Was ist eine Zession?

Der Begriff Zession stammt aus dem Lateinischen (cessio) und beschreibt eine Abtretung. Im deutschen Zivilrecht ist sie im BGB §398 Satz 1 definiert. Eine Abtretung liegt vor, wenn ein Gläubiger seine Forderungen gegenüber einem Schuldner vertraglich auf einen anderen Gläubiger überträgt. Der Schuldner bleibt dabei gleich, auch am Inhalt und Umfang der Forderung ändert sich nichts. Den ursprünglichen Gläubiger bezeichnet man dabei als Zedent, der Gläubiger, der die Forderung übernimmt, ist ein Zessionar.

Voraussetzungen und Wirkung

Für eine gültige Zession sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Zunächst einmal muss überhaupt eine Forderung vorliegen, bei welcher der Zedent zum Zeitpunkt der Abtretung der Inhaber. Die Forderung muss zudem bestimmt oder bestimmbar sein. Es muss also eindeutig erkennbar sein, aus welchen Dingen sie sich zusammensetzt, wem sie gehört und was genau abgetreten werden soll. Dies ist besonders dann wichtig, wenn es sich um eine sogenannte Vorausabtretung handelt. So lassen sich Forderungen, die aktuell noch nicht bestehen aber schon absehbar sind, abtreten. Dies geht jedoch nur, wenn man sie genau definieren kann.

Grundsätzlich ist jede Forderung übertragbar. Es gibt jedoch auch ein paar Ausnahmen. So können sowohl vertragliche Bestimmungen eine Zession ausschließen als auch gesetzliche Regelungen, die in §§ 399 und 400 BGB zu finden sind. Auch ist eine Abtretung nur rechtens, wenn im Vorfeld ein Abtretungsvertrag geschlossen wurde. Dabei wird vom Gesetz keine konkrete Form vorgeschrieben. Es gibt jedoch vereinzelt Ausnahmen wie beispielsweise bei einer Hypothek. Lesen Sie hier alles zur Hypothek.

Zession

Wer muss wen informieren?

Bei dem Vertrag reicht es wohlgemerkt aus, wenn sich Zedent und Zessionar vertraglich einigen. Der Schuldner muss nicht beteiligt werden und er kann dem Vertrag auch nicht widersprechen. Der Zedent und der Zessionar müssen den Schuldner genau genommen nicht einmal über die Abtretung der Forderung informieren.

Mit Abschluss des Vertrages gehen die Forderungen auf den Zessionar über. Er hat nun das Recht, die Schuld gegenüber dem Schuldner geltend zu machen. Im Gegensatz zu einer Vertragsübernahme bleibt der Zedent jedoch auch weiterhin Vertragspartner des Schuldners. Dies gibt ihm beispielsweise das Recht der Einrede.

Historische Einordnung

Ob eine Forderung einfach übertragbar ist, hat sich in der rechtlichen Betrachtung über die Jahrhunderte immer wieder geändert. Im römischen Recht war es beispielsweise nicht vorgesehen, dass Gläubiger einfach so wechseln können. Damals behalf man sich meist mit einer sogenannten Prozessvertretung. Erst in der Phase des späteren Kaiserreichs stärkte man dann zunehmend die Position des Zessionars und gab ihm die Möglichkeit, Forderungen einzuklagen.

Das spätere germanische Recht ging dann zunächst wieder einen Schritt zurück, da die Möglichkeit, einfach eine Forderung auf eine andere Person zu übertragen, bestritten wurde. Erst im frühen 18. Jahrhundert setzte sich dann die auch heute noch gebräuchliche Meinung durch, die dann auch ihren Weg in das Bürgerliche Gesetzbuch fand.

Zession

Die Zession sichert die Liquidität

Heute wird die Zession häufig von Unternehmen genutzt. Sie bietet ihnen eine Möglichkeit, um die eigene Liquidität zu sichern. Ein klassisches Beispiel ist die Beziehung zu Lieferanten. Hat ein Unternehmen offene Zahlungen bei einem Lieferanten, selbst aber noch offene Forderungen gegenüber Kunden, können die Beträge mit der Hilfe einer Abtretung ausgeglichen werden. Das Unternehmen überträgt seine Forderungen an den Lieferanten, er nun wiederum die offenen Zahlungen des Schuldners einfordern kann.

Die verschiedenen Arten

Über die Zeit haben sich verschiedene Arten von Zessionen entwickelt, die unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden. Folgende Varianten sind heute üblich.

  • Einzelzession: Diese Abtretung umfasst nur eine einzelne Summe, wie etwa eine konkrete Rechnung.
  • Rahmenzession: Die Abtretung umfasst mehrere oder sogar alle Forderungen eines Unternehmens.
  • Globalzession: Eine Unterform der Rahmenzession, die alle aktuellen und zukünftigen Forderungen eines Unternehmens beinhaltet.
  • Mantelzession: Eine weitere Form der Rahmenzession, bei der Forderungen bis zu einem bestimmten Höchstbetrag übertragen werden.
  • offene Zession: Der Schuldner wird über die Abtretung informiert und zahlt daraufhin direkt an den Zessionar.
  • stille Zession: Der Schuldner erfährt nicht von der Abtretung. Die Zahlungen erfolgen daraufhin weiterhin an den Zedent, der anschließend wiederum das Geld an den Zessionar weiterleitet.
  • Vorausabtretung: In diesem Falle werden Forderungen schon übertragen, die noch gar nicht entstanden aber bereits absehbar sind.
  • Inkassozession: Die Forderungen werden an eine Bank oder ein Inkassounternehmen abgetreten.
    Sicherungszession: Die Abtretung der Forderungen erfolgt als Sicherung für eine kurzfristige Finanzierung.

Abgrenzungen zur Novation oder Schuldenübernahme

Zession

Eine Schuldenübernahme ist nicht mit der Zession gleichzusetzen

Auch, wenn die Zession das Thema Schulden behandelt, sollte sie nicht mit einer Schuldenübernahme oder einer Novation verwechselt werden. Bei allen drei Vorgängen wird zwar das Schuldverhältnis verändert, trotzdem gibt es Unterschiede. Im Falle einer Schuldübernahme ändert sich nicht wie bei einer Zession der Gläubiger, sondern der Schuldner. Es übernimmt also eine andere Person die Begleichung der Forderung. Bei einer Novation wird dagegen die Schuld direkt aufgehoben. Alle beteiligten Parteien bleiben dabei gleich und es findet nur eine inhaltliche Veränderung der Forderung statt.

Der Unterschied zum Factoring

Das Factoring weißt ebenfalls ein paar Ähnlichkeiten zur Zession auf, ist jedoch nicht mit ihr zu verwechseln. Beim Factoring kauft eine dritte Partei, häufig eine Bank oder eine Gesellschaft, die Forderung auf. Nach dem Verkauf muss der Gläubiger keinen Zahlungsausfall seines Schuldners mehr befürchten, da er die gesamte Schuld nun an den sogenannten Factor verkauft hat. Dieser muss sich nun um die Begleichung der Forderung kümmern und trägt das alleinige Risiko, falls der Schuldner nicht in der Lage ist, die offene Summe zu bezahlen.

Was ist Wirtschaftlichkeit?

Wirtschaftlichkeit ist eine Kennzahl aus der Betriebswirtschaftslehre. Man drückt das Verhältnis zwischen einem erzielten Erfolg und dem dafür nötigen Aufwand aus, dadurch zeigt sich, ob eine Unternehmung effizient ist und in welchem Maße diese Effizienz vorhanden ist. Eine Investition, ein Geschäft oder eine Unternehmung kann wirtschaftlich oder unwirtschaftlich sein. Wirtschaftlich ist sie, wenn der Ertrag höher ist als der Aufwand.

Diese Aussage kann mit folgender Formel ausgedrückt werden: Wirtschaftlichkeit = Ertrag > Aufwand

Den Ertrag abzüglich des Aufwandes sieht man als erzielten Erfolg an. Der erzielte Erfolg muss dabei nicht zwingend positiv sein. Ein negativer Erfolg bedeutet, dass der Ertrag größer ist als der Aufwand, demzufolge liegt ein Verlust vor. Wirtschaftlich ist etwas, wenn man einen positiven Erfolg, also einen Gewinn, erzielt.

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip oder das ökonomische Prinzip

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip bezeichnet man auch als ökonomisches Prinzip. Erreicht werden kann Wirtschaftlichkeit mittels zweier Prinzipien: dem Minimalprinzip und dem Maximalprinzip. Beim Minimalprinzip lässt sich ein bestimmter Ertrag mit möglichst wenig Aufwand erreichen. Das Maximalprinzip dagegen besticht durch die Kombination bestimmter Aufwand/möglichst großer Ertrag. Lesen Sie hier alles über das Maximalprinzip.

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip ist in jedem Wirtschaftssystem wichtig

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip gilt für jeden Betrieb, denn jeder Betrieb versucht, einen vorgegebenen Erfolg mit möglichst wenig Einsatz zu erreichen oder mit einem vorgegebenen Einsatz einen möglichst hohen Erfolg zu erzielen.

Dabei ist es egal, welchem Wirtschaftssystem ein Betrieb angehört. Nicht nur in der Marktwirtschaft ist es wichtig, dass Unternehmen und Investitionen so wirtschaftlich wie möglich agieren. Auch in anderen Wirtschaftssystemen wie der sozialen Marktwirtschaft oder der Zentralverwaltungswirtschaft herrschen Relevanz.

Wirtschaftlichkeit

Welcher Aufwand für welchen Ertrag?

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip ist für das Funktionieren einer jeden Volkswirtschaft von grundlegender Bedeutung.

Der Unterschied zwischen Maximal- und Minimalprinzip

Beim ökonomischen Prinzip muss man nicht zwingend von wertmäßigen Größen ausgehen. Ertrag lässt sich durch Output und Aufwand mit Input ersetzen.

Folgendes Beispiel soll den Unterschied zwischen Maximal- und Minimalprinzip erläutern

Hanna lernt für eine Prüfung. Der Output ist hierbei das Resultat der Prüfung, der Input bezeichnet die Stunden, die Hanna für die Prüfung lernt.

Wenn sie nun genau so lange lernt, bis sie die Prüfung mit einer guten Note besteht, handelt sie nach dem Minimalprinzip. Sie legt also das Output fest und versucht, dieses mit möglichst wenig Input zu erreichen.

Wenn sie sich dazu entscheidet,  drei Nachmittage für die Prüfung zu lernen, um ein möglichst gutes Resultat zu erzielen, handelt sie nach dem Maximalprinzip. Sie legt den Input – die drei Nachmittage lernen – fest und versucht, ein möglichst gutes Output – Prüfungsergebnis – zu erzielen.

Wenn jemand wirtschaftlich arbeitet, gilt er als erfolgreich. Wie wirtschaftlich jemand, lässt sich anhand einer Berechnung belegen. Dafür gibt es folgende Formel:

Wirtschaftlichkeit = Ertrag/Aufwand

Wirtschaftlich oder effizient ist etwas, das bei der Berechnung dieser Formen der Quotient größer oder gleich eins ist.

  • Wenn das Resultat größer als 1 ist, ist etwas wirtschaftlich, also effizient
  • Wenn das Resultat genau 1 ist, ist etwas kostendeckend wirtschaftlich
  • Wenn das Resultat kleiner als 1 ist, ist etwas unwirtschaftlich oder ineffizient

Wie lässt sich die Effizienz erhöhen?

Wirtschaftlichkeit

Effizienz ist nicht gleich Effektivität

Die Effizienz erhöht sich – oder anders gesagt, die Wirtschaftlichkeit maximiert – beim Minimalprinzip der Aufwand verringert, mit dem man den bestimmten Ertrag erreicht. Wird beim Maximalprinzip mit dem festgelegten Aufwand ein höherer Ertrag erzielt, nimmt die Wirtschaftlichkeit zu.

Effektivität und Effizienz – wo liegt der Unterschied?

Effektivität erreicht man immer, wenn Effizienz vorherrscht. Aber nicht immer, wenn Effektivität erreicht ist, ist es auch effizient.

Nehmen wir als Beispiel einen morschen Baum, der weichen muss. Versucht man dies mit einer winzigen Säge und erreicht das Ziel nach einem Jahr, wurde effektiv gearbeitet, denn die Zielerreichung ist erfolgreich.

Nutzt man aber eine dafür geeignete, elektrische Säge, löst sich das Problem in wenigen Minuten. somit arbeite ich a) effektiv, weil das Ziel erreicht ist und b) effizient, weil es möglichst schnell beendet war.

Wie wird die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens beurteilt?

Meistens stehen Vergleiche zur Verfügung, wie wirtschaftlich ein Unternehmen arbeitet. Verglichen werden die Unternehmen mit anderen Firmen der gleichen Branche, der gleichen Region oder der gleichen Größe. So lassen sich Aussagen darüber treffen, welche Unternehmen wirtschaftlicher arbeiten.

Zeitvergleiche eignen sich ebenfalls bestens. Dabei vergleicht man die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen in

Wirtschaftlichkeit

Wer arbeitet am besten?

verschiedenen Zeitperioden. Damit lässt sich die Frage beantworten, ob eine Unternehmen, verglichen mit den vergangenen Jahren, wirtschaftlicher gearbeitet hat.

Der Unterschied zwischen Wirtschaftlichkeit und Produktivität

Obwohl sich das Minimal- und das Maximalprinzip nicht nur auf die Wirtschaftlichkeit, sondern auch auf die Produktivität anwenden lässt, sind Wirtschaftlichkeit und Produktivität nicht zu verwechseln.

Bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit setzt man die Kosten bzw. der Aufwand und der Erlös bzw. der Ertrag zueinander in Beziehung. Dies sind wertmäßige Größen. Bei der Produktivität geht es um Output und Input, also um Ausbringungs– und Einsatzmenge. Dabei verwendet also mengenmäßige Größen. Setzt man bei Minimum- und Maximumprinzip für Ertrag Output und für Aufwand Input ein und verwendet dabei mengenmäßige Größen, lässt sich das ökonomische Prinzip also auf die Produktivität anwenden.

Was versteht man unter einem Betriebsrat?

Der Betriebsrat ist ein Mitbestimmungsorgan, das im Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) verankert ist. Er vertritt die Interessen der Arbeitnehmer in privatwirtschaftlichen Betrieben, Konzernen und Unternehmen. Je nach nationalem Recht hat der Betriebsrat unterschiedlich starke Befugnisse, auf betriebliche Abläufe Einfluss zu nehmen.

Geschichte des Betriebsrats in Deutschland

Erstmals wurden Befugnisse eines Betriebsrats im Jahr 1920 im Betriebsrätegesetz der Weimarer Republik festgeschrieben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte der Beschluss des Betriebsverfassungsgesetzes. Die darin enthaltenen Rechte der Arbeitnehmer wurden seitdem mehrfach ergänzt und durch weitere Gesetze spezifiziert, beispielsweise durch das Kündigungsschutzgesetz und das Arbeitsgerichtsgesetz.

Ziel und Gegenstände

Übergeordnetes Ziel des Betriebsrats ist es, die Mitglieder der Belegschaft vor der Willkür des Arbeitgebers zu schützen. Die Belange schutzbedürftiger Personenkreise, beispielsweise der Schwerbehinderten, Jugendlichen und der älteren Arbeitnehmer, unterliegen dabei in besonderem Maße einer Berücksichtigung. Typische Streitpunkte zwischen Unternehmensleitung und Belegschaft sind die Arbeitszeiten und Pausenregelungen, Löhne und Gehälter, die Urlaubsgestaltung, Kündigungen und Beförderungen, die Gleichstellung, Möglichkeiten der Weiterbildung, Maßnahmen zur Arbeitssicherheit sowie Parkmöglichkeiten.

Rechte und Instrumente

In all diesen Angelegenheiten sind Betriebsräte das Sprachrohr für die Arbeitnehmer. Sie kontrollieren, ob Gesetze, Tarifverträge, Verordnungen und Vorschriften vom Arbeitgeber eingehalten werden. Außerdem können sie initiativ Maßnahmen zu Gunsten der Belegschaft bei der Unternehmensleitung beantragen. Der Betriebsrat hat darüber hinaus Anspruch, von der Unternehmensführung über alle Angelegenheiten, die die Interessen der Arbeitnehmer auf irgendeine Art betreffen, frühzeitig und vollständig informiert zu werden. In einigen Belangen nach § 87 BetrVG ist der Betriebsrat außerdem berechtigt, an Prozessen mitzuwirken und Entscheidungen

Betriebsrat

Was darf ich als Betriebsrat?

mitzubestimmen. Wenn sich das Gremium in seinen Befugnissen missachtet oder verletzt fühlt, kann der Rechtsweg beschritten werden. Zur Vermittlung bei ungelösten Konflikten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern dient außerdem das Einigungsstellenverfahren.

Betriebsvereinbarungen zwischen Betriebsrat und Unternehmensführung

Der Betriebsrat kann mit dem Arbeitgeber Betriebsvereinbarungen treffen. In einer solchen Übereinkunft hält man Rechte und Pflichten für Arbeitgeber, Betriebsrat oder für die jeden einzelnen Arbeitnehmer in schriftlicher Form fest. Gegenstände sind zum Beispiel die Kleiderordnung oder die Ausweisung von Raucherbereichen. Diese Vereinbarungen sind rechtsverbindlich. Grundsätzlich haben Tarifverträge Vorrang vor Betriebsvereinbarungen. Allerdings lassen sich auf der Grundlage von Öffnungsklauseln auch Betriebsvereinbarungen treffen, die vom Tarifvertrag abweichen. Lesen Sie hier alles zum Tarifvertrag.

Gründung eines Betriebsrats

Die Gründung eines Betriebsrats ist nicht direkt vorgeschrieben. Der gesetzliche Auftrag, die Interessenvertretung durch die Angestellten zu ermöglichen, kann aber nur dieses Gremium erfüllen. Es ist dem Arbeitgeber und Dritten grundsätzlich untersagt, die Gründung oder die Wahl eines Betriebsrats zu verbieten oder zu behindern. Auch ist es dem Arbeitgeber nicht gestattet, eigenmächtig einen Betriebsrat zu ernennen. Das Betriebsverfassungsgesetz regelt, ab welcher Betriebsgröße eine wirksame Arbeitnehmervertretung zu gründen ist. Es müssen mindestens fünf volljährige Arbeitnehmer regelmäßig beschäftigt sein. Auszubildende und Aushilfen sind dabei mit eingerechnet. Von den Angestellten müssen mindestens drei wählbar sein.

Vorgehensweise bei der Gründung eines Betriebsrats

Erforderlich für die Gründung eines Betriebsrats ist die Initiative durch die Arbeitnehmer. Hierzu ist jeder der

Betriebsrat

Wie entsteht ein Betriebsrat?

Angestellten berechtigt. Man muss einen Wahlvorstand berufen, der die Wahl vorbereitet und diese entsprechend der Vorgaben aus dem Betriebsverfassungsgesetz und der Wahlordnung durchführt. Es müssen Mitglieder der Belegschaft zu einer Kandidatur bereit sein. Zur Kandidatur ist jeder volljährige Angestellte berechtigt, der dem Betrieb am Tag der Wahl bereits seit mindestens sechs Monaten angehört.

Größe des Betriebsrats

Die Anzahl der Betriebsrats­mitglieder hängt von der Größe des Betriebs ab. Bis zu einer Größe von 20 regelmäßig Beschäftigen besteht der Betriebsrat aus einem Mitglied. Ab 20 regelmäßig Beschäftigen gehören dem Gremium drei Mitglieder an. Stufenweise steigt die Anzahl mit zunehmender Betriebsgröße um jeweils zwei Mitglieder. Ab einer Betriebsgröße von 200 Angestellten ist ein Betriebsratsmitglied von der Arbeit freizustellen.

Zeitpunkt der Betriebsratswahlen

Wenn bereits ein Betriebsrat gegründet wurde, finden die Neuwahlen alle vier Jahre im Zeitraum vom 1. März bis zum 31. Mai statt. Es kann auch erforderlich sein, außerplanmäßige Betriebsratswahlen durchzuführen. Dies ist der Fall, wenn
  • der Betriebsrat vom Arbeitsgericht aufgelöst wurde
  • die vorangegangene Betriebsratswahl wirksam angefochten wurde
  • der amtierende Betriebsrat geschlossen den Rücktritt vollzogen hat
  • die vorgeschriebene Betriebsratsgröße nicht mehr erreicht wird, da einzelne Mitglieder ausgeschieden sind
  • die Zahl der Arbeitnehmer sich nach der Hälfte der Amtszeit erheblich geändert hat
Wenn man eine solche außerplanmäßige Betriebsratswahl durchgeführt hat, findet die nächste Wahl wieder zum regulären Zeitpunkt statt.

Betriebsrat in Österreich

In Österreich wurde der Betriebsrat im Jahr 1919 geschaffen. Wie in Deutschland ist auch in Österreich dieses Gremium berechtigt, an personalen, sozialen, wirtschaftlichen, gesundheitlichen und kulturellen Entscheidungen mitzuwirken. Grundlage dafür ist das Arbeitsverfassungsgesetz. Für diesen Auftrag hat der Betriebsrat Mitwirkungsrechte, die er gegebenenfalls auch gerichtlich durchsetzen kann. Im Vergleich zu Deutschland ist der

Betriebsrat

Andere Länder, andere Räte

Umfang der Angelegenheiten, in denen die Betriebsräte Mitspracherecht haben, aber geringer.

Betriebsrat in der Schweiz

In der Schweiz existiert kein Betriebsrat, den man mit dem deutschen Modell vergleichen könnte. Die Interessen der Angestellten bringt die Arbeitnehmervertretung (auch Betriebskommission genannt) ein. Dies ist im Arbeitsgesetz und im Mitwirkungsgesetz geregelt. Diese Arbeitnehmervertretung kann man in einer allgemeinen Wahl bestimmen, wenn in einem Betrieb regelmäßig mindestens 50 Personen angestellt sind. Das Gremium besteht aus mindestens drei Mitgliedern. Die Arbeitnehmervertretung bringt die Interessen der Belegschaft gegenüber dem Arbeitgeber ein und hat Anspruch, von diesem frühzeitig und vollständig informiert zu werden.

Was ist der NPV?

Der Kapitalwert, auf Englisch auch“Net Present Value“ (NPV) genannt, gibt Auskunft darüber, ob sich ein bestimmtes Projekt aus wirtschaftlicher Sicht lohnt. Falls der Kapitalwert positiv ausfällt, kann sich der Investor sicher sein, dass sich die Investition lohnt. Im Rahmen der Berechnung der Net Present Value bewertet man frühere Erlöse höher als spätere. Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie den NPV berechnen können und wie dieser funktioniert.

Allgemeine Informationen

Mit dem Net Present Value können Sie schnell und einfach herausfinden, ob ein Investment einen künftigen

NPV

Ist mein Plan wirklich rentabel?

Gewinn erwirtschaftet. Der Kapitalwert, den man auch als Nettobarwert (NBW) oder Net Present Value (NPV) bezeichnen kann, stellt eine sehr gute Basis dar, um die Wirtschaftlichkeit einer Investition einzustufen und aufgrund dieser Prognose die entsprechenden Entscheidungen zu treffen. Der NPV wird in vielen Fällen auch bei der Bewertung von Start-ups genutzt. Lesen Sie hier alles über Start-Ups.

Funktionsweise des NPV im Überblick

Der Kapitalwert berechnet sich mittels eins dynamischen Verfahrens und berücksichtigt dabei in erster Linie den Zeitwert. Im Rahmen eines NPV lassen sich frühere Erlöse höher bewerten als spätere. Falls Sie Ihr Kapital gewinnbringend anlegen möchten, sollten Sie unbedingt eine Berechnung des Kapitals durchführen lassen. Ergibt die Berechnung einen positiven NPV, lohnt sich das Investment. Ist der Wert negativ, sollten Sie mit Verlusten rechnen. Im Rahmen der Kapitalwert-Analyse addiert man das Anfangsinvestment mit den abgezinsten Ein- und Auszahlungen des darauffolgenden Zeitraums zusammen:

  1. Kapitalanlage in Personal, Marketing, Anlagen oder Maschinen
  2. Die ungefähre Laufzeit für die Fertigung von Produkten oder die Bereitstellung von Dienstleistungen. Diese gehen mit Kosten einher, bringen Gewinne und führen zu Aus- und Einzahlungen. Bei der Berechnung des NPV spielt die Laufzeit eine entscheidende Rolle. In vielen Fällen setzt man dabei eine Laufzeit von einem Jahr an, es können aber auch beliebig lange Zeiträume vorherrschen.
  3. Ein- und Auszahlungen: Bei Einzahlungen handelt es sich zum Beispiel um Gewinne aus dem Verkauf der Produkte bzw.
    NPV

    Mit welchem Risiko ist zu rechnen?

    Dienstleistungen, während Auszahlungen durch Kosten für Material, Personal und Dienstleistungen entstehen.

  4. Der Restwert: Nachdem die Laufzeit abgelaufen ist, verfügen die Anlagen und Maschinen noch über einen Restwert, den man als Einzahlung berechnet. Falls an dieser Stelle Kosten für die Beseitigung anfallen, entstehen dadurch Auszahlungen.
  5. Der Zinssatz: Falls das Investment über ein Darlehen finanziert ist, müssen Sie den dafür fälligen Zinssatz berücksichtigen. Des Weiteren muss man in der Abzinsung der Aus- und Einzahlungen die Inflation einberechnen. Das sich potenzielle Ein- und Auszahlungen über einen längeren Zeitraum in vielen Fällen nur schätzen lassen, muss an dieser Stelle ein Risikozuschlag verankert sein. Die Höhe der Net Present Value beruht im hohen Maße auf der Festlegung des Zinssatzes, da die potenziellen Gewinne für die Investoren hiervon abhängen.

Wie wird der NPV berechnet?

Um den Kapitalwert mit einer mathematischen Formel berechnen zu können, müssen zunächst alle wichtigen Parameter definiert sein.

  1. Investments und die damit einhergehenden Kosten: Hierzu gehören u. a die Anschaffung von Maschinen, Möbeln, Anlagen, Kosten für Dienstleistungen und Marketingmaßnahmen, Zahlungen für Schulungen. Nachdem alles vorhanden ist, was für die Produktion benötigt wird, werden die Güter produziert oder Dienstleistungen erbracht. Durch den Verkauf derselben werden Erlöse generiert. Hierbei handelt es sich um die Einzahlungen des ersten Jahres. Parallel werden jedoch auch weitere Auszahlungen verursacht, die durch Personal-, Material-, und Dienstleistungskosten entstehen.
  2. Über welchen Zeitraum soll das Investment im Unternehmen verbleiben? Dieser Zeitraum hängt direkt von der Laufzeit oder Nutzungsdauer ab. Ein- und Auszahlungen müssen dabei für den gesamten Zeitraum ermittelt werden. Falls die Nutzungsdauer abgelaufen ist, kann eventuell ein Teil des Investments entweder verkauft oder weiter genutzt werden. Der Investor bekommt in der Regel für den verbleibenden Restwert eine vorher vereinbarte Zahlung.
  3. Der Zinssatz: Bei der Berechnung der Zinsen können unterschiedliche Kriterien eine Rolle spielen und sich so direkt auf die Höhe der Zinsen auswirken. Zu diesen Faktoren gehören:
  • Der Zinssatz, der für die Kredite oder andere Darlehensformen erbracht werden muss
  • Risikozuschlag

    NPV

    Was bewirkt die Inflationsrate?

  • Inflationsrate
  • Weighted Average Cost of Capital

Sie sollten sich dessen bewusst sein: Je höher der Zinssatz ist, umso weniger gewinnbringender erscheint das Investment.

Beispiel für Berechnung der NPV

Im Folgenden zeigen wir Ihnen am Beispiel einer Fortbildung, wie Sie den Kapitalwert berechnen können:
Sie wollen sich weiterbilden und neben Ihrer derzeitigen Arbeit ein Teilzeitstudium absolvieren. Das Studium hat eine Dauer von drei Jahren. Wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren, dass Sie während dieser Zeit weniger arbeiten und demzufolge auch weniger verdienen, können Sie schnell und einfach berechnen, ob sich Ihre Weiterbildung in Zukunft tatsächlich lohnen wird. Bekommen Sie nach Abschluss Ihres Studiums eine höher bezahlte Stelle und Sie arbeiten dort für fünf Jahre, können Sie auf dieser Grundlage den NPV berechnen:
Monatliche Kosten:

  • 200 Euro für das Studium und das dazugehörige Arbeitsmaterial inklusive der Fahrkosten
  • 500 Euro weniger Gehalt
  • Nach Studienabschluss erhalten Sie 600 Euro mehr
  • Sie rechnen mit einem Zinssatz von 8 Prozent, weil Sie nicht genau wissen, ob Sie tatsächlich nach Ihrem Abschluss eine bessere Stelle in der Firma bekommen
  • Setzen Sie diese Daten in die NPV-Gleichung ein, kommen Sie auf einen Kapitalwert von rund 1200 Euro. Der NPV ist positiv und Sie sehen, dass sich die Investition lohnt.

Was ist Thesaurierung?

Als Thesaurierung wird es bezeichnet, wenn eine Organisation ihre erzielten Gewinne nicht an Anleger ausgibt oder ausschüttet. Stattdessen behält die betreffende Organisation die betreffenden Gewinne ein. Dieser Vorgang ist insbesondere in Verbindung mit Fondsgesellschaften relevant. Erzielt ein Fonds im Veranlagungszeitraum Erträge, so schüttet man diese Erträge nicht an die einzelnen Anteilseigner des betreffenden Fonds aus. Anstelle dieser ebenfalls üblichen Praxis thesaurieren die verantwortlichen Fondsmanager die Erträge, um das Fondsvermögen zu erhöhen. Für den Anleger bedeutet dies, dass die einzelnen Fondsanteile einen höheren Eigenwert haben. Die Herkunft des Begriffes geht auf das Altgriechische zurück, wo das Wort „thesauros“ so viel wie Schatzhaus bedeutete. Es geht bei der Thesaurierung also wortwörtlich darum, Schätze aufzubewahren und zu verwalten.

Unterschiede zwischen offener und verdeckter Thesaurierung

Es gibt zwei Möglichkeiten zur Durchführung einer Thesaurierung. Man kann wahlweise offen oder verdeckt thesaurieren. Bei der offenen Variante ist der Vorgang klar in der Bilanz ersichtlich, durch entsprechende Verschiebung der Erträge zwischen den Konten. Wird allerdings verdeckt oder auch still thesauriert, erfolgt eine Bildung von stillen Rücklagen durch das Fondsmanagement oder eine Überbewertung von Aktivposten. Dieser Vorgang kann für Anteilseigner jedoch abschreckend wirken, sodass bei Fonds in der Regel das offene Thesaurieren zur Anwendung kommt.

Der Unterschied zwischen thesaurierenden und ausschüttenden Investmentfonds

Bei der Ausschüttung und der Thesaurierung handelt es sich um zwei verschiedene Möglichkeiten der Ertragsverwendung im Hinblick auf Investmentfonds.

Bei einem ausschüttenden Fonds verhält es sich so, dass ordentliche Erträge in der Regel jährlich an die einzelnen Anwender entsprechend der von ihnen gehaltenen Fondsanteile ausgeschüttet werden. In vielen Fällen gilt dies

Thesaurierung

Welche Rolle spielt die Dividende?

ebenfalls für außerordentliche Erträge, die im Wirtschaftsjahr erzielt wurden. Abhängig von der Art des Fonds setzen sich die ordentlichen Erträge aus Dividenden, Zinsen oder auf Mieteinnahmen zusammen. Bei außerordentlichen Erträgen handelt es sich zum Beispiel um Gewinne, die aus dem Verkauf von Grundstücken oder Wertpapieren durch das Fondsmanagement stammen. Die Ausschüttung bewirkt dabei stets einen Rückgang des Fondpreises analog zu sinkenden Aktienkursen, die durch eine Dividendenauszahlung bedingt sind. Dies liegt daran, dass am Ausschüttungstag der Ausschüttungsbetrag dem Fondsvermögen entnommen wird. Lesen Sie hier alles über die Dividende.

Bei einem thesaurierenden Fonds hingegen findet keine Ausschüttung der Erträge an die Anleger bzw. Anteilseigner statt. Sie verbleiben stattdessen im Fondsvermögen, das dadurch ansteigt. Gleichzeitig erhöhen sie den Wert der einzelnen Fondsanteile. Deren Anzahl bleibt also auch nach der Thesaurierung gleich. Das Fondsmanagement legt bei thesaurierenden Fonds die Erträge automatisch wieder im Sinne der Anleger an. Aufgrund dieser Tatsache eignen sich thesaurierende Fonds vor allem für Anleger, die langfristig Ihr Kapital erhöhen möchten.

Vor- und Nachteile der Thesaurierung für Fonds-Anleger

Die Thesaurierung von Fonds bietet dem Anleger und der Ausschüttung sowohl Vor- als auch Nachteile. Diese gilt es gegeneinander abzuwägen, um die jeweils optimale Anlageform zu finden.

Thesaurierung

Das Fondmanagement kümmert sich um die Verwaltung

Ein wichtiger Vorteil ist, dass sich der Anleger bei thesaurierenden Fonds nicht selbst um die Anlage der erzielten Erträge kümmern muss, da dies automatisch durch das Fondsmanagement geschieht. Außerdem ist diese Form der automatischen Wiederanlage in der Regel mit deutlich niedrigeren Gebühren verbunden als die Investition der Erträge in eine alternative Anlage. Im Vergleich dazu ist es eher als Nachteil zu sehen, dass Anleger bei einem thesaurierenden Fonds die eingeschränkte Verfügbarkeit ihrer Erträge in Kauf nehmen müssen. Über

Erträge kann man bei diesen Fonds nur durch den Verkauf bzw. die Rückgabe von Fondsanteilen verfügen. Bei ausschüttenden Fonds hingegen kann der Anleger über die zwischenzeitlich anfallenden Erträge frei verfügen, sodass eine größere Flexibilität im Hinblick auf deren Verwendung gegeben ist. Eine Umschichtung bzw. die Wiederanlage des Kapitals wird dem Anleger also durch die Thesaurierung tendenziell erschwert.

Thesaurierung erfordert wenig Aufwand

Generell hängt es von der Performance eines Fonds ab, ob die automatische Wiederanlage bzwThesaurierung eine gute Wahl für den Anleger ist. Bei Fonds, die eine überdurchschnittliche Wertentwicklung zeigen, ist die Thesaurierung aus Sicht des Anlegers in jedem Fall ein empfehlenswertes Investment. Anders verhält es sich bei Fonds, deren Wertentwicklung als unterdurchschnittlich angesehen werden kann. In diesem Fall ist die Ausschüttung der Erträge und deren Re-Investment in lohnendere Anlagen die bessere Wahl.

Die Thesaurierung bietet außerdem den Vorteil, dass sie gegenüber der Ausschüttung einen deutlich geringeren persönlichen Aufwand für den Anleger bedeutet. Selbst die auf die Erträge anfallenden Steuern lassen sich in der Regel automatisch abführen, sodass sich der Anleger selbst nicht darum kümmern muss. Dies gilt sowohl für inländische als auch ausländische thesaurierende Fonds.

Thesaurierung

Je mehr Gewinn anfällt, desto mehr Steuern müssen gezahlt werden

Bei ausschüttenden Fonds hingegen ist es regelmäßig so, dass der Anleger sich um die Berechnung und Abführung der anfallenden Steuern selbst kümmern muss. Ist er steuerrechtlicher Laie, kann es daher notwendig sein, einen Steuerberater zu Rate zu ziehen. Hinsichtlich der Besteuerung von ausschüttenden und thesaurierenden Fonds gibt es seit des am 1.1.2018 in Kraft getretenen Investmentsteuerreformgesetzes nahezu keine Unterschiede mehr. Aus rein steuerlicher Sicht ist es also kein Vorteil, sich für einen thesaurierenden Fonds zu entscheiden, da die Steuerlast bei beiden Alternativen annähernd gleich hoch ist.

Was ist eine Kaufpreisallokation?

Bei einer Kaufpreisallokation (Purchase Price AllocationPPA) handelt es sich um eine Methode, die sich im betrieblichen Rechnungswesen anwenden lässt. Ursprünglich stammt sie aus den USA, erfreut sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts jedoch auch international einer zunehmenden Beliebtheit. Im Falle einer Unternehmensbeteiligung bewertet sie nicht nur nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch den gekauften Unternehmenswert. Schulden, stille Reserven und Vermögenswerte stehen dem Kaufpreis gegenüber, wobei der Zeitwert als Basis fungiert.

Die Kaufpreisallokation im International Financial Reporting Standard

Die Kaufpreisallokation findet sich im International Financial Reporting Standard (IFRS) – konkret im IFRS 3 – wieder. Zunächst muss der Kaufpreis bekannt sein, welcher bereits getätigte, aber auch zukünftige, verpflichtende Zahlungen an den Verkäufer des Unternehmens umfasst. Erwerbsnebenkosten sind laut IFRS 3 hingegen nicht mehr aktivierbar. Liquiditätsbestände, die man vom Unternehmen übernimmt, subtrahieren sich. Der nächste Schritt zielt auf eine Neubewertungsbilanz des neu erworbenen Unternehmens ab. Vermögensgegenstände, Eventualschulden und tatsächliche Schulden muss man identifizieren und anhand des IFRS 3.37 nach ihren Zeitwerten überprüfen.
Mögliche Lasten und stille Reserven, beispielsweise immaterielle Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen
Preisallokation

Was gesellt sich zum Eigenkapital?

und Patente, lassen sich so zuverlässig aufdecken. Der Wertansatz hängt im Wesentlichen von den zu erwartenden Synergien infolge des Unternehmenskaufs ab. Die Differenz verbucht man immer dann als Ertrag und schlägt sie dem Eigenkapital zu, wenn der Kaufwert den Buchwert der zuvor bewerteten Beteiligung überschreitet. In dem Fall spricht man von einem negativen Geschäfts- oder Firmenwert (Badwill). Das Gegenteil stellt ein positiver Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) dar, der voraussetzt, dass der Kaufpreis über dem jeweiligen Buchwert liegt. Lesen Sie hier alles zum Buchwert.

Kriterien der Neubewertung laut IFRS 3.37

Der International Financial Reporting Standard 3.37 legt feste, welche Schulden und Vermögenswerte man im Rahmen der Kaufpreisallokation ansetzen darf. Generell gilt, dass sich der der jeweiligen Position beizulegende Zeitwert zuverlässig bestimmen lassen muss. Handelt es sich um einen materiellen Vermögenswert, muss eine Feststellung erfolgen, ob dieser dem Unternehmen und dem Käufer auch zukünftig einen finanziellen Nutzen einbringt. Ist dies ausgeschlossen oder sehr unwahrscheinlich, kann man ihn von der Neubewertung ausschließen. Spezielle, besonders strenge Ansatzkriterien sind bei immateriellen Vermögenswerten gemäß des International Accounting Standards (IAS) 38 zu beachten.
Diese liegen der Tatsache zugrunde, da man auch immaterielle Vermögenswerte wie Kunden- und Auftragsbestände mit einbezieht. Gewinnmindernde Abschreibungen entstehen so allein durch die Konzern-Konsolidierung. Im Falle der Kaufpreisallokation ist es üblich, solcherlei Abschreibungen zu bereinigen – Den Gewinn schlägt man, vor den Steuern, wieder zu. Von Vorteil ist, dass sich Bewertungsspielräume infolge der Bereinigung neutralisieren lassen. Negativ zu bewerten ist allerdings die Tatsache, dass sie faktisch das Risiko einer Überbewertung birgt. Grund dafür sind Zahlungsabflüsse, die man durch einen zu hoch angesetzten Kaufpreis ignoriert.
Ein weiteres wichtiges Kriterium stellen Verbindlichkeiten und Rückstellungen, also sämtliche Schulden, dar.

Preisallokation

Welche Schulden wandern in die Kalkulation?

Verlangt ist, dass solcherlei Verpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Abfluss finanzieller Mittel bewirken. Gemäß des Financial Reporting Standards darf man jedoch ausschließlich Schulden einbeziehen, die bereits zum Zeitpunkt des Unternehmenserwerbs bestanden. Eventualschulden

müssen hingegen auf Basis vom speziellen Kriterien identifiziert werden, die im IAS 37.10 festgelegt sind.

Der Zeitwert – Bewertungsmaßstäbe und –spielräume im Detail

Bilanzpositionen werden gemäß IFRS 3 mit ihrem Zeitwert angesetzt. Dieser lässt sich zwar mittels verschiedener Methoden ermitteln, in Anhang B des IFRS 3 wird jedoch auf den stets zulässigen Einsatz des Barwertverfahrens verwiesen. Um eine nicht zulässige Alternative handelt es sich hingegen bei der Marktbewertung, da immateriellen Vermögenswerten in der Regel ein aktiver Markt fehlt. Doch Achtung: Das Barwertverfahren birgt einige Tücken. Da das Verfahren auf Schätzungsgrößen beruht, beispielsweise auf Zahlungsüberschüssen und Laufzeit,eröffnet die Kaufpreisallokation die Möglichkeit umfassender Bilanzierungsspielräume. Betroffen sind vor allem immateriellen Vermögenswerte, die die Zuordnung zum Goodwill verhindern. Die Folge: Der ausgeschriebene Gewinn wird in den folgenden Geschäftsjahren gemindert. Das Szenario kann vermieden werden, indem die bereits erwähnte Bereinigung der Abschreibungen zum Einsatz kommt.

Die Kaufpreisallokation im deutschen Handelsgesetzbuch

Das deutsche Handelsgesetzbuch (HGB) regelt die Kaufpreisallokation zwar ähnlich wie der IFRS, geht dabei aber weniger ins Detail. Das HGB schreibt in § 301 lediglich vor, dass infolge des Kaufs erworbene Schulden, Vermögenswerte und Rechnungsabgrenzungsposten mittels ihres Zeitwerts anzusetzen sind. Geschäfts- oder Firmenwert werden im HGB allerdings vollkommen anders als im IFRS behandelt. Gemäß HGB muss ein positiver Unterschiedsbetrag aktiviert und anschließend ratierlich abgeschrieben werden. Infolgedessen werden die Auswirkungen der Bewertungsspielräume gemindert, da alle immateriellen Werte mit einbezogen werden.
Preisallokation

Welcher faktische Gewinn ergibt sich?

Ein negativer Unterschiedsbetrag wird dagegen als Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung passiviert, wie es § 301 Absatz 3 des deutschen Handelsgesetzbuchs vorschreibt. Laut § 309 Absatz 2 durfte man ihn bis Juli 2015 lediglich auflösen, wenn zuvor eine ungünstige Ertragsentwicklung eingetreten ist oder wenn am Stichtag der Bilanz feststeht, dass ein negativer Geschäfts- oder Firmenwert beziehungsweise Badwill einem faktischen Gewinn entspricht. Die aktuelle Fassung des § 309 Absatz 2 beschreibt hingegen, dass man einen negativer Unterschiedsbetrag immer dann auflöst, wenn das Vorgehen den Grundsätzen der Paragraphen 297 und 298 entspricht. Darüberhinaus muss die Auflösung den Vorschriften des ersten Absatz entsprechen.

Was ist eine UG?

Eine Unternehmergesellschaft, oder kurz UG, ist eine Sonderform der GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung). Damit ist sie eine deutsche Rechtsform einer Kapitalgesellschaft. Mit ihrer Einführung verdrängte sie weitgehend die britische Rechtsform der Limited in Deutschland, die bis dahin als nicht börsennotierte Variante bei Existenzgründern sehr beliebt gewesen ist.

Wann und wieso wurde die UG eingeführt?

Die UG ist eigentlich keine neue Rechtsform. Sie ist lediglich eine Sondervariante der GmbH. Sie tritt mit dem im Oktober 2008 gegründeten MoMiG (kurz für: Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen) in Kraft. Gesetzlich geregelt ist die Rechtsform seitdem in § 5a GmbHG (kurz für: Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung). Ziel ihrer Einführung ist es, deutschen Existenzgründern eine Alternative zur bis dahin häufig genutzten britischen Limited zur bieten. Die UG ist sehr beliebt. Rund 70 % aller neu gegründeten Unternehmen entscheiden sich für diese Rechtsform. Die Limited hat damit in Deutschland erheblich an Bedeutung verloren. Lesen Sie hier alles zur Limited.

Wie wird eine Unternehmergesellschaft gegründet?

UG

Welches Stammkapital muss gegeben sein?

Hinsichtlich der Gründung einer Unternehmergesellschaft gibt es keine großen Unterschiede zu anderen Kapitalgesellschaften. Bei der Unternehmensbezeichnung muss als Zusatz entweder „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ oder „UG (haftungsbeschränkt)“ gelten. Diesen darf man nicht verändern und muss ihn inklusive Klammern übernehmen. Vor der Handelsregisteranmeldung muss das Stammkapital auf das Geschäftskonto eingezahlt sein. Als Mindeststammkapital ist lediglich eine Einlage von einem Euro pro Gesellschafter nötig. Ab einem Stammkapital von 25.000 Euro ist keine UG mehr zulässig, sondern es wird eine GmbH gegründet.

Für die Gründung der Unternehmergesellschaft gibt es ein sogenanntes Gründungs-Set zur UG, was das Prozedere deutlich erleichtern und günstiger gestalten soll. Voraussetzung dafür ist, dass die UG nur einen Geschäftsführer hat oder aus maximal drei Gesellschaftern besteht sowie das Geschäftsjahr nicht vom Kalenderjahr abweicht. Statt eines individuell aufgesetzten Gesellschaftsvertrages kann man dabei ein Musterprotokoll verwenden. Dieser Vertrag muss nicht notariell beurkundet sein. Außerdem ist für den Handelsregistereintrag keine behördliche Zulassungsgenehmigung erforderlich.

Welche Rechten und Pflichten haben die Beteiligten?

Die Unternehmergesellschaft unterliegt als Kapitalgesellschaft den Regelungen des Handelsgesetzbuch (HGB). Die Gesellschafter haben neben der Leistung des Stammkapitals die Pflicht, im Falle einer drohenden Zahlungsunfähigkeit unverzüglich eine Gesellschafterversammlung einzuberufen. Dafür ist es ihnen zu jeder Zeit gestattet, Einsicht in alle Angelegenheiten der UG sowie sämtliche Bücher zu erhalten. Jeder Gesellschafter kann über seinen Geschäftsanteil frei verfügen. Er kann ihn also jederzeit verschenken, vererben oder verkaufen. Für die Vertretung der Unternehmergesellschaft muss mindestens ein Geschäftsführer bestimmt sein. Dieser führt die Geschäfte der Gesellschaft und vertritt sie nach außen hin.

UG

Gibt es steuerliche Unterschiede im Vergleich zur KG?

Eine UG ist zur doppelten Buchführung samt Jahresbilanz verpflichtet. Auch steuerlich gibt es keine Abweichungen zu anderen Kapitalgesellschaften. Die Körperschaftssteuer wird mit 15 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5 % angesetzt. Werden Gewinnausschüttungen an die Gesellschafter vorgenommen, muss man eine Abgeltungssteuer von 25 % inklusive Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer abführen. Da das Stammkapital bei einer Unternehmergesellschaft sehr gering ausfällt, muss zudem aus mindestens 25 % des Jahresüberschusses eine Rücklage entstehen. Bilden die Rücklagen eine Summe von insgesamt 25.000 Euro oder mehr, lässt sich die UG in eine GmbH umwandeln. Alternativ kann man zukünftig auf eine Bildung der Rücklagen verzichten.

Was ist der Unterschied zwischen UG und GmbH?

Die Unternehmergesellschaft ist quasi die kleine Schwester der GmbH. Bei beiden handelt es sich um Kapitalgesellschaften, die hinsichtlich ihrer Rechten und Pflichten sehr ähnlich sind. Außerdem sind beide Rechtsformen haftungsbeschränkt, das heißt, die Gesellschafter haften ausschließlich mit dem Gesellschaftsvermögen und nicht mit ihrem Privatvermögen. Der große Unterschied liegt in der Höhe des Mindeststammkapitals. Während bei einer GmbH mindestens 25.000 Euro als Stammkapital eingebracht werden müssen, reicht bei der UG ein Stammkapital von einem Euro pro Gesellschafter. Um diesen Unterschied auch für Außenstehende deutlich zu machen, ist der jeweilige Zusatz in der Firmierung korrekt zu führen. Ein weiterer Unterschied ist die Pflicht zur Bildung von Rücklagen im Falle einer Unternehmergesellschaft. Diese werden zur Absicherung benötigt. Außerdem ist es dank der Gründungserleichterungen, die es für Unternehmergesellschaften  gibt, deutlich einfacher, eine UG zu gründen, als eine GmbH.

Vorteile einer Unternehmergesellschaft

Der große Vorteil der UG liegen darin, dass ihre Gründung bereits ab einem Stammkapital von einem Euro pro Gründungsmitglied möglich ist. Diese Rechtsform stellt damit eine gute Alternative für alle Existenzgründer dar, die sich eine Einlage von 25.000 Euro finanziell nicht leisten können. Mit Einführung der Unternehmergesellschaft muss man nicht länger auf die britische Limited zurückgreifen. Ein weiterer großer Vorteil der UG ist die beschränkte Haftung. Unternehmer haften nicht mir ihrem Privatvermögen, sondern lediglich mit dem Geschäftsvermögen. Durch die Erleichterungen bei der Gründung einer Unternehmergesellschaft ist ihre Gründung zudem deutlich einfacher und günstiger als im Falle anderer Rechtsformen.

UG

Die Anteile können sofort den Besitzer wechseln

Als Kapitalgesellschaft unterliegt die UG der Körperschaftssteuer. Diese ist häufig günstiger als die Einkommenssteuer bei natürlichen Personen. Gesellschafter können im eigenen Betrieb als Angestellte behandelt werden, wodurch ihr Gehalt als Personalkosten behandelt und damit als Betriebsausgabe geltend gemacht werden kann. Dadurch lässt sich das zu versteuernde Einkommen verringern. Weiterhin bietet die Kapitalgesellschaft den Vorteil, dass jeder Gesellschafter seine Anteile schnell und unkompliziert veräußern kann. Eine Unternehmergesellschaft bietet außerdem große Flexibilität. Sie kann für alle Arten von Dienstleistungen, Gewerbe und sonstige Tätigkeiten gewählt werden. Auch, wenn es ein Muster für den Gesellschaftsvertrag gibt, lässt sich dieser frei gestalten.

Was ist ein Stakeholder?

Mit allem, was in einem Unternehmen geschieht, werden die Interessen unterschiedlichster Gruppen und Institutionen berührt und beeinflusst. Eigentümer, Arbeitnehmer und der Landwirt von nebenan haben dabei unterschiedliche Interessen und Ansprüche, die heute von keinem Unternehmen mehr ignoriert werden sollten. Die sogenannten Stakeholder werden nicht nur von Unternehmen beeinflusst, sie können auch selbst das Unternehmen beeinflussen. Was ein Stakeholder ist, wer dazugehört und warum der richtige Umgang mit ihnen wichtig ist, zeigt der folgende Beitrag.

Was ist ein Stakeholder?

Als Stakeholder wird eine Person, eine Gruppe von Personen oder eine Organisation bezeichnet, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt oder in der Zukunft ein berechtigtes Interesse am Ergebnis oder am Verlauf eines Projektes, eines Prozesses oder eines Unternehmens hat. Sie können die Ziele und Aktionen von Unternehmen, Projekten oder Prozessen beeinflussen oder von diesen beeinflusst werden. Die Bezeichnung setzt sich aus den beiden englischen Wörtern „Stake„, auf Deutsch Anspruch, Anteil oder Erwartung, und „Holder“, auf Deutsch Besitzer oder Eigentümer zusammen.

Eine adäquate deutsche Bezeichnung, die alle Gesichtspunkte eines Stakeholders beinhaltet, gibt es nicht. Im deutschen Sprachgebrauch werden die Begriffe Anspruchsträger, Interessenten und Betroffene verwendet. In der Betriebswirtschaftslehre werden Stakeholder als Anspruchsberechtigte und gelegentlich als Anspruchsgruppe bezeichnet. In seiner heutigen Bedeutung wurde der Begriff erstmals im Jahr 1963 intern vom

Stakeholder

Ein Stakeholder unterstützt sämtliche Bereiche

Stanford Research Institute (SRI) verwendete. Lesen Sie hier alles zum SRI.

Vom Stanford Research Institute wurden Stakeholder zunächst als Personengruppen definiert, ohne deren Unterstützung eine Organisation oder Unternehmen aufhören würde zu existieren. Stakeholder sind nach dieser Definition lediglich die Interessengruppen, die für die Existzenz eines Unternehmens essenziell sind. Diese sehr eng gefasste Definition wurde auf Basis neuer Erkenntnisse im Laufe der Zeit jedoch erheblich erweitert. Heute werden Stakeholder definiert als alle Einzelpersonen oder Personengruppen, die durch ihren Einfluss das Erreichen der Unternehmensziele beeinflussen können oder selbst vom Unternehmen beeinflusst werden. Nach dieser Definition gehören Wettbewerber, Medien, Gewerkschaften und andere externe Gruppen auch zu den Stakeholdern, da diese ebenfalls Ansprüche an das Unternehmen stellen. Allgemein wird daher seit einiger Zeit zwischen internen und externen Stakeholdern unterschieden

Interne und externe Stakeholder

Die Gesamtheit der Anspruchsberechtigten eines Unternehmens kann in zwei große Gruppen, die internen und externen Stakeholder, unterteilt werden. Zu den internen Stakeholdern werden alle Personen oder Personengruppen gezählt, die ein Teil des Unternehmens sind. Hierzu gehören

  • Gesellschafter und Aktionäre
  • Unternehmensleitung und Management
  • Angestellte und Arbeitnehmer

Diese drei Gruppen interner Anspruchsberechtigter haben unterschiedliche Interessen an einem Unternehmen. Gesellschafter und Aktionäre sind die Eigentümer des Unternehmens und sind an einer angemessenen Verzinsung und Wertsteigerung ihres investierten Kapitals interessiert. Unternehmensleitung und Management interessieren die Verwirklichung ihrer Ideen und der Einfluss oder die Macht, die sie durch ihre Stellung im Unternehmen

Stakeholder

Auch die Umwelt kann für Stakeholder eine wichtige Rolle spielen

erhalten. Das Interesse von Angestellten und Arbeitnehmern fokussiert sich in der Regel auf ein angemessenes Einkommen, die Anerkennung ihrer Leistung für das Unternehmen und eine soziale Absicherung.

Die zweite Gruppe sind die sogenannten externen Stakeholder. Hierzu zählen Personen. Personengruppen und Organisationen, die indirekt mit dem Unternehmen in Verbindung stehen, das Unternehmen beeinflussen und von diesem beeinflusst werden können.

Externe Anspruchsberechtigte sind beispielsweise
  • Investoren und Banken
  • Kunden und Lieferanten
  • Wettbewerber
  • Gewerkschaften
  • Berufsgenossenschaften
  • Umweltschutzorganisationen
  • Staat und Gesellschaft

Auch bei diesen Gruppen und Personen unterscheiden sich die Interessen an einem Unternehmen zum Teil erheblich. Der Staat und staatliche Institutionen sind an der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und den pünktlichen Eingang von Steuerzahlungen interessiert. Fast gegensätzlich dazu sind Umweltschutzorganisationen fast nie am finanziellen Erfolg eines Unternehmens, sondern vielmehr an der Einhaltung von Umweltschutzvorschriften interessiert. Berufsgenossenschaften achten darauf, dass ein Unternehmen die Arbeitsschutzvorschriften einhält und Versicherungsbeiträge für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bezahlt.

An diesem Gruppen zeigt sich, dass die erweiterte Definition der Anspruchsberechtigten richtig ist. Denn nicht nur interne, sondern auch externe Stakeholder können für ein Unternehmen von existenzieller Bedeutung sein, Beispielsweise Banken und Investoren. Wenn sich diese aus dem Unternehmen zurückziehen, ist es oft in seiner Existenz gefährdet. Ebenso sind Wettbewerber eine latente Bedrohung für die Existenz eines Unternehmens und damit für die Interessen der Gesellschafter und Shareholder.

Unterschied zwischen Stakeholder und Shareholder

Ein Stakeholder ist per Definition jede Person, Personengruppe oder Organisation, die ein berechtigtes Interesse an einem Unternehmen hat. Im Gegensatz dazu ist ein Shareholder eine Person, ein Unternehmen oder eine Organisation, die einen Anteil (Share) am Unternehmen hält. Ein Shareholder ist in Form von Aktien am Kapital

Stakeholder

Das Interesse des Shareholders beruht auf seinen Anteilen

eines Unternehmens beteiligt. Im Unterschied zu den vielfältigen Interessen der verschiedene Stakeholdergruppen konzentriert sich das Interesse der Shareholder auf die Verzinsung und Wertsteigerung ihres investierten Kapitals. Lange Zeit und zum Teil auch noch heute stand mit dem sogenannten Shareholder Ansatz die Maximierung des Unternehmensgewinn und die Wertsteigerung der Unternehmensanteile der Shareholder im Mittelpunkt aller Management-Aktivitäten. Mehr und mehr hat sich dieser Schwerpunkt in den vergangen Jahren vor allem in Europa hin zum Stakeholderansatz verschoben.

Umgang mit Stakeholdern im Unternehmen

Im Gegensatz zum Shareholder Ansatz sind beim Stakeholder-Ansatz oder Stakeholder-Modell die Interessen der verschiedenen Anspruchsberechtigten in den Mittelpunkt gerückt. Beim Stakeholder-Ansatz müssen die Unternehmensleitung und das Management die Interessen vieler verschiedener Gruppen bei ihren Entscheidungen berücksichtigen. Die gesellschaftlichen Aufgabe und Verantwortung eines Unternehmens rücken beim Stakeholder-Ansatz in den Vordergrund des Denkens und Handelns eines Unternehmens. Beispielsweise war es den meisten Unternehmern von den Anfängen der Industrialisierung bis hinein in die 1980er Jahre egal, ob sie mit ihrem Unternehmen die Umwelt über Gebühr belastet und geschädigt haben. Der Gewinn und der Shareholder-Value standen im Vordergrund. Stakeholdermanagement ist heute ein zentraler Teil des strategischen Managements und das nicht nur in multinationalen Konzernen. Der richtige Umgang mit Stakeholdern im Unternehmen beginnt mit dem Tag der Unternehmensgründung.

Was ist das Niederstwertprinzip?

Beim Niederstwertprinzip handelt es sich um einen Grundsatz der ordnungsgemäßen Buchführung. Das Niederstwertprinzip ist dabei in § 253 HGB festgelegt. Demnach ist bei der Bewertung betrieblicher Vermögensgegenstände immer der geringste Wert einzusetzen, sofern verschiedene Möglichkeiten existieren. Mit dem strengen, gemilderten und erweiterten Niederstwertprinzip gibt es drei unterschiedliche Varianten.

Definition des Niederstwertprinzip

Beim Niederstwertprinzip handelt es sich um einen Grundsatz der ordnungsgemäßen Buchführung (GoB). Der Grundsatz des Niederstwertprinzips wird ebenso wie das Höchstwertprinzip aus dem Vorsichtsprinzip abgeleitet. Für Unternehmen entfaltet das Prinzip bei der Bewertung des eigenen Vermögens Relevanz. Sofern die Verantwortlichen des Unternehmens das Vermögen berechnen und bilanzieren wollen, ist das Niederstwertprinzip einschlägig. Bei der Aufstellung der Unternehmensbilanz nimmt das Prinzip Bezug auf die kontinuierliche Bewertung von Vermögen und Schulden, welche mit den Kosten für Herstellung von Gütern oder der Erfüllung einhergehen.

Gesetzliche Grundlagen

Das sogenannte Niederstwertprinzip findet sich in den Vorschriften des HGBs wieder. Dabei konkretisiert der § 253 HGB dieses Prinzip. Demnach muss bei der Bewertung von betrieblichem Vermögen immer der niedrigste mögliche Wert angewendet werden. In Verbindung mit dem Steuerrecht ergibt sich somit die Anwendung der §§ 5f EStG, um eine steuerrechtlich ordnungsgemäße Bilanz aufzustellen. Lesen Sie hier alles zum Steuerrecht.

Praktische Anwendung des Niederstwertprinzps

In der Praxis erfolgt die Anwendung des Prinzips immer unter Berücksichtigung des Vorsichtprinzips. Das Vorsichtsprinzip ist ein übergeordneter Grundsatz der ordnungsgemäßen Buchführung, aus welchem wiederum verschiedene Prinzipien der Bewertung abgeleitet werden können:

  • Realisationsprinzip
  • Imparitätsprinzip
  • Höchstwertprinzip
  • Niederstwertprinzip

Als übergeordneter Grundsatz erfolgt bei der praktischen Anwendung eine Konkretisierung des Vorsichtsprinzip durch die verschiedenen Bewertungsprinzipien.

Bedeutung des Imparitätsprinzips

Niederstwertprinzip

Verluste und Gewinne sind getrennt zu behandeln

Das Imparitätsprinzip legt fest, dass drohende Verluste und nicht realisierte Gewinne different behandelt werden. Der Einbezug der Verluste in die Bilanz ist notwendig, während dies bei der Aufnahme von nicht realisierten Gewinnen anders aussieht. Das Niederstwertprinzip ist hier zudem eine Konkretisierung des Imparitätsgrundsatz.

Das Niederstwertprinzip in der Praxis

Die Anwendung dieses Prinzips erfolgt unter Zugrundelegung des Vorsichtsprinzips. Somit werden Verluste bereits frühzeitig vor der Realisierung erkannt. Das Gleiche trifft auf die Gewinne eines Unternehmens zu. Wenn Verluste realisiert und bilanziert werden, mindert dies den Jahresgewinn des Unternehmens. Die Gewinnausschüttungen sind geringer, die Liquiditätsreserven des Unternehmens wachsen infolgedessen. Durch Anwendung des Bewertungsprinzips sind Unternehmen somit wirtschaftlich stärker aufgestellt und können auch in der Zukunft möglicherweise anfallende Verluste besser kompensieren.

Anlage- und Umlaufvermögen

Beim Niederstwertprinzip ist die Unterscheidung von Anlage- und Umlaufvermögen bedeutsam. Gemeinsam bilden beide Vermögensarten das Gesamtvermögen eines Unternehmens. Das Anlagevermögen umfasst nach § 247 HGB alle Gegenstände, die dauerhaft dem Geschäftsbetrieb eines Unternehmens dienen und somit dauerhaft im Unternehmen angelegt sind. Demgegenüber beschreibt das Umlaufvermögen diejenigen Vermögensgegenstände, die nur temporär dem Geschäftsbetrieb dienen.

Unterschiedliche Arten des Niederwerstprinzip

Das sogenannte Niederstwertprinzip ist nicht nur eine Konkretisierung anderer Prinzipien. Vielmehr erfolgt eine Unterteilung in verschiedene Arten. Eine Unterteilung erfolgt anhand der drei folgenden Varianten:

  • gemildertes Prinzip
  • strenges Prinzip
  • erweitertes Prinzip

Gemildertes Prinzip

Beim gemilderten Prinzip kommt es auf zwei Faktoren an, die eine Bewertung des Vermögensgegenstands ermöglichen. Dies sind der Anschaffungswert sowie der aktuelle Marktwert. Am Tag der Bewertung erfolgt ein

Niederstwertprinzip

Wie wirken sich die Marktwerte aus?

Vergleich zwischen beiden Werten. Das Niederstwertprinzip kommt dann zur Anwendung, wenn es sich um einen Bestandteil des Anlagevermögens handelt. Somit ist für die Unternehmen eine Minderung des Anschaffungswerts durch Abschreibungen möglich. Bei einer dauerhaften Wertminderung ist jedoch das strenge Prinzip einschlägig. Die Beurteilung des Zeitraums liegt im Ermessen des Unternehmens.

Eine Lagerhalle des Unternehmens wird für 500.000 Euro erbaut. Nach einem Brand sinkt der Wert auf 400.000 Euro. Das Unternehmen kann nun das Gebäude nur noch für einen Wert von 400.000 Euro in der Bilanz ansetzen. Wenn der Wert infolge veränderter Grundstückspreise auf 550.000 Euro steigt, ist eine Bilanzierung mit 500.000 Euro nötig. Der Anschaffungswert stellt hier die Grenze dar.

Strenges Prinzip

Das strenge Niederstwertprinzip kommt für das gesamte Umlaufvermögen eines Unternehmens zur Anwendung. Beim strengen Prinzip gibt es kein Wahlrecht, ob Abschreibungen vorgenommen werden oder nicht. Dies unterscheidet die strenge Ausprägung vom gemilderten Prinzip. Die Anwendung des strengen Prinzips führt dazu, dass immer der niedrigste Wert in der Bilanz angesetzt wird.

Wenn ein Unternehmen Diesel-Vorräte im Wert von 2000 Euro eingekauft hat, kommt es auf den Marktwert und den Anschaffungswert an. Wenn der Marktwert im ersten Jahr nur noch bei 1500 Euro liegt, werden die 1500 Euro bilanziert. Steigt der Marktwert im folgenden Jahr auf 2500 Euro, wird immer der Anschaffungswert von 2000 Euro als niedrigster Wert in der Bilanz angesetzt.

Erweitertes Prinzip

Das erweiterte Prinzip führt man ausschließlich der Vollständigkeit halber an. Dies beschreibt, dass Unternehmen bei Abschreibungen des Umlaufvermögens zukünftige Schwankungen des Werts einberechnen dürfen. Seit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz in 2009 darf diese Ausprägung des Niederstwertprinzips nicht mehr zur Anwendung kommen.

Niederstwertprinzip und steuerliche Auswirkungen

Das Niederstwertprinzip wirkt sich infolge der § 5f EStG auch auf die Steuerbilanz des Unternehmens aus. Demzufolge lassen sich Regelungen unterscheiden, die entweder das Anlagevermögen oder das Umlaufvermögen des Unternehmens betreffen.

Regelungen für das Anlagevermögen

Niederstwertprinzip

Wo ist das Niederstwertprinzip geregelt?

Eine Ansetzung beim Anlagevermögen ist nach § 6 I Nr.1 2 EStG dann möglich, wenn die Minderung des Werts voraussichtlich dauerhaft ist und der Wert infolgedessen unter Anschaffungs- und Herstellungskosten sinkt. Andauernd ist die Wertminderung dann, wenn der Teilwert nach mehr als der Hälfte der Nutzungsdauer unter dem restlichen Buchwert liegt.

Regelungen für das Umlaufvermögen

Wenn sich bei einem Vermögensbestandteil durch eine dauerhafte Minderung des Werts ein geringerer Teilwert ergibt, können die Verantwortlichen diesen Wert in der Steuerbilanz ansetzen. Wenn die Wertminderung bis zum Tag der Erstellung der Bilanz fortdauert, ist dies möglich.

Was ist die Kosten- und Leistungsrechnung?

Das betriebliche Rechnungswesen ist in zwei große Bereiche untergliedert: Das externe und interne Rechnungswesen. Das externe Rechnungswesen stellt auf der Grundlage gesetzlicher Vorschriften Finanzinformationen für die Außendarstellung eines Unternehmen bereit. Das interne Rechnungswesen liefert Informationen für unternehmerische Entscheidungen. Eine wichtige Rolle kommt dabei der Kosten- und Leistungsrechnung zu. Welche Aufgaben die K&L Rechnung hat und wie sie durchgeführt wird, zeigt der folgende Beitrag.

Was ist die Kosten- und Leistungsrechnung?

Die Kosten- und Leistungsrechnung, abgekürzt KLR, zählt wie die Erfolgsrechnung und die Investitionsrechnung zum internen Rechnungswesen eines Unternehmens.. Im Rahmen der KLR werden alle Kosten, die mit der innerbetrieblichen Leistungserstellung in einem direkten Zusammenhang stehen, erfasst. Zusammen mit dem externen Rechnungswesen der Finanzbuchhaltung bildet sie das betriebliche Rechnungswesen. Externes und internes Rechnungswesen sind Teilgebiete der Betriebswirtschaftslehre (BWL). Andere Bezeichnungen für Kosten- und Leistungsrechnung sind Kosten- und Erlösrechnung oder Betriebsergebnisrechnung.

Welche Ziele hat die Kosten- und Leistungsrechnung?

Die K&L Rechnung liefert wichtige Informationen zur Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens und für die Entscheidungsfindung der Unternehmensführung. Ziele und wesentliche Aufgaben der KLR sind:
  • Erfassung aller Kosten und Leistungen im Unternehmen
  • Wirtschaftlichkeitskontrolle mittels Soll/Ist-VergleichZeitvergleich oder Institutionenvergleich
  • Kostenkalkulation und Nachkalkulation
  • Bewertung der Kostenträger
  • Informationsgewinnung für die Produkt- und Preispolitik
  • Grundlage für die kurzfristige Erfolgsrechnung
  • Bewertung der Warenvorräte in der Jahresbilanz
K&L

Ist das Ergebnis meiner Kalkulation positiv?

Die Hauptaufgabe der KLR ist es, die in einem Unternehmen durch den Ressourceneinsatz oder Werteverzehr von betriebswirtschaftlichen Produktionsfaktoren, wie beispielsweise Personal, Energie- und Materialverbrauch entstehenden Kosten den Verursachern zuzuordnen. In der K&L Rechnung unterscheidet man zwischen

  • Kostenträgern
  • Kostenstellen
  • Kostenarten
Kostenträger sind die vom Unternehmen hergestellten Produkte oder erbrachten Dienstleistungen. Den Kostenträgern wird im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung der Ressourcenverbrauch zu geordnet. Die Kostenstellen sind die Orte, an denen Kosten entstehen oder Leistungen erbracht werden. Beispielsweise ganze Abteilungen oder einzelne Maschinen. Bei den Kostenarten wird in der K&L Rechnung unter anderem unterschieden zwischen Einzel- und Gemeinkosten. Anhand dieser Unterscheidung ergeben sich die drei Stufen der Kosten- und Leistungsrechnung:
  • Kostenartenrechnung
  • Kostenstellenrechnung
  • Kostenträgerrechnung

Stufe 1 der K&L Rechnung – die Kostenartenrechnung

Im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung werden in einem ersten Schritt zunächst die anfallenden Kosten erfasst und nach Kostenarten gegliedert. In dieser Stufe erfolgt eine Gliederung der Kosten unter anderem nach der Art der verbrauchten Produktionsfaktoren und nach den betrieblichen Funktionen. Zu den Produktionsfaktoren zählen beispielsweise Material- und Personalkosten, Raumkosten und Kapitalkosten. Zu den betrieblichen Funktionen zählen Fertigungskosten, Vertriebskosten und Verwaltungskosten. Ein wichtiges Unterscheidungskriterium ist hierbei, ob es sich um Einzel- oder Gemeinkosten handelt.

Einzelkosten

Einzelkosten sind die Kosten in einem Unternehmen, die einem Kostenträger direkt zugeordnet werden können. Hierzu zählen beispielsweise die Kosten für eine MaschinenstundeMaterialkosten oder die zurechenbaren Personalkosten. Einzelkosten können direkt in der Kostenträgerrechnung, der 3. Stufe der K&L Rechnung, weiterverwendet werden.

Gemeinkosten

Gemeinkosten sind die Kosten, die in der Regel keinem einzelnen Kostenträger direkt zugeordnet werden können.

K&L

Auf welcher Seite entstehen die Kosten?

Beispiele hierfür sind Verwaltungskosten, Vertriebskosten, das Geschäftsführergehalt oder die Kosten für den Fuhrpark. Diese Kosten werden in der Kostenstellenrechnung anhand eines Verteilungsschlüssels als Gemeinkostenzuschläge einzelnen Kostenträger zugerechnet.

Stufe 2 der K&L Rechnung – die Kostenstellenrechnung

In der zweiten Stufe der Kosten- und Leistungsrechnung werden die anhand der Kostenartenrechnung ermittelten Einzelkosten den Orten in Unternehmen, an denen diese Kosten aufgrund der Leistungserstellung entstehen, verursachungsgerecht zugeordnet. Dazu müssen im Unternehmen zunächst Kostenstellen gebildet werden. Kostenstellen sind beispielsweise einzelne Abteilungen, eine Produktionsanlage oder ein Team von Mitarbeitern.

Die Kostenstellen werden dabei unterschieden in

  • Hauptkostenstellen
  • Hilfskostenstellen

Hauptkostenstellen sind die Orte im Unternehmen, an denen die Produkte, das heißt, die Kostenträger, gefertigt werden und unmittelbar an der Leistungserbringung beteiligt sind. Als Hilfskostenstelle werden die Kostenstellen bezeichnet, an denen Vorleistungen für Hauptkostenstellen erbracht werden. Eine andere Bezeichnung für Hilfskostenstellen ist daher Vorkostenstellen. Sie sind nicht direkt an der Leistungserstellung beteiligt.

Die nicht direkt zuordenbaren Gemeinkosten werden auf Basis eines Verteilungsschlüssels als als Gemeinkostenzuschläge den verschiedenen Kostenstellen zugewiesen. Grundlage für die Verteilung der Gemeinkosten im Rahmen der Kostenstellenrechnung ist der sogenannte Betriebsabrechnungsbogen (BAB). Der Betriebsabrechnungsbogen wird von jedem Unternehmen entsprechend den individuellen Anforderungen und Gegebenheiten selbst erstellt. Lesen Sie hier alles zum BAB.

Stufe 3 der K&L Rechnung – die Kostenartenrechnung

Diese Stufe der K&L Rechnung dient der Ermittlung, für welche Kostenträger welche Kosten im Unternehmen angefallen sind. An dieser Stelle der K&L Rechnung erfolgt die Zusammenführung der in der Kostenartenrechnung ermittelten Einzelkostenund der in der Kostenstellenrechnung zugeordneten Gemeinkosten bei den jeweiligen Kostenträgern. Wenn die Kosten je Kostenträger bekannt sind, können die sogenannten Stückkosten für einzelne Produkte oder Dienstleistungen ermittelt werden. Diese Stückkosten sind wiederum die Grundlage für die Preiskalkulation. Bei der Kostenträgerrechnung wird zwischen zwei Rechnungsarten unterschieden. Dies sind die
  • Kostenträgerstückrechnung
  • Kostenträgerzeitrechnung

Die Kostenträgerstückrechnung bezeichnet man allgemein auch als Kalkulation. Bei dieser Kalkulation werden die Kosten pro Kostenträger bezogen und auf eine sogenannte Leistungseinheit ermittelt. Eine Leistungseinheit kann ein Stück oder ein einzelner Auftrag sein . Im Rahmen der Kostenträgerzeitrechnung erfolgt eine Gegenüberstellung der Leistungen innerhalb einer bestimmten Periode mit den innerhalb dieser Periode entstandenen Kosten. Auf Grundlage dieser Gegenüberstellung lässt sich im Unternehmen eine kurzfristige

K&L

Wie ist die K&L-Rechnung geregelt?

Erfolgsrechnung erstellen.

Rechtliche Vorschriften für die Kosten- und Leistungsrechnung

Als ein Teilgebiet des internen Rechnungswesens unterliegt die Kosten- und Leistungsrechnung in weiten Teilen keinen bestimmten gesetzlichen Vorschriften. Die Umsetzung richtet sich nach den unternehmensinternen Anforderungen. Lediglich bei der Bewertung von im Unternehmen selbst hergestellten Vorräten und Anlagegütern für die Jahresbilanz muss man den einschlägigen Vorschriften des Handelsgesetzbuches Beachtung schenken.