Was ist Insolvenz

Was ist Insolvenz?

Bei Gibt es für ein bereits produziertes Produkt keine Käufer, kann der Unternehmer irgendwann seine Lieferanten nicht mehr bezahlen: Er ist insolvent. Das heißt, er ist zahlungsunfähig. In der Umgangssprache kann dieser Zustand auch Bankrott, Konkurs oder Pleite genannt werden. Im Fall eines Unternehmensverkaufs werden sämtliche Daten im Datenraum zur Verfügung gestellt, so dass der potentielle Käufer sehen kann, wie es um die Liquidität des Unternehmens bestellt ist. Lesen Sie hier mehr über die Liquidität.

Insolvenz: Der Schuldner kann seine Zahlungen an die Gläubiger nicht mehr leisten.

Gründe für die Insolvenz

Für eine Insolvenz gibt es drei mögliche Ursachen:

  • Zahlungsunfähigkeit

    Was ist Insolvenz?

    Insolvenz kann verschiedene Ursachen haben.

  • drohende Zahlungsunfähigkeit
  • Überschuldung

Diese drei Gründe für eine Insolvenz nennt das deutsche Insolvenzrecht. Dabei gilt: Zahlungsunfähig ist ein Unternehmen ebenso wie eine Privatperson, wenn Schulden nicht mehr beglichen werden können. Lässt sich bereits absehen, dass künftige Schulden nicht mehr beglichen werden können, handelt es sich um eine drohende Zahlungsunfähigkeit. Ist das vorhandene Vermögen geringer als die noch zu begleichenden Forderungen, ist eine Überschuldung eingetreten. In jedem Fall muss der Geschäftsführer eines Unternehmens handeln, falls nicht, macht er sich der Insolvenzverschleppung schuldig. Bestellt man beispielsweise weiter Waren, obwohl die drohende Zahlungsunfähigkeit bekannt ist, sieht das eine Haft bis zu drei Jahren vor.

Die Insolvenzverordnung und das Insolvenzverfahren

In der Insolvenzverordnung ist hierzulande geregelt, wie das Insolvenzverfahren abläuft. Wird von einem Unternehmen Insolvenz angemeldet, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Das Unternehmen wird entweder verkauft oder liquidiert und damit geordnet abgewickelt oder die Zahlungsfähigkeit lässt sich wieder herstellen. In jedem Fall sollen die Gläubiger ihr Geld bekommen. Während man im ersten Fall das materielle und immaterielle Vermögen des Unternehmens dafür verwertet, geht es im zweiten Fall um dessen Weiterführung und eine Sanierung.

Diese Schritte schreibt die Verordnung bei Insolvenz vor:

  • Eröffnung des Insolvenzverfahrens
  • Insolvenzanfechtung
  • Verwaltung und Verwertung der Insolvenzmasse
  • Befriedigung der Gläubiger
  • Insolvenzplan
  • Restschuldbefreiung
  • Verbraucherinsolvenzverfahren

So läuft die Insolvenz ab

Der Insolvenzantrag ist schriftlich beim Insolvenzgericht einzureichen und die Zahlungsunfähigkeit nachzuweisen. Der Antrag kann sowohl vom Schuldner selbst, aber auch vom Gläubiger eingereicht werden. Der Insolvenzrichter prüft, ob einer der Insolvenzgründe zutrifft. Ist das der Fall, muss das Gericht den Schuldner anhören. Der Richter weist den Antrag ab, wenn keiner der Insolvenzgründe vorliegt, aber auch, wenn es kein materielles oder immaterielles Vermögen gibt, das für die Begleichung der Schulden herangezogen werden kann.

Die Abwendung der Insolvenz

Ist das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet, kann die Insolvenz noch abgewendet und das Verfahren auf Antrag zurückgenommen werden. Droht der Verlust der Liquidität, kann das sogenannte Schuzuschirmverhalten helfen, welches auf die Dauer von drei Monaten angelegt ist. Dieses wurde 2012 mit dem ESUG eingeführt, einem Gesetz zur Erleichterung der Sanierung von Unternehmen. In diesem Fall werden die Geschäfte von der bisherigen Geschäftsführung weitergeführt, allerdings mit einem Sachverwalter zur Sanierungsüberwachung an der Seite.

Abwendung Insolvenz

Man ist nicht mehr liquide – was nun?

Die Abwendung der Insolvenz gelingt jedoch nur, wenn die Liquidität als solche noch gegeben ist. Damit das Amtsgericht diesem stattgibt, muss das von einem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer bescheinigt werden.

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens

Bei der endgültigen Eröffnung des Verfahrens wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt. Dieser informiert sämtliche Gläubiger schriftlich und fordert sie auf, sämtliche Forderungen aufzulisten. Anschließend wird ein Termin angesetzt, bei dem die Gläubiger über das Vermögen und die Insolvenzmasse, aber auch über die anderen Gläubiger, informiert werden. Die Versammlung der Gläubiger entscheidet dann, wie das Verfahren durchgeführt und ob das Unternehmen schließlich abgewickelt wird oder ob eine Weiterführung Sinn macht. Kennt der Insolvenzverwalter sämtliche Forderungen und hat sie geprüft, erstellt er daraus eine Tabelle, in der auch der Rang des Anspruches festgehalten ist. Die Forderung bestätigt man juristisch in einem gerichtlichen Termin.

Die Insolvenzmasse

Ist das Insolvenzverfahren eröffnet, entscheidet allein der Insolvenzverwalter über die im Unternehmen vorhandenen Werte. Mit der Insolvenzmasse sollen die offenen Forderungen der Gläubiger beglichen werden, einschließlich der im Insolvenzverfahren entstehenden Gerichts- und Verfahrenskosten. Die Insolvenzmasse selbst umfasst den pfändbaren Teil sämtlicher materiellen und immateriellen Güter des zahlungsunfähigen Unternehmens. Dazu gehören firmeneigene Grundstücke und Immobilien, aber auch Maschinen und anderes Mobiliar, bereits produzierte Waren, aber auch vorhandenes Bargeld, Forderungen des Unternehmens und Ansprüche aus Versicherungen. Hat das Unternehmen eine eigene Marke, gehört diese ebenfalls zur Insolvenzmasse.

Die Gläubiger

In welcher Reihenfolge man die Forderungen der Gläubiger bedient, hängt von ihrem Rang ab. Es gibt drei unterschiedliche Ränge:

Insolvenz - Gläubiger

Wie stellt man die Gläubiger wieder zufrieden?

  • Absonderungsberechtigte, das sind Gläubiger mit Sicherheitsrechten. Diese werden im Insolvenzverfahren bevorzugt bedient, weil sie an Immobilien oder anderen Gegenständen über Sicherungs– und Verwertungsrechte verfügen. Zu diesen gehört beispielsweise die Bank, die im Grundbuch eingetragen ist, aber auch die Forderungen der Sozialversicherungsträger oder die Gerichts- und Verfahrenskosten des Insolvenzverfahrens.
  • Nicht nachrangige Gläubiger
  • Nachrangige Gläubiger: Erst wenn die Forderungen der Gläubiger mit Sicherheitsrechten und der nicht nachrangigen Gläubiger bedient sind, kommen die nachrangigen Gläubiger an die Reihe. Da oft von der Insolvenzmasse nichts mehr übrig ist, gehen diese in der Regel leer aus.

Arbeitnehmer

Wird den Arbeitnehmern vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens der Lohn vorenthalten, gehören sie ebenfalls zu den Gläubigern der Insolvenz und der Insolvenzverwalter erfasst die noch ausstehenden Lohnforderungen in der Insolvenztabelle. Grundsätzlich bleibt zwar während der Insolvenz das Arbeitsverhältnis bestehen, kann jedoch vom Insolvenzverwalter mit einer Frist von drei Monaten durch eine Kündigung beendet sein.

Gut zu wissen: Ist das Unternehmen mit drei Monatsgehältern im Rückstand, können die Arbeitnehmer die Leistung verweigern.

Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht – aber auch, wenn das Verfahren mangels Masse abgelehnt wurde, bekommen die Arbeitnehmer von der Agentur für Arbeit ein einmaliges Insolvenzgeld, allerdings nur dann, wenn sie es selbstständig beantragen.

Von der Zahlungsunfähigkeit zur Insolvenz

Inslolvent nach zahlungsunfähig

Man ist insolvent. Wie geht es weiter?

Kann ein Unternehmen nur noch geringfügigen Verpflichtungen nachkommen, aber insgesamt weniger als 90 Prozent seiner Schulden bedienen, ist mit der Insolvenz eine Zahlungsunfähigkeit eingetreten: Die Liquidität des Unternehmens ist nicht mehr gegeben. Kann die Geschäftsführung diesen Status absehen, spricht man von drohender Zahlungsunfähigkeit. In der Regel lässt sich die Liquidität in einem Zeitraum von einem Jahr überprüfen. Das Gericht möchte eine genaue Aufstellung und einen Nachweis darüber sehen, um über die Einleitung des Verfahrens zur Insolvenz zu entscheiden. Die Versammlung der Gläubiger entscheidet schlussendlich, ob das Unternehmen zu sanieren ist oder man es abwickeln kann. Stimmt die Versammlung einem Sanierungsplan zu, hat das Unternehmen sämtliche Verbindlichkeiten nach Plan zurückzuzahlen. Falls das erfolgreich gelingt, ist die Insolvenz abgewendet.

Was ist Zahlungsunfähigkeit?

Zahlungsunfähigkeit ist mit Blick auf die rechtliche Definition nach Paragraf 17 Absatz 1 InsO ein wesentlicher Grund, um eine Insolvenz zu eröffnen. In dem Zusammenhang ist es nicht von Bedeutung, um welche Rechtsform des Schuldners es sich im Einzelnen handelt. Der Begriff Zahlungsunfähigkeit beschreibt die Unfähigkeit eines Schuldners, seinen Zahlungsverpflichtungen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes nachzukommen. Dies ist dem ersten Satz des Absatzes 2 desselben Paragrafen zu entnehmen.

Hierbei geht man davon aus, dass der Schuldner bedingt durch die bestehende finanzielle Situation seine Zahlungen eingestellt hat und noch bestehende Forderungen seiner Gläubiger nicht erfüllt bzw. bedienen kann. Wichtig ist, die individuellen finanziellen Gegebenheiten stets im Blick zu behalten. Vorausschauend planen und handeln – das sind oft die zentralen Grundpfeiler, wenn es darum geht, einer möglichen Zahlungsunfähigkeit oder einer Überschuldung effektiv entgegenzuwirken.

Zahlungsunfähigkeit und Cash Flow

Den Gegensatz zur Zahlungsunfähigkeit bildet der Cash Flow. So wird der Liquiditätsfluss eines Unternehmens innerhalb eines spezifischen Zeitraumes als Cash Flow bezeichnet. An diesem Wert ist ablesbar, wie stark ein Betrieb in Bezug auf finanzielle Aspekte sowie im Hinblick auf die jeweiligen Erträge ist. Die generierten Daten spielen vor allem dann eine wesentliche Rolle, wenn es um die Bedienbarkeit eines Kredites bzw. um die Kreditwürdigkeit im

Cashflow und Zahlungsunfähigkeit

Wie hängen Cashflow und Zahlungsunfähigkeit zusammen?

Allgemeinen geht. Auch für Anbieter von Dienstleistungen sowie für Lieferanten etc. ist der Cash Flow eines Unternehmens von Relevanz. In Deutschland sind ausschließlich börsennotierte Firmen dazu verpflichtet, ihren Cash Flow auch der Öffentlichkeit preiszugeben. KMUs und größere, nicht börsennotierte Firmen sind von dieser Regelung nicht betroffen. Lesen Sie hier mehr über den Cashflow.

Insolvenz bei Zahlungsunfähigkeit

Zahlungsunfähige Personen oder Unternehmen sind per Gesetz dazu verpflichtet, einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. In jedem Fall muss aber der zu Grunde liegende Sachverhalt tiefgreifender in Augenschein genommen werden. So gilt es unter anderem zu unterscheiden, ob tatsächlich eine Zahlungsunfähigkeit vorliegt oder ob lediglich ein Mangel an Liquidität besteht. Dieser muss jedoch innerhalb einer festgelegten Frist von 21 Tagen ausgeglichen werden – und das zu mindestens 90 Prozent. So sieht es das BGH vor. Diesbezüglich ist nach Ansicht des Bundesgerichtshofeseine „Zahlungsunfähigkeit klar abzugrenzen von der bloßen Zahlungsstockung. Hierbei ist von einem kurzfristig behebbaren Mangel an liquiden Mitteln die Rede.“ (Zitat) Gelingt es nicht, innerhalb des vorgegebenen Zeitraumes den Großteil der Verbindlichkeiten abzutragen, tritt mit Ablauf der Frist automatisch die Zahlungsunfähigkeit in Kraft.

Hinweis:

Sofern es sich bei dem Schuldner um eine Gesellschaft ohne Rechtspersönlichkeit oder um eine juristische Person handelt, ist es unerlässlich, die Insolvenz unverzüglich einzuleiten.

Zahlungsunfähigkeit

Zahlungspflichten müssen eingehalten werden!

Verbraucher aber auch Unternehmen sind in jedem Fall dazu angehalten, die Forderungen von Dienstleistern oder Warenanbietern etc. in vollem Umfang und nach individueller Absprache zu erfüllen. Insbesondere gegenüber Banken und anderen Kredit gebenden Instituten besteht selbstverständlich eine Zahlungspflicht. Dabei liegt der folgende Leistungskreislauf zu Grunde: Unternehmen finanzieren sich durch den Verkauf von Produkten, Services oder Dienstleistungen. Die im Zuge dessen generierten Umsätze werden meist zu einem Großteil dazu verwendet, Lieferanten, Dienstleister, Banken etc. zu bedienen.

Aufgrund verschiedener Umstände ist es jedoch möglich, dass das Interesse der Kunden an dem Waren- oder Dienstleistungsangebot nachlässt und der Absatz der betreffenden Unternehmen demgemäß einbricht. Eine solche Negativ-Entwicklung geht stets mit verminderten Geldeingängen einher. In der Konsequenz wird es daher schwieriger, Rechnungen pünktlich zu begleichen oder Kreditforderungen vereinbarungsgemäß zu tilgen. Sowohl bei kurz- und mittelfristigen, als auch bei langfristigen Verträgen und Krediten, ist es aufgrund dessen nicht mehr möglich, die erforderlichen Zahlungen zum jeweils im Vorfeld festgelegten Zeitpunkt zu begleichen.

Zu beachten ist aus der Sicht zahlungsunfähiger Personen oder Unternehmen Folgendes:

  • Eine Zahlungsunfähigkeit wirkt sich erheblich auf die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens aus.
  • Es dürfen keine weiteren Waren bezogen oder Leistungen in Anspruch genommen werden.
  • Wirtschaftlich schwächere Bereiche können bzw. sollten abgestoßen werden, um bestehende Forderungen zu erfüllen.

    Zahlungsunfähigkeit Richtlinien

    Worauf müssen Zahlungsunfähige achten?

  • Die Anpassung von Kreditraten oder die Verlängerung von Kreditlaufzeiten kann unter bestimmten Umständen sinnvoll sein.

Sofern auch diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen, ist es unerlässlich, das Unternehmen zu liquidieren.  Personen und Unternehmen sind gleichermaßen dazu verpflichtet, sich regelmäßig über die gesetzlichen Bestimmungen zu informieren. Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit kann man so adäquat reagieren. Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit oder bei einer Überschuldung ist umgehend, jedoch in Anlehnung an die aktuelle Gesetzgebung, innerhalb von drei Wochen ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen. Sofern dieser Schritt zu spät in die Wege geleitet oder gänzlich versäumt wird, muss der Schuldner mit einer strafrechtlichen sowie zivilrechtlichen Verfolgung rechnen.

Wissenswertes für Schuldner und Gläubiger

Bei einem durchzuführenden Insolvenzverfahren werden sowohl die Rechte der Schuldner als auch der Gläubiger in gewisser Weise beschnitten. So werden die Gläubiger im Rahmen einer Insolvenzeröffnung zu einer so genannten Verlustgemeinschaft. Das bedeutet, dass sie den Zahlungsausfall ihres Schuldners jeweils anteilsmäßig zu tragen haben. Gläubiger, die beabsichtigen, sich dieser Verlustgemeinschaft zu entziehen, müssen zusätzliche Konsequenzen fürchten. So ist es ihnen unter anderem nicht gestattet, Einzelzwangsvollstreckungen durchzuführen oder gar „in Eigenregie“ einen Prozess gegen den Schuldner anzustreben.

Diese Kosten sollten Unternehmen fortlaufend optimieren

Ein erfolgreiches Unternehmen zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass es viel Geld einnimmt. Es muss auch in der Lage sein, die Ausgaben unter Kontrolle zu behalten, damit unterm Strich ein ansehnlicher Gewinn übrig bleibt. Es gibt viele verschiedene Herangehensweisen, um die Ausgaben unter Kontrolle zu behalten. Sie haben alle ihre Vor- und Nachteile. Gerade in kleinen Unternehmen ist es aber wichtig, dass mit Augenmaß entschieden wird, anstatt starre Prozesse dafür zu etablieren. In diesem Artikel wollen wir einige Anhaltspunkte geben, mit denen Unternehmen neuen Input bekommen, um in Zukunft Kosten zu sparen.

Der Gewinn liegt im Einkauf

Nahezu jeder Unternehmer dürfte diese alte Weisheit kennen. Denn jeder Euro, der nicht ausgegeben werden muss, steigert direkt den Gewinn. Anders sieht es im Verkauf aus. Hier bedeutet ein zusätzlich erzielter Euro nicht zwingend, dass der Gewinn tatsächlich im gleichen Maße steigt. Trotzdem heißt das natürlich nicht, dass die Kostenoptimierung nur im Einkauf betrieben werden sollte. Wer zu viel Zeit aufwendet, um die letzten Cent aus einem Abschluss herauszuholen, muss dafür andere Aufgaben vernachlässigen. Aus diesem Grund ist es ratsam, an allen Stellen zu gucken, ob weitere Sparmaßnahmen tatsächlich sinnvoll sind.

Regelmäßige Ausgaben genau überprüfen

Bei regelmäßigen Ausgaben ist es besonders wichtig, nach Einsparpotential zu gucken. Weil jeden Monat Strom, Internet und Miete bezahlt werden müssen, lohnen sich Einsparungen an dieser Stelle besonders. Selbstverständlich kann man die Miete nicht einfach reduzieren, weil ein Umzug erhebliche Kosten verursacht. Doch einen Stromvertrag kann man ganz einfach fristgerecht kündigen, um zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Ähnlich sieht es beim Internetzugang für das Unternehmen aus. Mit einem DSL Vergleich lässt sich viel Geld sparen. Es dauert nur wenige Minuten, um den günstigsten Anbeter zu finden und den Wechsel in die Wege zu leiten. Bei diese Gelegenheit können außerdem die Tarife für Firmenhandys verglichen werden, um auch hier einen günstigeren Preis zu erzielen.

Keine Angst vor großen Zahlen

Bei kleinen Beträgen wird in der Regel sehr gerne gespart. Denn zu ein paar hundert oder tausend Euro hat man einen Bezug. Da fällt es leicht, in einem angemessenen Rahmen zu verhandeln. Je höher die Summen werden, desto abstrakter werden die Zahlen für die beteiligten Personen. Bei Entscheidungen im Millionenbereich ist es sehr schwer, noch rational über die Ausgabe nachzudenken. Deshalb kann es vor großen Investitionen und Übernahmen sinnvoll sein, sich an einen echten Experten zu wenden. Dieser kann im Rahmen einer Due-Diligence-Prüfung ermitteln, welche Summe als fair betrachtet werden kann.

Darüber hinaus kann bei solch einer Prüfung ermittelt werden, ob es möglicherweise noch versteckte Risiken gibt. Ähnlich wie bei der Steuer- und Rechtsberatung sollte hier nicht am falschen Ende gespart werden. Denn Fehler können enorm teuer werden und erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen. Gerade bei großen Zahlen sollte man nicht darauf Vertrauen, dass das vorgelegte Gutachten oder Konzept seine Richtigkeit hat. Aus unterschiedlichen Gründen ist es ratsam, sich ein eigenes Bild von den Umständen zu machen. Leider kommt es viel zu oft vor, dass bei großen Summen gar nicht mehr so genau geschaut wird, weil die Transaktion von einer Abteilungsleitung oder einem Manager abgesegnet werden müssen. Diese stecken dann gar nicht so genau im Thema, wodurch häufig suboptimale Entscheidungen getroffen werden.

Was ist ein Debitor? Debitorenbuchhaltung innerhalb eines Unternehmens.

Was ist ein Debitor?

Debitor ist ein Begriff aus dem Rechnungswesen, der aus dem lateinischen Wort „debere“ für „schulden“ bzw. „debit“ für „Schuld“ abgeleitet wurde. Der Debitor ist ein grundlegend wichtiger Begriff für die Datenraumbuchhaltung, weil der Debitor im Bereich der Finanzbuchhaltung eines Unternehmens eine der Hauptrollen einnimmt.

Debitorenbuchhaltung – was sich dahinter verbirgt

Personen im MeetingEinen Hinweis auf die Bedeutung vom Debitor für das Unternehmen gibt die Bezeichnung Debitorenbuchhaltung. Die Buchhaltung rund um den Debitor ist die Sektion der Finanzbuchhaltung eines Unternehmens. Diese befasst sich mit der Verbuchung der Lieferungen und Leistungen des Unternehmens. Es geht um Dokumentation und kaufmännische Verwaltung der Unternehmensforderungen. Letztlich auch um Realisierung der offenen Posten, wenn der Debitor die Lieferung/Leistung noch nicht vergütet hat. Kurzum: Die Debitorenbuchhaltung ist der Teil der Finanzbuchhaltung, in der alle laufenden Geschäftsvorfälle bearbeitet werden. Also solche, die die Beziehung des Unternehmens zu seinen Kunden betreffen. Bis hin zur Durchführung von Lastschriften und Regulierung des Mahnwesens, dieser spezielle Teil der Debitorenbuchhaltung ist auch als Forderungsmanagement bekannt.

Jeder Kunde, an den ein Unternehmen eine Lieferung oder Leistung erbracht hat, ist buchhalterisch so lange ein Debitor, wie er noch Schuldner des Unternehmens ist. Zum Schuldner des Unternehmens wird er durch Erhalt einer Rechnung über eine Lieferung oder Leistung des entsprechenden Unternehmens, er bleibt Schuldner = Debitor, bis diese Rechnung bezahlt ist. Ganz praktisch gesehen, spielt die Debitorenbuchhaltung deshalb eine so wesentliche Rolle für jedes Unternehmen, weil mit ihr die offenen Außenstände beobachtet und möglichst kontrolliert werden.

Der Debitor: ein Beispiel

Im konkreten Leben gestaltet sich diese Beziehung z. B. in folgender Form: Das Unternehmen „KreaVino“ liefert dem Kunden „Debi-Beratung“ 3 Kartons vom Spitzenwein „Buchhalters Choice“. Mit im Karton oder extra mit der Post geht dem Kunden „Debi-Beratung“ die Rechnung über diese Lieferung zu. Bis die Rechnung beglichen wurde, ist Auftraggeber/Kunde „Debi-Beratung“ in der Bilanz als Debitor zu führen. Sein Auftragnehmer/Lieferant „KreaVino“ ist zugleich sein Kreditor (weil er – wie eine Bank bei einem Kredit – von „Debi-Beratung“ eine Zahlung fordern darf, eben die Bezahlung der Rechnung).

Welche Ansprüche gegen den Debitor ergeben sich?

Die Ansprüche gegen den Debitor sind nicht immer nur Forderungen von Warenlieferanten. Sondern die Bilanzposition des § 266 Abs. 2 B II Nr. 1 HGB (Gliederung der Bilanz), die diese Forderungen gegen andere Forderungen abgrenzt, betrifft auch alle Forderungen aus Leistungen. Sie umfasst also auch das gesamte große Feld der Dienstleistungen eines Unternehmens/Auftragnehmers für seine Kunden/Auftraggeber.

Diese Abgrenzung in einer speziellen Bilanzposition dient der Bilanzklarheit: Ein sachkundiger Dritter soll sich mit geringem Aufwand ein Bild über diese Forderungen des Unternehmens verschaffen können; auch über deren Anteil an den gesamten Forderungen, die einem Unternehmen zustehen. Die Abgrenzung rechtfertigt sich zudem dadurch, dass für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in der Regel ähnliche Zahlungsziele gelten. Bei den in § 266 Abs. 2 B II Nr. 2 und 3 HGB gelisteten Forderungen (Forderungen gegen verbundene Unternehmen bzw. Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht) sind sehr individuelle Vereinbarungen üblich.

Ein Debitor kann eine natürliche Person sein (Hausfrau X bestellt Backzutaten), ein Unternehmen (Bauunternehmer Y bestellt Ziegel beim Baustoffhändler) oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts (die Senatsverwaltung Z bestellt Büromöbel).

Vom Käufer zum Debitor

Abschluss eines VertragsWenn das Unternehmen nicht auf Rechnung liefert, sondern der Auftraggeber die Ware oder Dienstleistungen sofort nach Aushändigung bzw. Erbringung bezahlt, entsteht bei diesem Bargeschäft keine Beziehung zwischen Debitor und Kreditor. Beziehungsweise, sie entsteht nicht, wenn alles gut geht. Wenn der Kunde beim Bezahlen verschämt im Portemonnaie kramt, sowie um Anschreiben bittet und das Unternehmen trotzdem gestattet, dass er die Ware im Einkaufskorb mitnimmt, wird dieser Kunde dadurch zum Debitor dieses Unternehmens. Wenn der Kunde die sofort bezahlte Ware zu Recht reklamiert hat und das Unternehmen ihm der Kaufpreis zurückerstatten muss, gilt das Unternehmen als Debitor des Kunden, wenn es ihm nicht sofort das Geld aushändigt.

Auch außerhalb des Bargeschäfts kommen Situationen vor, in dem ein Unternehmen seinem Kunden und Debitor Geld schuldet – das ist beispielsweise bei allen Fällen gegeben, wenn der Kunde/Debitor wegen beschädigter, minderwertiger, nicht vollzähliger Ware eine Rückzahlung verlangen kann. Da es maximal begriffsverwirrend wäre, den Kunden während dieser Zeit der Hin- und Her-Überweisung bzw. Verrechnung der von ihm geschuldeten Summe gegen die Rückzahlung als (teilweisen) Kreditor zu bezeichnen, hat sich für diese Kunden die Bezeichnung kreditorischer Debitor ausgebildet.

Einbuchung und Ausbuchung von Schulden

Die Einbuchung und Ausbuchung der Schulden vom Debitor erfolgt nach besonderen Bilanzierungsregeln, die der Gewinn- und Ertragslage Rechnung tragen, in der sich ein Unternehmen mit Beziehung zu einem Debitor befindet: Die offenen Forderungen sind zwar Einnahmen des Unternehmens, können aber wegen des Gebots der Bilanzklarheit noch nicht bei den Einnahmen verbucht werden, bis sie tatsächlich bezahlt sind. Da dieses „bereits verdiente Geld“ aber in der Bilanz irgendwie abgebildet werden muss, enthält das Handelsgesetzbuch Regelungen, wie mit diesen offenen Forderungen bilanztechnisch zu verfahren ist. Sie müssen ab einem bestimmten Zeitpunkt unter der Bilanzposition (offene) „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ gebucht werden. Zu einem anderen genau geregelten Zeitpunkt aus dieser Bilanzposition müssen diese wieder ausgebucht werden, um den Umsatzerlösen zugeschlagen zu werden.

Der Zeitpunkt der bilanzwirksamen Aktivierung der offenen Forderungen aus Warenlieferungen ist für den Lieferanten/Unternehmer in dem Moment gekommen, wenn die Preisgefahr auf den Käufer/Debitor übergegangen ist. Denn ab Übergang der Preisgefahr trägt der Käufer das Risiko des Untergangs oder der Verschlechterung der Sache, selbst wenn diese zufällig bzw. durch höhere Gewalt geschieht. Die Preisgefahr geht nach § 446 BGB grundsätzlich mit der Übergabe auf den Käufer/Debitor über. Für den Versendungskauf gilt die Spezialregel des § 447 Abs. 1 BGB, nach dem die Preisgefahr bereits mit Aushändigung der Ware an den Transportunternehmer auf den Debitor übergeht.

Geht es um Forderungen aus (Dienst-)Leistungen, darf man diese unter der Bilanzposition (offene) Forderungen aus (Lieferungen und) Leistungen verbuchen. Allerdings erst, sobald man die vertraglich geschuldete Leistung erbracht hat. Darüber hinaus gilt es, die Abrechnung zu erstellen. Die Ausbuchung aus der Bilanzposition „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ erfolgt mit vollständiger Bezahlung der Forderung. Bleibt diese Bezahlung ganz oder teilweise aus, wird eine Ausbuchung fällig, die durch Wertberichtigung bzw. Abschreibung auf Forderungen erfolgt.

Das Debitorenrisiko

Münzen auf einem Haufen.Der letzte Satz deutet es schon an: Eng mit dieser Bilanzposition „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ ist der Begriff „Debitorenrisiko“ verbunden. Denn die Bilanzposition „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ gibt nur theoretisch Auskunft darüber, wie viele Debitor-Forderungen den eigenen Verbindlichkeiten, also offenen Rechnungen des Unternehmens gegenüberstehen – es handelt sich um eine Abbildung des Geschäftserfolges, die auf der Hoffnung einer guten Zahlungsmoral des Kunden basiert. Jedes Unternehmen, das nicht auf sofortige Barzahlung des Käufers oder auf Vorauskasse besteht, unterliegt diesem Debitorenrisiko. Denn es ist möglich, dass der Kunde nicht zahlt, die Buchung auf das Konto „offene Forderungen“ ist nur eine Art Zwischenbuchung, die nach Zahlungseingang in eine Buchung als Umsatzerlös mündet.

Verneint der Kunde die Zahlung, muss man die offene Position in Höhe der Ausfallwahrscheinlichkeit auf das Konto „zweifelhafte Forderungen“ umbuchen. Bleibt der Debitor die Zahlung sicher schuldig (und bestehen wenig Aussichten, durch ein Gerichtsverfahren zur Zahlung zu kommen), muss man die oben erwähnte Wertberichtigung oder gar eine Abschreibung verbuchen, die zu einer Kürzung des Unternehmensgewinns führt. Deshalb sind in der Praxis die Prüfung der Bonität der Debitoren, die Fälligkeitsüberwachung und das Mahnwesen mitunter die wichtigsten Teile der Debitorenbuchhaltung.

Front einer Bank

Was ist ein Kreditor?

Der Kreditor ist Gläubiger des Unternehmens – Bilanz und Warenwirtschaft

Partner, die Hände schüttelnDer Kreditor gewährt Kredite und gilt somit als Gläubiger eines Unternehmens. Das Unternehmen schuldet einer Person oder einer Institution Geld, die im Rechnungswesen als Kreditor bezeichnet wird. Bei der Bilanzerstellung nach HGB sind die Kreditoren eines Unternehmens in einer eigenen Bilanzposition zu erfassen. Umgangssprachlich ist der Kreditor meist ein Lieferant des Unternehmens.

Im Datenraum von ERP- und Warenwirtschaftssystemen sind der Kreditor und sein Gegenspieler, der Debitor, häufig anzutreffen. Kreditoren und Debitoren sind natürliche Personen, Unternehmen oder juristische Personen des öffentlichen Rechts. In der Buchhaltung bezeichnet der Kreditor einen Gläubiger und der Debitor einen Schuldner des Unternehmens. Kreditor ist etwa der Lieferant, der dem Unternehmer Waren mit Zahlungsziel verkauft. Solange die Rechnung nicht bezahlt ist, handelt es sich bei dem Lieferanten buchhalterisch um einen Kreditor des Unternehmens – denn man schuldet ihm Geld.

Kreditoren des Unternehmens

In seiner betriebswirtschaftlichen Definition ist der Kreditor eine Person oder eine Institution, die Kredite an Kreditnehmer vergibt. Seinen Namen leitet der Kreditor vom lateinischen Wort „credere“ ab, das mit „glauben“ oder „anvertrauen“ übersetzt werden kann. Der Kreditor vertraut jemandem Geld oder Güter (Waren und Dienstleistungen) an. Zu den typischen Kreditoren eines Unternehmens gehören Lieferanten, kreditgebende Banken, der Steuerberater, der Vermieter, aber auch der Staat und das Finanzamt können als Kreditoren auftreten. Wenn beispielsweise Lohnsteuern der Mitarbeiter abgeführt werden müssen oder die Umsatzsteuerlast zu zahlen ist, tauchen Staat und Finanzamt als Kreditoren in der Unternehmensbuchhaltung auf. Der Gläubiger (Kreditor des Unternehmens) führt seinerseits das schuldende Unternehmen als Debitor in seiner Buchhaltung.

Der Kreditor im Rechnungswesen

Während der Kreditor im deutschen Rechnungswesen ein Gläubiger von Forderungen aus Lieferungen aus Leistungen ist, bezeichnet der Komplementärbegriff des Debitors den Schuldner von Forderungen. Der Kreditor übernimmt als Lieferant oder Dienstleister die Risiken eines Kreditgebers. Die Ansprüche des Kreditors ergeben sich aus den Verbindlichkeiten seines Abnehmers aus Lieferungen und Leistungen, wobei es sich in der Regel um Warenlieferungen oder Dienstleistungen handelt.

Risiko der Kreditoren

Das Risiko des Gläubigers ist, dass seine überlassenen Lieferungen und Leistungen nicht oder nicht vollständig bezahlt werden. Dem Kreditor steht der Rechtsweg offen (z.B. über das gerichtliche Mahnverfahren), solange sein Debitor nicht insolvent ist. Der Lieferant verwaltet dieses Ausfallrisiko in seiner Debitorenbuchhaltung. In der Debitorenbuchhaltung ist ein Debitor ein Kunde oder eine andere Person, die dem Unternehmen kurz- oder längerfristig Geld schuldet. Den Debitoren des Lieferanten können Kreditorenlimits eingeräumt werden. Ist das Limit überschritten, findet keine Lieferung von weiteren Waren an den Debitor statt. Erst nach einer Teilzahlung kann wieder bis zum Kreditorenlimit auf Ziel gekauft werden.

Kundenindividuelles Kreditlimit

Der Kreditor kann die Risiken kundenindividuell abwägen. Sie ziehen dazu häufig Bankauskünfte, Jahresabschlüsse oder Büroauskünfte hinzu. Viele Warenwirtschaftssysteme ermöglichen die Anlage von kundenindividuellen Kreditorenlimits. Eine weitere Möglichkeit ist die Lieferung gegen Eigentumsvorbehalt, um im Falle der Insolvenz oder Nichtzahlung die Gegenstände aus dem Besitz des Debitors zurückzuholen. Der Eigentumsvorbehalt ist somit eine originäre Kreditsicherheit des Gläubigers.

Bilanzanalyse und Kreditorenziel

Taschenrechner und GeldscheineDie Überwachung und Verbuchung von Lieferantenverbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt in der Kreditorenbuchhaltung des Unternehmens. Darüber hinaus übernimmt die Kreditorenbuchhaltung zudem die Fälligkeitsüberwachung der Lieferantenverbindlichkeiten. Fällig ist die Kreditorenverbindlichkeit mit dem Erreichen des Kreditorenziels. In der Bilanzanalyse ist das Kreditorenziel eine betriebswirtschaftliche Kennzahl für die Umschlaggeschwindigkeit der Kreditoren. Die Kennzahl drückt aus, wie schnell Verbindlichkeiten bezahlt werden. Sie spiegelt somit die Zahlungsmoral eines Unternehmens wider.

Berechnung des Kreditorenziels:

  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen x 360 / Aufwendungen für Roh-Hilfs- und Betriebsstoffe pro Jahr.
  • In die Berechnungen der Aufwendungen gehen alle im Produktionsprozess verbrauchten Materialien sowie die beanspruchten Fremdleistungen ein.

Interpretation des Kreditorenziels

Kurze Kreditorenlaufzeiten (schnelle Zahlung von Kreditorenverbindlichkeiten) werden bei der Bilanzanalyse als gute Liquidität gewertet. Lange Kreditorenlaufzeiten lassen lange Zahlungsziele, eine große Verhandlungsmacht oder schlechtes Kreditorenmanagement vermuten. Unternehmen mit großer Verhandlungsstärke können häufig lange Kreditorenziele erwirken. So können etwa große Einzelhandelsketten mit ihren Lieferanten ein Zahlungsziel von bis zu 90 Tagen vereinbaren.

Kreditoren in der Bilanz

Bei einem Jahresabschluss nach Handelsgesetzbuch (HGB) sind die Kreditoren den „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“ zugeordnet. Der Gesetzgeber hat zur Abgrenzung der Kreditorenposten mit § 266 Abs. 3 C 4 HGB diese neue Bilanzposition geschaffen. Die Debitoren (Schuldner) des Unternehmens werden der Bilanzposition der „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ zugewiesen. Das Handelsgesetz möchte mit dieser gesonderten Auflistung und Trennung der Debitoren und Kreditoren die Bilanzklarheit verbessern. Die Bilanzen von Unternehmen sowie Branchen sollen lesbar und vergleichbar sein. Denn der Gesetzgeber wünscht, dass sich ein sachkundiger Dritter ein Bild über den Anteil der Kreditorenverbindlichkeiten an den Gesamtverbindlichkeiten machen kann. Handelsrechtlich gehören die aufgelisteten Forderungen der Debitoren zum Umlaufvermögen des Unternehmens.

Saldierungsverbot in der Bilanz

Debitorische KreditorenbuchungenIm Jahresabschluss gilt das Saldierungsverbot. Kreditoren, deren Forderungen vom Unternehmen überzahlt wurden, werden als debitorische Kreditoren bezeichnet. Eventuelle Überzahlungen des Unternehmens an den Kreditor dürfen in der Bilanz des Unternehmens nicht schuldenmindernd in die Bilanzposition „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“ eingehen. Deshalb werden debitorische Kreditorenbuchungen im Rahmen der Jahresabschlussbuchungen als „sonstige Vermögensgegenstände“ (sonstige Forderungen) umgegliedert und als Guthaben ausgewiesen.

Was ist EBITDA?

Was ist EBITDA?

Um den Erfolg des eigenen Unternehmens zu vergleichen und zu beurteilen, reichen Gewinn oder Jahresüberschuss nicht aus, obgleich es sich hierbei um aussagekräftige, betriebswirtschaftliche Kennziffern handelt. Es gibt Faktoren, die sich auf den Gewinn Ihres Betriebes auswirken, die außerhalb Ihres Einflussbereiches stehen. Ökonomen nutzen bei der vergleichenden Beurteilung des Erfolgs von unternehmerischen Aktivitäten zunehmend andere Kennzahlen, unter anderem das EBITDA. Wenn Sie Ihr Unternehmen verkaufen möchten, gehört das EBITDA zu den Unterlagen im geschützten Datenraum, die ein potenzieller Interessent einsehen möchte.

EBITDA per Definition

Beim Begriff EBITDA handelt es sich um ein Akronym aus dem Englischen, das sich aus folgenden Wörtern zusammensetzt:

E – earnings
B – before
I – interest
T – tax
D – depreciation
A – amortization

Ins Deutsche übersetzt bedeutet der Begriff demnach das Ergebnis eines Unternehmens vor Zinsen und Steuern sowie Abschreibungen auf Sachwerte und nicht greifbare (immaterielle) Vermögensteile. Als betriebswirtschaftliche Kennziffer stellt das EBITDA das Resultat der reinen Aktivität eines Unternehmens dar. Ausgeklammert werden Erträge und Kosten durch Zinsen sowie sämtliche Abschreibungen.

Für wen ist das EBITDA wichtig?

Zunächst können Sie als Unternehmer wertvolle Schlüsse aus dem EBITDA bei der Steuerung Ihrer Firma ziehen. Ebenso aussagekräftig ist die Kennziffer für die Bewertung durch externe Organisationen und Institutionen wie Banken bei der Bewilligung eines Unternehmenskredits. Banken erkennen am EBITDA die Wirtschaftlichkeit einer Firma vor der Kreditvergabe. Einigen Unternehmern hilft die Kennzahl bei der Festsetzung von Gehältern für Mitarbeiter in Führungspositionen. Der Vorteil von EBITDA ist auf einen Nenner zu bringen: Der Wert vermittelt einen Eindruck von der Rentabilität der reinen Betriebsaktivität, weil Posten ohne direkte Relevanz außer Acht bleiben. Nicht relevante Positionen sind:

Zinsen seitens Ertrag und Kosten

Wenn Sie als Unternehmer an anderen Firmen finanziell beteiligt sind, haben die daraus resultierenden Zinserträge nichts mit den Aktivitäten Ihres Betriebs zu tun. Gleiches gilt für die Zinsen als Kosten bei laufenden Krediten. Beides fällt unter die Strategie des Unternehmens und ist für das EBITDA bedeutungslos.

Steuern

Ob Sie viel oder wenig Steuern in Ihrem Unternehmen entrichten, sagt ebenso wenig über dessen Rentabilität aus. Die Höhe der anfallenden Steuern ist von vielen Faktoren und äußeren Umständen abhängig.

Abschreibungen

Sie wollen oder müssen in Ihr Unternehmen investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Erworbene Sachanlagen (also Investitionen) sowie nicht greifbare Güter schreiben Sie selbstverständlich ab. Es handelt sich dabei um unternehmerische Prozesse ohne Aussagekraft bezüglich der Rentabilität.

Wer sich über die betriebliche Verfassung Ihres Unternehmens informieren will, muss daher das EBITDA als objektiven Hinweis betrachten. Da jedoch Abschreibungen ausgeklammert sind, gibt die Kennzahl keine Auskunft über den zukünftigen Gesamterfolg Ihrer Firma. Unternehmerische Ausgaben beinhalten auch permanent Abschreibungen, aus zwei wichtigen Gründen. Bereits erworbene Wirtschaftsgüter wie beispielsweise Maschinen verlieren an Wert ebenso wie an Zuverlässigkeit. Neuanschaffungen müssen ebendiese ersetzen. Das wirtschaftliche Umfeld eines Unternehmens ist ständigen Veränderungen unterworfen, auf die Sie als Unternehmer reagieren müssen, um die gesteckten Wachstumsziele zu erreichen.

Hinweise zum EBITDA

Im Handelsrecht der BRD wird der Begriff EBITDA nicht angewandt, lediglich im Steuerrecht. Beim bisher beschriebenen EBITDA handelt es sich um eine vollständig reine Kennziffer. Zudem gibt es eine bereinigte (adjusted) Variante. Bei dieser rechnet man Erträge und Kosten mit außerordentlicher Bedeutung aus dem Ergebnis eines Unternehmens heraus. Aufwendungen, die in direktem Zusammenhang mit der Firmenaktivität stehen, bleiben jedoch in der Berechnung. Dazu zählen beispielsweise Abschreibungen für unternehmerisch genutzte Anlagen und Maschinen. Welche außergewöhnlichen Positionen zu diesen Erträgen und Kosten zählen, ist allerdings nicht exakt definiert. Im direkten Vergleich von Unternehmen fehlt es dem bereinigten EBITDA daher an Aussagekraft.

In Bezug auf den Gesamterfolg eines Unternehmens wurde das EBITDA in den vergangenen Jahren eher kritisch betrachtet, weil es eben nur begrenzt aussagefähig ist. Die Kritik ist begründet und das ist einzelnen großen Konzernen geschuldet. Diese versuchten, mit EBITDA-Kennziffern ihre finanzielle Lage zu verschleiern, weil Verluste davon nicht erfasst werden. Unter dem EBITDA-Deckmantel wird aber auch versucht, Firmenergebnisse optimaler darzustellen als sie sind. Ungeachtet dieser Einzelfälle ist die Kennziffer bei objektiver Erarbeitung recht aufschlussreich.

Wie Sie das EBITDA Ihres Unternehmens berechnen

Für die Berechnung benötigen Sie den Jahresüberschuss, der in Ihrer Einnahmen-Überschussrechnung oder Gewinn-/Verlustrechnung zu finden ist. Eine Addition der Aufwendungen findet seitens Steuern und Zinsen statt. Subtrahieren müssen Sie Erträge bezüglich Steuern und Zinsen. Abschreibungen werden einerseits addiert, Zuschreibungen andererseits abgezogen. Im Ergebnis erhalten Sie das reine EBITDA. Zur Berechnung vom bereinigten EBITDA addieren Sie außergewöhnliche Aufwendungen und ziehen außerordentliche Erträge ab.

Wenn Sie wissen möchten, wie wirtschaftlich Ihr Unternehmen in der Praxis arbeitet, berechnen Sie im Idealfall die EBITDA-Marge gemäß nachfolgender Erklärung. Diese Marge vermittelt Ihnen ein sehr realistisches Bild von den betrieblichen Geschäftsabläufen. Sie ist wesentlich aussagefähiger als die klassische Methode, bei der man das Verhältnis zwischen Überschuss und Umsatz ermittelt. Mithilfe dieser kleinen Rechnung stellen Sie die Relation von der Kennziffer zum gesamten Umsatz dar, indem Sie die Kennzahl durch den Umsatz teilen und mit 100 multiplizieren, erhalten Sie die EBITDA-Marge.

Bei der Berechnung wird der komplette Umsatz eines Jahres verwendet, je höher die Kennziffer im Verhältnis zum Umsatz liegt, desto größer ist die EBITDA-Marge. Eine hohe Marge bedeutet auch, dass vergleichsweise geringe Kosten zu berücksichtigen sind. Sie erkennen an der Marge Ihrer Firma, ob Sie betriebliche Kosten wirksam senken können. Dazu ein praktisches Beispiel:

  • Sie erzielten im Vorjahr einen Umsatz von 1,5 Millionen Euro.
  • Das EBITDA beträgt nach Abzug aller direkt damit verbundener Kosten 225.000 Euro.
  • Die Kennziffer durch den Umsatz geteilt und mit 100 multipliziert, ergibt eine EBITDA-Marge von 15 Prozent.

Anleitung zur Berechnung der reinen Kennziffer

Zur vereinfachten Darstellung geht man davon aus, dass im Unternehmen des nachfolgenden Beispiels keine Erträge seitens Zinsen und Steuern anfallen. Der Jahresüberschuss beträgt eine Million Euro. Zu dieser Million Euro müssen die Positionen 250.000 Euro für Steueraufwand und 200.000 Euro für aufgewendete Kreditzinsen sowie 800.000 Euro für Abschreibungen addiert werden. Die reine Kennziffer lautet somit 2.250.000 Euro. Hat das Unternehmen außerordentliche Erträge von 100.000 Euro zu verzeichnen, werden diese vom EBITDA subtrahiert, um die bereinigte Kennzahl 2.150.000 Euro zu erhalten. Den Erfolg Ihres Unternehmens bewerten Sie idealerweise mit der Kennziffer EBITDA, welche sich auch für den Vergleich mit Mitbewerbern eignet.

Was ist ein Management-Buyout?

Was ist ein Management Buyout

Unter einem Buy-Out versteht man in der wörtlichen Übersetzung einen Aus-Kauf. Dieser Begriff ist für diese Art von Transaktion, auch wenn sie sich digital im Datenraum abspielt, absolut zutreffend. Denn mit einem Buy-Out erwirbt ein Unternehmen, eine Person oder eine Gruppe Anteile eines Unternehmens mit dem Ziel, dieses zu übernehmen. Vor allem Im Bereich des Managements und in der Wirtschaft ist der Begriff des Buy-Outs sehr geläufig.

Arten des Buy-Out

Beim Buy-Out unterscheidet man grundsätzlich in zwei Kategorien. Diese sind zum einen der Management Buyout und zum anderen der Employee Buyout.

Employee Buyout

Management BuyoutBeim dieser Art der Übernahme werden die Anteile des Unternehmens von der Belegschaft erworben. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens gleichzeitig die Gesellschafter bzw. Aktionäre sind. Für das Unternehmen kann dies durchaus positive Impulse setzen, da die Mitarbeiter letztendlich für den Erfolg des Unternehmens und ihres eigenen Erfolgs selbst verantwortlich sind.

Management Buyout

Im Gegensatz zu der ersten erläuterten Variante des Buyout werden beim Management Buyout die Anteile des Unternehmens durch das Management erworben. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich hier nur um einen oder mehrere Manager des Unternehmens handelt. Wichtig ist nur, dass sie Manager des Unternehmens sind, welches übernommen werden soll.

Übernahmezeitpunkt und Finanzierung

Ein Management Buyout ist dann abgeschlossen bzw. gegeben, wenn ein Anteil von mindestens zehn Prozent aller Unternehmensanteile erworben worden sind. Allerdings ist dann eine vollständige Übernahme im Rahmen des Management Buyout noch nicht realisiert. Denn um die Übernahme komplett zu gestalten, muss die Anteilsmehrheit bei besagter Person oder Personengruppe vorliegen.

Sie stellen sich sicherlich die Frage, woher das Geld für einen Management Buyout stammt. In der Regel kann davon ausgegangen werden, dass diese Geschäfte größtenteils fremdfinanziert sind, also mit Hilfe von Darlehen absolviert werden. Lediglich ein kleiner Teil des Finanzvolumens dieser Transaktionen ist aus den persönlichen Besitzverhältnissen der Investoren.

Das benötigte restliche Kapital stammt dann entweder von den Banken im Rahmen einer klassischen Fremdfinanzierung oder sogenannten Venture-Capital-Gebern. Hierbei handelt es sich um Personen oder Gesellschaften, die sich von der Übernahme ebenfalls positive Auswirkungen erhoffen und durch ihre Einlage den Eigenkapitalanteil an der Finanzierung erhöhen.

Buy-Out – was steckt dahinter

Sie können sich sicherlich vorstellen, dass eine Vielzahl an Gründen gibt, warum sich Unternehmer und Unternehmensinhaber dazu entschließen, das eigene Unternehmen  dem Management zu verkaufen bzw. es diesem im Rahmen des Management Buyout zum Kauf anbieten.

Die typischen Fälle hier sind, dass der Eigentümer sich zur Ruhe setzen oder einfach nur zurückziehen möchte. In diesem Beispiel ist es sogar sinnvoll, das Unternehmen in die Hände des Managements zu übergeben. Denn ein langjähriges Management kennt die Firma sehr gut, weiß um Stärken und Schwächen, kann auf einen Kundenstamm zugreifen und hat somit sehr gute Chancen, mit dem Unternehmen weiter am Markt vertreten und erfolgreich zu sein.

Nach dem Motto neue Besen kehren gut können Krisen abgewendet, abgeschwächt, umgangen und vermieden werden. Des Weiteren bleiben Angelegenheiten des Unternehmens in den eigenen vier Wänden. Bei einer externen Übernahme können wertvolle Informationen auch an Außenstehende getragen werden.

Vorteile die durch ein Management Buyout erzielt werden können

Gerade im Bereich der Unternehmensnachfolgen ist das Management Buyout ein sehr bewährtes Verfahren. Die bekannte Firma bleibt im Kern erhalten, die Nachfolger setzen sich quasi in ein gemachtes Netz und können von den Erfahrungen, dem Ruf des Unternehmens und dem vorhandenen Kundenstamm profitieren.

Eine Umfirmierung, Namensänderung oder gar Neugründung hat gerade hier extreme Schwierigkeiten zu meistern, denn man ist neu und muss sich erst mal ins Gespräch bringen, die Leute von sich, den Leistungen und der Qualität überzeugen.

Handelt es sich um ein Unternehmen, das an der Börse notiert ist, so dient das Buyout dazu, das Unternehmen an sich wieder zu privatisieren. Das ist vor allem dazu gut, das Unternehmen unabhängig von der Börse und dem Kurswert neu auszurichten und die Unternehmensentwicklung voran zu treiben.

Übernahme ohne Erben

Aber auch wenn keine Erben da sind, die das Unternehmen übernehmen und weiterführen wollen und können, liegt es oft im Interesse der Eigentümer, ihr „Schätzchen“ in vertrauensvolle Hände zu geben. Das ist beim Management Buyout der Fall. Die potenziellen Nachfolger sind seit langem im Unternehmen präsent, haben Einblick in alle Belange des Unternehmens, wissen um Stärken und Schwächen. Sie sind somit in der Lage, das Unternehmen 1:1 zu übernehmen und weiterzuführen.

Gleichzeitig eröffnen sich mit einer solchen Übernahme auch Entwicklungsmöglichkeiten. Alteigentümer geben ihre Unternehmen gerne in die Hände ihrer Geschäftsführung bzw. Managements, da man die Leute kennt, ihnen vertraut und auch einschätzen kann, welche Qualifikationen sie haben und ob das Unternehmen in ihrem Sinne kaufmännisch geschickt weitergeführt wird.

Des Weiteren müssen die Eigentümer nicht alle Geschäftsunterlagen anderen Interessenten, die von außen in das Unternehmen eindringen möchten, zur Verfügung stellen. Diese Interessenten könnten beispielsweise Mitbewerber am Markt sein und somit die vertraulichen Informationen missbräuchlich aus Sicht der Unternehmer zu eigenen Zwecken verwenden.

Lese-Tipp: Welche Dokumente Sie als Unternehmensverkäufer im Rahmen einer Due Diligence bereit stellen sollten.

Management Buyout als Rettung

Auch in schlechten Zeiten ist das Management Buyout eine bewährte Verfahrensform. Interne Manager sind in der Regel deutlich besser dazu geeignet, die wirtschaftliche Situation zu beurteilen als externe Investoren oder Sanierer.

Aufgrund dieses Wissens sind eigene Kräfte auch eher in der Lage und willig, die Herausforderung anzunehmen und das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu bringen und dann weiter zu führen. Nur nicht mehr als Manager, sondern als Inhaber.

Nachteile der Unternehmensübernahme

Unternehmensnachfolge WertermittlungWenn Sie aus dem Management wechseln und Inhaber eines Unternehmens werden möchten, so sollten Sie sich darüber bewusst sein, dass Sie sich dieser neuen Situation anpassen müssen. Vor allem mental kann das eine echte Herausforderung bedeuten.

Für den Verkäufer sind aber auch Nachteile gegeben. Es kann durchaus sein, dass das Managements aus verschiedenen Gründen einen Wissensvorsprung gegenüber dem bisherigen Inhaber hat. Das liegt in erster Linie daran, dass sich das Management von Natur aus mehr mit dem Datenraum und den hier hinterlegten Informationen befasst und auch befassen muss als der Inhaber.

So kann es sein, dass der Kaufpreis durch den potenziellen Käufer (Manager) durch verschiedene Arten beeinflusst wird. Beispiel hierfür ist etwa die Abgabe einer schlechteren Zukunftsperspektive.

Cash Burn Rate: Kennzahl, Aussagekraft und Interpretation

Bei der Cash Burn Rate (CBR) handelt es sich um eine Kennzahl, die einen Rückschluss auf die Liquidität Ihres Unternehmens zulässt. Konkret bezeichnet sie die Zeitspanne bis zur Insolvenz bei anhaltend hohen Betriebsausgaben.

Sie entspricht dem Quotienten aus liquiden und geldnahen Mitteln sowie dem negativen operativen Cashflow. Die CBR ist insbesondere im Zusammenhang mit Start-ups mit hohen Anfangs-Investitionen relevant, wo herkömmliche Kennzahlen sich als nicht hinreichend erwiesen.

Cash Burn Rate im Überblick

Cash Burn RateDie Cash Burn Rate findet eine deutschsprachige Entsprechung im Begriff Geld-Verbrennungsrate. Sie steht für die Zeitdauer, bis die liquiden Mittel eines Unternehmens bei gleichbleibendem Ausgabeverhalten aufgebraucht sind, bis also Insolvenz droht.

Die Unternehmens-Kennzahl lässt sich dem Jahresabschluss beziehungsweise der Kapitalflussrechnung entnehmen. Besonders bei jungen Unternehmen kommt der CBR eine hohe Bedeutung im Datenraum zu. Potentielle Investoren sind an sämtlichen relevanten Kennzahlen interessiert.

Die CBR als Maß für die Liquiditätslage

Als Maß für die Liquiditätslage des Unternehmens ist die Cash Burn Rate von besonderem Interesse. Der Begriff kam insbesondere im Zusammenhang mit jungen Unternehmen der New Economy auf. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass ein hohes Risiko mit überdurchschnittlichen Gewinnaussichten einhergeht.

Besonders in der Gründungsphase ist Ihr Unternehmen mit besonders hohen laufenden fixen und variablen Kosten konfrontiert. Dazu gehören (Marketing-)Ausgaben für die Bekanntmachung des Unternehmens, Ausstattungskosten und Kosten für das Personal.

Gleichermaßen generieren Sie in dieser Phase wahrscheinlich noch keine großen Umsätze geschweige denn Gewinne. Daher ist die Cash Burn Rate eine hilfreiche Kennzahl zur Abschätzung, wann Ihrem Unternehmen bei gleichbleibend hohen Ausgaben die Liquidität ausgehen wird. Typischerweise handelt es sich bei der CBR um einen Bemessungszeitraum, der zwischen einem Monat und einem Jahr anzusiedeln ist.

Berechnung der Cash Burn Rate

Zur Ermittlung der Liquidität Ihres Unternehmens über die Cash Burn Rate bedarf es korrekter Werte, die in die Formel eingesetzt werden. Sie lautet:

Liquide und geldnahe Mittel / negativer operativer Cashflow.

Konkrete Rechenbeispiele vermitteln einen greifbaren Eindruck.

Angenommen, ein Start-up verfügt über 50.000 Euro Rücklagen in Form von Eigenkapital. Die monatlichen Ausgaben betragen 6.000 Euro gegenüber Einnahmen von 1.000 Euro monatlich. Die Cash Burn Rate beträgt in diesem Beispiel 50.000 / (6.000 – 1.000) = 10. Der Wert von 10 lässt sich so interpretieren, dass dem Unternehmen bei der aktuellen Ausgabe- und Einnahmesituation 10 Monate verbleiben, bis das Eigenkapital beziehungsweise die liquiden Mittel aufgebraucht sind.

Für Start-ups ist es anzuraten, sich auf diesem sich ergebenden Zeitfenster nicht auszuruhen. Vorteilhafter ist es, wenn die Einnahmen die Ausgaben so früh wie möglich kompensieren. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass die Kennzahl der Cash Burn Rate nicht als statisch zu betrachten ist. Je nach Eigenkapital und Cash Flow kann sie sich jederzeit ändern. Steigt ihr Wert, so spricht dies für eine solidere Finanzlage und es bleibt dem Unternehmen mehr Zeit, bis die Mittel ausgeschöpft sind.

Herausforderung in der Bestimmung

Die Herausforderung besteht darin, die Summe der liquiden und geldnahen Mittel exakt und korrekt zu bestimmen. Eine der wesentlichen Voraussetzungen hierfür besteht in einer geordneten und strukturierten Buchhaltung.

Die liquiden sowie geldnahen Mittel lassen oft mit dem Begriff Eigenkapital zusammenfassen. Gemeint sind finanzielle Mittel, die ein Start-up bereits ohne Fremdkapitalaufnahme mitbringt. Mit der Anwendung des Eigenkapitals steigt die Aussagekraft der Kennzahl, da sich auf diese Weise die gesamten eigenen finanziellen Mittel Ihres Unternehmens berücksichtigen lassen.

Der negative operative Cashflow liegt grundsätzlich dann vor, sobald die Ausgaben Ihres Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum höher als die Einnahmen ausfallen. Dies ist nicht zwingend negativ zu werten, da gerade in der Anfangsphase oftmals hohe Investitionen für das Wachstum erforderlich sind und kurzfristig einen negativen operativen Cashflow zur Folge haben können.

Die richtigen Rückschlüsse ziehen

Werden präzise Daten in die angegebene Formel eingegeben, gibt die Formel Rückschluss auf den voraussichtlichen Zeitpunkt, zu dem Ihr Unternehmen unter gleichem Ausgabeverhalten in finanzielle Engpässe gerät.

Die Kennzahl zeigt also an, wann die liquiden Mittel beziehungsweise das Eigenkapital aufgebraucht sein werden. Im Beispiel eines Worst-Case-Szenarios handelt es sich beim Ergebnis der Cash Burn Rate um den Zeitpunkt der Insolvenz. Ist dies der Fall, gibt es keine unternehmerischen Handlungsmöglichkeiten mehr, die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden.

Mit der Cash Burn Rate ist eine spezielle Kennzahl für die Start-ups in der New Economy eingeführt worden. Herkömmliche betriebswirtschaftliche Ansätze greifen aufgrund der besonderen Herausforderungen dieser jungen Unternehmen häufig nicht. Oftmals generieren solche Unternehmen über mehrere Geschäftsjahre keine nennenswerten Gewinne oder Cashflows. Die Interpretation einer hohen oder niedrigen Cash Burn Rate erfordert allerdings eine separate Betrachtung des jeweiligen Falls.

Interpretation der CBR

Die Cash Burn Rate ist neben Start-ups auch für die Einführung neuer Geschäftsfelder oder Geschäftseinheiten von besonderem Interesse. Jede Anfangsphase ist typischerweise von hohen Anfangs-Investitionen geprägt. Hierbei kommen negative operative Cashflows zustande, wodurch sich die finanziellen Spielräume verringern.

Anwendung findet die Kennzahl in der Finanzierungs-Analyse. Speziell in der Cash-Flow-Analyse hat sie eine wichtige Bedeutung. Die Cash Burn Rate ist als Kennzahl für die Liquidität nicht nur im Hinblick auf die Einschätzung der eigenen Finanzlage entscheidend. Auch potentielle Investoren interessieren sich für die Liquidität. Im Businessplan des Unternehmens kann sie daher für mögliche Geldgeber ausschlaggebend sein.

Grundsätzlich ist eine hohe Cash Burn Rate als Indikator einer soliden finanziellen Situation des Unternehmens zu verstehen. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass ein hoher Wert dieser Kennzahl zur im Gesamtzusammenhang mit anderen Kennzahlen zu beurteilen ist.

Auch andere Punkte einschließen

Eine Verwendung und Interpretation sollte stets im Zusammenhang mit einer Fundamentalanalyse erfolgen. Weiterhin handelt es sich bei diesem Wert stets nur um eine Momentaufnahme. Ein verbesserter Cashflow beispielsweise kann die Cash Burn Rate jederzeit verändern. Weiterhin kann die Erhöhung des Eigenkapitals die CBR verbessern (beispielsweise indem neue Gesellschafter gewonnen werden).

Handelt es sich um eine geringe Cash Burn Rate, so gibt dies einen Hinweis darauf, dass ein Unternehmen seine finanziellen Reserven bald ausgeschöpft haben wird. Als Gegenmaßnahme könnten etwa die Ausgaben gesenkt oder für mehr positiven Cashflow (etwa durch Erhöhung der Umsätze) gesorgt werden.

Es besteht auch die Möglichkeit einer umgekehrten Berechnung der Cash Burn Rate. In diesem Falle ist sie als Geschwindigkeit zu verstehen, mit der ein Unternehmen seine liquiden Mittel beim gegenwärtigen Geschäftsverhalten „verbrennt“. Unter dieser Berechnungsgrundlage ist die Interpretation genau umgekehrt: ein niedriger Wert wäre ein Indikator auf ein geringes Tempo der Geldverbrennung und damit auf eine solide Finanzlage.

Was ist Umsatzrentabilität?

Die Umsatzrentabilität beziffert den Gewinnanteil, der auf den Umsatz des jeweiligen Unternehmens bezogen ist. Folglich können Unternehmen mit Hilfe von dieser Kennzahl stets überprüfen, wieviel Geld das Unternehmen in Bezug auf einen Euro Umsatz verdient.

Wenn Sie für die Berechnung und Analyse Ihres Unternehmen einen externen Spezialisten beauftragen wollen, können Sie die relevanten Informationen in einem virtuellen Datenraum bereitstellen, sodass ein einfacher Zugriff möglich ist.

Unternehmen geben diese Verhältniszahl meistens als eine Prozentzahl an. Darüber hinaus gibt es einige Synonyme, die Experten und Unternehmen für den Begriff Umsatzrentabilität verwenden. Diese sind gleichbedeutend und weisen keinerlei Unterschiede auf.

Synonyme sind zum Beispiel die Umsatzrendite, der Return on Sales oder die Umsatzverdienstrate. Diese Synonyme sollten Sie kennen, falls Sie mit einem Spezialisten in einem virtuellen Datenraum kommunizieren und Missverständnisse vermeiden wollen.

Die Historie

Joseph Schumpeter

Joseph Schumpeter stellte bereits 1907 fest, dass jeder Unternehmer lediglich bis zur Grenze der Rentabilität produziert, da eine größere Menge für Verlust sorgen würde. Allerdings meinte Schumpeter damit noch nicht die heutige Umsatzrentabilität, sondern vielmehr die Begriffe der Grenzkosten und Grenzerlöse.

Einige Jahre später im Jahr 1919 entwickelte der Du-Pont Konzern die Kennzahl des Return on Investment. Damit wollte der Konzern ausdrücken, wie rentabel das eingesetzte Kapital ist. In den Folgejahren bekam der Begriff der Umsatzrendite eine immer größere Bedeutung in der Betriebswirtschaftslehre und ist heute ein wichtiger Faktor für die Unternehmensbewertung.

Die Berechnung der Umsatzrentabilität

Die Umsatzrentabilität ergibt sich aus einer einfachen Rechnung. Unternehmen müssen lediglich den Gewinn mit 100 multiplizieren und das Ergebnis durch den Umsatz teilen. Das Ergebnis gibt den Gewinn pro 1 Euro Umsatz an.

Allerdings bietet diese vereinfachte Formel Raum für Verfälschungen. Aus diesem Grund ist es für Unternehmen ratsam, dass sie das ordentliche Betriebsergebnis anstelle des Gewinns verwenden. Das ordentliche Betriebsergebnis enthält nämlich keinerlei Zinserträge und diesbezügliche Aufwendungen. Auch außerordentliche Aufwendungen und Steuern nicht sind enthalten. Die daraus resultierenden starken Schwankungen des Unternehmensgewinns verfälschen die Umsatzrendite. Deshalb ist das ordentliche Betriebsergebnis die bessere Alternative.

Die Bedeutung der Umsatzrendite

GrößenklassenFür die meisten Unternehmen ist die Messung des Return on Sales eine wichtige Methode, um die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu analysieren und zu bewerten. Gerade für die Erfolgsmessung und –kontrolle sowie für die Planung dient die Umsatzrentabilität als wichtiger Maßstab.

Schlüsse aus der Umsatzrentabilität

Die Umsatzrendite eines Unternehmens gibt Aufschluss darüber, in welcher wirtschaftlichen Situation es sich befindet. Wenn die Umsatzrentabilität kontinuierlich trotz unverändertem Verkaufspreis steigt, deutet dies auf eine gesteigerte Produktivität hin.

Im Gegensatz dazu ist eine sinkende Umsatzrendite Indikator für eine sinkende Produktivität Ihres Unternehmens, welche zum Beispiel aus steigenden Produktionskosten resultiert.

Die Höhe der Kennzahl

Doch welcher Wert ist für Unternehmen gut? Grundsätzlich ist der Zielwert bei der Umsatzrendite relativ stark branchenabhängig. Nichtsdestotrotz ist allgemein eine Umsatzrentabilität, die mehr als 5% beträgt, für die meisten Unternehmen Grund zur Freude.

Bei Softwareunternehmen oder Firmen aus der Pharmabranche ist der Wert oftmals deutlich höher. Dort sind Werte bis zu 20% keine Seltenheit. In Einzelhandelsunternehmen liegt die Umsatzrentabilität allerdings eher zwischen 2% und 10%.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass Anbieter von qualitativ hochwertigen Produkten bessere Chancen auf eine hohe Umsatzrendite haben als Hersteller von Massenprodukten.

Die Anwendbarkeit der Kennziffer der Umsatzrendite

Grundsätzlich ist eine Anwendung dieses Maßstabs in Unternehmen sämtlicher Branchen gewährleistet. Vor allem für den Vergleich innerhalb des Unternehmens aber auch für den Vergleich mit Konkurrenten eignet sich diese Kennzahl.

Lediglich bei Kreditinstituten oder Versicherungen ist eine Anwendung und ein anschließender Vergleich mit anderen Unternehmen kaum möglich. Denn die unterschiedlichen Strukturen und Aufgabenbereich sorgen dafür, dass bei Banken die Zinsspanne und bei Versicherungen die Solvabilitätsquote zum Einsatz kommt.

Probleme und Risiken der Kennzahl der Umsatzrentabilität

Allerdings birgt eine Anwendung dieser Kennzahl auch gewisse Risiken. Vor allem bei der Verwendung der einfachen Formel mit dem Faktor Gewinn wirkt sich der unterschiedliche Steueraufwand auf das Ergebnis aus. Wenn die Ertragssteuerbelastung aber stark differiert, ist ein Vergleich mit Konkurrenten kaum möglich.

Die Veränderung der Finanzierungsstruktur oder niedrige Steuersätze können dazu führen, dass sich die Umsatzrendite eines Unternehmens verbessert. Allerdings ist die Umsatzrentabilität dann für die Bewertung der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens nur bedingt anwendbar.

Vielmehr sollten Unternehmen darauf achten, was die Gründe für eine Veränderung der Kennzahl sind. Wirklich besser ist die Umsatzrendite nur dann, wenn das Umsatzvolumen gleich bleibt und der diesbezügliche Materialaufwand sinkt.

Relation von Umsatzrentabilität und Kapitalrentabilität

UmsatzrentabilitätDer Gedanke, dass eine niedrige Umsatzrendite für eine geringe Kapitalrentabilität sorgt, ist weit verbreitet. Dies ist allerdings nicht zwangsläufig der Fall. Denn es besteht auch die Möglichkeit, dass der Kapitalumschlag hoch ist und daraus resultierend trotz einer niedrigen Umsatzrentabilität hohe Kapitalrenditen erzielt werden können.

Dies ist zum Beispiel bei einigen Lebensmittelhändlern der Fall, die typischerweise eine geringe Umsatzrentabilität aufweisen. Allerdings ist der Kapitalumschlag sehr hoch, da Kunden die Waren aus dem Regal und Lager immer wieder schnell aufkaufen, sodass das Unternehmen neue Lebensmittel nachbestellen muss.

Aus diesem Grund ist die Kapitalrendite relativ hoch. Das eingesetzte Kapital führt zu hohen Umsätzen. Eine niedrige Umsatzrendite (Gewinn pro 1 Euro Umsatz) und eine hohe Kapitalrendite sind die Folge.

Möglichkeiten zur Verbesserung der Umsatzrentabilität

Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre Umsatzrendite zu erhöhen und zu verbessern. Doch was für Maßnahmen eignen sich für die Verbesserung dieser Kennzahl?

Die Senkung der Kosten

Grundsätzlich können Sie Ihre Umsatzrentabilität erhöhen, indem Sie effektiv Kosten einsparen. Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit, dass Unternehmen gebrauchte Möbel und weiteres Inventar kaufen anstatt viel Geld für neue Möbel auszugeben. Auch die Vermeidung von unnötigen Lohnerhöhungen wirkt sich positiv auf die Umsatzrendite aus. Denn alles, was die regelmäßigen Kosten senkt, erhöht bei gleichbleibenden Einnahmen die Rendite.

Die Erhöhung des Umsatzes

Darüber hinaus besteht für Unternehmen allerdings auch die Möglichkeit, den Umsatz zu erhöhen. Denn es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, um eine bessere Rendite zu erzielen. Entweder sinken die Kosten oder es steigt der Umsatz – beides wirkt sich positiv auf die Kennzahl der Umsatzrendite aus.

Sie können also auch einfach den Umsatz für Ihr Unternehmen erhöhen. Aus diesem Grund ist es bedeutsam, regelmäßig das Leistungsspektrum des Unternehmens mit dem Angebot der Konkurrenten zu vergleichen. Auch eine hohe Kundenzufriedenheit und die Wahl der optimalen Preisstrategie wirken sich positiv auf die Umsatzrentabilität aus.

Werbung und Marketing-Maßnahmen runden das Paket zur Erhöhung des Umsatzes erfolgreich ab, sodass Unternehmen mit vielen unterschiedlichen Ansätzen zum Erfolg kommen können. Das Endergebnis ist dann eine erhöhte Umsatzrentabilität, die die wirtschaftliche Situation des Unternehmens verbessert.

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Die Verwendung der richtigen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ist entscheidend, um den Erfolg eines Unternehmens bewerten zu können und die für ein nachhaltiges Wachstum erforderlichen Erkenntnisse zu gewinnen. Zu erkennen, was funktioniert und was nicht, ist die Grundvoraussetzung, um den Fortschritt eines Unternehmens in die richtige Richtung zu lenken zu.

Durch die Festlegung klarer operativer Kennzahlen und die objektive Bewertung haben Unternehmer die Möglichkeit, die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu fällen, um langfristig auf dem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Nutzen betriebswirtschaftlicher Kennzahlen

GrößenklassenKennzahlen sind in jedem Unternehmen die Grundlage für die unternehmerische Entscheidungsfindung. Ausgewählt aus dem geeigneten Datenraum ermöglichen sie das frühzeitige Erkennen von Risiken und helfen Chancen zu nutzen. Kennzahlen helfen der Unternehmensführung, zu verstehen, wie sich das Unternehmen in Bezug auf ihre strategischen Ziele entwickelt.

Wenn man sie richtig festlegt und verwendet, zeigen sie, ob die Leistung mit den Prognosen übereinstimmt. Darüber hinaus können Kennzahlen dazu dienen, von vornherein die richtigen Entscheidungen zu treffen oder aus mehreren Alternativen die wahrscheinlich profitabelste Option auszuwählen. Um verwertbare und aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, müssen die den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zugrunde liegenden Daten

  • verfügbar und messbar sein
  • für die Zielsetzung relevant sein
  • sofort verwertbar sein
  • zeitnah verfügbar sein

Arten und Gliederung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen

Die Kennzahlen unterteilt man je nach Datenraum aus dem sie stammen in Rentabilitätskennzahlen, Liquiditätskennzahlen und Erfolgskennzahlen. Hinzu kommen Kennzahlen zur Vermögensstruktur des Unternehmens (Bilanzkennzahlen), zur Umschlagshäufigkeit des Kapitals oder der Lagerbestände sowie Schuldenkennzahlen.

Rentabilitätskennzahlen

KennzahlenJedes Unternehmen muss Gewinne erwirtschaften, um auf Dauer bestehen zu können. Mehrere Kennzahlen liefern der Geschäftsleitung wichtige Informationen zur Rentabilität ihres Unternehmens. Hierzu zählen unter anderem die Gesamtkapitalrentabilität und Eigenkapitalrendite sowie die Umsatzrendite und der Return on Investment (ROI).

Gesamt- und Fremdkapitalrendite

Die Gesamtkapitalrentabilität (englisch Return on Assets) ist ein Maß für die Effizienz des gesamten Kapitaleinsatzes innerhalb einer Abrechnungsperiode. Die Gesamtkapitalrendite ist gleich dem Reingewinn des Unternehmens zuzüglich der Fremdkapitalzinsen dividiert durch das Gesamtkapital. Die Eigenkapitalrendite ist das Verhältnis von Gewinn zu Eigenkapital und zeigt, ob und wie das Eigenkapital innerhalb einer Periode verzinst wurde.

Umsatzrendite

Bei der Umsatzrendite oder Umsatzrentabilität (englisch Return on Sales, ROS) wird unterschieden zwischen der Netto-Umsatzrendite und der Brutto-Umsatzrendite. Diese Kennzahl gibt das Verhältnis des Gewinns vor Steuern (Brutto) oder des Gewinns nach Steuern im Verhältnis zum Umsatz an. Die Umsatzrendite wird häufig zur Bewertung der Betriebsleistung eines Unternehmens verwendet. Sie wird auch als „Betriebsgewinnmarge“ oder „Betriebsmarge“ bezeichnet.

Die Umsatzrendite kann sowohl als Instrument zur Analyse der Leistung eines einzelnen Unternehmens im Vergleich zu seiner Leistung in der Vergangenheit als auch zum Vergleich der Leistung ähnlicher Unternehmen verwendet werden. Das Verhältnis variiert stark je nach Branche, ist jedoch für den Vergleich verschiedener Unternehmen der selben Branche nützlich.

Wie bei vielen Kennzahlen ist es am besten, die Umsatzrendite eines Unternehmens im Zeitverlauf zu vergleichen, und Trends mit anderen Unternehmen der Branche zu vergleichen. Eine steigende Umsatzrendite zeigt an, dass das Unternehmen effizienter wird, während eine sinkende Quote auf drohende finanzielle Probleme hinweisen könnte. In einigen Fällen können Unternehmen eine niedrige Umsatzrendite jedoch durch erhöhte Umsätze ausgleichen.

Der Return on Investment

Der Return on Investment (ROI) ist eine häufig genutzte betriebswirtschaftliche Kennzahl, mit der die Rendite einer unternehmerischen Tätigkeit anhand des Gewinns im Verhältnis zum eingesetzten Kapital bestimmt wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Fremdkapitalzinsen dem Gewinn hinzugerechnet werden müssen, das sich der ROI auf das Gesamtkapital des Unternehmen bezieht.

Liquiditätskennzahlen

Liquiditätskennzahlen analysieren die Fähigkeit eines Unternehmens, seine kurzfristigen Verbindlichkeiten bei Fälligkeit zurückzuzahlen. Diese Kennzahlen zeigen die Liquidität eines Unternehmens und die Fähigkeit, Vermögenswerte in Bargeld umzuwandeln, um Verbindlichkeiten und andere kurzfristige Verpflichtungen zu erfüllen.

Liquidität ist nicht nur ein Maß dafür, wie viel Geld ein Unternehmen hat. Es ist auch ein Maß dafür, wie einfach es für das Unternehmen sein wird, ausreichend Bargeld zu beschaffen oder Vermögenswerte in Bargeld umzuwandeln.

Vermögenswerte wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder der Lagerbestand können viele Unternehmen relativ einfach in Bargeld umwandeln. Alle diese Vermögenswerte werden daher in die Liquiditätsberechnung eines Unternehmens einbezogen. Zu den wichtigsten Liquiditätskennzahlen gehören der Liquiditätsgrad (Cash Ratio), die Anlagendeckung und das Working Capital.

Erfolgskennzahlen

Erfolgskennzahlen dienen der Unternehmensführung zur Ermittlung des Unternehmenserfolgs. Sie können sich sowohl am Wert des Unternehmens wie auch am Gewinn orientieren. Wichtige Erfolgskennzahlen sind der Gewinn vor Steuern, der Umsatz, der Rohertrag, das Gesamtbetriebsergebnis und der Jahresüberschuss. Der Deckungsbeitrag und der CashFlow zählen ebenfalls zu den Erfolgskennzahlen.

Der Deckungsbeitrag (englisch contribution margin) ist ein wichtiger Teil der Kosten- und Leistungsrechnung. Er ist die Differenz zwischen Umsatz und den variablen Kosten eines Produktes. Die Differenz ist der Betrag, der zur Deckung der einem Produkt zuzurechnenden Fixkosten zur Verfügung steht.

Der CashFlow ist die Differenz zwischen dem zu Beginn einer Periode verfügbaren Geldbetrag und dem Betrag am Ende dieser Periode. Er ist positiv, wenn der Schlusssaldo höher als der Eröffnungssaldo ist. Der CashFlow steigt, wenn ein Unternehmen zum Beispiel mehr Waren oder Dienstleistungen verkauft, einen Vermögenswert verkauft wird oder die Kosten senkt. Er sinkt, wenn die Umsätze zurückgehen oder Kunden ihre Rechnungen langsamer bezahlen.

Die Höhe des CashFlow ist nicht unbedingt ein guter Indikator für die Leistung eines Unternehmens. Ein hoher CashFlow bedeutet nicht notwendigerweise einen hohen Gewinn. Und hohe Gewinne führen nicht automatisch zu einem hohen oder positiven CashFlow.

Bilanzkennzahlen

Bilanzkennzahlen sind die gebräuchlichsten und am weitesten verbreiteten Instrumente zur Analyse der finanziellen Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Die mit den Bilanzkennzahlen ausgedrückten Verhältnisse sind leicht zu verstehen und einfach zu berechnen. Sie können zum Vergleich verschiedener Unternehmen verwendet werden.

Da es sich um einen mathematischen Vergleich handelt, der auf Verhältnissen basiert, können große und kleine Unternehmen diese Kennzahlen verwenden, um ihre Finanzinformationen zu vergleichen. Diese Finanzkennzahlen berücksichtigen nicht die Größe eines Unternehmens. Gebräuchliche Bilanzkennzahlen sind die Eigenkapitalquote, die Fremdkapitalquote, die Anlagendeckung und Verschuldungsgrad.

Der Verschuldungsgrad (englisch debt to equity ratio oder leverage ratio) ist das Verhältnis zwischen dem in der Bilanz ausgewiesenen Eigenkapital und dem Fremdkapital. Darüber hinaus dient der Verschuldungsgrad der Quantifizierung der finanziellen Hebelwirkung, die angibt, in welchem Umfang die Tätigkeiten eines Unternehmens aus dem Eigenkapital gegenüber den Mitteln der Gläubiger finanziert werden. Der Verschuldungsgrad wird hauptsächlich zur Analyse der Kapitalstruktur und damit zur langfristigen Beurteilung der finanziellen Lage eines Unternehmens verwendet.