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Management Buyout

GmbH oder AG: Welche Gesellschaftsform für Gründer?

Planen Sie die Gründung eines Unternehmens, spielt die Wahl der richtigen Gesellschaftsform bereits vor der eigentlichen Geschäftseröffnung eine primäre Rolle. Ob Sie eine Aktiengesellschaft oder eine GmbH gründen, müssen Sie bereits auf der Anmeldung beim Finanzamt und beim Gewerbeamt angeben. Die Entscheidung treffen Sie nicht eigenständig, sondern sind bei der Wahl zwischen GmbH und AG an gesetzliche Vorgaben gebunden.

AG und GmbH: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

unterschiede zwischen gmbh und agDie AG und die GmbH haben einige Gemeinsamkeiten, sind aber von noch mehr Unterschieden geprägt. In beiden Fällen handelt es sich um rechtskräftige Gesellschaftsformen, die Ihre Haftung als Startup und Unternehmer regeln und Organe des Unternehmens regeln. Beide Unternehmensformen sind Kapitalgesellschaften. Der wichtigste und größte Unterschied zeigt sich in der Aufwendung des Stammkapitals. Bei einer GmbH müssen Sie 25.000 Euro Grundkapital vorhalten, während Sie als AG den doppelten Finanzaufwand von 50.000 Euro Stammkapital nachweisen müssen.

Ebenso ergeben sich gravierende Unterschiede in der Übertragung von Firmenanteilen. Aktien sind formlos übertragbar, während die Änderung der Firmenanteile einer GmbH einer notariellen Beurkundung bedarf. Die AG ist unabhängiger von Eigentümern, während GmbH Gründer in bestimmten Fällen auch mit ihrem Privatvermögen haften.

Welche Gesellschaftsform bei welchen Voraussetzungen?

unterschiede zwischen gmbh und agDie Entscheidung zwischen der GmbH und AG wird in erster Linie über das vorhandene Kapital getroffen. Wenn Sie die 50.000 Euro für die AG Gründung nicht haben, bleibt Ihnen primär die GmbH. Aber auch der Gründungsaufwand und die Gründungskosten sollten ins Augenmerk genommen werden. Eine AG gründen ist weitaus zeit- und kostenintensiver als ein GmbH Startup. Ein weiterer Aspekt beruht auf den strengen Regeln, die im Falle einer AG enger gefasst sind. Dies ergibt sich aus den Gesetzen am Aktienmarkt, die in der AG Gründung Einfluss nehmen und eingehalten werden müssen.

Im Endeffekt sollten Sie sich vor der Firmengründung rechtlichen Rat einholen oder die Steuerberatung aufsuchen, um Tipps für die zu Ihnen passende Gesellschaftsform zu erhalten und die formellen Angelegenheiten zur Gründung rechtssicher und korrekt abzuwickeln. Möchten Sie keinen mindestens 3-köpfigen Aufsichtsrat bestimmen, kommt eine AG nicht in Frage. Gleiches gilt auch, wenn Sie für Ihr Unternehmen keine explizite Satzung erschaffen möchten.

Voraussetzungen und Haftung der GmbH

Die Gründung einer GmbH ist einfacher und erfordert ein geringeres Stammkapital. Sie benötigen keine Satzung und müssen Firmenanteile nicht notariell beurkunden lassen. Weiter ist es nicht nötig, einen Aufsichtsrat zu benennen und mindestens 4 Mal pro Jahr Sitzungen abzuhalten. Als GmbH Vorstand kann in einigen Fällen die Durchgriffshaftung gelten, was eine Haftung mit Ihrem Privatvermögen einschließt. Bei Verletzung der Sorgfaltspflicht kann sich die Gesellschaftsform GmbH als riskante und nachteilige Entscheidung erweisen. Die neue Kapitalaufnahme kann Sie vor einige Hürden und Herausforderungen stellen.

Voraussetzungen und Haftung der AG

Eine AG gründen Sie mit 50.000 Euro Stammkapital und notarieller Beurkundung. Der Gründungsaufwand ist höher, Ihre Sorgfaltspflicht ist größer und Sie müssen mit hohen Beträgen in Vorleistung gehen. Als AG genießen Sie ein sehr hohes Ansehen und haben es einfach, neues Kapital zu generieren oder die bestehenden Firmenanteile in Form von Aktien formlos zu übertragen. Sie haften nicht mit Ihrem Privatvermögen, sondern beschränken sich haftungsrechtlich primär auf das Kapital des Unternehmens. Der hohe Verwaltungsaufwand begründet sich im Aktiengesetz, dem Sie als Gesellschafter der AG unterliegen.

Orientieren Sie sich bei der Entscheidung zwischen der GmbH und der Aktiengesellschaft an Ihren unternehmerischen Zielen. Wählen Sie die Gesellschaftsform, die strukturell und verwaltungsrechtlich am besten zur Firma passt.

BWL-Artikel

Die Gewinnverteilung in einer GmbH: So funktioniert sie richtig!

Auch, wenn die Verteilung von Gewinnen grundsätzlich etwas angenehmes ist, ist die Gewinnverteilung bei einer GmbH für viele Beteiligte ein leidiges Thema. Das liegt häufig an fehlendem Wissen, falschen Annahmen oder einer grundsätzlich falschen Herangehensweise an das Thema. Die Fehlerkette beginnt oftmals bereits mit der Dokumentation der Vermögenslage im Rahmen der GmbH. Insbesondere, wenn kein Datenraum zur zentralen Verwaltung von Unterlagen und Dokumenten existiert, kann sich die Sichtung der notwendigen Unterlagen und folgerichtig auch die Ermittlung der Vermögenslage der GmbH schwieriger als gedacht darstellen. Wie also funktioniert die Gewinnverteilung bei einer GmbH von Anfang an richtig?

Grundsätzliches sollte zunächst klar gestellt sein. Die Anteilseigner einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) nennen sich Gesellschafter und haben prinzipiell nach Abschluss des Geschäftsjahres einen Anspruch auf die Verteilung angefallener Gewinne. Somit wird die erste Voraussetzung für die Gewinnverteilung deutlich: Es müssen durch einen erwirtschafteten Gewinn schwarze Zahlen vorliegen. Des Weiteren muss eine GmbH einen Vertrag, den sogenannten Gesellschaftervertrag, zugrunde liegen haben. Hierin wird auch die Gewinnverteilung geregelt. Lesen Sie hier alles zum Gesellschaftsvertrag.

Die übliche Regelung, die auch greift, wenn kein entsprechender Passus inkludiert ist, sieht vor, dass man alle Gesellschafter im Verhältnis zu den von ihnen gehaltenen Anteilen an der Gewinnverteilung beteiligt. Nur, wenn diese anderweitig geregelt ist, greift die vertraglich festgehaltene Regelung. Dies ist regelmäßig dann der Fall, wenn zum Beispiel im laufenden Jahr Zahlungen geflossen sind. Passieren kann das in Form eines Gehalts an den Geschäftsführer. Ebenfalls möglich ist, dass Gesellschafter mehr als nur Geld eingebracht haben. Zum Beispiel sind eine bestimmte Expertise oder Geschäftskontakte solche Gründe, die einen höheren Gewinnanteil ausmacht, rechtfertigen.

Freie Verfügung über den Gewinn

GmbH Gewinnverteilung

Wie genau wird der Gewinn verteilt?

Üblicherweise ist der Abschluss eines Geschäftsjahres der Zeitpunkt für die Verteilung von Gewinnen in einer GmbH. Das ist jedoch nicht in Stein gemeißelt, denn die Gesellschafterversammlung darf diesen Zeitpunkt auch anders beschließen. Hierfür bedarf es lediglich eines wirksamen gemeinsamen Beschlusses der Gesellschafter. Ein solcher Beschluss kann auch die Höhe der Ausschüttung festlegen, eine Mindestsumme oder lediglich eine teilweise Auszahlung beschließen. Die Gesellschafterversammlung ist somit ein zentrales Institut einer GmbH.

Während die Gesellschafter über die Gewinne und die Gewinnverteilung frei verfügen können, gilt dies ausdrücklich nicht für das eingezahlte Stammkapital. Dieses muss erhalten bleiben und kann somit nicht im Rahmen der Gewinnverteilung ausgezahlt werden. Den Gesellschaftern sind diesbezüglich die Hände per Gesetz gebunden. Eine Besonderheit mit Blick auf das Stammkapital ergibt sich bei der sogenannten Mini-GmbH. Die Gründung funktioniert bereits mit einem Euro Stammkapital. Somit ist es denkbar, den kompletten Gewinn auszuzahlen. Es ist jedoch gesetzlich so vorgesehen, dass bei einer Mini-GmbH lediglich 75 Prozent des Gewinns verteilt sein dürfen, bis das Stammkapital eine Höhe von 25.000 Euro erreicht hat. Ab diesem Zeitpunkt, wenn die Mini-GmbH zu einer vollen GmbH erwachsen ist, dürfen 100 Prozent der Gewinne in die Gewinnverteilung fließen.

Wer sich selbst mit den Regelungen zur Gewinnverwendung und dem Schutz des Stammkapitals auseinandersetzen möchte, kann hierfür in das spezielle GmbH-Gesetz (üblicherweise an das BGB angehängt) blicken und insbesondere einen Blick auf die Paragraphen 29 und 30 des GmbH-Gesetzes werfen.

Ergebnisverwendung

GmbH Gewinnverteilung

Überschuss oder Verlustvortrag?

Die Ergebnisverwendung ist es dann, die die Gewinnverteilung letztendlich regelt. Entstand ein Überschuss, kann man dieser nach den zuvor erläuterten Regeln verteilen. Gibt es einen bestehenden Gewinnvortrag, muss  man den Überschuss selbstverständlich zuvor um diesen aufstocken. Gab es hingegen einen Verlustvortrag, wird dieser vom Überschuss abgezogen. Selbstverständlich gilt auch danach die Regelung, dass nicht zwingend der ganze Überschuss in die Gewinnverteilung fließen muss, sondern Individualabreden im Gesellschaftervertrag oder der Gesellschafterversammlung Vorrang genießen. Das ist zum Beispiel dann häufig der Fall, wenn ein Gewinnvortrag festgesetzt oder sich Rücklagen bilden sollen.

Die Gewinnverteilung behindern kann nun in der Regel nur noch wenig. Der Erhalt der Grundlagen kann so ein Hindernis sein. Wie zuvor bereits beschrieben, kann dies der Fall sein, wenn die Gewinnverteilung das Stammkapital angreifen würde. Dies ist nicht zulässig und würde somit die Gewinnverteilung verhindern. Nur unter der Voraussetzung, dass sich das Stammkapital über die nötige Höhe hinaus durch Nachschüsse erhöht hat und dieses dadurch höher als gesetzlich vorgeschrieben ist, sind Auszahlungen die das Stammkapital mindern, zulässig. Jedoch wiederum nur bis zu den gesetzlich vorgeschriebenen 25.000 Euro.

Was versteht man unter „inkongruenter Gewinnverteilung„?

Dieser Sonderfall beschreibt den bereits angesprochenen Zustand. Hier findet die Verteilung der Gewinne einer GmbH nicht kongruent mit den jeweiligen Anteilen der Gesellschafter statt. Dies ist nicht der vom Gesetz vorhergesehene Modus, wie der Paragraph 29 des GmbH-Gesetzes aufzeigt, er ist jedoch zulässig bzw. er kann wirksam vereinbart werden. Im Gesellschaftsvertrag oder im Rahmen der Gesellschafterversammlung kann eine solche Art der Gewinnverteilung vereinbart werden. Dadurch kann ein Gesellschafter seine Eigenkapitalrentabilität selbstverständlich massiv erhöhen. Hält ein Gesellschafter zum Beispiel nur rund ein Viertel der Anteile, erhält jedoch die Hälfte der Gewinne. Dafür verdoppelt sich seine Rentabilität. Wie bereits erläutert, ist dies üblicherweise dann der Fall, wenn es weitere Einbringungen nicht-finanzieller Art durch einen Gesellschafter gibt und dieser somit besonders zum Erfolg beigetragen hat. Auch das Ausscheiden eines anderen Gesellschafter kann zu einer inkongruenten Gewinnverteilung führen.

Achtung: Keine inkongruente Verteilung ohne entsprechende Regelung

Gewinnverteilung GmbH

Die Gewinnverteilung ist klar geregelt

Grundsätzlich bietet die GmbH und das zugrunde liegenden GmbH-Gesetz viele Flexibilitäten. Diese Enden aber an den Grenzen zu anderen Gesetzen. Entscheiden sich Gesellschafter ohne entsprechenden Vertrag und Beschluss für eine Gewinnverteilung entgegen der üblichen Regelungen, riskieren Sie es, bei einer Prüfung vom Finanzamt Probleme keine Anerkennung für die Verteilung zu erhalten.

Die Gewinnverteilung bei einer GmbH ist also nicht so kompliziert ,wie es häufig erscheint, es bedarf lediglich einer guten Planung, Dokumentation und Vorbereitung durch die Gesellschafter.

Was ist eine GmbH?

Bei einer GmbH handelt es sich um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die eine der gängigsten Formen der Kapitalgesellschaft darstellt. Diese Art der Kapitalgesellschaft existiert in Deutschland seit dem Jahr 1892. Man kann sie mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro gründen.

Geschichte der GmbH

Das Konzept der Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) wurde erstmals in Deutschland am 20. April 1892 eingeführt. Nach der Einführung dieser Gesellschaftsform in Deutschland breitete sich das Konzept innerhalb kürzester Zeit in der gesamten Welt aus. Österreich war im Jahr 1906 das erste Land nach Deutschland, welches das Konzept der GmbH adaptierte und in seine Rechtsform integrierte. Zum 1. November 2008 wurde mit dem sogenannten „Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen“ eine neue Art der GmbH mit kleinerem Stammkapital eingeführt, für die einige Sonderregelungen gelten und die umgangssprachlich auch „Mini-GmbH“ genannt wird.

Wie kann man eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gründen?

Um eine GmbH zu gründen, müssen eine oder mehrere Personen als Gründungsgesellschafter fungieren. Dabei können als Gesellschafter sowohl juristische als auch natürliche Personen dienen. Offene Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaft können aufgrund ihrer Rechtsfähigkeit ebenfalls als Gesellschafter dienen, während es sich bei Erbgemeinschaften und Gesellschaften bürgerlichen Rechts um keine juristischen Personen handelt. Diese können demzufolge auch keine Gründungsgesellschafter sein.
Die Gesellschafter müssen zunächst einen Gesellschaftsvertrag abschließen. Diesen muss man notariell beurkunden. Enthalten muss er mindestens einen der folgenden Punkte:

Ohne Vertrag keine GmbH

Ein Gesellschaftsvertrag muss bestimmte Punkte enthalten

– Firmenname, Hauptsitz und Gegenstand des Unternehmens der GmbH
– die exakte Höhe des Stammkapitals
– die Stammeinlagen müssen durch die Gesellschafter übernommen worden sein

Des Weiteren muss auch mindestens eine Person zum Geschäftsführer der Gesellschaft mit beschränkter Haftung ernannt werden. Diese natürliche Person kann auch gleichzeitig ein Gesellschafter sein oder kann auch alternativ lediglich angestellt sein, ohne am Unternehmen direkt beteiligt zu sein. Der Geschäftsführer ist verantwortlich für die Entgegennahme der Stammeinlagen. Außerdem muss er die GmbH in notariell beglaubigter Form im Handelsregister anmelden. Seit dem 1. November 2008 ist die Gründung einer Gesellschaft in Deutschland mit beschränkter Haftung auch in einer vereinfachten Form möglich.

Wie muss man eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung führen?

Eine GmbH muss mindestens eine natürliche Person haben, die als Geschäftsführer fungiert. Als Geschäftsführer kommen ausschließlich natürliche Personen infrage, welche die Geschäfte der GmbH nach direkten Anweisungen der Gesellschafterversammlung und im Rahmen der gültigen Gesetze führen. Neben der traditionellen Gesellschaftsvertretung durch einen Geschäftsführer kommen immer wieder auch sogenannten „gemischte Gesamtvertretungen zum Einsatz. Bei dieser Form wird die Vertretung der Gesellschaft gemeinschaftlich oder durch einen Geschäftsführer in Verbindung mit einem Prokuristen realisiert.

Rechte und Pflichten der Gesellschafter

Jeder Gesellschafter muss einen Anteil am Stammkapital leisten, der im Gesellschaftsvertrag genau aufgeführt ist. Die Hauptpflicht von Gesellschaftern ist es, die gesamte Summe der Stammeinlagepflicht zu leisten. In der Regel verfügt der Gesellschafter frei über seinen Geschäftsanteil, soweit nichts anderes vereinbart ist. Der

Bei einer GmbH gibt es Rechte und Pflichten

Woran muss sich ein Gesellschafter halten?

Geschäftsanteil kann mit einem notariell beurkundeten Vertrag verkauft oder auch verschenkt sowie vererbt werden. Die Gesellschafter können sich den Jahresüberschuss auszahlen lassen, soweit sie nicht explizit von der Beteiligung ausgeschlossen sind. Jeder Gesellschafter hat zudem das Recht, von den Geschäftsführern zu verlangen, dass sie ihn über sämtliche Angelegenheiten der GmbH unverzüglich informieren. Wenn ein Gesellschafter aus relevanten Gründen seine Pflichten nicht erfüllen kann, dann kann dieser durch ein gerichtliches Urteil aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

Lohnsteuer und Sozialversicherung

Falls die GmbH Arbeitnehmer beschäftigt, muss sie alle Pflichten eines Arbeitgebers erfüllen. Dies gilt auch für die Geschäftsführer, die ihre Bezüge aus den Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit beziehen. Die Geschäftsführergehälter können als Arbeitslohn abgezogen werden, soweit die Geldsummen der Höhe nach angemessen sind. Darüber hinaus sind Geschäftsführer im Normalfall als nicht abhängige Beschäftigte von der gesetzlichen Sozialversicherungspflicht ausgeschlossen, sodass ihnen keine Arbeitgeberzuschüsse zur Pflege- und Krankenversicherung zustehen. Lesen Sie hier alles zum Thema Sozialversicherung.

Wer haftet bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegenüber Gläubigern?

Eine GmbH haftet gegenüber Gläubigern mit dem hinterlegten Stammkapital. In Deutschland ist die Höhe des Stammkapitals gesetzlich geregelt, sodass die unterste Grenze bei einer solchen Einlage bei 25.000 Euro liegt. Davon muss mindestens die Hälfte, also 12.500 Euro, eingebracht werden. Alle Forderungen der GmbH können demzufolge ausschließlich auf die Gesellschaft bezogen werden, sodass die beteiligten Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen haftbar gemacht werden können.

Auflösung der Gesellschaft

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung löst sich in folgenden Fällen auf:

Eine GmbH auflösen

Wie löst man eine Gesellschaft auf?

– nach Ablauf der im Gesellschaftsvertrag angegebenen Zeit
– ab dem Beginn eines Insolvenzverfahrens
– durch einen expliziten Beschluss der Gesellschafter bei der Gesellschafterversammlung
– auf Grund eines Gerichtsurteils

Eine genaue Auflistung aller Auflösungsgründe kann man im GmbHG (§ 60) nachlesen. Die Auflösung der Gesellschaft muss im Handelsregister eingetragen werden. Falls sich keine anderen Personen bestimmen lassen, übernehmen die bisherigen Geschäftsführer die Rolle der Liquidatoren.

Liquidation der Gesellschaft

Bei einer Liquidation handelt es sich um das Abwicklungsverfahren, das nach der Auflösung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung vollzogen wird. Die Abwicklung der Liquidation erfolgt durch die Liquidatoren. Bei diesen handelt es sich in den meisten Fällen um die bisherigen Geschäftsführer, die im Register eingetragen werden und die laufenden Geschäfte der GmbH zu vollenden haben, um das Vermögen der Gesellschaft in Geld umzusetzen. Nachdem die Liquidation beendet ist, müssen die zuständigen Liquidatoren den Schluss der Liquidation im Handelsregister anmelden, worauf die Gesellschaft aus dem Handelsregister gelöscht wird. Sollten nach der Löschung der Gesellschaft aus dem Register Vermögensreste übrig bleiben, muss eine sogenannte Nachtragsliquidation vollzogen werden.

Wie lässt sich die Buchführung realisieren?

Da es sich bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung um eine Kapitalgesellschaft handelt, unterliegt diese den allgemeingültigen Vorschriften und Regeln bei der Buchführung. Darüber hinaus benötigt jede GmbH einen jährlichen, detaillierten und veröffentlichten Jahresabschluss.

Ist es möglich eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu kaufen?

Ja, in Deutschland ist es möglich, eine GmbH käuflich zu erwerben. Interessenten haben die Wahl, eine sogenannte leere „GmbH-Hülle“ zu kaufen oder auch als ein ganzes Unternehmen.

Wann ist der Kauf eines sogenannten „GmbH-Mantels“ empfehlenswert?

Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die neu erstellt sind, brauchen in der Regel einige Wochen, bis alle Formalien erledigt sind. Wer sofort eine in vollem Umfang funktionierende Gesellschaft benötigt, kann sich an einen Verkäufer solcher GmbH-Mäntel wenden. Die Verkäufer sind in der Regel geschäftstüchtige BWLer oder Juristen, die Gesellschaften „auf Vorrat“ gründen, um diese dann ohne Mitarbeiter und ohne Organisation an Interessenten zu verkaufen. Beim Wechsel des Inhabers wird die GmbH grundsätzlich umbenannt.

Kann man auch eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung kaufen, mit der man Geld verdienen kann?

Mit einer GmbH Geld verdienen

Wie verdient man Geld mit einer GmbH?

Es ist selbstverständlich, möglich eine voll funktionierende Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu kaufen, mit der man Geld verdienen kann. Je nach Ertragswert der GmbH können hier beachtliche Geldsummen zustande kommen. Wenn sich Käufer und Verkäufer im Rahmen einer sogenannten Due Diligence über den Verkauf einigen, dann wechselt die Gesellschaft automatisch den Eigentümer. Falls eine GmbH im Rahmen einer Fusion aufgekauft wird, dann wird sie in den meisten Fällen automatisch zum Bestandteil des kaufenden Unternehmens.

 

Wie kann man seinen Anteil an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung verkaufen?

Für den Verkauf von Anteilen an einer Gesellschaft gibt es in Deutschland keinen geregelten Markt, wie es etwa bei Aktien der Fall ist. Aus diesem Grund wird der Verkauf von Anteilen in der Regel über Netzwerke, Unternehmensbörsen oder Berater realisiert.

Wie besteuert man eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung?

Der Gewinn, der durch eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung erwirtschaftet wird, muss selbstverständlich versteuert werden. Das, was bei natürlichen Personen als Einkommenssteuer bezeichnet wird, wird bei einer Kapitalgesellschaft Körperschaftssteuer genannt. Darüber hinaus müssen Gesellschaften wie auch andere Firmen in Deutschland Gewerbesteuer bezahlen.

Das Prinzip der Eröffnungsbilanz (Q: Centipede, Wikipedia)

Was ist eine Eröffnungsbilanz

Unter einer Eröffnungsbilanz wird eine Bilanz verstanden, die bei der Gründung eines Unternehmens oder zu Anfang eines neuen Wirtschaftsjahrs erstellt wird. Jeder Unternehmer, der nach § 242 HGB verpflichtet ist, regelmäßig Bilanzen zu erstellen, muss also auch eine Eröffnungsbilanz anfertigen.

Welcher Zweck steckt hinter Eröffnungsbilanzen?

Das Prinzip der Eröffnungsbilanz (Q: Centipede, Wikipedia)

Das Prinzip der Eröffnungsbilanz (Q: Centipede, Wikipedia)

Zum einen verfolgen Bilanzen wie die Eröffnungsbilanz eine Dokumentationsfunktion. Bei ihr werden sich Vermögen und Schulden bei der Gründung eines neuen Unternehmens bzw. zu Beginn eines neuen Geschäftsjahres gegenüber gestellt. So kann die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens auch von Außenstehenden erfasst werden. Bei bereits bestehenden Unternehmen ist zu beachten, dass sich die eröffnende Bilanz mit der Schlussbilanz decken muss. Diese Tatsache wird auch als Bilanzkontinuität bezeichnet.

Die Dokumentationsfunktion der eröffnenden Bilanzform erstreckt sich beispielsweise auf die Höhe der Einlagen der Gesellschafter und die Ausgestaltung der Sacheinlagen. Ein anderer Zweck von Eröffnungsbilanzen ist, dass die Unternehmen selbst einen Überblick über die finanziellen Mittel erhalten, die ihnen im kommenden Jahr zur Verfügung stehen. Unternehmen, die nicht erst neu gegründet wurden, können zudem die eröffnende Jahresbilanz dieses Jahres mit der Vorjahresbilanz vergleichen und dadurch sehen, wie erfolgreich sich das Unternehmen langfristig entwickelt hat bzw. zukünftig entwickeln könnte. Diese Bilanzform kann also auch als Prognoseinstrument fungieren.

Weiterhin ist es wichtig zu wissen, dass die Erstellung einer Schlussbilanz zum Ende eines Geschäftsjahres nur möglich ist, wenn die Vermögens- und Kapitalverhältnisse zu Beginn eines Geschäftsjahres bekannt sind.

Wie wird eine Eröffnungsbilanz erstellt?

Eröffnungsbilanzen bestehen wie in der „normalen“ Bilanz aus einer Aktiv und einer Passiv Seite. Wie bei anderen Bilanzen auch, werden Gegenstände des Unternehmens im Eröffnungsbilanzkonto entweder auf der Soll oder der Haben Seite aufgelistet. Auf der Haben Seite finden sich beispielsweise Posten wie das Eigenkapital oder Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, während auf der Soll Seite des Eröffnungsbilanz-Kontos der Besitz von Sachanlagen, die Kasse oder der Stand des Warenlagers aufgelistet wird.

Das Eröffnungsbilanzkonto hat dabei den Zweck, die Bestandskonten zu eröffnen. Zwar könnten die Bestandskonten auch ohne eine Gegenbuchung verzeichnet werden, allerdings widerspreche dieses Vorgehen dem Prinzip der doppelten Buchführung. Wer über eine Buchhaltungssoftware verfügt, kann sich glücklich schätzen, da sich bei ihr in aller Regel die Eröffnung der Konten automatisch ergibt. Grundsätzlich werden im Eröffnungsbilanzkonto (EBK) alle Gegenstände erfasst, die aus dem Vorjahr übernommen wurden.

In welchem Zusammenhang stehen Eröffnungsbilanzen und Jahresabschlüsse?

Die eröffnende Bilanz muss auch deswegen erstellt werden, um den Jahresabschluss am Ende des Wirtschaftsjahres anfertigen zu können. Die Schlussbilanz wird gebildet, indem die Eröffnungsbilanz, sowie die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) gegeneinander aufgerechnet werden. In der Schlussbilanz wird das Verhältnis von Aufwand und Ertrag eines Jahres abgebildet. Gemäß des § 257 HGB sowie der § 147 AO müssen Eröffnungsbilanzen übrigens 10 Jahre lang aufbewahrt werden.

In welchen Fällen müssen Eröffnungsbilanzen erstellt werden?

Sowohl bei einer Unternehmensgründung, als auch bei einer Unternehmensumwandlung müssen Sie zwingend Eröffnungsbilanzen erstellen. Das gleiche gilt für den Fall, dass zwei Unternehmen fusionieren oder sich in einem Unternehmen ein Besitzerwechsel vollzieht. Ebenfalls sollten Sie beim Wechsel der Rechtsform oder beim Ausscheiden eines Gesellschafters aus einer Personengesellschaft die Pflicht zur Erstellung von Eröffnungsbilanzen beachten. Für Eröffnungsbilanzen gelten gemäß § 242 Abs. 1 HGB die gleichen Vorschriften wie für die Erstellung einer Jahresbilanz.

Wer muss Eröffnungsbilanzen erstellen?

Die Geschäftsführer von Kapitalgesellschaften – also AG, GmbH oder auch UG – sind dazu verpflichtet, Bilanzen und damit auch Eröffnungsbilanzen, zu erstellen. Unterschrieben werden muss diese Bilanzform von allen Führungskräften.

Lese-Tipp: Welche Rechtsform passt besser für Gründer – AG oder GmbH?

Welche Frist gilt für die Erstellung von Eröffnungsbilanzen?

Aktiengesellschaften und große bis mittelständische GmbHs müssen ihre Eröffnungsbilanzen innerhalb von 3 Monaten nach ihrer Gründung fertigstellen. Bei UGs, sowie kleineren GmbHs, werden Erstellungsfristen von bis zu 6 Monaten akzeptiert. Bevor Sie also fälschlicherweise von einer 6 monatigen Abgabefrist ausgehen, sollten Sie sich über die in Ihrem Fall geltenden Fristen informieren. So entgehen Sie möglichen unangenehmen Konsequenten von Seiten des Finanzamts oder gar strafrechtlichen Folgen.

Dieser Blog-Beitrag ist Teil der BWL-Fachbegriffe, die wir im Blog von docurex.com erläutern.