Wettbewerbsverzerrung – Merkmale und Co.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Handel von Produkten oder das Erbringen von Dienstleistungen auf dem Markt einer Volkswirtschaft. Die Teilnehmer – dies sind die Anbieter und die Nachfrager – stellen sich dabei den Regeln, die der Wettbewerb erfordert. Hierbei spielen die Produktqualität und die Höhe der Verkaufspreise eine entscheidende Rolle. Durch äußere Einflüsse wird diese Wettbewerbssituation verzerrt. Die Volkswirtschaftslehre spricht dann von einer Wettbewerbsverzerrung, die auch als Wettbewerbsverfälschung bekannt ist.

Was bedeutet der Begriff?

Eine Wettbewerbsverzerrung liegt dann vor, wenn die Verzerrung eines marktrechtlichen Sachverhalts dazu führt, dass ein Marktteilnehmer begünstigt und ein anderer oder mehrere andere benachteiligt werden. Die wettbewerbsverzerrende Situation führt dazu, dass der freie Wettbewerb auf dem Markt einer Volkswirtschaft eingeschränkt ist.

Welche Merkmale hat eine Wettbewerbsverzerrung?

Wettbewerbsverfälschungen entstehen durch äußere Einflüsse. Diese beruhen darauf, dass die Marktteilnehmer selbst die wettbewerbsverzerrende Situation herbeiführen oder diese z. B. durch den Eingriff des Staates in den Markt begünstigt wird. Anhand der folgenden Merkmale ist sie zu erkennen:

Mehrere Unternehmen schließen sich zu einem Kartell zusammen. Hier vereinbaren sie z. B. Preisabsprachen, um sich gegenüber den Unternehmen außerhalb dieses Kartells einen Vorsprung auf dem Markt zu verschaffen. Dies führt zu einer

Wettbewerbsverzerrung

Eine Wettbewerbsverzerrung muss bestimmte Kriterien erfüllen.

Wettbewerbsverzerrung, weil die außenstehenden Unternehmen keine Möglichkeit haben, sich auf dem Markt zu etablieren.

Der Staat legt fest, wie hoch die Steuern sind. Möchte der Staat bestimmte Branchen oder Unternehmen unterstützen, senkt er die Umsatzsteuer für bestimmte Produkte oder subventioniert das Unternehmen auf andere Weise. Gegenüber den anderen Unternehmen entsteht eine Wettbewerbsverfälschung.

Ein Unternehmen, das mit einem Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt agiert, kann seine Monopolstellung dazu nutzen, sich Vorteile zu verschaffen. Hierdurch generiert es z. B. einen höheren Umsatz oder einen steigenden Marktanteil. Volkswirtschaftlich ist mit dem Monopol das Merkmal einer Wettbewerbsverzerrung erfüllt.

Welche Formen gibt es?

In der Volkswirtschaft lassen sich zwei Arten von Wettbewerbsverzerrungen unterscheiden. Dies sind:

  • Horizontale Wettbewerbsverzerrungen
  • Vertikale Wettbewerbsverzerrungen
Horizontal

Eine horizontale Wettbewerbsverzerrung entsteht, wenn mehrere Unternehmen Absprachen treffen, die sich auf das Verhalten der anderen Marktteilnehmer auswirken.

Vertikal

Vertikale Wettbewerbsverzerrungen kennzeichnen sich dadurch, dass einige Unternehmen durch das Zusammenwirken anderer Unternehmen behindert werden. Diese entstehen z. B. dadurch, wenn ein Produzent besondere Absprachen mit seinen Zuliefererbetrieben trifft.

Welche gesetzlichen Normen sollen eine Wettbewerbsverzerrung verhindern?

Eine Wettbewerbsverzerrung grenzt sich von dem unlauteren Wettbewerb ab. Für die auf einem Markt agierenden Personen heißt dies, dass eine wettbewerbsverzerrende Situation noch keine illegale Handlung ist und der Gesetzgeber sie daher noch nicht mit einer Strafe belegt. Trotzdem geht das Bundeskartellamt aktiv gegen eine Wettbewerbsverzerrung vor, indem es Kartelle und Monopole verhindert, die eine Wettbewerbsverzerrung begünstigen können. Hierfür hat der deutsche Gesetzgeber das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (kurz: GWB) eingeführt. Das GWB dient dazu, Wettbewerbsverfälschungen zu verhindern oder eine erkannte Wettbewerbsverzerrung zu sanktionieren.

Auch die Finanzverwaltung entwickelt mehr Initiative, um wettbewerbsverzerrenden Situationen entgegenzuwirken. Dies betrifft insbesondere die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer gegenüber juristischen Personen des öffentlichen Rechts erbringt. Um Wettbewerbsverzerrungen zu behindern, hat die Finanzverwaltung das Umsatzsteuerrecht dahin gehend, dass auch diese juristischen Personen als Unternehmer zu behandeln sind.

Wettbewerbsverzerrung anhand konkreter Beispiele

Wettbewerbsverfälschungen durften wir in den letzten Jahren in den unterschiedlichsten Bereichen erleben. Hierzu einige Beispiele:

Die Deutsche Telekom konnte jahrelang von ihrem Monopol für Telefondienste profitieren. Erst im Jahr 1998 wurde die Zusage

Wettbewerbsverzerrung

Wer handelt gegen den Wettbewerb?

des Staates, die die Monopolstellung der Deutschen Telekom ermöglichte, gekippt. In demselben Jahr wurden die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass zwischen der Deutschen Telekom und ihren Mitbewerbern die Chancengleichheit gewahrt wurde. Heute haben die Nachfrager nach Telefondienstleistungen die Möglichkeit, sich unter einer Reihe von Anbietern entscheiden zu können.

Das Unternehmen Google steht mit seinem Dienstleistungsangebot Google Maps unter Beobachtung des Bundeskartellamts. Die Behörde möchte prüfen, ob das Unternehmen gegen wettbewerbsrechtliche Verbote verstoßen hat. Der Grund für die Aktivität von Google besteht darin, dass Google Maps eine übergeordnete Bedeutung für den Wettbewerb hat. Für das Bundeskartellamt ist hiermit die Voraussetzung für eine Wettbewerbsverzerrung erfüllt.

Ein Fußballspiel führte 1982 dazu, dass auch im Sport eine wettbewerbsverzerrende Situation entstand. Das Weltmeisterschaftsspiel zwischen Österreich und Deutschland endete damals 1:0 für die deutsche Nationalmannschaft. Ebendieses Ergebnis benötigte man, um in die nächste Runde zu kommen. Hätte die deutsche Mannschaft nur unentschieden gespielt oder sogar verloren, wäre Algerien – diese hatten einen Tag zuvor gespielt – als Zweitplatzierte in die nächste Runde vorgerückt. Diese Ausgangsposition führt dazu, dass die Spieler sich den Ball nur zuschoben und das einzige Tor aus einer sehr glücklichen Situation heraus entstanden ist.

Weil dieses Spiel im spanischen Gijon stattfand, ging es später als Schande von Gijon in die Fußballgeschichte ein. Die FIFA – der Weltfußballverband – nahm den Nichtangriffspakt zum Anlass, die Statuten für zukünftige WM-Spiele zu ändern. Damit sich zwei Mannschaften nicht mehr untereinander absprechen konnten, werden die letzten beiden Partien einer Gruppe seitdem zeitgleich angesetzt.

Fazit

Mit der Wettbewerbsverzerrung verschieben sich die Komponenten, die die Voraussetzung für das Bestehen eines volkswirtschaftlichen Markts sind. Einige Marktteilnehmer werden begünstigt, während andere das Nachsehen haben.

Wettbewerbsverfälschungen lassen sich anhand von konkreten Beispielen festmachen. Hierzu zählen z. B. die Bildung von Kartellen oder die Subventionierung bestimmter Branchen, indem der Staat mit seiner Steuerpolitik eingreift. Aber auch ein Alleinstellungsmerkmal, das ein Unternehmen nutzt, um seine Monopolstellung nutzt, um Vorteile zu erlangen, führt gegenüber den anderen Teilnehmer zu einer wettbewerbsverzerrenden Situation.

Um gegen eine Wettbewerbsverzerrung vorzugehen, hat der Gesetzgeber das GWB eingeführt. Hiermit möchte der Staat verhindern, dass es zu einer Wettbewerbsverfälschung kommt. Konnte diese nicht verhindert werden, erlaubt das GWB die Verhängung von Sanktionen.