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Was ist Blockchain?

Der Begriff Blockchain geistert zurzeit immer häufiger durch die Medien und viele Menschen haben zwar schon davon gehört, wissen aber nicht genau, was es mit diesem Begriff auf sich hat. Seit der Einführung der Kryptowährung Bitcoin gibt es auch den Begriff Blockchain, der die Datenbank bezeichnet, die hinter der Kryptowährung steht. Sie ist quasi die Buchhaltung aller, die diese Währung benutzen. Dabei hat Blockchain viele Vorzüge, beispielsweise, dass bei einer Bezahltransaktion kein Dritter wie eine Bank beteiligt ist (lesen Sie auch, wie ein Datenraum hier ein unterstützendes Element sein kann).

Dieses Buchhaltungssystem lässt sich am einfachsten begreifen, wenn sich jemand einen Haufen Post-it Zettel vorstellt, die man aufeinanderstapelt. Oder auch eine Kette, bei der Stein für Stein auf den Faden aufgezogen wird. Jeder Post-it Zettel oder Stein steht für eine einzelne Transaktion, auf der Absender und Empfänger vermerkt sind.

Bei der nächsten Transaktion entsteht wieder ein neuer Zettel und der Stapel erhöht sich mit jeder Aktion zwischen diesen beiden. Die dadurch entstehende Datenbank gilt als überaus sicher und unbestechlich, was viele Nutzer zu schätzen wissen.

Die Grundlagen dieses Systems

Damit dieses Buchhaltungssystem funktioniert, schaffen Nutzer zunächst ein  jeweils eigenes Netzwerk, das man als Node bezeichnet. Sie sind untereinander vernetzt und dies wird dem Begriff Peer-to-Peer-Netzwerk zugeschrieben, welches allein auf gegenseitiges Vertrauen  beruht. Innerhalb dieses Netzwerkes kann man nun einzelne Transaktionen abwickeln, wobei es ganz egal ist, welche Transaktionen es sind.

Manchmal ist bei diesen Transaktionen jedoch eine dritte Partei beteiligt, die man als trusted third party bezeichnet. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Bank handeln, bei der der Käufer und der Verkäufer ein Konto haben. Es kann aber auch ein Kreditkarteninstitut zwischengeschaltet sein, wobei all diese dritten Parteien den Zahlungsverkehr tatsächlich verlangsamen. Oftmals fallen auch zusätzliche Kosten durch Bearbeitungsgebühren an.

Durch Blockchain benötigt man aber keine dritten Beteiligten mehr, da sie überflüssig sind. Deshalb sprechen die Experten hierbei von einem trustless System, quasi arbeiten ohne Gewährsmann.

blockchain datennetzwerk

Blockchain fungiert als sichere Datenbank aller, mit Bitcoin durchgeführten, Transaktionen.

Wie sicher ist das System?

In diesem Buchhaltungssystem kann niemand einzelne Transaktionen verändern, beeinflussen oder löschen ohne dadurch die gesamte Kette oder den Post-it Haufen zu beschädigen. Das liegt an dem so genannten Hashwert, den jeder Post-it-Zettel zugewiesen bekommt. So kann man jede Transaktion identifizieren. Sollte jemand irgendetwas ändern, verändert sich auch der automatische Hashwert, was wiederum die Reihenfolge der Zettel verändert. Zudem trägt jede weitere Transaktion die Summe aus allen anderen Geschäftsvorgängen in sich.

Weil es praktisch unmöglich ist, diese Reihenfolge zu verändern,  benötigt man keine dritte Partei zur Kontrolle. Auch die aktuelle Liquidität der einzelnen Teilnehmer ist jederzeit bekannt. Es kann somit immer überprüft werden, ob der Teilnehmer zahlungsfähig ist. Selbstverständlich sind aus Datenschutzgründen alle Beteiligten unter einem Pseudonym gespeichert, um die Identität der Personen zu schützen.

Dadurch wird ein Betrug mit diesem Buchhaltungssystem weitaus schwerer als durch die bisherigen Möglichkeiten für finanzielle Transaktionen. Allerdings findet dieses System nicht nur im Finanzwesen Anwendung, sondern eignet sich ebenso für die Speicherung von ganz unterschiedlichen Datensätzen. Das gilt für Immobilienverkäufe oder auch für simple Textdateien.

Wie sicher ist Blockchain vor Manipulation?

Obgleich es sich als weitaus sicherer erweist als vergleichbare Systeme, ist es dennoch nicht völlig sicher vor Manipulationen. Der Schutz wird jedoch ständig Blockchain Bitcoinverbessert, wobei die Sicherheitsbemühungen vorrangig darauf abzielen, dass niemand nach Belieben neue Blöcke erstellen kann. Derzeit wird das Erstellen neuer Blöcke an mathematische Rätsel gekoppelt, bei denen eine Zeichenfolge durch Kombinatorik zu erraten ist.

Dies wird als Mining bezeichnet und die Rätsel werden durch einen Algorithmus so angepasst, dass von Zeit zu Zeit neue Blöcke entstehen. Der Sinn ist, dass für die Rätselsendung Zeit wie auch Rechnerleistung zu investieren ist, um die richtige Lösung zu finden. Dafür gibt es allerdings eine Art Belohnung wie Bitcoins, was allerdings von System zu System ganz unterschiedlich ausfällt.

Durch das Mining ist es gleichzeitig möglich, die gewünschten Transaktionen im neu erstellten Block zu validieren, also zu sehen, ob der Käufer über die nötige Liquidität für die Transaktion verfügt. Allerdings ist das Mining inzwischen mit einem hohen Aufwand und auch enormen Kosten verbunden, weshalb gewöhnliche User sich nicht mehr daran beteiligen können. Deshalb übernehmen moderne Rechenzentren mit eigener Hardware das Mining für Bitcoin.

Wer erfand dieses System?

Der Erfinder der Bitcoin ist auch der Erfinder der Blockchain, denn nur so war die Kryptowährung Bitcoin überhaupt realisierbar. Bei dem ursprünglichen Konzept des Satoshi Nakamoto waren allerdings die User, Nodes und Miner noch identisch. Um die Bitcoins zu nutzen, brauchte es zuerst einen Node. Dafür wurde der gesamte Datensatz mit allen Geschäftsvorgängen herunter geladen, gespeichert und verifiziert. Dabei konnte jeder Node auch ein Miner sein und alle Aktionen ausführen.

Jedoch sind im Laufe der technischen Entwicklung beide Rollen getrennt zu sehen und die dazu gehörige Hardware stellt gleichzeitig immer höhere Anforderungen, worauf das Mining letztendlich nur noch von eigens geschaffenen Rechenzentren zu bewältigen ist. Allein diese Rechenzentren können das Mining so schnell, effizient und kostengünstig erledigen, wie es von dem Erfinder angedacht war.

Was ist Venture Capital – Chancen für Gründer

Venture Capital (kurz: VC) – in Deutschland auch unter dem Namen Wagniskapital oder Risikokapital bekannt – ist eine speziell für Neugründer und Startups nicht unwesentliches Mittel zur Finanzierung verschiedener Projekte. Dabei investiert eine sogenannte Venture-Capital-Gesellschaft bewusst in ein fremdes Unternehmen, und stellt neben dem notwendigen finanziellen Mitteln auch oft ein gewisses branchenspezifisches Know-How zur Verfügung. Wichtig dabei ist allerdings immer, dass das Unternehmen an Wert gewinnt und weiter wächst.

Anders als von Vielen fälschlicherweise geglaubt, geht es den Investoren dabei nicht um den Erwerb einer Mehrheit an einem Unternehmen. Im Gegenteil: Die Investoren entscheiden sich bewusst für diese Form der Investition, damit eben die Gründer die Mehrheit an ihrem Unternehmen behalten. Letztlich sucht ein Investor auch hier nach der Möglichkeit einer akzeptablen Rendite – bei angemessenem Risiko.

Nicht jedes Unternehmen eignet sich für Venture Capital Investitionen

Speziell für Neugründer klingt es natürlich immer ziemlich verlockend einen gewissen finanziellen Anteil zu erhalten und dabei zugleich noch selbst zu einem großen Teil im Besitz des eigenen Unternehmens zu bleiben. Jedoch sei hierbei festzuhalten, dass VC-Gesellschaften nicht so leicht zu überzeugen sind und einige Unternehmen ebenso für eine solche Form der Investition nicht in Frage kommen. Besonders beliebt für den Einsatz eines Risikokapitals sind junge Unternehmen, die zwar kaum Sicherheiten vorweisen können, dafür aber durch innovative Ideen, Produkte oder Dienstleistungen überzeugen. Gesellschaften, die sich für eine solche Investition entscheiden, steigen im Durchschnitt mit einem Eigenkapital ab 100.000 bis 250.000 Euro ein.

Die unterschiedlichen Phasen von Venture Capital

Venture Capital gliedert sich in mehrere Phasen

Venture Capital gliedert sich in mehrere Phasen

VC Gesellschaften haben zu verschiedenen Zeitpunkten die Möglichkeit durch diese Investitionsform in ein Unternehmen einzusteigen. Generell unterscheidet man drei Phasen beim Einsatz von Venture Capital:

Vor-Gründungsphase: Zu diesem Zeitpunkt befindet sich das Unternehmen noch nicht einmal in den Kinderschuhen, sondern ist noch mit der Umsetzung vorhandener Ideen und der Entwicklung von Prototypen beschäftigt. Da die Vor-Gründungsphase – oder auch Seed Phase – für Gesellschaften ein sehr hohes Risiko bergen, investieren diese nur in sehr seltenen Fällen zu einem solch frühen Zeitpunkt. Im Gegenzug: Sofern das Unternehmen dann tatsächlich von Erfolg gekrönt ist, fällt die erhaltene Rendite für die Investoren besonders hoch aus.

Gründungsfinanzierung: Speziell in den letzten Jahren ist immer wieder von der aufstrebenden Start-Up Szene die Rede. Oftmals sind in solchen Fällen bereits die entsprechenden Ideen und Planungen abgeschlossen, jedoch die finanziellen Mittel zur konsequenten Umsetzung und Expansion des Unternehmens fehlen. Mit dem Einsatz von Risikokapital in dieser Phase ermöglichen die VC-Gesellschaften den Unternehmen die Möglichkeit ihr Produkt in einer entsprechenden Stückzahl zu produzieren und entsprechend zu promoten. Damit sich Investoren hier für eine Investition entscheiden, sollten die Aussichten auf zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg durch das Produkt/die Dienstleistung sehr gut stehen.

Erste Wachstumsphase: Zu diesem Zeitpunkt hat sich das Unternehmen bereits eine gewisse Zeit auf dem Markt etabliert und gezeigt, dass es den Markt erfolgreich bedienen kann. Der Fokus bei einer solchen Investition liegt ganz klar darin die Position am Markt im Vergleich zur Konkurrenz zu verbessern. Das Risiko für die VC-Gesellschaften ist in dieser Phase bereits relativ gering, dass das Projekt ein Flop wird. Allerdings ist dann die Rendite verglichen mit der Seed-Phase entsprechend niedrig.

Venture Capital Gesellschaften in Deutschland

Venture Capital Gesellschaften: Meistens mehr als nur Geldgeber

Venture Capital Gesellschaften: Meistens mehr als nur Geldgeber

In Deutschland gibt es weit über 200 Gesellschaften, die Risikokapital in stark wachsende Firmen oder Startups investieren. Obwohl diese alle das Ziel verfolgen in aufstrebende junge Unternehmen zu investieren, unterscheiden sich diese mitunter erheblich. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die verschiedenen VC Formen:

Der Großteil der Unternehmen lässt sich in die Gruppe der Klassischen Venture Capital Gesellschaften einordnen. Diese haben meist eine kleine Anzahl an Branchen, in die investiert wird. Einer der Vorteile dabei ist, dass diese aufgrund des nicht so breit gefächerten Spektrums meist spürbar Know-How in das Unternehmen einfließen lassen können.

Danach wären auch noch die sogenannten Förderbanken zu nennen. Diese haben meistens eigene Beteiligungsgesellschaften, mit denen sie in Unternehmen einsteigen und investieren. Die Chancen diese Investoren für sich zu gewinnen ist deutlich höher, da deren Beteiligungen schon bei 20.000 Euro beginnen. Allerdings birgt eine solche Beteiligungsgesellschaft auch ein kleines Manko: Im Gegensatz zu den klassischen VC-Gesellschaften investieren die Förderbanken quer durch alle Branchen, wodurch das vorhandene Know-How in den einzelnen Branchen mitunter nicht ganz so intensiv vorhanden sein könnte.

Daneben gibt es mit den High-Tech Gründerfonds, den Corporate Venture Capital Gesellschaften sowie den Fonds Gesellschaften, die explizit nur in junge Firmen investieren:

Eine der Fonds-Gesellschaften der VC Szene: Coparion

Eine der Fonds-Gesellschaften der VC Szene: Coparion

High-Tech Gründerfonds: Diese Gesellschaften steigen gerne schon in der Seed-Phase ein und das bevorzugt in Unternehmen, die neue Technologien mit ihren Produkten bzw. Dienstleistungen vorantreiben möchten. Ein absoluter Pluspunkt für die Neu-Unternehmer ist sicherlich die Kombination aus Bank und Privaten Investoren, wodurch auch das mitgebrachte Know-How sehr nützlich sein kann.

Corporate Venture Gesellschaften: Hierbei handelt es sich um Gesellschaften von sehr großen Unternehmen, die mit ihren Investitionen zugunsten ihrer Muttergesellschaft profitable Vorteile erreichen möchten.

Venture Capital Fonds: Auch hier stehen junge Wachstumsunternehmen im Vordergrund. Im Gegenzug zu den High-Tech Gründerfonds Gesellschaften liegt deren Fokus auf der A-Series Finanzierung. Nachteil für die Unternehmer: Ein Einstieg einer Fonds Gesellschaft (wie etwa Coparion) ist nur dann in Betracht zu ziehen, wenn bereits ein oder mehrere, weitere Investoren vorhanden sind, die ebenfalls in das junge Unternehmen investiert haben.

Fazit zum Thema Venture Capital

Venture Capital öffnet kleinen Unternehmen mit großen Ideen und Startups eine Chance sehr schnell zu wachsen. Grundvoraussetzung dafür ist in aller Regel aber das Potenzial, eine Branche nachhaltig zu beeinflussen oder gar „umzukrempeln“.

Wer als Gründer oder Geschäftsführer (s)einer Firma nach Venture Capital Gesellschaften sucht, sollte in jedem Fall seine Unterlagen und Business-Pläne gut sortiert haben. Für die anschließende Due Diligence, die einem Investment durch Venture Capital Anbieter vorangeht, bietet sich natürlich besonders ein sicherer virtueller Datenraum wie der von docurex.com an. Dabei eignet sich der Datenraum auch gut zur anschließenden Kommunikation mit den Investoren, Geldgebern aber auch mit Banken und dem eigenen Beirat (engl. Board).

 

Auch lesenswert:

Pebble.com - das bekannteste Crowdfunding Projekt auf Kickstarter

Crowdfunding zur Finanzierung von innovativen Produkten und Projekten

Zu den am schwierigsten Hürden einer Unternehmensgründung gehört zweifelsfrei die Finanzierung: Um Banken von einem Kredit zu überzeugen, muss ein schlüssiger Businessplan dargelegt werden – was insbesondere bei innovativen Geschäftsideen oft schwer fallen dürfte.

Trotz des aktuell insgesamt günstigen Zinsumfeldes vergeben die Kreditinstitute die Darlehen an Firmen nur restriktiv. Sehr häufig kommt es vor allem bei Technologie-Unternehmen und innovativen Gründern zu einer Ablehnung des konkreten Kreditwunsches.

Existenzgründer sollten sich deshalb nach Alternativen in Punkto Finanzierung umsehen: Eine davon könnte das sogenannte Crowdfunding sein. Mithilfe dieser „Schwarmfinanzierung“ können Projekte oder neue Produkte ganz ohne Bankenbeteiligung erstellt bzw. duurchgeführt werden.

Was die Schwarmfinanzierung ausmacht

Um zu verstehen, wobei es sich beim Crowdfunding handelt, hilft es zunächst, den Begriff zu erklären: „Crowd“ bedeutet so viel wie Menschenmenge und ist im Kontext von Crowdfunding auf die Kapitalgeber bezogen. Anders als beim Bankenkredit wird die Finanzierung nicht durch einen einzigen Geldgeber, sondern eine Vielzahl von Investoren gestemmt. Dadurch wird auch das nicht zu vermeidende Investitionsrisiko auf eine breite Anzahl von Anteilseignern verteilt.

Pebble.com - das bekannteste Crowdfunding Projekt auf Kickstarter

Pebble.com – das bekannteste Crowdfunding Projekt auf Kickstarter

„Funding“ meint die eigentliche Finanzierung. Üblicherweise ist es so, dass die Geldgeber durchaus einen Gegenwert für ihre Investitionen erhalten. Dies zeigt sich etwa an einem der erfolgreichsten bekannten Crowdfunding-Projekte: Die innovative Smartwatch „Pebble“, die aufgrund des E-Ink-Displays eine hohe Akkulaufzeit sowie eine perfekte Ablesbarkeit auch unter hellem Sonnenlicht erlaubt.

Das Projekt zur Smartwatch Pebble sollte zunächst mit 100.000 US-Dollar best online casinos finanziert werden. Tatsächlich zeigten sich weitaus mehr Spender als erhofft bereit, Geld für ein solches Produkt zu investieren – am Ende konnten mehr als 10 Millionen Dollar gesammelt werden.

Die Geldgeber erhielten dafür als einer der ersten Kunden überhaupt eine solche Uhr, zudem wurde ihnen ein Vorzugspreis beim Kauf eingeräumt. In im engeren Sinne handelt es sich also eher um einen Vorab-Bestellung und weniger um eine Finanzierung oder Spende. Schließlich erhält der Geldgeber mit dem Produkt selbst den Gegenwert.

Was ist der Unterschied zum Crowdinvesting?

Eine zunächst ähnlich erscheinende Variante der Schwarmfinanzierung ist das Crowdinvesting. Der Unterschied zwischen beiden Finanzierungsformen liegt darin, dass beim Crowdinvesting aus Sicht der Investoren die eigentliche Investition und deren Rendite im Vordergrund stehen.

Die Geldgeber sind also durchaus daran interessiert, mit der eigenen Investition auch einen Gewinn zu erwirtschaften und früher oder später ausbezahlt zu bekommen. Dafür lässt sich Crowdinvesting auch für ganz konventionelle Projekte verwenden, etwa die Realisierung von Bauvorhaben.

Beim Crowdfunding steht jedoch die Realisierung des Projektes bzw. Produktes im Vordergrund. Die Geldgeber entscheiden sich für eine Investition, weil sie ein Interesse daran haben, dass genau dieses eine innovative Produkt mit seiner Geschäftsidee tatsächlich in die Tat umgesetzt wird.

Auch lesenswert: Wie Gründer und Startups von Venture Capital profitieren können.

Die Entwicklung des Crowdfundings

Interessant für Unternehmensgründer ist natürlich die Frage, ob und wie sich die Finanzierungsform des Crowdfundings für das eigene Unternehmen nutzen lässt. Denn tatsächlich ist diese Art der Eigenkapitalaufstockung noch recht neu. Sie ist historisch auf die Musikindustrie zurückzuführen: Als Reaktion auf zunehmende Raubkopien nutzte der Musiker und Produzent Brian Camelio die Plattform ArtistShare zur Finanzierung eines (neuen) Albums.

Die Musikliebhaber mussten also zunächst zahlen, damit ein Album überhaupt aufgenommen wurde. 2008 und 2009 wurden die heute noch sehr beliebten Plattformen Indiegogo und Kickstarter gegründet, über die schon viele Projekte realisiert werden konnten. Bereits 2014 meldete Kickstarter eine Gesamtinvestitionssumme von 1 Milliarde US-Dollar die von rund 5,7 Millionen Menschen aufgebracht wurde.

Indiegogo - einer der Platzhirsche beim Crowdfunding

Indiegogo – einer der Platzhirsche beim Crowdfunding

Neben der bereits erwähnten Pebble-Smartwatch wurde etwa in Deutschland über Crowdfunding beispielsweise der Film zur beliebten Fernsehserie „Stromberg“ finanziert. Während der Produzent „Brainpool“ von einem dreimonatigen Finanzierungszeitraum ausging, kamen bereits nach zwei Tagen 150.000 Euro zusammen; nach einer Woche waren 1 Million Euro erreicht. Auch viele Videospiele, darunter „Star Citizen“ und „Wasteland 2“ konnten letztlich nur aufgrund der Schwarmfinanzierung realisiert werden

Plattformen für Crowdfunding

Die Online-Plattformen nehmen in der Regel mehrere Rollen ein:

Zum einen wird die Idee hinter dem zukünftigen Produkt Online vorgestellt. Bereits an der ersten Reaktion der Nutzer läßt sich in aller Regel das Markt-Potential der Idee ablesen. Hier gilt die einfache Logik: Je mehr Reaktion – desto mehr Erfolgsmöglichkeiten.

In diesem weiteren Sinne sind die Plattformen für Crowdfunding also Marketing, Marktforschungs– und Finanzierungs-Plattform in einem.

Die bekanntesten Plattformen für Crowdfunding sind:

 

Wie das Crowdfunding von Unternehmern genutzt werden kann

Um dieses Potenzial für von Crowdfunding für die eigene Firma bzw. ein Start-up zu nutzen, ist es zunächst einmal notwendig, sich auf einer der bekannten Plattformen anzumelden. Dabei müssen etwa im Falle von Kickstarter 5 % der erreichten Finanzierungssumme als Provisionsgebühr gezahlt werden, zudem müssen die Investoren zwischen drei und 5 % der Investition an den Zahlungsdienstleister abführen. Dafür erhebt Kickstarter keine weiteren Besitzansprüche mehr an das Projekt. Dabei müssen Sie als Unternehmen ein Finanzierungszeitraum sowie eine Gesamtfinanzierungssumme wählen.

Fazit und Empfehlung

Fachleute raten dazu, das zukünftige Projekt nach Möglichkeit bereits deutlich vor dem Start auf der jeweiligen Online-Plattform bekannt zu machen. Dadurch erreichen Sie, dass die ersten Geldgeber bereits unmittelbar nach dem Start investieren – und ebenjener Start dadurch gelingt. Dabei handelt es sich um einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Effekt der genutzt werden soll, denn die Entwicklung einer solchen Kampagne hängt ganz maßgeblich von einem guten Start ab.

Nur wenn davon ausgegangen werden kann, dass die Kampagne tatsächlich erfolgreich wird, lassen sich andere Geldgeber leicht überzeugen. Entsprechend wichtig ist es, im Vorfeld der Kampagne Werbung für das zukünftige Produkt zu betreiben und damit das Projekt bekannt zu machen.

Dafür sollten Gründer vor allem online entsprechende Artikel veröffentlichen und Marketing für die eigene Produkt-Idee betreiben. Ebenso wichtig ist Verbreitung bzw. Bewerbung in sozialen Netzwerken – denn hier ist meist die Internet-Affine Zielgruppe für Crowdfunding am häufigsten zu finden.

Zudem sollte ein realistisches Finanzierungsziel gesetzt werden, welches Sie lieber ein wenig niedriger ansetzen sollten – dann können Sie mithilfe von Crowdfunding auch für Ihr Unternehmen eine Erfolgsgeschichte schreiben.

 

BWL-Artikel

Was ist Kapitalflussrechnung?

DieIm Allgemeinen wird die Kapitalflussrechnung als auch Cashflow-Rechnung bezeichnet. Ziel einer solchen Rechnung ist es, eine gewisse Transparenz über sämtliche unternehmensinterne Zahlungsströme zu schaffen. Veränderungen in Bezug auf die Liquidität sollte man ebenso herausarbeiten wie die Ursachen entsprechender Veränderungen.

Definition der Kapitalflussrechnung

Prinzipiell ist die Bezeichnung Kapitalflussrechnung recht irreführend. Laut Kapital-Definition ist dieses nicht liquide. Innerhalb eines Jahreszeitraumes ist es nur geringfügig beweglich. Eine wesentlich bessere Bezeichnung für die Kapitalflussrechnung wäre der Begriff Geldflussrechnung, welcher unter anderem in der Schweiz verwendet wird, sich hierzulande aber nicht durchsetzt. Gesetzliche oder einheitliche Definitionen für die Kapitalflussrechnung gibt es bislang nicht. Die Funktionen sind sehr vielfältig und lassen sich unternehmensintern individuell ausgestalten. Dennoch gibt es gewisse nationale und internationale Standards, die als Orientierungspunkt dienen. Generell liefert die Kapitalflussrechnung reichhaltige Informationen über die allgemeine Finanzsituation eines Unternehmens und über die Verwendung finanzieller Mittel. In diesem Kontext wird die Cashflow-Rechnung als spezielles, wichtiges und äußerst aussagekräftiges Zusatzinstrument für die Beurteilung eines Unternehmens unter dem finanziellen Aspekt genutzt. Relativ grob kann gesagt werden, dass die Kapitalflussrechnung nicht nur die Entwicklung, Herkunft und Verwendung von finanziellen Mitteln festhält, sondern darüber hinaus Ein- und Auszahlungen sehr strukturiert abbildet.

Kapitalflussrechnung

Einzahlungen und Auszahlungen werden gegenüber gestellt

Kurz und knapp: Sehr einfach gesagt handelt es sich bei der Kapitalflussrechnung um eine detaillierte Gegenüberstellung von Einzahlungen und Auszahlungen, innerhalb einer bestimmten Abrechnungsperiode. Ziel ist es, umfangreiche Informationen über die tatsächliche und aktuelle Finanzkraft eines Unternehmens festzuhalten.

Retrospektive und Prospektive Kapitalflussrechnung

Innerhalb der Finanzwirtschaft wird zwischen der retrospektiven und der prospektiven Kapitalflussrechnung unterschieden. Die retrospektive Variante orientiert sich an der Vergangenheit. Die Grundlage bilden die vorliegenden Jahresabschlüsse. Prinzipiell sind retrospektive Kapitalflussrechnungen objektiv nachprüfbar. Allerdings können sie nicht als Prognoseinstrument eingesetzt werden. Die prospektive Kapitalflussrechnung bedient sich im Vergleich den Plan-Gewinn und Verlustrechnungen. Dies nennt man auch „Finanzplan. Im Fokus steht die Zukunft des Unternehmens. Vorrangig dienen prospektive Kapitalflussrechnungen der Prognose und der Planung. Mit ihr werden zukünftige Zahlungsfähigkeiten beurteilt.

Aufbau und Inhalt einer vollständigen Kapitalflussrechnung

Wie bereits erwähnt werden bei der Kapitalflussrechnung alle Ein- und Auszahlungen einer bestimmten Periode genausten betr

Methoden Kapitalflussrechnung

Welche zwei Methoden gibt es?

achtet und gegenübergestellt. Zudem findet eine entsprechende Zuordnung statt. In der Praxis haben sich hierfür zwei verschiedene Methoden etabliert. Zum einen gibt es die direkte und zum anderen die

indirekte Methode. Am häufigsten nutzt man die indirekte Methode.

+ Indirekte Methode:

Bei der indirekten Methode der Kapitalflussrechnung ist der verwendete Jahresüberschuss maßgeblich. Dieser wird durch nichtzahlungswirksame Aufwendungen korrigiert. Darüber hinaus findet eine Herausrechnung der zahlungswirksamen Erträge statt. Aus dieser vergleichsweise einfachen Berechnung ergibt sich der Cashflow für die jeweils laufende Geschäftstätigkeit. Im Anschluss erfolgt die Cashflow-Berechnung aus Investitionstätigkeiten, woraufhin die Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten erfolgt. Die berechneten Cashflows werden miteinander addiert und um mögliche wechselkursbedingte Veränderungen des Werts bereinigt. Die daraus ermittelte Summe muss mit dem periodischen Anfangsbestand addiert werden, woraus sich der Stand der Finanzmittel am Periodenende ergibt.

+ Direkte Methode:

Bei der direkten Methode der Kapitalflussrechnung ist der Jahresüberschuss aus der Gewinn- und Verlustrechnung irrelevant. Stattdessen betrachtet man Veränderungen, die aus internen Aus- und Einzahlungen resultieren. Aus dem Jahresabschluss gehen diese Informationen nur bedingt hervor. Sämtliche Einzahlungen von Kunden, die aus Erzeugnisverkäufen oder aus sonstigen Leistungen entstehen, werden miteinander addiert und um die angefallenen Auszahlungen, etwa an Lieferanten, reduziert. Aus dieser einfachen Berechnung ergibt sich der Cashflow aus operativer Tätigkeit. Im Anschluss wird der Cashflow aus Investitionstätigkeit wie bei der indirekten Methode ermittelt. Auch der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wird bei der direkten Methode wie bei der indirekten Methode berechnet. Die abschließende Berechnung des Finanzmittelstandes erfolgt ebenfalls wie bei der indirekten Methode.

Drei Stufen der Zahlungsströme

Zahlungsströme Kapitalflussrechnung

Welcher Zahlungsstrom ist der richtige?

Ausgehend vom Handelsgesetzbuch ist die Kapitalflussrechnung ein wichtiger Bestandteil des Konzernabschlusses. Laut Empfehlungen der DRS 2 sollte die Kapitalflussrechnung drei verschiedene Zahlungsströme berücksichtigen. Hierzu zählen der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, sprich der operative Cashflow, der Cashflow aus Investitionstätigkeit und der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit.

Stufe 1: Berechnung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit (indirekte Methode):

Periodenergebnis vor Abzug der außerordentlichen Posten
+/- Abschreibungen oder Zuschreibungen aus dem vorhandenen Anlagevermögen
+/- Zunahme oder Abnahme der rückstelligen Verbindlichkeiten
+/- weitere Erträge oder Aufwendungen, die zahlungsunwirksam sind
+/- Verlust oder Gewinn, der aus dem Abgang von Anlagevermögen resultiert
+/- Abnahme oder Zunahme von Vorräten, sowie Forderungen die aus Leistungen und Lieferungen resultieren und weitere Aktiva, die sich nicht der Finanzierungs– und Investitionstätigkeit zuordnen lassen
+/- Einzahlungen und Auszahlungen, die aus außerordentlichen Posten resultieren
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beziehungsweise operativer Cashflow

Stufe 1: Berechnung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit (direkte Methode):

+ Einzahlungen von Kunden
– Auszahlungen, die beispielsweise an Lieferanten oder Geschäftspartner gehen
+ weitere Einzahlungen, die nicht aus Investitions– oder Finanzierungstätigkeit stammen
– weitere Auszahlungen, die nicht aus Investitions– oder Finanzierungstätigkeit resultieren
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beziehungsweise operativer Cashflow

Stufe 2: Berechnung des Cashflows aus Investitionstätigkeit

Sämtliche Einzahlungen, die aus Sachanlagevermögens-Abgängen resultieren
– Auszahlungen, die der Investition in das Sachanlagevermögen dienen
+ Einzahlungen aus immateriellen Anlagevermögens-Abgängen
– Auszahlungen, die der Investition in das immaterielle Anlagevermögen dienen
+ Einzahlungen, die aus Abgängen aus dem Finanzanlagevermögen resultieren
– Auszahlungen, die der Investition in das Finanzanlagevermögen dienen
+ Einzahlungen, die durch den Verkauf von sonstigen Geschäftseinheiten und dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen begründet sind
– Auszahlungen, aufgrund des Erwerbes von sonstigen Geschäftseinheiten und konsolidierten Unternehmen
+ Einzahlungen, durch Anlagen in Finanzmittel für die kurzfristige Disposition von Finanzen
– Auszahlungen, durch Anlagen in Finanzmittel für die kurzfristige Disposition von Finanzen
Cashflow aus Investitionstätigkeit

Stufe 3: Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten

Einzahlungen, die aus Zuführungen aus dem Eigenkapital resultieren
– Auszahlungen, die an Minderheitsgesellschafter oder Unternehmenseignern gezahlt wurden
+ Einzahlungen, die durch Anleihen und Kreditaufnahmen zustande kommen
– Auszahlungen aufgrund der Tilgung von Krediten und Anleihen
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Cashflow Kapitalflussrechnung

Wie berechnet man den Cashflow letztendlich?

Abschließende Berechnung des Finanzmittelstands:
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
+ Anfangsbestand der Periode
Finanzmittelstand zum Periodenende

Was ist eine Investition

Für Unternehmen gehören Entscheidungen bzgl. Investitionen zum Überleben auf dem Markt. Auch Investitionen für den geschäftlichen Datenraum sind hier zu berücksichtigen. Aber auch für Privatpersonen ist die Wichtigkeit einer Investition gerade in Bezug auf die Altersvorsorge nicht von der Hand zu weisen. Um nicht vom Regen in die Traufe zu kommen, sind einige Punkte zu beachten.

Begriffsdefinition

Unter einer Investition versteht man den Einsatz von finanziellen Mittel für Güter, die auf lange Sicht gesehen Vorteile verschaffen können. Besonders Immobilien, techn. Anlagen und Maschinen sowie Fahrzeuge werden hierunter verstanden. Nicht als Investition gelten Güter, die für den Konsum bestimmt sind. Allerdings sollten Sie bedenken, dass eine Investition immer auf Planungen basieren, die eine zukünftige Wirkung erwarten lassen. Ob jedoch genau diese beabsichtigte Wirkung einsetzt, ist mit Ausnahme der Abschreibungen bei den Steuerzahlungen, ungewiss.

InvestitionDas bedeutet, dass beispielsweise die Anschaffung eines Baggers für ein Bauunternehmen eine bessere Auftragssituation aufgrund größerer Kapazitätenverfügbarkeit bewirken soll. Ob diese Anschaffung sich aber über den geplanten Abschreibungszeitraum von 20 Jahren rentiert, kann von Ihnen nur während dieses Zeitraums festgestellt werden. Im schlimmsten Falle handelt es sich um eine Fehlinvestition, also um verlorenes Kapital.

Zur besseren Planung sollte vor jeder Investition eine Investitionsrechnung erfolgen. Hiermit können Sie feststellen, ob die geplante Maßnahme vorteilhaft ist und ob es eine bessere Alternative gibt. Eine gute Entscheidung diesbezüglich hängt von einem systematischen Vorgehen zur Lösung dieser Fragestellung ab.

Hierbei sollten Sie folgende Punkte beachten:

1. Was muss ich tun, um Erfolg zu haben im Vergleich zu einem Unterlassen der Maßnahme

Beschreiben Sie hier vollständig und detailliert Ihre Handlungsweise. Stellen Sie sicher, dass alle relevanten Punkte berücksichtigt werden. Sollten Sie den Konsum ausländischer Investitionen beabsichtigen, dürfen Sie hier nicht vergessen, dass eventuelle Export-Deckungsbeiträge, die bis dato einberechnet waren, nicht mehr zur Verfügung stehen.

2. Zeitplan

Planen Sie den für die Investition veranschlagten Zeitraum. Dieser wird auch als Abschreibungszeitraum bezeichnet. Beachten Sie hierbei, dass am Ende dieser Zeitspanne die von Ihnen genutzten Güter immer noch einen Restwert haben. Auch bei Finanzierungen kann es durchaus sein, dass zum Ende der Abschreibung noch offene Posten der Finanzierung bestehen. Bei technischen Anlagen und Gebäuden können sogar noch Rückbaumaßnahmen fällig werden. Alle diese Kosten müssen von Ihnen von Anfang an berücksichtigt und in die Planungen mit einbezogen werden.

3. Zusatzkosten der verschiedenen Alternativen

Beziehen Sie alle Kosten in Ihre Berechnungen und Planungen mit ein. Restwerte, Zahlungsziele und gegebenenfalls auch Kursschwankungen bei ausländischen Investitionen. Wenn Sie diese nun alle mit berücksichtigt haben, überlegen Sie genau, was Sie machen wollen. Vergleichen Sie den künftigen Stand mit Ihrer Ausgangssituation! So fällt Ihnen die Entscheidung, neue Investition oder weitermachen wie bislang, deutlich leichter.

4. Ermittlung des Kalkulationszinssatzes

Beachten Sie Ihren Kalkulationszinssatz. Dieser setzt sich aus Risiko, Zeitspanne der Investition und die Ersetzbarkeit der Güter. Dieser so zu berechnende Mischzinssatz berücksichtigt die notwendige Eigenkapitalverzinsung in Relation zum nötigen Eigenkapitalanteil sowie dem Fremdkapitalzinssatz. Sowohl für das Eigenkapital als auch das Fremdkapital sind die aktuellen Marktwerte zugrunde zu legen und nicht Ihre Bilanzwerte. Nimmt die Finanzierung einen wichtigen Bestandteil für die Entscheidung ein, so sollten Sie die beiden Finanzierungsarten und deren jeweilige Zinssätze separat voneinander betrachten.

5. Datenaufbereitung

Beachten Sie die während eines Jahres anfallenden Zahlungen. Diese müssen zum Jahresende hin verrechnet und in Ihrem Geschäftsbericht ausgewiesen werden. Achten Sie hierbei darauf, dass alle Zahlen aus dem Datenraum entsprechend auf- und abgezinst werden. Anschaffungen werden immer zum Startzeitpunkt hin abgezinst. Alle anderen kassenwirksamen Zahlungen werden zum Jahresende entsprechend aufgezinst.

6. Berechnung der Vorteilhaftigkeit – Einsatz vollständiger Finanzpläne

Für die Bestimmung de Vorteilhaftigkeit gibt es insgesamt drei Modelle, von denen zwei auf der Basis ohne Restriktionen beruhen.

a) ohne Anfangskapital

Eine Investition ist genau dann ohne Anfangskapital vorteilhaft, wenn der Endwert im vollständigen Finanzplan größer null ist. Ist dies der Fall, so sind alle Kosten gedeckt und für Ihr Unternehmen ist ein Vermögenszuwachs zu Buche zu schlagen.

b) Anfangskapital steht teilweise zur Verfügung

Hier ist die Investition genau dann vorteilhaft, wenn der Endwert im vollständigen Finanzplan höher ist als der angenommene Endwert. So ist das gesamte Kapital während der Laufzeit gebunden. Wenn der Endwert nun ausreicht, die Mindestverzinsung zu erreichen, ist die Vorteilhaftigkeit gegeben.

Schließen sich beide Alternativen jedoch gegenseitig aus, so sollten Sie diejenige wählen, bei der Vermögenszuwachs höher liegt.

Mit Restriktionen

Bei einem vollständigen Kapitalmangel und für einen internen Vergleich spielen die verschiedenen Kriterien der Rendite eine große Rolle. Hier sollten Sie die Alternativen mit den höchsten Renditen nutzen und diese bis zur vollständigen Vergabe des Kapitals einplanen. Allerdings bieten sich hier Ihnen Risiken, die dazu führen, dass Entscheidungen, die der linearen Optimierung zuzuweisen sind, Ihre Pläne zunächst nicht verwirklichen lassen.

7. Aufstellung und Berechnung Ihres Finanzplans

8. Sensitivitätsanalyse

Um eine bessere Beurteilung der Vorteilhaftigkeit erzielen zu können, werden im Finanzplan wichtige Entscheidungsgrundlagen immer wieder angepasst. Der Konsum eines Gutes kann dann unter Bezugnahme dieser verschiedenen Parameter auch dann positiv beschieden werden, wenn sie in einem ungünstigen Fall die Vorteilhaftigkeit aufrechterhält.

Trotzdem sollten Sie wissen, dass hier in der Regel negative Endwerte die Folge sind. Hier ist es nun Ihre Entscheidung, ob Sie auf Ihren Berechnungen beruhend diese Investition tätigen möchten oder nicht.

9. Alternativbetrachtungen ohne finanzielle Kenndaten

Nicht immer können Sie die Ihnen zur Verfügung stehenden Alternativen auch mit Kosten betrachten. Oder aber diese in Relation zu setzen ist für Sie mit einem allzu großen Aufwand verbunden. Aber für eine Investition sind diese Posten ebenfalls detailliert zu betrachten und zu berücksichtigen. Haben Sie mehrere Alternativen zur Auswahl, hilft eine Bewertungsmatrix. Mit der hier erreichten Punktzahl können Sie dann einen Vergleich mit dem im Finanzplan ausgewiesenen Endwert vornehmen. Gerade Investitionen, die eine hohe Nachhaltigkeit und Umweltaspekte besitzen, können so besser beschlossen und umgesetzt werden.

Bei der Überlegung zur Durchführung einer Investition sollten Sie stets beachten, dass Sie nach der Wahl einer zur Verfügung stehenden Alternative noch lange nicht fertig sind. Sie müssen hier stets ein wachsames Auge haben, um so eventuell in der Folge auftretende Risiken rechtzeitig zu erkennen und diesen entgegenwirken zu können. Aber auch, um neue Chancen finden und nutzen zu können.

Hat der Prozess nun begonnen, sind fallende Kosten für das Gut oder sonstige Kosten, die noch anfallen, für Ihre weiteren Entscheidungen in dieser Hinsicht nicht mehr von Bedeutung. Es werden nur noch die Kosten und Einnahmen betrachtet, die sich noch aktiv variieren lassen.

ROI (Return on Invest)

Jede unternehmerische Tätigkeit richtet sich auf Gewinnerzielung aus. Sie setzt dafür Kapital ein, das entweder aus eigenen (unternehmerischen) Quellen stammt oder von einem fremden Investor. In beiden Fällen spielt eine der wichtigsten Kennziffern in der Betriebswirtschaft eine entscheidende Rolle: Der ROI (Return on Investment).

Die wortwörtliche Übersetzung ist: „Rückkehr der Investition„. In ihr steckt schon die Antwort auf die Frage: Was genau ist ein ROI? Es ist jener Punkt, an dem der erwirtschaftete Gewinn genau die Investitionskosten decktBWLer sagen: Ab diesem Punkt amortisieren sich die Investitionskosten, sie fließen von jetzt an als Gewinn zurück.

Die Frage, in welchem Zeitraum sich eingesetztes Kapital rentiert, also Gewinne erzielt, ist eine entscheidende im Wirtschaftsleben. Sie unterliegt verschiedenen Betrachtungsweisen, die vor allem davon abhängen, wer bzw. welche Unternehmensabteilung die Investition tätigt. Daraus ergeben sich unterschiedliche zeitliche Erwartungshaltungen.

Berechnung des ROI

ROI

Die Berechnung des ROI ist im Grunde einfach

Teilen Sie den Gewinn eines Unternehmens durch den Nettoumsatz (also exklusive Umsatzsteuer) erhalten Sie die sogenannte Umsatzrendite. Die multiplizieren Sie nun mit dem sogenannten Kapitalumschlag, das heißt Nettoumsatz geteilt durch Gesamtkapital.

Der Kapitalumschlag zeigt, wie oft das Gesamtkapital auf den Umsatz umgeschlagen wird. Beispiel: Kapitalumschlag 2 bedeutet, dass ein Unternehmen für jeden Euro, den es als Kapital einsetzt/ investiert, einen Umsatz von 2 Euro erwirtschaftet.

Umsatzrendite x Kapitalumschlag ergibt eine Kennziffer, die in Prozent beschreibt, wie effizient eine Investition hinsichtlich des Gewinns ist. Jedes Return on Investment berechnet also die prozentuale Relation zwischen Investition und Gewinn.

Ein Beispiel für einen ROI

Stellen Sie sich einen Bäcker vor einer Neuinvestition vor. Er hat das Ziel seinen Absatz zu vergrößern und plant, einen neuen Backofen zu kaufen. Er kann damit 100 Brötchen mehr backen und verkaufen als bisher. Pro Brötchen erzielt er einen Verkaufsgewinn von 8 Cent.

Vorausgesetzt er verkauft alle zusätzlichen 100 Brötchen sind das 8 Euro täglich. Auf 25 geöffnete Tage im Monat umgerechnet erzielt er somit 200 Euro pro Monat oder 2400 Euro pro Jahr. Der neue Ofen kostet genau 2400, die Investition würde also nach einem Jahr „zurückkehren„.

Ein weiteres Beispiel zur Verständlichkeit

Ein Anbau lohnt sich erst nach einigen Monaten bis Jahren

Ein Restaurantbesitzer will mit einem Anbau sein Restaurant erweitern. Der bietet 20 Gästen Platz, die im Durchschnitt für 25 Euro pro Person bestellen. Nach Abzug der Kosten (zum Beispiel Personal und Zutaten) bleiben dem Restaurantbesitzer 10 Euro Gewinn pro Person.

Bei 20 zusätzlichen Gästen pro Tag bringt ihm das täglich einen Gewinn von 200 Euro, aufs Jahr umgerechnet 70.000 Euro (bei 350 geöffneten Tagen im Jahr und vollem Besuch). Der Anbau kostet 105.000, hätte sich also in 18 Monaten amortisiert. Ab hier beginnt die Gewinnzone.

Unternehmerische Bedeutung des ROI

Er hat trotz seiner rein kostenorientierten Betrachtungsweise enorme Bedeutung in der Geschäftswelt. Das Verhältnis zwischen Gewinn und Investition ist für jede unternehmerische Tätigkeit ganz zentral. Als alleinige betriebswirtschaftliche Kennziffer ist ein ROI allerdings zu wenig aussagekräftig, da er nur die Investitionskosten betrachtet.

Die Abteilung, in der eine Investition erfolgt, entscheidet über seine Bedeutung. Die Marketing-Entscheider rechnen bei ihren werblichen Kampagnen gerne mit dem ROI. Sie wollen schnellen Rückfluss einer Investition durch frühe Erfolgszahlen. Die Personaler denken langfristig und übersetzen eine Neueinstellung nicht sofort in Kennzahlen.

Zu beachten ist auch das jeweilige InvestitionsumfeldIT-Fachleute eines Unternehmens setzen andere Maßstäbe für die Amortisation als Fachkräfte in der Weiterbildung. Die Nutzungsdauer neuer IT-Produkte ist kurzfristiger eingeplant als längerfristig orientierte Investitionen in die Fortbildung.

Der ROI in der Unternehmensrealität

Entscheidend für eine erfolgreiche Unternehmensplanung ist immer die Rentabilität eines Unternehmens. Sie ist der Oberbegriff für mehrere betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die der Bewertung des wirtschaftlichen Gesamterfolgs eines Unternehmens dienen.

Der ROI ist ein wesentlicher Faktor dieser Rentabilität (aber nicht der alleinige). Er wird in einer Prozentzahl ausgedrückt, die das Verhältnis von investierten Kapital und Gewinn ausdrückt. Je höher sie ist, desto rentabler wirtschaftet das Unternehmen, ein negativer Wert bedeutet Verlustgeschäft.

Spezielle Bedeutung für das Controlling

Der ROI ist wichtig für die Erfolgsanalyse

Im strategischen Controlling geht es um übergreifende Funktionen im Bereich der Unternehmenssteuerung bzwUnternehmensplanung mit Kontroll– und Koordinationsaufgaben. Das operative Controlling steuert die Rentabilität, Finanzplanung und Budgetverwaltung. Es richtet sich am ROI einer Investition aus.

Der ist also ein wichtiges Kriterium zur Erfolgsanalyse und Erfolgsmessung jeder Kapitalanlage. Er bewertet wie gerade genannt die Rentabilität von dem jeweils investierten Kapital. Hier ist auch ein Begriff gebräuchlich, den Sie vielleicht kennen: Die Kapitalrendite.

Probleme beim ROI

In der Geschäftswelt geht es oft kompliziert zu. Hier bestehen noch viele komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge, die Investitionsentscheidungen beeinflussen. Zum Beispiel andere Kalkulationskosten oder unklare Verwaltungskosten. Hier gibt es noch andere Kennzahlen, die zu beachten sind.

Der ROI hat rein statischen Charakter und beleuchtet nur einen Teil des betrieblichen Geschehens. Er lässt die gesamte Liquiditätsentwicklung des Unternehmens außer Acht und konzentriert sich einseitig auf eine Investition. Er hat deshalb keine alleinige Aussagekraft für den gesamten Geschäftserfolg.

DuPont-Kennzahlensystem

Eines der bekanntesten und ältesten Kennzahlensysteme auf ROI-Basis entwickelte ein US-Unternehmen 1919. Im rein an monetären Größen orientierten System des amerikanischen Chemie-Konzerns DuPont de Nemours and Co. steht der ROI im Mittelpunkt.

Die Unternehmenspolitik ist hier nicht auf gesamte Gewinnmaximierung ausgelegt, sondern auf Maximierung des Ergebnisses pro eingesetzter Kapitaleinheit. Sprich: Jede Investition soll so früh wie möglich in die Gewinnzone kommen. Die Ertragsrate des eingesetzten Kapitals, also der ROI, soll so hoch wie möglich sein.

Heutige Entscheidungsgrundlagen bei Investitionen

IT-Produkte haben eine kurze Nutzungsdauer

Die erweiterte Auffassung eines modernen Return on Investment geht nicht vom Gesamtkapital aus wie letztlich noch DuPont. Sie betrachtet die Einzelinvestitionen, die im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit erfolgen. Das Kapital dieser einzelnen Investitionen steht im Vordergrund der Analysen, nicht das Gesamtkapital.

Hier ergeben sich unterschiedliche Kalkulationen aus einer vollkommen unterschiedlichen Nutzungsdauer. Einzelinvestitionen in neue Software zum Beispiel in der Informations- und Kommunikationsbranche beachten idealerweise die relativ geringe Nutzungsdauer. Hier ist häufig veraltet, was älter als 3-4 Jahre ist. Sie kennen das vielleicht aus eigener Erfahrung.

Der Planungshorizont dieser Einzelinvestition ist eher kurzfristig und demzufolge sind hier nur Investitionen sinnvoll, die sich unter 3 Jahren amortisieren. Für Unternehmensbereiche wie zum Beispiel einen neuen Maschinenpark ergeben sich deutlich längere Zeithorizonte.

Fazit und Interpretation

Ein ROI ist immer nur so aussagekräftig, wie die bilanziellen Werte, aus denen er entsteht. Ein Wert von 17,5% bedeutet, dass die Investition in einen bestimmten Bereich für das Unternehmen lohnenswert ist. Das eingesetzte Kapital erwirtschaftet hier eine Rentabilität von 17,5%.

Das ist sicherlich eine wichtige betriebswirtschaftliche Kenngröße, die das Unternehmen erfreut. Sie bewertet aber nur direkte Kosten, mögliche indirekte wie zum Beispiel neu entstehende Personalkosten in der Verwaltung blendet sie normalerweise aus. Die rein finanzielle Kostensicht auf ein Unternehmen lässt zudem andere wichtige Aspekte wie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit oder das öffentliche Markenimage außer Acht.

Für den Gesamterfolg eines Unternehmens ist diese rentabilitätsorientierte Sichtweise deshalb nicht alleine entscheidend. Es ist für Unternehmen wichtig, das zu beachten.