Was ist das Handelsgesetzbuch?

Für Kaufleute in Deutschland ist das Handelsgesetzbuch die wichtigste rechtliche Basis. Es regelt Bilanzierung und Buchführung und gibt die grundsätzlichen Regeln für die einzelnen Handelsgesellschaften wie KG oder OHG vor. Vorbild war der französische Code de Commerce von 1807, als 1861 das erste Handelsgesetzbuch in Kraft trat. Hier erfahren Sie einiges über die Ursprünge und Gliederung des Handelsgesetzbuches.

Entstehung des Handelsgesetzbuches

Bis zur Einführung des ersten Handelsgesetzbuches galt in den einzelnen deutschen Staaten das jeweils dort herrschende Recht. Während in Preußen das Allgemeine Landrecht galt, war in Baden und links des Rheins der Code de Commerce gültig. In anderen Kleinstaaten das Gemeine Recht oder Partikularrechte. Die deutsche Nationalbewegung, die 1871 in der Gründung des Deutschen Reiches münden sollte, gewann Ende der 1850er Jahre an Zuspruch. Der französische Code de Commerce diente als Vorbild für eine Fassung des deutschen Handelsrechts. 1861 wurde dies von der Frankfurter Nationalversammlung beschlossen und anschließend in den deutschen Einzelstaaten umgesetzt. Gute Dienste dabei leistete das 1869 etablierte Bundesoberhandelsgericht. Das moderne HGB greift immer noch auf viele der 1861 etablierten Normen zurück. Andere entwickelten sich

HGB

Welcher Paragraph gilt wofür?

entsprechend den Anforderungen der Zeit weiter.

Aufbau des Handelsgesetzbuches

Gegliedert ist das HGB in fünf Bücher, diese sind in Abschnitte und Unterabschnitte eingeteilt. Inklusive Seehandelsrecht sind 905 Paragraphen im Handelsgesetzbuch versammelt, es ist komplett im Internet zugänglich.

1. Buch: Handelsstand

In den Paragraphen 1 bis 104a des HGB definieren sich die wesentlichen Begriffe des Handelsrechts. Dazu gehört neben den Begriff des Kaufmanns auch die Festlegungen über das Handelsregister, zum Firmenrecht der Handelsfirma, zur Stellvertretung im Handelsrecht, Handelsvertreter und –makler enthalten. Wer wissen will, auf welcher rechtlichen Grundlage ein Kaufmann, eine Handelsfirma, ein Handelsvertreter oder ein Handelsmakler handelt, findet hier eine Antwort. Außerdem sind in diesem Buch eine Reihe an Bußgeldvorschriften versammelt. Lesen Sie hier alles zu Bußgeldern.

2. Buch: Handelsgesellschaften und stille Gesellschaft

In den Paragraphen 105 – 237 des HGB sind die Einzelheiten zu den Personengesellschaften festgelegt, zu denen beispielsweise die Offene Handelsgesellschaft (OHG), aber auch die Kommanditgesellschaft (KG) und die Stille Gesellschaft gehört. Ergänzt werden die Paragraphen des 2. Buches durch die Paragraphen 705 bis 740 des BGB. Hier ist genau beschrieben, welche Rechte die jeweiligen Gesellschafter haben. Das zweite Buch des HGB erläutert die jeweilige Rechtsstellung der Gesellschaftsformen.

3. Buch: Handelsbilanzrecht

In den Paragraphen 238 bis 342e ist genau festgelegt, wie Buchführung und Jahresabschluss, Buchprüfung und entsprechende Offenlegung der Bilabnzen zu handhaben sind. Es ist gewissermaßen das „Grundgesetz des Bilanzrechts“ und enthält neben den allgemeinen Vorschriften auch die entsprechenden Ergänzungen für die jeweiligen Handelsgesellschaften, Genossenschaften und bestimmte Branchen wie Versicherungsunternehmen sowie Kredit- und Finanzdienstleister.

4. Buch: Handelsgeschäfte

In den Paragraphen 343 bis 475h sind sämtliche Begriffe der Handelsgeschäfte geregelt, zu denen auch der Vertragsschluss, Vertragsfreiheit, Allgemeines Schuldrecht und Sachenrecht gehört. Zu Beginn ist von sämtliche allgemein geltenden Vorschriften die Rede, später dann von speziellen Vorschriften für das jeweilige Handelsgeschäft. Hier regelt sich, wie ein Vertragsabschluss gestaltet sein muss, welches Handelsgeschäft vertragsfrei bleiben kann und wie das Schuldrecht aussieht. Außerdem behandelt man sämtliche Sonderfälle der einzelnen Geschäftsformen: Welche Fristen zur Verjährung gibt es, wer trägt die jeweilige Haftung, was sind die Besonderheiten bei Fracht-, Kommissions– und Speditionsgeschäften.

5. Buch: Seehandelsrecht

HGB

Buch 5 handelt von hoher See

In den Paragraphen 476 bis 619 sind sämtliche Regeln für den Seehandel festgelegt. Da man hierbei nicht nur deutschen, sondern auch internationalen Handel betreibt, sind im Seehandelsrecht auch Regelungen aus dem Völkerrecht verankert.

Diese Pflichten haben Kaufleute

Wer nach dem HGB als Kaufmann handelt, muss die dort niedergeschriebenen Pflichten erfüllen, zu denen unter anderem die ordnungsgemäße Buchführung gehört. Jedes einzelne getätigte Handelsgeschäft muss in das Buch eingetragen werden, lückenlos und systematisch. Da nicht alle Buchführungsregeln im HGB festgehalten sind, gelten zusätzlich die Richtlinien der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB). Außerdem ist im HGB geregelt, welches Unternehmen die entsprechenden Vorschriften zum Jahresabschluss einhalten muss: Während bei Kleinunternehmern eine sogenannte Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ausreicht, muss ein größeres Unternehmen eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung vorlegen. Mit Hilfe des Jahresabschlusses lässt sich ablesen: Hat das Unternehmen im Lauf des Jahres einen unternehmerischen Erfolg erzielen können oder musste es Verluste verbuchen?

Zuständigkeit vor Gericht

HGB

Welche Gerichtsbarkeit gilt?

Sind sich Kaufleute nicht einig, so dass es zu einem Rechtsstreit kommt, ist zunächst das Landesgericht und dort die Kammer für Handelssachen zuständig. An den jeweiligen Amtsgerichten werden dagegen nur die Angelegenheiten des Handelsregisters verhandelt. Werden Leistungen europa– oder weltweit erbracht, ist bei Klagen das Gericht in dem Ort zuständig, wo die hauptsächliche Leistung erbracht wird. Falls der Ort nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, ist das Gericht am Wohnsitz des Handelsvertreters zuständig.

Buchhaltungssoftware erleichtert die Arbeit

Weil es gerade für Freiberufler, Kleinunternehmer und Gründer eine Herausforderung sein kann, sämtliche Vorschriften des HGB korrekt zu beachten, gibt es eine ganze Reihe an Software, mit der sich die Buchhaltung einfach gestalten lässt. Sämtliche geschäftlichen Vorgänge werden korrekt erfasst und passend zu den Anforderungen des Finanzamtes gestaltet. Damit ist selbst ein Jahresabschluss relativ schnell erstellt.

Die herausragende Stellung des HGB

Geht es um das Handelsrecht, ist das Handelsgesetzbuch Grundlage dafür. Trotzdem gibt es weitere Gesetze, die für Kaufleute wichtig sind. Grundsätzlich gilt: Das HGB mit seinen vielen Regeln und Sonderregeln ist für Kaufleute verpflichtend und bindend, dahinter stehen sogar die Gesetze des BGB, des Bürgerlichen Gesetzbuches, zurück. Diese sind nur subsidiär, das heißt, sie werden nur dann angewandt, wenn im HGB keine eigene Regelung vorhanden ist. Außerdem geht das HGB in vielen Bereichen über die Regelungen des BGB hinaus, das betrifft insbesondere Buchführung, Bilanz, aber auch das Firmenrechtoder das Handelsregister.

Was ist eine Limited?

Die Limited (Ltd.) ist eine aus England bekannte Rechtsform für Unternehmen. Sie gilt dort als die am häufigsten verwendete Rechtsform, wodurch sie mit der deutschen GmbH verglichen werden kann. Die Haftung der Gesellschafter ist beschränkt. Rechtlich betrachtet ähnelt die Ltd. der deutschen Unternehmergesellschaft. Nach britischem Gesellschaftsrecht ist die Ltd. eine Form der Kapitalgesellschaft. Da die Limited eine privatrechtliche Gesellschaft ist, tritt die Gesellschaft als juristische Person auf. Das Grundkapital ist in Anteilen zerlegt. Die Anteilsinhaber haften nur bis zur Höhe dieses Kapitals. Anteile der Gesellschaft sind auf andere Personen übertragbar.

Welche verschiedenen Formen der Limited existieren im Vereinigten Königreich?

  1. Private company limited by Shares
    Kleine und mittlere Unternehmen verwenden diese Rechtsform. Es handelt sich um die in England am weitesten verbreitete Form der Kapitalgesellschaften. Die Ltd. darf keine Anteile öffentlich anbieten. Der Handel an der Börse ist somit nicht möglich. Wird in Veröffentlichungen nur von der „Limited“ gesprochen, so ist im allgemeinen die Private company limited by Shares gemeint. Träger dieser Rechtsform müssen dem Namen einen kennzeichnenden Zusatz hinzufügen. Die Abkürzung im Namen als Ltd ist zulässig.
  2. Private company limited by guarantee
    Im Vergleich zur privaten Variante ist die Bildung von Stammkapital nicht vorgesehen. Die Mitglieder halten

    Limited

    Wer haftet bei Insolvenz?

    keine Anteile an der Gesellschaft, sie geben stattdessen eine Garantie ab. Erleidet die Gesellschaft Insolvenz, haften die Mitglieder bis zur Höhe des in der Garantie genannten Betrags. Ein häufiges Anwendungsgebiet sind nicht-gewinnorientierte Unternehmen, beispielsweise Vereine, Sportverbände oder Genossenschaften. Die Unternehmen treten als juristische Person auf, müssen allerdings kein Stammkapital stellen.

  3. Private unlimited Company
    Die Private unlimited Company kann Anteile ausgeben, eine Verpflichtung hierzu besteht allerdings nicht. Es handelt sich um eine Sonderform der Kapitalgesellschaft. Alle Teilhaber haften jedoch unbeschränkt. Teilhaber können natürliche oder juristische Personen sein. Ein Vorteil dieser Variante ist, dass das Unternehmen als eigene Rechtspersönlichkeit auftritt und dennoch alle Teilhaber unbeschränkt haften. Der Namenszusatz Unlimited ist für die Gesellschaft verpflichtend.
  4. Public limited Company
    Größere und börsennotierte Unternehmen verwenden diese Variante. Sie dürfen ihre Aktien öffentlich anbieten und an der Börse handeln. Strenge Berichts- und Meldepflichten werden der Gesellschaft auferlegt. Die Benennung eines Schriftführers ist vorgeschrieben, der anerkannter Rechtsanwalt oder Buchhalter sein muss. Als Namenszusatz für das Unternehmen ist der Bestandteil „public limited Company“ oder PLC vorgesehen.

Wie wird eine Limited gegründet?

Für die Gründung ist die Eintragung in das britische Handelsregister (Companies House) erforderlich. Ein Gründungsstadium in Form einer Vorgesellschaft ist nicht notwendig. Sobald das Companies House das Certificate of Incorporation ausgestellt hat, ist die Gesellschaft rechtsfähig. Nicht nur englische Firmen entscheiden sich für diese Rechtsform. Es ist nicht vorgeschrieben, dass die Verwaltung des Unternehmens in England erfolgen muss. Lediglich eine zustellfähige Adresse – die für den offiziellen Schriftverkehr mit den Behörden genutzt wird – wird verlangt. Grundsätzlich ist die Namenswahl für die Gesellschaft frei gestaltbar – mit Einschränkungen hinsichtlich der vorgeschriebenen Namenszusätze. Außerdem hat das Companies House eine Liste mit Worten erstellt, die nicht im Namen verwendet werden dürfen. Namenswünsche wie „Royal“ und „British“ bedürfen einer Sondergenehmigung und genehmigungspflichtig. Namensbestandteile wie „Bank“ sind theoretisch möglich, müssen jedoch im Zusammenhang mit der Unternehmenstätigkeit stehen und können daher ebenfalls nur auf Antrag verwendet werden.

Worin unterscheiden sich Limited und PLC?

Private company limited by shares

  • Mindestkapital: keines
  • Mindestanzahl Anteilinhaber: 1
  • Mindestanzahl Directors: 1
  • Standard Articles of AssociationTable A (private)
  • Namenszusatz:
    Cyfyngedig (Cyf.) (Walisische Unternehmen)
    Limited (Ltd.)

Public limited company

  • Mindestkapital: 50.000 £ oder 65.600 EUR
  • Mindestanzahl Anteilseigner: 2
  • Mindestanzahl Directors: 2
  • Standard Articles of AssociationTable A (public)
  • Namenszusatz:
    Cwmni Cyfyngedig Cyhoeddus (CCC) (Walisische Unternehmen)
    Public Limited Company (PLC)
Limited

Entscheidend ist das Stammkapital

Der für die Praxis wesentliche Unterschied zwischen der Ltd. und der PLC liegt in der Verpflichtung zur Stellung eines bestimmten Mindestkapitals. Die PLC eignet sich nicht für kleine Unternehmen, die Ltd. kann auch von kleinen Unternehmen gegründet werden, da kein Mindestkapital vorgeschrieben ist.

Vorteile vs. Nachteile der Ltd.

Vorteile

Im Vergleich zur GmbH ist für die Gründung der Ltd. kein Stammkapital erforderlich. Für eine GmbH muss eine Einlage von mindestens 25.000 Euro vorhanden sein. Die Gründung der Ltd. ist innerhalb weniger Tagen möglich. Die hohe Transparenz der Gesellschaftsform ist aus Sicht der Geschäftspartner ein positiver Faktor. Eine Haftung, die über die Anlage hinausgeht, ist bei der Ltd. nicht vorgesehen, was dem Schutz der Gesellschafter dient. Die Gesellschafter haben überdies jederzeit die Möglichkeit, eine Kapitalerhöhung vorzunehmen oder Gesellschafter zu wechseln. Das anzuwendende Recht ist das englische Gesellschaftsrecht, welches als firmenfreundlich gilt. Lesen Sie hier alles zu Kapitalerhöhungen.

Nachteile

Limited

Wann gilt das britische Recht?

Erfolgt die Gründung der Ltd. vom Ausland aus, sind ein Vertreter und eine Adresse in England notwendig. Liegt die Haupttätigkeit der Ltd. in Deutschland, so müssen die Gesellschafter einen Jahresabschluss in England und eine Steuererklärung in Deutschland einreichen. Der Gesellschafter bewegt sich stets zwischen zwei Rechtssystemen: Hinsichtlich des Gesellschaftsrechts gilt englisches, hinsichtlich Steuern und Bilanz gelten das deutsche und das englische Recht. Anonymität als Gesellschafter ist bei der Ltd. nicht vorgesehen, da das englische Recht ein hohes Maß an Transparenz fordert.

Was ist Vendor Due Diligence?

Der Doppelbegriff „Due Diligence“ stammt aus dem Englischen und bezieht sich auf ein Konzept, das in den USA entwickelt wurde. Konkret übersetzt bedeutet es auf Deutsch: „fällige Sorgfalt“. Gemeint ist damit in der deutschen Gesetzgebung eine gebotene Sorgfalt, die sich auf Praktiken innerhalb von Unternehmens(ver)käufen beziehen. Handelt es sich um eine „VendorDue Diligence„, steht „Vendor“ im Deutschen für den Verkäufer. Folglich geht es um die gebotene Sorgfalt des Verkäufers.

Die Bedeutung von Vendor Due Diligence

Die Due Diligence bedeutet nach deutschem Recht eine Prüfung spezieller Daten und Fakten eines Unternehmens oder einer Person im Rahmen eines Kaufes/Verkaufes. Bei der Vendor Due Diligence geht der Verkäufer der „erforderlichen“ Sorgfalt nach. Er erstellt Analysen über das Verkaufsobjekt. Diese beziehen sich auf die wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Verhältnisse sowie gegebenenfalls auf Risikofaktoren.

DueDiligence-Prüfung

Anwendung

Eine Due Diligence kommt hauptsächlich beim Kauf/Verkauf von Unternehmen, Immobilien und bei einem anstehenden Börsengang vor. Ebenso findet die Prüfung Einsatz bei geplanten Unternehmensfusionen und ist vor allem Teil von vielen Auktionsverfahren.

Sinn

Die Prüfung „Vendor Due Diligence“ besitzt den Sinn, einen fairen Verkauf zu vollziehen. Durch das Offenlegen relevanter Unternehmensunterlagen aus den Bereichen Wirtschaft, Recht, Steuern und Finanzen will man

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Ohne Transparenz entstehen Probleme

dem potenziellen Käufer einen vollständigen Überblick verschaffen. Der Sinn der DueDiligence-Prüfung beruht auf den Wegfall einer Übervorteilung einer der Parteien. Warum? Wichtige/unternehmensrelevante Informationen stehen zur Verfügung, die für eine Transparenz sorgen.

Auf diese Weise erleichtern sich Kaufentscheidungen. Viele anschließende Gerichtsverfahren aufgrund von „versteckten Mängeln“ oder einem (versuchten) Betrug lassen sich verhindern. Das Risiko für den Käufer schmälert sich dementsprechend. Auch der Verkäufer erhält mehr Sicherheit, im Anschluss der Verkaufsabwicklung nicht auf Schadensersatz sitzen zu bleiben. Insbesondere bei Fusionen sorgt eine Risiko-Analyse im Rahmen einer Vendor DueDiligence für eine verbesserte Einschätzung der zu erwartenden Wirtschaftlichkeit und finanzieller Vor- und/oder Nachteile.

Prüfungszeitraum

Bei der Vendor Due Diligence ist es unüblich, dass Verkäufer nach vielen Jahren der Unternehmensführung ab Unternehmensgründung bis zum Tag des Verkaufsangebotes ausführliche Prüfungsergebnisse darlegen. Den Kaufinteressenten präsentiert man dabei nicht die gesamte Firmenhistorie. Das würde zu viel Zeit und Aufwand in Anspruch nehmen. Irrelevante Informationen stören den Überblick. In der Regel kommt es zu einer Einigung zwischen Verkäufer und potenziellem Käufer, welchen Zeitraum eine Prüfung umfassen soll. Erfolgt keine Absprache zwischen Kaufinteressent und Verkäufer, umfasst eine Vendor Due Diligencein der Regel einen Zeitraum von drei Jahren.

Entschädigungsansprüche

Je aufwendiger und zeitintensiver eine Vendor DueDiligence-Prüfung ist, desto mehr Arbeit und Kosten stecken dahinter. Da sich Verkäufer diesem Aufwand meist nur widmen, wenn eine ernstzunehmende Kaufabsicht besteht. Nicht, um reine Neugierde von vermeintlichen Kaufinteressenten zu befriedigen Diese beinhaltet eine Summe x, die der potenzielle Kaufinteressent an den Verkäufer zu zahlen hat, wenn dieser anschließend vom Kauf absieht.

Vendor Due Diligence – die Prüfer

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Was erfordert die Prüfung?

Die Vendor DueDiligence-Prüfung nimmt das Unternehmen/die Unternehmer selten selbst vor. Die Prüfung verlangt ein hohes Maß an fachspezifischen Kenntnissen vor allem aus den Bereichen Betriebswirtschaft und Steuerrecht. In der Regel übergeben Verkäufer den Auftrag einer Vendor Due Diligence an Steuerberater, Wirtschaftsprüfer sowie an Anwälte oder andere Fachleute, die über entsprechend erforderliche Kenntnisse verfügen. Alternativ lassen sich genannte Berufsgruppen auch unterstützend heranziehen, wenn die DueDiligence-Prüfung durch Unternehmensangehörige stattfinden soll.

Vorbereitung der Vendor Due Diligence

Um mittels Vendor Due Diligence eine Prüfung zu unternehmen, ist das Vorbereiten der erforderlichen Unterlagen unerlässlich. Anhand dieser können Fachleute relevante Daten entnehmen und entsprechende Analysen und Firmenfakten aufstellen. Zu den Unterlagen zählen vor allem:

  • Financial Due Diligence: Jahresabschlüsse der letzten drei bis fünf Jahre inklusive Salden- und Summenlisten sowie gegebenenfalls Rechnungen von Deckungsbeiträgen, Firmen-/Sachwerte und Kosten-Berichte
  • Tax Due Diligence: Steuererklärungen und -bescheide der letzten drei bis fünf Jahre sowie Steuerprüfungsberichte, um das Risiko von Nachzahlungen einschätzen zu können
  • Legal Due Diligence: Verträge von Mietungen, Versicherungen, Arbeitsverhältnissen sowie Liefervereinbarungen, Gesellschaftsverträge und die Allgemeine Geschäftsbedingungen
  • Technical Due Diligence: Anzahl der Arbeits- und Produktionsanlagen inklusive maximal erreichbarer Produktionsmasse, Zustand der Anlagen inklusive Wartungsberichten und Reparatur nachweisen

Je nach erwünschtem Umfang der VDD sind folgende Unterlagen ebenfalls oft gefragt:

  • HR-Due DiligenceMitarbeiter-Statistik, Personalkosten, durchschnittliche Ausfallzeiten durch beispielsweise Krankheit und bei Fusionen sowie Unternehmensverkäufen, Anzahl der zu übernehmenden Mitarbeiter und Humankapital (wie wertvoll, stressfähig und kreativ sind Mitarbeiter)
  • Customer Due Diligence: Zielgruppen, Stammkunden und durchschnittliche Neukundenzahlen sowie Angaben, wie Neukunden generiert werden und ob eine Inhaberabhängigkeit in puncto Stammkundschaft vorliegt (vor allem bei kleineren Unternehmen wichtig)
  • Commercial Due Diligence: Angaben über Wettbewerber mindestens aus naher und regionaler Umgebung, welche Strategien werden verfolgt, um sich gegenüber Konkurrenzunternehmen durchzusetzen und wo liegen Parallelen/Unterschiede zu Wettbewerbern in den Produkt-/Dienstleistungsangeboten

Immobilien Due Diligence

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Was passiert mit Immobilien?

Geht es beim Verkauf um eine Immobilie und insbesondere um ein Investment, umfasst eine Due Vendor Diligence im Idealfall folgende Informationen:

  • Financial Due Diligence: Analyseergebnisse der Immobilienbewertung, gleich, ob als Asset– oder Share-Deal
  • Legal Due Diligence: Grundbucheinträge, Mietverträge und –sicherheiten, Versicherungen, und sonstige Vertragsverhältnisse inklusive Rechte und Verpflichtungen wie beispielsweise öffentliche Abgaben
  • Tax Due Diligence: Steuererklärungen und Steuerabgabeberichte mindestens der letzten drei Jahre und bei Share Deals zusätzlich vorhandene Steuervergünstigungen, Bauabzugssteuer sowie Nachweis der zuständigen Steuerbehörde über aktuellen Kontostand und eventuelle Außenstände oder geforderte Nachzahlungen
  • Technical– und Environmental Due DiligenceZustandsanalysen der Immobilie sowie Betriebs- und Qualitätsmanagement-Analysen, Angaben über Standort und Konformität eventueller Auflagen sowie von Altlasten, Umweltschutzfaktoren

Virtuelle Systemhilfe für Vendor Due Diligence

Weil unzählige Mengen an Unterlagen und Datensätzen für eine Vendor Due Diligence anfallen, kann ein Dokumenten-Management-System zur Erleichterung von Arbeitsabläufen und Durchsichten übersichtlich vereinfachen. Vor allem bei der Übernahme von Mutter- und Tochterunternehmen sowie bei Unternehmen mit internationalen Standorten ist das DMS ein wichtiger Bestandteil. Auch erhalten im Ausland sitzende Kaufinteressenten über das DMS Einsicht in die Vendor DueDiligence, was den postalen Versand ersetzt und somit das Risiko von Dokumentenverlusten und das in die Hände geraten Unbefugter stark reduziert.

Ein DMS stellt man virtuell zur Verfügung. Es ermöglicht einen Zugriff von Mitarbeitern zur Datenvervollständigung ebenso wie zur Einsicht von Fachleuten für beispielsweise die Erstellung einer Vendor Due Diligence. Zusätzlich kann diese über das DMS potenziellen Käufern für den Einblick zur Verfügung gestellt werden, anstatt ihnen Unmengen von Papierordnern auszuhändigen. Sensible Firmendaten können gesperrt bleiben. Für den Zugang potenzieller Käufer wird ein Passwort vergeben, sodass unbefugte Dritte außen vorbleiben. Zudem wird in der Regel der Zugang zeitlich begrenzt, sodass es lediglich der Einsicht zur

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Dritte haben keinen Zutritt!

Kaufabsicht dient. Meist geht ein sogenanntes LOI dem DMS-Zugang voraus. Dabei handelt es sich um das „Letter of Intent„, was übersetzt eine Bestätigung der Kaufabsicht bedeutet. Lesen Sie hier alles zum LOI.

 

 

 

Vorteile einer VDC im Überblick

  • Bietet faire Verkaufsbedingungen für mehrere potenzielle Kaufinteressenten gleichzeitig
  • Schnellere Verkaufsabwicklung durch Darbietung wichtigster Informationen
  • Ortsunabhängige Verhandlungen durch Due Diligence via virtuelles Dokumenten-Management-System
  • Mehr Sicherheit für den Verkäufer durch Vorlage der VDD-Prüfungsergebnisse anstelle von Unterlagen
  • Verkäufer erkennen frühzeitig eventuelle Schwachpunkte und können sie vor Verkauf beheben, was im Idealfall den Verkaufspreis hebt
  • Potenzielle Käufer profitieren von finanzieller Ersparnis, da sie die Käufer Due Diligence durch die Vendor Due Diligenceergänzt und damit geringer umfassend ausfällt
  • Verkäufer profitieren von elektronischer Datenbereitstellung bei Vertragsverhandlungen, weil sie Einblick erhalten, welcher Kaufinteressent sich für welche Informationen interessierte
  • Über LoI (Letter of Intent) geringeres finanzielles Risiko für Verkäufer, wenn eine Entschädigungsvereinbarung bei Nicht-Zustandekommen eines Kaufs beinhaltet ist
  • Geringeres Risiko von Kaufpreisminderungen für Verkäufer durch LoI
  • Optimierung der Vertrauensbasis zwischen Käufer und Verkäufer
  • Weniger „böse Überraschungen“ für den Käufer nach Kaufabschluss
  • Geringeres Betrugsrisiko und im Falle eines Betrugsfalles dient die Vendor Due Diligence als Beweismittel

Vendor Due Diligence vs. Käufer Due Diligence

Nimmt man die Vendor Due Diligence vor, ist diese in keinem Fall als vollständiger Ersatz für die Käufer-Prüfung zu betrachten. Sie ist als eine Ergänzung zu dieser anzusehen. Sie beinhaltet zwar firmeninterne und verkaufsrelevante Unternehmensinformationen, aber diese dienen als Verkaufsunterlagen, die in erster Linie das Verkaufsobjekt bestmöglich darstellen sollen. Während es bei der Verkäufer-Prüfung hauptsächlich um den finanziellen/wirtschaftlichen Stand, Steuern und eventuell Umweltfaktoren geht, ist für den Käufer die aus den erhobenen Daten basierende Risiko-Analyse von größter Bedeutung.

Mergers & Acquisitions

Als Mergers & Acquisitions bezeichnet man Transaktionen wie Fusionen, jegliche Formen von Unternehmenskäufen und Betriebsübergänge. Wenngleich sich manch Dienstleistungsunternehmen des Sammelbegriffes für seine Tätigkeit in diesem Branchenbereich bedient. Wird eine Transaktion durch eine Bank gemanaged, wird dem potenziellen Käuferin der Regel lediglich ein sogenanntes Informations-Memorandum zur Verfügung gestellt.

Dieses ist als deutlich aussageschwächer zu betrachten, als ein VendorDueDiligence-Report. Sollte durch das Info-Memorandum das Interesse eines Kaufinteressenten entstanden sein, sorgt eine Vendor Due Diligence im Anschluss für weitere wichtige Informationen. Daraus ergeben sich meist Hinweise, wo im Rahmen der Due Diligence des Käufers besonders tiefgründig zu prüfen ist.

Idealer Zeitpunkt für Verkauf mit Vendor Due Diligence

Der beste Zeitpunkt für einen Verkauf mit Vendor Due Diligence ist selbstverständlich dann gegeben, wenn der höchste/bestmögliche Firmenwert erreicht ist, Käufer mit lukrativen Gewinnen zum Kauf anzuregen sind und der Verkäufer einen entsprechend hohen Kaufpreis erhalten kann. Die Vendor Due Diligence sollte man bei zeitnaher Verkaufsabsicht zügig in die Wege leiten. So erreicht man eine passende Zeitspanne, die den steigenden/besten Firmenwert widerspiegelt.

Wer einen Unternehmensverkauf beispielsweise wegen Renteneintritt plant, sollte frühzeitig mit der Optimierung des Unternehmens beginnen. So erreicht man bestmögliche Ergebnisse der Analysen durch eine Vendor Due Diligence. Wer wegen Krankheit verkaufen muss, dem bleibt meist keine andere Wahl, als sich mit den Fakten zufriedenzugeben. Allerdings besteht hier oftmals noch die Möglichkeit, bisher verborgene Informationen aufzudecken, die den Kaufpreis drücken könnten. Somit erreicht man eine Optimierung.

Manipulation für die VDD

Wer als Verkäufer annimmt, den eigenen Firmenwert vor einer Vendor Due Diligence mit Absicht zu steigern, indem er beispielsweise Personalkosten reduziert und Scheingeschäfte einfließen lässt, bietet mit der Ausführung der Vendor DueDiligence optimale Bedingungen zur Beweislage des Betrugs und wird überwiegend mit der Staatsanwaltschaft konfrontiert werden. Spätestens, wenn der potenzielle Käufer eine eigene Due Dilligence veranlasst, die vor der Zeit der Verkäufer-Prüfung ansetzt, werden jegliche Manipulation und betrügerische Absicht aufgedeckt. Aus diesem Grund sind alle Arten der Due Diligence ideale Maßnahmen, um eine faire Verkaufsabwicklung zu erwirken.

Kosten für eine Vendor Due Diligence

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Die Preise können variieren

Die exakten Kosten, mit denen ein Verkäufer für eine Vendor Due Diligence zu rechnen hat, lassen sich pauschal benennen. In der Regel beginnen die Preise bei etwa 3.500 Euro und reichen bis circa 20.000 Euro. Die Kosten hängen vom Umfang der Daten und dem daraus entstehenden Arbeitsaufwand für die Analysen/Prüfungen sowie Erstellung der Ergebnisse ab. Zudem variieren die Preise der Angebote von Spezialisten, die für die Bearbeitung der Vendor Due Diligence fachliche Kompetenz besitzen. Außerdem kommt es darauf an, welche Teilbereiche der Verkäufer analysiert haben möchte. Es besteht die Möglichkeit, lediglich einzelne Analysen durchführen zu lassen. Das wird vor allem oftmals beim Verkauf von kleineren und umsatzschwächeren Betrieben bevorzugt, wenn die finanziellen Mittel zur Kostendeckung der Vendor DueDiligence nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung stehen.

Was ist eine Red Flag Due Diligence?

Der Begriff der Red Flag Due Diligence beziffert die Analyse eines Unternehmens oder eines bestimmten Geschäftsbereiches. Auch gezielte Untersuchungen von Firmen oder einzelnen Arbeitsbereichen fallen unter diesen Begriff. Der Idealfall sieht vor, dass bei jeder Transaktion in einem Unternehmen die Red Flag Due Dilligence durchgeführt wird. Mit der Untersuchung sind verschiedene Vorteile verbunden. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Beschaffung von Informationen über die jeweilige Transaktion
  • Untersuchung von Risiken und Chancen, die mit der Transaktion in Zusammenhang stehen
  • Funktion der Sicherung von Beweisen

Zum Zwecke der Beweissicherung, aber auch anderer Bereiche der Untersuchung, ist es möglich, eine Financial Due Diligence-Prüfung durchzuführen. Diese Prüfung dient ebenfalls der Informationsgewinnung. Es ist aber auch möglich, im Rahmen dieser Prüfung die Chancen und Risiken der Transaktion zu bewerten.

Einschätzung der Transaktionen eines Unternehmens

Red Flag

Was wird geprüft?

Innerhalb eines Unternehmens gibt es eine Vielzahl an Transaktionen, die innerhalb eines Geschäftsjahres oder eines längeren Zeitraums durchgeführt werden müssen. Die Durchführung dieser Transaktionen erfolgt unter dem Sammelbegriff M&A. Dahinter verbirgt sich die Bezeichnung Mergers & Acquisitions. Unter diesem Begriff lassen sich sämtliche Transaktionen eines Unternehmens zusammenfassen.

Wichtige Transaktionen in einem Unternehmen oder Unternehmensbereich können sein:

  • Fusionen
  • Übernahmen anderer Unternehmen
  • Unternehmenskäufe
  • Betriebsübergänge
  • Übernahmen, die fremdfinanziert sind
  • Outsourcing und Insourcing
  • Unternehmenskooperationen

Bei allen Transaktionen ist es wesentlich, dass sie auf einer stabilen finanziellen Grundlage realisiert werden. Es ist wichtig, Probleme zu erkennen und darauf den Fokus zu legen. Ziel ist es, die Transaktionen sicher und ohne nennenswerte Schwierigkeiten durchzuführen. Die Analyse eines Unternehmens ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Nur, wenn die Struktur und die finanziellen Spielräume eines Unternehmens bekannt sind, lässt sich eine Transaktion vorab sicher bewerten.

Vorteile von Red Flag Due Diligence

Red Flag Due Diligence bietet verschiedene Vorteile. So ist es möglich, sich bei der Analyse eines Unternehmens oder eines Unternehmensbereichs auf die wesentlichen Probleme zu fokussieren. Wenn es gelingt, Probleme oder Schwierigkeiten bereits im Anfangsstadium zu erkennen und bestenfalls zu beheben, ist dies mit der Einsparung von Kosten verbunden. Unvorhergesehene Ausgaben entstehen oft dann, wenn die Informationsbeschaffung nicht optimal gelaufen ist. Je mehr Details über ein Unternehmen bekannt sind, desto besser lässt sich die Ausgangslage beurteilen. Die Erkenntnis, das eine Übernahme oder eine Transaktion nicht so reibungslos verlaufen könnte wie gedacht, zwingt zum Umdenken. Die Pläne und Strukturen müssen auf die neuen Erkenntnisse angepasst werden. Wenn dies gelingt, ist es möglich, die Kosten auf ein Minimum zu reduzieren.

Transaktionshindernisse wirksam erkennen

Für ein einzelnes Unternehmen ist es oftmals nicht oder nur eingeschränkt möglich, Transaktionshindernisse wirksam zu erkennen. Experten, die Red Flag Due Diligence als Dienstleistung

Red Flag

Vorsicht vor Fehltransaktionen!

anbieten, haben von außen einen Blick auf das Unternehmen. Sie betrachten es als Gesamtheit. Dienstleistungen im Rahmen der Red Flag Due Diligence lassen sich für viele verschiedene Unternehmensbereiche buchen. Die Abschätzung von Risiken gelingt einem Experten von außen eher als dem Unternehmer, der sich mit den Details der Übernahme beschäftigt. Hier fehlt der Blick von außen, aber auch das Expertenwissen. Wenn sämtliche Transaktionen eines Unternehmens vorab im Rahmen von Red Flag Due Diligence geprüft werden, lassen sich Fehltransaktionen und damit Fehlinvestitionen wirksam vermeiden. Ziel ist es, dass der Unternehmer die Transaktion sicher durchführt und dass seine Firma davon produziert. Lesen Sie hier alles zu Fehlinvestitionen.

Was gilt als Red Flag?

Während der Prüfung der Transaktion können Probleme auftauchen, bei denen es zu überdenken gilt, ob das Geschäft auf diese Weise abgeschlossen werden sollte. Wenn derartige Probleme auftauchen, wird dies als Red Flag bezeichnet. Die rote Flagge bedeutet demnach, dass die geschäftlichen Details eventuell zu ändern sind. Wenn keine Abwandlungen möglich sind, kann es mitunter besser sein, auf die Transaktion zu verzichten. Letztlich ist es wichtig, dass ein Unternehmen in jedem Fall gewinnoptimiert arbeitet. Dies sollte bei der Planung einzelner Transaktionen und deren Bewertung nicht außer Acht gelassen werden. Insbesondere ist es notwendig, folgende Bereiche zu überprüfen:

  • Außerbilanzielle Finanzinstrumente, die ein Risiko darstellen könnten

Es gilt, nicht nur die Bilanzierung in den Mittelpunkt der Überprüfung zu stellen. Finden Sie heraus, ob es außerhalb der offiziellen Bilanzen Transaktionen gibt, die das Unternehmen oder seine Liquidität gefährden könnten.

  • Planungen, die unrealistisch sind

Firmen, die von einer Übernahme betroffen sind, legen oftmals unrealistische Planungen auf. Es gilt, solche Planungen aufzudecken aus aus der Bewertung herauszunehmen.

  • Überbewertete Finanzanlagen

Wenn Einlagen überbewertet werden, entsteht ein verzerrtes Bild von der finanziellen Lage des Unternehmens. Aus diesem Grund ist es wichtig, alle Einlagen ganz genau zu prüfen

  • Auftragslage

Die momentane Auftragslage eines Unternehmens kann sich innerhalb von Wochen oder Monaten ändern. Dies hat auf die künftige Liquidität der Firma große Auswirkungen. Wenn beispielsweise Aufträge auslaufen oder wegbrechen, weil ein Vertragspartner abspringt, kann dies die finanzielle Situation eines Unternehmens deutlich verändern.

Nach der Übernahme muss im schlimmsten Falle der Kundenstamm neu aufgebaut werden. Um dies zu

Red Flag

Welcher Kunde ist rentabel?

verhindern, ist es wichtig, nicht nur die momentane Auftragslage genau zu prüfen. Analysieren Sie, wie sich die Aufträge künftig gestalten und welche Zusagen es von den Kunden für eine langfristige Auftragslage gibt.

Wie ist eine Red Flag aufgebaut?

Die Red Flag Due Diligence bietet einen Überblick über die finanzielle Lage eines Unternehmens vor der Transaktion. Kritische Punkte werden offengelegt und in die Bewertung einbezogen. So ist es möglich, das Risiko der geplanten Transaktion eindeutig zu bewerten und dann eine Entscheidung zu treffen.

Was ist eine Dividende?

Eine Dividende ist ein Teil des bilanziellen Gewinns eines Unternehmens, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Bei anderen Kapitalgesellschaften wie der GmbH gibt es Gewinnausschüttungen. Die Zahlung einer Dividende ist somit den Aktiengesellschaften vorbehalten. Neben den Kurssteigerungen sind die Dividenden eine Möglichkeit für den Aktionär und Anleger, am Erfolg des jeweiligen Unternehmens zu partizipieren.

Regelung der Dividende

Vereinbarungen über eine derartige Auszahlung an die Aktionäre des Unternehmens werden auf der jährlichen Hauptversammlung des Unternehmens getroffen. Bei der Hauptversammlung werden verschiedene Beschlüsse gefasst. Zu den Beschlüssen gehört auch die Abstimmung über die jeweilige Dividendenhöhe, also die Höhe der Ausschüttung des Gewinns an die Aktionäre. Zunächst schlägt der Unternehmensvorstand die Höhe der Gewinnausschüttung vor. Dann kann die Versammlung den Vorschlag mit einfacher Mehrheit beschließen. Allerdings müssen die Unternehmen keineswegs einen derartigen Beschluss fassen. Die Dividendenhöhe kann auch 0 betragen. Dann beschließt die Versammlung, dass es keine Ausschüttung des Gewinns an die Aktionäre gibt und das Geld vielmehr auf andere Art und Weise eingesetzt wird. Das Tätigen von Investitionen oder das Abbezahlen von Schulden sind häufige Gründe für den Verzicht auf eine Auszahlung.

Der ex-Dividende Tag

In der Regel erfolgt die Ausschüttung der Dividende am Tag nach der Hauptversammlung. Die Gutschrift auf den Verrechnungskonten der Aktionäre zeigt sich nur wenige Bankarbeitstage später. Die Auszahlung erfolgt am entsprechenden Tag automatisch. Wer Aktionär eines Unternehmens und Inhaber der Aktien ist, bekommt diese ausbezahlt. Am ex-Dividende Tag kommt es zum sogenannten Dividendenabschlag. Der Kurs der Aktie fällt häufig um einen Betrag, welcher der ausgezahlten Dividende des Unternehmens entspricht. Dies ist auf den wirtschaftlichen Grundsatz der Angebot und Nachfrage zurückzuführen. Denn die Kurse an der Börse ergeben sich stets aus der Angebot einer Aktie und der Nachfrage nach der Selbigen. Wenn die Anleger nun aufgrund der bereits erfolgten Auszahlung bereit sind, weniger für den Anteilsschein des Unternehmens zu zahlen, verringert sich naturgemäß der Aktienkurs. Lesen Sie hier alles zum Dividendenabschlag.

Rhythmus der Dividenden

Dividenden werden unterschiedlich häufig ausgeschüttet. In Deutschland ist insbesondere die jährliche Dividende gebräuchlich. Darüber hinaus sind auch halbjährliche, quartalsweise und sogar monatliche Ausschüttungen möglich. Insbesondere in den USA gibt es eine Vielzahl von Unternehmen, die die Dividende in unterschiedlichen Zeiträumen ausschütten.

Die Berechnung der Dividendenrendite

Für den Aktionär und Anleger ist die Höhe der Dividendenrendite von Interesse. Schließlich ist es mit dieser Kennzahl möglich, verschiedene Geldanlagen und Unternehmen zu vergleichen. Grundsätzlich wird die Dividendenhöhe in Euro pro Aktienstück angegeben. Beispielsweise wird auf der Hauptversammlung der Beschluss gefasst, dass das Unternehmen eine Dividende in Höhe von 5 Euro pro Aktie ausschüttet. Die individuelle Höhe der Ausschüttung bestimmt sich immer nach der Anzahl der Aktien. Wer als Aktionär des Unternehmens beispielsweise 100 Aktien hat, kann nun mit einer Dividendenhöhe von 500 Euro rechnen.

Durch die Berechnung der Dividendenrendite ist es nun möglich, die Gewinnausschüttung mit anderen Unternehmen zu vergleichen und die Rentabilität der Geldanlage zu ermitteln. Die Dividendenrendite bezeichnet das Verhältnis der gezahlten Dividende zum jeweiligen Aktienkurs:

Dividende / Aktienkurs x 100% 

Im gewählten Beispiel gab es eine Gewinnausschüttung in Höhe von 5 Euro pro Aktie. Wenn der Börsenkurs am Stichtag bei 100 Euro liegt, gilt folgende Berechnung:

5 / 100 x 100% = 5% 

Die Dividendenrendite des gewählten Unternehmens beträgt 5%. Dabei handelt es sich um einen vergleichsweise guten Wert.

Versteuerung der Dividende

In Deutschland müssen Privatpersonen die Dividenden sowie alle Einkünfte aus Kapitalvermögen versteuern. Einschlägig ist die sogenannte Abgeltungssteuer. In den meisten Fällen wird die Steuer direkt von der Ausschüttung abgezogen und an das Finanzamt abgeführt. Meistens werden die Steuern vorher also von der Bank abgezogen – die Bardividende wird dann auf das Konto überwiesen.

Etwas anders sieht dies bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften aus. Diese versteuern die eingenommenen Dividenden nach dem speziellen Teileinkünfteverfahren. Das Teileinkünfteverfahren regelt die Besteuerung bei Einnahmen aus Beteiligungen an bestimmten Kapitalgesellschaften. Sowohl Ausschüttungen als auch Veräußerungsgewinne fallen unter dieses Verfahren.

Zudem müssen Anleger und Aktionäre beachten, dass bei Dividenden von ausländischen Aktien in vielen Fällen am Sitz der Gesellschaft eine weitere Steuer einbehalten wird. Die sogenannte Quellensteuer bzw. dessen Höhe variiert von Land zu Land.

Zugunsten der Anleger umgehen einige Aktiengesellschaften die Besteuerung der Dividenden. Dann wird die Ausschüttung aus dem steuerlichen Einlagenkonto vorgenommen. Die Gesellschaft kann die Ausschüttung als steuerliche Rückzahlung von Einlagen bezeichnen, sodass die Abgeltungssteuer nicht fällig wird.

Dividendenpolitik der Unternehmen

Die jeweilige Dividendenpolitik gibt Aufschluss über das Unternehmen. Grundsätzlich gilt die Dividende als Anzeichen für die wirtschaftliche Stärke des Unternehmens. Jedoch ist ein reiner Blick auf die Dividende für Anleger nicht empfehlenswert. Unternehmen können eine vergleichsweise hohe Dividende auch nutzen, um den eigenen Aktienkurs anzutreiben und Anteile am Unternehmen beliebter zu machen. Im optimalen Fall orientiert sich die Höhe der Ausschüttung am Überschuss des Unternehmens. Unternehmen sollten immer noch einen Teil des Gewinns in Investitionen stecken, um sich in der Zukunft wettbewerbsfähig zu positionieren. Dividenden können somit Zeichen für die Stärke eines Unternehmens sein – es ist jedoch auch das Gegenteil möglich. Hier empfiehlt sich ein genauer Blick in die Bilanz der AG.

Weitere Arten der Dividende

Bei der klassischen Dividende handelt es sich um die Ausschüttung des Gewinns in Geldform an die Aktionäre. Daneben gibt es jedoch noch weitere Dividendenarten. Die Gewinnausschüttung kann zudem als eine Art Sachdividende erfolgen. Die Aktionäre erhalten hier Wirtschaftsgüter oder weitere Aktien. Bei der Stockdividende gibt es für die Aktionäre ebenfalls neue Aktien anstelle des Gelds.

Was ist eine Lizenz und wie unterscheidet sie sich vom Patent?

In Bezug auf die Definition gibt es zwischen der Lizenz und dem Patent deutliche Unterschiede. Diese Unterschiede spielen vor allem in der Wirtschaft eine wesentliche Rolle. Mit der Lizenz erhält ein Unternehmen oder eine Privatperson die Erlaubnis zur wirtschaftlichen oder privaten Nutzung eines Rechtssubjekts. Mit einem Patent sichert sich das Unternehmen das Recht an einer Entwicklung, einem Produkt oder einem Namen.

Lizenz – eine Definition

Der Begriff der Lizenz leitet sich aus dem Lateinischen ab. Der Begriff licencia ist gleichbedeutend mit „Freiheit“ oder „Erlaubnis“. Diese Übersetzung lässt sich sehr gut auf die Definition einer Lizenz in den verschiedenen Bereichen der Wirtschaft übertragen. Der Erwerb einer Lizenz ist gleichbedeutend mit der Erlaubnis, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu benutzen.

Beispiel für die Vergabe

Die Vergabe ist beim Verkauf von Computersoftware geläufig. Die Software steht für den Kunden zum Download

Lizenz

Wie lange gilt meine Lizenz?

im Internet bereit. Oftmals ist es möglich, die Software zunächst zu testen. Der Entwickler stellt für den Test eine allgemeingültige Lizenz bereit. Die Dauer der Nutzung legt der Entwickler ebenfalls fest. Dies kann einige Tage oder Wochen sein. In der Regel bewegt sich die Nutzung einer allgemein gültigen Lizenz für einen Zeitraum von drei Tagen bis drei Monaten. Nach dem Ablauf der Testphase erwirbt der Kunde eine neue. Der Zeitraum der Gültigkeit liegt hier zwischen einem Monat und einer dauerhaften Nutzung. Dies bedeutet, dass Lizenzen im Abonnement zu erwerben sind. Darüber hinaus gibt es Software, die nach einem einmaligen Kauf dauerhaft in Nutzung bleiben kann. Lesen Sie hier alles zum Abonnement.

Entstehung – ein kleiner historischer Abriss

In der Forschung ist der Ursprung des Lizenzbegriffs und der Verwendung umstritten. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Lizenz auf das Mittelalter zurückzuführen ist. An den Universitäten war es den Absolventen möglich, ein Lizentiat zu erwerben. In diesem Zusammenhang fand der Begriff erstmalig Erwähnung. Das Lizentiat ist an einigen Universitäten bis heute geläufig.
Im 13. Jahrhundert fand der Begriff in Frankreich unter König Philipp erstmalig im Zusammenhang mit dem Verkauf Erwähnung. Damals hieß es, dass der König alle Rechte am Verkauf von Holz und Holzwaren für sich beanspruchen konnte. Im Verlauf der Jahre erfolgte eine Erweiterung der Begrifflichkeit auf Grundstücke, später auch auf Handelswaren. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Begriff in Deutschland im Zusammenhang mit dem Reichspatentrecht geprägt. In der Weiterentwicklung hat die Lizenz bis heute in der Wirtschaft eine weitreichende Bedeutung.

Welche Arten gibt es?

Es gibt verschiedene Lizenzarten, die aktuell in der Praxis Anwendung finden und vom Lizenzrecht abgedeckt sind.

1. Ausschließliche und nicht ausschließliche Lizenz

In diesem Bereich sind die Begriffe einfache, ausschließliche und Alleinlizenz zu unterscheiden.

  • Bei der einfachen Lizenz ist es möglich, weiteren Personen oder Unternehmen weitere Lizenzen einzuräumen.
  • Bei der ausschließlichen Lizenz ist es möglich, anderen Personen weitere Lizenzen einzuräumen.
  • Die Alleinlizenz bietet dem Lizenznehmer die Möglichkeit, die Rechte für sich in Anspruch zu nehmen.
2. Unterlizenz

Hier erfolgt nochmals eine Unterscheidung zwischen der einfachen und er ausschließlichen, wobei die Vergabe der ausschließlichen Lizenz mitunter als umstritten gilt.

3. Cross-licence

Hier handelt es sich um einen sogenannten Lizenztauschvertrag. Der Rechtsträger ist eine Gemeinschaft. Dieser Gemeinschaft gehören die Güter, die zum Tausch angeboten werden. Im Rahmen des Joint Venture kommt die Tauschlizenzzum Einsatz.

4. Herstellungslizenz

Der Rechteinhaber darf ein Produkt produzieren, aber nicht vertreiben.

5. Vertriebslizenz

Hier handelt es sich um die Umkehrung der Herstellungslizenz. Der Rechteinhaber darf das Produkt vertreiben, nicht aber produzieren.

6. Zwangslizenz

Bei der Zwangslizenz erfolgt ein Ausschluss der Autonomie einer Partei durch den Gesetzgeber. Er bestimmt die Nutzungsbefugnis. Die Zwangslizenz findet in folgenden Bereichen Anwendung:

  • Patentrecht
  • Sortenschutzrecht
  • Urheberrecht
  • Mitbenutzungsrecht
7. Gesetzliche Lizenz

Hier gestattet der Gesetzgeber die Vergabe an Interessenten, deren Zahl zunächst unbestimmt ist.

Was beinhaltet eine Lizenz?

Grundsätzlich beinhaltet die Lizenz die Erlaubnis, ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Entwicklung für einen

Lizenz

Lizenz ist nicht gleich Lizenz

unbestimmten oder einen vorab festgelegten Zeitraum nutzen zu können. Die Vergabe der Lizenz erfolgt an ein so genanntes Rechtssubjekt. Hierbei kann es sich um ein Unternehmen, eine Einzelperson, aber auch einen Verein oder eine Gesellschaft handelt. Im Rahmen der Lizenz wird vereinbart, in welchem Umfang der Rechtenehmer das Objekt nutzen darf. Nicht immer ist die Nutzung in vollem Umfang gestattet. Es ist auch möglich, Teillizenzen für die Nutzung zu vergeben. Gemessen am Beispiel der Computersoftware würde es bedeuten, dass die Erteilung der Lizenz nur für einen Teil der Funktionen erfolgt.

Wichtig zu wissen:

Die Vergabe einer Lizenz erfordert immer einen Lizenzvertrag. Dieser wird zwischen dem Lizenzgeber und dem Lizenznehmer geschlossen und gilt für einen vorab festgelegten Zeitraum oder unbegrenzt.

Was ist ein Patent?

Die Vergabe eines Patents erfolgt im Zusammenhang mit einer Erfindung oder der Entwicklung eines Produkts. Es ist auch möglich, einen Namen als Patent schützen zu lassen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass durch die Vergabe eines Patents die Rechte der Gemeinschaft oder eines anderen Unternehmens nicht beschränkt werden dürfen. Wenn ein allgemein gültiges Interesse an einer Entwicklung besteht oder diese bereits auf dem Markt erhältlich ist, kann darauf kein Patent vergeben werden.

Zusammenhang zwischen Patent und Lizenz

Lizenz

Unterschiede werden vertraglich festgehalten

Die Begrifflichkeiten Patent und Lizenz lassen sich nicht immer voneinander trennen. So gibt es wirtschaftliche Bereiche, in denen ein direkter Zusammenhang besteht. Dies ist beispielsweise beim Franchising der Fall. Ein Unternehmer bekommt das Recht, eine patentierte Marke zu nutzen. Die Einzelheiten der Nutzung sind in einem Lizenzvertrag festgeschrieben. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass eine Lizenz nicht nur für eine Marke oder eine Entwicklung, sondern auch für ein geschütztes Patent vergeben werden kann.

Was ist eine Firmenübernahme und wie läuft sie ab?

Bei einer Firmenübernahme kauft ein Unternehmen ein anderes auf. Als Synonym wird für diese Transaktion auch der Begriff Akquisition verwendet. Der Unternehmenskauf vollzieht sich dadurch, dass das übernehmende Unternehmen die Mehrheit der Firmenanteile an der anderen Firma übernimmt oder die Unternehmensanteile gegen Geld erwirbt.  Nach dem Verkauf geht die gesamte Kontrolle auf den neuen Eigentümer über.

Der Grund für eine Firmenübernahme könnte darin liegen, dass das übernehmende Unternehmen einen Konkurrenten ausschalten möchte oder das übernommene Unternehmen z.B. ein Patent besitzt.

Was ist bei einer Firmenübernahme zu beachten?

Die Übernahme einer anderen Firma ist ein sehr komplexer Vorgang, der in der Vorbereitung eine gute Planung und eine gute Organisation erfordert. Bei einer Firmenübernahme stehen die folgenden Faktoren im Fokus:

Der Firmenwert – was ist das übernommene Unternehmen Wert?

Sowohl der Käufer als auch der Verkäufer eines Betriebes sind an dem Firmenwert des zu übernehmenden Unternehmens interessiert. Der Firmenwert wird als Goodwill bezeichnet. Innerhalb einer Bilanz wird er als immaterieller Vermögensposten ausgewiesen. Der Goodwill wird ermittelt, indem der Substanzwert des zu übernehmenden Unternehmens von dem vereinbarten Kaufpreis abgezogen wird.

Beispiel:

Die A GmbH möchte die B-KG übernehmen. Die Vertragsparteien einigen sich auf einen Verkaufspreis von 6.000.000 Euro. Aus der Bilanz der B-KG ergeben sich Aktiva (Summe der materiellen und immateriellen Wirtschaftsgüter) von 4.000.000 Euro. Auf der Passivseite weist die Bilanz Verbindlichkeiten in Höhe von 2.000.000 Euro aus.

Der Substanzwert der B-KG ermittelt sich wie folgt:

Substanzwert B-KG = 4.000.000 Euro – 2.000.000 Euro = 2.000.000 Euro

Der Goodwill ist der Differenzbetrag zwischen dem Kaufpreis und dem Substanzwert. Bei dieser Firmenübernahme wird er wie folgt ermittelt:

Goodwill = 6.000.000 Euro – 2.000.000 Euro = 4.000.000 Euro

Den erkauften Goodwill (derivativer Firmenwert) muss die A-GmbH nach den handelsrechtlichen Bestimmungen in ihre Bilanz übernehmen. Abzugrenzen vom derivativen Firmenwert ist der originäre Goodwill  (selbstgeschaffener Firmenwert). Für diesen besteht ein handelsrechtliches Aktivierungsverbot.

Welches Kapital wird für die Übernahme verwendet?

Eine Firmenübernahme kostet Geld. Für die Finanzierung des Übernahmepreises setzt das übernehmende Unternehmen zunächst eigene Mittel ein. Um von öffentlichen Förderprogrammen profitieren zu können, sollte der Eigenkapitalanteil die Grenze von 15 % nicht unterschreiten. Für die weitere Finanzierung können verschiedene Förderprogramme oder die Aufnahme eines Bankdarlehens genutzt werden. Im letzteren Fall ist jedoch zu bedenken, dass die Fremdkapitalzinsen den eigenen Gewinn schmälern.

Wie sehen die Marktchancen nach der Übernahme aus?

Für das übernehmende Unternehmen ist interessant, welche Marktchancen sich nach der Übernahme ergeben. Hierfür müssen im Vorfeld die Faktoren Standort, optimale Produktionsprozesse und Absatzmöglichkeiten ausgelotet werden.

Friedliche Übernahme und feindliche Übernahme

Bei einer Firmenübernahme ist die friedliche von der feindlichen Übernahme abzugrenzen. Die friedliche Übernahme findet mit Zustimmung des zu übernehmenden Unternehmens statt. Eine andere Bezeichnung für friedliche Übernahme ist freundliche Übernahme.

Die feindliche (auch unfreundliche) Übernahme findet nicht im Einvernehmen mit dem bisherigen Eigentümer statt. Für das übernehmende Unternehmen ist diese Art des Unternehmenskaufs risikobehaftet, da es nicht auf die Informationen zurückgreifen kann, die bei einer freundlichen Übernahme zur Verfügung stünden. Der Investor kann sich nicht über die bilanzielle Situation des Unternehmens erkundigen und erhält auch keine Einblicke in die innerbetrieblichen Abläufe. Ihm stehen nur die Informationen zur Verfügung, die das zu übernehmende Unternehmen aufgrund der Gesetzgebung in Deutschland ohnehin publizieren müsste.

Auch für das gekaufte Unternehmen können sich bei einer feindlichen Firmenübernahme negative Folgen ergeben. Mit dem Abbau überschüssiger Kapazitäten sind oft weitreichende Personalentlassungen und Standortschließungen verbunden.

In welchen Fällen kommt eine Firmenübernahme in Betracht?

Für eine Firmenübernahme sprechen viele Gründe. Die übernehmende Gesellschaft hat eine Geschäftsidee, die sich in der Praxis bereits bewährt hat. Der Übernehmer braucht sich nicht um die Entwicklung einer neuen Idee oder der Erstellung eines Businessplans zu kümmern.

Bei der Gründung eines Unternehmens müssen neben der Entwicklung der Geschäftsidee und der Erstellung eines Businessplans noch weitere Punkte bedacht werden, die z.B. die Rechtsformwahl oder die steuerlichen Aspekte des neuen Unternehmens betreffen. Diese Überlegungen muss der Übernehmer einer anderen Firma nicht anstellen. Das übernehmende Unternehmen kann sich allein auf das Kerngeschäft konzentrieren.

Die übernehmende Gesellschaft profitiert von dem technischen Knowhow und dem Netzwerk, über welches das zu übernehmende Unternehmen bereits verfügt. Produktionsstätten, Geschäftspartner, Kunden und Lieferanten sind bereits vorhanden. Deshalb braucht bei einer Firmenübernahme der Fokus nicht auf der Neukundenakquisition zu liegen. Lesen Sie hier alles zur Kundenakquise.

Der Ablauf einer friedlichen Firmenübernahme

Der Ablauf einer friedlichen Firmenübernahme beginnt mit der Suche eines Unternehmens nach einem Investor, der die rechtliche und wirtschaftliche Kontrolle des Unternehmens übernimmt.

Für den Übernehmer einer anderen Firma stellen sich u.a. die Fragen nach der Rentabilität und nach den Vorteilen, die die Übernahme für das eigene Unternehmen bringen kann.

Hat sich ein Investor gefunden, geht es um die vertraglichen Details der Übernahme. Neben der Festlegung des Kaufpreises bilden z.B. die Übernahme des Personals oder wettbewerbsrechtliche Faktoren eine Diskussionsbasis.

Sind die Vertragsverhandlungen abgeschlossen, muss der Investor sich um die Finanzierung des Unternehmenskaufs kümmern. Steht nicht genug Eigenkapital zur Verfügung, kann der Investor auf Förderprogramme oder einen Bankkredit zurückgreifen.

Der Verkäufer muss abklären, welche steuerlichen Aspekte bei dem Unternehmensverkauf zu bedenken sind.

Abgrenzung: Firmenübernahme und Fusion

Schließen sich zwei Unternehmen zusammen, weil sie Synergien nutzen möchten, handelt es sich um eine Fusion. Eine Fusion kennzeichnet sich dadurch, dass zwei Unternehmen miteinander verschmolzen werden. Dabei sind die folgenden drei Fälle zu unterscheiden:

  • Upstream-Merger: Die Aktiva und Passiva des Tochterunternehmens gehen vollständig in der Bilanz des Mutterunternehmens auf.
  • Downstream-Merger: Das Tochterunternehmen übernimmt das Mutterunternehmen.
  • Sidestep-Merger: Innerhalb eines Konzernverbunds werden zwei Schwesterfirmen miteinander verschmolzen.

Was ist Kapitalbindung?

Was versteht man unter der Kapitalbindungsdauer? Das Hauptziel eines Unternehmens besteht darin, einen möglichst hohen Gewinn zu erwirtschaften. Um dies zu erreichen, wird Kapital eingesetzt. Neben den liquiden Mitteln (z.B. Bankguthaben und Kassenbestand) investiert das Unternehmen Kapital in das Anlagevermögen und in das Umlaufvermögen. Hier werden die Gegenstände ausgewiesen, die das Unternehmen benötigt, um wirtschaftlich zu arbeiten.

Liquide Mittel stehen dem Unternehmen zu jederzeit zur Verfügung. Größere Rechnungen werden mit einer Banküberweisung beglichen. Kleinere Anschaffungen bezahlt das Unternehmen bar.

Problematisch wird es für den Betrieb bei dem Kapital, das in eine Produktionsmaschine oder in einen anderen Vermögensgegenstand des Anlagevermögens investiert wurde. Für die Nutzungsdauer dieser Produktionsmaschine ist das Kapital in dem Unternehmen gebunden. Ebenso verhält es sich bei den Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens. Hier tritt die Kapitalbindung in Form einer offenen Kundenrechnung ein. Solange diese noch nicht ausgeglichen ist, kann das Unternehmen nicht über das Kapital

Kapitalbindung

Welches Kapital ist an das Unternehmen gebunden?

verfügen.

Das nicht verfügbare Kapital ist an das Unternehmen gebunden.

Welche Aussage trifft die Kapitalbindungsdauer?

Da ein Unternehmen auf den Kapitaleinsatz angewiesen ist, ermittelt es den Zeitraum, für den das in dem Anlage- oder Umlaufvermögen gebundene Kapital nicht für andere Investitionen genutzt werden kann. Dieser Zeitraum wird als Kapitalbindungsdauer bezeichnet.

Bei der Berechnung der Kapitalbindungsdauer muss unterschieden werden, ob die Vermögengenstände dem Unternehmen langfristig oder nur kurzfristig dienen sollen.

Die Kapitalbindung im Anlagevermögen

In dem betrieblichen Anlagevermögen weist ein Unternehmen die Vermögensgegenstände aus, die dem Betrieb langfristig (über ein Jahr) dienen sollen.

Beispiel

Ein Pkw, den der Geschäftsführer einer GmbH für betriebliche Zwecke nutzt, wird im Anlagevermögen ausgewiesen. Die Anschaffungskosten gehen über die Zeit der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer als Abschreibung in die steuerliche Gewinnermittlung des Unternehmens ein. Laut den amtlichen AfA-Tabellen gilt für die Abschreibung eines betrieblichen Pkws eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 6 Jahren. Danach ist der Pkw vollständig abgeschrieben.

Dass der Pkw dem Unternehmen langfristig dienen soll und über die Zeit seiner betrieblichen Nutzung abgeschrieben wird, wirkt sich auch auf die Kapitalbindung aus. Die Kapitalbindungsdauer stimmt mit der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer überein. In dem obigen Beispiel ist das Kapital für 6 Jahre in dem Unternehmen gebunden.

Das gebundene Kapital im Anlagevermögen hat insbesondere für Start-ups und Existenzgründern eine wichtige Bedeutung. Hier sind in der Regel noch nicht genügend liquide Mittel vorhanden, um hohes Kapital in einer Produktionsmaschine oder einem Pkw zu binden. Lesen Sie hier alles über Start-Ups.

Die Bindung im Umlaufvermögen

In dem Umlaufvermögen eines Unternehmens ist die Kapitalbindung naturgemäß sehr kurz.

Die Kapitalbindung im Umlaufvermögen entsteht zum größten Teil bei den Forderungen. Je höher der Forderungsbestand ist, desto höher ist auch die Kapitalbindung. Das Unternehmen kann mit den zwei folgenden Maßnahmen auf die Kapitalbindungsdauer im Umlaufvermögen einwirken:

  • Die Zahlungsziele für die Kunden werden z.B. von 14 Tagen auf 7 Tage heruntergesetzt.
  • Für die eigenen Verbindlichkeiten nutzt das Unternehmen die Zahlungsfrist voll aus.

Führt ein Unternehmen diese Regeln in dem Betrieb ein, verringert sich die Kapitalbindungsdauer.

Kapitalbindung muss auch im Lager einkalkuliert werden. Je länger ein Unternehmen Waren und Materialien in seinem Bestand hat, desto länger ist die Kapitalbindung. Eine Lösung für dieses Problem ist die Erhöhung der Lagerumschlagshäufigkeit. Dies bedeutet, dass die Waren und Materialien nicht so lange gelagert werden. Dies ist z.B. möglich, wenn ein Betrieb die Just-in-time-Produktion einführt. Hier wird das Material erst geliefert, wenn es im Produktionsprozess benötigt wird.

Die durchschnittliche Kapitalbindung als betriebswirtschaftliche Kennzahl

Die durchschnittliche Kapitalbindung (kurz: DKB) tritt nur bei den Vermögensgegenständen des abnutzbaren Anlagevermögens ein. Investiert das Unternehmen z.B. in ein Grundstück (nicht abnutzbares Anlagevermögen) oder wartet es auf die Bezahlung einer Rechnung, kann die DKB nicht ermittelt werden.

Kapitalbindung

Wie berechnet sich die Kapitalbindung?

Bei den Vermögensgegenständen des abnutzbaren Anlagevermögens (z.B. Produktionsmaschine, Fuhrpark oder Geschäftsausstattung) nutzt ein Unternehmen die durchschnittliche Kapitalbindung als betriebswirtschaftliche Kennzahl.

Zwei Faktoren wirken auf die Kapitalbindungsdauer ein. Dies sind die Abschreibungen auf den Vermögensgegenstand und die Umsatzerlöse, die man mit dem Vermögensgegenstand generieren kann.

Für die Ermittlung der durchschnittlichen Kapitalbindung wendet ein Unternehmen die folgende Formel an:

DKB = (RB + RE) / 2

RB steht für den Restwert, den die Investition zu Beginn des Jahres hat.

RE stellt den Restwert dar, den die Investition am Schluss des Geschäftsjahres hat.

Beispiel

Ein Unternehmen kauft eine gebrauchte Maschine für 15.000 Euro. Die Restnutzungsdauer beträgt zwei Jahre. Die Abschreibung beträgt demnach 7.500 Euro pro Jahr. Zum Ende des zweiten Geschäftsjahres ist die Maschine vollständig abgeschrieben.

Zum Schluss des ersten Geschäftsjahres hat die Maschine einen Restwert von 7.500 Euro.

Die durchschnittliche Kapitalbindung ermittelt sich wie folgt:

DKB (1. Jahr) = (15.000 Euro + 7.500 Euro) / 2 = 11.250 Euro

Für das zweite Geschäftsjahr ergibt sich die folgende Rechnung:

DKB (2. Jahr) = (7.500 Euro + 0 Euro) / 2 = 3.750 Euro.

Welche Folgen löst die Kapitalbindung aus?

Eine hohe Kapitalbindung ist für das Unternehmen mit negativen Folgen verbunden. Je länger das Unternehmen nicht über das Kapital verfügen kann, desto schwächer zeigt sich die Liquidität. Um weiter investieren zu können, ist das Unternehmen in diesem Fall auf die Aufnahme von Fremdkapital angewiesen. Dieser Schritt ist aber mit

Kapitalbindung

Wann benötigt das Unternehmen Fremdkapital?

weiteren Kosten (z.B. Fremdkapitalzinsen) verbunden.

Ein Unternehmen, das wirtschaftlich agieren möchte, kann daher nur daran interessiert sein, die Kapitalbindungsdauer so weit wie möglich zu minimieren und gebundenes Kapital so schnell wie möglich wieder frei zu setzen.

Eine Möglichkeit zur Kapitalfreisetzung besteht in der Verkürzung der Produktionsprozesse. Stellt das Unternehmen den Produktionsablauf so um, sodass man das Material erst liefert, wenn es im Herstellungsprozess vorgesehen ist, verringert es den Lagerbestand und damit auch die Kapitalbindung.

 

 

Make-or-buy – Eigen- oder Fremdfertigung

Make-or-buy bezeichnet die Entscheidungsfindung innerhalb von Unternehmen, ob ein bestimmtes Produkt im Fremdbezug(zugekauft) oder in Eigenanfertigung (selbst hergestellt) werden soll. Bei der Analyse von make-or-buy müssen einige Basisfaktoren, welche unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit und Ausrichtung des Unternehmens betreffen, berücksichtigt werden.

Es handelt sich beim Entscheidungsprozess rund um das Make-or-buy nicht um eine reine Analyse der Wirtschaftlichkeit, denn es werden weitere Elemente miteinbezogen, zum Beispiel die Kosten (dieser Punkt auch insbesondere im Zusammenhang mit der Liquidität des Unternehmens), die objektiv prognostizierbare Qualität des Produktes, konkret damit verbundene Ziele und des weiteren Überlegungen, die das Firmenimage betreffen.

Make-or-buy zählt zu den strategischen Entscheidungen eines Unternehmens, die sich auf Vorleistungsgüter, Halbfertigteile, weitere Zwischenprodukte oder Dienstleistungen beziehen können.

Die Anlässe für eine Entscheidung über make-or-buy können auf der internen oder externen Ebene liegen. In der Fachliteratur findet man folgende Motive:

  • Einführung neue Produkte
  • der gestiegene Kostendruck
  • Steigerung der Flexibilität
  • Transfer von Risiken
  • Gründung eines neuen Unternehmens oder einer Tochterfirma
  • Starke Schwankungen in der internen Produktionsauslastung
  • Steigender Wettbewerbsdruck und Kundenanforderungen
  • Änderung der Kosten für den Fremdbezug beziehungsweise der Eigenanfertigung

Die wichtigsten Kriterien zur Entscheidungsfindung:

  • Zielbestimmung
  • Kostenanalyse
  • Zeitfaktor
  • Qualitätsmanagement
  • Chancen und die Risiken
  • Vorhandensein von Ressourcen

Die Zielbestimmung von make-or-buy

Make or buy

Was spricht für eine eigene Produktion?

Die erste Voraussetzung bei der Entscheidung über make-or-buy bildet eine transparente Formulierung der Ziele, die damit realisiert werden sollen. Bei der Zielvorgabe stehen diese und ähnliche Fragen im Vordergrund: Welche Punkte sollen übergeordnet eingestuft werden? Soll also der Fokus auf auf das Kerngeschäft gelegt werden oder mehr auf die Vorteile im Bereich der Kosten, die damit verbunden sind?

Die Kostenanalyse

Im zweiten Schritt werden die Fertigungs– beziehungsweise die Beschaffungskosten von make-or-buy miteinander verglichen. Die Berechnung der Kosten ist unter anderem auch abhängig von der Kapazitätsauslastung in Sachen Produktion des Unternehmens. Sollte zum Beispiel keine komplette Auslastung der Produktionskapazitäten vorliegen, wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit sinnvoll, die Entscheidung für „make“ zu treffen. Im umgekehrten Falle, wenn bereits Engpässe in der Produktion vorliegen, spricht es eher für ein „buy„, um keine Einbußen beim Gewinn zu riskieren.

Der Zeitfaktor bei make-or-buy

Welche Strategie ist temporär zielführender: make-or-buy? Ist die eigene Entwicklung und Produktion des Gutes schneller möglich als der Kauf des fertigen Fremdproduktes? In den meisten Fällen liegen die zeitlichen Vorteile beim Kauf. Ausnahmen von dieser Regel liegen bei längeren Liefer- und Transportzeiten und eventuellen Genehmigungsverfahren.

Das Qualitätsmanagement

Ist ein extern hergestelltes Produkt qualitativ besser? Oder besagen Erfahrungswerte, dass es eine begründete Kritik an der Qualität der fremdbezogenen Güter gibt? Im zweiten Falle wäre eine eigene Anfertigung im Sinne der Qualitätssicherung sinnvoll. Die Komplexität im Produktsortiment und in der Produktion in fast allen Industriesegmenten befindet sich seit Jahren auf einer steilen Wachstumskurve. Aus dieser Entwicklung ergeben sich immer höhere Anforderungen an das Qualitätsmanagement. Auch dieser Umstand beeinflusst die Kosten, sollte also in der Analyse des make-or-buy nicht nur im Punkt Qualitätsmanagement, sondern auch bei der Kostenanalyse berücksichtigt werden. Lesen Sie hier alles zum Qualitätsmanagement.

Die Chancen und die Risiken von make-or-buy

Make or buy

Ein Kauf kann viele Vorteile haben

Innerhalb der make-or-buy Analyse werden Chancen und Risiken objektiv bewertet. Zu den Chancen von Make gehören:

  • die Sicherung in der Materialversorgung
  • die schnellere Reaktion auf einen wechselhaften Markt
  • die Verhinderung der Abhängigkeit von Lieferanten und anderen Unternehmen
  • die einfachere Einhaltung von Betriebsgeheimnissen und speziellem Know-How
  • die Auslastung der vorhandenen Produktionskapazitäten

Die Chancen durch Buy liegen in:

  • der Vermeidung von Neuinvestitionen
  • der Erhöhung der Transparenz im Bereich der Kosten
  • den Vorteilen im personalwirtschaftlichen Segment
  • dem Zugriff auf den Spezialkompetenzen und dem Spezialwissen der Zulieferer
  • der Reduzierung des Risikos, welches sich auf die Fixkosten bezieht

Die Risiken von Buy können unter anderem in der Modifizierung des Leistungsumfangs, den Abhängigkeitseffekten, der eventuellen Kostensteigerung, Defiziten in der Leistung oder der Qualität, die Verminderung der Fertigungstiefe und dem Abgang von Know-How liegen. Die Risiken von Make können logistische Herausforderungen, mangelnde Selbstkostentransparenz und eine Entfernung von den Kernkompetenzen des Unternehmens betreffen. Aber auch die Anschaffung von neuen Produktionsanlagen kann ein Risiko darstellen, da es sich um einen höchst kostenintensiven Prozess handelt.

Das Vorhandensein von Ressourcen

Make or buy

Verfüge ich über alle notwendigen Ressourcen?

Eine sinnvolle Strategie in Sachen make-or-buy lässt sich nur treffen, wenn man die verfügbaren Ressourcen berücksichtigt. Die wichtigsten Ressourcen sind das Material, die Maschinen zur Produktion, der Raum zur Lagerung, eine belastbare Transportkette für den Einkauf der Rohstoffe, das Personal und das Know-How.

Operatives oder strategisches make-or-buy?

Unterschieden werden muss bei make-or-buy auch zwischen der operativen und strategischen Analyse. Die operative Version hat die kurzfristigen Vorteile im Kostenbereich in ihrem Fokus. Die strategische make-or-buy Analyse ist auf langfristige Entscheidungen konzentriert. Aus diesem Grund berücksichtigt man bei der gründlicheren strategischen Analyse im Bereich von make-or-buy nicht nur die harten Faktoren. Hier finden auch die weichen Faktoren, wie zum Beispiel das firmeninterne Know-How und dessen Entwicklung, oder die nicht messbare aber real existierende Eigenbestimmung eines Unternehmens, einen Platz. Gerade im Zuge der Verflachung von betrieblichen Hierarchien sollte man den weiche Faktor der Eigenbestimmtheit nicht unterschätzen. denn der Einfluss von Betriebsräten und des Personals gerade im oberen Segment wächst.

Wie findet man den perfekten Warenbestand?

Der Warenbestand repräsentiert den Lagerbestand an Roh-, Hilfs, und Betriebsstoffen. Unternehmen lagern Waren, um stets die benötigten Objekte zur Verfügung zu haben. Die Lagerung führt jedoch zu Kosten: Je mehr Waren das Unternehmen lagert, desto höher sind die Kosten. Ein zu geringer Lagerbestand wiederum resultiert im Risiko von Engpässen. Es stellt sich daher die Frage, wie Unternehmen den perfekte Warenbestand finden.

Zunächst sind die Erfassung der Warenbestände und die Bilanzierung der Lagerbestände notwendig.

Bilanz – wie sieht der Warenbestand bilanziell aus?

Für die Bilanz müssen die Warenbestände bewertet werden. In der Bilanz selbst stehen die Werte auf der Aktivseite. Sie gehören dem Umlaufvermögen an. Am Bilanzstichtag wird eine Inventur vorgenommen. Die Warenbestände müssen durch Bestandsaufnahme mengenmäßig erfasst werden. Selbst hergestellte Produkte werden mit ihren Herstellungskosten bewertet. RHB-Stoffe lassen sich durch ihre Anschaffungskosten bewerten. Warenbestände werden mit ihrem Einstandspreis erfasst. Wichtig ist, dass Niederstwertprinzip zu berücksichtigen: Der niedrigere Börsen- oder Marktpreis ist anzusetzen. Lesen Sie hier mehr zu RHB-Stoffen.

Lifo oder Fifo – Lagerbestände korrekt bewerten

Rohstoffe werden aufgrund von Preisschwankungen zu unterschiedlichen Preisen gekauft. Bei der Bewertung der Lagerbestände stellt sich die Frage, welche der vorhandenen Produkte verbraucht worden sind. Das Bilanzierungsrecht lässt zwei Vorgehensweisen zu: Lifo und Fifo.

Was ist Lifo?

Lifo ist die Abkürzung für Last in – First out. Die Unternehmen verbrauchen die Waren zuerst, die sie zuletzt angeschafft haben. Produkte, die zuletzt angeschafft worden sind, befinden sich in der Lagerhaltung vorne. Das Lifo Prinzip wird beispielsweise bei Schüttgütern angewandt. Neue Schüttmengen überlagern die alten Schüttmengen. Ein konkretes Beispiel ist ein Steinhaufen, bei welchem nur von außen nach innen Steine entnommen werden können. Bei verderblichen Waren ist Lifo nicht möglich, da zuerst die alten Produkte entnommen werden müssen.

Wie wirkt sich Lifo auf die Bilanzierung aus?

Bewertet man zum Bilanzierungsstichtag den Warenbestand, müssen die ältesten Waren preisliche Berücksichtigung finden. Die neu angekommenen Waren hingegen werden zuerst verbraucht. Die Bewertung bezieht sich zudem auf den Einstandspreis bei gekauften Produkten. Im Folgenden ist ein Beispiel dargestellt:

Wareneingänge:

Datum / Menge / Preis pro Einheit
1.2 / 100 / 5
2.2 / 100 / 6
5.2 / 50 / 4
10.2 / 50 / 5
12.2 / 100 / 4

Man tätigte im betrachteten Zeitraum fünf Einkäufe. Der Anfangswarenbestand betrug 0. Am 12.2 liegt ein Lagerbestand in Höhe von
100 + 100 + 50 + 50 + 100 = 400
vor.

Es werden folgende Entnahmen vorgenommen:

15.2 / 100
17.2 / 10

Für die erste Entnahme verendet man die Produkte, die am 12.2 gekauft worden sind. Für die zweite Entnahme sind die Produkte mit Einkaufsdatum 10.2 relevant.

Dadurch ergeben sich folgende Preise für die Entnahme:

15.2 / 100 / 4
17.2 / 10 / 5

Der neue Warenbestand beträgt
400 – 110 = 290
Der zu bilanzierende Wert am Stichtag 17.2 beträgt:

1.2 / 100 / 5
2.2 / 100 / 6
5.2 / 50 / 4
10.2 / (50 – 10 = 40) / 5

Bilanzwert des Warenbestands:
100 * 5 + 100 * 6 + 50 * 4 + 40 * 5 =
500 + 600 + 200 + 200 = 1.500

Was ist Fifo?

Das zweite zulässige Verfahren zur Bilanzierung von Warenbeständen ist Fifo. Der Ausdruck ist die Abkürzung für First in – First out. Waren, die man zuerst angeschafft hat, müssen zuerst verbraucht werden. Ein Anwendungsbeispiel sind verderbliche Waren. Ältere Waren verbraucht man zuerst, neue Waren warten.

Wie wirkt sich die Anwendung von Fifo auf die Bilanzierung aus?

Bewertet man zum Bilanzierungsstichtag den Warenbestand, müssen die neuesten Waren der preislichen Berücksichtigung unterliegen. Die zuerst angekommenen Waren hingegen verbraucht man zuerst. Im Folgenden ist ein Beispiel dargestellt:

Wareneingänge:

Datum / Menge / Preis pro Einheit
1.3 / 100 / 5
20.3 / 100 / 6
25.3 / 50 / 4
30.3 / 50 / 5

Im betrachteten Zeitraum tätigte man vier Einkäufe. Am 30.3 liegt – ausgehend vom Anfangsbestand 0 – ein Lagerbestand in Höhe von

100 + 100 + 50 + 50 = 300
vor.

Es werden folgende Entnahmen vorgenommen:

15.4 / 100
17.4 / 20

Für die erste Entnahme verwendet man die Produkte des 1.3. Für die zweite Entnahme sind die Produkte mit Einkaufsdatum 20.3 relevant.

Dadurch ergeben sich folgende Preise für die Entnahme:

15.4 / 100 / 5
17.4 / 10 / 6

Der neue Warenbestand beträgt
300 – 120 = 180
Der zu bilanzierende Wert am Stichtag 17.4 beträgt:

20.3 / 80 / 6
25.3 / 50 / 4
30.3 / 50 / 5

Bilanzwert des Warenbestands:
50 * 5 + 50 * 4 + 80 * 6 =
250 + 200 + 480 = 450 + 480 = 930

Wie kann ich Veränderungen im Warenbestand erfassen?

Ein Inventory Management dient der Erfassung von Veränderungen im Warenbestand. Gemeint ist zumeist ein Warenwirtschaftssystem, welches Schnittstellen zu anderen Unternehmensbereichen verfügen kann. Die Software verfügt unter anderem über ein Wareneingangsmodul und ein Warenausgangsmodul.

Die Optimierung des Warenbestands

Voraussetzung zur Optimierung des Warenbestands ist die lückenlose Erfassung der Lagerbestände. Das Unternehmen sammelt Daten aus den abgelaufenen Perioden, um Prognosen über den zu erwartenden Bedarf zu erstellen. Ausgehend von diesen Prognosen bestimmt das Unternehmen die zu bestellende Mengen, woraus sich wiederum die Höhe des Warenbestands ergibt.

Eine weitere Methode ist Folgende: Das Unternehmen definiert für die einzelnen Warengruppen Lageruntergrenzen. Sobald der Lagerbestand diese Untergrenze unterscheidet, bestellt die Beschaffung neue Waren. Die Bestellmenge ist die Differenz aus dem definierten Maximalbestand und der aktuell vorhandenen Menge.