BWL-Artikel

Was ist Kapitalbindung?

Was versteht man unter der Kapitalbindungsdauer? Das Hauptziel eines Unternehmens besteht darin, einen möglichst hohen Gewinn zu erwirtschaften. Um dies zu erreichen, wird Kapital eingesetzt. Neben den liquiden Mitteln (z.B. Bankguthaben und Kassenbestand) investiert das Unternehmen Kapital in das Anlagevermögen und in das Umlaufvermögen. Hier werden die Gegenstände ausgewiesen, die das Unternehmen benötigt, um wirtschaftlich zu arbeiten.

Liquide Mittel stehen dem Unternehmen zu jederzeit zur Verfügung. Größere Rechnungen werden mit einer Banküberweisung beglichen. Kleinere Anschaffungen bezahlt das Unternehmen bar.

Problematisch wird es für den Betrieb bei dem Kapital, das in eine Produktionsmaschine oder in einen anderen Vermögensgegenstand des Anlagevermögens investiert wurde. Für die Nutzungsdauer dieser Produktionsmaschine ist das Kapital in dem Unternehmen gebunden. Ebenso verhält es sich bei den Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens. Hier tritt die Kapitalbindung in Form einer offenen Kundenrechnung ein. Solange diese noch nicht ausgeglichen ist, kann das Unternehmen nicht über das Kapital

Kapitalbindung

Welches Kapital ist an das Unternehmen gebunden?

verfügen.

Das nicht verfügbare Kapital ist an das Unternehmen gebunden.

Welche Aussage trifft die Kapitalbindungsdauer?

Da ein Unternehmen auf den Kapitaleinsatz angewiesen ist, ermittelt es den Zeitraum, für den das in dem Anlage- oder Umlaufvermögen gebundene Kapital nicht für andere Investitionen genutzt werden kann. Dieser Zeitraum wird als Kapitalbindungsdauer bezeichnet.

Bei der Berechnung der Kapitalbindungsdauer muss unterschieden werden, ob die Vermögengenstände dem Unternehmen langfristig oder nur kurzfristig dienen sollen.

Die Kapitalbindung im Anlagevermögen

In dem betrieblichen Anlagevermögen weist ein Unternehmen die Vermögensgegenstände aus, die dem Betrieb langfristig (über ein Jahr) dienen sollen.

Beispiel

Ein Pkw, den der Geschäftsführer einer GmbH für betriebliche Zwecke nutzt, wird im Anlagevermögen ausgewiesen. Die Anschaffungskosten gehen über die Zeit der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer als Abschreibung in die steuerliche Gewinnermittlung des Unternehmens ein. Laut den amtlichen AfA-Tabellen gilt für die Abschreibung eines betrieblichen Pkws eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 6 Jahren. Danach ist der Pkw vollständig abgeschrieben.

Dass der Pkw dem Unternehmen langfristig dienen soll und über die Zeit seiner betrieblichen Nutzung abgeschrieben wird, wirkt sich auch auf die Kapitalbindung aus. Die Kapitalbindungsdauer stimmt mit der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer überein. In dem obigen Beispiel ist das Kapital für 6 Jahre in dem Unternehmen gebunden.

Das gebundene Kapital im Anlagevermögen hat insbesondere für Start-ups und Existenzgründern eine wichtige Bedeutung. Hier sind in der Regel noch nicht genügend liquide Mittel vorhanden, um hohes Kapital in einer Produktionsmaschine oder einem Pkw zu binden. Lesen Sie hier alles über Start-Ups.

Die Bindung im Umlaufvermögen

In dem Umlaufvermögen eines Unternehmens ist die Kapitalbindung naturgemäß sehr kurz.

Die Kapitalbindung im Umlaufvermögen entsteht zum größten Teil bei den Forderungen. Je höher der Forderungsbestand ist, desto höher ist auch die Kapitalbindung. Das Unternehmen kann mit den zwei folgenden Maßnahmen auf die Kapitalbindungsdauer im Umlaufvermögen einwirken:

  • Die Zahlungsziele für die Kunden werden z.B. von 14 Tagen auf 7 Tage heruntergesetzt.
  • Für die eigenen Verbindlichkeiten nutzt das Unternehmen die Zahlungsfrist voll aus.

Führt ein Unternehmen diese Regeln in dem Betrieb ein, verringert sich die Kapitalbindungsdauer.

Kapitalbindung muss auch im Lager einkalkuliert werden. Je länger ein Unternehmen Waren und Materialien in seinem Bestand hat, desto länger ist die Kapitalbindung. Eine Lösung für dieses Problem ist die Erhöhung der Lagerumschlagshäufigkeit. Dies bedeutet, dass die Waren und Materialien nicht so lange gelagert werden. Dies ist z.B. möglich, wenn ein Betrieb die Just-in-time-Produktion einführt. Hier wird das Material erst geliefert, wenn es im Produktionsprozess benötigt wird.

Die durchschnittliche Kapitalbindung als betriebswirtschaftliche Kennzahl

Die durchschnittliche Kapitalbindung (kurz: DKB) tritt nur bei den Vermögensgegenständen des abnutzbaren Anlagevermögens ein. Investiert das Unternehmen z.B. in ein Grundstück (nicht abnutzbares Anlagevermögen) oder wartet es auf die Bezahlung einer Rechnung, kann die DKB nicht ermittelt werden.

Kapitalbindung

Wie berechnet sich die Kapitalbindung?

Bei den Vermögensgegenständen des abnutzbaren Anlagevermögens (z.B. Produktionsmaschine, Fuhrpark oder Geschäftsausstattung) nutzt ein Unternehmen die durchschnittliche Kapitalbindung als betriebswirtschaftliche Kennzahl.

Zwei Faktoren wirken auf die Kapitalbindungsdauer ein. Dies sind die Abschreibungen auf den Vermögensgegenstand und die Umsatzerlöse, die man mit dem Vermögensgegenstand generieren kann.

Für die Ermittlung der durchschnittlichen Kapitalbindung wendet ein Unternehmen die folgende Formel an:

DKB = (RB + RE) / 2

RB steht für den Restwert, den die Investition zu Beginn des Jahres hat.

RE stellt den Restwert dar, den die Investition am Schluss des Geschäftsjahres hat.

Beispiel

Ein Unternehmen kauft eine gebrauchte Maschine für 15.000 Euro. Die Restnutzungsdauer beträgt zwei Jahre. Die Abschreibung beträgt demnach 7.500 Euro pro Jahr. Zum Ende des zweiten Geschäftsjahres ist die Maschine vollständig abgeschrieben.

Zum Schluss des ersten Geschäftsjahres hat die Maschine einen Restwert von 7.500 Euro.

Die durchschnittliche Kapitalbindung ermittelt sich wie folgt:

DKB (1. Jahr) = (15.000 Euro + 7.500 Euro) / 2 = 11.250 Euro

Für das zweite Geschäftsjahr ergibt sich die folgende Rechnung:

DKB (2. Jahr) = (7.500 Euro + 0 Euro) / 2 = 3.750 Euro.

Welche Folgen löst die Kapitalbindung aus?

Eine hohe Kapitalbindung ist für das Unternehmen mit negativen Folgen verbunden. Je länger das Unternehmen nicht über das Kapital verfügen kann, desto schwächer zeigt sich die Liquidität. Um weiter investieren zu können, ist das Unternehmen in diesem Fall auf die Aufnahme von Fremdkapital angewiesen. Dieser Schritt ist aber mit

Kapitalbindung

Wann benötigt das Unternehmen Fremdkapital?

weiteren Kosten (z.B. Fremdkapitalzinsen) verbunden.

Ein Unternehmen, das wirtschaftlich agieren möchte, kann daher nur daran interessiert sein, die Kapitalbindungsdauer so weit wie möglich zu minimieren und gebundenes Kapital so schnell wie möglich wieder frei zu setzen.

Eine Möglichkeit zur Kapitalfreisetzung besteht in der Verkürzung der Produktionsprozesse. Stellt das Unternehmen den Produktionsablauf so um, sodass man das Material erst liefert, wenn es im Herstellungsprozess vorgesehen ist, verringert es den Lagerbestand und damit auch die Kapitalbindung.

 

 

Was ist totes Kapital?

Der fast jedem Menschen bekannte Fehlkauf ist die häufigste Ursache für totes Kapital im Privatbereich. Falsche Kaufentscheidungen sind allerdings bis in die größtmöglichen Wirtschaftseinheiten wie in Konglomeraten und Konzernen bekannt und verbreitet. In allen Fällen ist gleich, dass sie eingesetztes Kapital ungenutzt lassen. Eine andere Methode, Geld auszugeben und es keiner Wertschöpfung zuzuführen, sind laufende Kosten ohne Sinnhaftigkeit.

Beginnend bei Reibungsverlusten und dem berüchtigten „Schwund“ schränken Fehlausgaben als totes Kapital die Liquidität ein und reduzieren Renditen. In einfacher Sprache etwas verkürzt ausgedrückt entsteht totes Kapital an jeder Stelle, an der unangemessen viel oder sinnlos Geld ausgegeben wird. Diese Mittel wurden an anderer Stelle erwirtschaftet. Die falsche Verwendung macht die Einnahmen aus aktiver Mehrwertschöpfung bestenfalls zu stagnierenden Bilanzwerten. In den meisten Fällen müssen sie allerdings als konkrete Verluste gebucht werden, auch, wenn sie nicht so heißen. Laufende Kosten, die um das doppelte höher sind, als realer Bedarf erfordert, vernichten diese überzahlte Hälfte ohne Gegenwert. Die große Schwierigkeit ist das Erkennen der detaillierten Verlustsegmente in allen Geschäftsebenen und Bereichen. Daher ist ein optimiertes Controlling der natürliche Gegenspieler des toten Kapitals.

Wieso ist totes Kapital für Unternehmen nicht brauchbar?

Das Kapital wirkt vor allem auf zwei Arten direkt auf das Unternehmen ein. In Form ungenutzter Ressourcen schmälert es direkt die Rendite. Entstehende Überzahlungen bei inadäquater Gegenleistung und Wertschöpfung sind unterm Strich schlicht sinnlose und überflüssige Betriebsausgaben. Hinzu kommen Sekundäreffekte, die

Totes Kapital

Kein Unternehmen freut sich über totes Kapital

oft bei totem Kapital übersehen werden. Außer Betrieb befindliche Anlagen und Maschinen kosten Platz. Meist müssen sie mindestens Instand gehalten werden, um Standschäden zu vermeiden. Ganz besonders augenfällig wird dieses Phänomen bei teilweise stillgelegten Fuhrparks. Schlimmstenfalls entstehen sogar noch zusätzliche Kosten, um totes Kapital zu „unterhalten“. Lesen Sie hier alles zu Fuhrparks.

Das können Treibstoffe sein, um Motoren temporäre Laufzeiten zu geben. Typisch sind auch Platzmieten und blockierte Räumlichkeiten, die mit finanziellem Aufwand woanders geschaffen werden. Totes Kapital macht sich nicht nur in Bilanzen und Rentabilitätsrechnungen bemerkbar. Sie kostet permanent Liquidität, die durch alternative und meist teure Beschaffung wie Kredite erhalten und gesichert wird. Alterung ist ein weiteres Problem, das entsteht. Das tote Kapital reduziert sich durch den reinen ZeitenlaufMarktkonformität nimmt ab und Bilanz- oder Wiederverkaufswert sinken ohne Abschreibungsdynamik. Das bedeutet für produzierende Unternehmen Blei im Regal.

Konsequenzen aus totem Kapital

Fast immer, wenn abgekoppeltes Kapital vorhanden ist und wächst, ist eine Abkoppelung und Reduzierung von Effizienz zwangsläufige Begleiterscheinung. Finanzielle Mittel sind mindestens gebunden oder erzeugen Zusatzkosten, die Ertragssituation und wirtschaftliche Situation eines Unternehmens erheblich in Schieflage bringen können. In der Gewinn- und-Verlustrechnung muss man jeden Verlust von einem Gewinn kontern. Es entstehen Gegenbuchungen. Diese führen zum „Wildern“ aus anderen Ertrags- und Unternehmensbereichen, wenn totes Kapital existiert. So kann in ökonomisch angespannter Situation und anspruchsvoller Marktlage das fehlende mitarbeitende Kapital zu vermindertem Personalbedarf führen.

Hier entsteht ein ungesunder Kreislauf. Das Personal muss die Lücken, die totes Kapital reißt, zuerst stopfen und verlieren in der Folge eventuell ihren Arbeitsplatz. Reichlich indirekt scheint sich sparsames Wirtschaften auf das Kapital zu beziehen. Das Gegenteil ist der Fall. Wer sich den „Luxus“ von totem Kapital gönnt, muss an anderer Stelle mit Sparen anfangen. Der Wert schöpfende Teil des Unternehmens wird beschnitten und totes Kapital, so es denn könnte, würde über diese Kurzsicht kichern. Paradoxerweise wird Optimierung in den meisten Unternehmen zuerst auf diesen Wert schöpfenden Betriebsbereich fokussiert.

Typische Beispiele für totes Kapital

Es gibt viele klassische Beispiele, wie das Kapital entsteht. Im privaten Haushalt ist es oft der reichhaltig bestückte Kleiderschrank. Viele in ihm aufbewahrte Kleidung trägt niemand mehr. Der Anschaffungspreis, aus dem wertgeschöpften Einkommen erwirtschaftet, findet sein buchhalterisches „Grab“ im Fehlkauf. Im betrieblichen Bereich taucht totes Kapital in sehr unterschiedlichen Formen auf. Ein und wahrscheinlich der Klassiker sind abgestellte und ausrangierte Anlagen und Maschinen. Hier entsteht ein unproduktives Anlagevermögen, das nach Abschreibung nur noch abnehmende Mittel bindet. Aber auch noch im Betrieb befindliche Installationen schaffen durch nicht optimierte Auslastung und technische Voraussetzung totes Kapital.

Totes Kapital

Wie wirken sich Wartungsarbeiten aufs Kapital aus?

Leerlauf im Nutzungsprozess schafft keinen Wert. Das Rückverdienen von Investitionen verlängert und verzögert sich. Ein typischer Weg, totes Kapital zu schaffen, besteht in ineffizienten und überdimensionierten Instandhaltungs– und Wartungsarbeiten. Wenn man nicht den exakten Aufwand ermittelt, garantiert man die maximal mögliche Auslastung. Es entwickelt sich in einer Art „viel hilft viel“ Überbetreuung und Überkapazität, die Geld und Zeit kosten. Das letzte Beispiel betrifft die Lagerhaltung von Ersatzteilen und Produkten. Zu hoher Lagerbestand schafft temporär „ausgesetztes“ Kapital. Die Lagerhaltung von Ersatzteilen muss logistisch und technisch dem Bedarf so exakt angepasst sein, dass permanente Versorgung sichergestellt ist. Sehr ähnlich verhält es sich mit den Dreh- und Umschlagzeiten bei Waren. Ein zu großes Warenlager bindet Kapital, das man an anderer Stelle wertschöpfend einsetzen könnte.

Vermeidungsstrategien

Kontrollinstrumente für die Betriebsabläufe optimieren nicht nur die Prozesse. Sie arbeiten gleichzeitig als Detektive auf der Spur, das tote Kapital zu lokalisieren und zu eliminieren. Totes Kapital verbirgt sich hinter nicht gemessenen Abläufen, Warenwirtschaftssystemen mit Schwächen in den Parametern und unproduktive Arbeit durch Ablauf- und Planungsfehler. Oft gilt Kontrolle in erster Linie als Gängelung, aber in den meisten innerbetrieblichen Organigrammen steht die Wertschöpfungskette im Mittelpunkt der Erfassungsziele.

Totes Kapital

Die Wertschöpfungskette im Mittelpunkt

Neben straffen und transparenten Analysen, Auswertungen und Anpassungen ist einer der großen Gegenspieler für die Vermeidung toten Kapitals der sprichwörtliche „alte Zopf“. Alte und treue Anlagen und Maschinen sollen ihren verdienten „Ruhestand“ genießen und werden unter das romantische, aber vollkommen unökonomische Können wir bestimmt noch einmal irgendwann gebrauchen“ gestellt. Aufwendungen für kontrollierende und transparente Strukturen sind gegen die möglichen Verluste von totem Kapital zu stellen.

Was ist eine Kernkapitalquote?

Die Kenntnis über Kennzahlen ist für Finanzakteure von großer Bedeutung. Aus der Betriebswirtschaft ist unter anderem die Eigenkapitalquote bekannt, das Bankenwesen kennt die Kernkapitalquoten. Der Artikel befasst sich mit den Kernkapitalquoten, ihren Bedeutungen und zugehörigen Begriffen.

Was sind Eigenkapitalquoten?

Die Kernkapitalquote ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl im Kreditwesen. Das Äquivalent im Nichtbanken-Sektor ist die Eigenkapitalquote. Die Definition lautet wie folgt: Die Eigenkapitalquote bildet den Anteil des Aktivgeschäfts in der Bankenbilanz ab. Es handelt sich um den Anteil, der durch Eigenmittel gedeckten, risikotragenden und anrechnungspflichtigen Risikopositionen.

Warum ist die Eigenkapitalquote von Belang?

Die Eigenkapitalquote bildet die Grundlage des Gläubigerschutzes. Bevor das Eigenkapital an Gläubiger ausbezahlt wird, greifen zwar zunächst andere Mechanismen, sodass es sich um eine der letzten Möglichkeiten hinsichtlich der Befriedigung von Gläubigern handelt, dennoch wäre ohne das Eigenkapital ebendiese letzte Absicherung nicht vorhanden. Im Ernstfall steht das Eigenkapital den Gläubigern als Haftungsmasse zur

Kernkapitalquote

Wie hoch ist das absolute Eigenkapital?

Verfügung. Jedoch ist die absolute Höhe des Eigenkapitals nur eingeschränkt aussagefähig. Kleine Unternehmen haben tendenziell ein niedrigeres Eigenkapital als große Unternehmen. Aus diesem Grund berechnen Wirtschaftswissenschaftler die zugehörige Quote – die Eigenkapitalquote beziehungsweise die Kernkapitalquote. Der Anteil an der Gesamtmasse wird dargestellt, wodurch eine bessere Einschätzung möglich ist.

Wie hoch sind die Gläubigerrisiken im Bankenwesen?

Banken besitzen im Vergleich zu Nicht-Banken im Allgemeinen relativ wenig Eigenkapital. Die Verbindlichkeiten betragen oftmals zwischen dem Sechs- und dem Fünfzehnfachen des Eigenkapitals. Dementsprechend hoch sind die Gläubigerrisiken. Sind die Kernkapitalquoten niedrig, resultiert die Gefahr von Instabilität des Bankensystems. Es ist für die Banken von Bedeutung, Eigenmittel zur Überwindung von finanziellen Engpässen zu besitzen. Der Branche sind die hohen Gläubigerrisiken bekannt. Sie versucht den Risiken entgegenzuwirken, indem sie die Einhaltung von Mindestkapitalvorschriften und die Anerkennung von Eigenkapitalbestandteilen festlegt.

Der Zusammenhang zwischen strategischen Entscheidungen der Banken und den Kernkapitalquoten

 

Die Banken nutzen Kernkapitalquoten hinsichtlich der strategischen Entscheidungsfindung. Fragen bezüglich der Ausdehnung des Kreditportfolios, des Geschäftsvolumens und einer Kapitalerhöhung werden unter Berücksichtigung der Kernkapitalquote beantwortet. Nicht nur die betreffende Bank interessiert sich für ihre Kernkapitalquoten. Die Kennzahl findet Berücksichtigung bei der Bankenaufsicht, bei Aktionären und bei anderen Kreditinstituten. Kreditrisiken können besser bewertet werden, wenn Transparenz besteht und Kennzahlen der Bilanz bekannt sind. Lesen Sie hier alles über die Bankenaufsicht.

Welche Bedeutung haben Eigenmittel-Aggregate im Zusammenhang mit den Kernkapitalquoten?

Im Zuge der Finanzkrise Ende der 2000er Jahre hat sich gezeigt, dass das Eigenkapital der Banken zu gering ist. Es ist diesbezüglich zwischen verschiedenen Qualitätsstufen des Eigenkapitals zu unterscheiden. Die CRR bezieht sich seit 2014 auf das „harte Kernkapital„. Es handelt sich hierbei um die reinste Form des Eigenkapitals. Entsprechend den Inhalten der CRRwird zwischen drei Eigenmittelaggregaten unterschieden:
  • hartes Kernkapital („Common Equity Tier 1″; Art. 25 CRR)
  • zusätzliches Kernkapital („Additional Tier-1-Capital“; Art. 51 CRR)
  • Ergänzungskapital („Tier-2-Capital“; Art. 62 CRR)
Aus den Eigenmittelaggregaten werden zugehörige Quoten abgeleitet:
  • harte Kernkapitalquoten
  • Kernkapitalquoten
  • Gesamtkapitalquoten
Die drei Quoten sind wie folgt definiert:
harte Kernkapitalquote = hartes Kernkapital / Gesamtforderungbetrag * 100 Prozent
Kernkapitalquote = Kernkapital / Gesamtforderungbetrag * 100 Prozent

Kernkapitalquote

Welche Quoten erkennen wir?

Gesamtkapitalquote = Gesamtkapital / Gesamtforderungbetrag * 100 ProzentFür Kreditinstitute gelten Vorgaben hinsichtlich Mindestquoten. Artikel 92 gibt vor, dass Banken eine harte Kernkapitalquotevon mindestens 4,5 Prozent aufweisen müssen. Die Kernkapitalquote muss mindestens 6 Prozent betragen. Die Gesamtkapitalquote muss mindestens 8 Prozent betragen.

Beispiele zur Berechnung der Quoten:

1. Harte Kernkapitalquote
harte Kernkapitalquote = hartes Kernkapital / Gesamtforderungbetrag * 100 Prozent
Angenommen die Bank X besitzt hartes Kernkapital in Höhe von 1 Millionen Euro und einen Gesamtforderungsbetrag in Höhe von 10 Millionen Euro. Die harte Kernkapitalquote berechnet sich in diesem Fall wie folgt:
Harte Kernkapitalquote = 1 Millionen / 10 Millionen * 100 Prozent
= 10 Prozent
Die Vorgaben sind erfüllt.
2. Kernkapitalquote
Kernkapitalquote = Kernkapital / Gesamtforderungbetrag * 100 Prozent
Angenommen die Bank Y besitzt Kernkapital in Höhe von 2 Millionen Euro und einen Gesamtforderungsbetrag in Höhe von 10 Millionen Euro. Die Kernkapitalquote berechnet sich in diesem Fall wie folgt:
Kernkapitalquote = 2 Millionen / 10 Millionen * 100 Prozent
= 20 Prozent
Die Vorgaben sind erfüllt.
Gesamtkapitalquote = Gesamtkapital / Gesamtforderungbetrag * 100 Prozent
Angenommen die Bank Z besitzt Gesamtkapital in Höhe von 0,5 Millionen Euro und einen Gesamtforderungsbetrag in Höhe von 10 Millionen Euro. Die Gesamtkapitalquote berechnet sich in diesem Fall wie folgt:
Kernkapitalquote = 0,5 Millionen / 10 Millionen * 100 Prozent
= 5 Prozent
Die Vorgaben sind nicht erfüllt.

Welche Bedeutung haben Kapitalpuffer im Zusammenhang mit der Kernkapitalquote?

Die Einführung des Kapitalpuffers erfolgte im Jahr 2016 durch das KWG. Die Kapitalpuffer bestehen aus hartem Kernkapital und sollen die prozyklischen Effekte verringern. In den §§ 10c bis 10i KWG sind die Anforderungen für die Kapitalpuffer sowie Regelungen und Rechtsfolgen beschrieben, die hinsichtlich des Unterschreitens der Anforderungen bestehen. Ein definierter Begriff ist der Kapitalerhaltungspuffer.

Kernkapitalquote

Welcher Puffer ist notwendig?

Wertberichtigungen und Rückstellungen sollen zu erwartende Verluste abdecken. Der Kapitalerhaltungspuffer jedoch dient dem Auffangen unerwarteter Verluste. § 10c KWG gibt vor, dass Banken einen Kapitalerhaltungspuffer in Höhe von wenigstens 2,5 Prozent des Gesamtforderungsbetrags bilden müssen. Tritt der Fall ein, indem der Kapitalerhaltungspuffer benötigt wird, greift eine Ausschüttungssperre. Gewinn- und Dividendenausschüttungen und diskretionäre Zahlungen sind von dieser Sperre betroffen.

Was ist der NPV?

Der Kapitalwert, auf Englisch auch“Net Present Value“ (NPV) genannt, gibt Auskunft darüber, ob sich ein bestimmtes Projekt aus wirtschaftlicher Sicht lohnt. Falls der Kapitalwert positiv ausfällt, kann sich der Investor sicher sein, dass sich die Investition lohnt. Im Rahmen der Berechnung der Net Present Value bewertet man frühere Erlöse höher als spätere. Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie den NPV berechnen können und wie dieser funktioniert.

Allgemeine Informationen

Mit dem Net Present Value können Sie schnell und einfach herausfinden, ob ein Investment einen künftigen

NPV

Ist mein Plan wirklich rentabel?

Gewinn erwirtschaftet. Der Kapitalwert, den man auch als Nettobarwert (NBW) oder Net Present Value (NPV) bezeichnen kann, stellt eine sehr gute Basis dar, um die Wirtschaftlichkeit einer Investition einzustufen und aufgrund dieser Prognose die entsprechenden Entscheidungen zu treffen. Der NPV wird in vielen Fällen auch bei der Bewertung von Start-ups genutzt. Lesen Sie hier alles über Start-Ups.

Funktionsweise des NPV im Überblick

Der Kapitalwert berechnet sich mittels eins dynamischen Verfahrens und berücksichtigt dabei in erster Linie den Zeitwert. Im Rahmen eines NPV lassen sich frühere Erlöse höher bewerten als spätere. Falls Sie Ihr Kapital gewinnbringend anlegen möchten, sollten Sie unbedingt eine Berechnung des Kapitals durchführen lassen. Ergibt die Berechnung einen positiven NPV, lohnt sich das Investment. Ist der Wert negativ, sollten Sie mit Verlusten rechnen. Im Rahmen der Kapitalwert-Analyse addiert man das Anfangsinvestment mit den abgezinsten Ein- und Auszahlungen des darauffolgenden Zeitraums zusammen:

  1. Kapitalanlage in Personal, Marketing, Anlagen oder Maschinen
  2. Die ungefähre Laufzeit für die Fertigung von Produkten oder die Bereitstellung von Dienstleistungen. Diese gehen mit Kosten einher, bringen Gewinne und führen zu Aus- und Einzahlungen. Bei der Berechnung des NPV spielt die Laufzeit eine entscheidende Rolle. In vielen Fällen setzt man dabei eine Laufzeit von einem Jahr an, es können aber auch beliebig lange Zeiträume vorherrschen.
  3. Ein- und Auszahlungen: Bei Einzahlungen handelt es sich zum Beispiel um Gewinne aus dem Verkauf der Produkte bzw.
    NPV

    Mit welchem Risiko ist zu rechnen?

    Dienstleistungen, während Auszahlungen durch Kosten für Material, Personal und Dienstleistungen entstehen.

  4. Der Restwert: Nachdem die Laufzeit abgelaufen ist, verfügen die Anlagen und Maschinen noch über einen Restwert, den man als Einzahlung berechnet. Falls an dieser Stelle Kosten für die Beseitigung anfallen, entstehen dadurch Auszahlungen.
  5. Der Zinssatz: Falls das Investment über ein Darlehen finanziert ist, müssen Sie den dafür fälligen Zinssatz berücksichtigen. Des Weiteren muss man in der Abzinsung der Aus- und Einzahlungen die Inflation einberechnen. Das sich potenzielle Ein- und Auszahlungen über einen längeren Zeitraum in vielen Fällen nur schätzen lassen, muss an dieser Stelle ein Risikozuschlag verankert sein. Die Höhe der Net Present Value beruht im hohen Maße auf der Festlegung des Zinssatzes, da die potenziellen Gewinne für die Investoren hiervon abhängen.

Wie wird der NPV berechnet?

Um den Kapitalwert mit einer mathematischen Formel berechnen zu können, müssen zunächst alle wichtigen Parameter definiert sein.

  1. Investments und die damit einhergehenden Kosten: Hierzu gehören u. a die Anschaffung von Maschinen, Möbeln, Anlagen, Kosten für Dienstleistungen und Marketingmaßnahmen, Zahlungen für Schulungen. Nachdem alles vorhanden ist, was für die Produktion benötigt wird, werden die Güter produziert oder Dienstleistungen erbracht. Durch den Verkauf derselben werden Erlöse generiert. Hierbei handelt es sich um die Einzahlungen des ersten Jahres. Parallel werden jedoch auch weitere Auszahlungen verursacht, die durch Personal-, Material-, und Dienstleistungskosten entstehen.
  2. Über welchen Zeitraum soll das Investment im Unternehmen verbleiben? Dieser Zeitraum hängt direkt von der Laufzeit oder Nutzungsdauer ab. Ein- und Auszahlungen müssen dabei für den gesamten Zeitraum ermittelt werden. Falls die Nutzungsdauer abgelaufen ist, kann eventuell ein Teil des Investments entweder verkauft oder weiter genutzt werden. Der Investor bekommt in der Regel für den verbleibenden Restwert eine vorher vereinbarte Zahlung.
  3. Der Zinssatz: Bei der Berechnung der Zinsen können unterschiedliche Kriterien eine Rolle spielen und sich so direkt auf die Höhe der Zinsen auswirken. Zu diesen Faktoren gehören:
  • Der Zinssatz, der für die Kredite oder andere Darlehensformen erbracht werden muss
  • Risikozuschlag

    NPV

    Was bewirkt die Inflationsrate?

  • Inflationsrate
  • Weighted Average Cost of Capital

Sie sollten sich dessen bewusst sein: Je höher der Zinssatz ist, umso weniger gewinnbringender erscheint das Investment.

Beispiel für Berechnung der NPV

Im Folgenden zeigen wir Ihnen am Beispiel einer Fortbildung, wie Sie den Kapitalwert berechnen können:
Sie wollen sich weiterbilden und neben Ihrer derzeitigen Arbeit ein Teilzeitstudium absolvieren. Das Studium hat eine Dauer von drei Jahren. Wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren, dass Sie während dieser Zeit weniger arbeiten und demzufolge auch weniger verdienen, können Sie schnell und einfach berechnen, ob sich Ihre Weiterbildung in Zukunft tatsächlich lohnen wird. Bekommen Sie nach Abschluss Ihres Studiums eine höher bezahlte Stelle und Sie arbeiten dort für fünf Jahre, können Sie auf dieser Grundlage den NPV berechnen:
Monatliche Kosten:

  • 200 Euro für das Studium und das dazugehörige Arbeitsmaterial inklusive der Fahrkosten
  • 500 Euro weniger Gehalt
  • Nach Studienabschluss erhalten Sie 600 Euro mehr
  • Sie rechnen mit einem Zinssatz von 8 Prozent, weil Sie nicht genau wissen, ob Sie tatsächlich nach Ihrem Abschluss eine bessere Stelle in der Firma bekommen
  • Setzen Sie diese Daten in die NPV-Gleichung ein, kommen Sie auf einen Kapitalwert von rund 1200 Euro. Der NPV ist positiv und Sie sehen, dass sich die Investition lohnt.

Was sind Passiva?

Eine Bilanz setzt sich aus den Aktiva auf der linken und den Passiva auf der rechten Seite zusammen. Während die Aktiva die Kapitalquellen und Vermögenswerte eines Unternehmens darstellen, bilden die Passiva das verfügbare Kapital ab, das zur Finanzierung der Kapitalquellen und Vermögenswerte dient. Zwischen den beiden Seiten der Bilanz muss immer ein Gleichgewicht herrschen.

Passiva – Das Kapital eines Unternehmens

Die Passiva werden auf der rechten Seite der Bilanz ausgewiesen und repräsentieren das Kapital eines Unternehmens. Sie informieren über die Mittelherkunft für die finanzierten Aktiva auf der linken Seite der Bilanz. Der Wert aller Aktiva muss immer dem Wert aller Passiva entsprechen. Dieser Wert wird als Bilanzsumme bezeichnet.

In den meisten Unternehmen besteht Passivierungspflicht. Das Unternehmen muss seine Posten an Eigenkapital und Fremdkapital in den Passiva der Bilanz buchen. Ein Passivierungswahlrecht oder sogar ein Passivierungsverbot besteht nur in einigen Ausnahmefällen.

Unterschied zu Aktiva

Während die Passiva darüber informieren, woher die Mittel stammen, gewähren die Aktiva Auskunft darüber, für welche Zwecke die Mittel verwendet werden. Häufig werden die Aktiva auch als Vermögen und die Passiva als Kapital bezeichnet. Aus den Aktiva leiten sich die aktiven Bestandskonten und aus den Passiva die passiven Bestandskonten in der Finanzbuchhaltung ab. Abhängig davon, ob es sich um aktive oder passive Bestandskonten handelt, kommt es darauf an, auf welcher Seite der Anfangsbestand auf diesen Konten gebucht wird. Weiterhin leitet sich davon ab, wie Zugänge und Abgänge gebucht werden.

Die Unterteilung der Passiva

Die Unterteilung der Passiva ist in §266 III HGB geregelt. Grundsätzlich bestehen die Passiva aus Eigenkapital und Fremdkapital. Der grundlegende Aufbau erfolgt in der Reihenfolge

– Eigenkapital

Rückstellungen

– Verbindlichkeiten

– Passive Rechnungsabgrenzungsposten

– Passiv latente Steuern.

Die einzelnen Posten der Passiva sind zumeist noch weiter aufgegliedert.

Eigenkapital und Fremdkapital sind zwei unterschiedliche Finanzierungsquellen, die Unternehmen nutzen können. Das Eigenkapital kann in verschiedene Aspekte wie Kapitalrücklage, Gewinnrücklage und gezeichnetes Kapital untergliedert werden.

Das Fremdkapital ist ebenfalls untergliedert. Dabei handelt es sich um Verbindlichkeiten, die sich aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Krediten ergeben.

Rechnungsabgrenzungsposten komplettieren die Passiva in der Bilanz. Sie entstehen nur in besonderen Fällen.

Das Eigenkapital eines Unternehmens

Das Eigenkapital steht ganz oben auf der Passivseite der Bilanz. Es handelt sich um das Kapital, das von den Eigentümern des Unternehmens eingezahlt wurde. Neben den finanziellen Mitteln der Eigentümer kann es sich auch um Sachwerte handeln, die den Eigentümern gehören.

Die Unternehmer oder Gesellschafter stellen mit ihren Einlagen dem Unternehmen das Eigenkapital zur Verfügung. Wenn keine gesetzlichen oder anderweitigen Vereinbarungen bestehen, können die Einlagen auch in Form von Betriebsmitteln, beispielsweise Maschinen und Anlagen, erfolgen. Die Überlassung des Eigenkapitals erfolgt langfristig. Sie ist unbefristet oder mit einer festen Laufzeit möglich. Die Unternehmer oder Gesellschafter haben keinen Anspruch auf eine Rückzahlung oder Verzinsung und gehen kein Liquiditätsrisiko durch Gewinne oder Verluste ein. Das von den Unternehmern oder Gesellschaftern eingebrachte Eigenkapital wird auch als gezeichnetes Kapital bezeichnet. Der Kapitalgeber haftet mit seinem Eigenkapital und hat ein Mitwirkungsrecht.

Zum Eigenkapital gehören auch Gewinnrücklagen des Vorjahres und Kapitalrücklagen. Ein Gewinnvortrag und ein Jahresüberschuss können das Eigenkapital erhöhen, während das Eigenkapital durch einen Verlustvortrag und einen Jahresfehlbetrag gemindert werden kann.

Rückstellungen bei den Passiva

Rückstellungen werden bei den Passiva nach dem Eigenkapital aufgeführt und werden für Zahlungen gebildet, die ein Unternehmen in der Zukunft leisten muss. Dabei weiß das Unternehmen noch nicht genau, in welcher Höhe die Zahlungen zu leisten sind. Solche Zahlungen können beispielsweise für drohende Prozesse oder Verfahren erforderlich sein.

Das Fremdkapital – die Verbindlichkeiten

Das Fremdkapital wird einem Unternehmen von seinen Gläubigern zur Verfügung gestellt. Da es nur befristet verfügbar ist, muss es zurückgezahlt werden. Fremdkapital und Eigenkapital dienen der Beschaffung von Anlagevermögen und Umlaufvermögen. Fremdkapital ist gewinn- und verlustunabhängig. Es erfordert Sicherheiten und steht bei der Verwertung im Rang vor dem Eigenkapital. Der Fremdkapitalgeber muss nicht haften und hat als Gläubiger keine Mitwirkungsrechte.

Verbindlichkeiten bestehen aus

– Kreditoren von Lieferanten aus Lieferungen und Leistungen

– Debitoren als Forderungen an Kunden und erhaltene Anzahlungen

– Krediten, Darlehen, Anleihen und Wechseln

– Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt.

Rückstellungen können das Fremdkapital erhöhen.

Wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Aus den Passiva können verschiedene betriebswirtschaftliche Kennzahlen abgeleitet werden:

Eine wichtige Kennzahl für das Eigenkapital ist die Eigenkapitalquote. Sie wird ermittelt, indem die Summe des Eigenkapitals durch die Bilanzsumme dividiert und das Ergebnis mit 100 multipliziert wird. Sie gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens.

Der Verschuldungsgrad drückt das Verhältnis vom Fremdkapital zum Eigenkapital aus. Er informiert über den finanziellen Spielraum eines Unternehmens und ist im Rahmen einer Fundamentalanalyse bei Aktien für Anleger von Bedeutung. Anhand des Verschuldungsgrades erfahren potentielle Käufer des Unternehmens sowie Investoren, wie hoch die Fremdfinanzierung ist. Der Verschuldungsgrad gibt Auskunft über die Bonität des Unternehmens. Um den Verschuldungsgrad zu ermitteln, wird das Fremdkapital durch das Eigenkapital dividiert.

Die Gesamtkapitalrentabilität ist eine wichtige Erfolgskennzahl, die ermittelt wird, indem der Gewinn und die auf das Fremdkapital geleisteten Zinsen addiert und durch die Bilanzsumme dividiert werden. Das Ergebnis wird mit 100 multipliziert werden. Je höher die Gesamtkapitalrentabilität eines Unternehmens in Prozent ist, desto erfolgreicher hat das Unternehmen gewirtschaftet.

Was ist die Bilanzsumme?

Die Bilanzsumme ist eine wichtige betriebswirtschaftliche Kennziffer für Unternehmen und externe Adressaten. Sie ergibt sich als Summe der Vermögenswerte eines Unternehmens beziehungsweise als Summe der Kapitalwerte eines Unternehmens. Die Vermögenswerte bilden die Aktivseite einer Bilanz und die Kapitalwerte der Passivseite einer Bilanz. Aufgrund des Systems der doppelten Buchführung müssen beide Bilanzseiten gleich groß sein, somit auch die Bilanzsumme auf der Aktiv- und Passivseite.

Bilanz, Vermögen und Kapital

Die Bilanz selbst stellt in kurz gefasster Form das Vermögen (Aktiva) dem Kapital (Passiva) gegenüber. Die Vermögensseite beschreibt die Mittelverwendung im Unternehmen (Investierung), also wofür die finanziellen Mittel eingesetzt wurden. Das Vermögen lässt sich weiter unterteilen in Anlagevermögen, zum Beispiel Gebäude und Maschinen, und dem Umlaufvermögen, zum Beispiel Forderungen und Bankguthaben. Die Kapitalseite beschreibt die Mittelherkunft des Unternehmens (Finanzierung), also woher die finanziellen Mittel stammen. Das Kapital lässt sich weiter unterteilen in Eigenkapital, beispielsweise die Einlagen der Gesellschafter, und Fremdkapital, beispielsweise Bankkredite oder Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten. Die Bilanzsumme beinhaltet somit gleichzeitig die Information, wie viel ein Unternehmen insgesamt investiert und finanziert hat. Die Höhe der Bilanzsumme ist zudem ein Indikator für die Größe eines Unternehmens.

Bilanzstruktur, Fremdkapitalquote und Eigenkapitalquote

Aus der Bilanz lassen sich weitergehende Informationen gewinnen. Dafür werden verschiedene Kennzahlen gebildet. Die ersten einfachen Kennzahlen betreffen die Bilanzstruktur eines Unternehmens. Bei der Vermögensstruktur wird jeweils das Anlagevermögen und das Umlaufvermögen ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Bei der Kapitalstruktur wird das Eigenkapital und das Fremdkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Hier wird von Eigenkapitalquote und Fremdkapitalquote gesprochen. Statt Bilanzsumme wird in diesem Zusammenhang meist der Begriff Gesamtkapital genutzt.

Fremdkapitalquote und Verschuldungsgrad

Die Fremdkapitalquote ausgedrückt als prozentuale Zahl ist der Verschuldungsgrad eines Unternehmens. Eine hohe Fremdkapitalquote ist somit gleichbedeutend mit einem hohen Verschuldungsgrad – und, im Umkehrschluss, mit einer niedrigen Eigenkapitalquote. Mit einer hohen Fremdkapitalquote geht auch ein Verlust an Selbstständigkeit des Unternehmens einher, da die Gläubiger üblicherweise Nachweise für die Kreditverwendung fordern und neue Kreditaufnahmen erschwert sind.

Die Fremdkapitalquote beziehungsweise der Verschuldungsgrad kann noch weiter unterteilt werden, indem das langfristige Fremdkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt wird sowie das kurzfristige Fremdkapital zur Bilanzsumme. Eine relativ hohe kurzfristige Fremdkapitalquote schränkt die Liquidität des Unternehmens ein. Kurzfristiges Fremdkapital muss auch kurzfristig aus Geldmitteln des Unternehmens bedient werden.

Weitere betriebswirtschaftliche Kennzahlen aus der Bilanz

Neben der Fremdkapitalquote gibt es einige weitere betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die sich auf die Größen in der Bilanz beziehen. Die Höhe des Eigenkapitals und des langfristigen Fremdkapitals können ins Verhältnis zum Anlagevermögen gesetzt werden. Hier wird vom Deckungsgrad gesprochen. Beim Deckungsgrad I wird nur das Eigenkapital herangezogen, beim Deckungsgrad II ist zusätzlich das langfristige Fremdkapital relevant. Der Deckungsgrad gibt an, wie die Kapitalausstattung eines Unternehmens zu beurteilen ist. Das langfristige Kapital sollte stets das Anlagevermögen decken. Eine hohe kurzfristige Fremdkapitalquote ist somit schädlich für die Anlagendeckung.

Das kurzfristige Fremdkapital ist weiterhin für die Kennzahl Liquidität entscheidend. Die Kennziffer der Liquidität setzt Teile des Umlaufvermögens beziehungsweise das gesamte Umlaufvermögen in Bezug zum kurzfristigen Fremdkapital. Hier gilt, dass bei einer hohen kurzfristigen Fremdkapitalquote die Liquidität entsprechend nach unten geht. Kurzfristiges Fremdkapital belastet die Liquidität eines Unternehmens, da kurzfristige Schulden zeitnah bedient werden müssen.

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen unter Hinzunahme der Erfolgsrechnung

Neben der Bilanz müssen die Unternehmen auch eine Erfolgsrechnung aufstellen. In der Erfolgsrechnung werden alle Erlöse und Aufwendungen aufgezeigt und der Unternehmensgewinn errechnet. Neben der Bilanzsumme sind somit die Umsätze als Summe der Erlöse, die Summe der Aufwendungen sowie der sich ergebene Gewinn weitere entscheidende Größen in der betriebswirtschaftlichen Beurteilung des Unternehmens.

Eine Kennziffer in diesem Zusammenhang ist der Kapitalumschlag. Hier werden die Umsatzerlöse ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Aus der Zahl ergibt sich eine Antwort auf die Frage, wie häufig das Gesamtkapital über die Umsätze wieder in das Unternehmen geflossen sind. Diese Größe kann auch nur mit dem Eigenkapital gebildet werden. Die Umschlaghäufigkeit des Eigenkapitals gibt somit an, wie oft das Eigenkapital über die Umsätze wieder in das Unternehmen geflossen sind. Ein hoher Kapitalumschlag deutet auf relativ niedrigen Kapitaleinsatz und somit hohe Rendite und gute Liquidität. Eine steigende Fremdkapitalquote bei gleichbleibenden Umsätzen erhöht den Eigenkapitalumschlag.

Eigenkapitalrentabilität

Das Eigenkapitalrentabilität führt direkt zur Rentabilität. Die Eigenkapitalrentabilität setzt den bereinigten Jahresgewinn ins Verhältnis zum Eigenkapital. Beim bereinigten Jahresgewinn werden außerordentliche – das heißt, nicht betriebsübliche – Aufwendungen und Erträge herausgerechnet. Eine steigende Fremdkapitalquote würde rechnerisch automatisch zu einer steigenden Eigenkapitalrentabilität führen. Die Eigenkapitalrentabilität abzüglich des Zinssatzes für sichere Kapitalanlagen beschreibt die Risikoprämie des Unternehmers.

Neben der Eigenkapitalrentabilität gibt es die Gesamtkapitalrentabilität. Hier wird der bereinigte Jahresgewinn zuzüglich der Fremdkapitalzinsen ins Verhältnis zur Bilanzsumme (besser: Gesamtkapital) gesetzt. Eine hohe Fremdkapitalquote bedeutet hier höhere Zinsen und somit ebenfalls eine steigende Rentabilität – sofern sich sonst nichts verändert.

Fremdkapitalquote und Leverage-Effekt

Der Bezug zwischen Fremdkapitalquote und Rentabilität ist auch als Leverage-Effekt bekannt. Der Leverage-Effekt beschreibt die Hebelwirkung durch die Aufnahme von Fremdkapital auf die Eigenkapitalrentabilität und damit die Rendite des Unternehmens. Solange die Gesamtkapitalrentabilität höher ist als der Fremdkapitalzins, kann mit zusätzlich Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität und damit die Unternehmensrendite gesteigert werden.

Was ist die Fremdkapitalquote?

Eigenkapital und Fremdkapital sind die beiden Säulen der Unternehmensfinanzierung. Zusammen bilden diese beiden Kapitalarten das Gesamtkapital eines Unternehmens. Ein hoher Eigenkapitalanteil am Gesamtkapital bietet im Allgemeinen Sicherheit in schwierigen Zeiten. Ohne einen gewissen Anteil Fremdkapital kommt jedoch praktisch kein Unternehmen aus. Was die Fremdkapitalquote ist und welchen Einfluss sie auf die Eigenkapitalrendite hat, zeigt der folgende Beitrag.

Die Fremdkapitalquote ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital eines Unternehmens angibt. Mithilfe der Fremdkapitalquote wird bei der Fundamentalanalyse das Fremdkapital zum Gesamtkapital in Beziehung gesetzt, um die Kapitalstruktur eines Unternehmens widerzuspiegeln. Sie liefert zusammen mit der Eigenkapitalquote und dem Verschuldungsgrad wichtige Hinweise auf den Grad der Abhängigkeit von Kapitalgebern und die allgemeine finanzielle Stabilität.

Berechnung der Fremdkapitalquote

Für die Berechnung der Fremdkapitalquote wird das Fremdkapital eines Unternehmens durch das Gesamtkapital dividiert. Die Angabe erfolgt in Prozent. Die Formel lautet:

Fremdkapitalquote = Fremdkapital / Gesamtkapital x 100 %

Das Fremdkapital setzt sich aus kurz-, mittel- und langfristigem Fremdkapital zusammen. Für eine Vereinfachung der Berechnung wird die Bilanzsumme dem Gesamtkapital gleichgesetzt. Üblich ist es jedoch, Fremdkapital undEigenkapital zu addieren, um das Gesamtkapital zu erhalten.

Leverage Effekt

Die Fremdkapitalquote erzeugt eine Hebelwirkung auf die Eigenkapitalrendite. Bei einem zu 100 % durch Eigenkapital finanzierten Unternehmen beträgt die Eigenkapitalrendite immer 100 % – vorausgesetzt, das Unternehmen erwirtschaftet einen Gewinn. Wird das Eigenkapital durch einen gewissen Anteil Fremdkapital ersetzt, steigt die Eigenkapitalrendite. Wenn beispielsweise 50 % des Eigenkapitals durch Fremdkapital ersetzt werden, verdoppelt sich die Eigenkapitalrendite bei einem gleich hohen Gewinn. Dies ist der sogenannte Leverage Effekt.

Eine geringe Fremdkapitalquote bedeutet eine geringe Eigenkapitalrendite. Das Unternehmen steht jedoch finanziell auf sichern Beinen und kann Krisenzeiten besser durchstehen. Das Unternehmen ist weniger abhängig von externen Kapitalgebern. Es reagiert weniger sensibel auf Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld, steigende Zinsen haben einen geringeren Einfluss und disruptive Entwicklungen eines oder aller Geschäftsbereiche können leichter ausgeglichen werden. Die Bonität eines Unternehmens mit einem geringen Anteil Fremdkapital ist daher in der Regel höher als die eines zum Großteil fremdfinanzierten Unternehmens.

Durch den Leverage Effekt erzielen Anteilseigner eine hohe Eigenkapitalrendite. Eine hohe Fremdkapitalquote birgt jedoch die Gefahr in sich, dass das Unternehmen schneller in finanzielle Schwierigkeiten geraten kann. Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalrendite sind für Investoren, die sich am Eigenkapital beteiligen, interessanter als weitestgehend eigenkapitalfinanzierte Unternehmen.

Gibt es eine Obergrenze?

Der Gesetzgeber schreibt für Unternehmen keine Obergrenze bei der Fremdkapitalquote vor. Diese Entscheidung wird alleine den Unternehmern überlassen. Allgemein haben sich jedoch bestimmte Obergrenzen als sinnvoll erwiesen. Für große Unternehmen und Konzerne liegt die anzustrebende Obergrenze für die Fremdkapitalquote bei etwa 67 %. Für KMU sollte die Fremdkapitalquote 50 % möglichst nicht überschreiten. Dieses Ziel wird jedoch noch lange nicht von allen KMU erreicht.

Laut einer Statistik von de.statista.com betrug bei kleinen und mittelständischen Unternehmen im Jahr 2018 der durchschnittliche Anteil Fremdkapital am Gesamtkapital 68,5 %. Die Eigenkapitalquote lag dementsprechend bei durchschnittlich 31,5 %. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt an, dass vor allem die Einführung von Basel II und die Finanzkrise im Jahr 2008 bei kleinen und mittelständischen Unternehmen zu einem Umdenken bezüglich Fremdkapitalquote und Eigenkapitalquote geführt hat. Die KfW hat berechnet, dass sich die Eigenkapitalquote von durchschnittlich rund 18 % im Jahr 2002 annähernd verdoppelt hat. Entsprechend gesunken ist die Fremdkapitalquote.

Unterschied zwischen Fremdkapitalquote und Verschuldungsgrad

Der Verschuldungsgrad ist eine weitere bei der Fundamentalanalyse eines Unternehmens verwendete Kennzahl. Bei der Berechnung des Verschuldungsgrades werden jedoch das Fremdkapital und das Eigenkapital zueinander ins Verhältnis gesetzt, indem das Fremdkapital durch das Eigenkapital des Unternehmens dividiert wird. Anders als bei der Fremdkapitalquote kann dieses Verhältnis größer als 1 werden. Das heißt, der Verschuldungsgrad kann 100 % übersteigen.

Wenn ein Unternehmen beispielsweise zu einem Drittel durch Eigenkapital und zwei Dritteln durch Fremdkapital finanziert wird, beträgt die Fremdkapitalquote 67 %. Der Verschuldungsgrad beträgt in diesem Fall jedoch 200 %, da das Fremdkapital doppelt so hoch ist wie das Eigenkapital. Die Fremdkapitalquote kann 100 % nicht übersteigen. Wenn ein Unternehmen ausschließlich mit Fremdkapital finanziert wird, beträgt die Fremdkapitalquote unabhängig von der absoluten Höhe der Finanzierung 100 %.

Grenzen von Fremdkapitalquote und Leverage Effekt

Theoretisch könnte durch eine an 100 Prozent heranreichende Fremdkapitalquote der Hebeleffekt fast ins Unendliche gesteigert werden. Diese Möglichkeit besteht jedoch nur in der Theorie. Mit einem wachsenden Fremdkapitalanteil im Verhältnis zum Gesamtkapital, wächst die Zinslast für das Unternehmen. Die Abhängigkeit von Kapitalgebern und das Risiko, dass die Kosten für das Fremdkapital höher werden als die Gesamtkapitalrentabilität, steigen. Wenn die Kosten für das Fremdkapital die Kapitalrendite übersteigen, kehrt sich der Leverage Effekt um und schmälert die Eigenkapitalrendite. Hinzu kommt, dass Banken an Unternehmen mit einer zu hohen Fremdkapitalquote keine Kredite vergeben. Eine unverhältnismäßig hohe Verschuldungsquote schränkt die weiteren Finanzierungsmöglichkeiten eines Unternehmens daher ein.

Was sind Aktiva?

Die Aktiva stehen auf der linken Seite der Bilanz und stellen die Kapitalquellen sowie die Vermögenswerte des Unternehmens dar. Den Aktiva stehen die Passiva auf der rechten Seite der Bilanz gegenüber. Sie stellen das Kapital dar, das zur Finanzierung der Kapitalquellen und Vermögenswerten erforderlich ist. Die Summe der Aktiva muss immer der Summe der Passiva entsprechen.

Aktiva als Vermögen eines Unternehmens

Die Aktiva stehen auf der linken Seite der Bilanz und informieren darüber, in welche Werte ein Unternehmen sein Kapital investiert hat. Es handelt sich um das Vermögen eines Unternehmens. Im Gegensatz dazu stehen die Passiva auf der rechten Seite der Bilanz für das Kapital, das zur Finanzierung der Vermögenswerte dient. Die Summe der Aktiva ist die Summe der Vermögenswerte und muss mit der Summe der Passiva übereinstimmen. Sie bildet die Bilanzsumme.

Zu diesen Vermögenswerten gehören Anlagen, Maschinen, angelegte Wertpapiere und Bankkonten. Bei den Vermögenswerten wird zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen unterschieden. In den meisten Unternehmen besteht eine Aktivierungspflicht. Das Unternehmen ist verpflichtet, seine Vermögenswerte in der Bilanz darzustellen. Es muss dabei Bilanzklarheit, Bilanzwahrheit und Bilanzkontinuität wahren. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen ein Aktivierungswahlrecht oder sogar ein Aktivierungsverbot besteht.

Unterschied zu Passiva

Die Aktiva geben Auskunft darüber, wofür das Kapital eines Unternehmens verwendet wurde. Im Gegensatz dazu informieren die Passiva über die Herkunft der Mittel zur Finanzierung der Vermögenswerte. Die Aktiva werden häufig als Vermögen und die Passiva als Kapital bezeichnet. In die Aktiva fließen die aktiven Bestandskonten, in die Passiva die passiven Bestandskonten aus der Finanzbuchhaltung ein. Es ist abhängig davon, ob es sich um ein Aktivkonto oder um ein Passivkonto handelt, auf welcher Seite dieses Kontos der Anfangsbestand gebucht wird. Die Tatsache, ob es sich um ein Aktiv- oder um ein Passivkonto handelt, ist auch relevant dafür, auf welcher Seite Zugänge und Abgänge erfasst werden.

 

Die Unterteilung der Aktiva

Im § 266 II HGB ist geregelt, wie die Aktiva in einer Bilanz aufgebaut sind. Die Aktiva setzen sich aus Anlagevermögen und Umlaufvermögen zusammen, die wiederum unterteilt sind. Bei der Erfassung der verschiedenen Aktivposten in der Bilanz muss eine bestimmte Reihenfolge eingehalten werden. Auf der Aktivseite müssen die Vermögenswerte in nachfolgender Reihenfolge erfasst werden:

– Anlagevermögen, unterteilt in

Immaterielle Vermögensgegenstände

Sachanlagen

Finanzanlagen

– Umlaufvermögen, unterteilt in

Vorräte

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Wertpapiere

Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks

– Rechnungsabgrenzungsposten

– Aktiv latente Steuern

– Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung.

Finanzierung der Vermögenswerte

Die Aktiva in der Bilanz werden durch die Passiva finanziert, bei denen zwischen Eigenkapital und Fremdkapital unterschieden wird. Eigenkapital wird von den Unternehmern oder Gesellschaftern in Form von finanziellen Mitteln oder Betriebsmitteln wie Maschinen und Anlagen in das Unternehmen eingebracht.Beim Fremdkapital handelt es sich um die Mittel, die einem Unternehmen von seinen Gläubigern zur Verfügung gestellt werden. Das Unternehmen muss das Fremdkapital wieder zurückzahlen, da es nur zeitlich begrenzt zur Verfügung steht.

 

Das Anlagevermögen als Bestandteil der Aktiva

Das Anlagevermögen ist ein Hauptposten der Aktiva und soll dem Unternehmen langfristig dienen. Die im Anlagevermögen enthaltenen Vermögensgegenstände sind zum Aufbau, zur Ausstattung und zur Funktionsfähigkeit eines Unternehmens erforderlich. Sie sind im Unternehmen dauerhaft gebunden. Das Anlagevermögen umfasst

– Immaterielle Wirtschaftsgüter, zu denen Patente, Lizenzen, Verlagsrechte, Marken und Rezepturen gehören

– Sachanlagen, beispielsweise Grundstücke, Gebäude, Betriebs- und Geschäftsausstattungen, Maschinen

– Finanzanlagen wie Aktien, Wertpapiere oder Anteile an anderen Unternehmen

Die Vermögensgegenstände, die zum Anlagevermögen gehören, müssen auch dann in die Aktiva aufgenommen werden, wenn sie vom Unternehmen selbst erstellt wurden, beispielsweise durch das Unternehmen erstellte Software.

Der Wert vieler Gegenstände des Anlagevermögens wird durch Abschreibungen reduziert.

 

Umlaufvermögen als weiterer Hauptposten der Aktiva

Ein weiterer Hauptposten der Aktiva ist das Umlaufvermögen. Es befindet sich im Umlauf und dient dem Unternehmen nur kurzfristig. Beim Umlaufvermögen handelt es sich um Vermögensgegenstände, die zum Verbrauch, zur Verarbeitung oder zur Rückzahlung notwendig sind.

 

Nebenposten der Aktiva

Die Nebenposten der Aktiva umfassen

– aktive Rechnungsabgrenzungsposten, die gebildet werden, wenn ein Unternehmen bereits eine Zahlung geleistet hat, für die es erst in der nächsten Abrechnungsperiode den Gegenwert erhält

– aktiv latente Steuern, die entstehen, wenn der Steuerbestand in der Handelsbilanz niedriger als in der Steuerbilanz ist

– aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung als Schulden, bei denen das Vermögen einem einzigen Zweck dient und dem Zugriff durch Gläubiger entzogen wurde.

Wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Aus der Bilanz können wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen gebildet werden:

Der Verschuldungsgrad spielt bei der Bewertung der Bonität eines Unternehmens eine wichtige Rolle und wird ermittelt, indem das Fremdkapital durch das Eigenkapital dividiert und mit 100 multipliziert wird. Er stellt das Verhältnis des Fremdkapitals zum Eigenkapital dar.

Die Gesamtkapitalrentabilität wird in Prozent angegeben und informiert darüber, wie erfolgreich ein Unternehmen gewirtschaftet hat. Der Gewinn des Unternehmens wird mit den geleisteten Zinsen auf Fremdkapital addiert. Diese Summe wird durch die Bilanzsumme dividiert und mit 100 multipliziert. Die Gesamtkapitalrentabilität sollte höher als die auf das Fremdkapital geleisteten Zinsen sein. Umso höher die Gesamtkapitalrentabilität, desto erfolgreicher hat das Unternehmen gewirtschaftet.

Was ist eine Kapitalgesellschaft?

Im Rahmen der Unternehmensgründung müssen sich Gründer für eine Rechtsform entscheiden. Je nach Anzahl der beteiligten Personen, Kapitaldecke und Haftungsfragen kann das eine Kapitalgesellschaft oder eine Personalgesellschaft sein. Bei einer Personalgesellschaft stehen die beteiligten Personen im Fokus, während bei einer Kapitalgesellschaft in erster Linie das eingesetzte Kapital im Mittelpunkt steht. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Formen von Kapitalgesellschaften. In Deutschland sind die Aktiengesellschaft (AG) und Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) die häufigsten Arten. Alle gesetzlichen Regelungen zu Kapitalgesellschaften hält das Handelsgesetzbuch (HGB) fest.

Gründung einer Kapitalgesellschaft

Die Bildung einer Kapitalgesellschaft beginnt, indem sie in das Handelsregister einträgt. Mit dem Eintrag in das Handelsregister startet auch die Haftungsbeschränkung. Vor der offiziellen Eintragung in das Handelsregister muss zunächst ein Gesellschaftsvertrag abgeschlossen und ein Geschäftsführer benannt werden. Darüber hinaus muss man den Vertrag notariell beurkunden. In der Periode nach dem Eintrag in das Handelsregister und vor der notariellen Beurkundung besteht eine Aktiengesellschaft als sogenannte „Vor-AG„.

Formen von Kapitalgesellschaften

Bei den Kapitalgesellschaften werden unterschiedliche Formen unterschieden, und zwar:
  • Aktiengesellschaft (AG)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Unternehmergesellschaft als Unterform der GmbH
  • Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)

Bei der Aktiengesellschaft kommt der Kapitalbeteiligung eine äußerst wichtige Rolle zu, die durch die Gesellschafter erbracht wird. Die Gesellschafter, die Aktien kaufen, bezeichnet man als Aktionäre. Bei großen Aktiengesellschaften gibt es in der Regel mehrere sogenannte „Großaktionäre“, die einen größeren Einfluss als „Kleingesellschafter“ haben. Gewinne, die durch das Unternehmen erwirtschaftet werden, werden durch

KG

Wann gilt der Gewinn als Dividende?

Dividenden an alle beteiligten Gesellschafter ausgeschüttet.

Eine GmbH wird von einer oder mehreren Personen als Gründungsgesellschafter gegründet. Als Gesellschafter können sowohl natürliche als auch juristische Personen fungieren. Falls eine GmbH nur einen Gesellschafter hat, spricht man in diesem Fall von einer sogenannten Ein-Person-GmbH„. Die Gründungsgesellschafter schließen einen Gesellschaftsvertrag ab, der notariell beurkundet werden muss.

Bei einer Unternehmensgesellschaft (UG) handelt es sich um eine kleinere Variante der traditionellen GmbH, die man im Jahr 2008 in Deutschland eingeführt hat. Entworfen hat man sie als eine Alternative zum nicht börsennotierten britischen Limited und hat diese Rechtsform in der Bundesrepublik im Laufe der Jahre größtenteils verdrängt.

Bei der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) handelt es sich um eine Aktiengesellschaft, die über keinen gewöhnlichen Vorstand verfügt, sondern persönlich haftende Gesellschafter als Komplementäre fungieren. Obwohl die Kommanditgesellschaft auf Aktien sich vom Aufbau her stark an eine Personalgesellschaft anlehnt, ist sie trotzdem eine Kapitalgesellschaft.

Wichtigsten Merkmale von Kapitalgesellschaften

Auch, wenn sich die verschiedenen Typen von Kapitalgesellschaften durch unterschiedliche Eigenschaften auszeichnen, gibt es dennoch einige gemeinsame Merkmale:

Rechtsstellung

Bei einer Kapitalgesellschaft handelt es sich um eine sogenannte „juristische Person“. Konkret bedeutet das, dass sie rechtlich unabhängig von ihren Gesellschaftern besteht. Dadurch ist das Unternehmen in der Lage, Besitz zu erwerben und als Partei vor Gericht aufzutreten. Lesen Sie hier alles zu  juristischen Personen.

Haftungsbegrenzung

Bei einer Kapitalgesellschaft kommt dem Kapital die tragende Rolle zu. Die erzielten Gewinne stehen den Gründern bzw. Eigentümern entsprechend ihrer Kapitalanteile zu. Die Eigentümer müssen nicht unbedingt im Unternehmen beschäftigt sein oder dieses leiten. Dies zeigt sich vor allem am Beispiel von Aktiengesellschaften, die

KG

Wer ist im Unternehmen beschäftigt, wer nicht?

über mehrere Millionen von Eigentümern verfügen. Der Tod oder das Ausscheiden eines Gesellschafters hat keinen Einfluss auf das Bestehen der Kapitalgesellschaft, da es sich bei der Gesellschaft um eine juristische Person handelt, die unabhängig davon selbständig weiter bestehen kann. Im Rahmen einer Kapitalgesellschaft bezieht sich die Haftung in der Regel auf das Vermögen der Gesellschaft, während eine Haftung mit dem Privatvermögen nur in Einzelfällen zutrifft.

Vertretung nach außen

Bei einer Kapitalgesellschaft ist es nicht zwingend nötig, dass Gesellschafter auch die Führung des Unternehmens übernehmen oder umgekehrt. Es ist eine sogenannte Fremdorganschaft möglich, sodass Dritte die Gesellschaft nach außen vertreten können. In vielen Fällen ist es üblich, dass beispielsweise die Gesellschafter einer GmbH einen Geschäftsführer aus den eignen Reihen wählen oder dass Aktionäre im Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft sitzen.

Gründung

Bei Kapitalgesellschaften passiert eine strikte Trennung von Gesellschaftern und Gesellschaft. Die Kapitalgesellschaft kann als juristische Person Arbeits- und Geschäftsführungsverträge mit den Gesellschaftern abschließen. Das Mindestkapital ist von der Art der Gesellschaft abhängig, es muss jedoch aufgrund von Haftungsbeschränkungen unbedingt eingezahlt werden. Bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung wird das Mindeststammkapital mit 25.000 Euro beziffert, während bei einer AG (Aktiengesellschaft) das Mindestkapital 50.000 Euro beträgt. Bei einer GmbH muss die Einlage nicht unbedingt in Form von Geld geleistet werden, sondern kann auch in Form von Sacheinlagen erfolgen, wie zum Beispiel:
  • Autos
  • Maschinen
  • Immobilie
Bei einer Unternehmensgesellschaft können jedoch keine Sacheinlagen geleistet werden. Im Rahmen einer Aktiengesellschaft kommen die Gesellschafter für das Mindestkapital auf, indem Sie Aktien als Anteile an der Gesellschaft käuflich erwerben.

Gewinnausschüttung

Gesellschafter beteiligen sich in der Regel mit unterschiedlich großen Geldwerten an einer Kapitalgesellschaft. Entsprechend dem Gesellschaftsanteil, den man besitzt, fällt generell auch der Anteil an Gewinn und Verlust des

KG

Wer ist für die Gewinnausschüttung verantwortlich?

Unternehmens aus. Falls ein Gesellschafter beispielsweise 30 Prozent des Kapitals gestellt hat, dann stehen ihm in der Regel auch 30 Prozent des Gewinns zu.

Buchführung und Besteuerung

Für eine jede Kapitalgesellschaft sind die Buchführungsregeln des Handelsgesetzbuches gültig. Eine Kapitalgesellschaft gilt gesetzlich als Kaufmann und muss daher die Pflicht zur ordnungsgemäßen Buchführung mit detaillierten Jahresabschlüssen erfüllen.

Klassifizierung nach Größenklassen

Im deutschen Bilanzrecht werden Kapitalgesellschaften in drei Größenklassen eingeteilt, und zwar in:
  • kleine
  • mittelgroße und
  • große Gesellschaften
Die Einordnung einer Kapitalgesellschaft verläuft anhand der Umsatzerlöse, Bilanzsumme und Zahl der Mitarbeiter. Je größer die Gesellschaft ist, gelten umso strengere Rechnungslegungsanforderungen. Die Klassifizierung nach Größenklassen hat in erster Linie für Publizitätspflichten Bedeutung, in deren Rahmen man Unternehmen dazu verpflichtet, rechnungsbezogene Informationen zu veröffentlichen.

Was ist IFRS?

IFRS ist die Abkürzung für „International Financial Reporting Standards“, auf Deutsch internationale Rechnungslegungsgrundsätze. In den Standards werden Regeln festgelegt, um die Jahresabschlüsse von Konzernen weltweit konsistent, transparent und vergleichbar zu machen. Die IFRS wurden in der Europäischen Union entwickelt und werden vom International Accounting Standards Board (IASB) mit Sitz in London herausgegeben.

Große Unternehmen und Konzerne, die den Kapitalmarkt nutzen, um Finanzmittel zu beschaffen, müssen seit einigen Jahren ihre Bilanz und Konzernabschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften erstellen. Die International Financial Reporting Standards (IFRS) sind international gültige Vorschriften für weltweit konsistente, transparente und vergleichbare Abschlüsse.

Wo werden die IFRS verwendet?

Die IFRS dienen dazu, die Rechnungspraktiken und -aussagen einheitlich zu gestalten. Sie sollen Unternehmen und Investoren ermöglichen, fundierte Finanzanalysen und -entscheidungen auf einer einheitlichen Informationsbasis zu treffen. Vorläufer der IFRS waren die International Accounting Standards (IAS). Diese Rechnungslegungsgrundsätze wurden bis zum Jahr 2000 vom International Accounting Standards Committee (IASC) herausgegeben. Sie enthalten wie die International Financial Reporting Standards ebenfalls grundlegende Vorschriften zur Rechnungslegung und Regelungen zur Bilanzerstellung. Die IAS sind in den IFRS aufgegangen aber heute noch gültig. Nur ein Teil der alten IAS Standards ist heute obsolet.

Struktur der International Financial Reporting Standards

Die IFRS enthalten im Gegensatz zum HGB (Handelsgesetzbuch) keine allgemeingültigen Vorschriften und in sich geschlossene Regeln für die Rechnungslegung. Die IFRS setzen sich vielmehr mit Einzelfragen auseinander, sodass die einzelnen Vorschriften wesentlich ausführlicher ausgelegt sind, als die gesetzlichen Bestimmungen im deutschen Handelsgesetzbuch. Durch die detaillierte Auseinandersetzung mit Einzelfragen kommt es bei den IFRS häufig zu sich wiederholenden Angaben innerhalb des Regelwerks. Grundsätzlich bestehen die International Financial Reporting Standards aus den drei Teilen Framework, Standards und den Interpretations.

Die Standards und die sogenannten Interpretations bauen auf dem Framework auf. Dadurch erfolgt eine inhaltliche Konkretisierung im Einzelfall immer von unten nach oben, das heißt, vom Framework ausgehend über die Standards zu den Interpretations. Das Framework liefert zunächst allgemeine Informationen über die Zielsetzung der International Financial Reporting Standards. Darüber hinaus sind hier Hinweise für die Ausgestaltung von Konzernabschlüssen enthalten. Alle im Framework enthaltenen Informationen sind jedoch nicht verbindlich.

Standards von Jahresabschlüssen

Deutlich konkreter sind die Standards. Sie geben unter anderem eine formal zu erfüllende Darstellung und Gliederung für die Jahresabschlüsse von Konzernen vor. Beispielsweise müssen Unternehmen jeweils zum Beginn und zum Ende des Geschäftsjahres, das heißt mindestens zweimal jährlich, ihre Finanz- und Vermögenslage veröffentlichen. Zudem ist in den Standards vorgegeben, dass die Jahresabschlüsse Informationen über den Gesamterfolg des Unternehmens, Veränderungen des Eigenkapitals und sowie Angaben zu den Zahlungsströmen enthalten muss. Darüber hinaus müssen im Anhang zur Bilanz Angaben zu den angewendeten Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden gemacht machen. Zurzeit gibt es im IFRS 16 + 41 IAS Standards, in denen jeweils ein spezielles Problem bei der Bilanzierung behandelt wird. Der dritte Teil der International Financial Reporting Standards, die Interpretations sind die offizielle Auslegung der Standards und ergänzen diese.

Grundlegender Aufbau eines Standards der IFRS

Die in den IAS/IFRS enthaltenen Standards sind grundsätzlich alle gleich strukturiert. Zunächst wird die Zielsetzung des jeweiligen Standards und dessen Anwendungsbereich beschrieben. Ergänzt wird diese Beschreibung durch die Definition der wesentlichen Begriffe. Danach folgt eine Behandlung der Bewertungsfragen und wie die Ausweisung in der Bilanz erfolgen soll. Hinzu kommen Ausführungen zu den erforderlichen Offenlegungen. Diese entsprechen in etwa den laut HGB erforderlichen Angaben in Bilanzanhang. Revidierte und neue Standards enthalten einen Hinweis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Standards oder zum Inkrafttreten der Neuregelung /Änderung.

Unterschiede zwischen IFRS und GAAP

Zwischen den International Financial Reporting Standards und den beispielsweise in den USA und Kanada angewendeten allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen (GAAP) bestehen mehrere Unterschiede. Beispielsweise in der Art und Weise, wie Bestände bilanziert werden. Es gibt zwei Möglichkeiten. First-In-First-Out (FIFO) und Last-In-First-Out (LIFO). FIFO bedeutet, das zuerst gekaufte Bestände zuerst wieder verkauft werden. LIFO bedeutet, dass der letzte Bestand der erste ist, der verkauft wird. IFRS verbietet LIFO, während es bei Anwendung der GAAP möglich ist, beide frei Prinzipien zu verwenden.

Verpflichtung zur Anwendung der IFRS für Konzerne

Die Anwendung der International Financial Reporting Standards ist seit dem 1. Januar 2005 für Konzerne und Unternehmen, deren Aktien oder Anleihen am Kapitalmarkt gehandelt werden, verpflichtend. Zusätzlich müssen in Deutschland ansässige Unternehmen die Steuerbilanz nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches erstellen. Das bedeutet, dass für Unternehmen in Deutschland der Aufwand für die Erstellung der Jahresabschlüsse annähernd verdoppelt hat. Zurzeit werden die IFRS in mehr als 120 Ländern weltweit angewendet. Neben den Ländern der Europäischen Union sind die International Financial Reporting Standards mittlerweile verpflichtend in vielen Ländern Asiens und Südamerikas.

Welche Vorteile bieten die IFRS?

Trotz des erhöhten Aufwands bei der Bilanzerstellung werden die IFRS von einem Großteil der Unternehmen sehr positiv gesehen. Durch die Vereinheitlichung der Bilanzierungsrichtlinien ermöglichen die International Financial Reporting Standards Anlegern, Investoren und anderen interessierten Personenkreis einen objektiven und einfachen Vergleich der verschiedenen Unternehmen, egal wo sie ihren Sitz haben. Dies ist beispielsweise ein wesentlicher Vorteil bei einem Unternehmensverkauf , wenn im Rahmen der Due Diligence im Datenraum ein Unternehmen objektiv bewertet werden muss.