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Was bedeutet Acquisitions?

Acquisitions bezeichnet die Übernahme einer Kontrollbeteiligung eines Unternehmens an einem anderen Unternehmen durch den Kauf der Vermögenswerte oder Aktien. Investoren suchen oft nach Familienunternehmen oder Abteilungen größerer Unternehmen, die geeignet Kandidaten für eine Akquisition sind. Durch Akquisitionen erreichen übernehmenden Unternehmen oft eine größere Marktreichweite oder Produktbreite.

Das Ziel ist es, durch den Aufkauf das Geschäft schneller und profitabler zu entwickeln, als es das normale organische Wachstum zulassen würde. Die zweite Gesellschaft kann entweder als eigenständige juristische Einheit weitergeführt werden oder entfällt.

Wenn beide Unternehmen nicht mehr existieren und aus den beiden alten Unternehmen ein drittes Unternehmen entsteht, wird dies in der Regel als „Fusion“ bezeichnet. Der Anteil, der die Kontrolle über ein anderes Unternehmen ermöglicht, variiert je nach Rechtsprechung. In vielen Fällen ist es ein Minimum von 50% plus einer Aktie. Viele strategische Investoren bevorzugen eine vollständige Kontrolle über das gekaufte Unternehmen. Die meisten Finanzinvestoren sind bestrebt, die Risiken zu verteilen und geringere Anteile zu erwerben.

Arten von Acquisitions – Asset Deal und Share Deal

Acquisitions

Acquisitions bezeichnen den Besitzerwechsel eines Unternehmens

Es gibt zwei grundlegende Arten, wie der Kauf und Verkauf eines Unternehmens erfolgt. Der Asset Deal bezeichnet den Erwerb der Vermögenswerte eines Unternehmens von der Betreibergesellschaft. Ein Share Deal ist der Erwerb der Aktien der Betriebsgesellschaft von den Aktionären der Gesellschaft.

Bei einem Asset Deal erwirbt der Käufer in der Regel nur jene Verbindlichkeiten, die er gemäß den Bestimmungen des Kaufvertrags für Vermögenswerte ausdrücklich übernimmt. Einige Verbindlichkeiten, zum Beispiel im Bezug auf den Umweltschutz, können ohne eine bestimmte Annahme im Kaufvertrag den zugehörigen Vermögenswerten folgen. Die Gesellschaft, deren Vermögenswerte erworben werden, wird als Zielgesellschaft bezeichnet. In vielen Fällen erfolgen Asset Deals während des Insolvenzverfahrens der Zielgesellschaft. Das einkaufende Unternehmen kann die Position des Zielunternehmens nutzen, indem es Rohstoffe, Ausrüstungen oder Anlagen zu niedrigeren Preisen erwirbt.

Bei einem Share Deal hat der Käufer eine sehr begrenzte Flexibilität hinsichtlich der Vermögenswerte der Zielgesellschaft, die er erwirbt. Der Käufer erwirbt die Aktien der Zielgesellschaft und übernimmt damit indirekt das gesamte Vermögen der Zielgesellschaft. Bei einem Asset Deal kann der Käufer weitestgehend auswählen, welche bestimmten Vermögenswerte er erwerben möchte. Viele Käufer bevorzugen aufgrund dieser größeren Flexibilität einen Asset Deal.

Die gesetzlichen Bestimmungen und Regelungen zu Unternehmensübernahmen sind im Kartell- und Steuerrecht, im Kapitalmarktrecht, im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), im Außenwirtschaftsgesetz und im Wertpapiererwerbs– und Übernahmegesetz (WpÜG) festgelegt.

Was sind die Gründe für eine Akquisition?

Eine Akquisition bezeichnet eine einvernehmliche Transaktion

Unternehmen führen Akquisitionen aus verschiedenen Gründen durch. Durch den Kauf eines anderen Unternehmens erhoffen sich die Käufer in der Regel Synergieeffekte und Kostensenkungen, größere Marktanteile oder den Zugang zu neuen Märkten. Wichtige Gründe für Acquisitions sind:

Konsolidierung: In diesem Fall erwirbt ein Unternehmen ein anderes Unternehmen, um den Wettbewerb aus einem überversorgten Markt zu entfernen.

Accelerating: Wenn ein größeres Unternehmen ein kleineres Unternehmen erwirbt und seine größeren Ressourcen verwendet, um den Marktzugang für die Produkte des kleineren Unternehmens zu beschleunigen, wird dies als Acceleratingbezeichnet.

Resource Acquiring: Hier erwirbt ein Unternehmen andere Unternehmen, um Ressourcen, Fähigkeiten, geistiges Eigentum, Technologien oder eine bessere Marktpositionierung zu erlangen.

SpeculatingSpeculating heißt, ein größeres Unternehmen kauft ein kleineres Unternehmen mit einem neuen Produkt, um dessen erwartetes zukünftiges Wachstumspotenzial zu nutzen.

WertschöpfungWertschöpfung bedeutet, dass ein Unternehmen ein anderes Unternehmen erwirbt, seine Leistung verbessert und es nach einer begrenzten Zeit der Weiterführung gewinnbringend verkauft.

Wenn Unternehmen ihre Geschäftstätigkeiten auf ein anderes Land ausweiten möchten, kann der Kauf eines bestehenden Unternehmens der einzig gangbare Weg sein. Das erworbene Geschäft wird bereits über eigene Arbeitskräfte und Management verfügen. Ein Markenname und andere immaterielle Vermögenswerte sind ebenfalls vorhanden. Dadurch ist weitestgehend sichergestellt, dass das übernehmende Unternehmen ohne große Reibungsverluste auf dem neuen Markt tätig werden kann.

Acquisitions als Teil der Wachstumsstrategie

Acquisitions sind oft Teil der Wachstumsstrategie eines Unternehmens. In vielen Fällen ist es vorteilhafter, das Geschäft eines bestehenden Unternehmens zu erwerben als das eigene Unternehmen zu erweitern. Durch den Kauf andere Unternehmen könne Investition in eigene Forschung und Entwicklung eingespart werden.

Manchmal beeinträchtigt die Erweiterung durch zugekaufte Unternehmen jedoch die Gesamteffizienz beider Unternehmen. Gründe hierfür können ausufernde bürokratische Strukturen sowie physische oder logistische Ressourcenbeschränkungen sein.

Was ist der Unterschied zwischen einer Akquisition und einer Übernahme?

Eine Akquisition soll den Wert steigern

Beide Bezeichnungen werden oft synonym verwendet. Akquisition und Übernahme haben jedoch unterschiedliche Konnotationen. In der Regel bedeutet eine Übernahme, dass sich das Zielunternehmen dem Kauf widersetzt.

Im Gegensatz dazu beschreibt Akquisition eine einvernehmliche Transaktion. Der Begriff Acquisitions wird oft in Verbindung mit einer Fusion verwendet, wenn sich das einkaufende Unternehmen und das Zielunternehmen zu einem neuen Unternehmen zusammenschließen.

Wege zur Finanzierung einer Akquisition

Die Finanzierung einer Akquisition ist durch Bargeld, Aktien oder eine Kombination aus beidem möglich. Private-Equity-Finanzierungen sind eine weitere Finanzierungsmöglichkeit. Private-Equity-Finanzierungen sind in der Regel Finanzierungen mit Risikokapital durch professionell verwalteten Fonds, die in Wachstumschancen investieren, oder Private-Equity-Firmen..

Grundlage für die Fremdfinanzierung durch Banken ist häufig der Zugriff auf den Cashflow des Zielunternehmens. Das kaufende Unternehmen erhält ein cashflowbasiertes Darlehen und bedient die Verbindlichkeiten gegenüber den Banken oder anderen Kapitalgebern aus den laufenden Einnahmen des Zielunternehmens. Eine Asset-basierte Finanzierung ist eine weitere Option. Bei einem Asset-basierten Kredit betrachtet der Kreditgeber die Sicherheiten, das heißt den Bestand, die Forderungen und das Anlagevermögen und nicht den Cashflow des Zielunternehmens.

Steuerrechtliche Auswirkungen von Acquisitions

Jedem Asset wird ein Wert zugeordnet

Bei einem Asset-Deal muss jedem Asset, das gekauft wird, ein Wert zugewiesen werden. Häufig wird zunächst ein Preis für das gesamte Geschäft festgelegt. Die Wertzuordnung für jedes Asset erfolgt erst zu einem späteren Zeitpunkt.

In der Regel wollen Käufer einen höheren Betrag auf Vermögenswerte mit einem hohen Steuersatz aufwenden. Dies würde es dem Käufer ermöglichen, höhere Abzüge von eventuell im laufenden Geschäft erzielten Einnahmen zu erreichen. Auf der anderen Seite versucht ein Verkäufer in den meisten Fällen den Anlagen mit einem hohen Steuersatzabschreibungsbetrag einen niedrigeren Betrag zuzuweisen. Verkäufer wollen so eine Rückforderung von zuvor beanspruchten Abschreibungen vermeiden. Bei einem Asset Deal sind sorgfältige Verhandlungen erforderlich, um diese beiden direkt konkurrierenden Interessen auszugleichen.

Dieses Problem tritt bei einem Share Deal nicht auf. Die Steuerlasten und -pflichten für jeden Vermögenswert bleiben vor und nach dem Kauf der Anteile der Zielgesellschaft gleich. Das Eigentum an den Vermögenswerten verbleibt bei der Zielgesellschaft. Aus diesem Grund ist ein Share Deal oft viel einfacher durchzuführen als ein Asset Deal. Der Share Deal gibt dem Käufer jedoch nicht die Möglichkeit, die Steuerkosten von Vermögenswerten auf ihren angemessenen Marktwert zu erhöhen.

Kapitalgewinne aus Asset– und Share Deals

Bei einem Share Deal führt der Verkauf oft zu einem Kapitalgewinn auf der Seite des Verkäufers. Der Kapitalgewinn ist in der Regel jedoch nur zu einem Teil steuerpflichtig. Der Verkäufer kann den Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf gegebenenfalls mit vorherigen Kapitalverlusten verrechnen, um die Steuerlast zu verringern.

Ein Asset Deal kann sowohl zu Kapitalgewinnen als auch zu Erträgen aus dem Verkauf auf der Seite der verkaufenden Gesellschaft führen. Eine zusätzliche Steuer kann bei der Verteilung des Verkaufserlöses durch die verkaufende Gesellschaft auf die Aktionäre anfallen. Ein Share Deal wird häufig von Verkäufern bevorzugt, da dies zu einer niedrigeren Gesamtsteuerbelastung führen kann als ein Asset Deal.

Cashflow: Definition, Berechnungsarten und Stellenwert

Der Cashflow (aus dem Englischen: Geldfluss oder Kapitalfluss) bezeichnet eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Er dient der Ermittlung des Geldzuflusses und Geldabflusses Ihres Unternehmens innerhalb einer bestimmten Abrechnungsperiode. Als Bilanzkennzahl gibt der Cashflow in erster Linie Rückschluss auf die Innenfinanzierungskraft des Unternehmens.

In Abgrenzung zum Gewinn berücksichtigt dieser Wert keine Abschreibungen oder Rückstellungen, also keine nicht zahlungswirksamen Vorgänge. Durch die Darstellung, welche liquiden Mittel Unternehmen tatsächlich in einer Periode erwirtschaften, spiegelt diese Kennzahl die Finanzkraft und Ertragskraft der Firma wider.

Definitorische Ansätze

Cashflow

Der Cashflow gibt die liquiden Zahlungsmittel an

Der Cashflow lässt sich definieren als Überschuss der regelmäßigen Einnahmen aus der gewöhnlichen betrieblichen Tätigkeit über die laufenden Betriebsausgaben. Damit gibt er an, welche liquiden Zahlungsmittel nachhaltig aus der Betriebstätigkeit zu erwirtschaften sind. Diese Zahlungsmittel stehen zur Deckung besonderer betrieblicher Ausgaben zur Verfügung.

Als Differenz der Einnahmen und Ausgaben kann sich ein positiver oder negativer Cashflow ergeben. Zur Berechnung stehen mehrere Modelle mit unterschiedlicher Aussagekraft zur Verfügung. Ziel der Berechnung ist es in allen Fällen, Rückschluss auf die Innenfinanzierungskraft des Unternehmens zu erhalten. Die Kennzahl gibt also an, in welchem Ausmaß ein Unternehmen aus eigener Kraft Finanzmittel erwirtschaften und sich damit von innen heraus finanzieren kann.

Die Aussage über Finanz- und Ertragskraft ist für mehrere beteiligte Parteien von Belang. Gegenüber Kreditgebern spielt diese Zahl eine ebenso große Rolle wie für Investoren und Geschäftspartner. Auch Anteilseigner (Aktionäre) wollen über den Cashflow Bescheid wissen.

Um den Cashflow zu erhalten, sind sämtliche Positionen ohne monetären Wert aus dem regulären Jahresüberschuss beziehungsweise Jahresfehlbetrag zu streichen. Bestimmte Positionen fließen in die Überschussberechnungen ein, ohne dass es sich um einen tatsächlichen Fluss von Geldwert handelt. Dies umfasst insbesondere Rückstellungen und Abschreibungen.

Berechnungsmethoden: indirekte Ermittlung des Cashflows

Die Cashflow-Berechnung lässt sich grundsätzlich untergliedern in einen direkten und einen indirekten Ansatz. Die Indirekte Ermittlung des (Brutto-)Cashflows basiert auf einer Herausrechnung der nicht zahlungswirksamen Positionen aus dem Jahresüberschuss. Die indirekte Methode findet häufiger Anwendung als die direkte Methode. Ihr Grundschema geht vom Jahresüberschuss aus, subtrahiert die nicht zahlungswirksamen Erträge und addiert die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (mathematisch: Cashflow = Jahresüberschuss – nicht zahlungswirksame Erträge + nicht zahlungswirksame Aufwendungen).

Es gibt verschiedene Berechnungsmethoden für den Cashflow

Wichtig ist es hierbei, dass Sie wissen, welche Aufwendungen und Erträge zu den nicht zahlungswirksamen gehören. Die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen beinhalten eine Anhebung des Gewinnvortrags, Einstellungen in den Rücklagen und Abschreibungen. Auch eine Erhöhung der Rückstellungen zählt zu den nicht zahlungswirksamen Aufwendungen. Ebenso gehören Bestandsminderungen dazu, sowohl an fertigen als auch an unfertigen Erzeugnissen. Eine Erhöhung der Sonderposten mit Rücklageanteil zählen ebenfalls dazu. Diese Art von Aufwendungen umfasst auch außerordentliche Aufwendungen außerhalb der regulären Periode.

Nicht zahlungswirksame Erträge beinhalten etwa Auflösungen von Rücklagen und Rückstellungen oder Minderungen des Gewinnvortrages. Auch Zuschreibungen sowie die Auflösung von Wertberichtigungen gehören dazu. Nicht zahlungswirksame Erträge umfassen zudem die Minderung von Sonderposten mit Rücklageanteil sowie Bestandserhöhungen unfertiger und fertiger Produkte. Aktivierte Eigenleistungen zählen gleichermaßen zu den nicht zahlungswirksamen Erträgen. Ebenso umfasst diese Art von Erträgen auch außerordentliche Erträge außerhalb der Periode.

Berechnungsmethoden: direkte Ermittlung des Cashflows

Die direkte Ermittlungsmethode geht von den zahlungswirksamen Erträgen und Aufwendungen aus. Als Differenz aus den zahlungswirksamen Erträgen sowie den zahlungswirksamen Aufwendungen ergibt sich diese Form des Cashflows(mathematisch: Cashflow = zahlungswirksame Erträge – zahlungswirksame Aufwendungen).

Auch bei der direkten Berechnungsmethode ist es erforderlich, die zahlungswirksamen Ertrags- und Aufwandspositionen genau zu kennenZahlungswirksame Erträge umfassen unter anderem die Einzahlungen, die sich aus Unternehmensumsätzen oder Forderungen ergeben. Auch sonstige Einzahlungen sind als zahlungswirksam zu berücksichtigen. Geht es um die Ermittlung des Cashflows aus Investitionstätigkeit, so sind auch so genannte Desinvestitionen als zahlungswirksame Erträge zu berücksichtigen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit umfasst auch Eigenkapitaleinlagen sowie Kreditaufnahme.

Zahlungswirksame Aufwendungen beinhalten in erster Linie Auszahlungen für Personal, Verbindlichkeiten, Material und Waren. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit berücksichtigt überdies die Aufwendungen für Investitionen. Bei der Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit sind zudem Eigenkapitalentnahmen sowie Kreditrückzahlungen zu berücksichtigen.

Die direkte Berechnungsmethode stellt ein relativ selten verwendetes Modell dar. Im Gegensatz zur verbreiteteren Methode der indirekten Berechnung ermöglicht diese Verfahrensweise allerdings eine präzisere Auflistung der Kapitalflüsse. Die direkte Cashflow-Berechnung dient der Ermittlung des Einzahlungsüberschusses im engeren Sinne.

Alternative Berechnungsmodelle des Cashflows

Der Free Cashflow ist für Aktionäre interessant

Neben dem operativen Cashflow und dem Cashflow aus Investitionstätigkeit spielt der so genannte Free Cashflow eine wichtige Rolle. Die Mittel aus dem Free Cash Flow dienen Unternehmen dazu, Gewinnbeteiligungen (Dividenden) an ihre Aktionäre auszuschütten. Ebenso nutzen Unternehmen die Mittel aus dem Free Cashflow für Aktienrückkäufe. Diese Kennzahl entspricht der Summe aus dem operativen und dem Cashflow aus Investitionstätigkeit.

Eine amerikanische Methode im Ertragswertverfahren stellt die so genannte Discounted Cashflow-Variante dar. Sie findet in erster Linie Anwendung im Sinne einer entscheidungsorientierten Unternehmensbewertung.

Der Cashflow Return on Investment (ROI) stellt eine Rendite-Kennzahl dar. Sie dient der Einordnung und Bewertung des operativen Geschäfts. Insbesondere zur Beurteilung einzelner Geschäftsbereiche lässt sich diese Kennzahl anwenden.

Operativer Cashflow

Besonderen Stellenwert nimmt der operative Cashflow ein. Dieser steht für die Möglichkeit eines Unternehmens, aus seinem Kerngeschäft liquide Mittel zu erwirtschaften. Er bezieht sich also auf die operative Geschäftstätigkeit der Firma.

Diese finanziellen Mittel lassen sich zu unterschiedlichen Zwecken heranziehen. Investitionen, die aus diesen Mitteln getätigt werden, stehen für die Selbstfinanzierungsfähigkeit beziehungsweise Innenfinanzierungskraft. Eine weitere Verwendungsmöglichkeit ist die Ausschüttung der Mittel in Form von Gewinnbeteiligungen beziehungsweise Dividenden an die Aktionäre.

Auch Tilgungen beziehungsweise Zins- und Kreditrückzahlungen an Fremdkapitalgeber nehmen Unternehmen aus den Mitteln des operativen Cashflows vor. Ebenso kommen die Mittel zur Stärkung der Liquidität zum Einsatz. In diesem Falle wird das Geld in liquider Form im Unternehmen belassen. Ein positiver Cashflow ist dabei von hoher Bedeutung für das Unternehmen. Nur in diesem Falle ist Ihr Unternehmen imstande, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen und gegebenenfalls Dividenden an die Aktionäre auszuschütten.

Stellenwert des Cashflows in der Bilanz eines Unternehmens

Auch die Bilanz beinhalten Cashflow-Angaben

Sobald Ihr Konzern einen Jahresabschluss veröffentlicht, beinhaltet dieser auch Cashflow-Angaben. Gemäß Handelsgesetzbuch (HGB) besteht sogar eine Verpflichtung für Konzerne zur Aufstellung dieser Kennzahl im Jahresabschluss. Unter Nutzung der Kapitalflussrechnung wird die gegenwärtige finanzielle Situation der Firma im Jahresabschluss dargestellt.

Zur Berechnung liegen verschiedenartige Standards für. Für in Deutschland tätige Unternehmen gilt der DRS21 als Standard (Deutscher Rechnungslegungsstandard Nummer 21) für Kapitalflussrechnungen.

Für internationale Belange gibt es den Standard IAS7 (International Accounting Standard 7) für die Kapitalflussrechnung. Dieser beinhaltet den Kapitalfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit.

Stellenwert des Cashflows in der Unternehmensanalyse

Die Kennzahl stellt einen wichtigen Eckpfeiler einer finanzwirtschaftlichen und erfolgswirtschaftlichen Unternehmensanalyse dar. In der finanzwirtschaftlichen Unternehmensanalyse gibt der Kapitalfluss Rückschluss auf die Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die imstande sind, Investitionen aus eigener Finanzkraft zu tätigen, haben einen Konkurrenzvorteil gegenüber Unternehmen, die auf Kreditgeber angewiesen sind. Firmen, die in Betriebsmittel wie Maschinen oder Modernisierungen aus eigenen finanziellen Mitteln investieren können, sind besser für die Zukunft gerüstet. Gegenüber potentiellen Geschäftspartnern oder Investoren sind solche Unternehmen attraktiver.

Ebenso ist der Kapitalfluss geeignet, um die zur Tilgung von Krediten zur Verfügung stehenden Barmittel anzuzeigen. Die Barmittel sind sowohl im Hinblick auf Kreditgeber als auch auf Gesellschafter von Bedeutung, an die ein Unternehmen sie gegebenenfalls ausschüttet. Ebenso dient die Kennzahl als Frühwarnsystem beziehungsweise Indikator einer drohenden Insolvenz. Handelt es sich über mehrere Abrechnungsperioden hinweg um einen negativen Zahlungsfluss, so kann dies Rückschluss auf mögliche Zahlungsunfähigkeit geben.

Die Kennzahl dient in der erfolgswirtschaftlichen Unternehmensanalyse als Indikator für den Ertrag der Firma. Sowohl die direkte als auch die indirekte Berechnungsmethode findet hierbei Anwendung. In ihrer einfachsten Form hat die Kennzahl in der erfolgswirtschaftlichen Unternehmensanalyse die Gestalt des Brutto-Cashflows. Dieser erfasst den vollständigen Kapitalfluss Ihres Unternehmens. Die Berechnungsmethode berücksichtigt den Jahresüberschuss oder Fehlbetrag, sämtliche Ab und Zuschreibungen sowie die Abnahme oder Zunahme langfristiger Rückstellungen.

Der Netto-Cashflow

Nach Abzug der Steuern erhält man den Nett-Cashflow

Diese Brutto-Zahl stellt gleichermaßen den Ausgangspunkt für die Ermittlung des Netto-Cashflows dar. Dieser ergibt sich nach Abzug von Steuern und den Entnahmen aus dem Unternehmensvermögen durch die Gesellschafter. Hierbei stellt sich die Frage, welche Steuern von der Brutto-Zahl abgezogen werden. Dies hängt vom jeweils angewandten Bewertungsverfahren ab. Für Deutschland gilt typischerweise, dass die Steuern für das Unternehmen und die Einkommenssteuer der Unternehmen verrechnet wird.

Die Ermittlung des Free Cashflows erfolgt ausgehend vom Netto-Wert. Dieser wird um die Kosten für Investitionen bereinigt. Dies umfasst auch Investitionen in Betriebserweiterungen. Damit handelt es sich beim freien Kapitalfluss um denjenigen Wert, der vor Dividendenzahlung oder Investitionen zu ermitteln ist.

Da diese Zahl auch Rückschluss auf die Rückzahlungskraft gibt, ist sie für Fremdkapitalgeber ein wichtiger Anhaltspunkt zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit. Die direkte Berechnungsmethode sieht vor, vom Brutto-Umsatz sämtliche Ausgaben abzuziehen und den Produktbestand mit einzubeziehen. Die direkte Methode führt zum CFBIT (Cash Flow before Interests and Taxes). Dieser bereinigte Wert beschreibt die Kennzahl vor Zinsen und Steuern. Erst nach Abzug dieser Positionen ergibt sich der Nettowert.

Aussagekraft und Bedeutung für betriebliche Vorhaben

Die Kapitalflussrechnung oder Berechnung des Cashflows stellt gegenüber der Gewinn- und Verlustrechnung ein ergänzendes Modell zur Beurteilung des wirtschaftlichen Erfolges dar. Die Gewinn- und Verlustrechnung ergibt den Saldo der Erträge (im Sinne einer Erhöhung des Eigenkapitals) und Aufwendungen (sprich Minderung des Eigenkapitals). Da der Kapitalfluss anzeigt, wie viel Geld ein Unternehmen tatsächlich erwirtschaftet hat, kann er große Unterschiede zum Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung aufweisen. Insbesondere bezogen auf einzelne Abrechnungsperioden beziehungsweise Geschäftsjahre fallen die Unterschiede enorm aus. Bezogen auf die gesamte Lebenszeit eines Unternehmens (Totalperiode) fallen diese Differenzen geringer aus beziehungsweise gleichen sich aus.

Für Fremdkapitalanleger ist der Cashflow eine wichtige Entscheidungsbasis

Für unternehmerische Pläne eignet sich der Kapitalfluss als Kennzahl, da er wahren Rückschluss auf die liquiden Mittel des Betriebes zulässt. Speziell für Firmenneugründungen ist dieser Wert von hoher Bedeutung. Er hat Aussagekraft darüber, ob das gegenwärtige Unternehmensgeschäft geeignet ist, genügend liquide Mittel zu erwirtschaften. Damit trägt die Kennzahl dazu bei, die im Businessplan gesteckten Ziele zu erreichen. Ebenso lässt sie Aussagen darüber zu, ob das Unternehmen zusätzliche Investitionen tätigen kann und sollte. Von Bedeutung ist es ebenso, ob die Mittel des Cashflows ausreichen, um bestehende Verpflichtungen zu erfüllen beziehungsweise Kredite zu tilgen. Genügen die Mittel dafür, Gewinnausschüttungen vorzunehmen, können die Gewinnbeteiligten motiviert werden, um künftig noch bessere Unternehmensziele zu erreichen.

Kriterium für Fremdkapitalgeber

Auch im Sinne von Kreditzusagen ist der Kapitalfluss eine relevante Kennzahl. Banken und andere Kreditgeber sind auf hinreichende Bonität beziehungsweise Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers angewiesen. Die Aussagekraft des Cashflows über die Liquidität und Innenfinanzierungskraft Ihres Unternehmens stellt eine wichtige Basis für eine Kreditzusage dar.

Speziell bei Unternehmensgründungen ist oftmals noch nicht genügend Eigenkapital vorhanden, sodass Kredite eine zentrale Voraussetzung für wichtige Erstinvestitionen sind. Diese sind für den Aufbau eines erfolgreichen Betriebs ebenso wichtig wie für das Erreichen weiterer Ziele im Verlauf der Geschäftstätigkeit. Ein positiver Kapitalfluss gibt Banken Rückschluss über die Ertrags- und Finanzierungskraft Ihres Unternehmens und erleichtert die Kreditzusage.

Die 30 größten Konzerne der Welt (nach Marktwert)

Die Top 3 mit dem höchsten Marktwert

Der absolute Spitzenreiter ist die Computerfirma Apple das 1976 gegründet wurde. Der Hauptsitz befindet sich in Cupertino (Kalifornien). Im Jahr 2015 hatte Apple 110.000 Mitarbeiter und generierte einen Umsatz von 233,7 Mrd. USD, sowie einen Gewinn von satten 53,4 Mrd. USD. Zudem beträgt der aktuelle Marktwert von Apple 752 Mrd. USD.

Die Firma Apple erreicht den 1. Platz

Auf Platz 2 steht das Internet-Unternehmen Alphabet, welches am 23. Juli 2015 gegründet wurde. Derzeit hat der Konzern einen Marktwert von 579,5 Mrd. USD. Der Hauptsitz befindet sich in Mountain View im Silicon Valley. Darüber hinaus beschäftigt das Unternehmen momentan 72.053 Mitarbeiter und machte 2016 einen Umsatz von 90,2 Mrd. USD. Der Gewinn belief sich auf 22,5 Mrd. USD.

Auf Platz 3 landet mit einem Marktwert von 507,5 Mrd. USD der größte Software Hersteller weltweit. Microsoft wurde am 4. April 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet und hat seinen Hauptsitz in Redmond (Washington). Im Jahr 2016 beschäftigte Microsoft rund 114.000 Angestellte. Des Weiteren meldete Microsoft im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 85,3 Mrd. USD und einen Gewinn von 16,7 Mrd. USD.

USA weit oben: Die Plätze 4 – 7

Ganz knapp die Top 3 verfehlt hat Amazon und landet somit mit einem Marktwert von 427 Mrd. USD nur auf Platz 4. Der weltweit größte Online Versandhändler wurde 1994 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Seattle (Washington). 2017 beschäftigt Amazon 351.000 Mitarbeiter. Obendrein verzeichnete Amazon 2016 einen Rekordumsatz von 136 Mrd. USD.

Platz 5 geht mit einem Wert von 409,9 Mrd. USD an den US-amerikanischen Mischkonzern Berkshire Hathaway, der 1955 gegründet wurde und seinen Sitz in Omaha, Nebraska hat. Sie erwirtschaftet pro Jahr 182.150 Mrd. USD mit einem Überschuss von 19.476 Mrd. USD. Zudem arbeiten 270.858 Mitarbeiter für das Unternehmen von Warren Buffett.

Der Marktwert von Facebook beträgt 407,3 Mrd. USD

Facebook Inc. landet auf Platz 6

Facebook Inc. ist ein US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in Menlo Park, Kalifornien, welches 2004 von Mark Zuckerberg gegründet wurde. Es verzeichnete im Jahr 2016 einen Umsatz von 27,64 Mrd. USD, einen Jahresüberschuss von 10,2 Mrd. USD und hatte 17.000 Mitarbeiter. Aus diesem Grund erreicht es mit einem Marktwert von 407,3 Mrd. USD Platz 6 dieser Liste.

Der Mineralölkonzern ExxonMobil belegt mit 343,2 Mrd. USD Platz 7 dieser Liste. Er sitzt in Irving (USA), wurde 1999 ins Leben gerufen und hat international 99.100 Angestellte. Brutto nahm er 407,6 Mrd. USD ein, wovon netto 32,580 Mrd. USD übrigblieben.

Auch China spielt oben mit: Die Plätze 8 – 10

Platz 8 belegt der weltweit tätige Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson mit Hauptsitz in New Brunswick (New Jersey), der 1886 gegründet wurde. Beschäftigt werden rund 127.000 Mitarbeiter in 60 Ländern weltweit. Der Jahresumsatz 2015 betrug 70,1 Mrd. USD mit einem Gewinn von 15,4 Mrd. USD. Der aktuelle Marktwert beläuft sich auf 338,6 Mrd. USD.

Mit einem  Marktwert von 306,6 Mrd. USD auf Platz 9 ist die JPMorgan Chase & Co. anzutreffen. Das 2000 gegründete Unternehmen ist eine US-amerikanische Bank mit Sitz in New York City. Ihr Umsatz beträgt 93,5 Mrd. USD, den sie mit rund 234.600 Mitarbeitern macht.

Tencent Holdings Ltd. ist ein Internet-Unternehmen in der Volksrepublik China. Nach seiner Gründung 1998 arbeiten mittlerweile etwa 30.650 Mitarbeiter für das 277,1 Mrd. USD schwere Unternehmen, das somit auf Platz 10 landet. Der Umsatz beläuft sich auf 15,1 Mrd. USD.

Korea kommt mit ins Spiel: Die Plätze 11 – 15

Wells Fargo ist ein US-amerikanisches Finanzdienstleistungsunternehmen mit Sitz in San Francisco, das 1852 gegründet wurde. Seine 269.000 Mitarbeiter sorgen für einen jährlichen Umsatz von rund 88,2 Mrd. USD. Der Marktwert beträgt 274,4 Mrd. USD, wodurch Wells Fargo auf Platz 11 landet.

Die Alibaba Group Holding Limited ist ein Unternehmen mit Sitz in Hangzhou, China. Gegründet 1999 ist es nach eigenen Angaben die größte IT-Firmengruppe Chinas. Derzeit werden rund 50.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz im Jahr 2016 belief sich auf 469 Mrd. USD. Dementsprechend beträgt der derzeitige Marktwert 264,9 Mrd. USD und setzt die Alibaba Group damit auf Platz 12.

General Electric ist mit einem Wert von 261,2 Mrd. USD einer der größten Mischkonzerne der Welt und hier auf Platz 13 zu finden. Der Stammsitz befindet sich seit 2016 in Boston (Massachusetts). Bereits 1892 gegründet, beschäftigt es heutzutage 333.000 Mitarbeiter und hat einen Umsatz von 117,4 Mrd. USD.

Samsung stellt u.a. Smartphones, Notebooks und Fernseher her

Die Firma Samsung landet mit einem Marktwert von 254,3 Mrd. USD auf Platz 14 der Liste

Die südkoreanische Technologiefirma Samsung Electronics stellt unter anderem Smartphones und Speichermedien her. Dank eines Jahresumsatzes von 208.838 Mrd. US-Dollar, mit einem Plus von 27,245 Mrd. USD und einem Marktwert von 254,3 Mrd. USD erreicht das 1969 gegründete Unternehmen Platz 14. Zudem beschäftigt es 307.000 Angestellte.

Die AT&T Inc. ist ein nordamerikanischer Telekommunikationskonzern mit Sitz in Dallas. 1885 gegründet beschäftigt er mittlerweile 268.500 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von 163,7 Mrd. USD. Der Marktwert beläuft sich auf 249,3 Mrd. USD womit AT&T den 15. Platz erreicht.

Erste europäische Firmen: Die Plätze 16 – 20

Die Bank of America Corporation ist seit Juli 2006 das größte Kreditinstitut der Vereinigten Staaten mit Hauptsitz in Charlotte, North Carolina. Sie wurde 1923 gegründet, obgleich die Ursprünge der Bank auf die im Jahr 1784 gegründete Bank of Massachusetts zurückgehen. Mit ihren 208.000 Mitarbeitern, ihrem Umsatz von 83,7 Mrd. USD und ihrem Wert von 231,9 Mrd. USD, ist sie unser Platz 16.

Die Industrial and Commercial Bank of China Limited (ICBC) ist die größte Bank der VR China. Mit einem Marktwert von 229,8 Mrd. USD gelangt sie auf Platz 17. Der Sitz der 1984 gegründeten Bank ist in Peking. Weiterhin sorgen 462.000 Mitarbeiter für einen Umsatz von rund  85.100 Mrd. USD.

Nestlé ist der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern und das größte Industrieunternehmen der Schweiz. Die Hauptverwaltung befindet sich in Vevey, Schweiz. Es wurde 1867 gegründet und beschäftigt etwa 335.000 Mitarbeiter weltweit. Mit einem Umsatz von 92,3 Mrd. USD und einem Wert von 229,5 Mrd. USD belegt es hier Platz 18.

Der Marktwert beträgt 228,8 Mrd. USD

Royal Dutch Shell belegt Platz 19

Der niederländische Mineralöl- und Gas-Konzern Royal Dutch Shell erreicht mit einem Marktwert von 228,8 Mrd. USD den 19. Platz. Er sitzt in Den Haag und London und wurde 2005 gegründet. Des Weiteren nahm es 2016 brutto 459,6 Mrd. USD ein. Für Shell arbeiten 90.000 Menschen.

Platz 20 belegt mit einem Wert von 228,1 Mrd. USD The Procter & Gamble Company. Dies ist ein US-amerikanischer Konsumgüter-Konzern mit Hauptsitz in Cincinnati, Ohio. Er wurde 1837 gegründet und beschäftigt ca. 105.000 Mitarbeiter. Zudem beläuft sich der Umsatz auf etwa 65,29 Mrd. USD.

Bunt gemischt: Die Plätze 21 – 25

China Mobile Ltd ist der weltweit größte Mobilfunkanbieter mit Sitz in Hongkong und wurde 1997 gegründet. Mit einem Wert von 225,3 Mrd USD landet es auf Platz 21. Während 2015 waren dort 438.645 Mitarbeiter beschäftigt und es entstand ein Umsatz von 106.761 Mrd. USD.

Auf Platz 22 befindet sich mit einem Marktwert von 221,1 Mrd. Dollar das Unternehmen Walmart. Es hat seinen Sitz in Bentonville und wurde 1962 gegründet. Der Einzelhandelskonzern, der 2.2 Millionen Mitarbeiter beschäftigt, erwirtschaftete im Jahr 2013 482 Mrd. USD.

Platz 23 belegt mit einem Wert von 219,3 Mrd. USD die F. Hoffmann-La Roche AG. Sie ist ein weltweit tätiges Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Basel, das 1896 gegründet wurde. Zudem waren 2016 dort etwa 94.000 Mitarbeiter beschäftigt, die einen Umsatz von ca. 52,6 Mrd. USD generierten.

Der Marktwert beträgt 206,4 Mrd. USD

Visa Inc. schafft es auf Platz 25

Anheuser-Busch InBev (AB-InBev) ist die größte Brauereigruppe der Welt. Sie hat ihren juristischen Sitz in Brüssel und entstand 2008 durch die Übernahme von Anheuser-Busch durch die belgisch-brasilianische InBev-Gruppe. Ihrem Marktwert von 213,1 Mrd. USD verdankt sie Platz 24 dieser Liste. Weiterhin beschäftigt die AB-InBev rund 200.000 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von 45,52 Mrd. USD.

Die VISA Inc. ist eine Kreditkartengesellschaft und beschäftigte 2016 rund 14.200 Mitarbeiter. Mit einem Wert von 206,4 Mrd. USD nimmt sie hier Platz 25 ein. VISA wurde 1970 gegründet und hat ihren Sitz in Foster City (USA). Hinzu kommt ein Umsatz von rund 15 Mrd. USD.

China und die USA weiterhin vertreten: Die Plätze 26 – 30

Platz 26 belegt mit einem Wert von 206,1 Mrd. USD der Ölkonzern Chevron. Dieser wurde 1879 in den USA gegründet und sitzt in San Ramon, Kalifornien. Außerdem sorgen 61.189 Angestellte jährlich für einen Umsatz von 220,3 Mrd. USD und einen Überschuss von 21,423 Mrd. USD.

Die PetroChina Company Limited mit Sitz in Peking ist mit einem Marktwert von 204,5 Mrd. USD der größte chinesische Ölkonzern und hier auf Platz 27. Mit seinen 521.500 Mitarbeitern macht der Konzern einen Umsatz von 253 Mrd. USD. Seit 1999 ist dieser Konzern auf dem Markt zu finden.

Der Marktwert von Pfizer beträgt 203,1 Mrd. USD

Pfizer belegt Platz 28

Auf Platz 28 befindet sich mit einem Wert von 203,1 Mrd. Dollar die Pfizer Inc. Es ist ein Pharmakonzern mit Hauptsitz in New York. Gegründet 1849 von Charles Pfizer (eigentlich Karl Pfizer) aus Ludwigsburg. Für 2017 rechnet Pfizer mit einem Umsatz in Höhe von 52,0 bis 54,0 Mrd. USD. Zudem sind weltweit etwa 90.000 Mitarbeiter bei Pfizer beschäftigt.

Die China Construction Bank ist eine der vier großen Geschäftsbanken der Volksrepublik China. Mit einem Wert von 200,5 Mrd. USD erreicht sie Platz 29. Sie wurde 1954 gegründet und beschäftigt mittlerweile 369.200 Mitarbeiter.

Die Verizon Communications Inc ist ein US-amerikanischer Telekommunikationskonzern mit Hauptsitz in New York City. Mit einem Marktwert von 198,4 Mrd. USD schafft er es auf Platz 30 der Weltrangliste. Überdies beschäftigt er 160.900 Mitarbeiter und sein Umsatz beläuft sich auf 125,9 Mrd. USD.

Stuttgarter Verfahren

Die 30 größten Firmen der Welt

Jeder Gründer träumt vom großen Erfolg, doch nur wenige können mit ihrem Unternehmen dauerhaft bestehen. Für die folgenden 30 Firmen hat sich der Traum vom beruflichen Welterfolg jedoch bereits erfüllt. Sie verzeichnen international den höchsten Umsatz.

Die Top Drei der umsatzstärksten Unternehmen

Der weltweite Spitzenreiter in Sachen Umsatz ist das US-amerikanische Unternehmen Walmart mit Hauptsitz in Bentonville, das 1962 gegründet wurde. Der Einzelhandelskonzern, der 2.2 Millionen Mitarbeiter beschäftigt, erwirtschaftete im Jahr 2013 476.294 Milliarden Dollar und machte einen Gewinn von 16.000 Milliarden Dollar.

Den zweiten Platz erreicht der niederländische Mineralöl- und Gas-Konzern Royal Dutch Shell, der in Den Haag und London sitzt und 2005 gegründet wurde. Er nahm brutto 459.599 Milliarden Dollar und netto 16.371 Milliarden Dollar ein. Zudem arbeiten für Shell 90.000 Menschen.

Sinopec landet mit einem Umsatz von 457.201 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 8.932 Milliarden Dollar auf dem dritten Platz. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen stammt aus China, sitzt in Peking und besitzt 1.021.979 Angestellte. Es arbeitet in der Öl- und Gas-Branche.

Platz 4 bis 6: Erfolgreich dank Öl und Gas

Ganz vorne mit dabei: Öl- und Gas-Konzerne

Der Viertplatzierte stammt ebenfalls aus Peking: Die China National Petroleum Corporation nimmt jährlich insgesamt 432.007 Milliarden Dollar ein, darunter 16.317 Milliarden Dollar Gewinne. Des Weiteren beschäftigt der staatliche Ölkonzern 1.668.072 Personen. Er wurde 1988 gegründet.

Der Mineralölkonzern ExxonMobil aus den USA sitzt in Irving, wurde 1999 ins Leben gerufen und hat international 99.100 Angestellte. Brutto nahm er 407.666 Milliarden Dollar ein, wovon netto 32.580 Milliarden Dollar übrig geblieben sind. Damit landet er auf Platz fünf dieser Liste.

Ferner landet auf Platz sechs ein weiteres Unternehmen aus dem Bereich Öl und Gas. BP, 1924 in London gegründet, setzt heute pro Jahr 396.217 Milliarden Dollar um und erzielt einen Gewinn von 23.451 Milliarden Dollar. Zudem hat das britische Unternehmen 83.400 Angestellte.

Platz 7 bis 10: Zentraleuropa trifft Asien

Unser Platz sieben ist das Energieunternehmen State Grid mit Sitz in Peking. Es betreibt die meisten elektrischen Netze in China und erwirtschaftet damit 333.387 Milliarden Dollar jährlich. Als Plus bleiben 7.982 Milliarden Dollar übrig. State Grid wurde 2002 gegründet und beschäftigt heute 1.583.000 Arbeitskräfte.

Das weltweit erfolgreichste Unternehmen aus Deutschland ist der Automobilhersteller Volkswagen, der den achten Platz belegt. Der Konzern mit Hauptsitz in Wolfsburg existiert bereits seit 1937 und hat 626.715 Mitarbeiter. Pro Jahr erreicht er einen Gesamtgewinn von 261.539 Milliarden Dollar, wovon 12.072 Milliarden Dollar Überschuss sind.

Direkt dahinter liegt auf Platz neun ein Automobilproduzent aus Japan, für den 325.905 Personen arbeiten: Toyota Motor nimmt jährlich 256.454 Milliarden Dollar ein und erzielt Gewinne von 18.18 Milliarden Dollar. Die Gründung fand 1937 statt.

Den zehnten Platz belegt die Schweizer Firma Glencore aus Baar im Kanton Zug. Zwar nahm das Unternehmen, das im Rohstoffhandel aktiv ist, 232.694 Milliarden Dollar jährlich ein. Dennoch ist Glencore die einzige Firma der Top 30, die einen Verlust einfuhr. Dieser liegt bei 7.402 Milliarden Dollar. Das 1974 gegründete Unternehmen beschäftigt 58.000 Arbeitskräfte.

Platz 11 bis 14: Weltweit erfolgreiche Firmen

Samsung gehört zu den 30 besten Firmen

Samsung landet auf Platz 13

Der französische Mineralölkonzern Total aus Courbevoie setzt 227.882 Milliarden Dollar um und landet damit auf Platz 11. Er erwirtschaftet Gewinne von 96.104 Milliarden Dollar. 11.204 Mitarbeiter sind in dem 1924 gegründeten Traditionsunternehmen beschäftigt.

Auch Platz zwölf wird von einem Ölkonzern belegt: Chevron wurde 1879 in den USA gegründet und sitzt in San Ramon, Kalifornien. 61.189 Angestellte sorgen jährlich für einen Umsatz von 220.356 Milliarden Dollar und einen Überschuss von 21.423 Milliarden Dollar.

Die südkoreanische Technologiefirma Samsung Electronics stellt unter anderem Smartphones und Speichermedien her. Dank eines Jahresumsatzes von 208.838 Milliarden Dollar mit einem Plus von 27.245 Milliarden Dollar erreicht das 1969 gegründete Unternehmen Platz 13. Es beschäftigt 307.000 Angestellte.

Platz 14 geht an den US-amerikanischen Mischkonzern Berkshire Hathaway, der 1955 gegründet wurde. Mehr als 80 Firmen gehören zu der Holdinggesellschaft mit Sitz in Omaha, Nebraska. Darüber hinaus erwirtschaftet sie pro Jahr 182.150 Milliarden Dollar mit einem Überschuss von 19.476 Milliarden Dollar. 270.858 arbeiten für das Unternehmen von Warren Buffett.

Platz 15 bis 17: Wichtige Global Player

Der US-Technologie-Unternehmen Apple erreicht mit Bruttoeinnahmen von 17.910 Milliarden Dollar und Nettoeinnahmen von 37.037 Milliarden Dollar den 15. Platz. Die Gründung erfolgte 1976. Apple sitzt in Cupertino, Kalifornien, und hat 63.300 Angestellte.

Die umsatzstärkste Versicherung ist AXA mit 98.534 Milliarden Dollar pro Jahr und landet somit auf Platz 16. Davon bleibt ein Gewinn von 5.617 Milliarden Dollar übrig. Außerdem hat das französische Unternehmen seinen Sitz in Paris und beschäftigt weltweit 166.000 Arbeitskräfte.

Den 17. Platz belegt die Gazprom, welche einen Erlös von 165.016 Milliarden Dollar und ein Gesamtplus von 35.769 Milliarden Dollar erwirtschaftet hat. Das weltweit größte Erdgasförderunternehmen wurde 1989 gegründet, sitzt im russischen Moskau und hat 401.000 Angestellte.

Platz 18 bis 21: Autos und Energie

E.ON, der deutsche Energiekonzern mit Sitz in Essen, erreicht den 18. Platz. Bisher nahm die Holdinggesellschaft 162.560 Milliarden Dollar brutto ein und netto 2.843 Milliarden Dollar. Der Versorger wurde im Jahr 2000 gegründet und besitzt ein Team aus 78.889 Personen.

Den 19. Platz belegt ConocoPhillips aus Houston, Texas, in den USA. Die Gründung des Ölkonzerns mit 29.800 Mitarbeitern fand 2002 statt. Die Firma erreichte einen Erlös von insgesamt 161.175 Milliarden Dollar, darunter ein Plus von 3.726 Milliarden Dollar. 29.800 Menschen arbeiten für das Unternehmen.

Daimler gehört zu den 30 besten Firmen

Daimler aus Stuttgart belegt Platz 20

Auf Platz 20 der Top-30-Firmen liegt mit Daimler aus Stuttgart erneut ein deutscher Automobilhersteller. Das Unternehmen, das seit 1998 existiert, erreicht Gesamteinnahmen von 156.628 Milliarden Dollar mit einem Überschuss von 9.083 Milliarden Dollar. Daimler beschäftigt 271.370 Personen.

Ein weiterer Autohersteller landet auf Platz 21: Das US-Unternehmen General Motors aus Detroit setzt jährlich 155.427 Milliarden Dollar um und erzielt dabei ein Plus von 5.346 Milliarden Dollar. Für die 1998 gegründete Firma arbeiten 207.000 Menschen.

Platz 22 bis 24: Top-Firmen aus Italien und Japan

Das erste italienische Unternehmen platziert sich auf der 22: Der 1953 gegründete Energie- und Ölkonzern Eni aus Rom erwirtschaftet brutto 154.108 Milliarden Dollar und netto 6.850 Milliarden Dollar pro Jahr. Zudem sind hier 78.686 Personen beschäftigt.

Erst 2006 gegründet und schon auf Platz 23 der weltweit umsatzstärksten Firmen: Das japanische Post- und Logistikunternehmen Nippon Yusei mit 110.000 Mitarbeitern erreicht einen Jahresumsatz von 152.125 Milliarden Dollar und Gewinne von 4.782 Milliarden Dollar. Folglich hat das Unternehmen bereits mehrere Sitze. Diee liegen in den japanischen Städten Kasumigaseki, Chiyoda und Tokio.

Die Nummer 24 kommt aus Italien. Der Finanzdienstleister Exor mit Hauptsitz in Turin erwirtschaftet pro Jahr 150.996 Milliarden Dollar mit einem Überschuss von 2.768 Milliarden Dollar. Inzwischen sind 273.460 Menschen bei dem 1927 gegründeten Unternehmen beschäftigt.

Platz 25 bis 26: Ähnliche Umsätze, verschiedene Gewinne

Ford gehört zu den 30 größten Firmen der Welt

Auch Ford Motor schafft es in die TOP 30

Die chinesische Bank ICBC mit ihren 408.859 Mitarbeitern belegt Platz 25 der umsatzstärksten Firmen. Sie wurde 1984 eröffnet und sitzt in Peking. Zudem nimmt die Bank 148.8 Milliarden Dollar jährlich ein. Sie erwirtschaftet dabei ein Plus von 42.7 Milliarden Dollar.

Der US-amerikanische Automobilhersteller Ford Motor aus Dearborn erreicht mit Umsätzen von 146.9 Milliarden Dollar und Gewinnen von 7.2 Milliarden Dollar den 26. Platz. 164.000 Menschen arbeiten für den 1903 gegründeten Konzern.

 

Platz 27 bis 30: Hohe Umsätze aus Nord- und Südamerika

Die weltweit 301.000 Mitarbeiter des Mischkonzerns General Electric arbeiten unter anderem in den Bereichen Energie, Luftfahrt, Elektrotechnik und Finanzen. Das vielseitige Unternehmen wurde 1892 in den USA gegründet und sitzt in Fairfield. Der Jahresumsatz liegt bei 146.231 Milliarden Dollar und die Jahresgewinne bei 13.057 Milliarden Dollar, was den Konzern auf Platz 27 bringt.

Finanzviertel

Die Top-30 Konzerne der Welt

Platz 28 geht an das brasilianische Mineralölunternehmen Petrobas aus Rio de Janeiro, das es seit 1953 gibt. Es beschäftigt 81.918 Mitarbeiter. Obendrein erwirtschaftet Petrobas jährlich 141.462 Milliarden Dollar mit einem Plus von 11.094 Milliarden Dollar.

McKesson ist ein US-amerikanischer Pharmahandel mit Sitz in San Francisco und 37.700 Mitarbeitern. Es erzielt jährlich Erlöse von 138.0 Milliarden Dollar und Gewinne von 1.3 Milliarden Dollar, wodurch es Platz 29 erreicht. McKesson wurde 1833 gegründet und ist damit das älteste Unternehmen in der Top 30 der umsatzstärksten Firmen.

Mit Valero Energy schließt ein weiterer US-amerikanischer Mineralölkonzern die Top 30 ab. Das Unternehmen mit Sitz in San Antonio erreicht Bruttoeinnahmen von 137.8 Milliarden Dollar. Also Nettoeinnahmen von rund 2.7 Milliarden Dollar pro Jahr. Es wurde 1980 gegründet und hat 21.942 Angestellte.

 

BWL-Artikel

Was ist Marktkapitalisierung?

Für Anleger, die in Aktien investieren möchten, ist die Marktkapitalisierung eines Unternehmens ein wichtiges Entscheidungskriterium. Sie steht für den Börsenwert des Unternehmens und wird auch als Börsenkapitalisierung bezeichnet. Es handelt sich um eine volatile Größe, die sich abhängig von Kursschwankungen verändert. Als eine der wichtigsten Kennzahlen für Anlageentscheidungen gewährt sie dem Anleger Auskunft über die Größe eines Unternehmens.

Definition der Marktkapitalisierung

Die Marktkapitalisierung wird auch als Börsenwert oder Börsenkapitalisierung bezeichnet und ist eine der wichtigsten Kennzahlen für die Anlageentscheidung. Sie drückt den Marktwert eines Unternehmens aus, dessen Anteile man an der Börse handelt. Um diesen Wert zu ermitteln, multipliziert man den Kurs der Aktien, den Marktpreis, mit der Gesamtzahl der Aktien des Unternehmens. Der Börsenwert eines Unternehmens ändert sich täglich, da er die Bewertung des Unternehmens durch die Börse widerspiegelt.

Es handelt sich um eine volatile Kennzahl, da sich Aktienkurse täglich abhängig von Angebot und Nachfrage verändern. Die Schwankung der Marktkapitalisierung wird durch die Kursvolatilität der Aktien geprägt. Auch, wenn sich die Zahl der Aktien eines Unternehmens, die sich im Umlauf befinden, verändert, ist sie relativ beständig. Die täglichen Veränderungen des Börsenwertes drücken den Preisbildungsmechanismus an der Börse aus. Anhand der aktuellen Informationslage führt der Preisbildungmechanismus zu einer fortlaufenden Neubewertung von Aktien an der Börse.

Berechnung der Marktkapitalisierung

Um den Börsenwert eines Unternehmens zu berechnen, wird eine Formel herangezogen:

Marktkapitalisierung = Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien des Unternehmens x Kurs pro Aktie

An einem einfachen Beispiel soll die Berechnung des Börsenwertes erläutert werden. Die Zahl der Aktien, die sich im Umlauf befinden, kann niedriger als die Zahl der emittierten Aktien sein. Das liegt daran, dass ein Unternehmen Aktien an der Börse zurückkaufen kann, um sie selbst zu halten. Die vom Unternehmen zurückgekauften Aktien werden bei der Berechnung der Kennzahl nicht herangezogen. Sie bleiben unberücksichtigt. Um das Rechenbeispiel zu vereinfachen, wird angenommen, dass das Unternehmen keine Aktien zurückgekauft hat.
Beträgt die Zahl der Aktien, die sich im Umlauf befinden, 1.000.000 und liegt der Kurs je Aktie bei 70 Euro, ergibt sich daraus eine Marktkapitalisierung von 70.000.000 Euro.

Marktkapitalisierung

Wie berechnet sich die Marktkapitalisierung

Hätte das Unternehmen 1.050.000 Aktien emittiert und davon 50.000 Aktien zurückgekauft, würde die Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien ebenfalls bei 1.000.000 liegen. Bei einem Kurs pro Aktie von 70 Euro würde sich die Marktkapitalisierung nicht ändern.
Eine weitere wichtige Kennzahl für Anleger ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Es wird ermittelt, indem der Börsenwert ins Verhältnis zum erwarteten Unternehmensgewinn gesetzt wird. Das KGV dient zum Vergleich der Unternehmensbewertung durch die Börse mit anderen Aktien und Unternehmen. Lesen Sie hier mehr über das KGV.

Interpretation der Marktkapitalisierung

Angebot und Nachfrage nach Aktien eines Unternehmens bestimmen dessen Börsenkurs. Starken Einfluss auf den Börsenkurs und den Börsenwert des Unternehmens haben die Erwartungen der Anleger auf die Ertragskraft des Unternehmens. Schwankungen hängen vom Unternehmen selbst, von den Aktivitäten dieses Unternehmens und von der bisherigen Bonität ab. Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens stellt den aktuellen Marktkonsens eines börsennotierten Unternehmens zu dessen Eigenkapitalwert dar. Der Börsenkurs ist nicht der Preis für das gesamte Unternehmen, sondern der Grenzpreis für die letzte gehandelte Aktie.

Der Preis der Kontrolle, der die Fähigkeit eines jeden Großaktionärs zum Treffen oder Blockieren unternehmerischer Entscheidungen darstellt, fließt in der Regel nicht in den Börsenwert ein. Der Börsenwert entspricht daher nicht der zum Erwerb des Unternehmens erforderlichen Geldsumme.
Um den Unternehmenswert zu bestimmen, werden Verfahren zur Unternehmensbewertung herangezogen. In die Unternehmensbewertung fließen weitere Informationen ein. Mit der Marktkapitalisierung wird das Bewertungsergebnis plausibilisiert.

Marktkapitalisierung bewertet die Größe

Anleger können anhand der Marktkapitalisierung auf die Größe eines Unternehmens schließen. Steigt diese Kennzahl, bedeutet das für den Anleger einen steigenden Vermögenswert und eine steigende Liquidität des Unternehmens. Das ist ein Signal zum Investieren, um von einem höheren Vermögenswert zu profitieren. Anders sieht es aus, wenn diese Kennzahl fällt, da das für den Anleger einen fallenden Vermögenswert bedeutet. Will der Anleger keinen hohen Verlust erleiden, muss er seine Aktien verkaufen.

Aktien und Marktkapitalisierung

Aktienverkäufe minimieren Verluste

Ist die Marktkapitalisierung hoch, wird der Bekanntheitsgrad eines Unternehmens gesteigert. Das Unternehmen kann beispielsweise in einen Aktienindex aufgenommen werden. Die Medien berichten häufig über Unternehmen dieser Art. Ein Unternehmen ist in der Regel umso größer, je größer die Marktkapitalisierung ist. Für die Übernahme eines Unternehmens bedeutet das ein Hindernis, da das Unternehmen als zu teuer gilt.

Börsennotierte Unternehmen werden abhängig vom Börsenwert in verschiedene Kategorien eingeteilt, beispielsweise Small Caps mit Börsenwerten zwischen 300 Millionen und 2 Milliarden US-Dollar, Mid Caps mit Börsenwerten von 2 Milliarden bis 10 Milliarden US-Dollar und Large Caps mit Börsenwerten von mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Die Einteilung in solche Kategorien spielt eine Rolle für Investoren und Fonds, die sich auf bestimmte Kategorien spezialisieren.

Streubesitz und Marktkapitalisierung

Die frei an der Börse gehandelten Aktien eines Unternehmens werden als Streubesitz bezeichnet. Dieser Streubesitz, auch als Freefloat bezeichnet, befindet sich in den Händen vieler kleiner Anleger. Bei Aktiengesellschaften, bei denen sich ein großer Teil der Aktien in den Händen weniger Großaktionäre befindet, ist der Streubesitz nur gering. Bei anderen börsennotierten Unternehmen ist der Anteil an Streubesitz hingegen hoch.
Zwischen der Marktkapitalisierung und dem Streubesitz besteht ein Zusammenhang.

Ein geringer Streubesitz bedeutet eine höhere Volatilität der Marktkapitalisierung als ein hoher Streubesitz. Bei einem geringen Streubesitz ist der Markt eng. Nur wenige Aktien werden an der Börse zum freien Handel angeboten. Bei solchen Aktien schwanken die Kurse stärker als bei Aktien mit hohen Streubesitzanteilen, was zu einer höheren Volatilität der Marktkapitalisierung führt.

Marktkapitalisierung und Streubesitz

Was bedeutet der Streubesitz?

Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens ist bei vielen Indizes ein Kriterium für die Aufnahme in den Index und für die Indexgewichtung. Das gilt auch beim DAX. Für die Aufnahme in einen Index wird nur der Börsenwert berücksichtigt, der sich aus der Multiplikation der frei handelbaren Aktien im Streubesitz mit dem Börsenkurs ergibt. Die Aktien, die sich im Besitz von Großaktionären befinden, muss man dabei nicht berücksichtigen.

Was ist Rohertrag?

Beim Rohertrag handelt es sich um eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Sie ergibt sich als Differenz aus den Umsatzerlösen und dem Wareneinsatz bzw. den Materialkosten. Bei dieser absoluten Kennzahl bleiben alle anderen Kosten und weiteren Erträge unberücksichtigt.

Die Formel des Rohertrags

Die Formel zur Berechnung des Rohertrags lautet

Umsatz
– Materialkosten
= Rohertrag

Zu unterscheiden ist der Rohertrag in der Produktion und bei Handelsunternehmen.

1. Der Rohertrag in der Produktion

Wer im Unternehmen selbst Produkte herstellt, zieht zur Ermittlung des Rohertrags die Roh-, Hilfs– und Betriebsstoffe vom Umsatz ab. Die Roh-, Hilfs– und Betriebsstoffe umfassen alles, was zur Herstellung der Produkte benötigt wird.

Rohstoffe gehen als hauptsächlicher Bestandteil in die fertigen Produkte ein, zum Beispiel Holz für Möbel. Bei Hilfsstoffen handelt es sich um Stoffe, die wert- oder auch mengenmäßig eine geringere Rolle bei der Produktion spielen, zum Beispiel Leim bei der Herstellung von Holzmöbeln. Betriebsstoffe gehen nicht in das fertige Produkt ein. Sie werden jedoch zur Produktion benötigt und dabei verbraucht, zum Beispiel Strom.

In der Produktionsbranche werden die Begriffe Rohertrag, Rohgewinn und Rohmarge synonym verwendet.

2. Der Rohertrag bei Handelsunternehmen

Rohertrag

Wie errechnet man den Rohertrag?

Um den Rohertrag in der Handelsbranche zu ermitteln, sind zunächst der Nettoumsatz ohne Umsatzsteuer sowie die Einkaufskosten ohne Vorsteuer zu ermitteln. Im nächsten Schritt sind die Einkaufskosten vom Nettoumsatz abzuziehen. Die Differenz, der Rohertrag, wird auch als Handelsspanne bezeichnet.

Grundsätzlich können die Roherträge im Handelsunternehmen auch durch den Vergleich von Bruttoumsatz und Brutto-Einkaufspreis ermittelt werden. Dieses Verfahren ist jedoch nicht üblich und kann beim Einkauf von Waren im Ausland für falsche Auswertungen sorgen.

Was ist ein negativer Rohertrag?

Mit dem Rohertrag bezeichnet man einen Gewinn, den ein Unternehmen erwirtschaftet. Diese Kennzahl spielt bei der Berechnung des Überschusses im Geschäftsjahr eine wichtige Rolle. Ergibt sich aus der Berechnung des Rohertrags ein negativer Betrag, spricht man von Verlust, der wiederum zu einem Fehlbetrag im Jahresabschluss führen kann.

Negative Roherträge in der Produktion entstehen unter anderem dann, wenn die Herstellungskosten den Verkaufspreis der gefertigten Waren überschreiten. Beim Handelsunternehmen liegt der Einkaufspreis der Waren über dem Verkaufspreis.

Eine weitere mögliche Ursache eines negativen Rohertrags ist die falsche Zuordnung von Kosten und Umsatz zum betreffenden Produkt.

Anwendung und Risiken des Rohertrags

Die Roherträge werden als Planungskennzahl genutzt, um sortimentspolitische Entscheidungen zu treffen. Dieses Vorgehen beinhaltet folgende Risiken:

  • Die tatsächlichen Verkaufspreise sind niedriger als die geplanten Verkaufspreise. Die Gründe dafür sind beispielsweise zusätzliche Rabattangebote, vom Kunden genutzte Skonto-Bedingungen sowie deutlich reduzierte Preise bei verderblichen oder beschädigten Waren.

    Risiken Rhertrag

    Die Risiken des Rohertrags

  • Die tatsächlichen Wareneinkaufspreise liegen über den angenommenen Preisen. Dieser Umstand ergibt sich zum Beispiel dann, wenn aufgrund mangelnder Liquidität der Skonto nicht ausgenutzt werden kann. Eine mögliche weitere interne Ursache sind steigende Kosten in der Wareneingangskontrolle. Einkalkulierte, jedoch nicht erhaltene Bonuszahlungen vom Zulieferer sind ebenfalls ein möglicher Grund für höhere Kosten im Wareneinkauf. Bonuszahlungen bieten Zulieferer in der Regel unter der Voraussetzung an, dass vereinbarte Jahresumsatzziele eingehalten werden.
  • Geplante und einkalkulierte Zahlungseingänge sind geringer als geplant, verschieben sich zeitlich oder fallen vollständig aus, zum Beispiel, weil der Kunde nicht liquide ist, Waren sich als unverkäuflich erweisen oder entwendet wurden.
  • Die Handlungskosten werden bei der Berechnung des Rohertrags nicht berücksichtigt.

Rohertrag I und II

Bei der Ermittlung des Rohertrags wird in zwei Stufen unterschieden.

Der Rohertrag I errechnet sich aus Nettoumsatz abzüglich Netto-Wareneinkaufspreis bzwMaterialkosten. Er bietet die Möglichkeit, potenzielle Gewinne aus der Produktion und dem Verkauf vorab bewerten und einschätzen zu können.

Der Rohertrag I wird im nächsten Schritt zur Ermittlung des Rohertrags II herangezogen. Dazu werden vom Rohertrag I die Warenbezugskosten abgezogen und es ergibt sich der Deckungsbeitrag.

Aus dem Rohertrag II lässt sich wiederum im Weiteren der Unternehmensgewinn ermitteln, indem noch anfallende fixe Kosten abgezogen werden.

Die Formeln

Netto-Umsatz
– Netto-Einkaufspreis der Waren oder Netto-Materialkosten
Rohgewinn I

Rohgewinn I
– Warenbezugskosten
Rohgewinn II

Die Funktion des Rohertrags in der Betriebswirtschaft

Bei der Ermittlung des Rohertrags werden lediglich die Einzelkosten erfasst und berücksichtigt, die sich den Umsatzerlösen direkt zuordnen lassen. In der Regel wird davon ausgegangen, dass der Einsatz von Waren und Material mit den variablen Kosten übereinstimmt. In diesem Zusammenhang weisen die Roherträge aus, wie hoch die Fixkosten des Unternehmens maximal sein dürfen, um noch Gewinne erwirtschaften zu können.

Roherträge sind also als Restgrößen zu betrachten, mit denen sämtliche Betriebskosten zu finanzieren sind.

Im Handelsunternehmen ist der Rohgewinn eine entscheidende Größe für die betriebliche Erfolgsmessung. Der Wert zählt zu den ersten maßgeblichen Größen für die Wertschöpfungstiefe des Unternehmens.

Vor allem in Produktionsunternehmen lassen sich Personalkosten den Umsatzerlösen zum Teil direkt zurechnen, zum Beispiel Akkordlöhne in der Fertigung. Werden diese Personalkosten vom Rohgewinn II abgezogen, ergibt sich der Deckungsbeitrag. Dieser steht konkret zur Deckung der Fixkosten eines Unternehmens zur Verfügung. Lesen Sie hier alles Wichtige zum Deckungsbeitrag.

Rohertrag und DB

Wie hängen Rohertrag und Deckungsbetrag zusammen?

 

Weitere Kennzahlen, die sich aus dem Rohgewinn ermitteln lassen

  1. Die Rohertragsquote

Diese Quote zeigt den prozentualen Anteil vom Rohgewinn an der unternehmerischen Gesamtleistung aus, und zwar innerhalb der Umsatzerlöse. Die Rohertragsquote errechnet sich aus Rohertrag * 100 / Netto-Betriebsleistung.

2. Die Brutto-Rentabilität

Dieser Wert errechnet sich aus Rohertrag * 100 / durchschnittlicher Warenbestand und weist aus, wie hoch der Rohgewinn in Bezug auf den durchschnittlichen Warenbestand ist.

Was ist Überschuldung bei einem Unternehmen?

Was ist eine Überschuldung?

Wenn sich die geschäftliche Lage verändern, Umsatz- und Gewinnziele nicht erreicht werden, geraten viele Unternehmen in eine schwierige finanzielle Situation, die meist eine Überschuldung zur Folge hat. Welche Konsequenzen sich aus einer Überschuldung ergeben, wie eine Überschuldung am besten zu ermitteln ist und was sie für die meisten Unternehmen bedeutet, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Wie tritt eine Überschuldung ein?

Es kann zu einer Überschuldung kommen, falls das Vermögen eines Unternehmens nicht mehr ausreichend ist, um alle Verbindlichkeiten zeitgemäß erfüllen zu können. Konkret bedeutet das, wenn die Schulden einer Firma höher sind als das Vermögen, dann ist die Firma überschuldet. Überschuldung kann man auf diese Formel bringen:

Überschuldung = Schulden > Vermögen

In Rahmen der Insolvenzverordnung wird Überschuldung als der Zustand definiert, wenn das Vermögen des Schuldners nicht mehr ausreichend ist, um bestehende Schulden zurückzuzahlen. Nach Insolvenzverordnung ist jedoch eine Überschuldung nicht gegeben, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass das Unternehmen weitergeführt werden kann. Im Fall, dass die sogenannte „Fortbestehungsprognose“ für das Unternehmen ungünstig ist, muss in der Regel eine Insolvenz angemeldet bzw. beantragt werden.

Wie lässt es sich feststellen, ob eine Überschuldung vorliegt?

Der Prozess der Überprüfung, ob tatsächlich eine Überschuldung vorliegt, wird in zwei Stufen vollzogen. Im ersten Schritt wird die sogenannte „Fortbestehensprognose“ erstellt, in deren Rahmen zunächst beurteilt werden muss, ob das Unternehmen weiterhin existieren kann. Die wichtigsten Voraussetzungen für eine günstige Fortbestehensprognose sind der Wille der Unternehmensleitung, das Unternehmen weiter fortführen zu wollen, ein realistisches und konkretisiertes Unternehmenskonzept für das laufende sowie für das darauffolgende Geschäftsjahr und eine günstige Liquiditätsprognose. Die Liquiditätsprognose muss eindeutig und zweifelsfrei darlegen können, dass das Unternehmen auch in naher Zukunft im Prognosezeitraum zahlungsfähig bleiben wird. Falls die Fortführungsprognose eine positive Bewertung bekommt, kann auf die Stellung eines Insolvenzantrages verzichtet werden.

Was sind die Konsequenzen einer negativen Fortbestehungsprognose?

Falls die Fortbestehungsprognose negativ ausfällt, muss das Unternehmen  eine „Überschuldungsbilanz“ entwerfen. Die Überschuldungsbilanz ist auch unter der Bezeichnung „Überschuldungsstatus“ bekannt und wird verwendet, um festzustellen, ob und in welcher Höhe das Unternehmen verschuldet ist. Dies ist dann der Fall, wenn die Schulden höher sind als der Wert des Unternehmens. Im Rahmen der Wertermittlung des Unternehmens für die Überschuldungsbilanz werden nicht die Buchwerte aus der Steuer- und Handelsbilanz einbezogen, sondern es werden primär die Fortführungswerte berücksichtigt. Im Fall, dass eine Überschuldung festgestellt wird, ist der Unternehmer gesetzlich dazu verpflichtet, eine Insolvenz anzumelden. Zu diesem Zeitpunkt kann eine Insolvenz in der Regel nur noch durch eine Finanzspritze in Form einer Investition verhindert werden. Falls kein neues Kapital zur Verfügung steht, muss  das Unternehmen einen Insolvenzantrag beim zuständigen Insolvenzgericht einreichen.

Änderungen in der Insolvenzverordnung

Im Rahmen der Aktualisierung durch das Finanzmarktstabilisierungsgesetz wurden einige Neuigkeiten eingeführt, die sich in erster Linie auf die Erstellung einer Überschuldungsbilanz bei einer Fortbestehensprognose beziehen. Bis zu den Änderungen, die das neue Finanzmarktstabilisierungsgesetz im Jahr 2008 mit sich brachte, musste auch bei einer günstigen Fortbestehensprognose eine Überschuldungsbilanz für das insolvente Unternehmen erstellt werden. Als Basis für diese Überschuldungsbilanz fungierten jedoch die Fortführungswerte und nicht die Zerschlagungswerte der Vermögensgegenstände des Unternehmens. Seit der Einführung des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes liegt der Fokus an der umfassenden Beurteilung der Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens. Es kann sich daraus ergeben, dass ein Unternehmen auch mit negativem Kapital in der Überschuldungsbilanz nicht als überschuldet gilt, falls das Unternehmen im Prognosezeitraum seine Zahlungsfähigkeit erhalten und fortführen kann.

Was passiert, wenn eine Überschuldung zu spät festgestellt wird

Falls eine Überschuldung zu spät oder gar nicht festgestellt wird, kann dies für den  Unternehmer strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Ist ein Unternehmen verschuldet und die Geschäftsführer stellen keinen Insolvenzantrag, machen sie sich der Insolvenzverschleppung schuldig. In diesem Fall gelten  die Richtlinien des Strafgesetzbuches zum Bankrott. Des Weiteren machen sich die Geschäftsführer strafbar, wenn sie den Anteilseignern einer Kapitalgesellschaft nicht in absehbarer Zeit die Verluste anzeigen.

Welche Unternehmen können von einer Überschuldung betroffen sein?

Als Insolvenzgrund kann die Überschuldung ausschließlich auf Unternehmen, die über ein beschränkt haftendes Eigenkapital verfügen, angewandt werden. Hierzu gehören Unternehmensformen, wie: –              Kapitalgesellschaften (AG, GmbH, UG) –              beschränkt haftende Auslandsgesellschaften (Ltd, SE) Ebenso können Genossenschaften, Stiftungen und Vereine überschuldet sein. Personalgesellschaften, wie zum Beispiel eine GbR oder natürliche Personen, können hingegen keine Insolvenz wegen einer Überschuldung anmelden.

Was sind die Unterschiede zwischen einer Überschuldung, Zahlungsunfähigkeit und einer Insolvenz?

Fall ein Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, gilt er als zahlungsunfähig. Diesen Zustand nennt man Insolvenz. Das Merkmal einer Insolvenz ist die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners. Ein Schuldner gilt als zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, seinen Zahlungspflichten bis zumindest 90 Prozent innerhalb einer Zeitperiode von drei Wochen nachzukommen. Konkret bedeutet das, wenn ein Schuldner für mindestens drei Wochen den Großteil seiner Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen kann, gilt er als zahlungsunfähig. Eine Zahlungsunfähigkeit ist die direkte Folge einer Überschuldung. Das bedeutet, dass die Zahlungsunfähigkeit und die Insolvenz nicht gleichzusetzen sind mit einer Überschuldung, sondern Folgen der Überschuldung sind.

Was ist ein Unternehmen?

Ein Unternehmen ist eine juristische Entität, die aus einer Gruppe von Einzelpersonen besteht, welche ein gewerbliches oder industrielles Unternehmen betreiben. Ein Unternehmen kann in Abhängigkeit vom Gesellschaftsrecht seiner Gerichtsbarkeit auf verschiedene Arten zu Steuer- und finanziellen Haftungszwecken organisiert sein. Die Branche, in der sich das Unternehmen befindet, bestimmt im Allgemeinen, welche Geschäftsstruktur für ein Unternehmen gewählt wird, zum Beispiel eine Partnerschaft, ein Einzeluternehmen oder eine Aktiengesellschaft. Diese Strukturen bezeichnen auch die Eigentümerstruktur des Unternehmens.

Ein Unternehmen ist im Wesentlichen eine künstliche juristische Person, da es eine von den Einzelpersonen getrennte Einheit darstellt, die seine Geschäftstätigkeit besitzt, verwaltet und unterstützt. Ein Unternehmen hat oftmals die gleichen Rechte und Pflichten, die auch eine Privatperson beachten muss. Außerdem hat es die Möglichkeit, Verträge abzuschließen, das Recht, Geld einzuklagen oder verklagt zu werden, Darlehen zu tätigen, Steuern zu zahlen, Vermögenswerte zu besitzen und Mitarbeiter einzustellen.

Wie definiert man ein Unternehmen?

Unternehmen haben das Ziel der Gewinnerzielung.

Unternehmen sind in der Regel so organisiert, dass sie mit ihrer Geschäftstätigkeit einen Gewinn erzielen. Einige Unternehmen können jedoch als gemeinnützige Organisationen strukturiert sein. Generell kann auch zwischen privaten und öffentlichen Unternehmen unterschieden werden. Beide haben unterschiedliche Eigentumsverhältnisse, Vorschriften und Rechnungslegungsvorschriften.

Die Begriffe Betrieb und Firma

Die Begriffe Unternehmen, Betrieb und Firma verwendet man im Sprachgebrauch oft synonym In ihrer Definition jedoch kann man sie klar voneinander abgrenzen. Ein Betrieb beschreibt ein Werk oder eine Niederlassung eines Unternehmens. Das Wort Firma ist aus dem Italienischen abgeleitet, wo das Wort „la firma als Unterschrift übersetzt wird, aber eben auch den Namen des Unternehmers bezeichnet.

Welche Unternehmensformen gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmensformen, die je nach Größe und Zukunftsaussichten des Unternehmens Vor- und Nachteile haben. Die unterschiedlichen Unternehmensformen können grob in Partnerschaften und Kapitalgesellschaften eingeteilt werden. Beide Gesellschaftsformen sind in Deutschland gebräuchlich, weisen jedoch hinsichtlich ihrer Struktur und der Haftungsrisiken unterschiedliche Merkmale auf.

Das Einzelunternehmen

Eine wichtige Ausnahme von dieser Kategorisierung ist das Einzelunternehmen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass in diesem Fall der Inhaber, sei es eine Privatperson oder ein Kaufmann, befugt ist, autonom zu entscheiden. Die Gesellschaft selbst besitzt keine Rechtspersönlichkeit und trägt daher die unbeschränkte Haftung sowie alle Steuern der Gesellschaft.

Infolge seiner Einfachheit ist das einzelne Unternehmen die vorherrschende Unternehmensform in Deutschland. Es sollte jedoch nur für Freiberufler und sehr kleine Unternehmen gewählt werden. Die Abkürzung e.K steht für „eingetragener Kaufmann“ oder „eingetragene Kauffrau“ und gibt Auskunft darüber, dass ein Einzelunternehmer über einen Eintrag in das deutsche Handelsregister verfügt. Lesen Sie hier alles Wissenswerte zu eingetragenen Kaufleuten.

Die GbR

Die GbR ist eine Gruppe von mindestens zwei Personen oder Unternehmen und besitzt keine Rechtspersönlichkeit. Sie wird nur für einen bestimmten Unternehmenszweck gegründet und verfällt nach dessen Erreichung. In dieser Zeit kann sie nicht als Unternehmen im engeren Sinne angesehen werden, da die Registrierung bei den Gewerbebehörden nicht vorgeschrieben ist. Die GbR ist eine gemeinsame Gesellschaftsform für die Zusammenarbeit von Freiberuflern oder Kleinunternehmen. Größere Unternehmen nutzen sie nur für temporäre Kooperationen und Joint Ventures.

Unternehmen

Wie funktioniert eine OHG?

Die OHG

Die OHG ist eine Personengesellschaft mehrerer Gesellschafter. Die Aufteilung des Kapitals sowie die Gewinne und Verluste sind vertraglich geregelt. Alle Aktionäre sind berechtigt, im Namen der Gesellschaft zu handeln, sie tragen jedoch auch die unbeschränkte Haftung. Die OHG ist die einfachste Gesellschaftsform in Deutschland, birgt aber auch erhebliche Risiken für die Aktionäre. Ein wesentlicher Vorteil der OHG ist das Fehlen einer Mindestanforderung an das Anfangskapital, die sie für Inhaber mit geringer Kapitalausstattung leicht zugänglich macht.

Die KG

Die KG, wie zum Beispiel die Dr. Oetker KG, besteht aus mehreren Aktionären, von denen nicht alle am operativen Geschäft beteiligt sind. Lediglich die geschäftsführenden Gesellschafter, die persönlich haftenden Gesellschafter, haften unbeschränkt, die übrigen Gesellschafter, auch Kommanditisten genannt, haften nur in Höhe ihrer Kapitaleinlage. Im Vergleich zur OHG reduziert diese Gesellschaftsform die Risiken für die Kommanditisten, überträgt diese aber gleichzeitig auf die persönlich haftenden Gesellschafter.

Die AG

Die AG ist eine Aktiengesellschaft. Ihre Vorteile sind die leichte Übertragbarkeit der Aktien und die Möglichkeit, das Unternehmen nicht nur durch Fremdkapital, sondern auch durch Eigenkapital zu finanzieren. Aktien einer AG, wie zum Beispiel die der deutschen Telekom AG, können entweder börsennotiert oder vertraglich übertragen werden. Im Gegensatz zu einer Personengesellschaft wird die AG von einem Vorstand geleitet, der vom Aufsichtsrat kontrolliert wird. Das Mindestkapital beträgt 50.000 EUR und der Gründungsprozess ist mit hohen Kosten verbunden. Daher wählen meist größere Unternehmen diese Unternehmensform.

Eine GmbH als Unternehmen hat bestimmte Anforderungen.

Bei einer GmbH ist ein Mindestkapital notwendig.

Die GmbH

Die mit Abstand häufigste Kapitalgesellschaft in Deutschland ist die GmbH. Dies ist auf die Beschränkung der Haftung der Aktionäre zurückzuführen. Die Mindestkapitalanforderung beträgt 25.000 EUR und kann in bar oder in Sachwerten eingezahlt werden. Daher ist die GmbH die bevorzugte Unternehmensform von mittelständischen Unternehmen und Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen.

Im Gegensatz zur AG besteht für einen Aufsichtsrat keine Verpflichtung und somit kann der Vorstandsvorsitzende mit Zustimmung der Aktionäre selbständig tätig werden. Großbanken sind in Deutschland in der Regel als börsennotierte Aktiengesellschaften eingetragen. Privatbanken werden jedoch meistens von den Inhabern als persönlich haftende Gesellschafter geführt werden, was bedeutet, dass hier der Bankier persönlich haftbar ist.

Die GmbH & Co. KG

Die GmbH & Co. KG ist eine Konstruktion zwischen GmbH und KG und eine Gesellschaftsform, die nur in Deutschland existiert. Diese Unternehmensform wird angewendet, um das Haftungsrisiko einer KG zu verringern, zum Beispiel bei dem Unternehmen Laverana GmbH & Co. KG. Dies geschieht durch die Ernennung einer GmbH zum Geschäftsführer der KG anstelle einer Einzelperson. Die Haftung der Gesellschafter wird entsprechend gemindert, da die GmbH mit beschränkter Haftung die unbeschränkte Haftung der KG trägt.

Die SE

Die SE, wie zum Beispiel die Allianz SE, ist eine europäische Gesellschaft mit einer weitgehend einheitlichen Rechtsgrundlage in allen Mitgliedsländern der Europäischen Union. Sie muss in einem Mitgliedstaat der EU niedergelassen sein und die Stiftung benötigt ein Mindestnennkapital von 120.000 EUR.

Welche Art von Unternehmen ist eine SE?

Buchführung ist Pflicht für jedes Unternehmen!

Die SE ermöglicht es europäischen Unternehmen, eine grenzüberschreitende juristische Person zu gründen und zu führen, das Geschäft in einer Holding zu konsolidieren und Tochtergesellschaften in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten auf einer einheitlichen Rechtsgrundlage zu gründen und zu betreiben. Diese Rechtsform erleichtert auch grenzüberschreitende Transaktionen. Die SE wird regelmäßig für grenzüberschreitende Fusionen und Stiftungen von Tochterunternehmen in einem EU-Mitgliedstaat verwendet, der sich vom Hauptsitz des Konzerns unterscheidet.

Größenklassen nach dem HGB

Das Handelsgesetzbuch (HGB) schreibt vor, dass alle Unternehmer Bücher führen müssen, die den deutschen Vorschriften entsprechen. Die Buchführung muss eine umfassende Aufzeichnung aller Transaktionen enthalten, die durch zugehörige Dokumentationen und Belege unterstützt werden, und den allgemein anerkannten Standards für das Führen von Aufzeichnungen entsprechen.

Für Kapitalgesellschaften enthält das HGB Berichtskategorien, die auf der Größe des Unternehmens basieren. Ein Unternehmen wird in eine der Größenklassen KleinstgesellschaftKleingesellschaft, mittelgroße Gesellschaft oder Großgesellschaft einbezogen, wenn es an zwei aufeinander folgenden Bilanzstichtagen zwei der drei Kriterien erfüllt. Zu den zugrunde gelegten Kriterien gehören die Bilanzsumme, die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer sowie die Umsatzerlöse des Unternehmens zwölf Monate vor Abschlussstichtag.

Kleinstgesellschaften können vereinfachte Bilanz-, Gewinn- und Verlustrechnungsklassifikationen anwenden. Darüber hinaus sind sie nicht verpflichtet, ihren Jahresabschluss zu veröffentlichen.
Kleingesellschaften müssen nur die Bilanz mit den Erläuterungen zum Jahresabschluss vorlegen. Mittelständische Unternehmen müssen lediglich eine vereinfachte Gewinn- und Verlustrechnung und einen vereinfachten Anhang zum Jahresabschluss erstellen.

Wie bilanzieren Unternehmen?

Je größer das Unternehmen, desto aufwendiger die Jahresbilanz.

Großunternehmen, zu denen auch börsennotierte Unternehmen gehören, müssen eine Bilanz, eine Gewinn – und Verlustrechnung sowie Erläuterungen zum Jahresabschluss erstellen, die die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben und die satzungsmäßigen Angaben enthalten, deren Zweck es ist, einzelne Posten im Jahresabschluss zu erläutern. Sie müssen außerdem einen detaillierten Lagebericht vorlegen, der die Entwicklung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens ausführlich beschreibt.

Cash Burn Rate: Kennzahl, Aussagekraft und Interpretation

Bei der Cash Burn Rate (CBR) handelt es sich um eine Kennzahl, die einen Rückschluss auf die Liquidität Ihres Unternehmens zulässt. Konkret bezeichnet sie die Zeitspanne bis zur Insolvenz bei anhaltend hohen Betriebsausgaben.

Sie entspricht dem Quotienten aus liquiden und geldnahen Mitteln sowie dem negativen operativen Cashflow. Die CBR ist insbesondere im Zusammenhang mit Start-ups mit hohen Anfangs-Investitionen relevant, wo herkömmliche Kennzahlen sich als nicht hinreichend erwiesen.

Cash Burn Rate im Überblick

Cash Burn RateDie Cash Burn Rate findet eine deutschsprachige Entsprechung im Begriff Geld-Verbrennungsrate. Sie steht für die Zeitdauer, bis die liquiden Mittel eines Unternehmens bei gleichbleibendem Ausgabeverhalten aufgebraucht sind, bis also Insolvenz droht.

Die Unternehmens-Kennzahl lässt sich dem Jahresabschluss beziehungsweise der Kapitalflussrechnung entnehmen. Besonders bei jungen Unternehmen kommt der CBR eine hohe Bedeutung im Datenraum zu. Potentielle Investoren sind an sämtlichen relevanten Kennzahlen interessiert.

Die CBR als Maß für die Liquiditätslage

Als Maß für die Liquiditätslage des Unternehmens ist die Cash Burn Rate von besonderem Interesse. Der Begriff kam insbesondere im Zusammenhang mit jungen Unternehmen der New Economy auf. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass ein hohes Risiko mit überdurchschnittlichen Gewinnaussichten einhergeht.

Besonders in der Gründungsphase ist Ihr Unternehmen mit besonders hohen laufenden fixen und variablen Kosten konfrontiert. Dazu gehören (Marketing-)Ausgaben für die Bekanntmachung des Unternehmens, Ausstattungskosten und Kosten für das Personal.

Gleichermaßen generieren Sie in dieser Phase wahrscheinlich noch keine großen Umsätze geschweige denn Gewinne. Daher ist die Cash Burn Rate eine hilfreiche Kennzahl zur Abschätzung, wann Ihrem Unternehmen bei gleichbleibend hohen Ausgaben die Liquidität ausgehen wird. Typischerweise handelt es sich bei der CBR um einen Bemessungszeitraum, der zwischen einem Monat und einem Jahr anzusiedeln ist.

Berechnung der Cash Burn Rate

Zur Ermittlung der Liquidität Ihres Unternehmens über die Cash Burn Rate bedarf es korrekter Werte, die in die Formel eingesetzt werden. Sie lautet:

Liquide und geldnahe Mittel / negativer operativer Cashflow.

Konkrete Rechenbeispiele vermitteln einen greifbaren Eindruck.

Angenommen, ein Start-up verfügt über 50.000 Euro Rücklagen in Form von Eigenkapital. Die monatlichen Ausgaben betragen 6.000 Euro gegenüber Einnahmen von 1.000 Euro monatlich. Die Cash Burn Rate beträgt in diesem Beispiel 50.000 / (6.000 – 1.000) = 10. Der Wert von 10 lässt sich so interpretieren, dass dem Unternehmen bei der aktuellen Ausgabe- und Einnahmesituation 10 Monate verbleiben, bis das Eigenkapital beziehungsweise die liquiden Mittel aufgebraucht sind.

Für Start-ups ist es anzuraten, sich auf diesem sich ergebenden Zeitfenster nicht auszuruhen. Vorteilhafter ist es, wenn die Einnahmen die Ausgaben so früh wie möglich kompensieren. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass die Kennzahl der Cash Burn Rate nicht als statisch zu betrachten ist. Je nach Eigenkapital und Cash Flow kann sie sich jederzeit ändern. Steigt ihr Wert, so spricht dies für eine solidere Finanzlage und es bleibt dem Unternehmen mehr Zeit, bis die Mittel ausgeschöpft sind.

Herausforderung in der Bestimmung

Die Herausforderung besteht darin, die Summe der liquiden und geldnahen Mittel exakt und korrekt zu bestimmen. Eine der wesentlichen Voraussetzungen hierfür besteht in einer geordneten und strukturierten Buchhaltung.

Die liquiden sowie geldnahen Mittel lassen oft mit dem Begriff Eigenkapital zusammenfassen. Gemeint sind finanzielle Mittel, die ein Start-up bereits ohne Fremdkapitalaufnahme mitbringt. Mit der Anwendung des Eigenkapitals steigt die Aussagekraft der Kennzahl, da sich auf diese Weise die gesamten eigenen finanziellen Mittel Ihres Unternehmens berücksichtigen lassen.

Der negative operative Cashflow liegt grundsätzlich dann vor, sobald die Ausgaben Ihres Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum höher als die Einnahmen ausfallen. Dies ist nicht zwingend negativ zu werten, da gerade in der Anfangsphase oftmals hohe Investitionen für das Wachstum erforderlich sind und kurzfristig einen negativen operativen Cashflow zur Folge haben können.

Die richtigen Rückschlüsse ziehen

Werden präzise Daten in die angegebene Formel eingegeben, gibt die Formel Rückschluss auf den voraussichtlichen Zeitpunkt, zu dem Ihr Unternehmen unter gleichem Ausgabeverhalten in finanzielle Engpässe gerät.

Die Kennzahl zeigt also an, wann die liquiden Mittel beziehungsweise das Eigenkapital aufgebraucht sein werden. Im Beispiel eines Worst-Case-Szenarios handelt es sich beim Ergebnis der Cash Burn Rate um den Zeitpunkt der Insolvenz. Ist dies der Fall, gibt es keine unternehmerischen Handlungsmöglichkeiten mehr, die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden.

Mit der Cash Burn Rate ist eine spezielle Kennzahl für die Start-ups in der New Economy eingeführt worden. Herkömmliche betriebswirtschaftliche Ansätze greifen aufgrund der besonderen Herausforderungen dieser jungen Unternehmen häufig nicht. Oftmals generieren solche Unternehmen über mehrere Geschäftsjahre keine nennenswerten Gewinne oder Cashflows. Die Interpretation einer hohen oder niedrigen Cash Burn Rate erfordert allerdings eine separate Betrachtung des jeweiligen Falls.

Interpretation der CBR

Die Cash Burn Rate ist neben Start-ups auch für die Einführung neuer Geschäftsfelder oder Geschäftseinheiten von besonderem Interesse. Jede Anfangsphase ist typischerweise von hohen Anfangs-Investitionen geprägt. Hierbei kommen negative operative Cashflows zustande, wodurch sich die finanziellen Spielräume verringern.

Anwendung findet die Kennzahl in der Finanzierungs-Analyse. Speziell in der Cash-Flow-Analyse hat sie eine wichtige Bedeutung. Die Cash Burn Rate ist als Kennzahl für die Liquidität nicht nur im Hinblick auf die Einschätzung der eigenen Finanzlage entscheidend. Auch potentielle Investoren interessieren sich für die Liquidität. Im Businessplan des Unternehmens kann sie daher für mögliche Geldgeber ausschlaggebend sein.

Grundsätzlich ist eine hohe Cash Burn Rate als Indikator einer soliden finanziellen Situation des Unternehmens zu verstehen. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass ein hoher Wert dieser Kennzahl zur im Gesamtzusammenhang mit anderen Kennzahlen zu beurteilen ist.

Auch andere Punkte einschließen

Eine Verwendung und Interpretation sollte stets im Zusammenhang mit einer Fundamentalanalyse erfolgen. Weiterhin handelt es sich bei diesem Wert stets nur um eine Momentaufnahme. Ein verbesserter Cashflow beispielsweise kann die Cash Burn Rate jederzeit verändern. Weiterhin kann die Erhöhung des Eigenkapitals die CBR verbessern (beispielsweise indem neue Gesellschafter gewonnen werden).

Handelt es sich um eine geringe Cash Burn Rate, so gibt dies einen Hinweis darauf, dass ein Unternehmen seine finanziellen Reserven bald ausgeschöpft haben wird. Als Gegenmaßnahme könnten etwa die Ausgaben gesenkt oder für mehr positiven Cashflow (etwa durch Erhöhung der Umsätze) gesorgt werden.

Es besteht auch die Möglichkeit einer umgekehrten Berechnung der Cash Burn Rate. In diesem Falle ist sie als Geschwindigkeit zu verstehen, mit der ein Unternehmen seine liquiden Mittel beim gegenwärtigen Geschäftsverhalten „verbrennt“. Unter dieser Berechnungsgrundlage ist die Interpretation genau umgekehrt: ein niedriger Wert wäre ein Indikator auf ein geringes Tempo der Geldverbrennung und damit auf eine solide Finanzlage.

Was ist ein Business Broker?

Businessbroker sind Mittelsmänner bei Verkäufen von Unternehmen in unterschiedlicher Größe. Dabei ist ein Business Broker dafür zuständig, im Auftrag des Unternehmenseigentümers Käufer für das Unternehmen zu suchen und zu finden.

Die Aufgabe des Business Brokers

Es ist die Aufgabe des Business Brokers, den gesamten Verkaufsprozess von der Käufersuche bis hin zum erfolgreichen Abschluss unterstützend zu begleiten. Sie geben als potenzieller Verkäufer dem Business Broker dabei Zugriff auf alle relevanten Daten – zum Beispiel in einem virtuellen Datenraum.

Die Ursprünge des Berufs

Auch in Deutschland ist in den letzten Jahren das Berufsbild des Business Brokers entstanden. Dieser professionelle Experte kümmert sich um die Akquisition potenzieller Unternehmenskäufer. Vor allem in anderen Ländern wie den USA, Australien, England und der Schweiz hat sich das Berufsbild bereits etabliert.

Der Tätigkeitsbereich eines Business Brokers

Business Broker sind hauptsächlich bei der Unternehmensnachfolge aktiv. Wenn ein Unternehmer seine Tätigkeit beenden will, benötigt er oftmals einen geeigneten Nachfolger. An dieser Stelle kommen die Business Broker ins Spiel, welche dann den Unternehmenseigentümer bei der Suche und Akquisition eines Nachfolgers aktiv unterstützen.

Doch nicht nur die reine Suche nach Käufern oder Nachfolgern ist die Aufgabe von einem Business Broker. Vor allem im Bereich M&A bedarf es wichtige Tätigkeiten im Vorfeld des erfolgreichen Verkaufs. Dies sind zum Beispiel eine Bewertung des Unternehmens, die viele Business Broker komplementär zu ihrem Hauptaufgabenfeld anbieten.

Business Broker – Immobilienmakler

Grundsätzlich weisen die beiden Tätigkeiten und Berufsfelder einige Ähnlichkeiten auf. Das Hauptaufgabenfeld eines Immobilienmaklers ist der Verkauf und die Vermarktung von Grundstücken und Immobilien.

Demgegenüber verkauft der Business Broker Unternehmen und kümmert sich um die Akquisition von Käufern, zum Beispiel im Bereich des M&A. Die Vergütung erfolgt sowohl beim Immobilienmakler als auch beim Businessbroker durch eine Provision. Dies bedeutet, dass eine Beteiligung am Kaufwert des Unternehmens oder der Immobilie stattfindet.

Kriterien für einen unseriösen Firmenvermittler

Wie in vielen Gewerben, gibt es auch bei den Business Brokern schwarze Schafe. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Kriterien, anhand derer potenzielle Unternehmensverkäufer einen geeigneten Firmenvermittler erkennen können.

Unseriös sind demnach Business Broker, die die Kontaktaufnahme mit Hilfe von unaufgeforderten Anrufen oder E-Mails durchführen. Denn seriöse Vermittler arbeiten erst nach Ihrer Beauftragung. Wenn ein Business Broker folglich damit wirbt, bereits mehrere Interessenten zur Verfügung zu haben, handelt es sich dabei oftmals um einen unseriösen Geschäftsmann.

Darüber hinaus setzen unseriöse Business Broker oftmals den interessierten Unternehmensverkäufer unter Druck. Diese wollen bereits beim ersten Gespräch eine Vertragsunterzeichnung erreichen, da bei jedem weiteren Treffen das Risiko steigt, dass Kunden sie als unseriöse Unternehmensvermittler enttarnen.

Kriterien für einen seriösen Business Broker

In der M&A Branche ist eine Bezahlung per Vorkasse nicht üblich. Vielmehr erfolgt die Bezahlung erst nach dem erfolgreichen Abschluss des Unternehmensverkaufes in Form einer Provision, deren Höhe vom Kaufpreis abhängig ist. Interessierte Verkäufer sollten also Zahlungen per Vorkasse oder die Erteilung Einzugsermächtigungen vermeiden.

Darüber hinaus spricht es für die Qualität des Vermittlers, wenn der Vertrag die konkreten Leistungen sorgfältig beschreibt. Bei seriösen Business Brokern ist im Vertrag zudem die Erstellung eines Informationsblattes für potenzielle Käufer des Unternehmens geregelt.

Die konkreten Regelungen sprechen also stets für die Qualität eines Vermittlers, da unseriöse Business Broker oftmals mit schwammigen Formulierungen versuchen, den Verkäufer zu täuschen. Darüber hinaus sind Referenzen oftmals das beste Kriterium für einen seriösen Unternehmensvermittler. Wenn eine Vielzahl vergangener Kunden von den Qualitäten des Business Brokers schwärmt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch Sie als zukünftiger Kunde und Unternehmensverkäufer den Kaufvorgang erfolgreich und zufrieden abschließen.

Due Diligence – die Prüfung des Unternehmens im Vorfeld

Business BrokerWie bereits festgestellt, kümmert sich ein Business Broker auch um Tätigkeiten im Vorfeld des Unternehmensverkaufes. Dazu gehört bspw. das Tätigkeitsfeld der Due Diligence.

Die Spezialisten überprüfen bereits im Vorfeld die Bilanzen, Ressourcen und Risiken des zu verkaufenden Unternehmens. Diese kann das zu verkaufende Unternehmen bspw. in einem virtuellen Datenraum bereitstellen. Auf der einen Seite dient diese Analyse der Information des Käufers, sodass die typische Asymetrie in puncto Informationsverteilung verschwindet.

Darüber hinaus fällt es dem potenziellen Kunden anschließend einfacher, das jeweilige Unternehmen zu bewerten. Denn ohne eine Bewertung des Unternehmens ist eine Entscheidung pro oder contra Kauf nicht möglich.

Für juristische Personen erfüllt die Due Diligence eine Rechenschaftsfunktion. Denn die Geschäftsführer und Manager müssen gegenüber den Stakeholdern ein sorgfältiges Handeln nachweisen. Diese Exculpationsfunktion erfüllt die Due Diligence zusätzlich.

Die Schwerpunkte der Prüfung

Bei der Due Diligence gibt es unterschiedliche Arten. Diese sind abhängig vom Zeitpunkt der Prüfung und dem Zweck. Trotzdem überschneiden sich die Analyseschwerpunkte bei den verschiedenen Prüfungsarten.

Der Businessbroker überprüft die rechtliche und steuerliche Situation des Unternehmens. Die Analyse umfasst zudem die finanzwirtschaftliche Situation mitsamt der finanziellen Risiken. Auch die Strategie, der Markt und die Branche gehören zur Due Diligence Prüfung.

Die Umweltverträglichkeit des Unternehmens und die Situation der Mitarbeiter runden die Prüfung erfolgreich ab, sodass sowohl Käufer als auch Verkäufer ein umfassendes Bild über das Unternehmen bekommen.

Investition

Was bedeutet der Weighted Average Cost of Capital (WACC)?

Wenn Sie angehender Ökonom oder ein amtierender BWL-Student sind, sind Sie sicherlich einmal auf die Abkürzung WACC gestoßen. Hinter dem Begriff versteckt sich eine Methode, die Ihnen im Falle einer Discounted Cash Flow Bewertung von Nutzen sein kann.

An dieser Stelle finden Sie alle relevanten Informationen zum WACC: Was er ist und wozu er benötigt wird, wie Sie diesen einfach selber berechnen können und was Sie sonst beim komplexen Thema beachten sollten.

Was ist der WACC und warum nutzt man ihn?

Unter WACC versteht man die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens. Die Abkürzung steht für den englischen Begriff „Weighted Average Cost of Capital„, allerdings bürgerte sich hierzulande die Abkürzung schnell als übliche Bezeichnung ein. Diese gewichteten Kapitalkosten errechnen sich aus einer Formel, die Eigenkapital und Fremdkapitel abzüglich eventueller Steuervorteile gegeneinander aufwiegt. Dadurch stellt der WACC ein wertvolles Instrument zur Unternehmens- und Risikobewertung dar.

Im ModiglianiMiller-Theorem nach den beiden Ökonomen Merton Miller und Franco Modigliani ist die Unabhängigkeit des Unternehmenswertes von ihrer Verschulung festgelegt. Dieser Umstand führt zu einem höheren Nutzen von Fremdfinanzierungsmöglichkeiten. Für eine optimale Bestimmung der Steuervorteile einer Fremdfinanzierung ist daher eine Discounted Cash Flow Bewertung notwendig. Nimmt man nun an, es handelt sich beim analysierten Unternehmen um eine wertorientierte Finanzierung, kommt die WACC-Formel ins Spiel.

Die Formel zur Berechnung der gewichteten Durchschnittskapitalkosten setzt das Eigenkapital mit dem Fremdkapital ins Verhältnis. Eigenkapital besitzt gegenüber dem Fremdkapital ein höheres Risiko, weswegen eine Bewertung dieses Risikos für den Unternehmensführer notwendig erscheint. Im Falle einer Investition ist schwer einzusehen, aus welchen Anteilen das für die Investition getätigte Geld besteht. Mit dem WACC kann berechnet werden, ob sich eine Investition zum gegebenen Zeitpunkt des Unternehmensmanagements lohnt.

Berechnungsformel der gewichteten durchschnittliche Kapitalkosten

Die Formel für den WACC dient zur Berechnung der Gewichtung verschiedener Kapitale. Dazu multipliziert man das Eigenkapital sowie das Fremdkapital jeweils mit dem individuellen Verzinsungsanspruch der Kapitalgeber. Der Anspruch auf Verzinsung beim Fremdkapital reduziert sich allerdings um den Steuervorteil, bevor man beide Elemente zusammen summiert und so eine Prozentzahl erhält. Diese gibt an, wie hoch die Mindestrendite bspw. einer Investition sein muss, um attraktiver als andere zu sein. Die Formel für homogenes Kapital stellt sich wie folgt dar:

WACC = (E/V) * kE + (F/V) * kF * (1 – ctr)

Die Unternehmenssteuerrate (engl. „corporate tax rate“) zieht sich ab, weil man annimmt, dass Jahresüberschüsse am Jahresende als Dividende herausspringen. Zusätzlich gilt die Annahme, dass jene Dividende der Einkommensteuer unterliegt und zeitgleich Eigenkapitalbeträge durch andere Steuern wie Körperschaftsteuern belegt sind.

Die einzelnen Elemente der WACC-Formel in der Übersicht

Bevor Sie den WACC anwenden können, sollten die einzelnen Variablen der Formel geklärt sein. „V“ steht für das Gesamtkapitel, das Sie in Rechnung stellen, und bildet so die Summe aus „E“ (Eigenkapital) und „F“ (Fremdkapital). Die Variable „kE“ steht für den Verzinsungsanspruch, den der Eigenkapitalgeber an das Unternehmen stellt. Gleichzeitig gilt „kF“ für die Zinsansprüche auf dem Fremdkapital, wobei diese meist vertraglich vereinbart und daher leicht aufzufinden sind. Die Steuerratectr“ erscheint am Schluss und zieht sich von den Zinsansprüchen des Fremdkapitals ab.

Während die Zinsansprüche für das Fremdkapital vertraglich festgeschrieben sind, müssen Sie die des Eigenkapitals zumeist noch finden. Und diese Recherche kann unter Umständen sehr schwierig ausfallen, weil Eigenkapital keiner vertraglichen Bindungspflicht unterliegt und somit Zinsen schriftlich festzuhalten sind. Der WACC benötigt daher zu seiner korrekten Berechnung noch eine weitere Formel: das Capital Asset Pricing Model.

Bestimmung der Eigenverzinsung mit dem Capital Asset Pricing-Modell (CAPM)

GrößenklassenDas Capital Asset Pricing-Modell dient unter bestimmten Annahmen zur Preisfindung eines Kapitalvermögens. Dabei berechnen Sie keinen festen Wert, sondern ermitteln stattdessen die Eigenkapitalkosten bzw. die zu erwartende Rendite auf Basis der damit zusammenhängenden Risiken. Auf diese Weise verbindet sich im CAPM die intuitive Vorstellung höherer Renditen durch höheres Risiko in einer Formel. Diese stellt sich wie folgt dar:

Erw. Rendite = risikoloser Zins + Beta * (Marktrendite – risikoloser Zins)

Die zu erwartende Rendite, welche Sie letztlich beim WACC in Betracht ziehen, berechnet sich aus der Marktrendite, dem risikolosen Zins und einem Wert Beta. Der risikolose Zinssatz bezeichnet einen sicheren Zins wie beispielsweise Staatsanleihen, bei denen das Risiko einer unpünktlichen Rückzahlung nicht oder kaum besteht. Die Marktrendite gibt diejenige Rendite an, die breit gestreute Anlagen auf dem Kapitalmarkt realisiert.

Der Beta-Faktor wiederum stellt die Sensibilität einer Anlage dar. Mit diesem Faktor geben Sie das Maß der Reaktion z.B. eines Wertpapiers an der Börse an. Je höher der Faktor ausfällt, desto sensibler reagiert die Anlage auf Veränderungen. Bei einem beispielhaften Beta-Faktor einer Aktie von 0,9 bedeutet dies: Steigt der Aktienmarkt um 10 Prozent, steigt die Aktie selber um 9 Prozent.

Dasselbe Prinzip gilt beim Fallen einer Aktie. Ein negativer Beta-Faktor0,9 bedeutet eine gegenläufige Tendenz, so dass die beispielhafte Aktie beim Steigen des Marktes um 10 Prozent ihrerseits um 9 Prozent abfällt. Der Beta-Faktor berechnet sich als Quotient der Kovarianz zwischen Aktie und Marktindex im Zähler sowie der Varianz des Marktindexes im Nenner.

Auch interessant: Wie Sie mit dem Leverage Effekt Ihre Eigenkapitalrentabilität steigern können.

Beispielrechnung des WACC

Um die bisherigen Erkenntnisse besser veranschaulichen zu können, soll an dieser Stelle eine ausführliche Beispielrechnung des WACC erfolgen. Nehmen Sie daher an, es geht um eine börsennotierte Aktiengesellschaft, die an der Börse einen Wert von knapp 100 Millionen Euro hat. Zudem ist das Fremdkapital in Höhe von 60 Millionen sowie deren Zinssatz von 4 Prozent bekannt. Um die Sache zu vereinfachen, geben wir dem Eigenkapitel nach Berechnung durch die CAPM-Formel Eigenkapitalkosten von 6,8 Prozent. Der Steuersatz für die Unternehmensgewinne beziffern sich im Beispiel auf 30 Prozent. Die beispielhafte Gesamtformel sieht dann folgendermaßen aus:

WACC = (E/V) * kE + (F/V) * kF * (1 – ctr)
=(100/160)*0,068 + (60/160) * 0,04 * (1 – 0,3)
= 0,0425 + 0,0105
= 0,053 = 5,3 Prozent

InvestitionDie Anteile verteilen sich daher auf 62,5 Prozent des Eigenkapitals (100 Millionen) gegenüber von 37,5 Prozent des Fremdkapitals (60 Millionen) eines Gesamtkapitals von 160 Millionen Euro. Das Kapital bezieht sich dabei nach den Marktwerten und nicht den Buchwerten. Im Beispiel tritt zudem ein positiver Effekt der Fremdfinanzierung ein. Von den 60 Millionen gehen pro Jahr 4 Prozent an den Kapitalgeber. Der Gewinn sinkt dadurch und der zu versteuernde Betrag sinkt. In Zahlen gesprochen: 4 Prozent von 60 Millionen Euro bedeuten 2,4 Millionen Euro. Von diesem Betrag spart man nun 30 Prozent Steuern, also 720.000 Euro.

Schwächen der Berechnung

Selbstverständlich ist die WACC-Berechnung nicht gänzlich ohne Schwächen. Die Berechnung der Beta-Faktoren beruht auf Vergangenheitsdaten von Varianz und Kovarianz der Kurse. Um in der CAPM-Berechnung einzugehen, prognostiziert man daher die Zahlen. Dieser Prozess der Prognose kann durchaus Fehler hervorrufen oder eine Unsicherheit in der Berechnung des WACC darstellen.

Aus diesem Grunde sollte die WACC-Formel nicht als das einzige Mittel in der Discounted Cash Flow Bewertung dienen. Es empfiehlt sich daher seine Rechnung mit dem Total Cash Flow oder dem Flow-To-Equity-Ansatz zu überprüfen. Alle drei Methoden kommen auf das selbe Ergebnis, starten allerdings bei unterschiedlichen Annahmen.

Größenklassen HGB

Das Handelsgesetzbuch (HGB) definiert Größenklassen, die den Umfang der Rechnungslegung sowie deren Veröffentlichung regeln. Die Größe der Kapitalgesellschaft bestimmt die Anforderungen an die Rechnungslegung, deren Veröffentlichung sowie die Prüfung durch einen externen Abschlussprüfer (Due Diligence). Kleinere Gesellschaften müssen einen geringeren Umfang und Detaillierungsgrad offen legen.

Größenklasse bestimmt Umfang der Rechnungslegung

Die Verpflichtung zur Rechnungslegung ist im Handelsgesetzbuch (§238 Abs. 1 HGB) festgelegt. Mit der Rechnungslegung berichtet das Unternehmen über Lage und Entwicklung sowie die Verwendung von finanziellen Mitteln. Die veröffentlichten Dokumente sollen Staat, Lieferanten, Kunden, Arbeitnehmer, Gläubiger, Eigentümer und andere Stakeholder informieren. Dabei werden die Ergebnisse in einem Jahresabschluss und ggf. einem Lagebericht zusammengefasst. Welche weiteren Dokumente bei der Rechnungslegung zu erstellen sind und welche Erleichterungen zutreffen können, regelt das Handelsrecht mit den Größenklassen. Die Größenklassen sind in §267 und §267a HGB niedergelegt und bestimmen die Rechnungslegung, die Prüfungspflicht sowie die Offenlegung.

Größenklassen für Unternehmen

Die Größenklassen für Kapitalgesellschaften (AG, GmbH, KGaA) regelt §267 HGB. Nach §264a HGB sind diese Größenklassen auch für Personengesellschaften, bei denen keine natürliche Person haftet (z. B. GmbH & Co. KG, UG & Co. KG) anzuwenden.

Für Personengesellschaften mit natürlichen Personen als haftende Gesellschafter gelten andere Größenklassen und Regelungen, die im Publizitätsgesetz (PublG) geregelt sind.

Schwellenwerte der Größenklassen

Die genannten Schwellenwerte bzwGrößenkriterien sind im Gesetz bezifferte Richtwerte. Für bestimmte Unternehmensformen und –branchen hat der Gesetzgeber Ausnahmen bzw. weitere Verpflichtungen erlassen.

Größenklassen

Die Größenklassen sind gesetzlich geregelt

Kleinstunternehmen:
Bilanzsumme: 350.000 Euro
Umsatzerlöse: 700.000 Euro
Arbeitnehmerzahl: 10

Kleine Unternehmen:
Bilanzsumme: 6.000.000 Euro
Umsatzerlöse12.000.000 Euro
Arbeitnehmerzahl: 50

Mittelgroße Unternehmen:
Bilanzsumme: 20.000.000 Euro
Umsatzerlöse40.000.000 Euro
Arbeitnehmerzahl: 250

Beispiel:
Eine GmbH mit einer Bilanzsumme von 20.000.000 Euro, 250 Mitarbeitern und Umsatzerlösen von 41.000.000 Euro ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des §267 HGB. Die GmbH hat damit die Verpflichtung, eine Rechnungslegung (einschließlich Due Diligence Prüfung) entsprechend der großen Kapitalgesellschaft zu veröffentlichen.

Mit dem BilRUG (Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz) sind die Schwellenwerte für Bilanzsumme und Umsatzerlöse (Arbeitnehmerzahl unverändert) ab 2016 angehoben.

Die richtige Größenklasse für das Unternehmen

Die vier Größen der Kapitalgesellschaften sind im Handelsgesetzbuch (HGB) wie folgt definiert:

  • Kleinstgesellschaft
  • Kleingesellschaft
  • Mittelgroße Gesellschaft
  • Großgesellschaft

Welcher Größenklasse das Unternehmen zuzuordnen ist, ermittelt sich anhand von drei Schwellenwerten (Größenkriterien):

1) Bilanzsumme
2) Arbeitnehmerzahl (im Jahresdurchschnitt)
3) Umsatzerlöse (12 Monate vor Abschlussstichtag).

Ein Unternehmen wird einer Größenklasse zugerechnet, wenn mindestens zwei der drei Schwellenwerte nicht überschritten werden.

Die Größenklasse einer Gesellschaft wechselt nur dann, wenn die Schwellenwerte sich in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren (Abschlussstichtag) ändern. Damit soll eine häufige Änderung der Offenlegungspflichten vermieden werden.

Berechnung der Größenkriterien (Schwellenwerte)

1) Ermittlung der Bilanzsumme

Summe aller Posten der Aktivseite (Anlagevermögen, UmlaufvermögenRechnungsabgrenzungsposten, aktive latente Steuern, aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung), ohne ausgewiesene Fehlbeträge i.S.d§268 Absatz 3 HGB.

Die Anzahl der Mitarbeiter ist ein Faktor

2) Ermittlung der Arbeitnehmerzahl (§267 Absatz 5 HGB)

Die Arbeitnehmerzahl im Jahresdurchschnitt = Anzahl Mitarbeiter pro Quartal / 4

Bei den summierten Mitarbeiterständen am 31. März, 30. Juni, 30. September, 31. Dezember werden im Ausland beschäftigte Arbeitnehmer des Unternehmens mitgezählt. Auszubildende des Unternehmens werden nicht mitgezählt.

3) Ermittlung der Umsatzerlöse (§277 Absatz 1 HGB)

Erlöse aus Verkauf, Vermietung, Verpachtung
+ Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen
./. Erlösschmälerungen
./. Umsatzsteuer
./. andere mit dem Umsatz verbundene Steuern (z. B. StromsteuerTabaksteuer)

Ausnahmen für Kleinstgesellschaften

Für Kleinstkapitalgesellschaften werden die Regeln für kleine Kapitalgesellschaften angewendet (§267a Absatz 2 HGB). Ergänzende Erleichterungen sind möglich, wie zum Beispiel ein Verzicht auf einen Anhang (§264 Absatz 1 Satz 5 HGB) oder die Aufstellung einer verkürzten Bilanz (§266 Absatz 1 Satz 4 HGB).

Mit dem durch BilRUG eingeführten §267a Absatz 3 HGB können folgende Gesellschaften keine Kleinstkapitalgesellschaften sein, selbst wenn sie die Größenkriterien erfüllen:

  • Investmentgesellschaften (gemäß §1 Absatz 11 des Kapitalanlagegesetzbuchs)
  • Unternehmensbeteiligungsgesellschaften (gemäß §1a Absatz 1 des Gesetzes über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften)
  • Finanzholdinggesellschaften, die Beteiligungen erwerben, aber nicht in die Verwaltung der jeweiligen Unternehmen eingreifen (gemäß §1a Absatz 1 des Gesetzes über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften).

Ein börsennotiertes Unternehmen ist immer eine „Große Kapitalgesellschaft“

Ausnahmen für kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften

Kapitalgesellschaften, wie beispielsweise eine börsennotierte Aktiengesellschaft (AG), sind immer „Große Kapitalgesellschaften“, auch wenn sie andere Größenkriterien (Schwellenwerte) erfüllen (§264d HGB).
Auch Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen sind immer große Kapitalgesellschaften (§340a Absatz 1 HGB§341aAbsatz 1 HGB). Rechnungslegung und Veröffentlichung müssen gemäß der Größenklasse „große Kapitalgesellschaften“ erfolgen.

Ausnahmen für Konzernmütter (§290 I und II HGB)

Für Konzernmütter oder –töchter ohne Kapitalmarktorientierung am Abschlussstichtag, besteht keine Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses, wenn folgende Werte nicht überschritten werden (Abschlussstichtag):

Bilanzsumme von Mutter und Töchter: 23.100.000 Euro
Umsatzerlöse46.200.000 Euro
Durchschnittliche Arbeitnehmerzahl: 250

Bilanzsumme nach Abzug des Fehlbetrages: 19.250.000 Euro
Umsatzerlöse38.500.000 Euro
Durchschnittliche Arbeitnehmerzahl: 250

Eine Kapitalmarktorientierung liegt vor, wenn eines der Unternehmen Wertpapiere auf einem organisierten Markt verkauft oder eine solche Zulassung beantragt hat (§264d HGB). Börsennotierte Aktiengesellschaften sind grundsätzlich kapitalmarktorientiert.

Übersicht der Pflichten und Erleichterungen zur Rechnungslegung

Der Jahresabschluss der Kapitalgesellschaft ist beim elektronischen Bundesanzeiger in elektronischer Form einzureichen. Die Größenklasse des Unternehmens bestimmt dabei:

  • Fristen und Gliederung zum Jahresabschluss
  • Angaben im Anhang und zum Lagebericht
  • Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts durch einen vereidigten Buchprüfer oder Wirtschaftsprüfer (Due Diligence Vorgaben gemäß §316 ffHGB)
  • Offenlegung (Publizierung) des Jahresabschlusses.

Die vom Unternehmen einzureichenden und offen zu legenden Unterlagen sind entsprechend der Größenklassen wie folgt:

Kleinstkapitalgesellschaften

  • verkürzte Bilanz
  • Verzicht auf Anhang bei Erweiterung der Bilanz
  • vereinfachte Gewinn- und Verlustrechnung
  • keine Prüfungspflicht des Abschlusses.

Je größer eine Firma, desto mehr Pflichten gehen damit einher

Kleine Kapitalgesellschaften

  • Jahresabschluss (Bilanz)
  • Anhang
  • Gewinn- und Verlustrechnung sind optional
  • keine Prüfungspflicht des Abschlusses.

Mittelgroße Kapitalgesellschaften

  • Jahresabschluss (entsprechend der Kleinkapitalgesellschaft)
  • erweiterte Angaben zur Bilanz (entsprechend der Großkapitalgesellschaft)
  • verkürzter Anhang ist möglich
  • Prüfungspflicht besteht (Due Diligence).

Große Kapitalgesellschaften

  • Jahresabschluss (Bilanz)
  • Gewinn und Verlustrechnung
  • Anhang
  • Lagebericht mit Bestätigungsvermerk oder dem Vermerk über dessen Versagung
  • Gewinnverwendungsvorschlag
  • Bericht des Aufsichtsrats
  • Entsprechenserklärung des Vorstands
  • Prüfungspflicht besteht (Due Diligence).

Kommt der Unternehmer seiner Verpflichtung zur Offenlegung des Jahresabschlusses nicht nach, werden Sanktionen gegen das Unternehmen erlassen. Mit der Weiterleitung des Vorfalls durch den elektronischen Bundesanzeiger an das Bundesamt für Justiz (BdJ) wird eine Nachfrist von sechs Wochen erteilt, um die gemäß Handelsrecht erstellten Unterlagen nachzureichen. Nach Verstreichen dieser Frist leitet das BdJ ein Ordnungsgeldverfahren ein, bei dem Bußgelder zwischen 2.500 bis 25.000 Euro verhängt werden. Das Verfahren wird gegen die Kapitalgesellschaft und den Geschäftsführer eingeleitet, der zusätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hat.

Innenfinanzierung – eigene Gewinne investieren

Die Innenfinanzierung ist eine Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung. Dabei setzt das Unternehmen Gewinne vergangener Perioden ein, um Investitionen zu tätigen oder zu expandieren. Im Gegensatz zur Außenfinanzierung wird kein externes Kapital verwendet. Auf diese Weise wird neues Eigenkapital oder neues Fremdkapital aus dem Unternehmen selbst generiert.

Als Synonyme für diese Finanzierungsform werden auch die Bezeichnungen „interne Finanzierung“ und „endogene Finanzierung“ benutzt. Mit einem Online Datenraum können Transaktionen um etwA 50% beschleunigt werden.

Informieren Sie sich hier über die verschiedenen Formen der Innenfinanzierung, ihre Voraussetzungen, Vor- und Nachteile sowie die Ermittlung ihres Potentials.

Offene Selbstfinanzierung

Innenfinanzierung

Offene und Stille Selbstfinanzierung

Bezüglich der Innenfinanzierung lassen sich mehrere Formen unterscheiden: Bei der Selbstfinanzierung (= Eigenfinanzierung) erhöht das Unternehmen sein Eigenkapital. Dies kann geschehen, indem einbehaltene Bilanzgewinne zur Finanzierung genutzt werden. In diesem Fall liegt eine „offene Selbstfinanzierung“ vor.

Diese wird auch als Thesaurierung bezeichnet (der Begriff ist aus dem griechischen Wort thesauros = Schatzhaus abgeleitet). Aktiengesellschaften sind gesetzlich verpflichtet, Gewinne in Höhe von 5% des Jahresüberschusses einzubehalten, bis die Kapital- und Gewinnrücklagen 10% des Grundkapitals ausmachen.

Stille Selbstfinanzierung

Die andere Untergruppe ist die „stille Selbstfinanzierung“. Auch hierbei behält das Unternehmen Gewinne ein, aber solche, die bislang nicht ausgewiesen wurden. Das Unternehmen bildet Reserven, indem es seine Verbindlichkeiten, also Passiva, überbewertet oder seine Vermögensgegenstände, also Aktiva, unterbewertet.

Auch bei der stillen Selbstfinanzierung steigt der Vermögenswert des Unternehmens. Aber anders als die offene Selbstfinanzierung unterliegt die stille Selbstfinanzierung nicht der Besteuerung. Stille Reserven muss man erst bei der Veräußerung versteuern.

Fremdfinanzierung

Der Komplementärbegriff zur Selbstfinanzierung ist die Fremdfinanzierung. Bei dieser löst das Unternehmen langfristige Rückstellungen auf. Im Unterschied zu Rücklagen gehören Rückstellungen zum Fremdkapital. So bildet der Betrieb bei dieser Finanzierungsform Fremdkapital, ohne Geldzufuhr von außen zu benötigen. Mit Hilfe von Rückstellungen werden Aufwendungen, die sich auf mehrere Perioden beziehen, abgegrenzt.

Sie führen zu einem späteren Zeitpunkt zu Verbindlichkeiten. Beispiele sind Pensionsrückstellungen oder Rückstellungen für Instandhaltungsmaßnahmen. Der genaue Zeitpunkt der entsprechenden Auszahlung kann ebenso ungewiss sein wie die Höhe und die Fälligkeit überhaupt. Da die Rückstellungen den Gewinn schmälern, aber die zugehörigen Geldmittel zunächst im Unternehmen verbleiben, stehen sie für die Innenfinanzierung zur Verfügung.

Abschreibungen

Das Unternehmen muss am Markt höhere Preise erzielen

Eine weitere Form ist die Innenfinanzierung durch Abschreibungsgegenwerte. Hierbei bildet das Unternehmen kein neues Kapital. Abschreibungen dienen der Streckung von Anschaffungs- und Produktionskosten auf mehrere Jahre. Dadurch wird der Verzehr von Anlagen und Produktionsmitteln bewertet.

Abschreibungen stellen somit Aufwendungen dar, die mit der Nutzung der Anlagen verbunden sind. Wie andere Aufwendungen (z. B. Mieten, Pachten) kalkuliert man Abschreibungen in die Preise mit ein. Soweit der Ersatz abgeschriebener Produktionsmittel durch das Unternehmen nicht erforderlich ist, entstehen Spielräume für die Innenfinanzierung. Dies wird als Kapitalfreisetzungseffekt bezeichnet.

Umschichten von Vermögensgegenständen

Auch das Umschichten von Vermögensgegenständen stellt eine Gruppe der Innenfinanzierung dar. Dabei veräußert der Betrieb Aktivpositionen, zum Beispiel Maschinen oder Gebäude. Hierdurch wird gebundenes Kapital freigesetzt.

Auch Forderungen von Kunden oder Lieferanten kann das Unternehmen verkaufen. Diese Form stellt einen Aktivtausch dar, bei dem das Unternehmen nicht liquide Aktiva in liquide Aktiva umwandelt. Die Geldmittel steigen also in dem Umfang, in dem das Anlagevermögen sinkt.

Alternativ kann das Unternehmen die Geschwindigkeit des Kapitalumschlags erhöhen oder die Menge an betriebsnotwendigem Kapital reduzieren. Dies gelingt durch Rationalisierung oder durch den Verkauf von nicht mehr erforderlichen Vermögensgegenständen. Dabei geraten zwar externe Geldmittel in das Unternehmen, aber diese sind der Gegenwert zu eigenen Leistungen. Daher gehören auch solche Maßnahmen zur Innenfinanzierung. Der Kapitalbestand ändert sich hierbei nicht.

Voraussetzungen

Allen Formen ist gemeinsam, dass sich das Unternehmen aus eigener Kraft, also aus den betrieblichen Leistungsprozessen heraus finanziert. Daher ist die Innenfinanzierung in der Regel nur dann möglich, wenn das Unternehmen schon hohe Umsätze erzielt hat und entsprechend hohe Mittel zur Finanzierung bereitstehen. Neugegründete Unternehmen sind meist nicht zu dieser Finanzierungsform fähig.

Zudem muss das Unternehmen in der Lage sein, höhere Preise am Markt durchzusetzen. Denn die Mittel für die Innenfinanzierung werden in jedem Fall in den kommenden Perioden über die Umsätze an das Unternehmen zurückfließen müssen. Entsprechend muss der Betrieb sie in die Preiskalkulation einbeziehen.

Vorteile und Nachteile der Innenfinanzierung

Das Unternehmen finanziert sich aus eigener Kraft

Bei der Innenfinanzierung benötigt das Unternehmen kein externes Kapital und vermeidet so die Abhängigkeit von Kreditgebern. Der zeitliche Aufwand hält sich in Grenzen und es werden keine Zinsen, Gebühren oder Vermittlungsprovisionen wirksam.

Ein Nachteil besteht in der mangelnden Planbarkeit. Der Finanzierungsrahmen ergibt sich aus den Gewinnen der Vorperiode und kann daher nicht genau vorhergesehen werden. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Gewinne unrentabel in Investitionen veranlagt werden.

Cashflow als Indikator

Weit verbreitet ist es, mit Hilfe des Cashflow den verfügbaren Rahmen der Innenfinanzierung zu identifizieren. Dieser beschreibt den Zufluss an Geld während einer Periode. Er kann auch negativ sein, falls unter dem Strich Geld abfließt. Je höher der Cash-Flow ist, desto größer ist das Potential zur Innenfinanzierung. Voraussetzung für die Gültigkeit dieser Beziehung ist, dass Einzahlungen und Auszahlungen zeitlich nicht auseinander fallen. Falls es hier zu Abweichungen kommt, kann sich herausstellen, dass der Spielraum aufgrund des Cash-Flow überschätzt wurde.

Sie können den Cashflow berechnen, indem Sie die Auszahlungen von den Einzahlungen abziehen. Indirekt kann der Cash-Flow auch aus dem Jahresüberschuss hergeleitet werden. Zu addieren ist dann erstens der Aufwand, der nicht mit Auszahlungen verbunden ist, abzüglich des Ertrags, der nicht mit Einzahlungen verbunden ist. Zweitens sind zu addieren die Einzahlungen, die nicht mit Ertrag verbunden sind, abzüglich der Auszahlungen, die nicht mit Aufwand verbunden sind.

Umsatzrendite

Gesamtkapitalrentabilität – Berechnung, Aussagekraft und Bedeutung

Die Gesamtkapitalrentabilität stellt eine wichtige Erfolgskennzahl dar. Sie kommt bei der Analyse von Bilanzen zur Anwendung und liefert Informationen über die Rentabilität eines Unternehmens. Grundsätzlich gilt, dass ein Betrieb umso effizienter arbeitet, je höher diese Kennziffer ausfällt. Für Investoren ist eine Aktie attraktiv, die eine im Vergleich hohe Gesamtkapitalrendite aufweist.

Diese Kennziffer ist international unter der Bezeichnung „return on assets“ weit verbreitet. Im deutschen Sprachraum verwenden Bilanzanalysten auch „Kapitalrendite“ als Synonym. Verglichen mit der Eigen- sowie Fremdkapitalrendite ist die Gesamtkapitalrendite die umfassendere Kennziffer. Eine tragfähige Analyse betrachtet jedoch stets mehrere Kennzahlen, um belastbare Ergebnisse zu erzielen.

Gesamtkapitalrentabilität

Die Gesamtkapitalrentabilität lässt sich berechnen

Die Berechnung der Gesamtkapitalrentabilität

Um diese Kennziffer zu berechnen, ist die Summe aus dem Gewinn und den auf das Fremdkapital geleisteten Zinsen durch die Bilanzsumme zu teilen. Der sich ergebende Quotient drückt in Prozent aus, wie erfolgreich ein Unternehmen gewirtschaftet hat. Auf ähnliche Weise ermitteln Analysten die Eigenkapital- und Fremdkapitalrentabilität.

Die einzelnen Faktoren der Gesamtkapitalrendite

Im Zähler der Gesamtkapitalrentabilität steht stets eine Gewinngröße. Dabei handelt es sich in der Regel um das Jahresergebnis, wie es sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt. Fällt dieses Ergebnis positiv aus, erfolgt die Ausweisung als Jahresüberschuss. Bei einem Verlust zeigen Unternehmen in ihrer Erfolgsrechnung einen Jahresfehlbetrag.

Den Nenner der Gesamtkapitalrendite bilden das Eigen- und Fremdkapital, die zusammen die Bilanzsumme ergeben. Das Eigenkapital besteht bei Kapitalgesellschaften aus dem Stammkapital (GmbH) beziehungsweise dem Grundkapital (Aktiengesellschaft). Außerdem gehören die Kapital- und Gewinnrücklagen, der Gewinn- oder dem Verlustvortrag und das Jahresergebnis zum Eigenkapital.

Die Passivseite der Bilanz zeigt unter dem Oberbegriff Fremdkapital Rückstellungen sowie kurz- und langfristige Verbindlichkeiten. Diese gliedern sich gemäß dem Bilanzgliederungsschema in Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Verwandte Kennzahlen

Da die Bilanzsumme im Nenner steht, bezieht die Gesamtkapitalrentabilität sämtliche Kapitalbestandteile mit in die Berechnung ein. Dagegen ermittelt die Eigenkapitalrendite lediglich die Verzinsung des geliehenen Kapitals. Dementsprechend ist dabei der Unternehmensgewinn durch die Summe der eigenen Mittel zu teilen.

Um die Gewinnsituation eines Betriebs einzuschätzen, bilden Fachleute darüber hinaus regelmäßig die Umsatzrendite. Dabei handelt es sich um den Quotienten aus dem Gewinn und Umsatz. Als Gewinngröße kommt das Jahresergebnis vor Steuern oder das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Frage.

Die Aussagekraft der Gesamtkapitalrentabilität

In der Bilanz spielt die GKR eine Rolle

Durch die Berechnungsmethode der Gesamtkapitalrendite kommt es zu einer Neutralisierung der absoluten Größen von Gewinn und Bilanzsumme. Aus diesem Grund schafft die sich ergebende Prozentzahl ein hohes Maß an Vergleichbarkeit. Aufgrund dieser Standardisierung zählt die Gesamtkapitalrendite ebenso wie die Eigenkapitalrentabilität und die Umsatzrendite zu den bei Unternehmensanalysen sehr häufig eingesetzten Kennzahlen.

Die Gesamtkapitalrentabilität lässt sich für unternehmensinterne Untersuchungen der Entwicklung des Ergebnisses über mehrere Jahre heranziehen. So ist erkennbar, ob es einem Unternehmen gelingt, seine Ertragskraft im Laufe der Zeit zu steigern oder nicht.

Darüber hinaus ist die Gesamtkapitalrendite ausgezeichnet geeignet, um Vergleiche von Unternehmen der gleichen Branche vorzunehmen. Dabei kommt es weder auf deren Größe noch Rechtsform an. Börsenexperten führen mithilfe der Kapitalkennziffern auch Renditevergleiche von Aktien aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen durch, um günstige Investitionsgelegenheiten zu identifizieren.

Vergleich der Gesamtkapitalrendite mit alternativen Geldanlagen

Analysten ziehen diese Kennziffer bei Aktien häufig heran, um sie der Verzinsung von Spareinlagen gegenüber zu stellen. Dabei ist zu erwarten, dass die Rendite der verbrieften Unternehmensanteile deutlich über der von verzinslichen Investments liegt. Denn mit Aktien ist ein wesentlich höheres Chancen- und Risikopotential verbunden als mit Geldeinlagen auf Sparkonten.

Wenn ein Unternehmen über mehrere Perioden eine im Branchenvergleich unterdurchschnittliche Gesamtkapitalrentabilität zeigt, stellt dies ein deutliches Warnsignal dar. Offensichtlich gelingt es der Geschäftsleitung dann nicht, das Unternehmen profitabel zu führen.

Die Bedeutung der Gesamtkapitalrentabilität für die Unternehmensplanung und die Kreditvergabe

Die GKR spielt bei der Vergabe von Krediten eine Rolle

Aufgrund ihrer großen Aussagekraft erfolgt die Verwendung der Gesamtkapitalrendite genau wie der Eigenkapitalrendite bei der Planung der künftigen Geschäftstätigkeit. Im Rahmen der Unternehmensplanung legen Verantwortliche einen bestimmten Wert der Gesamtkapitalrendite als Zielgröße fest. Bei deren Definition orientieren sie sich sowohl an den entsprechenden Prozentzahlen des Unternehmens in der Vergangenheit als auch an branchenüblichen Renditegrößen.

Außerdem spielt die Gesamtkapitalrendite eine wichtige Rolle für die Überprüfung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen. Banken nehmen eine umfassende Bilanzanalyse vor, um sich von der Bonität des Kreditnehmers ein Bild zu machen. Von der Höhe der Gesamtkapitalrendite hängt sowohl ab, ob der Antragsteller ein Darlehen bekommt, als auch die Höhe der Kreditzinsen.

Weitere Vorteile der Gesamtkapitalrendite bei Vergleichen

Das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital variiert von Branche zu Branche stark. Auch die Gesellschaftsform besitzt einen wesentlichen Einfluss auf die Kapitalstruktur. Die Gesamtkapitalrendite ermöglicht hier eine Gegenüberstellung, die diese Faktoren neutralisiert.

Darüber hinaus bewährt sich diese Kennziffer ebenfalls bei länderübergreifenden Vergleichen. So wiesen zum Beispiel zahlreiche deutsche Unternehmen in der Nachkriegszeit eine sehr schwache Ausstattung mit Eigenkapital auf. Analysen mit Hilfe der Gesamtkapitalrendite lieferten in dieser Situation Informationen über die Gewinnsituation im Verhältnis zu Unternehmen in anderen Ländern.

Der Einfluss des Leverage-Effekts

Bei der Ermittlung der Gesamtkapitalrendite kommt es zu einer Neutralisierung des Leverage-Effekts. Diese Hebelwirkung führt bei anderen Rentabilitätsvergleichen zu einer Verzerrung des Ergebnisses und damit zu einer Beeinträchtigung des Aussagewertes.

Im Bereich der Kapitalstruktur bezeichnet der Leverage-Effekt die Wirkung einer Erhöhung des Anteils der Fremdfinanzierung: Liegt die Höhe deren Verzinsung unter der Eigenkapitalrendite, wird das Unternehmen durch eine größere Finanzierung (scheinbar) profitabler.

Der Leverage-Effekt ist jedoch mit hohen Risiken verbunden. Bereits eine geringe Veränderung der Kreditzinsen, kann eine erhebliche Auswirkung auf die Unternehmensrendite haben. Ein hoher Verschuldungsgrad impliziert stets die Gefahr, bei einer Verschlechterung der Liquidität fällige Zins- und Tilgungsleistungen nicht erbringen zu können.

Wichtige Aspekte der Gesamtkapitalrentabilität

Der Leverage-Effekt birgt Risiken

Aussagestarke Bilanzanalysen basieren stets auf der Untersuchung mehrerer Kennziffern. Da die Gesamtkapitalrendite ebenso wie die Eigenkapitalrendite sowie die Umsatzrentabilität um Prozentzahlen handelt, ist eine Ergänzung durch absolute Zahlen erforderlich. Nur auf diese Weise lässt sich ein umfassender und zutreffender Eindruck von der Gesamtsituation des Unternehmens gewinnen.

Für diesen Zweck eignen sich die Umsatzzahlen der letzten Jahre, aus denen sich das Wachstumsrate ermitteln lässt. Das Gleiche trifft auf die Jahresüberschüsse zu. Die Anteilseigner des Unternehmens streben eine Zunahme beider Werte an, um sich nachhaltig steigende Gewinne durch expandieren Geschäftstätigkeit zu sichern.

Grundsätzlich bildet die Bilanz eines Unternehmens stets die Vergangenheit ab. Dementsprechend zeigt auch die Gesamtkapitalrendite lediglich, wie sich die Profitabilität eines Unternehmens in abgelaufenen Wirtschaftsjahren darstellt. Insbesondere in einem sich stark verändernden wirtschaftlichen Umfeld lassen sich daraus nicht ohne weiteres Aussagen über die künftige Gewinn- beziehungsweise Verlustsituation ableiten. Aus diesem Grund ergänzen Prognoserechnungen idealerweise die vergangenheitsbezogene Bilanzanalyse.