BWL-Artikel

Was ist eine Kaufpreisallokation?

Bei einer Kaufpreisallokation (Purchase Price AllocationPPA) handelt es sich um eine Methode, die sich im betrieblichen Rechnungswesen anwenden lässt. Ursprünglich stammt sie aus den USA, erfreut sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts jedoch auch international einer zunehmenden Beliebtheit. Im Falle einer Unternehmensbeteiligung bewertet sie nicht nur nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch den gekauften Unternehmenswert. Schulden, stille Reserven und Vermögenswerte stehen dem Kaufpreis gegenüber, wobei der Zeitwert als Basis fungiert.

Die Kaufpreisallokation im International Financial Reporting Standard

Die Kaufpreisallokation findet sich im International Financial Reporting Standard (IFRS) – konkret im IFRS 3 – wieder. Zunächst muss der Kaufpreis bekannt sein, welcher bereits getätigte, aber auch zukünftige, verpflichtende Zahlungen an den Verkäufer des Unternehmens umfasst. Erwerbsnebenkosten sind laut IFRS 3 hingegen nicht mehr aktivierbar. Liquiditätsbestände, die man vom Unternehmen übernimmt, subtrahieren sich. Der nächste Schritt zielt auf eine Neubewertungsbilanz des neu erworbenen Unternehmens ab. Vermögensgegenstände, Eventualschulden und tatsächliche Schulden muss man identifizieren und anhand des IFRS 3.37 nach ihren Zeitwerten überprüfen.
Mögliche Lasten und stille Reserven, beispielsweise immaterielle Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen
Preisallokation

Was gesellt sich zum Eigenkapital?

und Patente, lassen sich so zuverlässig aufdecken. Der Wertansatz hängt im Wesentlichen von den zu erwartenden Synergien infolge des Unternehmenskaufs ab. Die Differenz verbucht man immer dann als Ertrag und schlägt sie dem Eigenkapital zu, wenn der Kaufwert den Buchwert der zuvor bewerteten Beteiligung überschreitet. In dem Fall spricht man von einem negativen Geschäfts- oder Firmenwert (Badwill). Das Gegenteil stellt ein positiver Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) dar, der voraussetzt, dass der Kaufpreis über dem jeweiligen Buchwert liegt. Lesen Sie hier alles zum Buchwert.

Kriterien der Neubewertung laut IFRS 3.37

Der International Financial Reporting Standard 3.37 legt feste, welche Schulden und Vermögenswerte man im Rahmen der Kaufpreisallokation ansetzen darf. Generell gilt, dass sich der der jeweiligen Position beizulegende Zeitwert zuverlässig bestimmen lassen muss. Handelt es sich um einen materiellen Vermögenswert, muss eine Feststellung erfolgen, ob dieser dem Unternehmen und dem Käufer auch zukünftig einen finanziellen Nutzen einbringt. Ist dies ausgeschlossen oder sehr unwahrscheinlich, kann man ihn von der Neubewertung ausschließen. Spezielle, besonders strenge Ansatzkriterien sind bei immateriellen Vermögenswerten gemäß des International Accounting Standards (IAS) 38 zu beachten.
Diese liegen der Tatsache zugrunde, da man auch immaterielle Vermögenswerte wie Kunden- und Auftragsbestände mit einbezieht. Gewinnmindernde Abschreibungen entstehen so allein durch die Konzern-Konsolidierung. Im Falle der Kaufpreisallokation ist es üblich, solcherlei Abschreibungen zu bereinigen – Den Gewinn schlägt man, vor den Steuern, wieder zu. Von Vorteil ist, dass sich Bewertungsspielräume infolge der Bereinigung neutralisieren lassen. Negativ zu bewerten ist allerdings die Tatsache, dass sie faktisch das Risiko einer Überbewertung birgt. Grund dafür sind Zahlungsabflüsse, die man durch einen zu hoch angesetzten Kaufpreis ignoriert.

Ein weiteres wichtiges Kriterium stellen Verbindlichkeiten und Rückstellungen, also sämtliche Schulden, dar.

Preisallokation

Welche Schulden wandern in die Kalkulation?

Verlangt ist, dass solcherlei Verpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Abfluss finanzieller Mittel bewirken. Gemäß des Financial Reporting Standards darf man jedoch ausschließlich Schulden einbeziehen, die bereits zum Zeitpunkt des Unternehmenserwerbs bestanden. Eventualschulden

müssen hingegen auf Basis vom speziellen Kriterien identifiziert werden, die im IAS 37.10 festgelegt sind.

Der Zeitwert – Bewertungsmaßstäbe und –spielräume im Detail

Bilanzpositionen werden gemäß IFRS 3 mit ihrem Zeitwert angesetzt. Dieser lässt sich zwar mittels verschiedener Methoden ermitteln, in Anhang B des IFRS 3 wird jedoch auf den stets zulässigen Einsatz des Barwertverfahrens verwiesen. Um eine nicht zulässige Alternative handelt es sich hingegen bei der Marktbewertung, da immateriellen Vermögenswerten in der Regel ein aktiver Markt fehlt. Doch Achtung: Das Barwertverfahren birgt einige Tücken. Da das Verfahren auf Schätzungsgrößen beruht, beispielsweise auf Zahlungsüberschüssen und Laufzeit,eröffnet die Kaufpreisallokation die Möglichkeit umfassender Bilanzierungsspielräume. Betroffen sind vor allem immateriellen Vermögenswerte, die die Zuordnung zum Goodwill verhindern. Die Folge: Der ausgeschriebene Gewinn wird in den folgenden Geschäftsjahren gemindert. Das Szenario kann vermieden werden, indem die bereits erwähnte Bereinigung der Abschreibungen zum Einsatz kommt.

Die Kaufpreisallokation im deutschen Handelsgesetzbuch

Das deutsche Handelsgesetzbuch (HGB) regelt die Kaufpreisallokation zwar ähnlich wie der IFRS, geht dabei aber weniger ins Detail. Das HGB schreibt in § 301 lediglich vor, dass infolge des Kaufs erworbene Schulden, Vermögenswerte und Rechnungsabgrenzungsposten mittels ihres Zeitwerts anzusetzen sind. Geschäfts- oder Firmenwert werden im HGB allerdings vollkommen anders als im IFRS behandelt. Gemäß HGB muss ein positiver Unterschiedsbetrag aktiviert und anschließend ratierlich abgeschrieben werden. Infolgedessen werden die Auswirkungen der Bewertungsspielräume gemindert, da alle immateriellen Werte mit einbezogen werden.
Preisallokation

Welcher faktische Gewinn ergibt sich?

Ein negativer Unterschiedsbetrag wird dagegen als Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung passiviert, wie es § 301 Absatz 3 des deutschen Handelsgesetzbuchs vorschreibt. Laut § 309 Absatz 2 durfte man ihn bis Juli 2015 lediglich auflösen, wenn zuvor eine ungünstige Ertragsentwicklung eingetreten ist oder wenn am Stichtag der Bilanz feststeht, dass ein negativer Geschäfts- oder Firmenwert beziehungsweise Badwill einem faktischen Gewinn entspricht. Die aktuelle Fassung des § 309 Absatz 2 beschreibt hingegen, dass man einen negativer Unterschiedsbetrag immer dann auflöst, wenn das Vorgehen den Grundsätzen der Paragraphen 297 und 298 entspricht. Darüberhinaus muss die Auflösung den Vorschriften des ersten Absatz entsprechen.

Was ist die Kosten- und Leistungsrechnung?

Das betriebliche Rechnungswesen ist in zwei große Bereiche untergliedert: Das externe und interne Rechnungswesen. Das externe Rechnungswesen stellt auf der Grundlage gesetzlicher Vorschriften Finanzinformationen für die Außendarstellung eines Unternehmen bereit. Das interne Rechnungswesen liefert Informationen für unternehmerische Entscheidungen. Eine wichtige Rolle kommt dabei der Kosten- und Leistungsrechnung zu. Welche Aufgaben die K&L Rechnung hat und wie sie durchgeführt wird, zeigt der folgende Beitrag.

Was ist die Kosten- und Leistungsrechnung?

Die Kosten- und Leistungsrechnung, abgekürzt KLR, zählt wie die Erfolgsrechnung und die Investitionsrechnung zum internen Rechnungswesen eines Unternehmens.. Im Rahmen der KLR werden alle Kosten, die mit der innerbetrieblichen Leistungserstellung in einem direkten Zusammenhang stehen, erfasst. Zusammen mit dem externen Rechnungswesen der Finanzbuchhaltung bildet sie das betriebliche Rechnungswesen. Externes und internes Rechnungswesen sind Teilgebiete der Betriebswirtschaftslehre (BWL). Andere Bezeichnungen für Kosten- und Leistungsrechnung sind Kosten- und Erlösrechnung oder Betriebsergebnisrechnung.

Welche Ziele hat die Kosten- und Leistungsrechnung?

Die K&L Rechnung liefert wichtige Informationen zur Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens und für die Entscheidungsfindung der Unternehmensführung. Ziele und wesentliche Aufgaben der KLR sind:
  • Erfassung aller Kosten und Leistungen im Unternehmen
  • Wirtschaftlichkeitskontrolle mittels Soll/Ist-VergleichZeitvergleich oder Institutionenvergleich
  • Kostenkalkulation und Nachkalkulation
  • Bewertung der Kostenträger
  • Informationsgewinnung für die Produkt- und Preispolitik
  • Grundlage für die kurzfristige Erfolgsrechnung
  • Bewertung der Warenvorräte in der Jahresbilanz
K&L

Ist das Ergebnis meiner Kalkulation positiv?

Die Hauptaufgabe der KLR ist es, die in einem Unternehmen durch den Ressourceneinsatz oder Werteverzehr von betriebswirtschaftlichen Produktionsfaktoren, wie beispielsweise Personal, Energie- und Materialverbrauch entstehenden Kosten den Verursachern zuzuordnen. In der K&L Rechnung unterscheidet man zwischen

  • Kostenträgern
  • Kostenstellen
  • Kostenarten
Kostenträger sind die vom Unternehmen hergestellten Produkte oder erbrachten Dienstleistungen. Den Kostenträgern wird im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung der Ressourcenverbrauch zu geordnet. Die Kostenstellen sind die Orte, an denen Kosten entstehen oder Leistungen erbracht werden. Beispielsweise ganze Abteilungen oder einzelne Maschinen. Bei den Kostenarten wird in der K&L Rechnung unter anderem unterschieden zwischen Einzel- und Gemeinkosten. Anhand dieser Unterscheidung ergeben sich die drei Stufen der Kosten- und Leistungsrechnung:
  • Kostenartenrechnung
  • Kostenstellenrechnung
  • Kostenträgerrechnung

Stufe 1 der K&L Rechnung – die Kostenartenrechnung

Im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung werden in einem ersten Schritt zunächst die anfallenden Kosten erfasst und nach Kostenarten gegliedert. In dieser Stufe erfolgt eine Gliederung der Kosten unter anderem nach der Art der verbrauchten Produktionsfaktoren und nach den betrieblichen Funktionen. Zu den Produktionsfaktoren zählen beispielsweise Material- und Personalkosten, Raumkosten und Kapitalkosten. Zu den betrieblichen Funktionen zählen Fertigungskosten, Vertriebskosten und Verwaltungskosten. Ein wichtiges Unterscheidungskriterium ist hierbei, ob es sich um Einzel- oder Gemeinkosten handelt.

Einzelkosten

Einzelkosten sind die Kosten in einem Unternehmen, die einem Kostenträger direkt zugeordnet werden können. Hierzu zählen beispielsweise die Kosten für eine MaschinenstundeMaterialkosten oder die zurechenbaren Personalkosten. Einzelkosten können direkt in der Kostenträgerrechnung, der 3. Stufe der K&L Rechnung, weiterverwendet werden.

Gemeinkosten

Gemeinkosten sind die Kosten, die in der Regel keinem einzelnen Kostenträger direkt zugeordnet werden können.

K&L

Auf welcher Seite entstehen die Kosten?

Beispiele hierfür sind Verwaltungskosten, Vertriebskosten, das Geschäftsführergehalt oder die Kosten für den Fuhrpark. Diese Kosten werden in der Kostenstellenrechnung anhand eines Verteilungsschlüssels als Gemeinkostenzuschläge einzelnen Kostenträger zugerechnet.

Stufe 2 der K&L Rechnung – die Kostenstellenrechnung

In der zweiten Stufe der Kosten- und Leistungsrechnung werden die anhand der Kostenartenrechnung ermittelten Einzelkosten den Orten in Unternehmen, an denen diese Kosten aufgrund der Leistungserstellung entstehen, verursachungsgerecht zugeordnet. Dazu müssen im Unternehmen zunächst Kostenstellen gebildet werden. Kostenstellen sind beispielsweise einzelne Abteilungen, eine Produktionsanlage oder ein Team von Mitarbeitern.

Die Kostenstellen werden dabei unterschieden in

  • Hauptkostenstellen
  • Hilfskostenstellen

Hauptkostenstellen sind die Orte im Unternehmen, an denen die Produkte, das heißt, die Kostenträger, gefertigt werden und unmittelbar an der Leistungserbringung beteiligt sind. Als Hilfskostenstelle werden die Kostenstellen bezeichnet, an denen Vorleistungen für Hauptkostenstellen erbracht werden. Eine andere Bezeichnung für Hilfskostenstellen ist daher Vorkostenstellen. Sie sind nicht direkt an der Leistungserstellung beteiligt.

Die nicht direkt zuordenbaren Gemeinkosten werden auf Basis eines Verteilungsschlüssels als als Gemeinkostenzuschläge den verschiedenen Kostenstellen zugewiesen. Grundlage für die Verteilung der Gemeinkosten im Rahmen der Kostenstellenrechnung ist der sogenannte Betriebsabrechnungsbogen (BAB). Der Betriebsabrechnungsbogen wird von jedem Unternehmen entsprechend den individuellen Anforderungen und Gegebenheiten selbst erstellt. Lesen Sie hier alles zum BAB.

Stufe 3 der K&L Rechnung – die Kostenartenrechnung

Diese Stufe der K&L Rechnung dient der Ermittlung, für welche Kostenträger welche Kosten im Unternehmen angefallen sind. An dieser Stelle der K&L Rechnung erfolgt die Zusammenführung der in der Kostenartenrechnung ermittelten Einzelkostenund der in der Kostenstellenrechnung zugeordneten Gemeinkosten bei den jeweiligen Kostenträgern. Wenn die Kosten je Kostenträger bekannt sind, können die sogenannten Stückkosten für einzelne Produkte oder Dienstleistungen ermittelt werden. Diese Stückkosten sind wiederum die Grundlage für die Preiskalkulation. Bei der Kostenträgerrechnung wird zwischen zwei Rechnungsarten unterschieden. Dies sind die
  • Kostenträgerstückrechnung
  • Kostenträgerzeitrechnung

Die Kostenträgerstückrechnung bezeichnet man allgemein auch als Kalkulation. Bei dieser Kalkulation werden die Kosten pro Kostenträger bezogen und auf eine sogenannte Leistungseinheit ermittelt. Eine Leistungseinheit kann ein Stück oder ein einzelner Auftrag sein . Im Rahmen der Kostenträgerzeitrechnung erfolgt eine Gegenüberstellung der Leistungen innerhalb einer bestimmten Periode mit den innerhalb dieser Periode entstandenen Kosten. Auf Grundlage dieser Gegenüberstellung lässt sich im Unternehmen eine kurzfristige

K&L

Wie ist die K&L-Rechnung geregelt?

Erfolgsrechnung erstellen.

Rechtliche Vorschriften für die Kosten- und Leistungsrechnung

Als ein Teilgebiet des internen Rechnungswesens unterliegt die Kosten- und Leistungsrechnung in weiten Teilen keinen bestimmten gesetzlichen Vorschriften. Die Umsetzung richtet sich nach den unternehmensinternen Anforderungen. Lediglich bei der Bewertung von im Unternehmen selbst hergestellten Vorräten und Anlagegütern für die Jahresbilanz muss man den einschlägigen Vorschriften des Handelsgesetzbuches Beachtung schenken.

Was ist ein Kalkulationsschema?

Bei einem Kalkulationsschema werden mithilfe eines bestimmten Schemas Kosten kalkuliert, die aufgrund einer erzeugten Leistung entstehen. Das Kalkulationsschema kann auch als Kostenträgerstückrechnung bezeichnet werden. Im Allgemeinen zeigt die Berechnung, wie hoch die einzelnen Kosten im Vergleich zu den Gesamtkosten für ein bestimmtes Produkt sind. Abhängig von der Fertigungsart und dem Ziel der Kostenberechnung werden verschiedene Kalkulationsverfahren genutzt. Sowohl Industrie- und Handelsunternehmen nutzen die sogenannte Zuschlagskalkulation, bei welcher summarisch und differenzierend vorgegangen wird, um die gesuchten Werte zu ermitteln. Innerhalb der Zuschlagskalkulation werden drei verschiedene Kalkulationsarten unterschieden:

  • die Vorwärtskalkulation
  • die Rückwärtskalkulation
  • die Differenzkalkulation

Die Vorwärtskalkulation als Kalkulationsschema

Als Ausprägung der Handelskalkulation wird mithilfe der Vorwärtskalkulation der Verkaufspreis

Kalkulationsschema

Die Kalkulation wird auf drei Arten aufbereitet

ermittelt. Ausgangslage ist stets der Einkaufspreis. Über verschiedene Berechnungen ist eine Überleitung zum Verkaufspreis möglich. Prinzipiell umfasst die Vorwärtskalkulation drei Zwischensummen. Hierzu zählen:

  • der Einstandspreis der Handelsware über die Bezugskalkulation
  • der Einstandspreis inklusive aller Gemeinkosten über die Selbstkostenkalkulation
  • der Listenverkaufspreis über die Verkaufskalkulation

Nachfolgend ein Berechnungsbeispiel für die Vorwärtskalkulation:

Listeneinkaufspreis = 250,00 EUR
– Lieferantenrabatt = 5% = –12,50 EUR
Zieleinkaufspreis = 237,50 EUR
– Lieferantenskonto = 3% = –7,13 EUR
Bareinkaufspreis = 230,37 EUR
Bezugskosten = 11,80 EUR
= Einstandspreis (Bezugspreis) = 242,17 EUR
+ Gemeinkosten = 40% = 96,87 EUR
Selbstkosten = 339,04 EUR
Gewinnzulage = 30% = 101,71 EUR
= Barverkaufspreis = 440,75 EUR
Kundenskonto = 2% = 8,82 EUR
Zielverkaufspreis = 449,57 EUR
Kundenrabatt = 10% = 44,96 EUR
Listenverkaufspreis (netto) = 494,53 EUR
+ Umsatzsteuer = 19% = 93,96 EUR
Listenverkaufspreis (brutto) = 588,49 EUR

Bei den angegebenen Bezugskosten handelt es sich um sämtliche Positionen, die für den Transport vom Lieferanten anfallen. Die Gemeinkosten umfassen beispielsweise die Kosten für Geschäftsräume, für die Miete, Energiekosten und mehr.

Die Rückwärtskalkulation als Kalkulationsschema

Bei der Rückwärtskalkulation wird im Vergleich zur Vorwärtskalkulation nicht vom Listeneinkaufspreis ausgegangen. Stattdessen beginnt die Berechnung bei dem Listenverkaufspreis. Notwendig ist ein solches Kalkulationsschema, wenn spezielle Konkurrenzsituationen auftreten. Ziel ist es, den Mindest-Einkaufslistenpreis für eine Ware zu ermitteln, um alle Kosten zu decken und gleichzeitig einen Gewinn zu erzielen.

Nachfolgend ein Berechnungsbeispiel für die Rückwärtskalkulation:

Listenverkaufspreis (netto) = 494,53 EUR

Kalkulationsschema rückwärts

Wie funktioniert die Rückwärtskalkulation?

– Kundenrabatt = 10% = 49,45 EUR
Zielverkaufspreis = 445,08 EUR
– Kundenskonto = 2% = 8,90 EUR
= Barverkaufspreis = 436,18 EUR
– Gewinnzulage = 30% = 130,85 EUR
= Selbstkostenpreis = 305,33 EUR
– Gemeinkosten = 40% = 122,13 EUR
= Einstandspreis = 183,20 EUR
– Bezugskosten = 11,80 EUR
Bareinkaufspreis = 171,40 EUR
– Lieferantenskonto = 3% = 5,14 EUR
Zieleinkaufspreis = 166,26 EUR
– Lieferantenrabatt = 5% = 8,31 EUR
Listeneinkaufspreis = 157,95 EUR

Der Listeneinkaufspreis darf demnach nur 157,95 EUR betragen, damit das jeweilige Unternehmen konkurrenzfähig bleibt, sämtliche mit dem Produkt verbundenen Kosten deckt und weiterhin seinen angestrebten Gewinn in Höhe von 30% erzielt.

Die Differenzkalkulation als Kalkulationsschema

Bei der Differenzkalkulation handelt es sich um eine Kombination von Vorwärts- und Rückwärtskalkulation. Vom Listeneinkaufspreis bis hin zu den Selbstkosten findet eine Vorwärtskalkulation statt. Vom Nettoverkaufspreis bis hin zum Barverkaufspreis wird dagegen rückwärts gerechnet. Zwischen den beiden Rechnungen entsteht eine Differenz, die einerseits einen Verlust, andererseits einen Gewinn darstellen kann. Mithilfe der Differenzkalkulation kann schnell und einfach ermittelt werden, ob ein Gewinn möglich ist, sprich: ob die Ware rentabel ist. Lesen Sie hier alles zu Selbstkosten.

Nachfolgend ein Berechnungsbeispiel für die Differenzkalkulation:

Listeneinkaufspreis = 250,00 EUR
– Lieferantenrabatt = 5% = 12,50 EUR
Zieleinkaufspreis = 237,50 EUR
– Lieferantenskonto = 3% = 7,13 EUR
Bareinkaufspreis = 230,37 EUR
Bezugskosten = 11,80 EUR
= Bezugspreis = 242,17 EUR
+ Gemeinkosten = 40% = 96,87 EUR
= Selbstkostenpreis = 339,04 EUR

Bruttoverkaufspreis = 494,53 EUR
– Kundenrabatt = 10% = 49,45 EUR
Zielverkaufspreis = 445,08 EUR
– Kundenskonto = 2% = 8,90 EUR
= Barverkaufspreis = 436,18 EUR

Die Differenz zwischen Barverkaufspreis und Selbstkostenpreis beträgt 97,14 EUR (436,18 EUR – 339,04 EUR) und somit 22,27%. Die angestrebten 30% werden damit zwar nicht erreicht, für das Unternehmen könnte das ausgewählte Produkt dennoch profitabel sein.

Fazit: Mit dem Kalkulationsschema unterschiedliche Bezugsgrößen berechnen

Unternehmen aus der Wirtschaft kennen unterschiedliche Kalkulationsschemata. Zur Berechnung des möglichen Verkaufspreises bietet sich die Vorwärtskalkulation an. Diese Methode ist vor allem dann zu empfehlen, wenn

Kalkulationsschema

Welche Kalkulationsart ist die beste?

lediglich eine geringe oder gar keine Marktkonkurrenz herrscht. Bei der Vorwärtskalkulation können Unternehmen eigenständig einen angestrebten Gewinn in prozentualer Höhe berücksichtigen. In diesem Kontext sind sie weder von dem Einkaufspreis noch von der Marktsituation abhängig. Anders ist das bei der Rückwärtskalkulation.

Diese empfiehlt sich, sofern eine besondere Konkurrenz am Markt herrscht. Mithilfe der Rückwärtskalkulation können Unternehmen den maximalen Einkaufspreis ermitteln – also den Preis, den sie maximal bereit sind, für das jeweilige Produkt im Einkauf zu bezahlen. Der Gewinn lässt sich durch die Rückwärtskalkulation weiterhin entsprechend hoch halten. Ziel dieser Kalkulationsart ist es somit, mit möglichst geringen Kosten zu arbeiten. Abschließend gibt es die Differenzkalkulation, die sich ausschließlich zur Ermittlung des potenziellen Gewinns anbietet. Die Differenzkalkulation ist eine Kombination von Vorwärts- und Rückwärtskalkulation.

Vom Listeneinkaufspreis bis hin zu den Selbstkosten wird vorwärts gerechnet. Vom Bruttoverkaufspreis bis zum Barverkaufspreis rückwärts. Durch diese Rechnungsmethode entsteht eine Differenz, die sich anschließend als möglicher Gewinn oder als potenzieller Verlust ausweisen lässt. Mithilfe der Differenzkalkulation können Unternehmen bereits vorab kalkulieren, ob ein Produkt für das eigene Unternehmen wirklich profitabel ist oder möglicherweise zu Einbußen führt.