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Was ist Machine Learning?

Machine Learning beschreibt die faszinierende Idee, dass von Menschen geschaffene Maschinen selber lernen können. Dadurch erweitern sie ihre Funktionalität und entwickeln eine künstliche Intelligenz (KI). Diese erlaubt es, dass eine trainierte Maschine sich auf geänderte Bedingungen einstellen kann. Sie ist dann nicht mehr abhängig von durch Menschen vorprogrammierte Abläufe.

Was versteht man unter künstlicher Intelligenz?

Künstliche Intelligenz begegnet einem unter diesem Begriff häufig bei Computerspielen. Das Verhalten eines maschinellen Gegners, der KI, beschränkt sich dort nicht zwingend auf bestimmte Muster. Vielmehr ist ein Rahmen vorgegeben, in dem sich die vom Rechner gesteuerte Figur bewegt. Anstatt mögliche Verhalten und darauffolgende Reaktionen zu programmieren, wird ein Algorithmus entwickelt, der Muster erkennt und verarbeitet.

Ist dieser gut gemacht, hat es den Anschein, dass die Figur eigene Gedanken entwickelt und dementsprechend handelt. Insbesondere wird die Maschine dadurch unempfindlicher gegenüber nicht vorgesehenen Eingaben. Anstatt den Vorgang abzubrechen oder „abzustürzen“, vergleicht sie mit ihr bekannten Daten und handelt entsprechend.

Hier besteht eine Analogie zum Verhalten und zur Intelligenz eines Menschen. Dieser versucht, in unbekannten Situationen Vergleiche mit ihm bekannten Verhältnissen herzustellen. Er handelt nach ihm vertrauten, erlernten Verhaltensmustern.

Die Rolle von Machine Learning in der KI

Das Machine Learning ist die Basis für jede KI. Man spricht davon, dass die Maschine trainiert werden muss. Sie benötigt eine ausreichend große Anzahl an Vergleichsdaten, um eine Grundlage für die „richtigen“ Entscheidungen zu haben. Eine untrainierte Maschine wird häufig unlogische und offensichtlich falsche Entscheidungen treffen. Man kann dies ebenfalls leicht mit dem Erfahrungsschatz eines Menschen vergleichen. Ein Kind, welches vor Kurzem erst das Lesen gelernt hat, wird die leicht unleserliche Handschrift eines Fremden nicht deuten können. Ein erfahrener Apotheker, der jahrzehntelang unleserliche handgeschriebene Rezepte von Ärzten entziffern musste, wird damit keine Probleme haben.

 Es müssen also Voraussetzungen für Machine Learning geschaffen werden. Dazu benötigt sie die Fähigkeit, ihre „Erfahrungen“ abzuspeichern. Zudem ist ein Algorithmus erforderlich, der Situationen klassifiziert und strukturiert ablegt.

Details zu Machine Learning

Es gibt zwei unterschiedliche Ansätze des Machine Learning. Das symbolische und das nicht-symbolische Lernen.

Beim symbolischen Ansatz erfolgt eine explizite Repräsentation von Werten. Objekten werden Eigenschaften zugeschrieben, die äußerlich nachvollziehbar sind. Das können Größen, Farbe oder bestimmte Formen sein. Es kann festgelegt werden, dass die Größe eines zu klassifizierenden Objekts sich in einem bestimmten Bereich bewegen muss. Dies kann mit einer Aussagelogik verbunden werden.

Diese besagt beispielsweise, wenn Objekt A größer als Wert X und kleiner als Wert Y ist, kann es nicht eines der Kategorie Z sein. Verknüpft man ausreichend viele solcher Aussagen, wird man schon recht zufriedenstellende Ergebnisse bekommen.

Voraussetzung für diese Form des Machine Learning bleibt, dass die Maschine auf eine entsprechend große Datenmenge zur Klassifizierung zurückgreifen kann. Es müssen ihr ausreichend viele Ausprägungen möglicher Kandidaten für eine Kategorie „gezeigt“ werden. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass es zu falschen Mustererkennungen kommt.

Der nicht-symbolische Ansatz des Machine Learning

Der nicht-symbolische Ansatz des Machine Learning baut stärker auf Verknüpfungen auf. Eine Ausprägung hiervon sind neuronale Netze. Es existiert kein Schema, nach dem Eingabewerte zu einem zugewiesenen Ausgangswert führen.

Die Eigenschaften werden vielmehr in verschiedenen Schichten aufgenommen, vom Objekt extrahiert und pro Schicht nach einem Algorithmus weiterverarbeitet.

Dieser kann mit einer Wahrscheinlichkeit arbeiten. Bei einem Personenkraftwagen gibt die Farbe vermutlich keinen Aufschluss über den Fahrzeugtyp. Bei der Bewertung von Sonderkraftwagen wäre hingegen die Farbe „rot“ ein starkes Indiz, dass es sich um ein Feuerwehrfahrzeug handelt. Kehrt man diese Aussage um, wäre es fast sicher, dass ein nicht-rotes Fahrzeug keines der Feuerwehr ist.

Je mehr Schichten existieren, die versuchen, derartige Verknüpfungen herzustellen, desto präziser wird das Ergebnis des Machine Learning.

Zudem kann Machine Learning nach der Art des Lernens unterschieden werden. Beim überwachten Lernen, werden der Maschine Eingaben mit den dazugehörigen Ausgaben zugeführt. Daraus bildet die Maschine Muster, die sie später anwenden kann.

Beim unüberwachten Lernen erhält die Maschine nur die Objekte. Sie bildet selber sinnvolle Kategorien und ordnet die Objekte diesen zu.

Die Anwendungsbereiche von Machine Learning

Das Machine Learning hat vermutlich auch in Ihrem Alltag Einzug erhalten. Ein einfaches Beispiel sind Apps von Online-Versandhäusern oder Streaming-Diensten. Bestellen Sie regelmäßig Artikel aus einer bestimmten Kategorie, werden Sie vermehrt Angebote aus diesem Bereich auf ihrem Startbildschirm finden. Die von Ihnen bevorzugt gehörte Musik wird in Kategorien erfasst und sie bekommen Songs ähnlicher Interpreten angeboten.

Sehr gut zu verwenden ist Machine Learning für künstliche Intelligenz, die etwas genormtes, wie betriebliche Schreiben, klassifizieren soll. So gibt es Formulierungen, die Rechnungen eindeutig von Werbeschreiben unterscheiden. Für das Dokumentenmanagementsystem (DMS) von docurex® wird ebenfalls eine leistungsstarke KI entwickelt, die nach diesem Prinzip lernt.

Grenzen und Schwächen

Im Moment hängt der Erfolg des Machine Learning noch sehr stark von der Möglichkeit ab, aussagekräftige Trainingsdaten zu haben. Was für Dokumente sehr einfach ist, gestaltet sich beispielsweise in der Medizin schon schwieriger. Ein weiterer Faktor, der durch Machine Learning schlecht imitiert werden kann, ist die menschliche Fantasie. Diese beeinflusst dessen Fähigkeit zur Problemlösung nicht unerheblich.

was ist blockchain

Was ist Blockchain?

Der Begriff Blockchain geistert zurzeit immer häufiger durch die Medien und viele Menschen haben zwar schon davon gehört, wissen aber nicht genau, was es mit diesem Begriff auf sich hat. Seit der Einführung der Kryptowährung Bitcoin gibt es auch den Begriff Blockchain, der die Datenbank bezeichnet, die hinter der Kryptowährung steht. Sie ist quasi die Buchhaltung aller, die diese Währung benutzen. Dabei hat Blockchain viele Vorzüge, beispielsweise, dass bei einer Bezahltransaktion kein Dritter wie eine Bank beteiligt ist (lesen Sie auch, wie ein Datenraum hier ein unterstützendes Element sein kann).

Dieses Buchhaltungssystem lässt sich am einfachsten begreifen, wenn sich jemand einen Haufen Post-it Zettel vorstellt, die man aufeinanderstapelt. Oder auch eine Kette, bei der Stein für Stein auf den Faden aufgezogen wird. Jeder Post-it Zettel oder Stein steht für eine einzelne Transaktion, auf der Absender und Empfänger vermerkt sind.

Bei der nächsten Transaktion entsteht wieder ein neuer Zettel und der Stapel erhöht sich mit jeder Aktion zwischen diesen beiden. Die dadurch entstehende Datenbank gilt als überaus sicher und unbestechlich, was viele Nutzer zu schätzen wissen.

Die Grundlagen dieses Systems

Damit dieses Buchhaltungssystem funktioniert, schaffen Nutzer zunächst ein  jeweils eigenes Netzwerk, das man als Node bezeichnet. Sie sind untereinander vernetzt und dies wird dem Begriff Peer-to-Peer-Netzwerk zugeschrieben, welches allein auf gegenseitiges Vertrauen  beruht. Innerhalb dieses Netzwerkes kann man nun einzelne Transaktionen abwickeln, wobei es ganz egal ist, welche Transaktionen es sind.

Manchmal ist bei diesen Transaktionen jedoch eine dritte Partei beteiligt, die man als trusted third party bezeichnet. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Bank handeln, bei der der Käufer und der Verkäufer ein Konto haben. Es kann aber auch ein Kreditkarteninstitut zwischengeschaltet sein, wobei all diese dritten Parteien den Zahlungsverkehr tatsächlich verlangsamen. Oftmals fallen auch zusätzliche Kosten durch Bearbeitungsgebühren an.

Durch Blockchain benötigt man aber keine dritten Beteiligten mehr, da sie überflüssig sind. Deshalb sprechen die Experten hierbei von einem trustless System, quasi arbeiten ohne Gewährsmann.

blockchain datennetzwerk

Blockchain fungiert als sichere Datenbank aller, mit Bitcoin durchgeführten, Transaktionen.

Wie sicher ist das System?

In diesem Buchhaltungssystem kann niemand einzelne Transaktionen verändern, beeinflussen oder löschen ohne dadurch die gesamte Kette oder den Post-it Haufen zu beschädigen. Das liegt an dem so genannten Hashwert, den jeder Post-it-Zettel zugewiesen bekommt. So kann man jede Transaktion identifizieren. Sollte jemand irgendetwas ändern, verändert sich auch der automatische Hashwert, was wiederum die Reihenfolge der Zettel verändert. Zudem trägt jede weitere Transaktion die Summe aus allen anderen Geschäftsvorgängen in sich.

Weil es praktisch unmöglich ist, diese Reihenfolge zu verändern,  benötigt man keine dritte Partei zur Kontrolle. Auch die aktuelle Liquidität der einzelnen Teilnehmer ist jederzeit bekannt. Es kann somit immer überprüft werden, ob der Teilnehmer zahlungsfähig ist. Selbstverständlich sind aus Datenschutzgründen alle Beteiligten unter einem Pseudonym gespeichert, um die Identität der Personen zu schützen.

Dadurch wird ein Betrug mit diesem Buchhaltungssystem weitaus schwerer als durch die bisherigen Möglichkeiten für finanzielle Transaktionen. Allerdings findet dieses System nicht nur im Finanzwesen Anwendung, sondern eignet sich ebenso für die Speicherung von ganz unterschiedlichen Datensätzen. Das gilt für Immobilienverkäufe oder auch für simple Textdateien.

Wie sicher ist Blockchain vor Manipulation?

Obgleich es sich als weitaus sicherer erweist als vergleichbare Systeme, ist es dennoch nicht völlig sicher vor Manipulationen. Der Schutz wird jedoch ständig Blockchain Bitcoinverbessert, wobei die Sicherheitsbemühungen vorrangig darauf abzielen, dass niemand nach Belieben neue Blöcke erstellen kann. Derzeit wird das Erstellen neuer Blöcke an mathematische Rätsel gekoppelt, bei denen eine Zeichenfolge durch Kombinatorik zu erraten ist.

Dies wird als Mining bezeichnet und die Rätsel werden durch einen Algorithmus so angepasst, dass von Zeit zu Zeit neue Blöcke entstehen. Der Sinn ist, dass für die Rätselsendung Zeit wie auch Rechnerleistung zu investieren ist, um die richtige Lösung zu finden. Dafür gibt es allerdings eine Art Belohnung wie Bitcoins, was allerdings von System zu System ganz unterschiedlich ausfällt.

Durch das Mining ist es gleichzeitig möglich, die gewünschten Transaktionen im neu erstellten Block zu validieren, also zu sehen, ob der Käufer über die nötige Liquidität für die Transaktion verfügt. Allerdings ist das Mining inzwischen mit einem hohen Aufwand und auch enormen Kosten verbunden, weshalb gewöhnliche User sich nicht mehr daran beteiligen können. Deshalb übernehmen moderne Rechenzentren mit eigener Hardware das Mining für Bitcoin.

Wer erfand dieses System?

Der Erfinder der Bitcoin ist auch der Erfinder der Blockchain, denn nur so war die Kryptowährung Bitcoin überhaupt realisierbar. Bei dem ursprünglichen Konzept des Satoshi Nakamoto waren allerdings die User, Nodes und Miner noch identisch. Um die Bitcoins zu nutzen, brauchte es zuerst einen Node. Dafür wurde der gesamte Datensatz mit allen Geschäftsvorgängen herunter geladen, gespeichert und verifiziert. Dabei konnte jeder Node auch ein Miner sein und alle Aktionen ausführen.

Jedoch sind im Laufe der technischen Entwicklung beide Rollen getrennt zu sehen und die dazu gehörige Hardware stellt gleichzeitig immer höhere Anforderungen, worauf das Mining letztendlich nur noch von eigens geschaffenen Rechenzentren zu bewältigen ist. Allein diese Rechenzentren können das Mining so schnell, effizient und kostengünstig erledigen, wie es von dem Erfinder angedacht war.

Was ist Venture Capital – Chancen für Gründer

Venture Capital (kurz: VC) – in Deutschland auch unter dem Namen Wagniskapital oder Risikokapital bekannt – ist eine speziell für Neugründer und Startups nicht unwesentliches Mittel zur Finanzierung verschiedener Projekte. Dabei investiert eine sogenannte Venture-Capital-Gesellschaft bewusst in ein fremdes Unternehmen, und stellt neben dem notwendigen finanziellen Mitteln auch oft ein gewisses branchenspezifisches Know-How zur Verfügung. Wichtig dabei ist allerdings immer, dass das Unternehmen an Wert gewinnt und weiter wächst.

Anders als von Vielen fälschlicherweise geglaubt, geht es den Investoren dabei nicht um den Erwerb einer Mehrheit an einem Unternehmen. Im Gegenteil: Die Investoren entscheiden sich bewusst für diese Form der Investition, damit eben die Gründer die Mehrheit an ihrem Unternehmen behalten. Letztlich sucht ein Investor auch hier nach der Möglichkeit einer akzeptablen Rendite – bei angemessenem Risiko.

Nicht jedes Unternehmen eignet sich für Venture Capital Investitionen

Speziell für Neugründer klingt es natürlich immer ziemlich verlockend einen gewissen finanziellen Anteil zu erhalten und dabei zugleich noch selbst zu einem großen Teil im Besitz des eigenen Unternehmens zu bleiben. Jedoch sei hierbei festzuhalten, dass VC-Gesellschaften nicht so leicht zu überzeugen sind und einige Unternehmen ebenso für eine solche Form der Investition nicht in Frage kommen. Besonders beliebt für den Einsatz eines Risikokapitals sind junge Unternehmen, die zwar kaum Sicherheiten vorweisen können, dafür aber durch innovative Ideen, Produkte oder Dienstleistungen überzeugen. Gesellschaften, die sich für eine solche Investition entscheiden, steigen im Durchschnitt mit einem Eigenkapital ab 100.000 bis 250.000 Euro ein.

Die unterschiedlichen Phasen von Venture Capital

Venture Capital gliedert sich in mehrere Phasen

Venture Capital gliedert sich in mehrere Phasen

VC Gesellschaften haben zu verschiedenen Zeitpunkten die Möglichkeit durch diese Investitionsform in ein Unternehmen einzusteigen. Generell unterscheidet man drei Phasen beim Einsatz von Venture Capital:

Vor-Gründungsphase: Zu diesem Zeitpunkt befindet sich das Unternehmen noch nicht einmal in den Kinderschuhen, sondern ist noch mit der Umsetzung vorhandener Ideen und der Entwicklung von Prototypen beschäftigt. Da die Vor-Gründungsphase – oder auch Seed Phase – für Gesellschaften ein sehr hohes Risiko bergen, investieren diese nur in sehr seltenen Fällen zu einem solch frühen Zeitpunkt. Im Gegenzug: Sofern das Unternehmen dann tatsächlich von Erfolg gekrönt ist, fällt die erhaltene Rendite für die Investoren besonders hoch aus.

Gründungsfinanzierung: Speziell in den letzten Jahren ist immer wieder von der aufstrebenden Start-Up Szene die Rede. Oftmals sind in solchen Fällen bereits die entsprechenden Ideen und Planungen abgeschlossen, jedoch die finanziellen Mittel zur konsequenten Umsetzung und Expansion des Unternehmens fehlen. Mit dem Einsatz von Risikokapital in dieser Phase ermöglichen die VC-Gesellschaften den Unternehmen die Möglichkeit ihr Produkt in einer entsprechenden Stückzahl zu produzieren und entsprechend zu promoten. Damit sich Investoren hier für eine Investition entscheiden, sollten die Aussichten auf zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg durch das Produkt/die Dienstleistung sehr gut stehen.

Erste Wachstumsphase: Zu diesem Zeitpunkt hat sich das Unternehmen bereits eine gewisse Zeit auf dem Markt etabliert und gezeigt, dass es den Markt erfolgreich bedienen kann. Der Fokus bei einer solchen Investition liegt ganz klar darin die Position am Markt im Vergleich zur Konkurrenz zu verbessern. Das Risiko für die VC-Gesellschaften ist in dieser Phase bereits relativ gering, dass das Projekt ein Flop wird. Allerdings ist dann die Rendite verglichen mit der Seed-Phase entsprechend niedrig.

Venture Capital Gesellschaften in Deutschland

Venture Capital Gesellschaften: Meistens mehr als nur Geldgeber

Venture Capital Gesellschaften: Meistens mehr als nur Geldgeber

In Deutschland gibt es weit über 200 Gesellschaften, die Risikokapital in stark wachsende Firmen oder Startups investieren. Obwohl diese alle das Ziel verfolgen in aufstrebende junge Unternehmen zu investieren, unterscheiden sich diese mitunter erheblich. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die verschiedenen VC Formen:

Der Großteil der Unternehmen lässt sich in die Gruppe der Klassischen Venture Capital Gesellschaften einordnen. Diese haben meist eine kleine Anzahl an Branchen, in die investiert wird. Einer der Vorteile dabei ist, dass diese aufgrund des nicht so breit gefächerten Spektrums meist spürbar Know-How in das Unternehmen einfließen lassen können.

Danach wären auch noch die sogenannten Förderbanken zu nennen. Diese haben meistens eigene Beteiligungsgesellschaften, mit denen sie in Unternehmen einsteigen und investieren. Die Chancen diese Investoren für sich zu gewinnen ist deutlich höher, da deren Beteiligungen schon bei 20.000 Euro beginnen. Allerdings birgt eine solche Beteiligungsgesellschaft auch ein kleines Manko: Im Gegensatz zu den klassischen VC-Gesellschaften investieren die Förderbanken quer durch alle Branchen, wodurch das vorhandene Know-How in den einzelnen Branchen mitunter nicht ganz so intensiv vorhanden sein könnte.

Daneben gibt es mit den High-Tech Gründerfonds, den Corporate Venture Capital Gesellschaften sowie den Fonds Gesellschaften, die explizit nur in junge Firmen investieren:

Eine der Fonds-Gesellschaften der VC Szene: Coparion

Eine der Fonds-Gesellschaften der VC Szene: Coparion

High-Tech Gründerfonds: Diese Gesellschaften steigen gerne schon in der Seed-Phase ein und das bevorzugt in Unternehmen, die neue Technologien mit ihren Produkten bzw. Dienstleistungen vorantreiben möchten. Ein absoluter Pluspunkt für die Neu-Unternehmer ist sicherlich die Kombination aus Bank und Privaten Investoren, wodurch auch das mitgebrachte Know-How sehr nützlich sein kann.

Corporate Venture Gesellschaften: Hierbei handelt es sich um Gesellschaften von sehr großen Unternehmen, die mit ihren Investitionen zugunsten ihrer Muttergesellschaft profitable Vorteile erreichen möchten.

Venture Capital Fonds: Auch hier stehen junge Wachstumsunternehmen im Vordergrund. Im Gegenzug zu den High-Tech Gründerfonds Gesellschaften liegt deren Fokus auf der A-Series Finanzierung. Nachteil für die Unternehmer: Ein Einstieg einer Fonds Gesellschaft (wie etwa Coparion) ist nur dann in Betracht zu ziehen, wenn bereits ein oder mehrere, weitere Investoren vorhanden sind, die ebenfalls in das junge Unternehmen investiert haben.

Fazit zum Thema Venture Capital

Venture Capital öffnet kleinen Unternehmen mit großen Ideen und Startups eine Chance sehr schnell zu wachsen. Grundvoraussetzung dafür ist in aller Regel aber das Potenzial, eine Branche nachhaltig zu beeinflussen oder gar „umzukrempeln“.

Wer als Gründer oder Geschäftsführer (s)einer Firma nach Venture Capital Gesellschaften sucht, sollte in jedem Fall seine Unterlagen und Business-Pläne gut sortiert haben. Für die anschließende Due Diligence, die einem Investment durch Venture Capital Anbieter vorangeht, bietet sich natürlich besonders ein sicherer virtueller Datenraum wie der von docurex.com an. Dabei eignet sich der Datenraum auch gut zur anschließenden Kommunikation mit den Investoren, Geldgebern aber auch mit Banken und dem eigenen Beirat (engl. Board).

 

Auch lesenswert:

Pebble.com - das bekannteste Crowdfunding Projekt auf Kickstarter

Crowdfunding zur Finanzierung von innovativen Produkten und Projekten

Zu den am schwierigsten Hürden einer Unternehmensgründung gehört zweifelsfrei die Finanzierung: Um Banken von einem Kredit zu überzeugen, muss ein schlüssiger Businessplan dargelegt werden – was insbesondere bei innovativen Geschäftsideen oft schwer fallen dürfte.

Trotz des aktuell insgesamt günstigen Zinsumfeldes vergeben die Kreditinstitute die Darlehen an Firmen nur restriktiv. Sehr häufig kommt es vor allem bei Technologie-Unternehmen und innovativen Gründern zu einer Ablehnung des konkreten Kreditwunsches.

Existenzgründer sollten sich deshalb nach Alternativen in Punkto Finanzierung umsehen: Eine davon könnte das sogenannte Crowdfunding sein. Mithilfe dieser „Schwarmfinanzierung“ können Projekte oder neue Produkte ganz ohne Bankenbeteiligung erstellt bzw. duurchgeführt werden.

Was die Schwarmfinanzierung ausmacht

Um zu verstehen, wobei es sich beim Crowdfunding handelt, hilft es zunächst, den Begriff zu erklären: „Crowd“ bedeutet so viel wie Menschenmenge und ist im Kontext von Crowdfunding auf die Kapitalgeber bezogen. Anders als beim Bankenkredit wird die Finanzierung nicht durch einen einzigen Geldgeber, sondern eine Vielzahl von Investoren gestemmt. Dadurch wird auch das nicht zu vermeidende Investitionsrisiko auf eine breite Anzahl von Anteilseignern verteilt.

Pebble.com - das bekannteste Crowdfunding Projekt auf Kickstarter

Pebble.com – das bekannteste Crowdfunding Projekt auf Kickstarter

„Funding“ meint die eigentliche Finanzierung. Üblicherweise ist es so, dass die Geldgeber durchaus einen Gegenwert für ihre Investitionen erhalten. Dies zeigt sich etwa an einem der erfolgreichsten bekannten Crowdfunding-Projekte: Die innovative Smartwatch „Pebble“, die aufgrund des E-Ink-Displays eine hohe Akkulaufzeit sowie eine perfekte Ablesbarkeit auch unter hellem Sonnenlicht erlaubt.

Das Projekt zur Smartwatch Pebble sollte zunächst mit 100.000 US-Dollar best online casinos finanziert werden. Tatsächlich zeigten sich weitaus mehr Spender als erhofft bereit, Geld für ein solches Produkt zu investieren – am Ende konnten mehr als 10 Millionen Dollar gesammelt werden.

Die Geldgeber erhielten dafür als einer der ersten Kunden überhaupt eine solche Uhr, zudem wurde ihnen ein Vorzugspreis beim Kauf eingeräumt. In im engeren Sinne handelt es sich also eher um einen Vorab-Bestellung und weniger um eine Finanzierung oder Spende. Schließlich erhält der Geldgeber mit dem Produkt selbst den Gegenwert.

Was ist der Unterschied zum Crowdinvesting?

Eine zunächst ähnlich erscheinende Variante der Schwarmfinanzierung ist das Crowdinvesting. Der Unterschied zwischen beiden Finanzierungsformen liegt darin, dass beim Crowdinvesting aus Sicht der Investoren die eigentliche Investition und deren Rendite im Vordergrund stehen.

Die Geldgeber sind also durchaus daran interessiert, mit der eigenen Investition auch einen Gewinn zu erwirtschaften und früher oder später ausbezahlt zu bekommen. Dafür lässt sich Crowdinvesting auch für ganz konventionelle Projekte verwenden, etwa die Realisierung von Bauvorhaben.

Beim Crowdfunding steht jedoch die Realisierung des Projektes bzw. Produktes im Vordergrund. Die Geldgeber entscheiden sich für eine Investition, weil sie ein Interesse daran haben, dass genau dieses eine innovative Produkt mit seiner Geschäftsidee tatsächlich in die Tat umgesetzt wird.

Auch lesenswert: Wie Gründer und Startups von Venture Capital profitieren können.

Die Entwicklung des Crowdfundings

Interessant für Unternehmensgründer ist natürlich die Frage, ob und wie sich die Finanzierungsform des Crowdfundings für das eigene Unternehmen nutzen lässt. Denn tatsächlich ist diese Art der Eigenkapitalaufstockung noch recht neu. Sie ist historisch auf die Musikindustrie zurückzuführen: Als Reaktion auf zunehmende Raubkopien nutzte der Musiker und Produzent Brian Camelio die Plattform ArtistShare zur Finanzierung eines (neuen) Albums.

Die Musikliebhaber mussten also zunächst zahlen, damit ein Album überhaupt aufgenommen wurde. 2008 und 2009 wurden die heute noch sehr beliebten Plattformen Indiegogo und Kickstarter gegründet, über die schon viele Projekte realisiert werden konnten. Bereits 2014 meldete Kickstarter eine Gesamtinvestitionssumme von 1 Milliarde US-Dollar die von rund 5,7 Millionen Menschen aufgebracht wurde.

Indiegogo - einer der Platzhirsche beim Crowdfunding

Indiegogo – einer der Platzhirsche beim Crowdfunding

Neben der bereits erwähnten Pebble-Smartwatch wurde etwa in Deutschland über Crowdfunding beispielsweise der Film zur beliebten Fernsehserie „Stromberg“ finanziert. Während der Produzent „Brainpool“ von einem dreimonatigen Finanzierungszeitraum ausging, kamen bereits nach zwei Tagen 150.000 Euro zusammen; nach einer Woche waren 1 Million Euro erreicht. Auch viele Videospiele, darunter „Star Citizen“ und „Wasteland 2“ konnten letztlich nur aufgrund der Schwarmfinanzierung realisiert werden

Plattformen für Crowdfunding

Die Online-Plattformen nehmen in der Regel mehrere Rollen ein:

Zum einen wird die Idee hinter dem zukünftigen Produkt Online vorgestellt. Bereits an der ersten Reaktion der Nutzer läßt sich in aller Regel das Markt-Potential der Idee ablesen. Hier gilt die einfache Logik: Je mehr Reaktion – desto mehr Erfolgsmöglichkeiten.

In diesem weiteren Sinne sind die Plattformen für Crowdfunding also Marketing, Marktforschungs– und Finanzierungs-Plattform in einem.

Die bekanntesten Plattformen für Crowdfunding sind:

 

Wie das Crowdfunding von Unternehmern genutzt werden kann

Um dieses Potenzial für von Crowdfunding für die eigene Firma bzw. ein Start-up zu nutzen, ist es zunächst einmal notwendig, sich auf einer der bekannten Plattformen anzumelden. Dabei müssen etwa im Falle von Kickstarter 5 % der erreichten Finanzierungssumme als Provisionsgebühr gezahlt werden, zudem müssen die Investoren zwischen drei und 5 % der Investition an den Zahlungsdienstleister abführen. Dafür erhebt Kickstarter keine weiteren Besitzansprüche mehr an das Projekt. Dabei müssen Sie als Unternehmen ein Finanzierungszeitraum sowie eine Gesamtfinanzierungssumme wählen.

Fazit und Empfehlung

Fachleute raten dazu, das zukünftige Projekt nach Möglichkeit bereits deutlich vor dem Start auf der jeweiligen Online-Plattform bekannt zu machen. Dadurch erreichen Sie, dass die ersten Geldgeber bereits unmittelbar nach dem Start investieren – und ebenjener Start dadurch gelingt. Dabei handelt es sich um einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Effekt der genutzt werden soll, denn die Entwicklung einer solchen Kampagne hängt ganz maßgeblich von einem guten Start ab.

Nur wenn davon ausgegangen werden kann, dass die Kampagne tatsächlich erfolgreich wird, lassen sich andere Geldgeber leicht überzeugen. Entsprechend wichtig ist es, im Vorfeld der Kampagne Werbung für das zukünftige Produkt zu betreiben und damit das Projekt bekannt zu machen.

Dafür sollten Gründer vor allem online entsprechende Artikel veröffentlichen und Marketing für die eigene Produkt-Idee betreiben. Ebenso wichtig ist Verbreitung bzw. Bewerbung in sozialen Netzwerken – denn hier ist meist die Internet-Affine Zielgruppe für Crowdfunding am häufigsten zu finden.

Zudem sollte ein realistisches Finanzierungsziel gesetzt werden, welches Sie lieber ein wenig niedriger ansetzen sollten – dann können Sie mithilfe von Crowdfunding auch für Ihr Unternehmen eine Erfolgsgeschichte schreiben.

 

BWL-Artikel

Was ist der NPV?

Der Kapitalwert, auf Englisch auch“Net Present Value“ (NPV) genannt, gibt Auskunft darüber, ob sich ein bestimmtes Projekt aus wirtschaftlicher Sicht lohnt. Falls der Kapitalwert positiv ausfällt, kann sich der Investor sicher sein, dass sich die Investition lohnt. Im Rahmen der Berechnung der Net Present Value bewertet man frühere Erlöse höher als spätere. Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie den NPV berechnen können und wie dieser funktioniert.

Allgemeine Informationen

Mit dem Net Present Value können Sie schnell und einfach herausfinden, ob ein Investment einen künftigen

NPV

Ist mein Plan wirklich rentabel?

Gewinn erwirtschaftet. Der Kapitalwert, den man auch als Nettobarwert (NBW) oder Net Present Value (NPV) bezeichnen kann, stellt eine sehr gute Basis dar, um die Wirtschaftlichkeit einer Investition einzustufen und aufgrund dieser Prognose die entsprechenden Entscheidungen zu treffen. Der NPV wird in vielen Fällen auch bei der Bewertung von Start-ups genutzt. Lesen Sie hier alles über Start-Ups.

Funktionsweise des NPV im Überblick

Der Kapitalwert berechnet sich mittels eins dynamischen Verfahrens und berücksichtigt dabei in erster Linie den Zeitwert. Im Rahmen eines NPV lassen sich frühere Erlöse höher bewerten als spätere. Falls Sie Ihr Kapital gewinnbringend anlegen möchten, sollten Sie unbedingt eine Berechnung des Kapitals durchführen lassen. Ergibt die Berechnung einen positiven NPV, lohnt sich das Investment. Ist der Wert negativ, sollten Sie mit Verlusten rechnen. Im Rahmen der Kapitalwert-Analyse addiert man das Anfangsinvestment mit den abgezinsten Ein- und Auszahlungen des darauffolgenden Zeitraums zusammen:

  1. Kapitalanlage in Personal, Marketing, Anlagen oder Maschinen
  2. Die ungefähre Laufzeit für die Fertigung von Produkten oder die Bereitstellung von Dienstleistungen. Diese gehen mit Kosten einher, bringen Gewinne und führen zu Aus- und Einzahlungen. Bei der Berechnung des NPV spielt die Laufzeit eine entscheidende Rolle. In vielen Fällen setzt man dabei eine Laufzeit von einem Jahr an, es können aber auch beliebig lange Zeiträume vorherrschen.
  3. Ein- und Auszahlungen: Bei Einzahlungen handelt es sich zum Beispiel um Gewinne aus dem Verkauf der Produkte bzw.
    NPV

    Mit welchem Risiko ist zu rechnen?

    Dienstleistungen, während Auszahlungen durch Kosten für Material, Personal und Dienstleistungen entstehen.

  4. Der Restwert: Nachdem die Laufzeit abgelaufen ist, verfügen die Anlagen und Maschinen noch über einen Restwert, den man als Einzahlung berechnet. Falls an dieser Stelle Kosten für die Beseitigung anfallen, entstehen dadurch Auszahlungen.
  5. Der Zinssatz: Falls das Investment über ein Darlehen finanziert ist, müssen Sie den dafür fälligen Zinssatz berücksichtigen. Des Weiteren muss man in der Abzinsung der Aus- und Einzahlungen die Inflation einberechnen. Das sich potenzielle Ein- und Auszahlungen über einen längeren Zeitraum in vielen Fällen nur schätzen lassen, muss an dieser Stelle ein Risikozuschlag verankert sein. Die Höhe der Net Present Value beruht im hohen Maße auf der Festlegung des Zinssatzes, da die potenziellen Gewinne für die Investoren hiervon abhängen.

Wie wird der NPV berechnet?

Um den Kapitalwert mit einer mathematischen Formel berechnen zu können, müssen zunächst alle wichtigen Parameter definiert sein.

  1. Investments und die damit einhergehenden Kosten: Hierzu gehören u. a die Anschaffung von Maschinen, Möbeln, Anlagen, Kosten für Dienstleistungen und Marketingmaßnahmen, Zahlungen für Schulungen. Nachdem alles vorhanden ist, was für die Produktion benötigt wird, werden die Güter produziert oder Dienstleistungen erbracht. Durch den Verkauf derselben werden Erlöse generiert. Hierbei handelt es sich um die Einzahlungen des ersten Jahres. Parallel werden jedoch auch weitere Auszahlungen verursacht, die durch Personal-, Material-, und Dienstleistungskosten entstehen.
  2. Über welchen Zeitraum soll das Investment im Unternehmen verbleiben? Dieser Zeitraum hängt direkt von der Laufzeit oder Nutzungsdauer ab. Ein- und Auszahlungen müssen dabei für den gesamten Zeitraum ermittelt werden. Falls die Nutzungsdauer abgelaufen ist, kann eventuell ein Teil des Investments entweder verkauft oder weiter genutzt werden. Der Investor bekommt in der Regel für den verbleibenden Restwert eine vorher vereinbarte Zahlung.
  3. Der Zinssatz: Bei der Berechnung der Zinsen können unterschiedliche Kriterien eine Rolle spielen und sich so direkt auf die Höhe der Zinsen auswirken. Zu diesen Faktoren gehören:
  • Der Zinssatz, der für die Kredite oder andere Darlehensformen erbracht werden muss
  • Risikozuschlag

    NPV

    Was bewirkt die Inflationsrate?

  • Inflationsrate
  • Weighted Average Cost of Capital

Sie sollten sich dessen bewusst sein: Je höher der Zinssatz ist, umso weniger gewinnbringender erscheint das Investment.

Beispiel für Berechnung der NPV

Im Folgenden zeigen wir Ihnen am Beispiel einer Fortbildung, wie Sie den Kapitalwert berechnen können:
Sie wollen sich weiterbilden und neben Ihrer derzeitigen Arbeit ein Teilzeitstudium absolvieren. Das Studium hat eine Dauer von drei Jahren. Wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren, dass Sie während dieser Zeit weniger arbeiten und demzufolge auch weniger verdienen, können Sie schnell und einfach berechnen, ob sich Ihre Weiterbildung in Zukunft tatsächlich lohnen wird. Bekommen Sie nach Abschluss Ihres Studiums eine höher bezahlte Stelle und Sie arbeiten dort für fünf Jahre, können Sie auf dieser Grundlage den NPV berechnen:
Monatliche Kosten:

  • 200 Euro für das Studium und das dazugehörige Arbeitsmaterial inklusive der Fahrkosten
  • 500 Euro weniger Gehalt
  • Nach Studienabschluss erhalten Sie 600 Euro mehr
  • Sie rechnen mit einem Zinssatz von 8 Prozent, weil Sie nicht genau wissen, ob Sie tatsächlich nach Ihrem Abschluss eine bessere Stelle in der Firma bekommen
  • Setzen Sie diese Daten in die NPV-Gleichung ein, kommen Sie auf einen Kapitalwert von rund 1200 Euro. Der NPV ist positiv und Sie sehen, dass sich die Investition lohnt.

Was sind Passiva?

Eine Bilanz setzt sich aus den Aktiva auf der linken und den Passiva auf der rechten Seite zusammen. Während die Aktiva die Kapitalquellen und Vermögenswerte eines Unternehmens darstellen, bilden die Passiva das verfügbare Kapital ab, das zur Finanzierung der Kapitalquellen und Vermögenswerte dient. Zwischen den beiden Seiten der Bilanz muss immer ein Gleichgewicht herrschen.

Passiva – Das Kapital eines Unternehmens

Die Passiva werden auf der rechten Seite der Bilanz ausgewiesen und repräsentieren das Kapital eines Unternehmens. Sie informieren über die Mittelherkunft für die finanzierten Aktiva auf der linken Seite der Bilanz. Der Wert aller Aktiva muss immer dem Wert aller Passiva entsprechen. Dieser Wert wird als Bilanzsumme bezeichnet.

In den meisten Unternehmen besteht Passivierungspflicht. Das Unternehmen muss seine Posten an Eigenkapital und Fremdkapital in den Passiva der Bilanz buchen. Ein Passivierungswahlrecht oder sogar ein Passivierungsverbot besteht nur in einigen Ausnahmefällen.

Unterschied zu Aktiva

Während die Passiva darüber informieren, woher die Mittel stammen, gewähren die Aktiva Auskunft darüber, für welche Zwecke die Mittel verwendet werden. Häufig werden die Aktiva auch als Vermögen und die Passiva als Kapital bezeichnet. Aus den Aktiva leiten sich die aktiven Bestandskonten und aus den Passiva die passiven Bestandskonten in der Finanzbuchhaltung ab. Abhängig davon, ob es sich um aktive oder passive Bestandskonten handelt, kommt es darauf an, auf welcher Seite der Anfangsbestand auf diesen Konten gebucht wird. Weiterhin leitet sich davon ab, wie Zugänge und Abgänge gebucht werden.

Die Unterteilung der Passiva

Die Unterteilung der Passiva ist in §266 III HGB geregelt. Grundsätzlich bestehen die Passiva aus Eigenkapital und Fremdkapital. Der grundlegende Aufbau erfolgt in der Reihenfolge

– Eigenkapital

Rückstellungen

– Verbindlichkeiten

– Passive Rechnungsabgrenzungsposten

– Passiv latente Steuern.

Die einzelnen Posten der Passiva sind zumeist noch weiter aufgegliedert.

Eigenkapital und Fremdkapital sind zwei unterschiedliche Finanzierungsquellen, die Unternehmen nutzen können. Das Eigenkapital kann in verschiedene Aspekte wie Kapitalrücklage, Gewinnrücklage und gezeichnetes Kapital untergliedert werden.

Das Fremdkapital ist ebenfalls untergliedert. Dabei handelt es sich um Verbindlichkeiten, die sich aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Krediten ergeben.

Rechnungsabgrenzungsposten komplettieren die Passiva in der Bilanz. Sie entstehen nur in besonderen Fällen.

Das Eigenkapital eines Unternehmens

Das Eigenkapital steht ganz oben auf der Passivseite der Bilanz. Es handelt sich um das Kapital, das von den Eigentümern des Unternehmens eingezahlt wurde. Neben den finanziellen Mitteln der Eigentümer kann es sich auch um Sachwerte handeln, die den Eigentümern gehören.

Die Unternehmer oder Gesellschafter stellen mit ihren Einlagen dem Unternehmen das Eigenkapital zur Verfügung. Wenn keine gesetzlichen oder anderweitigen Vereinbarungen bestehen, können die Einlagen auch in Form von Betriebsmitteln, beispielsweise Maschinen und Anlagen, erfolgen. Die Überlassung des Eigenkapitals erfolgt langfristig. Sie ist unbefristet oder mit einer festen Laufzeit möglich. Die Unternehmer oder Gesellschafter haben keinen Anspruch auf eine Rückzahlung oder Verzinsung und gehen kein Liquiditätsrisiko durch Gewinne oder Verluste ein. Das von den Unternehmern oder Gesellschaftern eingebrachte Eigenkapital wird auch als gezeichnetes Kapital bezeichnet. Der Kapitalgeber haftet mit seinem Eigenkapital und hat ein Mitwirkungsrecht.

Zum Eigenkapital gehören auch Gewinnrücklagen des Vorjahres und Kapitalrücklagen. Ein Gewinnvortrag und ein Jahresüberschuss können das Eigenkapital erhöhen, während das Eigenkapital durch einen Verlustvortrag und einen Jahresfehlbetrag gemindert werden kann.

Rückstellungen bei den Passiva

Rückstellungen werden bei den Passiva nach dem Eigenkapital aufgeführt und werden für Zahlungen gebildet, die ein Unternehmen in der Zukunft leisten muss. Dabei weiß das Unternehmen noch nicht genau, in welcher Höhe die Zahlungen zu leisten sind. Solche Zahlungen können beispielsweise für drohende Prozesse oder Verfahren erforderlich sein.

Das Fremdkapital – die Verbindlichkeiten

Das Fremdkapital wird einem Unternehmen von seinen Gläubigern zur Verfügung gestellt. Da es nur befristet verfügbar ist, muss es zurückgezahlt werden. Fremdkapital und Eigenkapital dienen der Beschaffung von Anlagevermögen und Umlaufvermögen. Fremdkapital ist gewinn- und verlustunabhängig. Es erfordert Sicherheiten und steht bei der Verwertung im Rang vor dem Eigenkapital. Der Fremdkapitalgeber muss nicht haften und hat als Gläubiger keine Mitwirkungsrechte.

Verbindlichkeiten bestehen aus

– Kreditoren von Lieferanten aus Lieferungen und Leistungen

– Debitoren als Forderungen an Kunden und erhaltene Anzahlungen

– Krediten, Darlehen, Anleihen und Wechseln

– Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt.

Rückstellungen können das Fremdkapital erhöhen.

Wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Aus den Passiva können verschiedene betriebswirtschaftliche Kennzahlen abgeleitet werden:

Eine wichtige Kennzahl für das Eigenkapital ist die Eigenkapitalquote. Sie wird ermittelt, indem die Summe des Eigenkapitals durch die Bilanzsumme dividiert und das Ergebnis mit 100 multipliziert wird. Sie gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens.

Der Verschuldungsgrad drückt das Verhältnis vom Fremdkapital zum Eigenkapital aus. Er informiert über den finanziellen Spielraum eines Unternehmens und ist im Rahmen einer Fundamentalanalyse bei Aktien für Anleger von Bedeutung. Anhand des Verschuldungsgrades erfahren potentielle Käufer des Unternehmens sowie Investoren, wie hoch die Fremdfinanzierung ist. Der Verschuldungsgrad gibt Auskunft über die Bonität des Unternehmens. Um den Verschuldungsgrad zu ermitteln, wird das Fremdkapital durch das Eigenkapital dividiert.

Die Gesamtkapitalrentabilität ist eine wichtige Erfolgskennzahl, die ermittelt wird, indem der Gewinn und die auf das Fremdkapital geleisteten Zinsen addiert und durch die Bilanzsumme dividiert werden. Das Ergebnis wird mit 100 multipliziert werden. Je höher die Gesamtkapitalrentabilität eines Unternehmens in Prozent ist, desto erfolgreicher hat das Unternehmen gewirtschaftet.

Was ist die Bilanzsumme?

Die Bilanzsumme ist eine wichtige betriebswirtschaftliche Kennziffer für Unternehmen und externe Adressaten. Sie ergibt sich als Summe der Vermögenswerte eines Unternehmens beziehungsweise als Summe der Kapitalwerte eines Unternehmens. Die Vermögenswerte bilden die Aktivseite einer Bilanz und die Kapitalwerte der Passivseite einer Bilanz. Aufgrund des Systems der doppelten Buchführung müssen beide Bilanzseiten gleich groß sein, somit auch die Bilanzsumme auf der Aktiv- und Passivseite.

Bilanz, Vermögen und Kapital

Die Bilanz selbst stellt in kurz gefasster Form das Vermögen (Aktiva) dem Kapital (Passiva) gegenüber. Die Vermögensseite beschreibt die Mittelverwendung im Unternehmen (Investierung), also wofür die finanziellen Mittel eingesetzt wurden. Das Vermögen lässt sich weiter unterteilen in Anlagevermögen, zum Beispiel Gebäude und Maschinen, und dem Umlaufvermögen, zum Beispiel Forderungen und Bankguthaben. Die Kapitalseite beschreibt die Mittelherkunft des Unternehmens (Finanzierung), also woher die finanziellen Mittel stammen. Das Kapital lässt sich weiter unterteilen in Eigenkapital, beispielsweise die Einlagen der Gesellschafter, und Fremdkapital, beispielsweise Bankkredite oder Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten. Die Bilanzsumme beinhaltet somit gleichzeitig die Information, wie viel ein Unternehmen insgesamt investiert und finanziert hat. Die Höhe der Bilanzsumme ist zudem ein Indikator für die Größe eines Unternehmens.

Bilanzstruktur, Fremdkapitalquote und Eigenkapitalquote

Aus der Bilanz lassen sich weitergehende Informationen gewinnen. Dafür werden verschiedene Kennzahlen gebildet. Die ersten einfachen Kennzahlen betreffen die Bilanzstruktur eines Unternehmens. Bei der Vermögensstruktur wird jeweils das Anlagevermögen und das Umlaufvermögen ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Bei der Kapitalstruktur wird das Eigenkapital und das Fremdkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Hier wird von Eigenkapitalquote und Fremdkapitalquote gesprochen. Statt Bilanzsumme wird in diesem Zusammenhang meist der Begriff Gesamtkapital genutzt.

Fremdkapitalquote und Verschuldungsgrad

Die Fremdkapitalquote ausgedrückt als prozentuale Zahl ist der Verschuldungsgrad eines Unternehmens. Eine hohe Fremdkapitalquote ist somit gleichbedeutend mit einem hohen Verschuldungsgrad – und, im Umkehrschluss, mit einer niedrigen Eigenkapitalquote. Mit einer hohen Fremdkapitalquote geht auch ein Verlust an Selbstständigkeit des Unternehmens einher, da die Gläubiger üblicherweise Nachweise für die Kreditverwendung fordern und neue Kreditaufnahmen erschwert sind.

Die Fremdkapitalquote beziehungsweise der Verschuldungsgrad kann noch weiter unterteilt werden, indem das langfristige Fremdkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt wird sowie das kurzfristige Fremdkapital zur Bilanzsumme. Eine relativ hohe kurzfristige Fremdkapitalquote schränkt die Liquidität des Unternehmens ein. Kurzfristiges Fremdkapital muss auch kurzfristig aus Geldmitteln des Unternehmens bedient werden.

Weitere betriebswirtschaftliche Kennzahlen aus der Bilanz

Neben der Fremdkapitalquote gibt es einige weitere betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die sich auf die Größen in der Bilanz beziehen. Die Höhe des Eigenkapitals und des langfristigen Fremdkapitals können ins Verhältnis zum Anlagevermögen gesetzt werden. Hier wird vom Deckungsgrad gesprochen. Beim Deckungsgrad I wird nur das Eigenkapital herangezogen, beim Deckungsgrad II ist zusätzlich das langfristige Fremdkapital relevant. Der Deckungsgrad gibt an, wie die Kapitalausstattung eines Unternehmens zu beurteilen ist. Das langfristige Kapital sollte stets das Anlagevermögen decken. Eine hohe kurzfristige Fremdkapitalquote ist somit schädlich für die Anlagendeckung.

Das kurzfristige Fremdkapital ist weiterhin für die Kennzahl Liquidität entscheidend. Die Kennziffer der Liquidität setzt Teile des Umlaufvermögens beziehungsweise das gesamte Umlaufvermögen in Bezug zum kurzfristigen Fremdkapital. Hier gilt, dass bei einer hohen kurzfristigen Fremdkapitalquote die Liquidität entsprechend nach unten geht. Kurzfristiges Fremdkapital belastet die Liquidität eines Unternehmens, da kurzfristige Schulden zeitnah bedient werden müssen.

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen unter Hinzunahme der Erfolgsrechnung

Neben der Bilanz müssen die Unternehmen auch eine Erfolgsrechnung aufstellen. In der Erfolgsrechnung werden alle Erlöse und Aufwendungen aufgezeigt und der Unternehmensgewinn errechnet. Neben der Bilanzsumme sind somit die Umsätze als Summe der Erlöse, die Summe der Aufwendungen sowie der sich ergebene Gewinn weitere entscheidende Größen in der betriebswirtschaftlichen Beurteilung des Unternehmens.

Eine Kennziffer in diesem Zusammenhang ist der Kapitalumschlag. Hier werden die Umsatzerlöse ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Aus der Zahl ergibt sich eine Antwort auf die Frage, wie häufig das Gesamtkapital über die Umsätze wieder in das Unternehmen geflossen sind. Diese Größe kann auch nur mit dem Eigenkapital gebildet werden. Die Umschlaghäufigkeit des Eigenkapitals gibt somit an, wie oft das Eigenkapital über die Umsätze wieder in das Unternehmen geflossen sind. Ein hoher Kapitalumschlag deutet auf relativ niedrigen Kapitaleinsatz und somit hohe Rendite und gute Liquidität. Eine steigende Fremdkapitalquote bei gleichbleibenden Umsätzen erhöht den Eigenkapitalumschlag.

Eigenkapitalrentabilität

Das Eigenkapitalrentabilität führt direkt zur Rentabilität. Die Eigenkapitalrentabilität setzt den bereinigten Jahresgewinn ins Verhältnis zum Eigenkapital. Beim bereinigten Jahresgewinn werden außerordentliche – das heißt, nicht betriebsübliche – Aufwendungen und Erträge herausgerechnet. Eine steigende Fremdkapitalquote würde rechnerisch automatisch zu einer steigenden Eigenkapitalrentabilität führen. Die Eigenkapitalrentabilität abzüglich des Zinssatzes für sichere Kapitalanlagen beschreibt die Risikoprämie des Unternehmers.

Neben der Eigenkapitalrentabilität gibt es die Gesamtkapitalrentabilität. Hier wird der bereinigte Jahresgewinn zuzüglich der Fremdkapitalzinsen ins Verhältnis zur Bilanzsumme (besser: Gesamtkapital) gesetzt. Eine hohe Fremdkapitalquote bedeutet hier höhere Zinsen und somit ebenfalls eine steigende Rentabilität – sofern sich sonst nichts verändert.

Fremdkapitalquote und Leverage-Effekt

Der Bezug zwischen Fremdkapitalquote und Rentabilität ist auch als Leverage-Effekt bekannt. Der Leverage-Effekt beschreibt die Hebelwirkung durch die Aufnahme von Fremdkapital auf die Eigenkapitalrentabilität und damit die Rendite des Unternehmens. Solange die Gesamtkapitalrentabilität höher ist als der Fremdkapitalzins, kann mit zusätzlich Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität und damit die Unternehmensrendite gesteigert werden.

Was ist die Fremdkapitalquote?

Eigenkapital und Fremdkapital sind die beiden Säulen der Unternehmensfinanzierung. Zusammen bilden diese beiden Kapitalarten das Gesamtkapital eines Unternehmens. Ein hoher Eigenkapitalanteil am Gesamtkapital bietet im Allgemeinen Sicherheit in schwierigen Zeiten. Ohne einen gewissen Anteil Fremdkapital kommt jedoch praktisch kein Unternehmen aus. Was die Fremdkapitalquote ist und welchen Einfluss sie auf die Eigenkapitalrendite hat, zeigt der folgende Beitrag.

Die Fremdkapitalquote ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital eines Unternehmens angibt. Mithilfe der Fremdkapitalquote wird bei der Fundamentalanalyse das Fremdkapital zum Gesamtkapital in Beziehung gesetzt, um die Kapitalstruktur eines Unternehmens widerzuspiegeln. Sie liefert zusammen mit der Eigenkapitalquote und dem Verschuldungsgrad wichtige Hinweise auf den Grad der Abhängigkeit von Kapitalgebern und die allgemeine finanzielle Stabilität.

Berechnung der Fremdkapitalquote

Für die Berechnung der Fremdkapitalquote wird das Fremdkapital eines Unternehmens durch das Gesamtkapital dividiert. Die Angabe erfolgt in Prozent. Die Formel lautet:

Fremdkapitalquote = Fremdkapital / Gesamtkapital x 100 %

Das Fremdkapital setzt sich aus kurz-, mittel- und langfristigem Fremdkapital zusammen. Für eine Vereinfachung der Berechnung wird die Bilanzsumme dem Gesamtkapital gleichgesetzt. Üblich ist es jedoch, Fremdkapital undEigenkapital zu addieren, um das Gesamtkapital zu erhalten.

Leverage Effekt

Die Fremdkapitalquote erzeugt eine Hebelwirkung auf die Eigenkapitalrendite. Bei einem zu 100 % durch Eigenkapital finanzierten Unternehmen beträgt die Eigenkapitalrendite immer 100 % – vorausgesetzt, das Unternehmen erwirtschaftet einen Gewinn. Wird das Eigenkapital durch einen gewissen Anteil Fremdkapital ersetzt, steigt die Eigenkapitalrendite. Wenn beispielsweise 50 % des Eigenkapitals durch Fremdkapital ersetzt werden, verdoppelt sich die Eigenkapitalrendite bei einem gleich hohen Gewinn. Dies ist der sogenannte Leverage Effekt.

Eine geringe Fremdkapitalquote bedeutet eine geringe Eigenkapitalrendite. Das Unternehmen steht jedoch finanziell auf sichern Beinen und kann Krisenzeiten besser durchstehen. Das Unternehmen ist weniger abhängig von externen Kapitalgebern. Es reagiert weniger sensibel auf Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld, steigende Zinsen haben einen geringeren Einfluss und disruptive Entwicklungen eines oder aller Geschäftsbereiche können leichter ausgeglichen werden. Die Bonität eines Unternehmens mit einem geringen Anteil Fremdkapital ist daher in der Regel höher als die eines zum Großteil fremdfinanzierten Unternehmens.

Durch den Leverage Effekt erzielen Anteilseigner eine hohe Eigenkapitalrendite. Eine hohe Fremdkapitalquote birgt jedoch die Gefahr in sich, dass das Unternehmen schneller in finanzielle Schwierigkeiten geraten kann. Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalrendite sind für Investoren, die sich am Eigenkapital beteiligen, interessanter als weitestgehend eigenkapitalfinanzierte Unternehmen.

Gibt es eine Obergrenze?

Der Gesetzgeber schreibt für Unternehmen keine Obergrenze bei der Fremdkapitalquote vor. Diese Entscheidung wird alleine den Unternehmern überlassen. Allgemein haben sich jedoch bestimmte Obergrenzen als sinnvoll erwiesen. Für große Unternehmen und Konzerne liegt die anzustrebende Obergrenze für die Fremdkapitalquote bei etwa 67 %. Für KMU sollte die Fremdkapitalquote 50 % möglichst nicht überschreiten. Dieses Ziel wird jedoch noch lange nicht von allen KMU erreicht.

Laut einer Statistik von de.statista.com betrug bei kleinen und mittelständischen Unternehmen im Jahr 2018 der durchschnittliche Anteil Fremdkapital am Gesamtkapital 68,5 %. Die Eigenkapitalquote lag dementsprechend bei durchschnittlich 31,5 %. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt an, dass vor allem die Einführung von Basel II und die Finanzkrise im Jahr 2008 bei kleinen und mittelständischen Unternehmen zu einem Umdenken bezüglich Fremdkapitalquote und Eigenkapitalquote geführt hat. Die KfW hat berechnet, dass sich die Eigenkapitalquote von durchschnittlich rund 18 % im Jahr 2002 annähernd verdoppelt hat. Entsprechend gesunken ist die Fremdkapitalquote.

Unterschied zwischen Fremdkapitalquote und Verschuldungsgrad

Der Verschuldungsgrad ist eine weitere bei der Fundamentalanalyse eines Unternehmens verwendete Kennzahl. Bei der Berechnung des Verschuldungsgrades werden jedoch das Fremdkapital und das Eigenkapital zueinander ins Verhältnis gesetzt, indem das Fremdkapital durch das Eigenkapital des Unternehmens dividiert wird. Anders als bei der Fremdkapitalquote kann dieses Verhältnis größer als 1 werden. Das heißt, der Verschuldungsgrad kann 100 % übersteigen.

Wenn ein Unternehmen beispielsweise zu einem Drittel durch Eigenkapital und zwei Dritteln durch Fremdkapital finanziert wird, beträgt die Fremdkapitalquote 67 %. Der Verschuldungsgrad beträgt in diesem Fall jedoch 200 %, da das Fremdkapital doppelt so hoch ist wie das Eigenkapital. Die Fremdkapitalquote kann 100 % nicht übersteigen. Wenn ein Unternehmen ausschließlich mit Fremdkapital finanziert wird, beträgt die Fremdkapitalquote unabhängig von der absoluten Höhe der Finanzierung 100 %.

Grenzen von Fremdkapitalquote und Leverage Effekt

Theoretisch könnte durch eine an 100 Prozent heranreichende Fremdkapitalquote der Hebeleffekt fast ins Unendliche gesteigert werden. Diese Möglichkeit besteht jedoch nur in der Theorie. Mit einem wachsenden Fremdkapitalanteil im Verhältnis zum Gesamtkapital, wächst die Zinslast für das Unternehmen. Die Abhängigkeit von Kapitalgebern und das Risiko, dass die Kosten für das Fremdkapital höher werden als die Gesamtkapitalrentabilität, steigen. Wenn die Kosten für das Fremdkapital die Kapitalrendite übersteigen, kehrt sich der Leverage Effekt um und schmälert die Eigenkapitalrendite. Hinzu kommt, dass Banken an Unternehmen mit einer zu hohen Fremdkapitalquote keine Kredite vergeben. Eine unverhältnismäßig hohe Verschuldungsquote schränkt die weiteren Finanzierungsmöglichkeiten eines Unternehmens daher ein.

Was sind Aktiva?

Die Aktiva stehen auf der linken Seite der Bilanz und stellen die Kapitalquellen sowie die Vermögenswerte des Unternehmens dar. Den Aktiva stehen die Passiva auf der rechten Seite der Bilanz gegenüber. Sie stellen das Kapital dar, das zur Finanzierung der Kapitalquellen und Vermögenswerten erforderlich ist. Die Summe der Aktiva muss immer der Summe der Passiva entsprechen.

Aktiva als Vermögen eines Unternehmens

Die Aktiva stehen auf der linken Seite der Bilanz und informieren darüber, in welche Werte ein Unternehmen sein Kapital investiert hat. Es handelt sich um das Vermögen eines Unternehmens. Im Gegensatz dazu stehen die Passiva auf der rechten Seite der Bilanz für das Kapital, das zur Finanzierung der Vermögenswerte dient. Die Summe der Aktiva ist die Summe der Vermögenswerte und muss mit der Summe der Passiva übereinstimmen. Sie bildet die Bilanzsumme.

Zu diesen Vermögenswerten gehören Anlagen, Maschinen, angelegte Wertpapiere und Bankkonten. Bei den Vermögenswerten wird zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen unterschieden. In den meisten Unternehmen besteht eine Aktivierungspflicht. Das Unternehmen ist verpflichtet, seine Vermögenswerte in der Bilanz darzustellen. Es muss dabei Bilanzklarheit, Bilanzwahrheit und Bilanzkontinuität wahren. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen ein Aktivierungswahlrecht oder sogar ein Aktivierungsverbot besteht.

Unterschied zu Passiva

Die Aktiva geben Auskunft darüber, wofür das Kapital eines Unternehmens verwendet wurde. Im Gegensatz dazu informieren die Passiva über die Herkunft der Mittel zur Finanzierung der Vermögenswerte. Die Aktiva werden häufig als Vermögen und die Passiva als Kapital bezeichnet. In die Aktiva fließen die aktiven Bestandskonten, in die Passiva die passiven Bestandskonten aus der Finanzbuchhaltung ein. Es ist abhängig davon, ob es sich um ein Aktivkonto oder um ein Passivkonto handelt, auf welcher Seite dieses Kontos der Anfangsbestand gebucht wird. Die Tatsache, ob es sich um ein Aktiv- oder um ein Passivkonto handelt, ist auch relevant dafür, auf welcher Seite Zugänge und Abgänge erfasst werden.

 

Die Unterteilung der Aktiva

Im § 266 II HGB ist geregelt, wie die Aktiva in einer Bilanz aufgebaut sind. Die Aktiva setzen sich aus Anlagevermögen und Umlaufvermögen zusammen, die wiederum unterteilt sind. Bei der Erfassung der verschiedenen Aktivposten in der Bilanz muss eine bestimmte Reihenfolge eingehalten werden. Auf der Aktivseite müssen die Vermögenswerte in nachfolgender Reihenfolge erfasst werden:

– Anlagevermögen, unterteilt in

Immaterielle Vermögensgegenstände

Sachanlagen

Finanzanlagen

– Umlaufvermögen, unterteilt in

Vorräte

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Wertpapiere

Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks

– Rechnungsabgrenzungsposten

– Aktiv latente Steuern

– Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung.

Finanzierung der Vermögenswerte

Die Aktiva in der Bilanz werden durch die Passiva finanziert, bei denen zwischen Eigenkapital und Fremdkapital unterschieden wird. Eigenkapital wird von den Unternehmern oder Gesellschaftern in Form von finanziellen Mitteln oder Betriebsmitteln wie Maschinen und Anlagen in das Unternehmen eingebracht.Beim Fremdkapital handelt es sich um die Mittel, die einem Unternehmen von seinen Gläubigern zur Verfügung gestellt werden. Das Unternehmen muss das Fremdkapital wieder zurückzahlen, da es nur zeitlich begrenzt zur Verfügung steht.

 

Das Anlagevermögen als Bestandteil der Aktiva

Das Anlagevermögen ist ein Hauptposten der Aktiva und soll dem Unternehmen langfristig dienen. Die im Anlagevermögen enthaltenen Vermögensgegenstände sind zum Aufbau, zur Ausstattung und zur Funktionsfähigkeit eines Unternehmens erforderlich. Sie sind im Unternehmen dauerhaft gebunden. Das Anlagevermögen umfasst

– Immaterielle Wirtschaftsgüter, zu denen Patente, Lizenzen, Verlagsrechte, Marken und Rezepturen gehören

– Sachanlagen, beispielsweise Grundstücke, Gebäude, Betriebs- und Geschäftsausstattungen, Maschinen

– Finanzanlagen wie Aktien, Wertpapiere oder Anteile an anderen Unternehmen

Die Vermögensgegenstände, die zum Anlagevermögen gehören, müssen auch dann in die Aktiva aufgenommen werden, wenn sie vom Unternehmen selbst erstellt wurden, beispielsweise durch das Unternehmen erstellte Software.

Der Wert vieler Gegenstände des Anlagevermögens wird durch Abschreibungen reduziert.

 

Umlaufvermögen als weiterer Hauptposten der Aktiva

Ein weiterer Hauptposten der Aktiva ist das Umlaufvermögen. Es befindet sich im Umlauf und dient dem Unternehmen nur kurzfristig. Beim Umlaufvermögen handelt es sich um Vermögensgegenstände, die zum Verbrauch, zur Verarbeitung oder zur Rückzahlung notwendig sind.

 

Nebenposten der Aktiva

Die Nebenposten der Aktiva umfassen

– aktive Rechnungsabgrenzungsposten, die gebildet werden, wenn ein Unternehmen bereits eine Zahlung geleistet hat, für die es erst in der nächsten Abrechnungsperiode den Gegenwert erhält

– aktiv latente Steuern, die entstehen, wenn der Steuerbestand in der Handelsbilanz niedriger als in der Steuerbilanz ist

– aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung als Schulden, bei denen das Vermögen einem einzigen Zweck dient und dem Zugriff durch Gläubiger entzogen wurde.

Wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Aus der Bilanz können wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen gebildet werden:

Der Verschuldungsgrad spielt bei der Bewertung der Bonität eines Unternehmens eine wichtige Rolle und wird ermittelt, indem das Fremdkapital durch das Eigenkapital dividiert und mit 100 multipliziert wird. Er stellt das Verhältnis des Fremdkapitals zum Eigenkapital dar.

Die Gesamtkapitalrentabilität wird in Prozent angegeben und informiert darüber, wie erfolgreich ein Unternehmen gewirtschaftet hat. Der Gewinn des Unternehmens wird mit den geleisteten Zinsen auf Fremdkapital addiert. Diese Summe wird durch die Bilanzsumme dividiert und mit 100 multipliziert. Die Gesamtkapitalrentabilität sollte höher als die auf das Fremdkapital geleisteten Zinsen sein. Umso höher die Gesamtkapitalrentabilität, desto erfolgreicher hat das Unternehmen gewirtschaftet.

Was versteht man unter der Eigenkapitalquote?

Die Eigenkapitalquote ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Sie beziffert das Verhältnis zwischen dem Eigenkapital und dem Gesamtkapital des Unternehmens. Je höher die Eigenkapitalquote ist, desto liquider ist das Unternehmen. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Kreditwürdigkeit aus. Auch der Handlungsspielraum ist besser. So lassen sich wichtige Investitionen sofort und ohne die Notwendigkeit einer Finanzierung aus dem Eigenkapital treffen. Dabei ist es jedoch wichtig, dass das Eigenkapital zur Verfügung steht und nicht in Anlagen festliegt, die mit einer mittleren oder längeren Laufzeit belegt sind.

Wiedergabe der Kapitalstruktur eines Unternehmens

Anhand der Eigenkapitalquote lässt sich die Kapitalstruktur eines Unternehmens sehr gut wiedergeben. Aus diesem Grund interessieren sich Banken für diesen Wert. Je höher die Eigenkapitalquote ist, desto besser steht das Unternehmen auf dem Finanzmarkt da. Die Bank lässt sich bei einer hohen Eigenkapitalquote auch auf eine höhere Finanzierung ein. Das bedeutet, dass das Unternehmen einen großen Handlungsspielraum bekommt. Werden Rahmenkredite freigegeben, kann man wichtige Investitionen treffen. Diese dienen dazu, das Unternehmen zu vergrößern und neue Bereiche zu erschließen. In der Folge kann sich das Unternehmen am Markt etablieren und wachsen.

Geringe Eigenkapitalquote kann zum Finanzierungsproblem werden

Ist die Eigenkapitalquote gering, können sich daraus um schlimmsten Falle Finanzierungsprobleme ergeben.

EK-Quote

Die EK-Quote ist entscheidend für die Kreditwürdigkeit

Wenn die Banken ein geringes Eigenkapital ermitteln, können sie daraus schließen, dass das Unternehmen nicht gut wirtschaftet oder dass es in finanziellen Schwierigkeiten steckt. In der Folge ist es möglich, dass die Gewährung von Krediten untersagt ist. Das Unternehmen kann sich nicht weiter entwickeln, weil man keine notwendige Investitionen treffen kann. Somit ist es sehr wichtig, dass Unternehmen einen großen Wert auf die Eigenkapitalquote legen.

Auch für unvorhergesehene Ausgaben sollte immer eine Geldreserve vorhanden sein. Nicht immer ist es möglich, kurzfristig eine Finanzierung zu bekommen. Gerät das Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten, kann sich dies in der Branche schnell herumsprechen. Die Folge sind unzufriedene Kunden oder Verträge, die man stornieren muss. Der Ruf des Unternehmens kann schnell leiden. Wenn hingegen ein ausreichendes Eigenkapital vorhanden ist, mindert dies die Gefahr von Zahlungsausfällen. Investitionen lassen sich bis zu einer bestimmten Höhe aus dem Eigenkapital decken. Diese finanzielle Reserve ist vor allem für unvorhergesehene Ausgaben von größter Wichtigkeit.

Eigenkapitalquote und die Gläubiger

Wenn ein Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gerät, interessieren sich die Gläubiger für das Kapital, was noch vorhanden ist. Liegt ein Titel vor, kann aus diesem Kapital gepfändet werden. Ist die Kreditwürdigkeit des Unternehmens in Gefahr, kann ein künftiger Geschäftsbetrieb schwierig werden. In der Folge kommt es nicht selten zu Insolvenzen oder Betriebsschließungen. Kann hingegen noch eine gewisse Eigenkapitalquote nachgewiesen

EK-Quote

Oftmals führt eine niedrige EK-Quote direkt in die Insolvenz

werden, ist es möglich, den Gläubigern einen Vergleich anzubieten. In diesem Falle leidet die Liquidität des Unternehmens mitunter nicht so stark, als wenn Außenstände gar nicht bedient werden können. Somit ist es von Vorteil, wenn einem Gläubiger eine gewisse Eigenkapitalquote nachgewiesen werden kann. Dies bedeutet, dass die Liquidität des Unternehmens noch in einem gewissen Maße vorhanden ist.

Pfändung in die Eigenkapitalquote

Sollte ein Titel vorliegen, ist es möglich, in die Eigenkapitalquote zu pfänden. Beim Eigenkapital handelt es sich um ein Vermögen, das nicht oder nur in engen Grenzen geschützt ist. Somit ist es wichtig, dass Pfändungen durch rechtzeitige Absprachen mit den Gläubigern vermieten werden. Lesen Sie hier alles zum Thema Pfändung.

Eigenkapitalquote und die Gesellschafter

Da ein hohes Eigenkapital immer ein eindeutiges Indiz für die Liquidität eines Unternehmens ist, interessieren sich auch die Gesellschafter eines Unternehmens dafür. Ist Eigenkapital vorhanden, sind Gesellschafter eher bereit, in ein Projekt einzusteigen. Wenn ein Unternehmen hingegen am Rande der Liquidität arbeiten, kann es vorkommen, dass die Gesellschafter ausbleiben oder sich von gemeinsam vereinbarten Projekten zurückziehen. Ein Wachstum des Unternehmens ist vor diesem Hintergrund kaum noch möglich. Somit sollten Unternehmen auch vor diesem Hintergrund darauf achten, dass die Eigenkapitalquoten stabil gehalten werden. In nahezu allen Geschäftsbereichen ist der Nachweis von Eigenkapital von großer Wichtigkeit. Er erleichtert die Begleichung der finanziellen Verpflichtungen und die Aufnahme von Krediten.

Ermittlung der Eigenkapitalquoten durch ein Unternehmen

Für jedes Unternehmen können die Eigenkapitalquoten ermittelt werden. Dazu werden die Geldreserven den finanziellen Verpflichtungen gegenübergestellt, die zum Zeitpunkt der Ermittlung offen sind. Auch Kredite werden in diese Berechnung einbezogen.

EK-Quote

Ohne Geldreserven kann ein Unternehmen nicht überleben

Die Berechnung des wirtschaftlichen Eigenkapitals erfolgt auf der Grundlage der Geldreserven, die ein Unternehmen zur Verfügung hat. In diesen Bereich fallen Kontostände, aber auch Wertpapiere, Aktien und Guthaben auf Tagesgeldkonten. Die Gegenrechnung von Krediten kann erfolgen, wenn es Außenstände in Bezug auf die zu zahlenden Raten gibt. In diesem Fall wird davon ausgegangen, dass die ausstehenden Raten aus dem Eigenkapital beglichen werden. Des Weiteren werden offene Rechnungen berücksichtigt. Auch diese müssen vom Eigenkapital abgezogen werden, da die Bezahlung aussteht.

Wirtschaftliches Eigenkapital und tatsächliches Eigenkapital

Das wirtschaftliche Eigenkapital muss dem tatsächlichen Eigenkapital nicht entsprechend. Es gibt auch Anteile an der Quote, die nicht in das wirtschaftliche Kapital einbezogen werden. Dies ist vor allem bei größeren Unternehmen der Fall, die verschiedene Finanzreserven haben. Banken und Gesellschafter berücksichtigen in der Regel auch das Eigenkapital, das auf den Firmenkonten liegt und nicht zum wirtschaftlichen Kapital gerechnet wird.

Was ist IFRS?

IFRS ist die Abkürzung für „International Financial Reporting Standards“, auf Deutsch internationale Rechnungslegungsgrundsätze. In den Standards werden Regeln festgelegt, um die Jahresabschlüsse von Konzernen weltweit konsistent, transparent und vergleichbar zu machen. Die IFRS wurden in der Europäischen Union entwickelt und werden vom International Accounting Standards Board (IASB) mit Sitz in London herausgegeben.

Große Unternehmen und Konzerne, die den Kapitalmarkt nutzen, um Finanzmittel zu beschaffen, müssen seit einigen Jahren ihre Bilanz und Konzernabschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften erstellen. Die International Financial Reporting Standards (IFRS) sind international gültige Vorschriften für weltweit konsistente, transparente und vergleichbare Abschlüsse.

Wo werden die IFRS verwendet?

Die IFRS dienen dazu, die Rechnungspraktiken und -aussagen einheitlich zu gestalten. Sie sollen Unternehmen und Investoren ermöglichen, fundierte Finanzanalysen und -entscheidungen auf einer einheitlichen Informationsbasis zu treffen. Vorläufer der IFRS waren die International Accounting Standards (IAS). Diese Rechnungslegungsgrundsätze wurden bis zum Jahr 2000 vom International Accounting Standards Committee (IASC) herausgegeben. Sie enthalten wie die International Financial Reporting Standards ebenfalls grundlegende Vorschriften zur Rechnungslegung und Regelungen zur Bilanzerstellung. Die IAS sind in den IFRS aufgegangen aber heute noch gültig. Nur ein Teil der alten IAS Standards ist heute obsolet.

Struktur der International Financial Reporting Standards

Die IFRS enthalten im Gegensatz zum HGB (Handelsgesetzbuch) keine allgemeingültigen Vorschriften und in sich geschlossene Regeln für die Rechnungslegung. Die IFRS setzen sich vielmehr mit Einzelfragen auseinander, sodass die einzelnen Vorschriften wesentlich ausführlicher ausgelegt sind, als die gesetzlichen Bestimmungen im deutschen Handelsgesetzbuch. Durch die detaillierte Auseinandersetzung mit Einzelfragen kommt es bei den IFRS häufig zu sich wiederholenden Angaben innerhalb des Regelwerks. Grundsätzlich bestehen die International Financial Reporting Standards aus den drei Teilen Framework, Standards und den Interpretations.

Die Standards und die sogenannten Interpretations bauen auf dem Framework auf. Dadurch erfolgt eine inhaltliche Konkretisierung im Einzelfall immer von unten nach oben, das heißt, vom Framework ausgehend über die Standards zu den Interpretations. Das Framework liefert zunächst allgemeine Informationen über die Zielsetzung der International Financial Reporting Standards. Darüber hinaus sind hier Hinweise für die Ausgestaltung von Konzernabschlüssen enthalten. Alle im Framework enthaltenen Informationen sind jedoch nicht verbindlich.

Standards von Jahresabschlüssen

Deutlich konkreter sind die Standards. Sie geben unter anderem eine formal zu erfüllende Darstellung und Gliederung für die Jahresabschlüsse von Konzernen vor. Beispielsweise müssen Unternehmen jeweils zum Beginn und zum Ende des Geschäftsjahres, das heißt mindestens zweimal jährlich, ihre Finanz- und Vermögenslage veröffentlichen. Zudem ist in den Standards vorgegeben, dass die Jahresabschlüsse Informationen über den Gesamterfolg des Unternehmens, Veränderungen des Eigenkapitals und sowie Angaben zu den Zahlungsströmen enthalten muss. Darüber hinaus müssen im Anhang zur Bilanz Angaben zu den angewendeten Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden gemacht machen. Zurzeit gibt es im IFRS 16 + 41 IAS Standards, in denen jeweils ein spezielles Problem bei der Bilanzierung behandelt wird. Der dritte Teil der International Financial Reporting Standards, die Interpretations sind die offizielle Auslegung der Standards und ergänzen diese.

Grundlegender Aufbau eines Standards der IFRS

Die in den IAS/IFRS enthaltenen Standards sind grundsätzlich alle gleich strukturiert. Zunächst wird die Zielsetzung des jeweiligen Standards und dessen Anwendungsbereich beschrieben. Ergänzt wird diese Beschreibung durch die Definition der wesentlichen Begriffe. Danach folgt eine Behandlung der Bewertungsfragen und wie die Ausweisung in der Bilanz erfolgen soll. Hinzu kommen Ausführungen zu den erforderlichen Offenlegungen. Diese entsprechen in etwa den laut HGB erforderlichen Angaben in Bilanzanhang. Revidierte und neue Standards enthalten einen Hinweis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Standards oder zum Inkrafttreten der Neuregelung /Änderung.

Unterschiede zwischen IFRS und GAAP

Zwischen den International Financial Reporting Standards und den beispielsweise in den USA und Kanada angewendeten allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen (GAAP) bestehen mehrere Unterschiede. Beispielsweise in der Art und Weise, wie Bestände bilanziert werden. Es gibt zwei Möglichkeiten. First-In-First-Out (FIFO) und Last-In-First-Out (LIFO). FIFO bedeutet, das zuerst gekaufte Bestände zuerst wieder verkauft werden. LIFO bedeutet, dass der letzte Bestand der erste ist, der verkauft wird. IFRS verbietet LIFO, während es bei Anwendung der GAAP möglich ist, beide frei Prinzipien zu verwenden.

Verpflichtung zur Anwendung der IFRS für Konzerne

Die Anwendung der International Financial Reporting Standards ist seit dem 1. Januar 2005 für Konzerne und Unternehmen, deren Aktien oder Anleihen am Kapitalmarkt gehandelt werden, verpflichtend. Zusätzlich müssen in Deutschland ansässige Unternehmen die Steuerbilanz nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches erstellen. Das bedeutet, dass für Unternehmen in Deutschland der Aufwand für die Erstellung der Jahresabschlüsse annähernd verdoppelt hat. Zurzeit werden die IFRS in mehr als 120 Ländern weltweit angewendet. Neben den Ländern der Europäischen Union sind die International Financial Reporting Standards mittlerweile verpflichtend in vielen Ländern Asiens und Südamerikas.

Welche Vorteile bieten die IFRS?

Trotz des erhöhten Aufwands bei der Bilanzerstellung werden die IFRS von einem Großteil der Unternehmen sehr positiv gesehen. Durch die Vereinheitlichung der Bilanzierungsrichtlinien ermöglichen die International Financial Reporting Standards Anlegern, Investoren und anderen interessierten Personenkreis einen objektiven und einfachen Vergleich der verschiedenen Unternehmen, egal wo sie ihren Sitz haben. Dies ist beispielsweise ein wesentlicher Vorteil bei einem Unternehmensverkauf , wenn im Rahmen der Due Diligence im Datenraum ein Unternehmen objektiv bewertet werden muss.

Was ist eine Amortisationsrechnung?

Die Amortisationsrechnung ist ein quantitatives, statisches Rechenverfahren. Ziel ist es, das Risiko einzuschätzen, dass ein Unternehmen mit einer Investition beispielsweise in Maschinen, Ausrüstungen und Produktionsanlagen eingeht. Die Amortisationsrechnung dient dazu, die Vorteilhaftigkeit einer Investition anhand der Amortisationszeit zu ermitteln. Die Amortisationszeit ist der Zeitraum, innerhalb dessen das durch eine Investition gebundene Kapital zurückgeflossen ist. Grundlage für die Berechnung der Amortisationszeit sind die Ergebnisse der Kosten- oder Gewinnvergleichsrechnung.

Allgemein gilt eine Investition als vorteilhaft, wenn die Amortisationszeit kürzer ist, als die vom Unternehmen festgelegte Zeit für den Kapitalrückfluss. Beim Vergleich von zwei Investitionsobjekten gilt das Objekt als vorteilhaft, dessen Amortisationszeit kürzer ist. Eine andere Bezeichnung für Amortisationsrechnung ist Kapitalrückflussrechnung. Die englischen Bezeichnungen sind Pay-off Methode, Pay-out-Methode oder Pay-back-Methode. Die Amortisationszeit wird im Englischen als Payback-periodbezeichnet.

Methoden der Amortisationsrechnung

Die Amortisationszeit für eine Investition kann anhand von zwei verschiedenen Methoden berechnet werden. Die Durchschnittsmethode ist eine statische Amortisationsrechnung. Die zweite Methode ist die Kumulationsmethode. Lesen Sie hier alles zur Kumulation.

Amortisationsrechnung mit der Durchschnittsmethode

Mit der Durchschnittsmethode wird der Zeitpunkt ermittelt, an dem die Summe der für die Zukunft erwarteten Rückschlüsse gleich dem für die Investition aufgewendeten Kapital ist. Eingangsgrößen für die Berechnung sind die ursprünglichen Anschaffungskosten, die eventuell um den Restwert gemindert werden. Der daraus ermittelte Wert wird durch die erwarteten Rückflüsse pro Periode zuzüglich der Abschreibungen dividiert. Die Formel für die Durchschnittsmethode lautet:

Amortisationszeit = (Anschaffungskosten – Restwert) / (Rückfluss pro Periode + AfA)

Amortisation

Es gibt zwei Methoden, um die Amortisation zu berechnen

Ein Beispiel: Ein Hersteller von Stanzteilen für die Elektroindustrie will eine neue Stanze kaufen. Zwei Maschinen stehen zur Auswahl. Stanze A kostet 150.000 EUR. Stanze B 180.000 EUR. Beide Maschinen werden linear über 5 Jahre abgeschrieben. Die Erlöse sind bei beiden Maschinen mit je 60.000 EUR pro Jahr identisch. Die Betriebskosten für Stanze A betragen 12.000 EUR und für Stanze B 8.000 EUR im Jahr. Der kalkulatorische Zinssatz für das durch die Investition gebundene Kapital beträgt 4 %.

Für die Amortisationsrechnung wird zunächst der durchschnittliche Gewinn pro Jahr für beide Maschinen berechnet.

Stanze A Stanze B
Erlös p. a. 60.000 EUR 60.000 EUR
AFA 30.000 EUR 36.000 EUR
Kalkulatorische Zinsen 3.000 EUR 3.600 EUR
Betriebskosten 12.000 EUR 8.000 EUR
Gewinn p. a. 15.000 EUR 12.400 EUR

Die jährliche Abschreibung errechnen sich aus den Anschaffungskosten jeweils dividiert durch den Abschreibungszeitraum von 5 Jahren. Die jährlichen kalkulatorischen Zinsen werden für die durchschnittliche Kapitalbindung (Kapitaleinsatz / 2) berechnet.

Die ursprünglichen Anschaffungskosten werden anschließend in der Amortisationsrechnung durch den ermittelten durchschnittlichen Jahresgewinn dividiert. Die zunächst abgezogenen Abschreibungen werden wieder hinzugerechnet, da sie nicht zahlungswirksam sind. Für beide Maschinen ergeben sich die folgenden Amortisationszeiten:

Stanze A Stanze B
Gewinn p. a. 15.000 EUR 12.400 EUR
zzgl. Abschreibungen 30.000 EUR 36.000 EUR
Kapitalrückfluss p. a. 45.000 EUR 48.400 EUR
Kapitaleinsatz 150.000 EUR 180.000 EUR
Amortisationszeit 3,33 Jahre 3,72 Jahre

Die jeweilige Amortisationszeit wird durch einfache Division des investierten Kapitals durch den gesamten Kapitalrückfluss pro Periode ermittelt. Die Berechnung der Amortisationszeit kann – wie im Beispiel – auf der Basis von Gewinnen oder auf der Basis des Deckungsbeitrags erfolgen, sodass eine differenzierte Risikobetrachtung vorgenommen werden kann.

Amortisationsrechnung mit der Kumulationsmethode

Bei der Amortisationsrechnung mit Hilfe der Kumulationsmethode werden nicht die durchschnittlichen jährlichen Mittelrückflüsse, sondern unterschiedliche Rückflüsse pro Periode berücksichtigt. Der jeweilige zu erwartende Kapitalrückflusspro Periode kann in der Regel jedoch immer nur geschätzt werden. Ein Beispiel:

Amortisation

Wichtig sind die Rückflüsse pro Periode

Für einer Investition in eine neue Produktionsanlage im Wert von 200.000 EUR werden im Laufe von drei Jahren die folgenden Kapitalrückflüsse angenommen

1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
Mittelrückfluss 120.000 EUR 80.000 EUR 40.000 EUR

Der durchschnittliche Mittelrückfluss beträgt bei diesem Beispiel pro Jahr 80.000 EUR (120.000 EUR + 80.000 EUR + 40.000 EUR) / 3 Jahre.

Bei der Berechnung der Amortisationszeit mit der Durchschnittsmethode wäre die Produktionsanlage nach 2,5 Jahren amortisiert (200.000 EUR / 80.000 EUR pro Jahr = 2,5 Jahre). Bei Berechnung der Amortisationszeit mit der Kumulationsmethode wäre die Produktionsanlage dagegen bereits nach zwei Jahren vollständig amortisiert, da die Summe der Mittelrückflüsse in den ersten beiden Jahren dem Investitionsbetrag entspricht.

Nachteile der statischen Amortisationsrechnung

Amortisation

Amortisation nimmt Einfluss auf die Rentabilität

Im Laufe der Amortisationszeit können Sie Änderungen beispielsweise der Verkaufserlöse oder Einsatzmengen ergeben. Diese Veränderungen bleiben bei der statischen Amortisationsrechnung unberücksichtigt. Weitere Probleme können bei der Zurechenbarkeit der Erlöse entstehen, wenn mehrere Maschinen oder Anlagen an der Fertigung eines Produktes beteiligt sind. Hinzu kommt, dass der Kapitaleinsatz unter Rentabilitätsgesichtspunkten bei der statischen Amortisationsrechnung nicht berücksichtigt wird. Das bedeutet, selbst bei einer kurzen Amortisationszeit kann die Rentabilität der Investition im Vergleich zu den Zielen des Unternehmens nicht ausreichend sein. Ein weiterer Nachteil ist, dass Rückflüsse nach dem Ende der Amortisationszeit bei dieser Form der Amortisationsrechnung nicht berücksichtigt werden.

Bedeutung der Amortisationsrechnung bei einem Unternehmensverkauf

Im Rahmen eines Unternehmensverkaufs spielt die Amortisationsrechnung ebenfalls eine bedeutende Rolle. Bei der eingehenden Due Diligence Prüfung im physischen oder virtuellen Datenraum ermöglicht die Amortisationsrechnung beispielsweise auf Basis des Deckungsbeitrags einzelner Produkte oder Produktgruppen dem Käufer eine realistische Einschätzung, welche Unternehmensteile rentabel sind und wann sich der Unternehmenskauf insgesamt bezahlt machen wird.

Was ist eine Kapitalflussrechnung?

DieIm Allgemeinen wird die Kapitalflussrechnung als auch Cashflow-Rechnung bezeichnet. Ziel einer solchen Rechnung ist es, eine gewisse Transparenz über sämtliche unternehmensinterne Zahlungsströme zu schaffen. Veränderungen in Bezug auf die Liquidität sollte man ebenso herausarbeiten wie die Ursachen entsprechender Veränderungen.

Definition der Kapitalflussrechnung

Prinzipiell ist die Bezeichnung Kapitalflussrechnung recht irreführend. Laut Kapital-Definition ist dieses nicht liquide. Innerhalb eines Jahreszeitraumes ist es nur geringfügig beweglich. Eine wesentlich bessere Bezeichnung für die Kapitalflussrechnung wäre der Begriff Geldflussrechnung, welcher unter anderem in der Schweiz verwendet wird, sich hierzulande aber nicht durchsetzt. Gesetzliche oder einheitliche Definitionen für die Kapitalflussrechnung gibt es bislang nicht. Die Funktionen sind sehr vielfältig und lassen sich unternehmensintern individuell ausgestalten. Dennoch gibt es gewisse nationale und internationale Standards, die als Orientierungspunkt dienen. Generell liefert die Kapitalflussrechnung reichhaltige Informationen über die allgemeine Finanzsituation eines Unternehmens und über die Verwendung finanzieller Mittel. In diesem Kontext wird die Cashflow-Rechnung als spezielles, wichtiges und äußerst aussagekräftiges Zusatzinstrument für die Beurteilung eines Unternehmens unter dem finanziellen Aspekt genutzt. Relativ grob kann gesagt werden, dass die Kapitalflussrechnung nicht nur die Entwicklung, Herkunft und Verwendung von finanziellen Mitteln festhält, sondern darüber hinaus Ein- und Auszahlungen sehr strukturiert abbildet.

Kapitalflussrechnung

Einzahlungen und Auszahlungen werden gegenüber gestellt

Kurz und knapp: Sehr einfach gesagt handelt es sich bei der Kapitalflussrechnung um eine detaillierte Gegenüberstellung von Einzahlungen und Auszahlungen, innerhalb einer bestimmten Abrechnungsperiode. Ziel ist es, umfangreiche Informationen über die tatsächliche und aktuelle Finanzkraft eines Unternehmens festzuhalten.

Retrospektive und Prospektive Kapitalflussrechnung

Innerhalb der Finanzwirtschaft wird zwischen der retrospektiven und der prospektiven Kapitalflussrechnung unterschieden. Die retrospektive Variante orientiert sich an der Vergangenheit. Die Grundlage bilden die vorliegenden Jahresabschlüsse. Prinzipiell sind retrospektive Kapitalflussrechnungen objektiv nachprüfbar. Allerdings können sie nicht als Prognoseinstrument eingesetzt werden. Die prospektive Kapitalflussrechnung bedient sich im Vergleich den Plan-Gewinn und Verlustrechnungen. Dies nennt man auch „Finanzplan. Im Fokus steht die Zukunft des Unternehmens. Vorrangig dienen prospektive Kapitalflussrechnungen der Prognose und der Planung. Mit ihr werden zukünftige Zahlungsfähigkeiten beurteilt.

Aufbau und Inhalt einer vollständigen Kapitalflussrechnung

Wie bereits erwähnt werden bei der Kapitalflussrechnung alle Ein- und Auszahlungen einer bestimmten Periode genausten betr

Methoden Kapitalflussrechnung

Welche zwei Methoden gibt es?

achtet und gegenübergestellt. Zudem findet eine entsprechende Zuordnung statt. In der Praxis haben sich hierfür zwei verschiedene Methoden etabliert. Zum einen gibt es die direkte und zum anderen die

indirekte Methode. Am häufigsten nutzt man die indirekte Methode.

+ Indirekte Methode:

Bei der indirekten Methode der Kapitalflussrechnung ist der verwendete Jahresüberschuss maßgeblich. Dieser wird durch nichtzahlungswirksame Aufwendungen korrigiert. Darüber hinaus findet eine Herausrechnung der zahlungswirksamen Erträge statt. Aus dieser vergleichsweise einfachen Berechnung ergibt sich der Cashflow für die jeweils laufende Geschäftstätigkeit. Im Anschluss erfolgt die Cashflow-Berechnung aus Investitionstätigkeiten, woraufhin die Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten erfolgt. Die berechneten Cashflows werden miteinander addiert und um mögliche wechselkursbedingte Veränderungen des Werts bereinigt. Die daraus ermittelte Summe muss mit dem periodischen Anfangsbestand addiert werden, woraus sich der Stand der Finanzmittel am Periodenende ergibt.

+ Direkte Methode:

Bei der direkten Methode der Kapitalflussrechnung ist der Jahresüberschuss aus der Gewinn- und Verlustrechnung irrelevant. Stattdessen betrachtet man Veränderungen, die aus internen Aus- und Einzahlungen resultieren. Aus dem Jahresabschluss gehen diese Informationen nur bedingt hervor. Sämtliche Einzahlungen von Kunden, die aus Erzeugnisverkäufen oder aus sonstigen Leistungen entstehen, werden miteinander addiert und um die angefallenen Auszahlungen, etwa an Lieferanten, reduziert. Aus dieser einfachen Berechnung ergibt sich der Cashflow aus operativer Tätigkeit. Im Anschluss wird der Cashflow aus Investitionstätigkeit wie bei der indirekten Methode ermittelt. Auch der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wird bei der direkten Methode wie bei der indirekten Methode berechnet. Die abschließende Berechnung des Finanzmittelstandes erfolgt ebenfalls wie bei der indirekten Methode.

Drei Stufen der Zahlungsströme

Zahlungsströme Kapitalflussrechnung

Welcher Zahlungsstrom ist der richtige?

Ausgehend vom Handelsgesetzbuch ist die Kapitalflussrechnung ein wichtiger Bestandteil des Konzernabschlusses. Laut Empfehlungen der DRS 2 sollte die Kapitalflussrechnung drei verschiedene Zahlungsströme berücksichtigen. Hierzu zählen der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, sprich der operative Cashflow, der Cashflow aus Investitionstätigkeit und der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit.

Stufe 1: Berechnung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit (indirekte Methode):

Periodenergebnis vor Abzug der außerordentlichen Posten
+/- Abschreibungen oder Zuschreibungen aus dem vorhandenen Anlagevermögen
+/- Zunahme oder Abnahme der rückstelligen Verbindlichkeiten
+/- weitere Erträge oder Aufwendungen, die zahlungsunwirksam sind
+/- Verlust oder Gewinn, der aus dem Abgang von Anlagevermögen resultiert
+/- Abnahme oder Zunahme von Vorräten, sowie Forderungen die aus Leistungen und Lieferungen resultieren und weitere Aktiva, die sich nicht der Finanzierungs– und Investitionstätigkeit zuordnen lassen
+/- Einzahlungen und Auszahlungen, die aus außerordentlichen Posten resultieren
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beziehungsweise operativer Cashflow

Stufe 1: Berechnung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit (direkte Methode):

+ Einzahlungen von Kunden
– Auszahlungen, die beispielsweise an Lieferanten oder Geschäftspartner gehen
+ weitere Einzahlungen, die nicht aus Investitions– oder Finanzierungstätigkeit stammen
– weitere Auszahlungen, die nicht aus Investitions– oder Finanzierungstätigkeit resultieren
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beziehungsweise operativer Cashflow

Stufe 2: Berechnung des Cashflows aus Investitionstätigkeit

Sämtliche Einzahlungen, die aus Sachanlagevermögens-Abgängen resultieren
– Auszahlungen, die der Investition in das Sachanlagevermögen dienen
+ Einzahlungen aus immateriellen Anlagevermögens-Abgängen
– Auszahlungen, die der Investition in das immaterielle Anlagevermögen dienen
+ Einzahlungen, die aus Abgängen aus dem Finanzanlagevermögen resultieren
– Auszahlungen, die der Investition in das Finanzanlagevermögen dienen
+ Einzahlungen, die durch den Verkauf von sonstigen Geschäftseinheiten und dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen begründet sind
– Auszahlungen, aufgrund des Erwerbes von sonstigen Geschäftseinheiten und konsolidierten Unternehmen
+ Einzahlungen, durch Anlagen in Finanzmittel für die kurzfristige Disposition von Finanzen
– Auszahlungen, durch Anlagen in Finanzmittel für die kurzfristige Disposition von Finanzen
Cashflow aus Investitionstätigkeit

Stufe 3: Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten

Einzahlungen, die aus Zuführungen aus dem Eigenkapital resultieren
– Auszahlungen, die an Minderheitsgesellschafter oder Unternehmenseignern gezahlt wurden
+ Einzahlungen, die durch Anleihen und Kreditaufnahmen zustande kommen
– Auszahlungen aufgrund der Tilgung von Krediten und Anleihen
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Cashflow Kapitalflussrechnung

Wie berechnet man den Cashflow letztendlich?

Abschließende Berechnung des Finanzmittelstands:
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
+ Anfangsbestand der Periode
Finanzmittelstand zum Periodenende

Was ist eine Investition

Für Unternehmen gehören Entscheidungen bzgl. Investitionen zum Überleben auf dem Markt. Auch Investitionen für den geschäftlichen Datenraum sind hier zu berücksichtigen. Aber auch für Privatpersonen ist die Wichtigkeit einer Investition gerade in Bezug auf die Altersvorsorge nicht von der Hand zu weisen. Um nicht vom Regen in die Traufe zu kommen, sind einige Punkte zu beachten.

Begriffsdefinition

Unter einer Investition versteht man den Einsatz von finanziellen Mittel für Güter, die auf lange Sicht gesehen Vorteile verschaffen können. Besonders Immobilien, techn. Anlagen und Maschinen sowie Fahrzeuge werden hierunter verstanden. Nicht als Investition gelten Güter, die für den Konsum bestimmt sind. Allerdings sollten Sie bedenken, dass eine Investition immer auf Planungen basieren, die eine zukünftige Wirkung erwarten lassen. Ob jedoch genau diese beabsichtigte Wirkung einsetzt, ist mit Ausnahme der Abschreibungen bei den Steuerzahlungen, ungewiss.

InvestitionDas bedeutet, dass beispielsweise die Anschaffung eines Baggers für ein Bauunternehmen eine bessere Auftragssituation aufgrund größerer Kapazitätenverfügbarkeit bewirken soll. Ob diese Anschaffung sich aber über den geplanten Abschreibungszeitraum von 20 Jahren rentiert, kann von Ihnen nur während dieses Zeitraums festgestellt werden. Im schlimmsten Falle handelt es sich um eine Fehlinvestition, also um verlorenes Kapital.

Zur besseren Planung sollte vor jeder Investition eine Investitionsrechnung erfolgen. Hiermit können Sie feststellen, ob die geplante Maßnahme vorteilhaft ist und ob es eine bessere Alternative gibt. Eine gute Entscheidung diesbezüglich hängt von einem systematischen Vorgehen zur Lösung dieser Fragestellung ab.

Hierbei sollten Sie folgende Punkte beachten:

1. Was muss ich tun, um Erfolg zu haben im Vergleich zu einem Unterlassen der Maßnahme

Beschreiben Sie hier vollständig und detailliert Ihre Handlungsweise. Stellen Sie sicher, dass alle relevanten Punkte berücksichtigt werden. Sollten Sie den Konsum ausländischer Investitionen beabsichtigen, dürfen Sie hier nicht vergessen, dass eventuelle Export-Deckungsbeiträge, die bis dato einberechnet waren, nicht mehr zur Verfügung stehen.

2. Zeitplan

Planen Sie den für die Investition veranschlagten Zeitraum. Dieser wird auch als Abschreibungszeitraum bezeichnet. Beachten Sie hierbei, dass am Ende dieser Zeitspanne die von Ihnen genutzten Güter immer noch einen Restwert haben. Auch bei Finanzierungen kann es durchaus sein, dass zum Ende der Abschreibung noch offene Posten der Finanzierung bestehen. Bei technischen Anlagen und Gebäuden können sogar noch Rückbaumaßnahmen fällig werden. Alle diese Kosten müssen von Ihnen von Anfang an berücksichtigt und in die Planungen mit einbezogen werden.

3. Zusatzkosten der verschiedenen Alternativen

Beziehen Sie alle Kosten in Ihre Berechnungen und Planungen mit ein. Restwerte, Zahlungsziele und gegebenenfalls auch Kursschwankungen bei ausländischen Investitionen. Wenn Sie diese nun alle mit berücksichtigt haben, überlegen Sie genau, was Sie machen wollen. Vergleichen Sie den künftigen Stand mit Ihrer Ausgangssituation! So fällt Ihnen die Entscheidung, neue Investition oder weitermachen wie bislang, deutlich leichter.

4. Ermittlung des Kalkulationszinssatzes

Beachten Sie Ihren Kalkulationszinssatz. Dieser setzt sich aus Risiko, Zeitspanne der Investition und die Ersetzbarkeit der Güter. Dieser so zu berechnende Mischzinssatz berücksichtigt die notwendige Eigenkapitalverzinsung in Relation zum nötigen Eigenkapitalanteil sowie dem Fremdkapitalzinssatz. Sowohl für das Eigenkapital als auch das Fremdkapital sind die aktuellen Marktwerte zugrunde zu legen und nicht Ihre Bilanzwerte. Nimmt die Finanzierung einen wichtigen Bestandteil für die Entscheidung ein, so sollten Sie die beiden Finanzierungsarten und deren jeweilige Zinssätze separat voneinander betrachten.

5. Datenaufbereitung

Beachten Sie die während eines Jahres anfallenden Zahlungen. Diese müssen zum Jahresende hin verrechnet und in Ihrem Geschäftsbericht ausgewiesen werden. Achten Sie hierbei darauf, dass alle Zahlen aus dem Datenraum entsprechend auf- und abgezinst werden. Anschaffungen werden immer zum Startzeitpunkt hin abgezinst. Alle anderen kassenwirksamen Zahlungen werden zum Jahresende entsprechend aufgezinst.

6. Berechnung der Vorteilhaftigkeit – Einsatz vollständiger Finanzpläne

Für die Bestimmung de Vorteilhaftigkeit gibt es insgesamt drei Modelle, von denen zwei auf der Basis ohne Restriktionen beruhen.

a) ohne Anfangskapital

Eine Investition ist genau dann ohne Anfangskapital vorteilhaft, wenn der Endwert im vollständigen Finanzplan größer null ist. Ist dies der Fall, so sind alle Kosten gedeckt und für Ihr Unternehmen ist ein Vermögenszuwachs zu Buche zu schlagen.

b) Anfangskapital steht teilweise zur Verfügung

Hier ist die Investition genau dann vorteilhaft, wenn der Endwert im vollständigen Finanzplan höher ist als der angenommene Endwert. So ist das gesamte Kapital während der Laufzeit gebunden. Wenn der Endwert nun ausreicht, die Mindestverzinsung zu erreichen, ist die Vorteilhaftigkeit gegeben.

Schließen sich beide Alternativen jedoch gegenseitig aus, so sollten Sie diejenige wählen, bei der Vermögenszuwachs höher liegt.

Mit Restriktionen

Bei einem vollständigen Kapitalmangel und für einen internen Vergleich spielen die verschiedenen Kriterien der Rendite eine große Rolle. Hier sollten Sie die Alternativen mit den höchsten Renditen nutzen und diese bis zur vollständigen Vergabe des Kapitals einplanen. Allerdings bieten sich hier Ihnen Risiken, die dazu führen, dass Entscheidungen, die der linearen Optimierung zuzuweisen sind, Ihre Pläne zunächst nicht verwirklichen lassen.

7. Aufstellung und Berechnung Ihres Finanzplans

8. Sensitivitätsanalyse

Um eine bessere Beurteilung der Vorteilhaftigkeit erzielen zu können, werden im Finanzplan wichtige Entscheidungsgrundlagen immer wieder angepasst. Der Konsum eines Gutes kann dann unter Bezugnahme dieser verschiedenen Parameter auch dann positiv beschieden werden, wenn sie in einem ungünstigen Fall die Vorteilhaftigkeit aufrechterhält.

Trotzdem sollten Sie wissen, dass hier in der Regel negative Endwerte die Folge sind. Hier ist es nun Ihre Entscheidung, ob Sie auf Ihren Berechnungen beruhend diese Investition tätigen möchten oder nicht.

9. Alternativbetrachtungen ohne finanzielle Kenndaten

Nicht immer können Sie die Ihnen zur Verfügung stehenden Alternativen auch mit Kosten betrachten. Oder aber diese in Relation zu setzen ist für Sie mit einem allzu großen Aufwand verbunden. Aber für eine Investition sind diese Posten ebenfalls detailliert zu betrachten und zu berücksichtigen. Haben Sie mehrere Alternativen zur Auswahl, hilft eine Bewertungsmatrix. Mit der hier erreichten Punktzahl können Sie dann einen Vergleich mit dem im Finanzplan ausgewiesenen Endwert vornehmen. Gerade Investitionen, die eine hohe Nachhaltigkeit und Umweltaspekte besitzen, können so besser beschlossen und umgesetzt werden.

Bei der Überlegung zur Durchführung einer Investition sollten Sie stets beachten, dass Sie nach der Wahl einer zur Verfügung stehenden Alternative noch lange nicht fertig sind. Sie müssen hier stets ein wachsames Auge haben, um so eventuell in der Folge auftretende Risiken rechtzeitig zu erkennen und diesen entgegenwirken zu können. Aber auch, um neue Chancen finden und nutzen zu können.

Hat der Prozess nun begonnen, sind fallende Kosten für das Gut oder sonstige Kosten, die noch anfallen, für Ihre weiteren Entscheidungen in dieser Hinsicht nicht mehr von Bedeutung. Es werden nur noch die Kosten und Einnahmen betrachtet, die sich noch aktiv variieren lassen.