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Investoren in einem Unternehmen

Am Anfang einer wirtschaftlichen Unternehmung steht eine Idee für ein neues Produkt oder für eine effizientere Herstellung eines bereits bekannten. Für die Umsetzung einer solchen Idee ist Kapital erforderlich. Manchmal kann der Unternehmer dieses selbst aufbringen, aber oft wird das nicht möglich sein. Dann kommen Investoren ins Spiel.

Was ist ein Investor?

Ein Investor ist eine Person oder Organisation, die Kapital zur Umsetzung oder Erweiterung einer Geschäftsidee zur Verfügung stellt. Über das Kapital hinaus können Investoren auch mit Informationen unterstützen oder Kontakte vermitteln, aber der Einsatz von Kapital ist auf jeden Fall eine Eigenschaft eines Investors. Dieses Kapital ist die Grundlage für den Anspruch von Investoren, am Erfolg des Unternehmens beteiligt zu werden. Sie verfolgen das Ziel, mit ihrem Kapital eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. In ein Unternehmen direkt zu investieren ist für Investoren eine Alternative zum Erwerb von anderen Anlageklassen wie Anleihen oder Immobilien.

Neben Investoren gibt es auch sogenannte Trader, die über Kapital verfügen und dieses zum Beispiel für den Kauf von Aktien verwenden. An sich beteiligen sie sich so an Unternehmen wie Investoren, ihr Engagement ist allerdings viel kurzfristiger.

Investor

Ein Investor bringt Geld mit!

Solches Trading findet auch nur über den Erwerb von Wertpapieren statt und verfolgt das Ziel eines kurzfristigen Kursgewinns. Investoren hingegen erwerben oft eine Unternehmensbeteiligung nicht über Aktien, sondern über eine vertragliche Vereinbarung betreffend eine Miteigentümerschaft an einem Unternehmen, das üblicherweise nicht oder noch nicht an einer Börse gehandelt wird.

Welche Aufgaben haben Investoren?

Die Grundfunktion ist die Bereitstellung von Kapital für ein Unternehmen. Darüber hinaus steht ein Investor diesem Unternehmen oft mit Rat und Tat zur Seite. Dabei kann es sich um technische Beratung, Hilfe bei der Organisation oder die Vermittlung von Kontakten zu Personal, Geschäftspartnern und potentiellen Kunden handeln. Der Investor handelt hier in seinem ureigensten Interesse, da der Erfolg des Unternehmens für ihn auch seinen Erfolg bedeutet. In diesem Sinn haben Investoren auch eine volkswirtschaftlich sinnvolle Funktion. Sie machen es wahrscheinlicher, dass ein Unternehmen eine an sich gute Geschäftsidee auch erfolgreich umsetzen kann.

Was braucht ein Investor?

Um investieren zu können, braucht ein Investor natürlich mehr oder weniger verfügbares Kapital. Dann bieten sich ihm aber unüberschaubar viele Möglichkeiten zum Investieren. Die wohl wichtigste Eigenschaft eines Investors besteht deshalb in einem Urteilsvermögen zur Einschätzung des Potentials von Unternehmen. Diese Fähigkeit beruht zum Teil auf kaufmännischen und technischen Kenntnissen. Dazu kommt aber auch eine gewisse Menschenkenntnis, mit der ein Investor die Funktionsfähigkeit beispielsweise eines Führungsteams eines Unternehmens einschätzen kann.

Welche Arten gibt es?

Investoren lassen sich nach verschiedenen Kriterien klassifizieren. Es gibt zum einen Einzelpersonen und Institutionen, die als Investor auftreten. Zu den Institutionen zählen Banken, Versicherungen und auch öffentliche Körperschaften. Eine vielleicht interessantere Einteilung bezieht sich auf die Phase eines Unternehmens, in der sich ein Investor engagiert. Inkubatoren sind Organisationen, die ein Unternehmen vor, bei und in der ersten Phase nach der Gründung unterstützen. Sie stellen Infrastruktur wie Büros und die in dieser Phase sinnvolle Beratung bereit.

Überlebt ein Unternehmen die Gründungsphase, übernimmt ein Angel Investor. Der Name legt nahe, dass er neben Kapital auch Betreuung und Beratung zur Verfügung stellt und die erste Wachstumsphase des Unternehmens begleitet. Ist diese Wachstumsphase abgeschlossen, stehen Venture Capitalists bereit. Sie verfügen üblicherweise über größere Mittel und verwenden diese, um ein umfangreicheres Wachstum zu ermöglichen. Der angepeilte Ausstieg für Venture Capitalists ist oft ein Börsengang des Unternehmens, nach dem sie ihre Aktien an der Börse verkaufen können.

Vorgehen ohne einen Investor

Investoren

Nicht jeder braucht einen Investoren.

Bei entsprechend hohem Kapitalbedarf ist das keine Option. Das bringt viele Unternehmer dazu, diese Möglichkeit gar nicht in Betracht zu ziehen, was ein Fehler sein kann. Mit hinreichend niedrigem Kapitalbedarf ist es durchaus möglich, das Wachstum eines Unternehmens aus den ständigen Einnahmen zu finanzieren. Dann behält man als Unternehmer die volle Kontrolle über die eigene Firma. Gerade viele traditionelle Familienbetriebe werden so geführt und das oft erfolgreich über mehrere Generationen.

Wie findet man einen Investor?

Dazu betrachtet man die Sachlage vom Standpunkt eines potentiellen Investors. Die Grundlage für sein Engagement ist ein Businessplan. Dieser legt die Geschäftsidee dar und enthält die verfügbaren Details der Umsetzung, besonders auch in kommerzieller Hinsicht. Ein Investor wird darauf achten, welche Annahmen einen Erfolg des Unternehmens stützen und wahrscheinlich erscheinen lassen. Gibt es ein Alleinstellungsmerkmal? Wie neu ist die vorgeschlagene Lösung im Vergleich zu vorhandenen Angeboten? Für Konkurrenz mit bestehenden Angeboten gibt es ein einfaches Kriterium für ein stabiles Geschäftsmodell.

Das neue Unternehmen muss mit seinem Preis nicht nur den Preis der Konkurrenten unterbieten können. Dann brauchen die etablierten Unternehmen nämlich nur ihren Preis etwas zu senken und das Geschäftsmodell des neuen Konkurrenten löst sich in Luft auf. Das neue Unternehmen muss mit seinem Preis die Kosten der Konkurrenten unterbieten können. Dann müssen diese zuerst die Kosten senken und sich reorganisieren, um mit dem neuen Unternehmen mithalten zu können. Viele Investoren legen Wert auf die Qualität des Teams, das ein neues Unternehmen führt. Das ist auch nachvollziehbar, denn nur ein gut funktionierendes Team kann eine Idee vernünftig umsetzen, ohne sich in Konflikten aufzureiben.

Vorteile

  • Kapital für schnelleres Wachstum ist verfügbar.
  • Investoren haben ein Eigeninteresse am Erfolg des Unternehmens und unterstützen es mit Informationen und Kontakten. Diese können sogar wertvoller sein als das Kapital selbst.
  • Im Gegensatz zu einem Bankkredit werden nicht sofort Zinsen fällig. Investoren sind daran interessiert, ein Unternehmen zuerst wachsen zu lassen und erst dann eine Gewinnbeteiligung herauszuziehen.

Nachteile

Investoren möchten nicht nur eine Gewinnbeteiligung, sondern auch eine gewisse Kontrolle über ein Unternehmen. Das bedeutet, dass die Unternehmensführung weniger frei manövrieren kann.