Was versteht man unter einem Firmenwert?

Der Firmenwert, der auch als Geschäftswert oder Goodwill bezeichnet wird, bezeichnet einen Vermögensposten, der alle materiellen und immateriellen Wirtschaftsgüter umfasst, abzüglich aller Verbindlichkeiten. Es ist kaum möglich, einen exakten Firmenwert zu ermitteln, da auch nicht greifbare Werte wie der Ruf oder das Image eines Unternehmens mit einbezogen werden.

Nicht greifbare wertbildende Faktoren sind beispielsweise die Stammkundschaft, ein qualitatives Management, die Lage des Unternehmens, das Know-How oder ein guter Facharbeiterstamm. Diese Werte sind nicht direkt messbar, dennoch haben sie einen Einfluss auf den Wert eines Unternehmens.

Goodwill

Wer sich mit dem Thema Firmenwert beschäftigt, stößt dabei zwangsläufig auf die Begriffe Goodwill und Badwill. Als Goodwill bezeichnet man einen positiven Firmenwert. Dazu zählen alle Faktoren, die einen positiven Einfluss auf den Geschäftswert haben. Zum Beispiel zufriedene Kunden, die das Unternehmen ihren Bekannten weiterempfehlen. Dies zieht wiederum neue Kunden an und etabliert das Unternehmen als Marke. Diese positiven Einflüsse für ein Unternehmen steigern den Firmenwert, weil sie dem Unternehmen Kapital einbringen.

Badwill

Der Badwill bezeichnet einen negativen Geschäftswert. Dazu zählen alle negativen Einflüsse auf den Firmenwert, zum Beispiel überwiegend schlechte Bewertungen im Internet. Dies hat negative Auswirkungen auf den Umsatz des Unternehmens zur Folge. Das Unternehmen verliert dadurch vielleicht Kunden, Marktanteile oder Lieferanten.

Derivativer und originärer Firmenwert

Wenn von einem Firmenwert oder Geschäftswert die Rede ist, wird unterschieden zwischen dem derivativen und dem originären Firmenwert. Diese unterscheiden sich sowohl handelsrechtlich als auch steuerrechtlich.

Firmenwert

Was hat sich mein Unternehmen selbst erarbeitet?

Der originäre Firmenwert ist der vom Unternehmen selbst geschaffene Wert. Das Unternehmen hat ihn im Laufe der Zeit selbst erarbeitet und erschaffen. Laut dem Handels- und Steuerrecht darf dieser Wert nicht abgeschrieben werden. Die Begründung hierfür ist, dass dieser Wert im Laufe der Geschäftstätigkeit nicht erworben, sondern erschaffen wurde. Aus diesem Grund können dem originären Firmenwert keine eindeutig identifizierbaren Kosten zugeordnet werden. Eine Abschreibung lässt sich somit nicht rechtfertigen. Zu dem originären Firmenwert gehören unter anderem:

  • der Kundenstamm
  • das Image des Unternehmens
  • die Qualität des Managements
  • ein eventueller Vorteil durch den Standort
  • spezielles Know-How des Unternehmens
  • angemeldete Patente
  • Belieferungsrechte

Derivativer Firmenwert

Der derivative Geschäftswert ist der eigentliche Firmenwert, der beispielsweise durch das Aufkaufen eines anderen Unternehmens entsteht. Dieser wird bei der Abschreibung berücksichtigt. Es ist der Unterschiedsbetrag zwischen Kaufpreis eines Unternehmens und der Differenz aus Vermögen und Schulden. Vorausgesetzt, es herrscht eine positive Differenz.

Zum besseren Verständnis ein einfaches Beispiel: Unternehmen Y hat ein Vermögen von insgesamt 5 Millionen Euro und Schulden in Höhe von 2 Millionen Euro. Der eigentliche Wert des Unternehmens also beträgt 3 Millionen Euro. Unternehmen X kauft jetzt Unternehmen Y für 10 Millionen Euro. Dieser Wert ist gewissermaßen um 7 Millionen Euro überhöht. Diese 7 Millionen bilden den derivativen Geschäftswert. Er ist somit ein Maß dafür, inwiefern der Kaufpreis eines Unternehmens erhöht ist. Unternehmen X zahlt die 10 Millionen aber nur aus einem Grund: Es hat positive Erwartungen an die Zukunft von Unternehmen Y. Sie rechnen damit, dass sich der erhöhte Kaufpreis in der Zukunft rentieren wird.

Wie berechnet man den Firmenwert?

Firmenwert

Welche Relevanzen vereinen Käufer und Verkäufer, wenn eine Verhandlung geführt wird?

Grundsätzlich ist es unmöglich, einen objektiven Unternehmenswert zu berechnen. Käufer und Verkäufer haben meist verschiedene Ansichten zu diesem Wert. Ein Inhaber lässt beispielsweise seine eigene Arbeit mit in die Berechnung einfließen. Einem Käufer interessiert dagegen nur der eigentliche Sachwert. Um einen möglichst objektiven Sachwert zu erhalten, sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen.

Berechnung mit einem Online-Rechner

Für eine erste Einschätzung genügt meist ein Rechner aus dem Internet. Oft sind es Unternehmensberater, die diese kostenlosen Tools anbieten. Diese Rechner bieten potenziellen Kunden vorab einige Anhaltspunkte für den Wert. Sie basieren in der Regel auf gängigen Verfahren der Unternehmens-Wert-Berechnung. Lesen Sie hier alles zu Unternehmensberatern.

Verfahren zur Berechnung

In der Praxis haben sich zwei gängige Verfahren zur Wert-Ermittlung durchgesetzt.

Das Ertragswertverfahren:

Dieses Verfahren berücksichtigt, was mit dem Unternehmen in Zukunft verdient werden kann. Für die Berechnung werden die Erträge der Firma mit einem Kapitalisierungs-Zinssatz dividiert. Dabei werden mögliche Zinsen für herkömmliche Geldanlagen mit berücksichtigt.

Ein Investor möchte beispielsweise ein Unternehmen kaufen, dessen Ertrag bei 350.000 Euro liegt. Der Geschäftsführer zahlt sich einen Lohn von 100.000 Euro pro Jahr und gibt eine Kapitalverzinsung von 15 Prozent an. Seine Aufgabe ist es jetzt zu berechnen, wie viel Kapital ein Investor mitbringen müsste, um bei einem Zinssatz von 15 Prozent 250.000 Euro Rendite zu erwirtschaften. Die Berechnung sieht folgendermaßen aus: Kapital = 250.000 * (15 / 100). Das Ergebnis ist 1,66 Millionen Euro. Der Firmenwert nach dem Ertragswertverfahren wäre also 1,66 Millionen Euro. So viel Kapital müsste ein Investor mitbringen, um bei einem Einsatz von 15 Prozent 250.000 Euro zu erzielen.

Das Ebit-Verfahren:

Firmenwert

Wie entsteht mein Wert?

In diesem Verfahren wird der Jahresgewinn der Firma mit einem speziellen Faktor multipliziert. Dieser Faktor ist abhängig von der jeweiligen Branche und der Verschuldung des Unternehmens.

Weitere Faktoren, die bei der Wert-Ermittlung eine Rolle spielen, sind folgende:

  • eine plausible Prognose
  • Investitions und Umsatzplanung
  • Art der Unternehmensführung
  • Art der Dienstleistungen und Produkte
  • Umfang des Kundenstamms

Die Kombination aus solidem Kundenstamm und kontinuierlicher Wachstumsrate können den Firmenwert erheblich steigern.

Welche Kredit-Arten gibt es?

Kredite sind im betriebswirtschaftlichen Sinne eine Übereignung von finanziellen Mitteln von einem Gläubiger an einen Schuldner. Der Schuldner nutzt diese Mittel und zahlt den Kredit zuzüglich Zinsen zu einem vereinbarten Zeitpunkt oder über einen vereinbarten Zeitraum wieder zurück. Kredite lassen sich in verschiedene Kreditarten unterteilen und unterschiedlichen Kategorien zuordnen.

Definition: Was ist ein Kredit?

Ein Kredit ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen zwei Parteien, in der ein Gläubiger einem Schuldner eine bestimmte Geldsumme unter bestimmten Konditionen leiht. Gläubiger oder Schuldner können Privatpersonen, Unternehmen, Banken oder der Staat sein.

Die Konditionen eines Kredits umfassen in erster Linie die Art der Rückzahlung und die Zinsen. Weitere Konditionen können die Bindung an einem bestimmten Verwendungszweck, Möglichkeiten der Stundung oder Konsequenzen bei Zahlungsverzug sein.

Es wird nicht (mehr) zwischen Darlehen und Kredite unterschieden. Vor allem bei Banken ist der Begriff des Darlehens aber weiterhin gebräuchlich und meint dort einen langfristigen Kredit mit hoher Kreditsumme. Der vormalige Unterschied ergab sich aus verschiedenen rechtlichen Bestimmungen, die seit 2002 irrelevant sind.

Unterscheidungskriterien von Krediten

Kredite lassen sich nach folgenden Kriterien kategorisieren:

  • Laufzeit: Zu unterscheiden in kurz-, mittel- und langfristig. Die kurze Frist beträgt weniger als ein Jahr, die lange Frist mehr als fünf Jahre.
  • Kreditsumme: Zu unterscheiden in Klein-, Mittel- und Großkredit. Kleinkredite haben eine Kreditsumme kleiner als 10.000 Euro.
  • Kreditgeber/Kreditnehmer: Zu unterscheiden nach Privatperson, Unternehmen, Banken und staatliche Einrichtungen. Kann auch nach der Funktion weiter gegliedert werden, zum Beispiel Lieferanten oder Arbeitgeber.
  • Art der Bereitstellung: Zu unterscheiden in Geldleihe und Kreditleihe. Bei der Geldleihe wird eine Geldsumme zur Verfügung gestellt. Die Kreditleihe beinhaltet eine Absicherung, beispielsweise in Form einer Bürgschaft. Lesen Sie hier alles zum Thema Bürgschaft.
  • Besicherung: Zu unterscheiden in besicherte und unbesicherte Kredite. Bei besicherten Krediten ist eine Sicherheit hinterlegt, die an eine Sache, eine Person oder ein Recht gebunden ist. Als Zwischenform gibt es teilgesicherte (teilgedeckte) Kredite.
  • Verwendungszweck: Zu unterscheiden in zweckgebunden und zweckungebunden. Bei zweckgebundenen Krediten wird die Verwendung der Kreditsumme vertraglich festgesetzt.
  • Aktueller Status: Zu unterscheiden in intakt, gefährdet, notleidend oder ausgefallen.

Kreditarten

Aus den obigen Kriterien setzen sich weiter die Kreditarten zusammen. Die bekannten Kreditarten weisen meist

Kredite

Welcher Kredit eignet sich für mich?

mehrere der obigen Kriterien auf. Als übergeordnete Einteilung ist die nach Verbraucher- oder Konsumkrediten und Kredite an Unternehmen hilfreich.

Verbraucher- oder Konsumentenkredit

Der Konsumentenkredit ist ein Oberbegriff für Kredite an Privatpersonen. Diese unterliegen gesonderten gesetzlichen Bestimmungen zum Verbraucherschutz. Der häufigste Fall sind hier Kredite von der Bank an Privatkunden. Rahmenkredite dienen der Überbrückung von kurzfristigen Engpässen oder Konsumwünschen und sind bei der Hausbank kurzfristig in relativ geringen Summen abrufbar. Er ist zu unterscheiden vom Dispokredit, der als Möglichkeit der Überziehung des Girokontos jederzeit möglich ist. Beide Kreditarten sind zudem Formen des Barkredits.

Der Baukredit wird ebenfalls von einer Bank an eine Privatperson gewährt. Er wird in der Regel in Teilbeträgen nach dem Baufortschritt ausgezahlt. Ein Baukredit ist in Summe eher hoch und langfristig. Es besteht ein Unterschied zum Immobilienkredit, der sofort ganz ausgezahlt wird, da mit dem Geld eine fertige Immobilie erworben wird.

Der Autokredit ist ein weiteres Beispiel eines zweckgebundenen Verbraucherkredits. Er dient der Finanzierung eines neuen oder gebrauchten Fahrzeugs. Ein Studienkredit dient der Finanzierung eines Studiums oder einer Ausbildung. Da hier in der Regel die KfW als staatliche Bank ist der Studienkredit auch eine Form des Staatskredits.

Eine besondere Form ist der Peer-to-Peer-Kredit, bei dem mehrere Privatpersonen über eine Online-Plattform einer anderen Privatperson Geld leihen. Nicht zuletzt gibt es zahlreiche weitere Kreditarten, die sich an spezielle Verwendungen oder Kreditnehmer richten, beispielsweise den Beamtenkredit mit vorteilhaften Konditionen für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst.

Weiterhin gibt es den Lombardkredit, bei dem Wertpapiere, Bankguthaben oder bewegliche Sachen gegen einen kurz- bis mittelfristigen Kredit verpfändet werden. Ein typisches Beispiel hier ist die Pfandleihe. Eine besondere Unterform im Bereich der Wertpapierverpfändung ist der Effektenlombardkredit.

Privatpersonen erhalten Kredite für gewöhnlich von einer Bank als Privatkredit. Eine Ausnahme wäre neben dem Peer-to-Peer-Kredit das Arbeitnehmerdarlehen. Ein Arbeitgeber gewährt dem Arbeitnehmer einen Kredit.

Kredite an Unternehmen

Hier gibt es vergleichbare Kredite zu denen an Privatpersonen. So ist der Kontokorrentkredit die Entsprechung

Kredite

Welche Möglichkeiten haben Unternehmen?

zum Dispokredit. Allgemein kann zwischen Unternehmen und Banken Kreditrahmenvereinbarungen getroffen werden, um zügig Barkredite zu erhalten.

Zweckgebundene Kreditarten sind der Investitionskredit und der Betriebsmittelkredit. Ersterer dient zur Finanzierung von Anlagevermögen. Letzterer ist flexibel und entspricht dem Rahmenkredit bei Privatpersonen. Für Start-ups gibt es den speziellen Gründerkredit.

Zur Erlangung von Kapital stehen Unternehmen weitere Kreditarten zur Verfügung. So ist allgemein ein Schulddarlehen ein Kredit von einer Bank oder einem Investor, der dem Unternehmen Geldmittel zur Verfügung stellt. Beistandskredite dienen der kurzfristigen Liquiditätssicherung des Unternehmens und gehören nicht zu den regelmäßig abrufbaren kurzfristigen Krediten.

Bei einem Lieferantenkredit ist ein Lieferant der Gläubiger. Bei einem Kundenkredit leistet ein Kunde eine Vorauszahlung und wird so Gläubiger. Der KfW-Kredit fließt von der Kreditanstalt für Wiederaufbau im Rahmen eines Förderprogramms an Unternehmen. Es ist eine Form des Staatskredits sowie eines Förderkredits.

Vor allem in Entwicklungsländern gibt es für Kleinstgewerbetreibende Mikrokredite. Sie haben eine geringe Kreditsumme und dienen zur Finanzierung eines KleinstgewerbesStartups oder einer Selbstständigkeit. Ein Gegensatz dazu wäre der Groß- oder Millionenkredit, der meist von Banken an Unternehmen vergeben wird.

Langfristige Kreditarten

Kredite

Haben langfristige Kredite Vor- oder Nachteile?

Bei den langfristigen Bankdarlehen wird nach Annuitätendarlehen und Tilgungsdarlehen unterschieden. Beim Annuitätendarlehen bleibt die monatliche Rate aus Zinsen und Tilgung gleich. Im Laufe der Zeit wird so der Zinsanteil kleiner und der Tilgungsanteil größer. Beim Tilgungsdarlehen bleibt die Tilgung gleich. Der Zinsanteil ist anfangs höher und somit auch die monatliche Rate, im Laufe der Zeit sinkt dann beides kontinuierlich.

Franchise Systeme: So funktioniert die Partnerschaft mit Unternehmen und Marken

Franchise ist ein System, das vor allem jungen Unternehmern oft von Investoren nahegelegt wird, um schnell sichtbare Erfolge zu feiern. Dabei sind die Methoden, mit denen einige Franchisegeber zusätzliche Einnahmen von ihren Partnern generieren, nicht unumstritten.

Mit der Partnerschaft in einem Franchisenetzwerk lassen sich Firmen aufbauen und erfolgreich führen. Vor allem im Gastronomie- und Eventbereich erfreut sich das System daher großer Beliebtheit. Von einem Franchise sprechen Experten, wenn ein Dachunternehmen als Franchisegeber auftritt und gegen Provisionen feste Beiträge und Abkauf von Merchandise andere Unternehmer seine Marke nutzen lässt.

Definition: So funktioniert ein Franchiseunternehmen

Unternehmer besitzen etwas Wertvolles, nämlich das Image ihrer Produkte, Marken und Firmen und das Patent an verschiedenen Entwicklungen und Rezepten. Ein junger Unternehmer, der noch nichts davon besitzt, kann durch Franchisesysteme von dem Aufbau der Mutterfirma profitieren. Er muss sich nicht in dem fremden Unternehmen bis zur Führungsetage durch arbeiten, sondern wird einfach Franchisenehmer. Das heißt, er kann alle Instrumente und Marken nutzen, die ihm der Franchisegeber zur Verfügung stellt.

In Deutschland existierten 2019 rund 1.000 verschiedene Franchiseketten. Ihnen ist gemein, dass die Geschäfte und Zweige sich stark ähneln. Ein Beispiel sind die beliebten Dunkin Donuts Läden, in denen hauptsächlich, der

Franchise

Klassisches Franchise? Die gibt’s bei den berühmtesten Donuts

Name verrät es, Donuts vertrieben werden. Dunkin‚ Donuts betreibt klassisches Franchise, bei dem jeder Unternehmer, der sich an einem eigenen Donutladen versuchen möchte, die Rechte an der Verwendung der Marke mietet, einheitliches Dekor, Serviergeschirr und die Donuts selbst kauft.

Der Franchisenehmer kann dann im Namen des Unternehmens sein Geschäft betreiben, solange er die Partnerschaft aufrecht erhält und den Ansprüchen des Franchisegebers gerecht wird. Günstig ist das nicht. Laut Kredite.orgkostet es zwischen 30.000 und 90.000 Euro, den Shop zu eröffnen. Die Miete, Kosten für Einrichtung und Gehälter sind dabei noch nicht enthalten. Dafür profitiert der Franchisenehmer von dem guten Namen der Marke und den beliebten Produkten, die er nun selbst verkaufen kann.

Franchise im Handel und der Gastronomie

Nicht alle Franchisesysteme sehen sich selbst als Franchise. So ist beispielsweise die Rewe-Kette aufgebaut auf Unternehmern, die sich auf eine gemeinsame oHG mit dem Rewe-Konzern einlassen möchten. Sie sind alleine dafür verantwortlich, wie ihr Rewe-Markt funktioniert, eingerichtet ist und welche Produkte eingekauft werden. Bei einem gewöhnlichen Franchiseunternehmen vertreiben alle Geschäfte, die die Marke nutzen, das gleiche Sortiment. Auch bei Rewe gibt es Gemeinsamkeiten und auch optisch erkennen die Kunden das rote Logo, die Uniformen, „Ja!“ und „Feine Welt“-Produkte. Durch die gemeinsame Handelsgesellschaft bürgen jedoch die Inhaber auf einer anderen rechtlichen Ebene für ihre Geschäfte. Sie mieten eben nicht nur die Marke, sondern sind rundum selbstständig und eigenverantwortlich für den Umgang mit dem Rewe-Namen.

In der Gastronomie gibt es viele Franchisegeber, weswegen sich auch viele deutsche Innenstädte gleichen. Für Kunden macht es oft keinen Unterschied, in welchem Geschäft unter dem Markendach sie einkaufen. Sie wissen, welche Produkte sie bei Nordsee oder McDonald’s erhalten und sie werden deutschlandweit danach fragen. Das ist ein Vorteil, nimmt dem Geschäft jedoch auch einen Teil der Individualität.

Zahlen und Fakten rund um Franchise

  • Über 1.000 Franchisegeber bieten ihre Marken in Deutschland an.
  • 2019 erwirtschafteten Franchisenehmer in Deutschland 129 Milliarden Euro Umsatz.
  • Pro Jahr wächst ein Franchisesystem deutschlandweit um 1,5 bis 2,5 Betriebe.
  • 43% der Unternehmen sind in der Dienstleistung tätig, 29% im Handel, 20% in Gastronomie und Freizeit und 8% im Handwerk.

Vorteile der Franchise Branche

Franchise

Marken kosten

Für viele Unternehmer ist einer der wichtigsten Faktoren bei einer Gründung, dass sie ihr Startksapital schnell wieder herein wirtschaften. Nicht alle Gründer erhalten Zuschüsse und Kredite. Mit einem eher geringen Startkapital von bis zu 100.000 Euro lässt sich bereits ein kleines Franchiseunternehmen aufbauen, wobei gut die Hälfte des Geldes für Marke und Zubehör des Franchisegebers aufgewendet wird. Die Franchisenehmer können Werbematerial, typische Einrichtungsgegenstände, gebrandete Technik, Uniformen und natürlich die Produkte selbst günstig erwerben. So entsteht in wenigen Tagen, nach Klärung aller Formalitäten, ein Geschäft, das professionell wirkt und eine bekannte Marke vertritt.

Franchiseunternehmen können am richtigen Standpunkt extrem erfolgreich werden und schnell hohe Umsätze erwirtschaften. Um eine Franchise-Partnerschaft mit beliebten Konzernen einzugehen, werden zwar hohe Kosten fällig, sie werden jedoch schnell wieder herein gearbeitet, solange das Hauptunternehmen einen guten Ruf genießt.

Nachteile rund um Franchise und Markenpartnerschaften

Das eigene Unternehmen ist immer auch Ausdruck dessen, was der Unternehmer sich für seine Karriere wünscht. Ein Franchisenehmer ist daran gebunden, was ihm der Franchisegeber anbietet. Über die Jahre wurden immer wieder Stimmen laut, die kritisierten, wie Konzerne die kleinen Franchisenehmer stärker überwachen und ihnen selbst die Musik in Geschäftsradio diktieren. In großen Märkten wie Walmart und Supermärkten hat häufig nicht mehr Belegschaft und Inhaber die Kontrolle über die Lautsprecher, sondern ein Unternehmen, das für den Franchisegeber einen einheitlichen Radiosender betreibt.

Franchisegeber sind zudem oft streng, was die Gestaltung der Läden und Werkstätten angeht. Der Franchisenehmer muss sich für einen der vorgeschlagenen Stile entscheiden und eine gewisse Menge an zukaufbaren Elementen

Franchise

Wer ist finanziell an wen gebunden?

verwenden, um der Marke treu zu bleiben. Diese Einkäufe verursachen zusätzliche Kosten. Dadurch ist der Franchisenehmer dauerhaft finanziell gebunden. Würde er die Partnerschaft auflösen, müsste er das Geschäft aufgeben.

Fazit: Schneller Start, langwierige Partnerschaften

Franchise eignet sich als System für alle, die Umsatz machen möchten und kein eigenes Produkt haben. Zur Verwirklichung eigener Träume mit individuellen Produkten und Marken eignet sich diese Art der Partnerschaft nicht. Im Franchise sind Unternehmen oft lange an das gleiche Sortiment gebunden und müssen einer Reihe von Regularien folgen, die der Franchisegeber diktieren kann. Solange die Marke selbst jedoch erfolgreich ist, sind Umsätze garantiert.

Körperschaftssteuer – wer muss sie zahlen und wie hoch ist sie?

Während natürliche Personen auf ihr Einkommen eine Einkommenssteuer zahlen müssen, ist das bei juristischen Personen die Körperschaftssteuer. Grundlage ist das Körperschaftssteuergesetz (KStG). Berechnet wird die Körperschaftssteuer aus dem handelsrechtlichen Jahresüberschuss.

Definition: Die Körperschaftssteuer, auch als KSt bezeichnet, wird auf den Gewinn beziehungsweise das Einkommen juristischer Personen erhoben. Sie ist eine Unternehmenssteuer, die von Kapitalgesellschaften, Genossenschaften und Vereinen in Höhe von 15 Prozent des zu versteuernden Einkommens gezahlt werden muss. Die Körperschaftssteuererklärung muss jährlich beim Finanzamt eingereicht werden.

Geschichte der Körperschaftssteuer

Ihren Ursprung hat die Körperschaftssteuer in der Reichsfinanzreform 1920, angestoßen durch den damaligen Finanzminister Matthias Erzberger. Damals stand das Deutsche Reich kurz vor dem finanziellen Ruin, verursacht durch Kriegsanleihen, Reparationen und die ökonomischen Kriegsfolgen. Erzberger vereinheitlichte das bisher länderspezifische Steuerrecht und schuf eine moderne Finanzverwaltung. Viele der damals entwickelten

Körperschaftssteuer

Der Prozentsatz veränderte sich kontinuierlich

Prinzipien sind bis heute im deutschen Steuerrecht zu finden. Seit dieser Zeit wird die Körperschaftssteuer erhoben. Ursprünglich lag der Steuersatz bei 10 Prozent, später wurde er deutlich höher. Ihren höchsten Betrag erreichte die Körperschaftssteuer 1946, damals betrug der Steuersatz 65 Prozent. Mit der Unternehmenssteuerreform sank der Satz der Körperschaftssteuer von 25 auf die aktuell 15 Prozent. Gleichzeitig wurden Teileinkünfteverfahren und Abgeltungssteuer für die Anteilseigner eingeführt.

Wer muss die Körperschaftssteuer zahlen?

Die Steuer ist von allen juristischen Personen zu zahlen, deren Sitz oder Geschäftsleitung sich in Deutschland befindet. Das sind beispielsweise:
  • Kapitalgesellschaften wie Aktiengesellschaften (AG), Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA), Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) und die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft.
  • Genossenschaften
  • Vereine
  • Stiftungen
Ist ein Unternehmen als juristische Person weder mit dem Hauptsitz noch der Geschäftsleitung in Deutschland ansässig, ist es nur beschränkt körperschaftssteuerpflichtig und es gilt ein ermäßigter Abgeltungssteuersatz.

Wer ist von der Körperschaftssteuer befreit?

Arbeiten Körperschaften anerkannt gemeinnützig, sind sie von der KSt befreit. Das gilt beispielsweise für:
  • Unternehmen des Bundes, zu denen auch die kommunalen Unternehmen der Regionalförderung, Wirtschaftsförderung und Daseinsvorsorge wie beispielsweise Stadtwerke oder Kommunalunternehmen gehören. Sie sind für die Allgemeinheit tätig. Betätigen sich Anstalten oder Körperschaften des öffentlichen Rechts wirtschaftlich, gehören sie ebenfalls zu den von der Körperschaftssteuer befreiten Unternehmen
  • Politische Parteien nach dem Parteiengesetz und die damit verbundenen Gebietsverbände
  • Staatsbanken, wenn sie Aufgaben staatswirtschaftlicher Art übernehmen.
  • Gemeinnützige und kirchliche Körperschaften: Das gilt für die Körperschaften der Kirchen, aber auch für Vereine. Verfolgen Vereine einen in ihrer Satzung festgeschriebenen kirchlichen, mildtätigen oder gemeinnützigen Zweck, sind sie steuerbegünstigt. Gleichzeitig müssen sie in ihrer Satzung Selbstlosigkeit, Unmittelbarkeit und Ausschließlichkeit fest geschrieben haben
  • Soziale Kassen: Zu diesen gehören beispielsweise Kranken- und Unterstützungskassen, aber auch Sterbe- und Pensionskassen
  • Berufsverbände: Nehmen sie allgemeine Interessen der Angehörigen eines Berufes oder Wirtschaftszweiges wahr, sind sie von der KSt befreit. Unterhalten sie dagegen einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, gilt die Befreiung nicht
  • Öffentlich-rechtliche Versicherungs- und Versorgungseinrichtungen: Die öffentlich-rechtlichen Versicherungs- und Versorgungsreinrichtungen sind steuerbefreit, weil sie für ihre Pflichtversicherten eine entsprechende Alters-, Hinterbliebenen-, und Invalidenversorgung gewährleisten sollen

Da Kleinunternehmer, Personengesellschaften und Freiberufler für ihre erzielten Gewinne

Körperschaftssteuer

Nicht jede Gesellschaft muss zahlen

einkommenssteuerpflichtig sind, brauchen sie daher keine KSt zu entrichten. Das gleiche gilt für juristische Personen, die einen Freibetrag geltend machen können und ein Einkommen nachweisen, das unterhalb dieses Freibetrages liegt.

Wer erhält die Körperschaftsteuer?

Im Grundgesetz ist festgelegt, dass wichtige Steuern sowohl dem Bund und den Ländern, aber auch den Gemeinden zustehen. Zu diesen Steuern zählt neben Umsatz- und Einkommenssteuer auch die Körperschaftssteuer. Sie wird daher als Gemeinschaftssteuer bezeichnet. Der Bund erhält somit 50 Prozent der Körperschaftssteuer, die restlichen 50 Prozent erhalten die Länder. Weil die Körperschaftssteuer zentral von den Unternehmen gezahlt wird, verteilt die sogenannte Zerlegung den gesamten Anteil auf die Länder, in denen sich Betriebsstätten des Unternehmens befinden.

So wird die Körperschaftssteuer berechnet

Im Körperschaftssteuergesetz ist die Grundlage für die Berechnung verankert. Sie wird auf der Basis des zu versteuernden Einkommens nach einem Rechenschema ermittelt und bei Bedarf korrigiert. Zunächst wird in der Steuerbilanz der Überschuss des jeweiligen Steuerjahres berechnet.
Zu diesem Überschuss lassen sich addieren:
  • nicht abziehbare Aufwendungen
  • verdeckte Gewinnausschüttungen
Abziehen kann man:
  • Freibeträge
  • Zuwendungen und
  • verdeckte Einlagen
Stellt sich in der Steuerbilanz heraus, dass ein Unternehmen keinen Gewinn erwirtschaftet, sondern Verluste vorweist, ist auch keine KSt fällig.

Die Höhe der KSt

Aktuell liegt der Steuersatz auf das zu versteuernde Einkommen bei 15 Prozent und ist im § 23 KStG festgelegt. Zusätzlich ist der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent des Steuerbetrages zu zahlen. Daher beträgt die effektive Körperschaftssteuer 15,83 Prozent.

Die Freibeträge bei der KSt

Führt man keine Gewinnausschüttungen durch, gilt nach § 24 KStG ein Freibetrag von 5.000 Euro. Ist eine Genossenschaft oder ein Verein in der Land- und Forstwirtschaft tätig, beträgt der Freibetrag nach § 25 KStG sogar 15.000 Euro. Die Freibeträge werden abgezogen und mindern daher die Höhe der Körperschaftssteuer. Ist dieser höher als das zu versteuernde Einkommen, muss man keine Körperschaftssteuer zahlen.

Anerkennung der Gemeinnützigkeit

Sind Körperschaften gemeinnützig, unterliegen sie gegenüber wirtschaftlich arbeitenden Unternehmen steuerlicher Begünstigung. Daher muss man die geltenden Regeln genau beachten, soll diese Begünstigung erhalten bleiben. Oft kommt es auf die genaue Formulierung der Satzung an: Fehlten bei einem Verein am 1. Januar 2019 die

Körperschaftssteuer

Ein Verstoß kostet

zwingend vorgeschriebenen Formulierungen in der Vereinssatzung, war die Anerkennung der Gemeinnützigkeit in Gefahr. Während jedoch in der Wirtschaft ein Verstoß nur zu einer Nachzahlung von Steuern führt, kann eine Aberkennung der Gemeinnützigkeit zu weitreichenderen Folgen führen. Schließlich leidet darunter nicht nur das Image des Vereins, sondern der Vorstand haftet für eventuelle Folgen. Gleichzeitig wird ein solcher Verein weniger Spenden erhalten, darf er doch dann – aufgrund der nicht mehr vorhandenen Gemeinnützigkeit – keine Zuwendungsbestätigungen mehr ausstellen und der Spender die Spende nicht mehr steuerlich absetzen.

Welche Führungsstile gibt es?

Unter den vielen Faktoren, die für den Erfolg eines Unternehmens von zentraler Bedeutung sind, nimmt der Führungsstil einen besonderen Platz ein. Grundsätzlich bestehen verschiedene Möglichkeiten der Ausübung von Führung. Welche Methode den meisten Erfolg bringt, hängt von den inneren wie auch den äußeren Umständen ab. Nicht jede Führungskraft ist für den autoritativen Führungsstil persönlich geeignet. Gleiches gilt für andere Führungsstile.

Auf der anderen Seite spielen aber auch die Branche sowie die Aufgaben und die Zusammensetzung der Mitarbeiter eine wichtige Rolle bei der Frage, welcher Führungsstil zur Anwendung kommen sollte. Nicht zuletzt hat außerdem die wirtschaftliche Situation des Unternehmens einen entscheidenden Einfluss darauf, wie die Führung im Unternehmen ausgeübt werden sollte. Als Vater der klassischen Führungsstile gilt Kurt Lewin (1890-1947). Dieser unterschied zwischen vier Formen der Führung in einem Unternehmen:

  • Autoritär
  • Kooperativ
  • Laissez-Faire
  • Karitativ

Autoritärer Führungsstil

Das entscheidende Merkmal des autoritären Führungsstils eine Abgrenzung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern in einem klaren Ober- und Unterordnungsverhältnis. Max Weber (1864-1920) sprach hierbei von einem autokratischen bzwtradierenden Führungsstil. Charakteristisch ist vor allem die alleinige Entscheidungs– und Weisungskompetenz des Vorgesetzten. Auf Seiten der Mitarbeiter bestehen keine Kontrollrechte. Die

Führung

Ganz klar: Der Chef hat das Sagen

erteilten Aufgaben sind jeweils weisungsgemäß zu erledigen. Diese klare Zuweisung der Verantwortung führt zu einer schnellen Handlungsfähigkeit des Unternehmens. Andererseits lassen sich Fehler im Laufe von Prozessen oft erst deutlich später erkennen, das Mitdenken der Mitarbeiter im Rahmen dieses Führungsstils so gut wie keine Rolle spielt oder sogar explizit unterwünscht ist.

Kooperativer Führungsstil

Charakteristische Kennzeichen des kooperativen oder demokratischen Führungsstils ist die Einbeziehung der Mitarbeiter in unternehmerische Entscheidungen. Verantwortung für die Erledigung von Aufgaben behält man nicht zentral in einer Hand, sondern delegiert es zusammen mit den Aufgaben. Anmerkungen zum Gesamtprozess und eigenständige Anpassungen im Detail sind in diesem Rahmen meist ausdrücklich erwünscht. Diese Form der Mitbestimmung führt dazu, dass man die Kontrolle von oben in weiten Teilen durch eine Selbstkontrolle der Angestellten ersetzt. Entscheidungen nehmen auf diese Weise zum Teil mehr Zeit im Anspruch, weil über die Aufteilung der Aufgaben zunächst diskutiert wird. Andererseits setzt die Delegation von Verantwortung bei den Führungskräften Kapazitäten frei, die beim autoritären Stil für die Kontrolle der Arbeiten bis ins Detail verwendet werden müssen. Lesen Sie hier alles zum Thema Selbstkontrolle.

Laissez Faire

Aus dem Französischen übersetzt bedeutet dieser Ausdruck: „machen lassen“. Genau darum geht es bei diesem Stil der Mitarbeiterführung. Diese erhalten keine klar umrissenen Anweisungen zu ihrer Arbeit, sondern lediglich eine Zielvorgabe. Wie das jeweilige Ziel erreicht wird, wird dem Mitarbeiter überlassen. Die Führungskraft gibt in diesem Rahmen lediglich das Ziel vor und stellt die zur Erreichung des Ziels notwendigen Mittel zur Verfügung. Dank der großen Freiräume für die einzelnen Mitarbeiter können diese ihre individuellen Stärken besser zur Entfaltung bringen. Andererseits kann dieser Führungsstil aber auch rasch zu einer Orientierungslosigkeit führen.

Das gilt vor allem dann, wenn es sich bei den definierten Zielen um zu weit in die Zukunft gerichtete Aufgaben handelt. Wirklich sinnvoll ist dieser Führungsstil deshalb nur in bestimmten Feldern. Dies betrifft etwa hoch bezahlte Facharbeiter mit besonderem Spezialwissen, in deren Tätigkeitsfelder die Führungskraft keinen fundierten Einblick hat. In diesem Fall würde das Diskutieren der einzelnen Arbeitsschritte vor allem Reibungs– und Zeitverluste generieren. Vor einem Hintergrund ist es tatsächlich sinnvoll, lediglich das Ziel gemeinsam zu definieren und die Ausarbeitung der Fachkraft in Eigenregie zu überlassen.

Karitativer Führungsstil

Führung

Wenn sich die Mitarbeiter wohlfühlen, ist das Ziel erreicht

Beim karitativen Stil steht im Rahmen der Führung das Wohl der Mitarbeiter im Zentrum des Interesses. In diesem Rahmen gibt der Vorgesetzte weniger Weisungen, als dass er den Angestellten zuhört. Bei diesem Ansatz stehen nicht die Aufgaben, sondern immer der Mensch im Mittelpunkt. Die Ermunterung und Förderung der Mitarbeiter ist das vorrangige Anliegen. Diese werden zu eigenständigem Arbeiten und zur Entwicklung individueller Lösungen ermutigt und in ihrer beruflichen Entwicklung gezielt gefördert. Problematisch an diesem Führungsstil ist vor allem, dass der Fokus nicht auf die ökonomisch relevanten Ziele gerichtet ist. Exzessiv betrieben kann dieser Stil daher ein Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage bringen, die letztendlich zur Gefährdung derjenigen Arbeitsplätze führen, für die der Aufwand betrieben wurde.

Führungspersönlichkeit und Führungsverhalten

In der klassischen Lehre wurde beim Führungsstil vor allem die Führungspersönlichkeit betrachtet. inzwischen wird dagegen mehr auf das Verhalten der Führungskraft eingegangen. Entsprechend hat sich die Palette der Führungsstile in der Forschung erweitert. So entwickelten etwa Robert A. Blake und Jane Mouton die Idee vom richtungsbezogenen Führungsstil. Bei diesem Modell wird die Orientierung nach Aufgaben auf der x-Achse und diejenige nach den Mitarbeitern auf der y-Achse bewertet.

Eine flach verlaufende Linie bedeutet in diesem Zusammenhang daher ein hohes Maß an Sachorientierung. Der sogenannten gruppenbezogene Führungsstil nach Horst-Joachim Rahn würde dagegen eher zu einer steil ansteigenden Linie führen. Bei dieser Variante wird auf die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeiter gezielt eingegangen. Anders als beim karitativen Führungsstil geht es dabei aber um die Nutzung persönlicher Stärken zum Voranbringen des jeweiligen Projekts.

Weitere Theorien

Wesentlich einheitlicher wird die Anleitung von Mitarbeitern im Rahmen der transaktionalen Führung vollzogen. Bei diesem Modell stellt die Führungskraft lediglich klar, welcher Aufgaben vom Angestellten erwartet werden und welche Vorteile dieser im Erfolgsfall erwarten darf. Demgegenüber setzt die transformationale Führung darauf, etwas im Innenleben der Mitarbeiter zu bewegen. Die Motivation zur Fokussierung auf das gemeinsame ökonomische Ziel wird durch die Vermittlung von Werten und Idealen versucht, welche die Führungskraft dann auch vorzuleben hat.

Führung

Wie ist das Verhältnis unter den Angestellten?

Die inzwischen als überholt geltende Kontigenztheorie beschäftigte sich dagegen mit den Grundlagen der Persönlichkeit der Führungskraft und deren Beziehungsverhältnissen zu den einzelnen Mitarbeitern. Das Full Range of Leadership Model konzentriert sich auf eine Verbindung von transaktionaler sowie transformationaler Führung mit den Grundsätzen des Laissez Faire.

Welche Arten von Zinsen gibt es?

Der Begriff Zinsen ist den meisten wahrscheinlich in der Verbindung mit einer Kreditaufnahme bekannt. Hier müssen sie für die Bereitstellung der Geldsumme gezahlt werden. Wer hingegen Geld gewinnbringend anlegt, erhält Zinsen. Im Laufe der Zeit haben sich viele Arten wie GuthabenzinsÜberziehungszins, Nominalzins, Sollzins, Effektivzins, Leitzins und weitere herausgebildet, die nachfolgend erläutert werden.

Historische Entwicklung der Zinsen

Zinsen wurden bereits vor 2500 Jahren erhoben, doch sie hatten ein schlechtes Image. Insbesondere im 17. Jahrhundert entstand ein weltweiter Kreditmarkt, da die Wirtschaft im Aufschwung war. Langzeitstudien belegen, dass sie bereits seit 1300 und nicht erst seit dem 20. Jahrhundert fallen, doch mittlerweile hat die Zinssituation einen kritischen Punkt erreicht. Zahlreiche Ökonomen sehen den Grund hierfür in geldpolitischen Fehlentscheidungen und Konflikten zwischen den Staaten in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten. Jährlich kann mit einer Minusverzinsung von rund 0,2 Prozent gerechnet werden, während es vor zehn Jahren noch drei Prozent plus waren. Aktuell stechen vor allem Deutschland, Japan und die Schweiz mit dem erheblich gesunkenen Zinsniveau hervor.

Die verschiedenen Arten von Zinsen

So facettenreich wie das Wirtschaftsleben ist, so vielfältig sind auch die Zinsarten:

Guthabenzins

Guthabenzinsen werden auch als Sparzinsen bezeichnet und in verschiedenen Bereichen angeboten: Banken zahlen diese auf die Einlagen des Anlegers, da sie mit dem Geld arbeiten können, Kreditkartengesellschaften für das Guthaben auf dem Kreditkartenkonto und Bausparkassen für Bausparverträge bzwBausparguthaben in der Ansparphase. Guthabenzinsen sind immer das Entgelt, das Kunden für ihr Sparguthaben erhalten. Die genaue Höhe wird vom Leitzins der Europäischen Zentralbank beeinflusst.

Überziehungszins

Privatpersonen oder Unternehmen, die ein Konto mit Dispositionslimit haben und es überziehen, zahlen Zinsen. In der Regel sind sie deutlich höher als bei herkömmlichen Krediten. Daher sollten sie die Möglichkeit, das Konto zu

Zinsen

Wann ist ein Zinssatz variabel?

überziehen, nicht so häufig in Anspruch nehmen. Die Dispozinsen liegen oft im zweistelligen Bereich. Die Ablösung eines Dispositionskredits durch ein Ratendarlehen ist in vielen Fällen empfehlenswert. Es wird bezüglich der Höhe der Dispositionszinsen und der fehlenden Transparenz vermehrt starke Kritik an den Banken und Sparkassen erhoben. Der Überziehungszins, ein eigenständiger, variabler Zinssatz, wird ab Tag eins der Überziehung bis zur Rückführung auf die vertraglich vereinbarte Kreditlinie berechnet. Er fällt nicht nur beim Dispokredit an, sondern ebenso, wenn ein Girokonto ohne Dispokredit überzogen wird.

Nominalzins

Der Nominalzins beschreibt die Zinsen, die jährlich für einen Kredit fällig sind. Diese Gebühr verlangt man für die Bereitstellung des Darlehens vom Kreditgeber. Die monatlich zu zahlende Rate ergibt sich aus der vereinbarten Tilgung und dem Nominalzins. Bei einem Kredit spricht man statt vom Nominalzins ebenso vom Sollzins. Neben diesem müssen die Kreditinstitute auch den Effektivzins angeben, der zudem die Bearbeitungsgebühren enthält und somit aussagekräftiger ist. Es wird zwischen dem variablen und festen Nominalzins unterschieden: Erster kann sich während der Laufzeit verändern und je nach vorherrschenden Gegebenheiten am Kapitalmarkt günstiger oder teurer werden. Ein fester Zinssatz verändert sich über die Kreditlaufzeit hinweg nicht, sodass er konstant bleibt.

Zinseszins

Bei den Zinseszinsen, die vor allem bei großen Geldanlagen sehr sinnvoll sein können, handelt es sich um die verzinsten Zinserträge. Bei einem Sparbuch beispielsweise berechnet man zunächst einmal die Habenzinsen, die man anschließend in ihrer Summe gut schreibt. Auf diese Weise erhöht sich das Sparkapital. Durch die Zinsen vermehrt sich das Guthaben. Auf dieses Kapital rechnet man erneut Zinsen an. Das Anlagevermögen kann somit sehr schnell wachsen, wenn die monatlichen Zinsen hoch sind und man sie mehrfach im Jahr gut schreibt. Es werden „Zinsen auf Zinsen“ berechnet. Bei der nächsten Gutschrift lässt man sie demnach wieder mit verzinsen.

Leitzins

Der Leitzins beeinflusst die Geldgeschäfte der Verbraucher und Unternehmen maßgeblich. Anhand dessen lässt sich festlegen, zu welchen Zinsen sich die Banken und Kreditinstitute bei einer Zentralbank das Geld beschaffen können. Diese errechnet die Zinssätze täglich neu und gibt sie an die Banken weiter, die wiederum nicht verpflichtet sind, sich an den Leitzins zu halten. Er dient lediglich als Orientierung, denn die Kreditinstitute möchten natürlich in erster Linie kostendeckend arbeiten. Bei einem hohen Leitzins leihen sich die Geldinstitute nur geringe Geldsummen. Dies bedeutet gleichzeitig, dass die Anzahl der vergebenen Kredite sinkt Die Zentralbank kann

Zinsen

Was hat die EZB mit den Zinsen zu tun?

mit der Hilfe des Leitzinses die Aufnahme der Kredite der Wirtschaft ankurbeln, aber auch hemmen. Mit einem niedrigen Leitzins lässt sich die gesamtwirtschaftliche Situation demnach in Schwung bringen. Der Zinssatz, welchen die Banken ansetzen, orientiert sich ebenso am Leitzins. Ist er niedrig, profitieren somit ebenso die Bankkunden. Lesen Sie hier alles zur Zentralbank.

 

Effektivzins

Der Nominal- oder Sollzins ist im Unterschied zum Effektivzins der reine Jahreszins, welcher auf den Kreditbetrag angewendet wird. Weitere Kredit- oder Anlagekonditionen bleiben unberücksichtigt. Der Effektivzins hingegen umfasst zusätzliche Nebenkosten des Darlehens wie Gebühren, den AuszahlungskursTilgungssatz, eventuelle Tilgungsverrechnungstermine oder andere preisbestimmende Kosten, die meist nicht offen ausgewiesen, sondern in die Zinsberechnung eingepreist werden. Daher ist es immer wichtig, beim Vergleich der Kredite auf den Effektivzins zu achten, denn er gibt die tatsächliche Höhe sämtlicher Kosten an. Zusatzkosten, beispielsweise für eine Restschuldversicherung, sind im Effektivzins nicht enthalten.

Sollzins

Leihen sich Kreditnehmer von einer Bank Geld, müssen sie im Gegenzug immer Zinsen zahlen. In diesem Zusammenhang spricht man von den Sollzinsen. Der Sollzins kann auch der Zinssatz für die Verwendung eines Dispokredits sein. Die Höhe richtet sich nach dem Zinsniveau des aktuellen Geld- und Kapitalmarktes. Ist der Sollzins variabel, kann die Bank ihn regelmäßig der Marktlage entsprechend anpassen. Bei einem festen Sollzins bleibt der vereinbarte Zinssatz laut der Zinsbindungsfrist unverändert. Letzten Endes sollten Kreditnehmer den Fokus auf den Effektivzins legen, da er die Gesamtkosten des Darlehens widerspiegelt.

Zinsen auf Sachkapital

Nicht nur Kapitalzinsen, sondern auch Sachwerte können verzinst werden, beispielsweise bei der Vermietung einer Immobilie. Für die Überlassung erhält der Vermieter in Form der Miete Mietzinsen. Der Begriff Miete kann aber ebenso in der Verbindung mit der Überlassung von anderen Objekten wie Autos auftauchen. Es geht also

Zinsen

Auch Mietzahlungen zählen zur Verzinsung

darum, sich nicht Geldkapital, sondern Sachkapital zu „leihen“. Je nachdem, um welche Sachkapitalanlage es sich handelt, sind es beispielsweise Miet-, Pacht- oder Baurechtszinsen.

Zusammenfassung

Die Zinsen sind für Gläubiger der Verdienst und für Schuldner die Kosten am entstandenen Vertrag. Es handelt sich hierbei um die berechneten Gebühren, die für die Überlassung von Kapital oder Sachkapital zu bezahlen sind. Die Zinssätze und Auszahlungsmodalitäten können je nach Bank sehr schwanken, sodass die vielen verschiedenen Angebote vor der Kreditaufnahme oder Eröffnung eines Sparkontos stets miteinander verglichen werden sollten.

Was sind Summen- und Saldenlisten

Die Summen- und Saldenliste (kurz SuSa) gehört zur doppelten Buchführung und umfasst alle Konten und Positionen innerhalb eines Geschäftsjahrs. Zu den Komponenten gehören sämtliche Anfangs- und Schlussbestände sowie laufende Veränderungen. Summen- und Saldenlisten spielen eine wesentliche Rolle in der Bewertung und Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung des bilanzpflichtigen Unternehmens. Sie bilden damit eine wesentliche Grundlage für betriebswirtschaftliche Auswertungen.

Summen- und Saldenliste im Überblick

Die Summen- und Saldenliste entspricht einer Aufstellung sämtlicher Konten, die im Rahmen eines bestimmten Zeitraums (meist ein Jahr) Buchungen aufweisen. Die umgangssprachliche Bezeichnung lautet SuSa. Die SuSa ermöglicht dem Betrachter genaue Rückschlüsse auf den Umfang des Geschäfts, den Umsatz, entstandene Kosten, Forderungen gegenüber Kreditgebern und weitere Daten und Kennzahlen. In seltenen Fällen sind auch andere Positionen in der Summen- und Saldenliste aufgeführt, beispielsweise kalkulatorische Abschreibungen. Die Summen- und Saldenliste ist eine wichtige Komponente in der doppelten Buchführung, ermöglicht jedoch kein vollumfängliches Bild über die geschäftliche Ertragslage. Bestimmte Positionen, beispielsweise der aktuelle Warenbestand, sind kein Gegenstand dieser Liste. Lesen Sie hier alles zum Warenbestand.

Stellenwert und Notwendigkeit der Summen- und Saldenliste

Innerhalb der Finanzbuchhaltung allgemein sowie der Bilanz im Speziellen erfüllt die SuSa mehrere Funktionen und kommt in verschiedenen Anlässen zum Einsatz. In der Buchhaltung gilt die Summen- und Saldenliste als zentraler Ausgangspunkt für verschiedene Aussagen und Aktionen. Die darin aufgeführten Buchungen dienen als Grundlage für Aussagen über die gegenwärtige betriebswirtschaftliche Lage einer Firma. Die Liste ist gleichzeitig die

Summen- und Saldenliste

Die SuSa ist relevant für Controlling und Co.

Basis für viele Auswertungen und spielt damit auch im Controlling eine wichtige Rolle.

Auf Basis der Summen- und Saldenliste eines Unternehmens lassen sich wichtige Rechnungen und Standards ableiten. Dazu gehören Cashflow beziehungsweise Kapitalfluss-Rechnungunterjährige Bilanzen, Übersichten über Kreditoren und Debitoren sowie Mittelherkunfts– und Mittelverwendungsrechnungen.

Damit die SuSa aussagekräftig sein kann, müssen sämtliche Konten erfasst und bebucht werden. Dazu gehören auch die Konten des Anlage- und Umlaufvermögens. Eine weitere Voraussetzung für die Aussagekraft ist eine Übereinstimmung der aktiven und passiven Bestandskosten mit den Bilanzwert-Salden aus den je aktuellen Jahresabschlüssen.

Komponenten und Bestandteile der Summen- und Saldenliste

In der Summen- und Saldenliste finden zahlreiche wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen Verwendung. Sie erfassen Anfangs- und Schlussbestände sämtlicher Konten (darunter BestandskontenErfolgskonten, Kreditoren- und Debitorenkonten). Alle Konten sind zu erfassen, die innerhalb der Abrechnungsprediode Buchungen vorweisen. Weiterhin erfasst die SuSa sämtliche laufenden Veränderungen.

Die SuSa lässt sich begreifen als Vorstufe zu einem Jahresabschluss mit Gewinn- und Verlustrechnung oder Bilanz. Ebenso ist sie eine Übersicht zu den Außenständen des Unternehmens gegenüber Geschäftspartnern und Kreditgebern. Gleichfalls beinhaltet die SuSa eine Aufstellung offener Rechnungen, auf deren Zahlungseingang ein Unternehmen noch wartet.

Vom Kontenrahmen unabhängig geben Summen- und Saldenlisten einen Überblick über die Bestände, Veränderungen und Buchungen verschiedener Kontentypen.

Wichtige Buchungen entfallen hierbei auf aktive und passive Bestandskonten. Aktive Bestandskonten umfassen solche Konten, die im Rahmen der späteren Bilanz in der Aktivseite auftauchen. Ein typisches Beispiel für ein solches aktives Bestandskonto ist das Konto für den Wareneinkauf. Ein passives Bestandskonto taucht hingegen in der späteren Bilanz auf deren Passivseite auf. Ein typisches Beispiel ist ein Konto, über das Fremdkapital aufgenommen wird (beispielsweise ein Bankdarlehen).

Summen- und Saldenliste

Was beinhaltet das Erfolgskonto?

Ein weiterer wichtiger in der Summen- und Saldenliste aufzuführender Kontotyp ist das Erfolgskonto. Erfolgskonten beinhalten alle Konten, die Grundlage für Gewinn- und Verlustrechnung sowie die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) sind. Zu diesem Kontotypen gehören UmsatzkontenKostenkonten sowie Lohn- und Gehaltskonten.

 

Weiterhin sind in der SuSa die Debitoren– und Kreditorenkonten zu berücksichtigen. Debitoren stellen Kunden dar, die dem Unternehmen Zahlungen schulden. Diese Kunden erhalten in der Regel Rechnungen. Das Debitorenkonto für ein bestimmtes Unternehmen zeigt, welche Summe das Unternehmen der Firma schuldet und welche Beträge sie in einem bestimmten Zeitraum bezahlt hat.

Kreditorenkonten stellen die Konten der Lieferanten dar. Sie geben also einen Überblick darüber, welche Summe das Unternehmen anderen Firmen (Lieferanten) schuldet und welche Summe innerhalb des Berichtzeitraums bereits gezahlt wurde.

Aufbau und Gliederung der Summen- und Saldenliste

Die Gliederung und der konkrete Aufbau einer Summen- und Saldenliste hängt im Einzelnen vom Kontenrahmen der jeweiligen Buchhaltung ab. Es existieren bestimmte Standards, wobei das Standardkontenrahmen – Prozessgliederungsprinzip(SKR) häufig Anwendung findet. Dazu gehören SKR 03 sowie SKR 04.

In einer typischen Gliederung der Summen- und Saldenlisten sind verschiedene Positionen in horizontalen und andere in vertikalen Spalten dargestellt.

Horizontale Gliederung

  • Die horizontalen Spalten im Überblick:
  • Kontonummer
  • Bezeichnung des Kontos
  • EB-Wert
  • Monatliche Zu- und Abgänge (Soll und Haben)
  • Kumulierte Zu- und Abgänge im laufenden Jahr
  • Schlussbestand (Saldo)

Die horizontalen Spalten (von links nach rechts) beginnen zunächst mit der Kontonummer und daneben der Konto-Bezeichnung. Es folgen in weiteren Spalten die Anfangsstände (dazu gehören die Eröffnungs-Bilanzen oder EB-Werte) sowie die Zu- und Abgänge im Abrechnungszeitraum. Darauf folgt die kumulierte Darstellung der Zu- und Abflüsse im Geschäftsjahr in Form eines Jahreswerts. Anschließend werden die Schlussbestände zum Ende des Abrechnungsmonats dargestellt (diese entsprechen dem Saldo). Neben den EB– und Saldo-Spalten befinden sich neben dem absoluten Wert die Kürzel S oder H, die Rückschluss darauf geben, ob

Summen- und Saldenliste

Wie hoch ist der Konto-Eröffnungsstand?

der Konto-Saldo im Bereich Soll oder Haben steht.

Vertikale Gliederung

Die vertikalen Zeilen gliedern sich nach den vorhandenen Kontotypen. Typischerweise sind dies:

  • Anlagevermögen und Umlaufvermögen (aktive Bestandskonten)
  • Fremd- und Eigenkapital (passive Bestandskonten)
  • Aufwandskonten und Erlöskonten (Erfolgskonto I und II)
  • Debitorenkonten
  • Kreditorenkonten

Grundsätzlich ist die Summen- und Saldenliste so aufgebaut, dass pro Konto jeweils zunächst der Eröffnungsstand dargestellt, anschließend die gebuchten Werte über ein Jahr aufsummiert und schließlich der Schlussbestand dargestellt wird. Im Sinne der Übersichtlichkeit stellt eine typische Summen- und Saldenliste auch Zwischensummen in den verschiedenen Zeilen und Spalten dar.

Was ist eine Zession?

Der Begriff Zession stammt aus dem Lateinischen (cessio) und beschreibt eine Abtretung. Im deutschen Zivilrecht ist sie im BGB §398 Satz 1 definiert. Eine Abtretung liegt vor, wenn ein Gläubiger seine Forderungen gegenüber einem Schuldner vertraglich auf einen anderen Gläubiger überträgt. Der Schuldner bleibt dabei gleich, auch am Inhalt und Umfang der Forderung ändert sich nichts. Den ursprünglichen Gläubiger bezeichnet man dabei als Zedent, der Gläubiger, der die Forderung übernimmt, ist ein Zessionar.

Voraussetzungen und Wirkung

Für eine gültige Zession sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Zunächst einmal muss überhaupt eine Forderung vorliegen, bei welcher der Zedent zum Zeitpunkt der Abtretung der Inhaber. Die Forderung muss zudem bestimmt oder bestimmbar sein. Es muss also eindeutig erkennbar sein, aus welchen Dingen sie sich zusammensetzt, wem sie gehört und was genau abgetreten werden soll. Dies ist besonders dann wichtig, wenn es sich um eine sogenannte Vorausabtretung handelt. So lassen sich Forderungen, die aktuell noch nicht bestehen aber schon absehbar sind, abtreten. Dies geht jedoch nur, wenn man sie genau definieren kann.

Grundsätzlich ist jede Forderung übertragbar. Es gibt jedoch auch ein paar Ausnahmen. So können sowohl vertragliche Bestimmungen eine Zession ausschließen als auch gesetzliche Regelungen, die in §§ 399 und 400 BGB zu finden sind. Auch ist eine Abtretung nur rechtens, wenn im Vorfeld ein Abtretungsvertrag geschlossen wurde. Dabei wird vom Gesetz keine konkrete Form vorgeschrieben. Es gibt jedoch vereinzelt Ausnahmen wie beispielsweise bei einer Hypothek. Lesen Sie hier alles zur Hypothek.

Zession

Wer muss wen informieren?

Bei dem Vertrag reicht es wohlgemerkt aus, wenn sich Zedent und Zessionar vertraglich einigen. Der Schuldner muss nicht beteiligt werden und er kann dem Vertrag auch nicht widersprechen. Der Zedent und der Zessionar müssen den Schuldner genau genommen nicht einmal über die Abtretung der Forderung informieren.

Mit Abschluss des Vertrages gehen die Forderungen auf den Zessionar über. Er hat nun das Recht, die Schuld gegenüber dem Schuldner geltend zu machen. Im Gegensatz zu einer Vertragsübernahme bleibt der Zedent jedoch auch weiterhin Vertragspartner des Schuldners. Dies gibt ihm beispielsweise das Recht der Einrede.

Historische Einordnung

Ob eine Forderung einfach übertragbar ist, hat sich in der rechtlichen Betrachtung über die Jahrhunderte immer wieder geändert. Im römischen Recht war es beispielsweise nicht vorgesehen, dass Gläubiger einfach so wechseln können. Damals behalf man sich meist mit einer sogenannten Prozessvertretung. Erst in der Phase des späteren Kaiserreichs stärkte man dann zunehmend die Position des Zessionars und gab ihm die Möglichkeit, Forderungen einzuklagen.

Das spätere germanische Recht ging dann zunächst wieder einen Schritt zurück, da die Möglichkeit, einfach eine Forderung auf eine andere Person zu übertragen, bestritten wurde. Erst im frühen 18. Jahrhundert setzte sich dann die auch heute noch gebräuchliche Meinung durch, die dann auch ihren Weg in das Bürgerliche Gesetzbuch fand.

Zession

Die Zession sichert die Liquidität

Heute wird die Zession häufig von Unternehmen genutzt. Sie bietet ihnen eine Möglichkeit, um die eigene Liquidität zu sichern. Ein klassisches Beispiel ist die Beziehung zu Lieferanten. Hat ein Unternehmen offene Zahlungen bei einem Lieferanten, selbst aber noch offene Forderungen gegenüber Kunden, können die Beträge mit der Hilfe einer Abtretung ausgeglichen werden. Das Unternehmen überträgt seine Forderungen an den Lieferanten, er nun wiederum die offenen Zahlungen des Schuldners einfordern kann.

Die verschiedenen Arten

Über die Zeit haben sich verschiedene Arten von Zessionen entwickelt, die unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden. Folgende Varianten sind heute üblich.

  • Einzelzession: Diese Abtretung umfasst nur eine einzelne Summe, wie etwa eine konkrete Rechnung.
  • Rahmenzession: Die Abtretung umfasst mehrere oder sogar alle Forderungen eines Unternehmens.
  • Globalzession: Eine Unterform der Rahmenzession, die alle aktuellen und zukünftigen Forderungen eines Unternehmens beinhaltet.
  • Mantelzession: Eine weitere Form der Rahmenzession, bei der Forderungen bis zu einem bestimmten Höchstbetrag übertragen werden.
  • offene Zession: Der Schuldner wird über die Abtretung informiert und zahlt daraufhin direkt an den Zessionar.
  • stille Zession: Der Schuldner erfährt nicht von der Abtretung. Die Zahlungen erfolgen daraufhin weiterhin an den Zedent, der anschließend wiederum das Geld an den Zessionar weiterleitet.
  • Vorausabtretung: In diesem Falle werden Forderungen schon übertragen, die noch gar nicht entstanden aber bereits absehbar sind.
  • Inkassozession: Die Forderungen werden an eine Bank oder ein Inkassounternehmen abgetreten.
    Sicherungszession: Die Abtretung der Forderungen erfolgt als Sicherung für eine kurzfristige Finanzierung.

Abgrenzungen zur Novation oder Schuldenübernahme

Zession

Eine Schuldenübernahme ist nicht mit der Zession gleichzusetzen

Auch, wenn die Zession das Thema Schulden behandelt, sollte sie nicht mit einer Schuldenübernahme oder einer Novation verwechselt werden. Bei allen drei Vorgängen wird zwar das Schuldverhältnis verändert, trotzdem gibt es Unterschiede. Im Falle einer Schuldübernahme ändert sich nicht wie bei einer Zession der Gläubiger, sondern der Schuldner. Es übernimmt also eine andere Person die Begleichung der Forderung. Bei einer Novation wird dagegen die Schuld direkt aufgehoben. Alle beteiligten Parteien bleiben dabei gleich und es findet nur eine inhaltliche Veränderung der Forderung statt.

Der Unterschied zum Factoring

Das Factoring weißt ebenfalls ein paar Ähnlichkeiten zur Zession auf, ist jedoch nicht mit ihr zu verwechseln. Beim Factoring kauft eine dritte Partei, häufig eine Bank oder eine Gesellschaft, die Forderung auf. Nach dem Verkauf muss der Gläubiger keinen Zahlungsausfall seines Schuldners mehr befürchten, da er die gesamte Schuld nun an den sogenannten Factor verkauft hat. Dieser muss sich nun um die Begleichung der Forderung kümmern und trägt das alleinige Risiko, falls der Schuldner nicht in der Lage ist, die offene Summe zu bezahlen.

Was ist Wirtschaftlichkeit?

Wirtschaftlichkeit ist eine Kennzahl aus der Betriebswirtschaftslehre. Man drückt das Verhältnis zwischen einem erzielten Erfolg und dem dafür nötigen Aufwand aus, dadurch zeigt sich, ob eine Unternehmung effizient ist und in welchem Maße diese Effizienz vorhanden ist. Eine Investition, ein Geschäft oder eine Unternehmung kann wirtschaftlich oder unwirtschaftlich sein. Wirtschaftlich ist sie, wenn der Ertrag höher ist als der Aufwand.

Diese Aussage kann mit folgender Formel ausgedrückt werden: Wirtschaftlichkeit = Ertrag > Aufwand

Den Ertrag abzüglich des Aufwandes sieht man als erzielten Erfolg an. Der erzielte Erfolg muss dabei nicht zwingend positiv sein. Ein negativer Erfolg bedeutet, dass der Ertrag größer ist als der Aufwand, demzufolge liegt ein Verlust vor. Wirtschaftlich ist etwas, wenn man einen positiven Erfolg, also einen Gewinn, erzielt.

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip oder das ökonomische Prinzip

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip bezeichnet man auch als ökonomisches Prinzip. Erreicht werden kann Wirtschaftlichkeit mittels zweier Prinzipien: dem Minimalprinzip und dem Maximalprinzip. Beim Minimalprinzip lässt sich ein bestimmter Ertrag mit möglichst wenig Aufwand erreichen. Das Maximalprinzip dagegen besticht durch die Kombination bestimmter Aufwand/möglichst großer Ertrag. Lesen Sie hier alles über das Maximalprinzip.

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip ist in jedem Wirtschaftssystem wichtig

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip gilt für jeden Betrieb, denn jeder Betrieb versucht, einen vorgegebenen Erfolg mit möglichst wenig Einsatz zu erreichen oder mit einem vorgegebenen Einsatz einen möglichst hohen Erfolg zu erzielen.

Dabei ist es egal, welchem Wirtschaftssystem ein Betrieb angehört. Nicht nur in der Marktwirtschaft ist es wichtig, dass Unternehmen und Investitionen so wirtschaftlich wie möglich agieren. Auch in anderen Wirtschaftssystemen wie der sozialen Marktwirtschaft oder der Zentralverwaltungswirtschaft herrschen Relevanz.

Wirtschaftlichkeit

Welcher Aufwand für welchen Ertrag?

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip ist für das Funktionieren einer jeden Volkswirtschaft von grundlegender Bedeutung.

Der Unterschied zwischen Maximal- und Minimalprinzip

Beim ökonomischen Prinzip muss man nicht zwingend von wertmäßigen Größen ausgehen. Ertrag lässt sich durch Output und Aufwand mit Input ersetzen.

Folgendes Beispiel soll den Unterschied zwischen Maximal- und Minimalprinzip erläutern

Hanna lernt für eine Prüfung. Der Output ist hierbei das Resultat der Prüfung, der Input bezeichnet die Stunden, die Hanna für die Prüfung lernt.

Wenn sie nun genau so lange lernt, bis sie die Prüfung mit einer guten Note besteht, handelt sie nach dem Minimalprinzip. Sie legt also das Output fest und versucht, dieses mit möglichst wenig Input zu erreichen.

Wenn sie sich dazu entscheidet,  drei Nachmittage für die Prüfung zu lernen, um ein möglichst gutes Resultat zu erzielen, handelt sie nach dem Maximalprinzip. Sie legt den Input – die drei Nachmittage lernen – fest und versucht, ein möglichst gutes Output – Prüfungsergebnis – zu erzielen.

Wenn jemand wirtschaftlich arbeitet, gilt er als erfolgreich. Wie wirtschaftlich jemand, lässt sich anhand einer Berechnung belegen. Dafür gibt es folgende Formel:

Wirtschaftlichkeit = Ertrag/Aufwand

Wirtschaftlich oder effizient ist etwas, das bei der Berechnung dieser Formen der Quotient größer oder gleich eins ist.

  • Wenn das Resultat größer als 1 ist, ist etwas wirtschaftlich, also effizient
  • Wenn das Resultat genau 1 ist, ist etwas kostendeckend wirtschaftlich
  • Wenn das Resultat kleiner als 1 ist, ist etwas unwirtschaftlich oder ineffizient

Wie lässt sich die Effizienz erhöhen?

Wirtschaftlichkeit

Effizienz ist nicht gleich Effektivität

Die Effizienz erhöht sich – oder anders gesagt, die Wirtschaftlichkeit maximiert – beim Minimalprinzip der Aufwand verringert, mit dem man den bestimmten Ertrag erreicht. Wird beim Maximalprinzip mit dem festgelegten Aufwand ein höherer Ertrag erzielt, nimmt die Wirtschaftlichkeit zu.

Effektivität und Effizienz – wo liegt der Unterschied?

Effektivität erreicht man immer, wenn Effizienz vorherrscht. Aber nicht immer, wenn Effektivität erreicht ist, ist es auch effizient.

Nehmen wir als Beispiel einen morschen Baum, der weichen muss. Versucht man dies mit einer winzigen Säge und erreicht das Ziel nach einem Jahr, wurde effektiv gearbeitet, denn die Zielerreichung ist erfolgreich.

Nutzt man aber eine dafür geeignete, elektrische Säge, löst sich das Problem in wenigen Minuten. somit arbeite ich a) effektiv, weil das Ziel erreicht ist und b) effizient, weil es möglichst schnell beendet war.

Wie wird die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens beurteilt?

Meistens stehen Vergleiche zur Verfügung, wie wirtschaftlich ein Unternehmen arbeitet. Verglichen werden die Unternehmen mit anderen Firmen der gleichen Branche, der gleichen Region oder der gleichen Größe. So lassen sich Aussagen darüber treffen, welche Unternehmen wirtschaftlicher arbeiten.

Zeitvergleiche eignen sich ebenfalls bestens. Dabei vergleicht man die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen in

Wirtschaftlichkeit

Wer arbeitet am besten?

verschiedenen Zeitperioden. Damit lässt sich die Frage beantworten, ob eine Unternehmen, verglichen mit den vergangenen Jahren, wirtschaftlicher gearbeitet hat.

Der Unterschied zwischen Wirtschaftlichkeit und Produktivität

Obwohl sich das Minimal- und das Maximalprinzip nicht nur auf die Wirtschaftlichkeit, sondern auch auf die Produktivität anwenden lässt, sind Wirtschaftlichkeit und Produktivität nicht zu verwechseln.

Bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit setzt man die Kosten bzw. der Aufwand und der Erlös bzw. der Ertrag zueinander in Beziehung. Dies sind wertmäßige Größen. Bei der Produktivität geht es um Output und Input, also um Ausbringungs– und Einsatzmenge. Dabei verwendet also mengenmäßige Größen. Setzt man bei Minimum- und Maximumprinzip für Ertrag Output und für Aufwand Input ein und verwendet dabei mengenmäßige Größen, lässt sich das ökonomische Prinzip also auf die Produktivität anwenden.

Was versteht man unter einem Betriebsrat?

Der Betriebsrat ist ein Mitbestimmungsorgan, das im Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) verankert ist. Er vertritt die Interessen der Arbeitnehmer in privatwirtschaftlichen Betrieben, Konzernen und Unternehmen. Je nach nationalem Recht hat der Betriebsrat unterschiedlich starke Befugnisse, auf betriebliche Abläufe Einfluss zu nehmen.

Geschichte des Betriebsrats in Deutschland

Erstmals wurden Befugnisse eines Betriebsrats im Jahr 1920 im Betriebsrätegesetz der Weimarer Republik festgeschrieben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte der Beschluss des Betriebsverfassungsgesetzes. Die darin enthaltenen Rechte der Arbeitnehmer wurden seitdem mehrfach ergänzt und durch weitere Gesetze spezifiziert, beispielsweise durch das Kündigungsschutzgesetz und das Arbeitsgerichtsgesetz.

Ziel und Gegenstände

Übergeordnetes Ziel des Betriebsrats ist es, die Mitglieder der Belegschaft vor der Willkür des Arbeitgebers zu schützen. Die Belange schutzbedürftiger Personenkreise, beispielsweise der Schwerbehinderten, Jugendlichen und der älteren Arbeitnehmer, unterliegen dabei in besonderem Maße einer Berücksichtigung. Typische Streitpunkte zwischen Unternehmensleitung und Belegschaft sind die Arbeitszeiten und Pausenregelungen, Löhne und Gehälter, die Urlaubsgestaltung, Kündigungen und Beförderungen, die Gleichstellung, Möglichkeiten der Weiterbildung, Maßnahmen zur Arbeitssicherheit sowie Parkmöglichkeiten.

Rechte und Instrumente

In all diesen Angelegenheiten sind Betriebsräte das Sprachrohr für die Arbeitnehmer. Sie kontrollieren, ob Gesetze, Tarifverträge, Verordnungen und Vorschriften vom Arbeitgeber eingehalten werden. Außerdem können sie initiativ Maßnahmen zu Gunsten der Belegschaft bei der Unternehmensleitung beantragen. Der Betriebsrat hat darüber hinaus Anspruch, von der Unternehmensführung über alle Angelegenheiten, die die Interessen der Arbeitnehmer auf irgendeine Art betreffen, frühzeitig und vollständig informiert zu werden. In einigen Belangen nach § 87 BetrVG ist der Betriebsrat außerdem berechtigt, an Prozessen mitzuwirken und Entscheidungen

Betriebsrat

Was darf ich als Betriebsrat?

mitzubestimmen. Wenn sich das Gremium in seinen Befugnissen missachtet oder verletzt fühlt, kann der Rechtsweg beschritten werden. Zur Vermittlung bei ungelösten Konflikten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern dient außerdem das Einigungsstellenverfahren.

Betriebsvereinbarungen zwischen Betriebsrat und Unternehmensführung

Der Betriebsrat kann mit dem Arbeitgeber Betriebsvereinbarungen treffen. In einer solchen Übereinkunft hält man Rechte und Pflichten für Arbeitgeber, Betriebsrat oder für die jeden einzelnen Arbeitnehmer in schriftlicher Form fest. Gegenstände sind zum Beispiel die Kleiderordnung oder die Ausweisung von Raucherbereichen. Diese Vereinbarungen sind rechtsverbindlich. Grundsätzlich haben Tarifverträge Vorrang vor Betriebsvereinbarungen. Allerdings lassen sich auf der Grundlage von Öffnungsklauseln auch Betriebsvereinbarungen treffen, die vom Tarifvertrag abweichen. Lesen Sie hier alles zum Tarifvertrag.

Gründung eines Betriebsrats

Die Gründung eines Betriebsrats ist nicht direkt vorgeschrieben. Der gesetzliche Auftrag, die Interessenvertretung durch die Angestellten zu ermöglichen, kann aber nur dieses Gremium erfüllen. Es ist dem Arbeitgeber und Dritten grundsätzlich untersagt, die Gründung oder die Wahl eines Betriebsrats zu verbieten oder zu behindern. Auch ist es dem Arbeitgeber nicht gestattet, eigenmächtig einen Betriebsrat zu ernennen. Das Betriebsverfassungsgesetz regelt, ab welcher Betriebsgröße eine wirksame Arbeitnehmervertretung zu gründen ist. Es müssen mindestens fünf volljährige Arbeitnehmer regelmäßig beschäftigt sein. Auszubildende und Aushilfen sind dabei mit eingerechnet. Von den Angestellten müssen mindestens drei wählbar sein.

Vorgehensweise bei der Gründung eines Betriebsrats

Erforderlich für die Gründung eines Betriebsrats ist die Initiative durch die Arbeitnehmer. Hierzu ist jeder der

Betriebsrat

Wie entsteht ein Betriebsrat?

Angestellten berechtigt. Man muss einen Wahlvorstand berufen, der die Wahl vorbereitet und diese entsprechend der Vorgaben aus dem Betriebsverfassungsgesetz und der Wahlordnung durchführt. Es müssen Mitglieder der Belegschaft zu einer Kandidatur bereit sein. Zur Kandidatur ist jeder volljährige Angestellte berechtigt, der dem Betrieb am Tag der Wahl bereits seit mindestens sechs Monaten angehört.

Größe des Betriebsrats

Die Anzahl der Betriebsrats­mitglieder hängt von der Größe des Betriebs ab. Bis zu einer Größe von 20 regelmäßig Beschäftigen besteht der Betriebsrat aus einem Mitglied. Ab 20 regelmäßig Beschäftigen gehören dem Gremium drei Mitglieder an. Stufenweise steigt die Anzahl mit zunehmender Betriebsgröße um jeweils zwei Mitglieder. Ab einer Betriebsgröße von 200 Angestellten ist ein Betriebsratsmitglied von der Arbeit freizustellen.

Zeitpunkt der Betriebsratswahlen

Wenn bereits ein Betriebsrat gegründet wurde, finden die Neuwahlen alle vier Jahre im Zeitraum vom 1. März bis zum 31. Mai statt. Es kann auch erforderlich sein, außerplanmäßige Betriebsratswahlen durchzuführen. Dies ist der Fall, wenn
  • der Betriebsrat vom Arbeitsgericht aufgelöst wurde
  • die vorangegangene Betriebsratswahl wirksam angefochten wurde
  • der amtierende Betriebsrat geschlossen den Rücktritt vollzogen hat
  • die vorgeschriebene Betriebsratsgröße nicht mehr erreicht wird, da einzelne Mitglieder ausgeschieden sind
  • die Zahl der Arbeitnehmer sich nach der Hälfte der Amtszeit erheblich geändert hat
Wenn man eine solche außerplanmäßige Betriebsratswahl durchgeführt hat, findet die nächste Wahl wieder zum regulären Zeitpunkt statt.

Betriebsrat in Österreich

In Österreich wurde der Betriebsrat im Jahr 1919 geschaffen. Wie in Deutschland ist auch in Österreich dieses Gremium berechtigt, an personalen, sozialen, wirtschaftlichen, gesundheitlichen und kulturellen Entscheidungen mitzuwirken. Grundlage dafür ist das Arbeitsverfassungsgesetz. Für diesen Auftrag hat der Betriebsrat Mitwirkungsrechte, die er gegebenenfalls auch gerichtlich durchsetzen kann. Im Vergleich zu Deutschland ist der

Betriebsrat

Andere Länder, andere Räte

Umfang der Angelegenheiten, in denen die Betriebsräte Mitspracherecht haben, aber geringer.

Betriebsrat in der Schweiz

In der Schweiz existiert kein Betriebsrat, den man mit dem deutschen Modell vergleichen könnte. Die Interessen der Angestellten bringt die Arbeitnehmervertretung (auch Betriebskommission genannt) ein. Dies ist im Arbeitsgesetz und im Mitwirkungsgesetz geregelt. Diese Arbeitnehmervertretung kann man in einer allgemeinen Wahl bestimmen, wenn in einem Betrieb regelmäßig mindestens 50 Personen angestellt sind. Das Gremium besteht aus mindestens drei Mitgliedern. Die Arbeitnehmervertretung bringt die Interessen der Belegschaft gegenüber dem Arbeitgeber ein und hat Anspruch, von diesem frühzeitig und vollständig informiert zu werden.