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Net Working Capital

Das Net Working Capital, auch NWC, beschreibt die Differenz zwischen dem Umlaufvermögen und den kurzfristigen Verbindlichkeiten eines Unternehmens. Somit handelt es sich beim NWC um das Nettoumlaufvermögen. Ein positives Net Working Capital bedeutet, dass ein Unternehmen über genügend Mittel verfügt, um seinen kurzfristigen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Auch in andere Aktivitäten wird investiert. Mehr Datenraum zur Berechnung des NWC finden Sie hier.
Wenn das Nettoumlaufvermögen eines Unternehmens hingegen seine kurzfristigen Verbindlichkeiten nicht übersteigt, kann das dazu führen, dass das Unternehmen nicht zu wachsen im Stande ist, Gläubigern nichts bezahlen kann oder sogar Konkurs geht. Somit muss das Ziel zwangsläufig heißen, stets ein Net Working Capital größer 0 zu haben. Die Begriffe Working Capital und Net Working Capital unterscheiden sich. Beim Working Capital sind die flüssigen Mittel, also Kassen- und Bankbestände, aufgeführt. In die Berechnung des Net Working Capitals fließen sie nicht mit ein.

Formel Net Working Capital

Die Berechnung des Net Working Capital ist unkompliziert. Die Formel sieht folgendermaßen aus:

Net Working Capital = Umlaufvermögen – Liquide Mittel – Kurzfristige Verbindlichkeiten

Umlaufvermögen:

Das Umlaufvermögen eines Unternehmens beschreibt kurzfristige Vermögenswerte in der Bilanz, die innerhalb eines Jahres oder weniger in Bargeld umgewandelt werden können. Zu den kurzfristigen Vermögenswerten gehören in der Regel Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wie u.a. kurzfristige Staatsanleihen oder Geldmarktfonds. Wertpapiere, Forderungen und Vorräte gelten ebenfalls als kurzfristige Vermögenswerte.

NWC

Umlaufvermögen und liquide Mittel werden zur Berechnung benötigt.

Ein Unternehmen verfügt zum Beispiel über liquide Mittel in Höhe von 500.000 Euro, Forderungen in Höhe von 50.000 Euro und Lagerbestände in Höhe von 100.000 USD. Zur Berechnung des gesamten Umlaufvermögens addieren Sie einfach diese Werte:

500.000 EUR + 50.000 EUR + 100.000EUR = 650.000EUR

Liquide Mittel:

Die liquiden Mittel eines Unternehmens umfassen Geldmittel, die zur sofortigen Zahlung zur Verfügung stehen. Diese Mittel umfassen vor allem Bargeldbestände, Bankguthaben und Schecks. Die liquiden Mittel eines Unternehmens bilden einen Posten im Umlaufvermögen und finden sich auf der Aktiva-Seite der Unternehmensbilanz. Lesen Sie hier alles zur Bilanz.
Ein Unternehmen verfügt beispielsweise über Bargeldbestände in Höhe von 20.000 Euro. Das Bankguthaben beträgt 7.000 Euro und Schecks haben einen Betrag von 4.000 Euro. Um die Summe der liquiden Mittel zu berechnen, müssen Sie alle diese Werte zu den einzelnen liquiden Mitteln addieren:

20.000 EUR + 7.000 EUR + 4.000 EUR = 31.000 EUR

Kurzfristige Verbindlichkeiten:

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten eines Unternehmens beschreiben die kurzfristigen finanziellen Verpflichtungen, die innerhalb eines Jahres oder weniger fällig sind. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten umfassen in der Regel kurzfristige Darlehen, Kredite, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Rückstellungen und andere Schulden wie Kreditkartensalden oder andere Schulden. Kurzfristige Teile langfristiger Schulden wie gewerbliche Immobilienkredite und Kredite für kleine Unternehmen gelten ebenfalls als kurzfristige Verbindlichkeiten.

Ein Unternehmen verfügt beispielsweise über ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von 200.000 Euro. Die Verbindlichkeiten betragen 70.000 Euro und man hat Rückstellungen in Höhe von 40.000 Euro. Um die Summe der kurzfristigen Verbindlichkeiten zu erhalten, muss man diese Werte addieren:

200.000 EUR + 70.000 EUR + 40.000 EUR = 310.000 EUR

Nachdem Sie die Werte sowohl für das Umlaufvermögen, die liquiden Mittel als auch für die kurzfristigen Verbindlichkeiten berechnet haben, besteht der nächste Schritt darin, die liquiden Mittel sowie die kurzfristigen Verbindlichkeiten vom Umlaufvermögen zu subtrahieren, um den Wert Ihres Nettoumlaufvermögens zu erhalten. Unter Verwendung der obigen Zahlen lautet die Berechnung wie folgt:

650.000 EUR – 31.000 EUR – 310.000 EUR = 309.000 EUR NWC

Was sagt das Net Working Capital aus?

NWC?

Was passiert bei einem negativen NWC?

Wenn das Nettoumlaufvermögen eines Unternehmens im Wesentlichen positiv ist, bedeutet dies, dass die kurzfristigen Mittel aus dem Umlaufvermögen mehr als ausreichend sind, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten bei Fälligkeit zu begleichen. Was bedeutet es, wenn der Wert im Wesentlichen negativ ist? Das Unternehmen verfügt möglicherweise nicht über ausreichende Mittel, um seine kurzfristigen Verbindlichkeiten zu begleichen. Es besteht die Gefahr eines Konkurses des Unternehmens. Die Angabe des Nettoumlaufvermögens ist aussagekräftiger, wenn eine Trendlinie verfolgt wird, da diese eine allmähliche Verbesserung oder Verringerung des Nettoumlaufvermögens im Laufe der Zeit anzeigen kann.

Das Net Working Capital kann auch verwendet werden, um die Fähigkeit eines Unternehmens zu schätzen, schnell zu wachsen. Wenn es über ein großes Net Working Capital verfügt, kann das Geschäft scheinbar schnell wachsen. Umgekehrt wäre es aufgrund einer angespannten Lage des Nettoumlaufvermögens sehr unwahrscheinlich, dass ein Unternehmen über die finanziellen Mittel verfügt, um sein Wachstum zu beschleunigen. Ein spezifischerer Indikator für die Wachstumsfähigkeit ist, wenn ein Unternehmen Bargeld von seinen Kunden einziehen kann, bevor es seine Lieferanten bezahlen muss.

Wie steht es um das Unternehmen?

Vereinfacht kann man sagen, dass, je höher das Nettoumlaufvermögen eines Unternehmens ist, desto stabiler ist das Unternehmen für die Gegenwart und die kurzfristige Zukunft aufgestellt. Dabei muss aber beachtet werden, dass ein zu hohes Umlaufvermögen auf eine die Eigenkapitalrentabilität negativ beeinträchtigende Bindung von kurzfristigen Vermögen hinweisen kann.

NWC

Wie steht es um die Zukunft meines Unternehmens?

Änderungen im Net Working Capital sind ein Maß für den operativen Cashflow (OCF) und werden in der Regel in der Kapitalflussrechnung erfasst. Die Veränderung des Nettoumlaufvermögens kann Ihnen zeigen, ob das kurzfristige Geschäftsvermögen im Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten von einer Periode zur nächsten zunimmt oder abnimmt. Ein zunehmendes oder abnehmendes Nettoumlaufvermögen ist jedoch nicht zwingend gut oder schlecht. Gelegentlich erfordern strategische Geschäftsentscheidungen einen kurzfristigen Anstieg der Verbindlichkeiten. Oder ein zunehmendes Nettoumlaufvermögen kann zeigen, dass ein größerer Teil Ihres Bargeldes in Vermögenswerte investiert ist, die möglicherweise nicht sehr liquide sind. Daher ist es wichtig, die Entwicklung des Nettoumlaufvermögens zu verfolgen, damit Unternehmen ihren OCF überwachen können.

Was ist Kapitalflussrechnung?

DieIm Allgemeinen wird die Kapitalflussrechnung als auch Cashflow-Rechnung bezeichnet. Ziel einer solchen Rechnung ist es, eine gewisse Transparenz über sämtliche unternehmensinterne Zahlungsströme zu schaffen. Veränderungen in Bezug auf die Liquidität sollte man ebenso herausarbeiten wie die Ursachen entsprechender Veränderungen.

Definition der Kapitalflussrechnung

Prinzipiell ist die Bezeichnung Kapitalflussrechnung recht irreführend. Laut Kapital-Definition ist dieses nicht liquide. Innerhalb eines Jahreszeitraumes ist es nur geringfügig beweglich. Eine wesentlich bessere Bezeichnung für die Kapitalflussrechnung wäre der Begriff Geldflussrechnung, welcher unter anderem in der Schweiz verwendet wird, sich hierzulande aber nicht durchsetzt. Gesetzliche oder einheitliche Definitionen für die Kapitalflussrechnung gibt es bislang nicht. Die Funktionen sind sehr vielfältig und lassen sich unternehmensintern individuell ausgestalten. Dennoch gibt es gewisse nationale und internationale Standards, die als Orientierungspunkt dienen. Generell liefert die Kapitalflussrechnung reichhaltige Informationen über die allgemeine Finanzsituation eines Unternehmens und über die Verwendung finanzieller Mittel. In diesem Kontext wird die Cashflow-Rechnung als spezielles, wichtiges und äußerst aussagekräftiges Zusatzinstrument für die Beurteilung eines Unternehmens unter dem finanziellen Aspekt genutzt. Relativ grob kann gesagt werden, dass die Kapitalflussrechnung nicht nur die Entwicklung, Herkunft und Verwendung von finanziellen Mitteln festhält, sondern darüber hinaus Ein- und Auszahlungen sehr strukturiert abbildet.

Kapitalflussrechnung

Einzahlungen und Auszahlungen werden gegenüber gestellt

Kurz und knapp: Sehr einfach gesagt handelt es sich bei der Kapitalflussrechnung um eine detaillierte Gegenüberstellung von Einzahlungen und Auszahlungen, innerhalb einer bestimmten Abrechnungsperiode. Ziel ist es, umfangreiche Informationen über die tatsächliche und aktuelle Finanzkraft eines Unternehmens festzuhalten.

Retrospektive und Prospektive Kapitalflussrechnung

Innerhalb der Finanzwirtschaft wird zwischen der retrospektiven und der prospektiven Kapitalflussrechnung unterschieden. Die retrospektive Variante orientiert sich an der Vergangenheit. Die Grundlage bilden die vorliegenden Jahresabschlüsse. Prinzipiell sind retrospektive Kapitalflussrechnungen objektiv nachprüfbar. Allerdings können sie nicht als Prognoseinstrument eingesetzt werden. Die prospektive Kapitalflussrechnung bedient sich im Vergleich den Plan-Gewinn und Verlustrechnungen. Dies nennt man auch „Finanzplan. Im Fokus steht die Zukunft des Unternehmens. Vorrangig dienen prospektive Kapitalflussrechnungen der Prognose und der Planung. Mit ihr werden zukünftige Zahlungsfähigkeiten beurteilt.

Aufbau und Inhalt einer vollständigen Kapitalflussrechnung

Wie bereits erwähnt werden bei der Kapitalflussrechnung alle Ein- und Auszahlungen einer bestimmten Periode genausten betr

Methoden Kapitalflussrechnung

Welche zwei Methoden gibt es?

achtet und gegenübergestellt. Zudem findet eine entsprechende Zuordnung statt. In der Praxis haben sich hierfür zwei verschiedene Methoden etabliert. Zum einen gibt es die direkte und zum anderen die

indirekte Methode. Am häufigsten nutzt man die indirekte Methode.

+ Indirekte Methode:

Bei der indirekten Methode der Kapitalflussrechnung ist der verwendete Jahresüberschuss maßgeblich. Dieser wird durch nichtzahlungswirksame Aufwendungen korrigiert. Darüber hinaus findet eine Herausrechnung der zahlungswirksamen Erträge statt. Aus dieser vergleichsweise einfachen Berechnung ergibt sich der Cashflow für die jeweils laufende Geschäftstätigkeit. Im Anschluss erfolgt die Cashflow-Berechnung aus Investitionstätigkeiten, woraufhin die Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten erfolgt. Die berechneten Cashflows werden miteinander addiert und um mögliche wechselkursbedingte Veränderungen des Werts bereinigt. Die daraus ermittelte Summe muss mit dem periodischen Anfangsbestand addiert werden, woraus sich der Stand der Finanzmittel am Periodenende ergibt.

+ Direkte Methode:

Bei der direkten Methode der Kapitalflussrechnung ist der Jahresüberschuss aus der Gewinn- und Verlustrechnung irrelevant. Stattdessen betrachtet man Veränderungen, die aus internen Aus- und Einzahlungen resultieren. Aus dem Jahresabschluss gehen diese Informationen nur bedingt hervor. Sämtliche Einzahlungen von Kunden, die aus Erzeugnisverkäufen oder aus sonstigen Leistungen entstehen, werden miteinander addiert und um die angefallenen Auszahlungen, etwa an Lieferanten, reduziert. Aus dieser einfachen Berechnung ergibt sich der Cashflow aus operativer Tätigkeit. Im Anschluss wird der Cashflow aus Investitionstätigkeit wie bei der indirekten Methode ermittelt. Auch der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wird bei der direkten Methode wie bei der indirekten Methode berechnet. Die abschließende Berechnung des Finanzmittelstandes erfolgt ebenfalls wie bei der indirekten Methode.

Drei Stufen der Zahlungsströme

Zahlungsströme Kapitalflussrechnung

Welcher Zahlungsstrom ist der richtige?

Ausgehend vom Handelsgesetzbuch ist die Kapitalflussrechnung ein wichtiger Bestandteil des Konzernabschlusses. Laut Empfehlungen der DRS 2 sollte die Kapitalflussrechnung drei verschiedene Zahlungsströme berücksichtigen. Hierzu zählen der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, sprich der operative Cashflow, der Cashflow aus Investitionstätigkeit und der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit.

Stufe 1: Berechnung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit (indirekte Methode):

Periodenergebnis vor Abzug der außerordentlichen Posten
+/- Abschreibungen oder Zuschreibungen aus dem vorhandenen Anlagevermögen
+/- Zunahme oder Abnahme der rückstelligen Verbindlichkeiten
+/- weitere Erträge oder Aufwendungen, die zahlungsunwirksam sind
+/- Verlust oder Gewinn, der aus dem Abgang von Anlagevermögen resultiert
+/- Abnahme oder Zunahme von Vorräten, sowie Forderungen die aus Leistungen und Lieferungen resultieren und weitere Aktiva, die sich nicht der Finanzierungs– und Investitionstätigkeit zuordnen lassen
+/- Einzahlungen und Auszahlungen, die aus außerordentlichen Posten resultieren
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beziehungsweise operativer Cashflow

Stufe 1: Berechnung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit (direkte Methode):

+ Einzahlungen von Kunden
– Auszahlungen, die beispielsweise an Lieferanten oder Geschäftspartner gehen
+ weitere Einzahlungen, die nicht aus Investitions– oder Finanzierungstätigkeit stammen
– weitere Auszahlungen, die nicht aus Investitions– oder Finanzierungstätigkeit resultieren
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beziehungsweise operativer Cashflow

Stufe 2: Berechnung des Cashflows aus Investitionstätigkeit

Sämtliche Einzahlungen, die aus Sachanlagevermögens-Abgängen resultieren
– Auszahlungen, die der Investition in das Sachanlagevermögen dienen
+ Einzahlungen aus immateriellen Anlagevermögens-Abgängen
– Auszahlungen, die der Investition in das immaterielle Anlagevermögen dienen
+ Einzahlungen, die aus Abgängen aus dem Finanzanlagevermögen resultieren
– Auszahlungen, die der Investition in das Finanzanlagevermögen dienen
+ Einzahlungen, die durch den Verkauf von sonstigen Geschäftseinheiten und dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen begründet sind
– Auszahlungen, aufgrund des Erwerbes von sonstigen Geschäftseinheiten und konsolidierten Unternehmen
+ Einzahlungen, durch Anlagen in Finanzmittel für die kurzfristige Disposition von Finanzen
– Auszahlungen, durch Anlagen in Finanzmittel für die kurzfristige Disposition von Finanzen
Cashflow aus Investitionstätigkeit

Stufe 3: Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten

Einzahlungen, die aus Zuführungen aus dem Eigenkapital resultieren
– Auszahlungen, die an Minderheitsgesellschafter oder Unternehmenseignern gezahlt wurden
+ Einzahlungen, die durch Anleihen und Kreditaufnahmen zustande kommen
– Auszahlungen aufgrund der Tilgung von Krediten und Anleihen
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Cashflow Kapitalflussrechnung

Wie berechnet man den Cashflow letztendlich?

Abschließende Berechnung des Finanzmittelstands:
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
+ Anfangsbestand der Periode
Finanzmittelstand zum Periodenende

Was ist eine GmbH?

Bei einer GmbH handelt es sich um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die eine der gängigsten Formen der Kapitalgesellschaft darstellt. Diese Art der Kapitalgesellschaft existiert in Deutschland seit dem Jahr 1892. Man kann sie mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro gründen.

Geschichte der GmbH

Das Konzept der Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) wurde erstmals in Deutschland am 20. April 1892 eingeführt. Nach der Einführung dieser Gesellschaftsform in Deutschland breitete sich das Konzept innerhalb kürzester Zeit in der gesamten Welt aus. Österreich war im Jahr 1906 das erste Land nach Deutschland, welches das Konzept der GmbH adaptierte und in seine Rechtsform integrierte. Zum 1. November 2008 wurde mit dem sogenannten „Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen“ eine neue Art der GmbH mit kleinerem Stammkapital eingeführt, für die einige Sonderregelungen gelten und die umgangssprachlich auch „Mini-GmbH“ genannt wird.

Wie kann man eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gründen?

Um eine GmbH zu gründen, müssen eine oder mehrere Personen als Gründungsgesellschafter fungieren. Dabei können als Gesellschafter sowohl juristische als auch natürliche Personen dienen. Offene Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaft können aufgrund ihrer Rechtsfähigkeit ebenfalls als Gesellschafter dienen, während es sich bei Erbgemeinschaften und Gesellschaften bürgerlichen Rechts um keine juristischen Personen handelt. Diese können demzufolge auch keine Gründungsgesellschafter sein.
Die Gesellschafter müssen zunächst einen Gesellschaftsvertrag abschließen. Diesen muss man notariell beurkunden. Enthalten muss er mindestens einen der folgenden Punkte:

Ohne Vertrag keine GmbH

Ein Gesellschaftsvertrag muss bestimmte Punkte enthalten

– Firmenname, Hauptsitz und Gegenstand des Unternehmens der GmbH
– die exakte Höhe des Stammkapitals
– die Stammeinlagen müssen durch die Gesellschafter übernommen worden sein

Des Weiteren muss auch mindestens eine Person zum Geschäftsführer der Gesellschaft mit beschränkter Haftung ernannt werden. Diese natürliche Person kann auch gleichzeitig ein Gesellschafter sein oder kann auch alternativ lediglich angestellt sein, ohne am Unternehmen direkt beteiligt zu sein. Der Geschäftsführer ist verantwortlich für die Entgegennahme der Stammeinlagen. Außerdem muss er die GmbH in notariell beglaubigter Form im Handelsregister anmelden. Seit dem 1. November 2008 ist die Gründung einer Gesellschaft in Deutschland mit beschränkter Haftung auch in einer vereinfachten Form möglich.

Wie muss man eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung führen?

Eine GmbH muss mindestens eine natürliche Person haben, die als Geschäftsführer fungiert. Als Geschäftsführer kommen ausschließlich natürliche Personen infrage, welche die Geschäfte der GmbH nach direkten Anweisungen der Gesellschafterversammlung und im Rahmen der gültigen Gesetze führen. Neben der traditionellen Gesellschaftsvertretung durch einen Geschäftsführer kommen immer wieder auch sogenannten „gemischte Gesamtvertretungen zum Einsatz. Bei dieser Form wird die Vertretung der Gesellschaft gemeinschaftlich oder durch einen Geschäftsführer in Verbindung mit einem Prokuristen realisiert.

Rechte und Pflichten der Gesellschafter

Jeder Gesellschafter muss einen Anteil am Stammkapital leisten, der im Gesellschaftsvertrag genau aufgeführt ist. Die Hauptpflicht von Gesellschaftern ist es, die gesamte Summe der Stammeinlagepflicht zu leisten. In der Regel verfügt der Gesellschafter frei über seinen Geschäftsanteil, soweit nichts anderes vereinbart ist. Der

Bei einer GmbH gibt es Rechte und Pflichten

Woran muss sich ein Gesellschafter halten?

Geschäftsanteil kann mit einem notariell beurkundeten Vertrag verkauft oder auch verschenkt sowie vererbt werden. Die Gesellschafter können sich den Jahresüberschuss auszahlen lassen, soweit sie nicht explizit von der Beteiligung ausgeschlossen sind. Jeder Gesellschafter hat zudem das Recht, von den Geschäftsführern zu verlangen, dass sie ihn über sämtliche Angelegenheiten der GmbH unverzüglich informieren. Wenn ein Gesellschafter aus relevanten Gründen seine Pflichten nicht erfüllen kann, dann kann dieser durch ein gerichtliches Urteil aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

Lohnsteuer und Sozialversicherung

Falls die GmbH Arbeitnehmer beschäftigt, muss sie alle Pflichten eines Arbeitgebers erfüllen. Dies gilt auch für die Geschäftsführer, die ihre Bezüge aus den Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit beziehen. Die Geschäftsführergehälter können als Arbeitslohn abgezogen werden, soweit die Geldsummen der Höhe nach angemessen sind. Darüber hinaus sind Geschäftsführer im Normalfall als nicht abhängige Beschäftigte von der gesetzlichen Sozialversicherungspflicht ausgeschlossen, sodass ihnen keine Arbeitgeberzuschüsse zur Pflege- und Krankenversicherung zustehen. Lesen Sie hier alles zum Thema Sozialversicherung.

Wer haftet bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegenüber Gläubigern?

Eine GmbH haftet gegenüber Gläubigern mit dem hinterlegten Stammkapital. In Deutschland ist die Höhe des Stammkapitals gesetzlich geregelt, sodass die unterste Grenze bei einer solchen Einlage bei 25.000 Euro liegt. Davon muss mindestens die Hälfte, also 12.500 Euro, eingebracht werden. Alle Forderungen der GmbH können demzufolge ausschließlich auf die Gesellschaft bezogen werden, sodass die beteiligten Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen haftbar gemacht werden können.

Auflösung der Gesellschaft

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung löst sich in folgenden Fällen auf:

Eine GmbH auflösen

Wie löst man eine Gesellschaft auf?

– nach Ablauf der im Gesellschaftsvertrag angegebenen Zeit
– ab dem Beginn eines Insolvenzverfahrens
– durch einen expliziten Beschluss der Gesellschafter bei der Gesellschafterversammlung
– auf Grund eines Gerichtsurteils

Eine genaue Auflistung aller Auflösungsgründe kann man im GmbHG (§ 60) nachlesen. Die Auflösung der Gesellschaft muss im Handelsregister eingetragen werden. Falls sich keine anderen Personen bestimmen lassen, übernehmen die bisherigen Geschäftsführer die Rolle der Liquidatoren.

Liquidation der Gesellschaft

Bei einer Liquidation handelt es sich um das Abwicklungsverfahren, das nach der Auflösung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung vollzogen wird. Die Abwicklung der Liquidation erfolgt durch die Liquidatoren. Bei diesen handelt es sich in den meisten Fällen um die bisherigen Geschäftsführer, die im Register eingetragen werden und die laufenden Geschäfte der GmbH zu vollenden haben, um das Vermögen der Gesellschaft in Geld umzusetzen. Nachdem die Liquidation beendet ist, müssen die zuständigen Liquidatoren den Schluss der Liquidation im Handelsregister anmelden, worauf die Gesellschaft aus dem Handelsregister gelöscht wird. Sollten nach der Löschung der Gesellschaft aus dem Register Vermögensreste übrig bleiben, muss eine sogenannte Nachtragsliquidation vollzogen werden.

Wie lässt sich die Buchführung realisieren?

Da es sich bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung um eine Kapitalgesellschaft handelt, unterliegt diese den allgemeingültigen Vorschriften und Regeln bei der Buchführung. Darüber hinaus benötigt jede GmbH einen jährlichen, detaillierten und veröffentlichten Jahresabschluss.

Ist es möglich eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu kaufen?

Ja, in Deutschland ist es möglich, eine GmbH käuflich zu erwerben. Interessenten haben die Wahl, eine sogenannte leere „GmbH-Hülle“ zu kaufen oder auch als ein ganzes Unternehmen.

Wann ist der Kauf eines sogenannten „GmbH-Mantels“ empfehlenswert?

Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die neu erstellt sind, brauchen in der Regel einige Wochen, bis alle Formalien erledigt sind. Wer sofort eine in vollem Umfang funktionierende Gesellschaft benötigt, kann sich an einen Verkäufer solcher GmbH-Mäntel wenden. Die Verkäufer sind in der Regel geschäftstüchtige BWLer oder Juristen, die Gesellschaften „auf Vorrat“ gründen, um diese dann ohne Mitarbeiter und ohne Organisation an Interessenten zu verkaufen. Beim Wechsel des Inhabers wird die GmbH grundsätzlich umbenannt.

Kann man auch eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung kaufen, mit der man Geld verdienen kann?

Mit einer GmbH Geld verdienen

Wie verdient man Geld mit einer GmbH?

Es ist selbstverständlich, möglich eine voll funktionierende Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu kaufen, mit der man Geld verdienen kann. Je nach Ertragswert der GmbH können hier beachtliche Geldsummen zustande kommen. Wenn sich Käufer und Verkäufer im Rahmen einer sogenannten Due Diligence über den Verkauf einigen, dann wechselt die Gesellschaft automatisch den Eigentümer. Falls eine GmbH im Rahmen einer Fusion aufgekauft wird, dann wird sie in den meisten Fällen automatisch zum Bestandteil des kaufenden Unternehmens.

 

Wie kann man seinen Anteil an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung verkaufen?

Für den Verkauf von Anteilen an einer Gesellschaft gibt es in Deutschland keinen geregelten Markt, wie es etwa bei Aktien der Fall ist. Aus diesem Grund wird der Verkauf von Anteilen in der Regel über Netzwerke, Unternehmensbörsen oder Berater realisiert.

Wie besteuert man eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung?

Der Gewinn, der durch eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung erwirtschaftet wird, muss selbstverständlich versteuert werden. Das, was bei natürlichen Personen als Einkommenssteuer bezeichnet wird, wird bei einer Kapitalgesellschaft Körperschaftssteuer genannt. Darüber hinaus müssen Gesellschaften wie auch andere Firmen in Deutschland Gewerbesteuer bezahlen.

Was ist ein Unternehmen?

Ein Unternehmen ist eine juristische Entität, die aus einer Gruppe von Einzelpersonen besteht, welche ein gewerbliches oder industrielles Unternehmen betreiben. Ein Unternehmen kann in Abhängigkeit vom Gesellschaftsrecht seiner Gerichtsbarkeit auf verschiedene Arten zu Steuer- und finanziellen Haftungszwecken organisiert sein. Die Branche, in der sich das Unternehmen befindet, bestimmt im Allgemeinen, welche Geschäftsstruktur für ein Unternehmen gewählt wird, zum Beispiel eine Partnerschaft, ein Einzeluternehmen oder eine Aktiengesellschaft. Diese Strukturen bezeichnen auch die Eigentümerstruktur des Unternehmens.

Ein Unternehmen ist im Wesentlichen eine künstliche juristische Person, da es eine von den Einzelpersonen getrennte Einheit darstellt, die seine Geschäftstätigkeit besitzt, verwaltet und unterstützt. Ein Unternehmen hat oftmals die gleichen Rechte und Pflichten, die auch eine Privatperson beachten muss. Außerdem hat es die Möglichkeit, Verträge abzuschließen, das Recht, Geld einzuklagen oder verklagt zu werden, Darlehen zu tätigen, Steuern zu zahlen, Vermögenswerte zu besitzen und Mitarbeiter einzustellen.

Wie definiert man ein Unternehmen?

Unternehmen haben das Ziel der Gewinnerzielung.

Unternehmen sind in der Regel so organisiert, dass sie mit ihrer Geschäftstätigkeit einen Gewinn erzielen. Einige Unternehmen können jedoch als gemeinnützige Organisationen strukturiert sein. Generell kann auch zwischen privaten und öffentlichen Unternehmen unterschieden werden. Beide haben unterschiedliche Eigentumsverhältnisse, Vorschriften und Rechnungslegungsvorschriften.

Die Begriffe Betrieb und Firma

Die Begriffe Unternehmen, Betrieb und Firma verwendet man im Sprachgebrauch oft synonym In ihrer Definition jedoch kann man sie klar voneinander abgrenzen. Ein Betrieb beschreibt ein Werk oder eine Niederlassung eines Unternehmens. Das Wort Firma ist aus dem Italienischen abgeleitet, wo das Wort „la firma als Unterschrift übersetzt wird, aber eben auch den Namen des Unternehmers bezeichnet.

Welche Unternehmensformen gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmensformen, die je nach Größe und Zukunftsaussichten des Unternehmens Vor- und Nachteile haben. Die unterschiedlichen Unternehmensformen können grob in Partnerschaften und Kapitalgesellschaften eingeteilt werden. Beide Gesellschaftsformen sind in Deutschland gebräuchlich, weisen jedoch hinsichtlich ihrer Struktur und der Haftungsrisiken unterschiedliche Merkmale auf.

Das Einzelunternehmen

Eine wichtige Ausnahme von dieser Kategorisierung ist das Einzelunternehmen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass in diesem Fall der Inhaber, sei es eine Privatperson oder ein Kaufmann, befugt ist, autonom zu entscheiden. Die Gesellschaft selbst besitzt keine Rechtspersönlichkeit und trägt daher die unbeschränkte Haftung sowie alle Steuern der Gesellschaft.

Infolge seiner Einfachheit ist das einzelne Unternehmen die vorherrschende Unternehmensform in Deutschland. Es sollte jedoch nur für Freiberufler und sehr kleine Unternehmen gewählt werden. Die Abkürzung e.K steht für „eingetragener Kaufmann“ oder „eingetragene Kauffrau“ und gibt Auskunft darüber, dass ein Einzelunternehmer über einen Eintrag in das deutsche Handelsregister verfügt. Lesen Sie hier alles Wissenswerte zu eingetragenen Kaufleuten.

Die GbR

Die GbR ist eine Gruppe von mindestens zwei Personen oder Unternehmen und besitzt keine Rechtspersönlichkeit. Sie wird nur für einen bestimmten Unternehmenszweck gegründet und verfällt nach dessen Erreichung. In dieser Zeit kann sie nicht als Unternehmen im engeren Sinne angesehen werden, da die Registrierung bei den Gewerbebehörden nicht vorgeschrieben ist. Die GbR ist eine gemeinsame Gesellschaftsform für die Zusammenarbeit von Freiberuflern oder Kleinunternehmen. Größere Unternehmen nutzen sie nur für temporäre Kooperationen und Joint Ventures.

Unternehmen

Wie funktioniert eine OHG?

Die OHG

Die OHG ist eine Personengesellschaft mehrerer Gesellschafter. Die Aufteilung des Kapitals sowie die Gewinne und Verluste sind vertraglich geregelt. Alle Aktionäre sind berechtigt, im Namen der Gesellschaft zu handeln, sie tragen jedoch auch die unbeschränkte Haftung. Die OHG ist die einfachste Gesellschaftsform in Deutschland, birgt aber auch erhebliche Risiken für die Aktionäre. Ein wesentlicher Vorteil der OHG ist das Fehlen einer Mindestanforderung an das Anfangskapital, die sie für Inhaber mit geringer Kapitalausstattung leicht zugänglich macht.

Die KG

Die KG, wie zum Beispiel die Dr. Oetker KG, besteht aus mehreren Aktionären, von denen nicht alle am operativen Geschäft beteiligt sind. Lediglich die geschäftsführenden Gesellschafter, die persönlich haftenden Gesellschafter, haften unbeschränkt, die übrigen Gesellschafter, auch Kommanditisten genannt, haften nur in Höhe ihrer Kapitaleinlage. Im Vergleich zur OHG reduziert diese Gesellschaftsform die Risiken für die Kommanditisten, überträgt diese aber gleichzeitig auf die persönlich haftenden Gesellschafter.

Die AG

Die AG ist eine Aktiengesellschaft. Ihre Vorteile sind die leichte Übertragbarkeit der Aktien und die Möglichkeit, das Unternehmen nicht nur durch Fremdkapital, sondern auch durch Eigenkapital zu finanzieren. Aktien einer AG, wie zum Beispiel die der deutschen Telekom AG, können entweder börsennotiert oder vertraglich übertragen werden. Im Gegensatz zu einer Personengesellschaft wird die AG von einem Vorstand geleitet, der vom Aufsichtsrat kontrolliert wird. Das Mindestkapital beträgt 50.000 EUR und der Gründungsprozess ist mit hohen Kosten verbunden. Daher wählen meist größere Unternehmen diese Unternehmensform.

Eine GmbH als Unternehmen hat bestimmte Anforderungen.

Bei einer GmbH ist ein Mindestkapital notwendig.

Die GmbH

Die mit Abstand häufigste Kapitalgesellschaft in Deutschland ist die GmbH. Dies ist auf die Beschränkung der Haftung der Aktionäre zurückzuführen. Die Mindestkapitalanforderung beträgt 25.000 EUR und kann in bar oder in Sachwerten eingezahlt werden. Daher ist die GmbH die bevorzugte Unternehmensform von mittelständischen Unternehmen und Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen.

Im Gegensatz zur AG besteht für einen Aufsichtsrat keine Verpflichtung und somit kann der Vorstandsvorsitzende mit Zustimmung der Aktionäre selbständig tätig werden. Großbanken sind in Deutschland in der Regel als börsennotierte Aktiengesellschaften eingetragen. Privatbanken werden jedoch meistens von den Inhabern als persönlich haftende Gesellschafter geführt werden, was bedeutet, dass hier der Bankier persönlich haftbar ist.

Die GmbH & Co. KG

Die GmbH & Co. KG ist eine Konstruktion zwischen GmbH und KG und eine Gesellschaftsform, die nur in Deutschland existiert. Diese Unternehmensform wird angewendet, um das Haftungsrisiko einer KG zu verringern, zum Beispiel bei dem Unternehmen Laverana GmbH & Co. KG. Dies geschieht durch die Ernennung einer GmbH zum Geschäftsführer der KG anstelle einer Einzelperson. Die Haftung der Gesellschafter wird entsprechend gemindert, da die GmbH mit beschränkter Haftung die unbeschränkte Haftung der KG trägt.

Die SE

Die SE, wie zum Beispiel die Allianz SE, ist eine europäische Gesellschaft mit einer weitgehend einheitlichen Rechtsgrundlage in allen Mitgliedsländern der Europäischen Union. Sie muss in einem Mitgliedstaat der EU niedergelassen sein und die Stiftung benötigt ein Mindestnennkapital von 120.000 EUR.

Welche Art von Unternehmen ist eine SE?

Buchführung ist Pflicht für jedes Unternehmen!

Die SE ermöglicht es europäischen Unternehmen, eine grenzüberschreitende juristische Person zu gründen und zu führen, das Geschäft in einer Holding zu konsolidieren und Tochtergesellschaften in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten auf einer einheitlichen Rechtsgrundlage zu gründen und zu betreiben. Diese Rechtsform erleichtert auch grenzüberschreitende Transaktionen. Die SE wird regelmäßig für grenzüberschreitende Fusionen und Stiftungen von Tochterunternehmen in einem EU-Mitgliedstaat verwendet, der sich vom Hauptsitz des Konzerns unterscheidet.

Größenklassen nach dem HGB

Das Handelsgesetzbuch (HGB) schreibt vor, dass alle Unternehmer Bücher führen müssen, die den deutschen Vorschriften entsprechen. Die Buchführung muss eine umfassende Aufzeichnung aller Transaktionen enthalten, die durch zugehörige Dokumentationen und Belege unterstützt werden, und den allgemein anerkannten Standards für das Führen von Aufzeichnungen entsprechen.

Für Kapitalgesellschaften enthält das HGB Berichtskategorien, die auf der Größe des Unternehmens basieren. Ein Unternehmen wird in eine der Größenklassen KleinstgesellschaftKleingesellschaft, mittelgroße Gesellschaft oder Großgesellschaft einbezogen, wenn es an zwei aufeinander folgenden Bilanzstichtagen zwei der drei Kriterien erfüllt. Zu den zugrunde gelegten Kriterien gehören die Bilanzsumme, die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer sowie die Umsatzerlöse des Unternehmens zwölf Monate vor Abschlussstichtag.

Kleinstgesellschaften können vereinfachte Bilanz-, Gewinn- und Verlustrechnungsklassifikationen anwenden. Darüber hinaus sind sie nicht verpflichtet, ihren Jahresabschluss zu veröffentlichen.
Kleingesellschaften müssen nur die Bilanz mit den Erläuterungen zum Jahresabschluss vorlegen. Mittelständische Unternehmen müssen lediglich eine vereinfachte Gewinn- und Verlustrechnung und einen vereinfachten Anhang zum Jahresabschluss erstellen.

Wie bilanzieren Unternehmen?

Je größer das Unternehmen, desto aufwendiger die Jahresbilanz.

Großunternehmen, zu denen auch börsennotierte Unternehmen gehören, müssen eine Bilanz, eine Gewinn – und Verlustrechnung sowie Erläuterungen zum Jahresabschluss erstellen, die die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben und die satzungsmäßigen Angaben enthalten, deren Zweck es ist, einzelne Posten im Jahresabschluss zu erläutern. Sie müssen außerdem einen detaillierten Lagebericht vorlegen, der die Entwicklung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens ausführlich beschreibt.

Was ist eine Aktiengesellschaft?

Eine Aktiengesellschaft ist eine Handelsgesellschaft. Sie zählt wie eine GmbH zu den Kapitalgesellschaften. Rechtlich gesehen ist eine AG eine sogenannte juristische Person mit einer eigenen Rechtspersönlichkeit. Das Grundkapital einer Aktiengesellschaft wird als Gesellschaftsvermögen bezeichnet und in Aktien aufgeteilt. Eine AG haftet gemäß den Vorschriften in § 1 des Aktiengesetzes nur mit diesem Gesellschaftsvermögen für die Verbindlichkeiten gegenüber ihren Gläubigern.

Wie wird eine Aktiengesellschaft gegründet?

Für die Gründung einer AG muss nach der Satzungserstellung ein Notar mitwirken. und von einem Notar mitwirken. Die Satzung ist der der Gesellschaftsvertrag des Unternehmens. Die Gründer der Aktiengesellschaft, der zukünftige Aufsichtsrat und der Vorstand müssen bei der notariellen Beurkundung anwesend sein. Die Satzung enthält unter anderen Angaben zum Sitz und Namen der AG, zur Höhe des Grundkapitals und des Nennbetrags der einzelnen Aktien. Außerdem impliziert er Angaben darüber, welche Art von Aktien – Namens- oder Inhaberaktien – ausgegeben werden soll.

Nach der Satzungsfeststellung müssen sich die Gründer verpflichten, alle Aktien zu übernehmen.

Für die Gründung einer Aktiengesellschaft ist ein bestimmtes Kapital nötig

Welches Mindestkapital braucht eine AG?

Das Mindestgrundkapital für die Gründung einer AG beträgt 50.000 Euro. Zum Notartermin muss zumindest ein Viertel des Grundkapitals auf ein Konto der Aktiengesellschaft eingezahlt worden sein. Danach wird der erste Aufsichtsrat bestellt. Diese Bestellung muss ebenfalls notariell beurkundet werden. Der Aufsichtsrat bestellt den ersten Vorstand der AG.

Mit der Feststellung der Satzung und der Übernahme der Aktien durch die Gründer ist die AG im Innenverhältnis gegründet. Abgeschlossen wird die Gründung durch die Eintragung ins Handelsregister. Die Aktiengesellschaft muss durch alle Gründer, die Vorstandsmitglieder und die Aufsichtsratsmitglieder für die Eintragung beim Handelsregister angemeldet werden. Die notariellen Urkunden über die Gründng müssen ebenfalls eingereicht werden. Die Unterlagen werden vom Registergericht geprüft. Mit der Eintragung ins Handelsregister ist die AG endgültig gegründet und eine eigene RechtspersönlichkeitLesen Sie hier mehr zum Thema „Rechtspersönlichkeit und juristische Personen.

Die Organe einer Aktiengesellschaft

Jede AG hat unabhängig von ihrer Größe oder dem Grundkapital drei Organe für die Geschäftsführung und die Kontrolle. Die Organe einer Aktiengesellschaft sind die Hauptversammlung, der Aufsichtsrat und der Vorstand.

Die Hauptversammlung einer AG

Die Hauptversammlung ist die einmal jährlich einberufene Vertretung der Aktionäre einer AG. In der Hauptversammlung können die Aktionäre ihre Rechte als Eigentümer des Unternehmens ausüben. Die Hauptversammlung muss mindestens einmal im Jahr durch den Vorstand einberufen werden. Bei außergewöhnlichen Ereignissen können darüber hinaus außerordentliche Hauptversammlung stattfinden. Bei der Hauptversammlung geht es in der Regel nicht um Entscheidungen über das operative Geschäft der AG. In

Wer verantwortet welchen Bereich in einer Aktiengesellschaft?

Wie ist die Hauptversammlung aufgebaut?

der Hauptversammlung werden organisatorische Entscheidungen über Kapitalerhöhungen oder –herabsetzungen, die Besetzung des Aufsichtsrates sowie über die Gewinnverwendung getroffen.

Der Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft

Die Aufgaben des Aufsichtsrates sind folgende: Bestellung und Abberufung des Vorstandes sowie Kontrolle des Vorstandes und die Bestimmung des Abschlussprüfers für den Jahresabschluss. Darüber hinaus vertritt der Aufsichtsrat die Gesellschaft gegenüber dem Vorstand. Der Aufsichtsrat einer AG muss aus mindestens drei Mitgliedern bestehen. Die Hauptversammlung wählt diesen Aufsichtsrat. Um der Kontrollfunktion nachkommen zu können, haben die Aufsichtsratsmitglieder zu jeder Zeit Zugang zu den Geschäftsbüchern der Aktiengesellschaft.

Der Vorstand einer Aktiengesellschaft

Der Vorstand ist die Geschäftsführung einer AG. Ein Vorstand leitet das operative Geschäft der AG eigenverantwortlich, selbstständig und unabhängig von Weisungen der Hauptversammlung oder des Aufsichtsrates. Er besteht in der Regel aus mehreren Personen. Diese werden als Vorstandsmitglieder bezeichnet. Nur der Vorstand einer AG hat gemäß § 76 Abs.AktG Geschäftsführungsbefugnis und vertritt die Gesellschaft nach außen. Die sogenannte Vertretungsbefugnis ist grundsätzlich unbeschränkt, aber nur als Gesamtvertretungsbefugnis wirksam. Das bedeutet: Ein einzelnes Vorstandsmitglied kann die Gesellschaft nur wirksam nach außen vertreten, wenn eine Einzelvertretungsbefugnis in der Satzung bestimmt ist.

Bei Aktiengesellschaften mit einem Grundkapital von mehr als 3 Millionen Euro muss der Vorstand aus mindestens zwei Personen bestehen. Ausnahmen von dieser Vorschrift sind nur möglich, wenn in der Satzung der AG bestimmt ist, dass nur eine Person dem Vorstand angehört. Durch die Vergabe von Titeln wie beispielsweise „Finanzvorstand“ oder „Entwicklungsvorstand“ können die Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder deutlich gemacht werden. Diese Titel sind nicht rechtlich geregelt. Das Aktiengesetz kennt nur die Bezeichnungen „Vorstandsmitglieder“ und „Vorstand“. Vor allem größere Aktiengesellschaften bestimmen neben den übrigen Vorstandsmitgliedern oft einen Vorstandsvorsitzenden, auch als „Vorstandssprecher“ oder „Chief Executive Officer„, abgekürzt CEO, bezeichnet. Der Aufsichtsrat bestimmt den Vorstandsvorsitzenden. Die Befugnisse des CEO werden im Allgemeinen in der Satzung der AG geregelt.

Wie wird man als Investor Aktionär?

Die Aktien von börsennotierten Aktiengesellschaften können über die Hausbank oder einen Online Broker an den Börsenhandelstagen gekauft und verkauft werden. Die Aktien nicht börsennotierter Gesellschaften werden von Maklern oder auf speziellen Marktplätzen außerhalb der Börse gehandelt. Bei einem Unternehmenskauf erwerben Investoren die Gesellschaftsanteile einer AG in der Regel nach einer Due Dilligence Prüfung.

Wann wird an der Börse gehandelt?

Due Dilligence bei börsennotierten Unternehmen

Für die Due Dilligence Prüfung werden Geschäftsunterlagen der Gesellschaft in einem Datenraum mit strengen Zugangskontrollen für eine Prüfung durch die Investoren zur Verfügung gestellt. Bei einem Unternehmensverkauf können somit die Aktien einer AG ohne eine zwischengeschaltete Börse oder einen anderen Marktplatz an den Käufer übergehen.

Wie wird aus einer AG eine börsennotierte Aktiengesellschaft?

Der Börsengang einer Aktiengesellschaft wird als „Stock Market Launch oder Going Public“ bezeichnet. Dieser ist mit strengen Auflagen verbunden. Die AG muss über ein haftendes Kapital in Höhe von mindestens 730.000 Euro verfügen. Die Abwicklung des Börsengangs erfolgt durch eine oder mehrere damit beauftragte Banken. Die Banken benötigen verschiedene Informationen über die wirtschaftliche Situation der AG sowie über die Ziele des Unternehmens. Die Banken führen in der Regel eine Due Dilligence Prüfung durch.

Sie erstellen den Verkaufsprospekt und legen gemeinsam mit den Eigentümern einen Preis fest, zu dem die Aktien ausgegeben werden sollen. Die Banken suchen bereits im Vorfeld des Börsengangs nach Interessenten, die an einem Aktienkauf interessiert sind. Insgesamt ist der Börsengang ein etwa ein Jahr dauernder Prozess, der mit hohen Kosten verbunden ist. Im Allgemeinen gilt, dass sich der Börsengang für eine Aktiengesellschaft erst lohnt, wenn das Kapital der Gesellschaft mindestens 200 Millionen Euro beträgt.

Haftung der Aktionäre einer AG

Die Aktionäre einer Aktiengesellschaft haften gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft grundsätzlich nur mit dem Wert ihrer Aktien. Der Vorteil ist, dass das Privatvermögen eines Aktionärs vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt ist. Das Risiko für die Anteilseigner ist gering und kalkulierbar. Nur in Ausnahmefällen kommt es zu einer sogenannten Durchgriffshaftung. Bei der Durchgriffshaftung wird auch das Privatvermögen der Aktionäre für die Befriedigung der Gläubigeransprüche herangezogen. Dies ist möglicherweise der Fall, wenn beispielsweise das Vermögen der Gesellschafter und das Vermögen der Gesellschaft auf unzulässige Weise vermischt wird Auch die missbräuchliche Verwendung der Rechtsform AG  führt dazu.

Haftung von Vorstand und Aufsichtsrat einer AG

Für die Vorstandsmitglieder einer AG gelten strenge Haftungsregelungen. Eventuelle Haftungsansprüche gegenüber dem Vorstand müssen vom Aufsichtsrat durchgesetzt werden. Grundlage für die Haftung des Vorstandes ist die sogenannte Sorgfaltspflicht. Die Sorgfaltspflicht betrifft insbesondere den Umgang mit den Einlagen der Aktionäre und die Vorgabe, zum Wohle des Unternehmens zu handeln. Darüber hinaus ist der Vorstand für die Einhaltung der Publizitätspflicht und bei börsennotierten Aktiengesellschaften für die rechtzeitige Veröffentlichung von kursrelevanten Informationen verantwortlich. Haftungsansprüche entstehen nur bei vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Verstößen gegen die Sorgfaltspflicht.

Welche Aufgaben hat der Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft?

Wer haftet?

Der Aufsichtsrat einer AG haftet bei schuldhaftem Verhalten gegenüber den Anteilseignern und gegenüber der Gesellschaft sowie gegenüber Dritten, falls diese von einem schuldhaften Handeln des Aufsichtsrates betroffen sind.

Wie besteuert man AG’s?

Eine Aktiengesellschaft ist gemäß den Vorschriften in § 1 Abs.1 KStG (Körperschaftssteuergesetz) als juristische Person selbst ein sogenanntes Steuersubjekt. Das Einkommen einer AG unterliegt daher der Körperschaftsteuer, der Umsatzsteuer, der Gewerbe- und Kapitalertragssteuer sowie dem Solidaritätszuschlag. Grundlage für die Besteuerung ist der in der Handels- und Steuerbilanz ermittelte Gewinn der Aktiengesellschaft.

Werden Gewinne der Aktiengesellschaft an die Aktionäre ausgeschüttet, unterliegen diese Gewinne bei natürlichen Personen gemäß § 20 Abs. 1 EStG (Einkommensteuergesetz) als Einnahmen aus Kapitalvermögen der Einkommensteuer, oder, wenn eine andere Kapitalgesellschaft Aktionär ist, der Körperschaftsteuer.

Welche Vor- und Nachteile hat eine Aktiengesellschaft?

Welche Vor- und Nachteile bietet eine Aktiengesellschaft?

Mehr als eine halbe Million Aktiengesellschaften gibt es in Deutschland

Einerseits stellt das für die Gründung einer Aktiengesellschaft erforderlichen Grundkapital in Höhe von 50.000 Euro für viele Gründer eine sehr hohe Hürde dar. Andererseits ist die Höhe des haftenden Kapitals ein Grund dafür, warum Aktiengesellschaft eine höhere Reputation genießen als beispielsweise GmbHs. Aktiengesellschaften haben im Allgemeinen einen leichteren Zugang zu den Kapitalmärkten um Kapital zu beschaffen. Demgegenüber stehen wiederum strenge steuerrechtliche Vorgaben sowie rechtliche und organisatorische Verpflichtungen, deren Einhaltung streng kontrolliert wird und deren Missachtung zu empfindlichen Strafen führen kann.

Wie viele Aktiengesellschaften gibt es in Deutschland?

Laut einer Statistik des Statistischen Bundesamtes gab es im Jahr 2017 in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt und 720.000 Kapitalgesellschaften. Darunter mehr als 700.000 GmbHs und sonstige Kapitalgesellschaften (KGaA, SE) und etwas mehr als 12.000 Aktiengesellschaften. Von den insgesamt 3,48 Millionen Unternehmen in Deutschland waren 2017 Einzelunternehmen mit rund 2,15 Millionen Betrieben die häufigste Rechtsform. Obwohl die Aktiengesellschaft eine relativ selten gewählte Gesellschaftsform ist, sind dafür fast alle großen deutschen Konzerne börsennotierte Aktiengesellschaften.

Goldene Bilanzregel

Die goldene Bilanzregel bezeichnet den Finanzierungsgrundsatz, durch den das Anlagevermögen Ihres Unternehmens durch längerfristig gebundenes Kapital gedeckt wird. Im Gegensatz hierzu kann das Umlaufvermögen auch durch kurzfristiges Kapital wie beispielsweise Kredite finanziert werden kann.

Aussage der Regel

Dabei geht diese goldene Regel der Bilanz so weit, dass sie eine Übereinstimmung der jeweiligen Laufzeiten fordert. Das bedeutet für Sie, dass Ihr Anlagevermögen, zu dem neben den allgemeinen Gegenständen auch der Datenraum – hierbei handelt es sich um einen geschützten Raum, in dem auf Servern alle Daten Ihres Unternehmens gesichert und Ihren Kunden zur Verfügung gestellt werden – gehört, durch Eigenkapital gedeckt bzw. finanziert wird. Und das über einen möglichst langen Zeitraum.

Ist dies der Fall, so steht Ihr Unternehmen erst einmal aus bilanzieller Sicht gut da. Eine Garantie für den Erfolg oder die Liquidität ist die Einhaltung dieser Regel jedoch nicht, da diese beiden Punkte immer von weiteren Aspekten abhängig sind. So werden die Fristen des gebundenen Kapitals nicht durch die Bilanz erfasst und abgebildet. Auch spielt das verhalten Ihrer Kunden und Lieferanten hierbei eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Einordnung in die Finanzierungsregeln

Die Liquidität eines Unternehmens lässt sich darstellen

Die goldene Bilanzregel ist eine sogenannte horizontale Finanzierungsregel. Dabei wird sie bilanziell präziser dargestellt. Wie bereits erwähnt, besagt die Regel, dass das Eigenkapital das Anlagevermögen decken soll. Im weitergehenden Sinne kann jedoch auch verstanden werden, dass das Anlagevermögen durch Fremdkapital mit langer Bindung gedeckt sein kann.

Bei einer noch weiter auflockernden Betrachtungsweise kann die Regel sogar so definiert und verstanden werden, dass neben dem Anlagevermögen auch das auf Dauer gebundene Umlaufvermögen, die sogenannte eiserne Reserve, hiervon erfasst wird. Daraus folgt, dass Gegenstände des Umlaufvermögens, die nicht dauernd gebunden sind, durch kurzfristiges Kapital zu finanzieren sind.

Allerdings handelt es sich hierbei weniger um eine Bilanzregel sondern vielmehr um eine Finanzierungsregel. Diese besagt, dass langfristig gebundenes Kapital auch langfristig finanziert werden soll, während die Mittel zur kurzfristigen Finanzierung auch nur kurzfristig gebunden sein sollen. Hier spielt das Prinzip der Fristenkongruenz zwischen Mittelverwendung und Mittelherkunft eine entscheidende Rolle.

Bedeutung

Auch wenn die praktische Bedeutung der horizontalen Regeln zur Finanzierung ihre Grenzen hat, so bietet sie Ihnen in der Bilanz sehr gute Möglichkeiten, die Liquidität Ihres Unternehmens aufgrund der vorhandenen Kapital– und Vermögensstruktur auf mittel- und langfristige Zeiten darzustellen und auch zu zeigen, wie lange Sie in der Lage sind, diese auch aufrecht zu erhalten.

Wenn Sie diese Regeln einhalten, so haben Sie gute Chancen, das finanzielle Gleichgewicht auch in Zukunft aufrecht zu erhalten. Beachten Sie jedoch nicht nur die langfristigen Bereiche. Sie können Ihre Liquidität grundsätzlich nur dann aufrecht erhalten, wenn Sie auch die kurzfristigen Verbindlichkeiten nicht aus dem Auge verlieren und so jederzeit in der Lage sind, Ihren kurzfristigen Verbindlichkeiten auch nachzukommen.

Wie Sie sehen reicht es nicht, sich nur mit der goldenen Bilanzregel zu beschäftigen. In diesem Zusammenhang ist auch immer die goldene Finanzierungsregel zu sehen. Diese beiden stehen in einer absoluten Abhängigkeit voneinander.

Horizontale Kapital- / Vermögensstrukturregel

Bilanzregel

Die goldene Bilanzregel

Die horizontale Kapital- bzwVermögensstrukturregel beinhaltet die Vorstellung über die fristenmäßigen Abstufungen und Zuordnungen in der Bilanz. Danach sollen langfristige Vermögensteile auf der Aktivseite entsprechend langfristiger Passiva zugeordnet sein bzw. denen gleich stehen. Dies soll bei kurzfristigen Positionen analog angewendet werden.

Hiervon ist die goldene Bilanzregel nicht erfasst. Diese zielt auf die bestehende Gliederung der Bilanz an sich in Bezug auf Aktiva und Passiva. In der Bilanz entscheidet die zeitliche Komponente darüber, ob eine Position der Aktiv- oder Passivseite zugeordnet wird. Somit kann die Forderung der Regel, dass den Aktiva entsprechende Passiva zugeordnet werden, auch mit bilanziellen Begriffen umschrieben und umgesetzt werden. Allerdings sollten Sie hierbei immer berücksichtigen, dass Fälligkeitstermine in der Bilanz grundsätzlich ungenau sind.

Fristenkongruenz – Anwendung der goldenen Bilanzregel

Die goldene Bilanzregel findet vor allem in Verbindung mit einer Fristenkongruenz in der Finanzierung praktische Bedeutung und Anwendung analog zum Anlagedeckungsgrad. Demnach ist das Anlagevermögen langfristig und das Umlaufvermögen kurzfristig zu finanzieren. Hier können Sie jedoch nur beschränkte Informationen sammeln, da eine Bilanz sich immer auf die Vergangenheit bezieht und Sie diese Werte nicht für die Zukunft übertragen können.

Des Weiteren ist zu beachten, dass auch Teile des Anlagevermögens kurzfristig ohne oder nur mit geringem Verlust aufgelöst werden können bzw. liquide gemacht werden. Hierzu zählen vor allem börsennotierte Wertpapiere. Diese Tatsache gilt auch in umgekehrter Folge für das Umlaufvermögen. Dies ist für externe in der Regel nicht ersichtlich.

Daraus folgt, dass die goldene Bilanzregel nur eine tendenzielle Aussagekraft in Bezug auf die jeweilige Finanzierung bietet.

Working Capital – wichtiges Element der Bilanzierung in Unternehmen

Hinter dem Begriff des Working Capital verbirgt sich der Geldwert, der sich aus dem Umlaufvermögen nach dem Abzug der kurzfristigen Verbindlichkeiten ergibt. In einem gesunden Unternehmen ist der Kapitalbetrag positiv. Sollte er in den negativen Zahlenraum rutschen, ist es wichtig, dass Sie als Unternehmer dagegen steuern. Andernfalls kann es zu Problemen mit der Liquidität und damit mit Ihrer Zahlungsfähigkeit kommen.

Auf der anderen Seite darf das Kapital jedoch auch nicht zu hoch sein. In diesem Fall wird die Bindung an das kurzfristige Vermögen zu stark beeinflusst, was ebenfalls eine negative Bilanz zur Folge haben kann. Dies sollten Sie in Bezug auf die Planung im Datenraum berücksichtigen.

Working Capital richtig berechnen

Working Capital

Das Working Capital muss man richtig berechnen

In der Finanzwelt ist es wichtig, das Working Capital zu berechnen. Grundsätzlich handelt es sich um Kapital, das zur Verfügung steht und nicht von einer Bank oder im Rahmen einer Beteiligung erworben wird. Im deutschen Sprachgebrauch bezeichnet man es auch gern als Betriebskapital. Jedes Unternehmen verfügt über einen gewissen Anteil an Kapital, das für Investitionen und für die Begleichung von kurzfristigen Außenständen zur Verfügung steht. Dieses wird auch als Umlaufkapital bezeichnet. Aus diesem Umlaufkapital kann das Working Capital berechnet werden. Die Formel lautet:

Working Capital = Umlaufvermögen – kurzfristige Verbindlichkeiten

Zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten werden verschiedene Posten hinzugezählt. Dazu gehören Kredite, Kosten für WarenlieferungenLohnkosten für Mitarbeiter, aber auch Zins- oder Mietzahlungen. Weitere kurzfristige Verbindlichkeiten können auch für Zwischenfinanzierungen entstehen, die notwendig werden, weil das zur Verfügung stehende Umlaufvermögen nicht ausreicht.

Indiz für die Liquidität eines Unternehmens

Aus dem Working Capital kann man Schlüsse in Bezug auf die Liquidität eines Unternehmens ziehen. Wenn in einem Geschäftsjahr laufend Kapital vorhanden ist, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten zu bedienen, wirkt sich dies auf die Beurteilung der Liquidität positiv aus. Aus diesem Grund wird das Vorhandensein von positivem Working Capital als Indiz für eine gute Liquidität gesehen. Dies bedeutet, dass das Unternehmen zahlungsfähig ist.

Wenn das für die Begleichung kurzfristiger Verbindlichkeiten zur Verfügung stehende Kapital negativ ist, sollte das Unternehmen dringend an einer Optimierung arbeiten. Es droht eine Zahlungsunfähigkeit, die, wenn das Unternehmen nicht zeitig gegensteuert, in einer Insolvenz enden kann. Ist keine oder nur noch eine eingeschränkte Liquidität vorhanden, muss das Unternehmen kurzfristige Kredite aufnehmen, um die Verbindlichkeiten zu bedienen. Kredite sind mit Zinsen belegt, die zusätzliche Kosten verursachen. Bleibt die Begleichung offener Rechnungen durch einen Kunden aus, kann dies bereits innerhalb einer sehr kurzen Zeit zu Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens führen.

Probleme bei zu hohen Überschüssen

Zu hohe Überschüsse können sich negativ auswirken

Grundsätzlich werden Überschüsse, die sich aus den Einnahmen nach dem Abzug aller Verbindlichkeiten ergeben, in der Bilanz eines Unternehmens positiv gewertet. Ist jedoch das Working Capital zu hoch, kann sich dies negativ auf die Liquidität auswirken. Der Hintergrund ist eine hohe Bindung an das kurzfristig zur Verfügung stehende Vermögen. Da die Liquidität eines Unternehmens in einer sehr starken Wechselbeziehung zu dem Working Capital steht, ist eine negative Wertung von zu hohen Posten möglich.

Der Hintergrund liegt darin, dass das kurzfristige Vermögen in der Regel nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung steht. Das Unternehmen baut auf diese Rücklagen, in der Annahme, die Verbindlichkeiten dauerhaft aus diesem Vermögen bedienen zu können. In der Wirtschaft kann es aber schnell passieren, dass sich dieses Verhältnis umkehrt. Hat das Unternehmen auf das Working Capital gebaut und ist dieses nun nicht mehr vorhanden, etwa weil hohe kurzfristige Verbindlichkeiten zu begleichen waren oder das Unternehmen Zahlungsausfälle von Kunden oder anderen Firmen ausgleichen muss, können Zahlungsschwierigkeiten auftreten.

Wenn es nicht möglich ist, diese Zahlungsschwierigkeiten durch kurzfristige Kredite auszugleichen, sind Verbindlichkeiten offen und die Liquidität des Unternehmens sinkt. In der Folge kann auch die Bonität sinken, was wirtschaftliche Handlungen am Markt erschwert oder sogar unmöglich werden lässt.

Bilanzposten zur Ermittlung des Working Capitals

Um eine Aufstellung des Working Capitals zu ermöglichen und sich einen Überblick über den finanziellen Spielraum des Unternehmens zu schaffen, werden in der Bilanzierung verschiedene Posten gegenüber gestellt. Bilanzposten, die zur Ermittlung des Working Capitals herangezogen werden, können sein:

  • offene Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen
  • kurzfristig zu begleichende Forderungen, beispielsweise aus der Umsatzsteuer
  • offene Verbindlichkeiten aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen
  • kurzfristige Verbindlichkeiten aus Steuerzahlungen oder ähnlichen offenen Posten

Die einzelnen Posten unterscheiden sich abhängig von der Ausrichtung des Unternehmens.

Senkung des Working Capitals

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, das Working Capital zu senken

Da man ein zu hohes Kapital im Umkehrschluss als negativ bewerten kann, suchen Unternehmen nach Möglichkeiten, das Working Capital zu senken. Es gibt eine Vielzahl an Optionen, die zur Senkung beitragen können, ohne dass sich das Unternehmen dem Finanzamt gegenüber erklären muss. Dazu gehören unter anderem:

  • Verhandlung längerer Zahlungsziele mit den Lieferanten
  • Senken der Forderungen durch ein intelligentes Mahnwesen, durch Factoring oder kürzere Zahlungsziele
  • Optimierung der Vorräte, die in ihrem Wert in der Bilanz aufgeführt werden

Wichtig ist für jedes Unternehmen, das Betriebsvermögen ständig zu strukturieren und optimieren. Da die Liquidität und damit auch die Bonität eines Unternehmens wichtige Grundlagen für die Wirtschaftlichkeit und die Wirtschaftsfähigkeit eines Unternehmens darstellen, sollten Sie als Unternehmer darauf achten, dass sich das Working Capital immer in einem Rahmen bewegt, der in einer Überprüfung als positiv bewertet wird. Dies stellt eine der wichtigsten Grundlagen für Ihren unternehmerischen Erfolg dar.