Unternehmen hat bestimmte Anforderungen.

Bei einer GmbH ist ein Mindestkapital notwendig.

Die GmbH

Die mit Abstand häufigste Kapitalgesellschaft in Deutschland ist die GmbH. Dies ist auf die Beschränkung der Haftung der Aktionäre zurückzuführen. Die Mindestkapitalanforderung beträgt 25.000 EUR und kann in bar oder in Sachwerten eingezahlt werden. Daher ist die GmbH die bevorzugte Unternehmensform von mittelständischen Unternehmen und Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen.

Im Gegensatz zur AG besteht für einen Aufsichtsrat keine Verpflichtung und somit kann der Vorstandsvorsitzende mit Zustimmung der Aktionäre selbständig tätig werden. Großbanken sind in Deutschland in der Regel als börsennotierte Aktiengesellschaften eingetragen. Privatbanken werden jedoch meistens von den Inhabern als persönlich haftende Gesellschafter geführt werden, was bedeutet, dass hier der Bankier persönlich haftbar ist.

Die GmbH & Co. KG

Die GmbH & Co. KG ist eine Konstruktion zwischen GmbH und KG und eine Gesellschaftsform, die nur in Deutschland existiert. Diese Unternehmensform wird angewendet, um das Haftungsrisiko einer KG zu verringern, zum Beispiel bei dem Unternehmen Laverana GmbH & Co. KG. Dies geschieht durch die Ernennung einer GmbH zum Geschäftsführer der KG anstelle einer Einzelperson. Die Haftung der Gesellschafter wird entsprechend gemindert, da die GmbH mit beschränkter Haftung die unbeschränkte Haftung der KG trägt.

Die SE

Die SE, wie zum Beispiel die Allianz SE, ist eine europäische Gesellschaft mit einer weitgehend einheitlichen Rechtsgrundlage in allen Mitgliedsländern der Europäischen Union. Sie muss in einem Mitgliedstaat der EU niedergelassen sein und die Stiftung benötigt ein Mindestnennkapital von 120.000 EUR.

Welche Art von Unternehmen ist eine SE?

Buchführung ist Pflicht für jedes Unternehmen!

Die SE ermöglicht es europäischen Unternehmen, eine grenzüberschreitende juristische Person zu gründen und zu führen, das Geschäft in einer Holding zu konsolidieren und Tochtergesellschaften in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten auf einer einheitlichen Rechtsgrundlage zu gründen und zu betreiben. Diese Rechtsform erleichtert auch grenzüberschreitende Transaktionen. Die SE wird regelmäßig für grenzüberschreitende Fusionen und Stiftungen von Tochterunternehmen in einem EU-Mitgliedstaat verwendet, der sich vom Hauptsitz des Konzerns unterscheidet.

Größenklassen nach dem HGB

Das Handelsgesetzbuch (HGB) schreibt vor, dass alle Unternehmer Bücher führen müssen, die den deutschen Vorschriften entsprechen. Die Buchführung muss eine umfassende Aufzeichnung aller Transaktionen enthalten, die durch zugehörige Dokumentationen und Belege unterstützt werden, und den allgemein anerkannten Standards für das Führen von Aufzeichnungen entsprechen.

Für Kapitalgesellschaften enthält das HGB Berichtskategorien, die auf der Größe des Unternehmens basieren. Ein Unternehmen wird in eine der Größenklassen KleinstgesellschaftKleingesellschaft, mittelgroße Gesellschaft oder Großgesellschaft einbezogen, wenn es an zwei aufeinander folgenden Bilanzstichtagen zwei der drei Kriterien erfüllt. Zu den zugrunde gelegten Kriterien gehören die Bilanzsumme, die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer sowie die Umsatzerlöse des Unternehmens zwölf Monate vor Abschlussstichtag.

Kleinstgesellschaften können vereinfachte Bilanz-, Gewinn- und Verlustrechnungsklassifikationen anwenden. Darüber hinaus sind sie nicht verpflichtet, ihren Jahresabschluss zu veröffentlichen.
Kleingesellschaften müssen nur die Bilanz mit den Erläuterungen zum Jahresabschluss vorlegen. Mittelständische Unternehmen müssen lediglich eine vereinfachte Gewinn- und Verlustrechnung und einen vereinfachten Anhang zum Jahresabschluss erstellen.

Wie bilanzieren Unternehmen?

Je größer das Unternehmen, desto aufwendiger die Jahresbilanz.

Großunternehmen, zu denen auch börsennotierte Unternehmen gehören, müssen eine Bilanz, eine Gewinn – und Verlustrechnung sowie Erläuterungen zum Jahresabschluss erstellen, die die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben und die satzungsmäßigen Angaben enthalten, deren Zweck es ist, einzelne Posten im Jahresabschluss zu erläutern. Sie müssen außerdem einen detaillierten Lagebericht vorlegen, der die Entwicklung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens ausführlich beschreibt.

Was ist die Buchführungspflicht für Unternehmer

Für viele Unternehmer, insbesondere Existenzgründer und Kleinstunternehmer, ist die Buchführung bzw. die Buchführungspflicht ein Buch mit sieben Siegeln. Da jedoch ein Großteil der Gewerbetreibenden gesetzlich dazu verpflichtet ist, Bücher zu führen, kommt man nicht umhin, sich intensiver mit diesem Thema zu befassen.

Die Aufzeichnung der Geschäftsvorfälle im Wirtschaftsjahr ist notwendig, um gegenüber der Finanzbehörde nachweisen zu können, welche Umsätze getätigt wurden, wie hoch der Gewinn oder Verlust ausgefallen ist und wie es um die Vermögenswerte des Unternehmens bestellt ist. Was mit der Pflicht zur Buchführung gemeint ist, wer dieser Pflicht unterliegt und ob es Grenzen und Ausnahmen gibt, die von der Buchführungspflicht befreien, erläutert dieser Artikel.

Die Buchführungspflicht: Warum besteht überhaupt eine Pflicht zur Buchführung

Für die Buchführungspflicht sowie, damit zusammenhängend, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB), gibt es im Wesentlichen drei unterschiedliche Gründe. Zunächst einmal dient die Buchführung, wie Sie in de Abgabenordnung (AO) und im Handelsgesetzbuch (HGB) beschrieben ist, dem Eigennutz und Eigenschutz des Unternehmers. Durch konsequente Buchführung ermöglicht sich der Unternehmer eine fundierte Unternehmensplanung. Er kann unter anderem abschätzen, wie sich die wirtschaftliche Lage entwickelt und ob das Unternehmen rentabel arbeitet.

Buchführung erleichtert.

Buchführung ist unabdingbar!

Darüber hinaus bietet ihm die Buchführung tagesaktuell einen Überblick über Forderungen und Verbindlichkeiten des Unternehmens. Weiterhin lässt sich anhand der Buchführung erkennen, welche Werte im betreffenden Unternehmen gebunden sind und wofür Geld investiert wird. Da bereits in kleinen und mittleren Unternehmen zu viele Geschäftsvorfälle vorliegen, um sie alle auswendig zu kennen, ist die Buchführung notwendig, um die finanzielle Lage besser beurteilen zu können.

 

Ein weiterer Grund, aus dem die Buchführungspflicht besteht, ist das sogenannte Staatliche Begehren. Der Staat muss Ausgaben für die Allgemeinheit durch entsprechende Einnahmen decken. Bei diesen handelt es sich im Wesentlichen um Steuern. Damit Unternehmern bzw. Unternehmen eine gerechte Besteuerung angedeihen kann und der Staat keine steuerlichen Einbußen erleidet, wurde die Buchführungspflicht für Unternehmer bereits vor langer Zeit geregelt. Schon im Preußen des 18. Jahrhunderts waren Kaufleute zur Buchführung verpflichtet. Kamen sie dieser Pflicht nicht nach und wurden in der Folge zahlungsunfähig, wurde ihnen dies als „fahrlässiger Bankrott“ angelastet.

Ein letzter wichtiger Grund für de Buchführungspflicht ist dementsprechend auch der Schutz von Gläubigern, Kunden und Geschäftspartnern. Vor allem Gläubiger, Investoren und Kapitalgeber haben ein Anrecht darauf, korrekt über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens in Kenntnis gesetzt zu werden. Banken und Gläubiger zum Beispiel wollen sicherstellen, das Kredite bzw. die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen vom betreffenden Unternehmen tatsächlich bedient werden können.

Geschäftspartner interessiert die Liquidität eines Unternehmens vor allem vor dem Hintergrund, ob es Lieferzusagen dauerhaft einhalten kann. Kunden haben ein berechtigtes Interesse daran, ob ein Unternehmen dauerhaft wirtschaftlich Bestand haben kann, da es sonst seinen Gewährleistungspflichten unter Umständen nicht mehr nachkommen kann.

Was genau bedeutet Buchführungspflicht?

Die Buchführungspflicht geht es darum, dass der buchführungspflichtige Unternehmer dazu verpflichtet ist, seine Einnahmen und Ausgaben auf eine bestimmte Art und Weise zu erfassen. Wie diese Erfassung zu erfolgen hat, ist sowohl im Steuergesetz als auch im Handelsgesetz geregelt. Die Buchführung darf man jedoch nicht mit der Pflicht, Einnahmen und Ausgaben überhaupt zu erfassen, verwechseln.

Einnahmen und Ausgaben müssen offen gelegt sein.

Welche Rechnungen muss ein Buchführungspflichtiger erstellen?

Wer jedoch der Buchführungspflicht unterliegt, muss Einnahmen und Ausgaben mittels sogenannter doppelter Buchführung erfassen. Darüber hinaus ist er verpflichtet, sowohl Bilanzen als auch Gewinn- und Verlustrechnungen zu erstellen. Unterliegt ein Unternehmer nicht der Pflicht zur Buchführung, genügt es, wenn er eine sogenannte Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellt. Diese erfordert deutlich weniger Aufwand und Sachkenntnis als die doppelte Buchführung.

Wer unterliegt der Buchführungspflicht und welche Grenzen gelten?

Die Pflicht zur Buchführung kann sowohl aus dem Steuergesetz als auch aus dem Handelsgesetz abgeleitet werden. Demnach sind alle eingetragenen Vollkaufleute automatisch zur Buchführung verpflichtet. Gewerbetreibende sind immer dann buchführungspflichtig, wenn ihr Umsatz im Wirtschaftsjahr 600.000 Euro überschreitet oder sie pro Wirtschaftsjahr mehr als 60.000 Euro Gewinn erwirtschaften. Freiberufler sind generell nicht buchführungspflichtig. Bei ihnen reicht die Einnahmen-Überschuss-Rechnung unabhängig vom Umsatz oder Gewinn immer aus. Sie können sich jedoch für die Buchführungspflicht entscheiden, da dies unter anderem Vorteile bei der Bildung von Rücklagen bringen kann.

Bei Land- und Forstwirten kann ebenfalls eine Buchführungspflicht vorliegen. Dies ist der Fall, wenn der Umsatz mehr als 600.000 Euro pro Kalenderjahr beträgt oder selbst bewirtschaftete Flächen mit einem Wert von mehr als 25.000 Euro vorhanden sind.

Welche Grenzbeträge gelten?

Gewinne in bestimmter Höhe verpflichten

Außerdem sind Land- und Forstwirte zur Buchführung verpflichtet, wenn ihr Gewinn aus einem Gewerbebetrieb, wie etwa einem Hofladen oder Straßenverkauf, mehr als 60.000 Euro beträgt oder der Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft mehr als 60.000 Euro pro Jahr hervorbringt. Gesellschaften, wie etwa eine GmbH, eine UG, eine AG sowie OHG und KG, sind immer zur Buchführung verpflichtet. Die Höhe der Umsätze und Gewinne spielt in diesem Fall keine Rolle.

Wann beginnt die Buchführungspflicht?

Der Beginn der Verpflichtung zur Buchführung ist mitunter davon abhängig, um welche Art von Unternehmen es sich handelt. Die Pflicht zur Buchführung bei einem Einzelunternehmen ist ab dem Zeitpunkt gegeben, an dem die oben genannten Umsatz- und Gewinngrenzen überschritten werden. Gleiches gilt für Land- und Forstwirte. Gesellschaften hingegen sind ab dem Tag ihrer Gründung zur Buchführung verpflichtet. Bei Freiberuflern besteht niemals eine Pflicht zur Buchführung, ganz gleich, wie hoch ihre Umsätze oder Gewinne sind.

Buchführungspflicht für Kleinunternehmer?

Als Kleinunternehmer unterliegt man generell nicht der Buchführungspflicht. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Unternehmer komplett davon befreit ist, seine Einnahmen und Ausgaben zu erfassen. Er tut dies lediglich nicht mittels doppelter Buchführung, sondern mithilfe der wesentlich einfacheren Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Als Kleinunternehmer gilt, wer im laufenden Jahr Umsätze von nicht mehr als 17.500 Euro erzielt hat und wer im folgenden Jahr Umsätze von 50.000 Euro voraussichtlich nicht überschreiten wird.

Aufgrund dieser niedrigen Beträge gilt die sogenannte vereinfachte Buchführungspflicht. Das bedeutet, dass alle Geschäfte so dokumentiert sein müssen, dass sich daraus Schlüsse auf Art und Umfang des Geschäfts ziehen lassen. Weiterhin muss die aktuelle Ertrags- und Vermögenslage ersichtlich sein. Kleinunternehmer müssen also sowohl Kundenkorrespondenz als auch Belege und eigene Rechnungen stets aufbewahren.

Für Kleinunternehmer gilt keine Buchführungspflicht.

Wer Rechnungen nicht vorlegt, muss Strafen zahlen

Mögliche Strafen und Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Buchführungspflicht

Das Finanzamt möchte zu jeder Steuererklärung die zugehörigen Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen sehen.Unternehmen, die die Rechnungen nicht vorlegen, zahlen hohe Strafgelder. Diese befreien jedoch nicht von der Buchführungspflicht, sodass die geforderten Unterlagen in jedem Fall nachgereicht werden müssen. Kommt es zu einer Insolvenz des betroffenen Unternehmens, drohen dem Unternehmer sogar Haftstrafen, wenn er seiner Pflicht zur Buchführung nicht nachgekommen ist. Lesen Sie hier alles über Insolvenz.

Mögliches Ende der Buchführungspflicht

Unter gewissen Umständen kann die Pflicht zur Buchführung bei Unternehmen enden. Bei Einzelunternehmen ist dies der Fall, wenn die oben genannten Grenzen in zwei aufeinanderfolgenden Wirtschaftsjahren unterschritten wurden. Löscht man die betreffende Gesellschaft aus dem Handelsregister, erlischt die Buchführungspflicht.

Was ist eine Aktiengesellschaft?

Eine Aktiengesellschaft ist eine Handelsgesellschaft. Sie zählt wie eine GmbH zu den Kapitalgesellschaften. Rechtlich gesehen ist eine AG eine sogenannte juristische Person mit einer eigenen Rechtspersönlichkeit. Das Grundkapital einer Aktiengesellschaft wird als Gesellschaftsvermögen bezeichnet und in Aktien aufgeteilt. Eine AG haftet gemäß den Vorschriften in § 1 des Aktiengesetzes nur mit diesem Gesellschaftsvermögen für die Verbindlichkeiten gegenüber ihren Gläubigern.

Wie wird eine Aktiengesellschaft gegründet?

Für die Gründung einer AG muss nach der Satzungserstellung ein Notar mitwirken. und von einem Notar mitwirken. Die Satzung ist der der Gesellschaftsvertrag des Unternehmens. Die Gründer der Aktiengesellschaft, der zukünftige Aufsichtsrat und der Vorstand müssen bei der notariellen Beurkundung anwesend sein. Die Satzung enthält unter anderen Angaben zum Sitz und Namen der AG, zur Höhe des Grundkapitals und des Nennbetrags der einzelnen Aktien. Außerdem impliziert er Angaben darüber, welche Art von Aktien – Namens- oder Inhaberaktien – ausgegeben werden soll.

Nach der Satzungsfeststellung müssen sich die Gründer verpflichten, alle Aktien zu übernehmen.

Für die Gründung einer Aktiengesellschaft ist ein bestimmtes Kapital nötig

Welches Mindestkapital braucht eine AG?

Das Mindestgrundkapital für die Gründung einer AG beträgt 50.000 Euro. Zum Notartermin muss zumindest ein Viertel des Grundkapitals auf ein Konto der Aktiengesellschaft eingezahlt worden sein. Danach wird der erste Aufsichtsrat bestellt. Diese Bestellung muss ebenfalls notariell beurkundet werden. Der Aufsichtsrat bestellt den ersten Vorstand der AG.

Mit der Feststellung der Satzung und der Übernahme der Aktien durch die Gründer ist die AG im Innenverhältnis gegründet. Abgeschlossen wird die Gründung durch die Eintragung ins Handelsregister. Die Aktiengesellschaft muss durch alle Gründer, die Vorstandsmitglieder und die Aufsichtsratsmitglieder für die Eintragung beim Handelsregister angemeldet werden. Die notariellen Urkunden über die Gründng müssen ebenfalls eingereicht werden. Die Unterlagen werden vom Registergericht geprüft. Mit der Eintragung ins Handelsregister ist die AG endgültig gegründet und eine eigene RechtspersönlichkeitLesen Sie hier mehr zum Thema „Rechtspersönlichkeit und juristische Personen.

Die Organe einer Aktiengesellschaft

Jede AG hat unabhängig von ihrer Größe oder dem Grundkapital drei Organe für die Geschäftsführung und die Kontrolle. Die Organe einer Aktiengesellschaft sind die Hauptversammlung, der Aufsichtsrat und der Vorstand.

Die Hauptversammlung einer AG

Die Hauptversammlung ist die einmal jährlich einberufene Vertretung der Aktionäre einer AG. In der Hauptversammlung können die Aktionäre ihre Rechte als Eigentümer des Unternehmens ausüben. Die Hauptversammlung muss mindestens einmal im Jahr durch den Vorstand einberufen werden. Bei außergewöhnlichen Ereignissen können darüber hinaus außerordentliche Hauptversammlung stattfinden. Bei der Hauptversammlung geht es in der Regel nicht um Entscheidungen über das operative Geschäft der AG. In

Wer verantwortet welchen Bereich in einer Aktiengesellschaft?

Wie ist die Hauptversammlung aufgebaut?

der Hauptversammlung werden organisatorische Entscheidungen über Kapitalerhöhungen oder –herabsetzungen, die Besetzung des Aufsichtsrates sowie über die Gewinnverwendung getroffen.

Der Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft

Die Aufgaben des Aufsichtsrates sind folgende: Bestellung und Abberufung des Vorstandes sowie Kontrolle des Vorstandes und die Bestimmung des Abschlussprüfers für den Jahresabschluss. Darüber hinaus vertritt der Aufsichtsrat die Gesellschaft gegenüber dem Vorstand. Der Aufsichtsrat einer AG muss aus mindestens drei Mitgliedern bestehen. Die Hauptversammlung wählt diesen Aufsichtsrat. Um der Kontrollfunktion nachkommen zu können, haben die Aufsichtsratsmitglieder zu jeder Zeit Zugang zu den Geschäftsbüchern der Aktiengesellschaft.

Der Vorstand einer Aktiengesellschaft

Der Vorstand ist die Geschäftsführung einer AG. Ein Vorstand leitet das operative Geschäft der AG eigenverantwortlich, selbstständig und unabhängig von Weisungen der Hauptversammlung oder des Aufsichtsrates. Er besteht in der Regel aus mehreren Personen. Diese werden als Vorstandsmitglieder bezeichnet. Nur der Vorstand einer AG hat gemäß § 76 Abs.AktG Geschäftsführungsbefugnis und vertritt die Gesellschaft nach außen. Die sogenannte Vertretungsbefugnis ist grundsätzlich unbeschränkt, aber nur als Gesamtvertretungsbefugnis wirksam. Das bedeutet: Ein einzelnes Vorstandsmitglied kann die Gesellschaft nur wirksam nach außen vertreten, wenn eine Einzelvertretungsbefugnis in der Satzung bestimmt ist.

Bei Aktiengesellschaften mit einem Grundkapital von mehr als 3 Millionen Euro muss der Vorstand aus mindestens zwei Personen bestehen. Ausnahmen von dieser Vorschrift sind nur möglich, wenn in der Satzung der AG bestimmt ist, dass nur eine Person dem Vorstand angehört. Durch die Vergabe von Titeln wie beispielsweise „Finanzvorstand“ oder „Entwicklungsvorstand“ können die Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder deutlich gemacht werden. Diese Titel sind nicht rechtlich geregelt. Das Aktiengesetz kennt nur die Bezeichnungen „Vorstandsmitglieder“ und „Vorstand“. Vor allem größere Aktiengesellschaften bestimmen neben den übrigen Vorstandsmitgliedern oft einen Vorstandsvorsitzenden, auch als „Vorstandssprecher“ oder „Chief Executive Officer„, abgekürzt CEO, bezeichnet. Der Aufsichtsrat bestimmt den Vorstandsvorsitzenden. Die Befugnisse des CEO werden im Allgemeinen in der Satzung der AG geregelt.

Wie wird man als Investor Aktionär?

Die Aktien von börsennotierten Aktiengesellschaften können über die Hausbank oder einen Online Broker an den Börsenhandelstagen gekauft und verkauft werden. Die Aktien nicht börsennotierter Gesellschaften werden von Maklern oder auf speziellen Marktplätzen außerhalb der Börse gehandelt. Bei einem Unternehmenskauf erwerben Investoren die Gesellschaftsanteile einer AG in der Regel nach einer Due Dilligence Prüfung.

Wann wird an der Börse gehandelt?

Due Dilligence bei börsennotierten Unternehmen

Für die Due Dilligence Prüfung werden Geschäftsunterlagen der Gesellschaft in einem Datenraum mit strengen Zugangskontrollen für eine Prüfung durch die Investoren zur Verfügung gestellt. Bei einem Unternehmensverkauf können somit die Aktien einer AG ohne eine zwischengeschaltete Börse oder einen anderen Marktplatz an den Käufer übergehen.

Wie wird aus einer AG eine börsennotierte Aktiengesellschaft?

Der Börsengang einer Aktiengesellschaft wird als „Stock Market Launch oder Going Public“ bezeichnet. Dieser ist mit strengen Auflagen verbunden. Die AG muss über ein haftendes Kapital in Höhe von mindestens 730.000 Euro verfügen. Die Abwicklung des Börsengangs erfolgt durch eine oder mehrere damit beauftragte Banken. Die Banken benötigen verschiedene Informationen über die wirtschaftliche Situation der AG sowie über die Ziele des Unternehmens. Die Banken führen in der Regel eine Due Dilligence Prüfung durch.

Sie erstellen den Verkaufsprospekt und legen gemeinsam mit den Eigentümern einen Preis fest, zu dem die Aktien ausgegeben werden sollen. Die Banken suchen bereits im Vorfeld des Börsengangs nach Interessenten, die an einem Aktienkauf interessiert sind. Insgesamt ist der Börsengang ein etwa ein Jahr dauernder Prozess, der mit hohen Kosten verbunden ist. Im Allgemeinen gilt, dass sich der Börsengang für eine Aktiengesellschaft erst lohnt, wenn das Kapital der Gesellschaft mindestens 200 Millionen Euro beträgt.

Haftung der Aktionäre einer AG

Die Aktionäre einer Aktiengesellschaft haften gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft grundsätzlich nur mit dem Wert ihrer Aktien. Der Vorteil ist, dass das Privatvermögen eines Aktionärs vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt ist. Das Risiko für die Anteilseigner ist gering und kalkulierbar. Nur in Ausnahmefällen kommt es zu einer sogenannten Durchgriffshaftung. Bei der Durchgriffshaftung wird auch das Privatvermögen der Aktionäre für die Befriedigung der Gläubigeransprüche herangezogen. Dies ist möglicherweise der Fall, wenn beispielsweise das Vermögen der Gesellschafter und das Vermögen der Gesellschaft auf unzulässige Weise vermischt wird Auch die missbräuchliche Verwendung der Rechtsform AG  führt dazu.

Haftung von Vorstand und Aufsichtsrat einer AG

Für die Vorstandsmitglieder einer AG gelten strenge Haftungsregelungen. Eventuelle Haftungsansprüche gegenüber dem Vorstand müssen vom Aufsichtsrat durchgesetzt werden. Grundlage für die Haftung des Vorstandes ist die sogenannte Sorgfaltspflicht. Die Sorgfaltspflicht betrifft insbesondere den Umgang mit den Einlagen der Aktionäre und die Vorgabe, zum Wohle des Unternehmens zu handeln. Darüber hinaus ist der Vorstand für die Einhaltung der Publizitätspflicht und bei börsennotierten Aktiengesellschaften für die rechtzeitige Veröffentlichung von kursrelevanten Informationen verantwortlich. Haftungsansprüche entstehen nur bei vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Verstößen gegen die Sorgfaltspflicht.

Welche Aufgaben hat der Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft?

Wer haftet?

Der Aufsichtsrat einer AG haftet bei schuldhaftem Verhalten gegenüber den Anteilseignern und gegenüber der Gesellschaft sowie gegenüber Dritten, falls diese von einem schuldhaften Handeln des Aufsichtsrates betroffen sind.

Wie besteuert man AG’s?

Eine Aktiengesellschaft ist gemäß den Vorschriften in § 1 Abs.1 KStG (Körperschaftssteuergesetz) als juristische Person selbst ein sogenanntes Steuersubjekt. Das Einkommen einer AG unterliegt daher der Körperschaftsteuer, der Umsatzsteuer, der Gewerbe- und Kapitalertragssteuer sowie dem Solidaritätszuschlag. Grundlage für die Besteuerung ist der in der Handels- und Steuerbilanz ermittelte Gewinn der Aktiengesellschaft.

Werden Gewinne der Aktiengesellschaft an die Aktionäre ausgeschüttet, unterliegen diese Gewinne bei natürlichen Personen gemäß § 20 Abs. 1 EStG (Einkommensteuergesetz) als Einnahmen aus Kapitalvermögen der Einkommensteuer, oder, wenn eine andere Kapitalgesellschaft Aktionär ist, der Körperschaftsteuer.

Welche Vor- und Nachteile hat eine Aktiengesellschaft?

Welche Vor- und Nachteile bietet eine Aktiengesellschaft?

Mehr als eine halbe Million Aktiengesellschaften gibt es in Deutschland

Einerseits stellt das für die Gründung einer Aktiengesellschaft erforderlichen Grundkapital in Höhe von 50.000 Euro für viele Gründer eine sehr hohe Hürde dar. Andererseits ist die Höhe des haftenden Kapitals ein Grund dafür, warum Aktiengesellschaft eine höhere Reputation genießen als beispielsweise GmbHs. Aktiengesellschaften haben im Allgemeinen einen leichteren Zugang zu den Kapitalmärkten um Kapital zu beschaffen. Demgegenüber stehen wiederum strenge steuerrechtliche Vorgaben sowie rechtliche und organisatorische Verpflichtungen, deren Einhaltung streng kontrolliert wird und deren Missachtung zu empfindlichen Strafen führen kann.

Wie viele Aktiengesellschaften gibt es in Deutschland?

Laut einer Statistik des Statistischen Bundesamtes gab es im Jahr 2017 in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt und 720.000 Kapitalgesellschaften. Darunter mehr als 700.000 GmbHs und sonstige Kapitalgesellschaften (KGaA, SE) und etwas mehr als 12.000 Aktiengesellschaften. Von den insgesamt 3,48 Millionen Unternehmen in Deutschland waren 2017 Einzelunternehmen mit rund 2,15 Millionen Betrieben die häufigste Rechtsform. Obwohl die Aktiengesellschaft eine relativ selten gewählte Gesellschaftsform ist, sind dafür fast alle großen deutschen Konzerne börsennotierte Aktiengesellschaften.

Was ist Selbstfinanzierung?

Die Selbstfinanzierung ist eine Form der Unternehmensfinanzierung, bei der die Aufbringung des Kapitals durch die Einbehaltung (Thesaurierung) der von einem Unternehmen erzielten Gewinne erfolgt. Die Selbstfinanzierung nimmt unter den verschiedenen Möglichkeiten der Unternehmensfinanzierung eine Sonderstellung ein. Die Kapitalaufbringung kann entweder durch einen Zufluss von Zahlungsmitteln erfolgen oder durch die Entstehung von Forderungen, falls die in den Verkaufspreisen enthaltenen Gewinnanteile am Markt tatsächlich vergütet werden.

Selbstfinanzierung als Eigenfinanzierung und Innenfinanzierung

Die Selbstfinanzierung ist einerseits entsprechend der Rechtsstellung der Kapitalgeber der Eigenfinanzierung zuzurechnen. Dies deshalb, weil der Gewinn einzig den Anteilseignern des Unternehmens zusteht. Durch eine Thesaurierung der Gewinne wird das Eigenkapital eines Unternehmens und die

Selbstfinanzierung betrifft das Eigenkapital.

Am Ende eines jeden Geschäftsjahres sollte ein Jahresüberschuss stehen

Haftungsbasis für Fremdfinanzierungen gestärkt. Aus Sicht der Mittelherkunft betrachtet ist die Selbstfinanzierung eine Innenfinanzierung. Im Gegensatz zu einer Außenfinanzierung erfolgt die Kapitalaufbringung durch die Erzielung von Umsatzerlösen. Die in den Umsatzerlösen eines Unternehmens enthaltenen Gewinnanteile können für die Selbstfinanzierung verwendet werden.

Die Gewinnermittlung eines Unternehmens erfolgt zum Ende eines Geschäftsjahres mit der Bilanzerstellung. Die im Rahmen der bilanziellen Gewinnermittlung festgestellten Unternehmensgewinne entstehen jedoch im Laufe des Geschäftsjahres bei jedem Geschäft, das ein Unternehmen tätigt. Durch die Kumulierung bis zum Ende des Geschäftsjahres ergibt sich daraus der Periodengewinn oder Jahresüberschuss.

Die im laufenden Geschäftsjahr erzielten Gewinne verwendet man bereits für die Finanzierung. Daraus ergeben sich zwei verschiedene Finanzierungseffekte. Einerseits über die Gewinnanteile, die während des laufenden Geschäftsjahres erzielt werden und andererseits durch die Einbehaltung der am Jahresende ermittelten Gewinne zur Eigenfinanzierung.
Je nachdem, ob und wie ein bilanzieller Ausweis der Gewinneinbehaltung erfolgt, wird bei der Selbstfinanzierung zwischen der offenen und der stillen Selbstfinanzierung unterschieden.

Offene Selbstfinanzierung

Bei der offenen Form erfolgt eine Gewinnthesaurierung. Unternehmensgewinne werden nicht oder nicht vollständig an die Gesellschafter ausgeschüttet, sondern in die Gewinnrücklagen eingestellt. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften müssen die einbehaltenen Gewinne nicht gesondert in der Unternehmensbilanz ausgewiesen werden.

Kapitalgesellschaften müssen einbehaltene Gewinne in die Bilanz einstellen. Hierfür ist ein eigener BilanzpostenGewinnrücklagen vorgesehen. Die Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft entscheiden darüber, ob und in welcher Höhe Gewinne ausgeschüttet oder in die Gewinnrücklagen eingestellt werden.

Bei der offenen Selbstfinanzierung spielen Aktien eine Rolle.

Welche Regeln gelten für Aktiengesellschaften?

Gemäß § 58 des Aktiengesetzes (AktG) dürfen die Vorstände und Aufsichtsräte von Aktiengesellschaften unter bestimmten Bedingungen ohne Zustimmung der Aktionäre bis zu 50 % des Jahresgewinns in die Gewinnrücklagen einstellen. Zwingend vorgeschrieben ist, dass die Hauptversammlung der AG über die Verwendung der verbleibenden 50 % des Gewinns entscheidet.

Stille Selbstfinanzierung

Eine stille Selbstfinanzierung erfolgt durch die Bildung stiller Reserven, die Bildung stiller Rücklagen oder einer Kombination aus beidem. Die daraus resultierenden Vermögenswerte werden in der Unternehmensbilanz nicht offen ausgewiesen. Daher rührt die Bezeichnung stille Selbstfinanzierung.

Bildung stiller Reserven

Bei der Bildung stiller Reserven werden die Aktiva eines Unternehmens, das heißt das Vermögen, bewusst unterbewertet. Übersteigt die Verrechnung von Abschreibungen den tatsächlichen Werteverzehr eines Vermögensgegenstandes, erfolgt eine Unterbewertung. Beispielsweise, in dem Maschinen und Anlagen höher als erforderlich abgeschrieben werden.

Ebenso ist eine Unterlassung von Aktivierungen, beispielsweise bei selbsterstellten Vermögensgegenständen des immateriellen Anlagevermögens gemäß den Vorschriften in § 248 Abs.HGB möglich. Eine weitere Möglichkeit ist die Unterlassung von Zuschreibungen für Wertsteigerungen, wenn sich der Wert eines Vermögensgegenstandes erhöht hat. Der Vorteil stiller Reserven ist, dass man sie erst zum Zeitpunkt der Auflösung versteuern muss. Das passiert, wenn eine Maschine oder das ganze Unternehmen zum Verkauf steht.

Durch die Bildung stiller Reserven erreicht man einen geringeren Jahresüberschuss in der Bilanz. Dadurch verringert sich die Möglichkeit, am Jahresende Ausschüttungen an die Gesellschafter vorzunehmen. Für

Selbstfinanzierung beinhaltet Chancen und Risiken

Wie ermittelt man einen Jahresüberschuss?

Außenstehende ist die Bildung stiller Reserven in der Regel aus der Bilanz nicht ersichtlich. Welche Bewertungsmaßstäbe für die Bildung der Reserven herangezogen wurden, ist aus dem Jahresabschluss ebenfalls nicht ersichtlich.

Bildung stiller Rücklagen

Für die Bildung stiller Rücklagen werden die Passiva eines Unternehmens überbewertet, in dem das durch Fremd- oder Eigenkapital finanzierte Unternehmensvermögen höher bewertet wird. Durch die Bildung stiller Rücklagen reduziert sich der Unternehmensgewinn und damit die Steuerlast. Durch eine korrekte Bewertung ursprünglich überbewerteter Passiva werden die stillen Rücklagen zu stillen Reserven. Informieren Sie sich hier über stille Rücklagen und Reserven.

Vor- und Nachteile einer Selbstfinanzierung

Eine Selbstfinanzierung bietet für Unternehmen im Vergleich mit anderen Finanzierungsformen verschiedene Vorteile. Einerseits werden durch diese Finanzierung keine neuen Abhängigkeiten von Kapitalgebern wie Banken oder Lieferanten aufgebaut. Ein weiterer Vorteil ist, dass keine Veränderungen bei den Besitzanteilen entstehen. Die Eigentumsanteile aller Gesellschafter bleiben unverändert. Zudem stärkt eine Finanzierung von innen heraus die Eigenkapitalbasis des Unternehmens.

Was sind die Vorteile der Selbstfinanzierung?

Beinhaltet die Selbstfinanzierung eine Tilgung?

Damit verringert sich einerseits die Anfälligkeit für eine Zahlungsunfähigkeit und man erreicht eine steigende Kreditwürdigkeit des Unternehmens. Der sogenannte Verschuldungsspielraum des Unternehmens wird vergrößert. Nicht zuletzt werden durch die Selbstfinanzierung im Gegensatz zu einer Fremdfinanzierung keine regelmäßigen Zins- oder Tilgungsleistungen ausgelöst. Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften ist die Selbstfinanzierung oft die einzige Möglichkeit, neues Eigenkapital zu beschaffen.

Nachteilig für Kapitalgesellschaften ist, dass das im Rahmen der Selbstfinanzierung gewonnene Kapital zu einem höheren Kurswert führen kann, wenn das Nominalkapital der Gesellschaft unverändert bleibt. Für Aktionäre ist nachteilig, dass die Dividendenrendite durch die Bildung von Gewinnrücklagen sinkt, weil der Kurs der Aktie steigt. Durch eine Kapitalerhöhung aus Mitteln der Gesellschaft ist wiederum eine Absenkung des Aktienkurses möglich.

Alte Maschine - auch ein Sachwert

Was ist der Substanzwert?

Für die betriebswirtschaftliche Unternehmensbewertung – etwa im Rahmen eines Unternehmenskaufs bzw. Unternehmensverkaufs werden unterschiedliche Parameter verwendet. Neben dem Ertragswert kommt hierbei auch der so genannte Substanzwert zum Tragen. Dabei handelt es sich, vereinfacht gesprochen, um die in einem Unternehmen befindlichen und in dessen Eigentum stehenden Sachwerte. Bedeutung haben der Substanzwert und andere Parameter der Unternehmensbewertung vor allem im Hinblick auf die Beantragung und Gewährung von Krediten durch Banken bzw. für potentielle Investoren. Bei solchen Entscheidungen spielen nicht zuletzt die im Unternehmen befindlichen Sachwerte sowie das vorhandene immaterielle Vermögen eine entscheidende Rolle.

Die Ermittlung der Grundlagen des Substanzwerts

Maschinen gehören ebenfalls zum Substanzwert eines Unternehmens

Maschinen gehören ebenfalls zum Substanzwert eines Unternehmens

Um den Substanzwert eines Unternehmens bestimmen zu können ist zunächst wichtig das Vermögen des Unternehmens zu erfassen. Dabei geht es um die im Eigentum der Firma stehenden materiellen Güter. Dazu gehören auch Liquide Mittel, die für die Berechnung des Substanzwertes ebenfalls von Belang sind. Entsprechend werden bei der Berechnung mit erfasst:

Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte

Gebäude

Maschinen

Fuhrpark

– Fertige Waren etc.

Bei diesen Werte bzw. diesem Inventar handelt es sich um das so genannte betriebsnotwendige Vermögen, als um Sachwerte, die für die wirtschaftliche Tätigkeit des Unternehmens von Belang sind. Darüber hinaus zählen zum Substanzwert aber auch Gegenstände, die nicht zu diesen Zwecken dienen und folglich zum nicht betriebsnotwendigen Vermögen zählen. Dies betrifft etwa Kunstwerke, die in der zentralen Verwaltung hängen u.ä..

Bewertung des Sachvermögens

Im Hinblick auf den für das Sachvermögen anzusetzenden Wert wird im Rahmen der Ermittlung des Substanzwerts der Wiederbeschaffungswert verwendet. Dies ist notwendig, da es um eine realistische Betrachtung der im Betrieb befindlichen Sachwerte geht. Hier spielen Alter und Zustand der Gebäude, Maschinen und Fahrzeuge eine entscheidende Rolle. Sofern es sich um nicht zum betriebsnotwendigen Vermögen zählende Einzelstücke wie etwa Kunstwerke handelt, wird der potentielle Wert beim Verkauf an einen Sammler als Maßstab herangezogen. Letztlich geht es darum, möglichst realistisch abzubilden, welche Preise die verschiedenen im Eigentum des Unternehmens stehenden Sachen bei einem Verkauf zum jeweiligen Zeitpunkt der Bewertung erzielen würden.

So wird der Substanzwert ermittelt:

Sind alle materiellen Sachwerte des Unternehmens erfasst, werden zu diesen die immateriellen Vermögenswerte hinzu gerechnet. Von diesen werden wiederum die Kredite und anderen Außenstände des Betriebs abgezogen. Der so ermittelte Betrag stellt den aktuellen Substanzwert des Unternehmens dar.

In der Realität wird der Substanzwert einer Firma in der Regel im Rahmen einer Due Diligence ermittelt. Lesen Sie dazu auch die folgenden Beiträge aus dem docurex-Blog:

Der Ertragswert des Unternehmens

Gebäude gehören ebenfalls zurm Substanzwert einer Firma

Gebäude gehören ebenfalls zurm Substanzwert einer Firma

Für die unternehmerische Planung ist der Substanzwert für sich genommen nur von geringer Aussagekraft, da er lediglich den Wert des zur wirtschaftlichen Tätigkeit zur Verfügung stehenden Vermögens abbildet. Gleichwohl kommt dem Substanzwert Bedeutung im Verhältnis zum so genannten Ertragswert zu. Die Bestimmung des Ertragswerts näher zu erläutern, würde den Rahmen dieser kurzen Abhandlung sprengen. Vereinfacht gesagt geht es beim Ertragswertverfahren um die Ermittlung des potentiellen Ertrags, der sich in Zukunft mit dem im Unternehmen befindlichen Vermögen erwirtschaften lässt. Im Hinblick auf Immobilien etwa werden zur Bestimmung der entsprechenden Werte der Bodenrichtwert, die erzielbare Mietzins bei Vermietung oder Verpachtung etc. heran gezogen. Während der Substanzwert sich auf den materiellen Wert zum gegenwärtigen Zeitpunkt bezieht, erfasst der Ertragswert die potentiellen wirtschaftlichen Chancen dieses Vermögens in Richtung Zukunft.

Verhältnis von Substanzwert zum Ertragswert

Für die Bewertung eines Unternehmens spielt das Verhältnis von Substanzwert und Ertragswert eine entscheidende Rolle. Liegt der Ertragswert höher als der Substanzwert, so spricht man von positiven Firmenwert. Ein negativer Firmenwert liegt dagegen dann vor, wenn der der Substanzwert höher ist als der Ertragswert. Für potentielle Kreditgeber bzw. Investoren stellt sich die Situation negativ dar, wenn ein Großteil der im Unternehmen befindlichen Substanz keine Aussicht auf zukünftige Gewinne bietet. Je negativer der Wert ausfällt, desto mehr macht eine Liquidation des Unternehmens Sinn, da viele Sachwerte mit der Zeit an Wert verlieren und die wirtschaftliche Situation keine echten Zukunftsperspektiven aufzuweisen scheint. Ist der Firmenwert dagegen positiv bedeutet dies, dass das im Unternehmen befindliche Vermögen produktiv eingesetzt wird. Entsprechend besser sind in diesen Fällen die Aussichten für die Zukunft.

Geschichte des Substanzwerts

Die ersten wissenschaftlichen Ausführungen zur Unternehmensbewertung gehen auf den Schweizer Ökonomen Karl Käfer zurück. Dieser veröffentlichte 1946 erste Arbeiten zu diesem Thema. Ein erstes Standardwerk, das sich explizit mit dem Substanzwert befasst erstellte Günter Sieben 1961 im Rahmen seiner Doktorarbeit. Diese trug den Titel: „Der Substanzwert. Ein Beitrag zur Lehre der Bewertung der Unternehmung“. Auch in seiner weiteren akademischen Arbeit widmete er sich immer wieder diesem Thema.

Kritik am Substanzwert

Neben der Tatsache, dass die Ermittlung des Substanzwerts für sich genommen wenig Hilfe beim Treffen wirtschaftlicher Entscheidungen bietet, gibt es auch grundsätzliche Kritik an diesem Verfahren der Unternehmensbewertung. Dies betrifft insbesondere die Erfassung immaterieller Güter. Dies betrifft etwa die Bekanntheit einer Marke, die im Unternehmen befindlichen Patente und andere Formen geistigen Eigentums. Diese lassen sich in materieller Hinsicht regelmäßig nur ungenau erfassen. Lässt man sie andererseits außen vor, fehlen in der Regel entscheidende Bestandteile des tatsächlichen Wertes eines Unternehmens. Insofern ist wichtig, den Substanzwert als die relative Größe zu betrachten die er ist und ihn jeweils im Lichte der Gesamtumstände individuell einzuordnen.

Transaktion – Alles was Sie über Transaktionen wissen müssen

Beim Thema „Transaktion“ muss man zwei unterschiedliche Bereiche von Transaktionen unterscheiden. Einmal die Begriff aus der Informatik und einmal die Transaktion in der Wirtschaft  . In diesem Beitrag geht es um die Transaktion zwischen zwei Vertragsparteien in der Volkswirtschaft.

Was ist eine Transaktion?

Streng genommen ist eine Transaktion zwischen zwei Parteien jede Handlung, bei der ein oder mehrere Wirtschaftsgüter ausgetauscht werden. Der Klassiker einer Transaktion ist der Verkauf von etwas Wertvollem bei dem der Verkäufer das wertvolle Gut verkauft. Dabei erhält dann der Käufer das Wirtschaftsgut und bezahlt in der Regel den Verkäufer mit dem Gegenwert in Geld.

Es werden also – nüchtern betrachtet – zwei Güter getauscht: Das Wirtschaftsgut und der Gegenwert in Geld. Vor der Transaktion war der Verkäufer des Wirtschaftsguts der Eigentümer desselben, danach ist er selbiges los und hat dafür den Gegenwert in Geld bekommen.

Bei dem hier beschriebenen Vorgang ist es prinzipiell egal, ob es sich beim Kauf um den Erwerb von Kaugummi im Supermarkt für ein paar Cent dreht oder ob man als Verbraucher Waren im Internet kauft. Genauso spricht man von Transaktionen wenn ein institutionelle Investoren für Milliarden von Euro Aktien oder eine Immobilien kaufen. In den meisten aller betrachteten Fälle sind also Transaktionen identisch mit der Durchführung eines juristischen Kaufvertrages.

Merkmale einer Transaktion

Ein Wesensmerkmal von praktisch allen Transaktionen ist es, dass die Transaktion erst dann vollständig ist, wenn alle einzelnen Schritte der Transaktion durchgeführt wurden. Dabei achten vor allem bei Transaktionen in Millionenhöhe die Vertragsparteien darauf, dass die relevanten Schritte in der richtigen Reihenfolge und in der korrekten Art und Weise verlaufen. Fast alle Transaktionen folgen dabei im Wirtschaftsleben dem Zug-um-Zug Prinzip. Dazu ein Beispiel:

Ein Beispiel für eine Transaktion – Geld abheben

Eine einfache Transaktion: Geld abheben

Eine einfache Transaktion: Geld abheben

Jeder hat schon einmal Geld am Bankautomaten abgehoben. Genau dieser Vorgang ist ein gutes Beispiel um die Vollständigkeit von Transaktionen zu erläutern. Beim Geldabheben passieren mehrere Vorgänge, nachdem sich der Bankkunde samt seiner Bankkarte und seiner PIN authentifiziert hat:

  1. Der gewünschte Auszahlungsbetrag wird vom Kunden per Tastatur an den Automaten übermittelt
  2. Die Software im Geldautomat prüft, ob der entsprechende Geldbetrag im Automaten vorhanden ist
  3. Der Nennbetrag der Abhebung plus die Gebühren werden vom Konto des Kunden abgebucht
  4. Der Geldbetrag wird dem Kunden am Automat ausbezahlt

Man muss kein Computer-Fachmann sein um zu erkennen, dass die Schritte 3.) und 4.) logisch zwingend zusammen gehören. Das bedeutet: Ohne die Abbuchung vom Konto (Schritt 3) darf keine Auszahlung (Schritt 4) erfolgen, sonst hätte der Kunde Geld erhalten, das im nicht zusteht. Im Umkehrschluss gilt aber auch: Sofern die Auszahlung (Schritt 4) scheitert, dann muss die Abbuchung vom Konto rückgängig gemacht werden. Wenn etwa am Geldautomaten zwischen Schritt 3 und 4 der Strom ausfällt, wird die Auszahlung des Geldes nicht funktionieren. In diesem seltenen Fall, muss also der dritte Schritt rückgängig gemacht werden.

Die Schritte bei einem Immobilien-Verkauf

Im Falle des Verkaufs einer Immobilie sehen die einzelnen Schritte in der Chronologie etwas vereinfacht so aus:

– Der Kauf-Vertrag wird in Anwesenheit des Käufers sowie des Verkäufers beim Notar beurkundet

– Der Käufer überweist die vereinbarte Kaufsumme in der Regel auf ein Treuhandkonto z.B. beim Makler

– Der Makler bestätigt den Erhalt des Geldes auf dem Treuhandkonto und informiert den Verkäufer

– Der Verkäufer lässt darauf hin die Immobilie im Grundbuch umschreiben.

– Sobald der geänderte Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist, erhält der Verkäufer die Kaufsumme vom Treuhänder auf sein Konto überwiesen.

Im Falle eines Immobilienverkaufs besteht also eine Transaktion ebenfalls aus mehreren, einzelnen Schritten, die erst in ihrer Summe den Kauf bzw. Verkauf komplett  machen. Diese Vollständigkeit ist vor allem bei hochpreisigen Verkäufen ein wichtiges Wesensmerkmal von Transaktionen

Fehlt auch nur ein einzelner Schritt, so ist die Transaktion nicht vollständig. Sofern das der Fall ist, muss in aller Regel die Transaktion rückabgewickelt werden.

Typische Beispiele für die fehlende Vollständigkeit von Transaktionen, die leider auch in der Realität vorkommen, sind in unserem Immobilien-Beispiel etwa:

– Der Käufer überweist den Kaufpreis  (doch) nicht.

– Der Verkäufer veranlasst die Eigentumsübertragung im Grundbuch nicht.

Unabhängig von der Frage, warum solche Fälle überhaupt vorkommen, gilt: In den geschilderten Fällen muss dann auch der dazugehörige Vertrag rückabgewickelt oder annulliert werden.

Ablauf einer Unternehmens-Transaktion

Ein Unternehmenskauf ist ein Beispiel für komplexe Transaktionen

Ein Unternehmenskauf ist ein Beispiel für komplexe Transaktionen

An dem dinglichen Fall eines Immobilien-Verkaufs kann man vom Prinzip her auch den Eigentumsübergang eines Unternehmens, etwa den Unternehmenskauf erklären. Es beginnt in der Regel mit dem unterschriebenen Kaufvertrag zwischen dem Verkäufer und dem Käufer der Firma. In diesem sind die einzelnen Schritte der Verkaufs-Transaktion in der Regel sehr ausführlich beschrieben. z.B.:

– Wer muss wann, welche Summen bezahlen bzw. auf ein Treuhandkonto einzahlen?

– Wann wird der Eigentumsnachweis des verkauften Übernehmens auf den Käufer überschrieben? z.B. Aktien, GmbH-Anteile etc. ?

Wann übernimmt eine neue Geschäftsführung das Management der Firma?

– Wie lange muss der alte Eigentümer einer Firma dem neuen Käufer des Unternehmens noch zur Seite stehen?

– Wie geht das Eigentum an immateriellen Werten, Boden oder Immobilien der Firma auf den Käufer über?

Wann bekommt der Verkäufer vom Treuhänder die Kaufsumme überwiesen bzw. ausbezahlt?

Beim Unternehmensverkauf hat man im Gegensatz zu Immobilien-Projekten also in der Regel noch sehr viel mehr Schritte zu beachten, ohne die eine Transaktion nicht vollständig wäre.

Wie lange dauert eine Transaktion?

Generell kann man nicht eindeutig im Voraus sagen, wie lange einzelne Transaktionen exakt dauern. Während der Kauf im Supermarkt nur wenige Augenblicke dauert, so können sich Immobilien-Verkäufe und Unternehmens-Transaktionen über Wochen und Monate hin ziehen. Vor allem bei Immobilien-Verkäufen sind sowohl Käufer als auch Verkäufer von staatlichen Stellen (Grundbuch) oder Drittparteien (Makler, Treuhänder) abhängig, auf deren Geschwindigkeit in der Abwicklung sie keinen Einfluss haben.

Beim Unternehmensverkauf, wie er während einer Due Diligence vorbereitet wird, hat der Käufer in der Regel die Absicht, die Kontrolle im erworbenen Unternehmen zu übernehmen. Derlei Transaktionen dauern in der Regel mehrere Monate.

Wie unterscheidet sich eine Wertpapier-Transaktion davon?

Wer hingegen Aktien einer börsennotierten Aktiengesellschaft erwirbt, der hat es mit einem deutlich einfacheren Kauf zu tun. Sofern die ausreichende Liquidität auf dem eigenen Konto vorhanden ist, so kann man jederzeit Aktien des betroffenen Unternehmens an der Börse erwerben. Dieser Kauf von Unternehmensanteilen geschieht jeden Tag rund um die Welt millionenfach und ist in der Regel innerhalb von wenigen Minuten erledigt.

Hinweis: In Deutschland ist ein Aktien-Käufer sowohl nach § 20 AktG als auch nach § 33 WpHG verpflichtet, ab bestimmten Schwellwerten des Stimmrechts an einer börsennotierten Aktiengesellschaft über seine Unternehmensbeteiligung aktiv zu informieren.

Fazit zum Thema Transaktionen

Transaktionen sind letztlich Verkäufe von wertvollen Gütern, die in aller Regel lückenlos dokumentiert werden. Nur die Summe aller Schritte, die bei einem Verkauf – etwa einer Firma – anfallen machen die Transaktion komplett.

Der Kaufvertrag ist die Mutter aller Vertragsarten

Vertragsarten

Im folgenden Beitrag geben wir einen Überblick über die wichtigsten Vertragsarten, die in Deutschland entsprechend dem BGB (Bürgerlichen Gesetzbuch) üblich und bekannt sind. Unser Fokus bei der Auflistung der Vertragsarten liegt dabei auf den Vertragsformen, die typischerweise aus Sicht eines Unternehmens häufiger vorkommen. Vor allem während einer Due Diligence werden Sie es mit sehr vielen unterschiedlichen Verträgen zu tun haben. Wir geben Ihnen einen Überblick:

Grundsatz der Autonomie und Vertragsfreiheit

In Deutschland sind Firmen autonom in Ihren Beziehungen zueinander und zu ihren Kunden. Der Staat soll sich dort möglichst aus den Angelegenheiten von Firmen heraus halten. Daraus resultiert die Vertragsfreiheit, nach der Firmen untereinander im Prinzip Verträge schließen können, wie sie möchten. Die Vertragsfreiheit resultiert im Wesentlichen aus dem Art. 2 des Grundgesetztes.

Bei der Freiheit Verträge zu schließen gilt es aber zu beachten, dass geschlossene Verträge immer zwei Regeln beachten müssen:

  • Sie dürfen gegen keine geltenden Gesetze verstoßen
  • Sie dürfen nicht gegen die „guten Sitten“ verstoßen – also sittenwidrig sein

Grundsätzlich gilt unter Vollkaufleuten, dass ein Vertrag bereits durch die Abgabe zweier gleich lautender Willenserklärungen zustande kommt. Das bedeutet dass der sprichwörtliche Handschlag zwischen zwei Geschäftsführern zweier Firmen in der Tat einen Vertrag begründet.

Wesensmerkmal von Verträge ist, dass immer mindestens 2 Vertragsparteien vorhanden sein müssen. Mindestvoraussetzung für einen Kaufvertrag etwa sind ein Verkäufer und ein Käufer.

Formfreiheit bei Verträgen

In Deutschland gilt Vertragsfreiheit

In Deutschland gilt Vertragsfreiheit

Generell gilt bei Verträgen die Formfreiheit. Das bedeutet dass Verträge nicht unbedingt einer bestimmten Form genügen müssen. Sie müssen also nicht zwingend auf Papier geschrieben oder gar in einem bestimmten Format gespeichert bzw. dokumentiert sein.

In der Realität bei Geschäften von Firmen muss der betroffene Geschäftsführer, oder Vorstand aber im Zweifel beweisen können, dass ein Vertrag besteht bzw. bestanden hat. Daher ist es im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen üblich, Verträge immer in Papierform zu erstellen und von einem vertretungsberechtigten Mitarbeiter (z.B. Prokurist) unterschreiben zu lassen. Jede Vertragspartei bekommt anschließend eine Version des unterschrieben Vertrags ausgehändigt.

Auch aus anderen Gründen möchten Firmen im Rechtsverkehr die Schriftform einhalten: In schriftlichen Verträgen sind oft die folgenden Punkte ausführlich geregelt:

  • Verhalten, wenn eine Partei insolvent geht
  • Verhalten bei Zahlungsverzug
  • Kündigungsfristen
  • Kündigungsmodalitäten

Insbesondere die Kündigungsfristen von Verträgen sind für Unternehmen enorm wichtig. Während etwa eine Privatperson darauf dringt, möglichst schnell aus einem bestimmten Vertrag aussteigen zu können, so geben lange Kündigungsfristen in den meisten Fällen für die betroffenen Firmen eine langfristige finanzielle Planungssicherheit.

Ein Beispiel: Die Mietzeiträume für gewerbliche Immobilien sind selten unter 5 Jahren. Das rührt unter anderem daher, dass zunächst der Vermieter bei Gewerbeimmobilien hohe Einrichtungs- und Investitionskosten hat. Der Mieter selbst möchte anschließend möglichst planbar das Mietobjekt (hier etwa sein Büro) nutzen können. Für beide Parteien ist es daher wichtig, dass im Vorfeld die Kündigungsfristen und die Modalitäten bei Kündigung (Bsp.: Auszug aus einem gewerblich genutzten Büro) klar geregelt sind.

Bei einigen Vertragsarten ist nicht nur die Form vorgeschrieben, sie müssen vielmehr auch besonders beurkundet werden. Dazu gehören typischerweise Gesellschaftsverträge bei GmbHs aber auch Immobiliengeschäfte – z.B. ein Kaufvertrag über ein Bürogebäude, das von einer Firma gekauft wird.

Vertragsarten – eine Übersicht

Nachfolgend finden Sie die üblichen Vertragsarten für Firmen. Wir haben die Reihenfolge bewusst nach der Wichtigkeit für Unternehmen sortiert:

Kaufvertrag als Vertragsart nach §433 BGB

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Der Kaufvertrag ist die Mutter aller Verträge. Der Kaufvertrag ist praktisch jedem Teilnehmer im Rechtsverkehr bekannt, da ihn sprichwörtlich jeder schon einmal angewandt hat, oft ohne es zu wissen.

In einem Kaufvertrag verpflichtet sich der Verkäufer zur Übereignung der so genannten Kaufsache. Der Käufer sichert dem Verkäufer die Zahlung des vereinbarten Kaufpreises und in die Regel die Abnahme der Kaufsache zu. In den meisten Fällen wird der Käufer im Kaufvertrag zusichern, die Waren bzw. Dienstleistung frei von Mängeln zu übergeben. Sofern es sich um einen gebrauchten Gegenstand handelt, dann wird oft in Verträgen die Klausel „gekauft wie gesehen“ verwendet.

Der einfache Klassiker des Kaufvertrages ist der Kauf von Lebensmitteln im Supermarkt.

Damit ein Kaufvertrag wirksam zustande kommt, muss ein Angebot vorliegen, dass anschließend vom Käufer aktiv angenommen wird. In der Kommunikation zwischen Firmen findet das in der Regel durch die Erstellung eines schriftlichen Angebots statt. Sobald der Kunde dieses Angebot annimmt, kommt ein Kaufvertrag zustande.

Der Kaufvertrag ist als solcher in seiner Grundform formlos gültig. In aller Regel wird man aber in Firmen einen schriftlichen Kaufvertrag verfassen und diesen dokumentieren. So hat sich etwa in den meisten ERP-Systemen durchgesetzt, dass neben dem Angebot ein Lieferschein erstellt wird. Auf dem Lieferschein wird die Übergabe der Ware dokumentiert. Auf dieser Grundlage wiederum wird dem Kunden die Rechnung gestellt.

Übrigens: Die oft im Einzelhandel verwendeten Preiss oder Preis-Auszeichnungen an Waren sind formal-juristisch eine Aufforderung an den Kunden zur Abgabe eines Angebots.

Darlehensvertrag (§488)

Mit einem Darlehensvertrag wird in der Regel Geld verliehen

Das BGB regelt im § 488 die Vergabe von Krediten oder Darlehen. In einem Darlehensvertrag wird also folgendes geregelt:

  • Wie hoch ist der Auszahlungsbetrag, also die die Kreditsumme?
  • Gibt es ein Agio also einen Abschlag auf die Darlehenssumme?
  • Wie wird genau getilgt (endfällig / monatliche Tilgung)?
  • Wie hoch sind die vereinbarten Zinsen?
  • Wann erfolgen die Zinszahlungen (monatlich/quartalsweise)?

Sofern eine Partei eine Privatperson ist, dann ist laut BGB die Schriftform vorgeschrieben (§ 492 BGB). Bei Firmen ist es aber ebenso üblich, dass Darlehensverträge schriftlich dokumentiert werden. Sofern der Darlehensgeber eine Bank ist, so kommen häufig zum eigentlichen Vertrag noch weitere Dokumente hinzu. Zu diesen sind die deutschen Banken seit Basel II verpflichtet. Dazu gehören etwa Selbstauskünfte oder Bürgschaften.

Mietvertrag gem. §§ 535 ff. BGB

Der Mietvertrag nach §535 BGB regelt die Überlassung von „Mietsachen“ auf Zeit. Die Mietsache kann dabei ein Bürogebäude, eine Maschine oder auch ein Computer sein.

Im Mietvertrag wird dabei in der Regel schriftlich geregelt:

  • Was genau vermietet wird – die Mietsache
  • In welchem Zustand sich die Mietsache zu Mietbeginn und zum Mietende befinden muss (Bsp.: renovierte Wohnung)
  • Wie die Mietzahlungen zu leisten sind.
  • Wie die Kündigungsfristen des Mietvertrages geregelt sind

In Deutschland ist für die regelmäßige Zahlung der Entgelte aus einer Mietsache keine regelmäßige Rechnung des Vermieters notwendig. Der Vermieter einer Immobilie in Deutschland muss also seinem Mieter nicht jeden Monat eine Rechnung schicken. In Polen etwa ist das anders. Hier sind Vermieter verpflichtet eine monatliche Rechnung zu versenden.

Praxistipp: In unserem Beitrag im Blog von docurex.com haben wir bereits einmal beschrieben, welche Aspekte eine Firma besonders wertvoll machen: Es sind unter anderem langfristige Mietverträge, die planbare monatliche Einnahmen für die vermietende Firme bringen, gehören auf jeden Fall dazu. Daher wird ein potenzieller Käufer eines Unternehmens bei einem Unternehmensverkauf sich besonders die bestehenden Mietverträge genau anschauen, bei denen die zu kaufende Firma der Vermieter ist.

Pachtvertrag nach § 581 BGB

Beim Pachtvertrag darf der Pächter während des Gebrauchs des verpachteten Gegenstands (etwa ein Restaurant) nutzen. Er darf darüber hinaus auch die Erträge, die der Pachtgegenstand abwirft für sich behalten.

Typische Pachtverträge gibt es sehr häufig in der Gastronomie aber auch in der Landwirtschaft. So darf der Gastronom, die Gewinne aus dem verpachteten Restaurant behalten. Ebenso der Bauer, der einen Acker pachtet. Hier hat man den sprichwörtlichen Pachtertrag in Form von Getreide oder anderen Früchten, die im Herbst geerntet werden.

Wäre der Acker des Bauern vermietet gewesen, so würde juristisch gesehen dem Vermieter der Ertrag zustehen. Nur beim Pachtvertrag steht die Ernte dem Pächter zu.

Leihvertrag gem. §598 ff. BGB

Leihverträge sind ähnlich wie Mietverträge gestaltet. Mit einem Unterschied: Es wird kein Entgelt berechnet. Daher kommt diese Vertragsart bei kommerziell ausgerichteten Unternehmen eher selten vor.

Als Faustregel gilt: Leihen ist kostenlos, mieten kostet Geld.

Der Leasingvertrag

Der Leasingvertrag regelt die Rechte und Pflichten z.B. beim Leasing von Autos

Der Leasingvertrag regelt die Rechte und Pflichten z.B. beim Leasing von Autos

Im Bürgerlichen Gesetzbuch gibt es den Leasingvertrag als solchen nicht. Der Leasingvertrag ist vielmehr eine Mischung aus Kaufvertrag (§433 BGB) und Mietvertrag (§§535ff BGB)

Bei einem Leasingvertrag mietet der Leasingnehmer für eine bestimmte Zeit das Leasing-Objekt und darf es nutzen. Im Gegenzug verpflichtet sich der Leasingnehmer dem Leasinggeber etwa eine monatliche Leasing-Rate zu bezahlen. Der Klassiker für einen Leasingvertrag ist bei Firmen das zeitlich begrenzte Leasen von Firmen-Fahrzeugen.

In Leasingverträgen wird häufig für das Leasing-Ende ein fester Preis für den Abverkauf des Leasing-Objekts vereinbart. Im Gegensatz zum Kaufvertrag ist der Leasingnehmer beim Leasingvertrag aber nicht zwingend verpflichtet das Leasing-Gut zu kaufen. Es handelt sich häufig um eine Option die der Leasingnehmer nutzen kann, wenn er es möchte.

Dienstvertrag nach§611 ff. BGB

Der Dienstvertrag nach §611 BGB verpflichtet die leistende Partei einen bestimmten „Dienst“ gegen ein Entgelt zu leisten. In der Regel handelt es sich bei diesem Dienst um den Faktor „Zeit“. Wenn also eine Dienstleistungs-Firma mit einem Kunden ein Zeit-Kontingent vereinbart, das flexibel vom Kunden abgerufen werden kann, so ist dies in aller Regel ein Dienstvertrag.

Wie die anderen Vertragsarten auch ist der Dienstvertrag grundsätzlich Formfrei. In der betrieblichen Realität wird er betroffene Dienstvertrag aber schriftlich verfasst werden. Schon allein um Kündigungsfristen und andere wichtige Parameter für beide Seiten planbar zu gestalten.

Im formal-juristischen unterscheidet man beim Dienstvertrag den selbstständigen und unselbstständigen Dienstvertrag. Zu ersterem gehört etwa wenn ein Anwalt für seinen Mandanten tätig wird und Stunden abrechnet. Zu den unselbstständigen Dienstverträgen gehört etwa der Arbeitsvertrag. Dazu weiter unten mehr.

Werkvertrag gem. §§ 631 ff. BGB

Im Falle eines Werkvertrags gemäß §631 BGB verpflichtet sich das Unternehmen zur Erstellung eines Gewerks. Das kann etwa ein Haus, eine Software oder eine andere abgeschlossene Sache sein – z.B. die Komposition eines individuellen Liedes.

Der wichtigste Punkt beim Werkvertrag ist, dass der Unternehmer dem Empfänger den Erfolg des Werkes schuldet. Der Auftraggeber verpflichtet sich seinerseits zur Abnahme des Werkes und natürlich wie beim Kaufvertrag zur Zahlung des vereinbarten Betrages nach Rechnungsstellung.

Das klassische Beispiel eines Werkvertrages ist der Bau einer Immobilie. Hier beauftragt der Bauherr ein Unternehmen mit der Erstellung eines Hauses. Das Bauunternehmen verpflichtet sich, die Immobilie innerhalb einer bestimmten Zeit nach definierten Vorgaben zu erstellen. Der Bauherr seinerseits verpflichtet sich, das Bauwerk abzunehmen und den vereinbarten Preis (in der Regel in einzelnen Teilabschnitten) zu bezahlen.

Auch wenn diese Vertragsart prinzipiell formfrei ist, so kommt die Formfreiheit bei Werkverträgen in der Praxis praktisch nicht vor. Insbesondere bei Summen jenseits von 500.000 € wollen beide Vertragsparteien im Vorfeld genau wissen, wann welche Leistungen abgenommen werden und wann im Gegenzug welche Teil-Erfolge bzw. Abschnitte zu bezahlen sind.

Bei Werkverträgen ist es außerdem üblich die genauen Spezifikationen des Werkes in Pflichtenheften bzw. Lastenheften genau zu definieren.

Der Arbeitsvertrag

Der Arbeitsvertrag regelt die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiter und Firma

Der Arbeitsvertrag regelt die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiter und Firma

Nicht explizit im BGB behandelt ist der Arbeitsvertrag. Nach herrschender, juristischer Auffassung ist der Arbeitsvertrag zwischen dem Mitarbeiter und dem Unternehmen eine Unterform des Dienstvertrags nach §611 BGB. Der Arbeitsvertrag begründet also die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers in Form von geleisteter Zeit. Für den Unternehmer bedeutet das: Ein Angestellter schuldet dem Unternehmen Zeit, nicht Erfolg.

Wichtig dabei zu wissen: Ein Arbeitsvertrag kann zunächst nur mündlich geschlossen werden. Die Wirksamkeit eines Arbeitsvertrags ist also nicht an die Einhaltung der Schriftform gebunden. Ein Arbeitsvertrag kann also prinzipiell durch Handschlag zwischen dem Arbeitgeber und dem Mitarbeiter geschlossen werden – wovon wir aber dringend abraten.

Bei Arbeitsverträgen die nicht im Vorhinein schriftlich geschlossenen werden, ist der Arbeitgeber (nicht der Mitarbeiter) allerdings verpflichtet, spätestens 1 Monat nach dem Beginn des Arbeitsverhältnisses, die wesentlichen Vertragsbedingungen zu dokumentieren und diese zu unterzeichnen. Von diesem nachdokumentierten Arbeitsvertrag erhalten dann das Unternehmen und der Mitarbeiter je eine Version ausgehändigt.

Der Gesellschaftsvertrag als Vertragsart nach §705 BGB

Wer eine GmbH gründet kommt an dieser Vertragsart nicht vorbei. Prinzipiell ist der Gesellschaftsvertrag nach §705 BGB dazu da die Parteien auf ein gemeinsames Ziel bzw. einen Zweck einzuschwören und dazu ihren Teil beizutragen. Das kann etwa bei einer GmbH die Einzahlung von Geld (Kapitaleinlage) oder das Einbringen von Zeit sein.

Der Gesellschaftsvertrag muss nicht nur zwischen zwei Parteien geschlossen werden. Er wird häufig von sehr viel mehr Vertragsparteien unterzeichnet – meistens so vielen wie es Anteilseigner etwa bei einer GmbH gibt.

Lese-Tipp: Welche Gesellschaftsform für Unternehmensgründer am besten passt haben wir im Blog von docurex bereits einmal ausführlich beschrieben.

Während der Vertrag zur Gründung einer GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) noch formfrei ist, so muss etwa der Vertrag zur Gründung einer GmbH vom Notar beglaubigt werden. Allein dies erfordert die Schriftform.

Praxistipp: Die Scheidungsrate unter Vertragspartner im Gesellschaftsrecht liegt bei mehr als 50%. Es empfiehlt sich hier nicht nur die Schriftform. Aus der Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Kanzleien und unzähligen Due Diligence Projekten raten wir: Lassen Sie ihre Vertragsentwürfe immer nach dem 4-Augen-Prinzip von einem Fachanwalt prüfen. Das kostet zwar zunächst Geld. Es spart Ihnen aber in den meisten Fällen für den Fall richtig Zeit und Geld, wenn die Geschäfte nicht m ehr laufen oder die Vertragspartner unterschiedlicher Meinung sind.

Denn Verträge werden in Freundschaft geschlossen. Sie sollten alles umfassen und beachten, was man nicht mehr bereden kann weil die Freundschaft beendet ist.

Der Bürgschaftsvertrag nach § 765 BGB

Der  Bürgschaftsvertrag ist eine von vier in Deutschland bekannten Vertragsarten, für einen Gläubiger Sicherheit herzustellen. Die Bürgschaft an sich ist ein Dreiecksgeschäft und kommt fast immer zusammen mit Darlehensverträgen vor.

Der Schuldner leiht sich in der Regel beim Gläubiger Geld. Dafür muss er eine Sicherheit erbringen. Sofern Eigentumsvorbehalt, Verpfändung oder Hypothek nicht ausreichen oder nicht möglich sind, kann ein Bürgschaftsvertrag dem Gläubiger die notwendige Sicherheit geben.

Im Klartext: Im ersten Schritt wird in der Regel zwischen Gläubiger und Schuldner ein Darlehensvertrag geschlossen. Im zweiten Schritt vereinbarten der Bürge und der Gläubiger einen Bürgschaftsvertrag. Dabei ist es in der Regel die Aufgabe des Schuldners einen Bürgen zu benennen oder diesen dazu zu überreden, die Bürgschaft einzugehen.

Beispiel: Im Fall eines privaten Hauskaufs, wird die Kredit-gebende Bank (Gläubiger) auf einer Hypothek auf das Haus des Schuldners bestehen. Im Fall der Verletzung des Darlehensvertrags durch den Schuldner kann die Bank das Haus verkaufen und damit die Restschuld begleichen.

Bei Darlehensverträgen von Firmen, die nicht dinglich abgesichert werden können, wir die Bank in der Regel auf einem Bürgschaftsvertrag zu einem Kredit beharren.

In der Praxis sieht das dann meist so aus: Das Unternehmen (etwa eine GmbH; hier der Schuldner) nimmt bei ihrer Bank einen Kredit auf. Im gleichen Zug wird einer oder mehrere Eigentümer der GmbH eine Bürgschaft für diesen Kredit abgeben müssen.

Im Fall der 1-Mann GmbH, d.h. wenn Eigentümer und Geschäftsführer die gleichen Personen sind, schließt also der Geschäftsführer für die GmbH  den Darlehensvertrag mit der Bank. Der geschäftsführende Gesellschafter unterschreibt als Privatperson mit der Bank einen Bürgschaftsvertrag. Damit wird in der Realität oft die Risiko-Minimierung einer GmbH über das Eigenkapital umgangen und im Falle einer Verletzung des Darlehensvertrags durch die GmbH (bspw. im Falle einer Insolvenz) doch das Privatvermögen des Eigentümers angegriffen.

Tipp: Im docurex Datenraum können Sie das Modul „Contract Analyzer“ hinzu buchen. Damit analysieren Sie mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz alle hochgeladenen Vertragsarten auf Merkmale, auf die es bei einem Unternehmenskauf ankommt.

Sachdarlehensvertrag nach § 607 BGB

Ein Sachdarlehensvertrag ist vom Prinzip wie ein Darlehensbetrag zu sehen. Hier wird eine Sache an den Vertragsnehmer übergeben. Im Gegensatz zum Darlehensvertrag verpflichtet sich der Vertragsnehmer aber die Sache in gleicher Menge, Güte und Art zum vereinbarten Zeitpunkt zurück zugeben. Er ist nicht verpflichtet exakt die identische Sache zurück zu geben sondern nur eine gleichartige Sache.

Beispiele wären etwa ein Sachdarlehensvertrag über 10 Tonnen Getreide an einen Bäcker, der das Getreide mahlen lässt und anschließend zu Brot verarbeitet. Das in Anspruch genommene Getreide kann der Bäcker bzw. der Müller natürlich nicht zurückgeben. Er kenn lediglich einen adäquaten Ersatz besorgen.

In Sachdarlehensverträgen kann ein Darlehensentgelt vereinbart werden, es muss aber nicht. Unter Firmen findet der Sachdarlehensvertrag eher selten Anwendung.

Tauschvertrag gem. § 480 BGB

Beim Tauschvertrag nach § 480 BGB tauschen die Vertragsparteien zwei in der Regel gleichwerte Sachen. Das können Maschinen oder Vermögenswerte sein. Im realen Miteinander von Unternehmen kommt der Tauschvertrag aber eher sollten vor.

Schenkungsvertrag (§§ 516 ff. BGB)

Zu den weniger relevanten Vertragsarten zählt noch der Schenkungsvertrag gem. § 516 BGB. Auch wenn hier eine Sache oder ein Vermögenswert unentgeltlich hergegeben wird, so handelt es sich streng genommen um einen Vertrag.

Fragen und Antworten zu Verträgen und Vertragsarten

Gilt das Widerrufsrecht auch für Kaufleute?

Kurz gesagt: nein. Wer als (Voll-)Kaufmann einen verbindlichen Vertrag schließt, kann ihn nicht einfach widerrufen oder stornieren. Das Widerrufsrecht gilt nur für Privatleute. Für Kaufleute gilt es nicht. Quelle: https://www.frag-einen-anwalt.de/Zustandegekommener-Kaufvertrag-zwischen-Kaufleuten–f5516.html

Kann man Verträge durch Handschlag begründen?

Kaufleute können Verträge per Handschlag fassen

Kaufleute können Verträge per Handschlag fassen

Ja – Kaufleute können bei gleich lautenden Willenserklärungen einen gültigen Vertrag eingehen. Der Handschlag ist dabei eher symbolischer Natur. – In der Realität ist es aber schwierig den Vertrags-Kontext (Inhalt, Umfang, Betrag etc.) nachtäglich zu beweisen. Daher empfehlen wir Verträge unbedingt schriftlich fest zu halten.

Weitere Lese-Tipps aus dem Blog von docurex.com

 

Was ist ein Datenraum?

Was ist ein Datenraum?

Ein Datenraum ist ein sicherer Raum, in denen vertrauliche Dokumente aufbewahrt werden können und nur von befugten Personen gelesen werden dürfen. Niemand in der Wirtschaft würde ohne alle Fakten eine wichtige Entscheidung treffen. Bei bedeutenden materiellen Ereignissen wie Fusionen und Übernahmen, Ausschreibungen und Fundraising kann die erforderliche Einholung aller zur Entscheidungsfindung benötigten Informationen dazu führen, dass Zehntausende streng vertrauliche Dokumente durchsucht werden müssen.

Sichere Verwaltung für wichtige Unternehmensdaten

datenraum_daten sichernDie meisten Käufer möchten vor einer Übernahme eine organisierte Bewertung aller Aspekte eines Unternehmens durchführen. Um den potenziellen Käufer dazu in die Lage zu versetzen, stellt der Verkäufer wichtige Datensätze und Informationen häufig in einem physisch sicheren und ständig überwachten Raum zur Einsicht zur Verfügung. Das Expertenteam der Käuferseite kann dann auf die Dokumente in diesem Datenraum zugreifen. Auf diese Weise kann der Käufer seine Bewertung des Unternehmens bestätigen und gegebenenfalls vorhandene Schwachpunkte aufdecken, die ein Risiko für seine Investition darstellen könnten.

Wenn Unternehmen einen sicheren Ort benötigen, um vertrauliche Dokumente an ausgewählte Dritte weiterzugeben, verwenden sie also einen Datenraum, um zu kontrollieren, wer was sieht und um das Risiko zu minimieren, dass ihre vertraulichen Geschäftsinformationen Unbefugten zugänglich sind. Datenräume werden von Unternehmen, Beratern, Rechtsteams, Investoren und Wirtschaftsprüfern genutzt und dienen häufig als wesentlicher Bestandteil eines Due-Diligence-Prozesses für wesentliche Ereignisse wie Ausschreibungen, Rechtsgeschäfte, Fundraisings und Audits.

Was bedeuten Datenräume für Unternehmen?

Traditionell ist also ein Datenraum buchstäblich ein tatsächlicher Raum voller Dokumente. Unternehmen nutzen dafür einen Raum in ihrer eigenen Zentrale, in den Büros ihrer Anwälte oder an einem sicheren Ort wie einer Bank. Hier bewahren sie Dokumente auf, beschränken den Zugang zu ihnen und können diese überwachen. Sie sind normalerweise physisch gesichert und streng überwacht. Vorteilhaft beim physischen Datenraum ist, dass nur Befugte an Informationen gelangen. Der physische Datenraum hat jedoch erhebliche Einschränkungen. Das Suchen und Überprüfen von physischen Dokumenten ist schwierig und zeitaufwändig. Häufig ist jeweils nur eine Person oder ein Team zur gleichen Zeit im Datenraum erlaubt. Dies bedeutet, dass konkurrierende Interessenten oder sogar Spezialisten des gleichen Teams auf den Zugriff warten müssen. Es kann teuer werden, die Handelsteams nahe genug vor Ort für die Nutzung des Datenraums unterzubringen. Insbesondere, wenn der Due-Diligence-Prozess Monate dauern kann.

Um sicherere Abschlüsse viel schneller ausführen zu können und dazu eine bessere Kontrolle über mehrere Bieter zu haben, entscheiden sich viele Unternehmen heute für einen virtuellen Datenraum, um einen sicheren Online-Ort für die Offenlegung Ihrer Dokumente zu schaffen. Ein virtueller Datenraum ist eine Cloud-Lösung, die speziell für die sichere Speicherung und gemeinsame Nutzung von vertraulichen Geschäftsinformationen entwickelt wurde. Cloud-Computing, ein Begriff, der 1996 von Compaq-Computer-Führungskräften geprägt wurde, verlagerte den Dateizugriff von Desktops und Geräten auf das Internet. Google-Chef Eric Schmidt stellte den Begriff 2006 einem breiteren Konferenzpublikum vor, als er über das Aufstellen und die Struktur von Datendiensten auf Servern sprach. Innerhalb eines Jahres begannen Microsoft, Amazon und IBM mit dem Marketing von Cloud-Computing-Initiativen. Der virtuelle Datenraum entstand etwa zur gleichen Zeit wie die Präsentation von Google. Seit 2006 haben virtuelle Datenräume die arbeits- und zeitintensiven Due-Diligence-Bemühungen früherer Jahrzehnte obsolet gemacht.

Aller Anfang ist schwer

Die Anbieter hatten mehrere Herausforderungen zu meistern:

  • Aufklärung der Kunden über den Wert eines virtuellen Datenraums als Lösung für die Dateispeicherung
  • Herstellen der Sicherheit in Bezug auf die Sicherheitskontrolle für sensible Daten in digitaler Form,
  • Abrufen gesetzlicher Nachweise für digitale Dateien
  • Umstellung der Kunden von Papier auf digitale Prozesse
  • Zeit und Arbeitsaufwand für das Scannen und Hochladen von Papierdateien
  • Erstellen stabiler Umgebungen für große Dokumentationsmengen

Sicherheitsprotokolle für das Öffnen, Freigeben und Drucken von Dokumenten erstellen einen detaillierten Aktivitätspfad für Teilnehmer und Prüfer. Datenräume bieten spezifische Funktionen wie erweiterte Berechtigungen, Q- & A-Tools, Notizen und Lesezeichen sowie Authentifizierung mit mehreren Faktoren und Wasserzeichen.

Sicherheit von Daten ist das A und O

Heutzutage bauen Datenraumanbieter zunehmend maschinelle Lerntechnologien in ihre Software ein und erweitern so ihr Angebot um Werkzeuge wie datenraum_unterlagen verwaltenautomatische Dokumentenübersetzung, Befundverwaltung und automatische Analyse von Dokumenten und das Setzen von roter Flagge. Der virtuelle Datenraum bietet zahlreiche Sicherheitsfunktionen für die verwalteten Dokumente und Dateien, die die Unternehmensdokumente und vertraulichen Daten schützen. Die Sicherheitsfunktionen für Dokumente reichen von der Wasserzeichenmarkierung bis hin zur Verschlüsselung von Daten mit vom Kunden verwalteten Sicherheitsschlüsseln.

Dynamische Wasserzeichen werden automatisch in jedes aus dem virtuellen Datenraum heruntergeladene Dokument eingebettet. Das Wasserzeichen kann das Datum des Downloads, den Namen des Projekts, den Namen und sogar die IP-Adresse der Person enthalten, die das Dokument heruntergeladen hat. Eine Sicherheitsfunktion, die manchmal als „selbstzerstörendes Dokument“ oder „Remote-Zerstörung“ bezeichnet wird, ermöglicht es, das Zugriffsrecht auf das Dokument jederzeit zu widerrufen. Dies ist selbst, nachdem der Benutzer die Datei bereits heruntergeladen hat, möglich. Diese Dokumentschutzfunktion verhindert die unerwünschte Verteilung von Dokumenten. Die Funktion der eingeschränkten Anzeige ermöglicht das Sperren von Teilen des Bildschirms, während das Dokument im Internetbrowser angezeigt wird. Dies hilft, Sicherheitsverletzungen wie unaufgefordertes Betrachten an öffentlichen Orten, Kamera-basierte Angriffe oder Bildschirmaufnahmen zu verhindern. Die 256-Bit-AES-SSL-Verschlüsselung ist der goldene Standard für Online-Banking- und E-Commerce-Transaktionen.

Unternehmen legen den Zugriff auf den Datenraum selbst fest

Die Anbieter eines virtuellen Datenraums garantieren den höchsten Standard der Datenverschlüsselung während der Übertragung von Daten vom und zum virtuellen Datenraum sowie während des Speicherns der Daten. Mit Dokumentsicherheitsrichtlinien können benutzerdefinierte Dokumentschutzstufen festgelegt werden. Dabei können für jedes Dokument im virtuellen Datenraum die Rechte zum Anzeigen, Freigeben, Bearbeiten oder Herunterladen des ursprünglichen oder mit Wasserzeichen versehenen Dokuments festgelegt werden. Auch die Option zum Drucken von Dateien kann eingeschränkt sein. Ein virtueller Datenraum bietet die Möglichkeit, die Rechte für den Dokumentenzugriff für jeden Benutzer des Datenraums genau festzulegen. Die Datensicherung fügt eine weitere Ebene der Dokumentensicherheit hinzu. Dies stellt sicher, dass in den virtuellen Datenraum hochgeladene Dokumente niemals verloren gehen oder zerstört werden können. Ein virtueller Datenraum kann Echtzeit-Dateisicherung durch verschlüsselte VPN-Tunnel bieten. Der virtuelle Datenraum scannt automatisch alle hochgeladenen Dokumente auf Viren oder andere Fehler. Die meisten virtuellen Datenräume lassen dabei das Hochladen defekter Dateien nicht zu.

Von Anwaltskanzleien bis hin zum Finanzwesen – Datenraumnutzung wird immer beliebter

datenraum_business meetingBei der offenen Verschlüsselung wird das Dokument beim Öffnen automatisch verschlüsselt, um den unbefugten Zugriff über ein ungesichertes Netzwerk zu verhindern. Beim Speichern stellt die Verschlüsselung sicher, dass Dokumente während der Speicherung geschützt und für Unbefugte nicht lesbar sind. Momentan entwickeln sich blockchainbasierte Technologien, um die Sicherheit im virtuellen Datenraum zu verbessern. Die Akzeptanz des Konzepts virtueller Datenraum ist seither stetig gestiegen. Der virtuelle Datenraum hat sich zu einem Online-Besprechungsraum für alle Beteiligten entwickelt. Die Zusammenarbeit zwischen den Parteien wird immer einfacher. Denn die Tools im virtuellen Datenraum stehen auch außerhalb von Due-Diligence-Aktivitäten zur Nutzung zur Verfügung. Virtuelle Datenraumanwendungen werden über die Due-Diligence-Aktivitäten hinaus auf Kredit-, Beteiligungs- und Wagnistransaktionen erweitert. Obwohl der virtuelle Datenraum traditionell beispielsweise für Finanztransaktionen oder Börsengänge Anwendung findet, hat sich sein Anwendungsbereich in den letzten zehn Jahren enorm erweitert.

Jedes Unternehmen, das mit der sicheren und spezialisierten Verwaltung seiner Dokumentation befasst ist, kann potenziell einen Datenraum nutzen. Während Investmentbanken, Anwaltskanzleien und Finanzorganisationen Schlüsselkunden sind, wird der virtuelle Datenraum auch in den Bereichen Biotechnologie, Energie, Pharmazie und Telekommunikation eingesetzt. Sicherer Dokumentenaustausch ist ein Dienst, der in fast jeder Branche Einsatz findet. IBIS berichtet, dass der Umsatz im Bereich des virtuellen Datenraums 2017 bei mehr als 300 Anbietern über 800 Millionen US-Dollar betrug. Die annualisierten Wachstumsraten erreichten zwischen 2012 und 2017 fast 8 %. Prognosen für die Zukunft zeigen, dass der virtuelle Datenraum bis 2022 mehr als 1,1 Mrd. USD generieren wird.

Wozu dient ein NDA - erklären es.

Was ist ein Non-Disclosure-Agreement

Ein Non-Disclosure-Agreement (NDA) ist ein Vertrag zwischen zwei unterschiedlichen Parteien, der regelt, wie mit vertraulichen und sensitiven Informationen umgegangen wird. Typischerweise wird ein NDA unterschrieben, bevor zwischen zwei Firmen vertrauliche oder geheime Informationen geteilt werden. Im NDA wird in der Regel festgelegt, dass Informationen die im Rahmen des NDA zugänglich gemacht werden, auf keinen Fall nicht an Dritte weiter gegeben werden dürfen.

Wörtlich übersetzt heißt Non-Disclosure-Agreement „Vereinbarung zur Nicht-Offenlegung“. Im Deutschen wird das Non-Disclosure-Agreement oft als Verschwiegenheitserklärung, manchmal auch als Geheimhaltungserklärung bezeichnet.

Es gibt unterschiedliche Anwendungsfälle für die Nutzung einer Verschwiegenheitserklärung. Dabei ist es vor allem wichtig, wie der NDA im Detail ausformuliert ist und welche Sanktionen, Pönalen und sonstige Konsequenzen es für die Unterzeichner hat, wenn Sie gegen die Regeln des NDA verstoßen.

Warum ist ein NDA so wichtig?

Ein Non-Disclosure-Agreement (NDA) hilft Geheimnisse zu wahren

Ein Non-Disclosure-Agreement (NDA) hilft Geheimnisse zu wahren

Ein NDA kommt typischerweise dort zum Einsatz, wo ein Unternehmen die eigenen Mitarbeiter, Partnerfirmen oder andere Vertragsparteien davon abhalten möchte, vertrauliche oder geheime Informationen mit unbefugten Dritten zu teilen.

Dabei kann es sich um Patente, Kundeinformationen, die Strategie der Firma an sich oder andere für das Unternehmen essentiell wichtige Informationen bzw. Daten handeln. Der NDA stellt in diesem Zusammenhang sicher, dass niemand – weder die eigenen Mitarbeiter noch die Mitarbeiter von Partnerfirmen – sich einen Vorteil dadurch verschaffen kann, dass er im Besitz der vertraulichen Informationen ist.

Damit wird von der Unternehmensleitung in der Regel bezweckt, dass etwa Firmen-Interna an Konkurrenten oder generell an Externe weiter gegeben werden. Ein anderer Anwendungsfall für einen NDA bzw. eine Geheimhaltungserklärung ist, dass Mitarbeiter nicht ihrerseits sich selbständig machen und dem aktuellen Arbeitgeber Konkurrenz machen – sei es in dem Sie Patente stehlen oder mit der Kundendatenbank auf Akquise gehen.

Der NDA als juristischer Vertrag

Auch wenn prinzipiell ein NDA zwischen den Geschäftsführern oder Vorständen zweier Unternehmen mündlich geschlossen werden kann, so wird in der betrieblichen Praxis eine Vertraulichkeitsvereinbarung immer schriftlich formuliert und rechtssicher dokumentiert. Daher wird in dem Moment, wenn zwei Firmen eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen, aus dem NDA ein juristischer Vertrag.

Sofern es zu einer Vertragsverletzung im Rahmen eines NDA kommt, so kann die eine Vertragspartei die andere verklagen. Diese Klagen sind in aller Regel zivil-rechtliche Klagen und laufen meistens auf eine Schadenersatzklage heraus.

Dabei sind Non-Disclosure-Agreements in der Regel in Ihrem Inhalt nach so ausgelegt, dass Verstöße gegen den NDA-Vertrag sofort mit einer vorab festgelegten Strafe (Pönale) geahndet werden und ohne ein aufwändiges Gerichtsverfahren fällig werden.

Warum sollten Sie ein NDA nutzen?

Es gibt unterschiedliche Gründe warum ein Unternehmen eine Geheimhaltungserklärung bzw. eine Verschwiegenheitserklärung nutzen sollte. Der Hauptgrund wird in aller Regel sein, dass man Informationen, die für das Unternehmen sehr wertvoll sind, schützen möchte. Dabei kann es sich um Kunden-Daten handeln, die nicht in fremde Hände fallen dürfen. Genauso denkbar sind Patene oder Prozesse, die aus Sicht der Firma besonders schützenswürdig sind.

Ein konkretes Beispiel für einen Non-Disclosure-Agreement

Ein NDA als Grundlage für die Due Diligence

Ein NDA als Grundlage für die Due Diligence

Im Falle eines Unternehmensverkaufs, wird der Eigentümer viele vertrauliche und geheime Dokumente des zu verkaufenden Unternehmens potentiellen Interessenten im Rahmen einer Due Diligence in einem digitalen Datenraum zeigen müssen. Einige dieser Interessenten sind oft Mitbewerber. Da die zu verkaufende Firma nur an einen einzigen Interessenten verkauft werden kann, wird mit einem NDA und meist sehr hohen Strafzahlungen sichergestellt, dass auch die Kaufinteressenten die geheimen Informationen nicht weiter geben, wenn Sie am Ende der Due-Diligence das betreffende Unternehmen nicht kaufen können.

Ein anderer Anwendungsfall für eine Verschwiegenheitserklärung ist die Zusammenarbeit mit freien Mitarbeitern (engl. Contractors). Etwa in der Software-Industrie ist es üblich, dass ganze Teams von freien Software-Entwicklern für ein beauftragendes Unternehmen eine komplette Anwendung erstellen. Damit dieser Software-Quellcode nicht nach Auftragsende in die falschen Hände fällt, wird zwischen dem Auftraggeber und den freien Mitarbeitern ein NDA unterschrieben. Das Gleiche gilt wenn nicht einzelne Freiberufler sondern eine Software-Entwicklungs-Firma den Auftrag zu Erstellung einer Software-Anwendung übernimmt.

Was muss in einem NDA enthalten sein?

Non-Disclosure-Agreements ohne konkreten Anlass zwischen zwei Firmen sind eher selten. Ein NDA wird deshalb in der Regel für einen bestimmten Zweck erstellt, etwa wenn zwei Unternehmen für ein bestimmtes Projekt für eine Zeit lang miteinander arbeiten müssen.

Die folgenden Themen werden in der Regel abschnittsweise in einem NDA berücksichtig und dokumentiert:

  • Wer gibt die Informationen und wer erhält sie? In der Regel hat oft eine Partei ein größeres Risiko, dass seine Informationen im Rahmen einer Zusammenarbeit in falsche Hände geraten könnten. Daher wird in einem NDA meist konkret benannt, wessen Informationen schützenswürdig sind und wer sie erhält.
  • Um welche Geheimnisse geht es genau? Je spezifischer die vertraulichen Informationen benannt und eingekreist werden, desto besser.
  • Was ist frei verfügbar – Gute Non-Disclosure-Agreements enthalten im Gegenzug klare Formulierungen welche Informationen vom Empfänger dennoch frei verwendet werden können. Dazu gehören in der Regel frei erhältliche Daten zum Unternehmen oder zum Projekt oder allgemeine Informationen die jedermann im Internet finden
  • Wie lang gilt das NDA? Je nach Projekt kann das NDA für einen bestimmten Zeitraum gelten bzw. über die Projektdauer hinaus. In vielen Fällen reichen die Bindefristen für eine Geheimhaltung aber weit über das Ende des konkreten Projekts hinaus.
    Darüber hinaus gibt es auch Geheimnisse, die praktisch nie „frei“ gegeben werden, weil Sie einen essentiellen Wert für das Unternehmen haben.
  • Vertragsstrafen in einem NDA – Viele Geheimhaltungserklärungen enthalten sehr konkrete Strafen bzw. Pönalen, für den Fall des Bruchs des Vertrages. Die Höhe der Strafe und die Frage ob für ein und dasselbe Vergehen eine Strafzahlung mehrfach anwendbar sind, wird meistens zwischen den Juristen der betreffenden Unternehmen ausverhandelt und schriftlich im NDA dokumentiert.
  • Nachweis der Einhaltung / Kreis der Betroffenen – Nicht selten wird in einem NDA explizit dokumentiert, welche Personen bzw. Personenkreise unter das NDA fallen und wie diese vom jeweiligen Unternehmens-Management zur Einhaltung der Geheimhaltung gebracht werden.
  • Rückgabe von Datenträgen und Unterlagen . Gedanken und Wissen kann nicht ohne weiteres zurückgegeben werden. Dennoch enthalten gute NDA konkrete Regelungen wie übergebene Dokumente, Unterlagen, Abschriften oder Skizzen vom nutzenden Unternehmen nach Ende des NDAs an die gebende Firma zurückgegeben werden.
  • Gerichtsstand & Co.: Wie in jedem anderen juristischen Vertrag enthält in der Regel auch ein Non-Disclosure-Agreement konkrete Regeln bei welchem Gericht in welcher Stadt bei einem Vertragsbruch geklagt werden kann und wer dabei die Anwaltskosten zu begleichen hat.
  • Wer unterschreibt? – Verschwiegenheitserklärungen mit Einzelpersonen werden natürlich vom Betroffenen selbst sowie die Auftraggeber unterschreiben. Eine Verschwiegenheitserklärung bzw. ein NDA zwischen Firmen wird in der Regel von der Unternehmensleitung (Geschäftsführer, Vorstand) oder einem Prokuristen

Wie gehen Datenraum-Anbieter mit der Geheimhaltung um?

Datenraum-Anbieter, wie etwa die Mitarbeiter von docurex®, haben täglich mit sensitiven Daten Ihrer Auftraggeber zu tun. Dabei ist es durchaus üblich, daß parallel zur Anfrage und Beauftragung einer Datenraum-Lösung zwischen dem Anbieter und dem Kunden eine Verschwiegenheits-Erklärung unterzeichnet wird.

Auch wenn die Mitarbeiter von docurex® per se keinen Zugang zum geschützten Datenraum Ihres Kunden haben, so schafft ein unterschriebener und gültiger NDA vor allem auf Kunden-Seite das nötige Vertrauen in der täglichen Zusammenarbeit.

Neben der Geheimhaltung, die in Form eines NDA sicher gestellt wird, ist in der Regel in Europa noch eine Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung zu unterzeichnen, damit allen Anforderungen nach der DSGVO genüge getan wird.

Fazit zur Geheimhaltung von Informationen

Mit Hilfe eines Non-Disclosure-Agreement können Firmen schützenswerte Geheimnisse und andere vertrauliche Informationen wirksam schützen. Dabei empfiehlt es sich einerseits einen Fachanwalt mit der exakten Ausformulierung der Verschwiegenheitserklärung zu beauftragen.

Darüber hinaus empfehlen wir, sensitive Dokumente generell nur in einem geschützten Datenraum bereit zu stellen. So wird in jedem Fall der Zugriff auf jedes Dokument protokolliert. So kann im Nachhinein anhand der Protokollierung sicher nachvollzogen werden, welcher Nutzer zu welcher Uhrzeit welches Dokument betrachtet oder es gar herunter geladen hat. Hiervon profitiert vor allem der Geschädigte, da aufwändige Forensik oder die Einschaltung eines Gutachters nicht notwendig sind.

Der Nachweis eines Fehlverhaltens im Rahmen eines NDA ist so vor allem für den Geber der Informationen deutlich einfacher zu erbringen.