BWL-Artikel

Was versteht man unter Liquiditätskennzahlen?

Mit den Liquiditätskennzahlen erfasst man das Verhältnis der flüssigen Mittel zu den finanziellen Verpflichtungen eines Unternehmens.  Es wird also überprüft, wie viel Geld das Unternehmen zur Verfügung hat und wie es um dessen kurzfristig zu bedienende Schulden bestellt ist, um im nächsten Schritt beide Werte miteinander in Beziehung zu setzen. Dass es hierbei nicht nur eine Kennzahl, sondern mehrere Liquiditätskennzahlen gibt, ist dem Umstand geschuldet, dass sich bei den liquiden Mitteln eines Unternehmens unterschiedliche Werte mit einbezogen lassen. Drei Liquiditäten stehen zur Wahl:

  • Barliquidität
  • Einzugsliquidität
  • Warenliquidität

Barliquidität

Bei der Barliquidität handelt es sich um den Liquiditätsgrad 1, auch cash ratio genannt. Bei diesem setzt man die dem Unternehmen zur Verfügung stehenden liquiden Mittel mit den kurzfristigen Verbindlichkeiten in Beziehung. Zu den liquiden Mitteln zählen dabei folgende Werte:

  • Kassenbestand
  • Bankguthaben
  • Wechsel (diskontfähige Besitzwechsel)
  • Börsenfähige Wertpapiere (wenn diese Teil des Umlaufvermögens sind)

Auf der anderen Seite stehen die kurzfristigen Verbindlichkeiten. Hierunter fallen alle Verbindlichkeiten, deren Laufzeit ein Jahr oder weniger beträgt. Neben zu zahlenden Rechnungen und kurzfristigen Krediten zählen hierzu auch langfristige Darlehen, die innerhalb eines Jahres ab dem Zeitpunkt der Betrachtung der Rückzahlung unterliegen. Hierbei ist zu beachten, dass die meisten digitalen Buchhaltungsprogramme in diesem Zusammenhang lediglich Verbindlichkeiten erfassen, die innerhalb der nächsten 90 Tage fällig sind.

Unter den Liquiditätskennzahlen ist die Barliquidität von besonderer Bedeutung. Anhand dieser lässt sich überprüfen, in welchem Maße ein Unternehmen seine Verbindlichkeiten kurzfristig bedient. Wie bei den anderen

Liquidität

Welche Form haben die Verbindlichkeiten?

Liquiditätskennzahlen auch, drückt sich dieser Wert in Prozent aus. Dies bedeutet, dass bei der Barliquidität im Mittelpunkt steht, wie viel Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten sich durch liquide Mittel sofort tilgen ließen. Hierzu teilt man die liquiden Mittel durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten und multipliziert den erhaltenen Wert mit hundert. Lesen Sie hier alles zu Verbindlichkeiten.

Hierbei gilt ein Wert zwischen 25 und 30 Prozent als gerade noch akzeptabel. Ab einer Stufe von 45 Prozent gilt die Liquidität als gut. Der allgemein anerkannte Optimalwert liegt bei 80 Prozent. Liegt die Barliquidität darüber, geht man davon aus, dass die zur Verfügung stehenden Mittel nicht in rentabler Weise eingesetzt werden. In der Praxis befindet sich der entsprechende Wert in den meisten Unternehmen bei etwa 60 Prozent. Bei dieser Stufe ist es meist problemlos möglich, kurzfristige liquide Engpässe durch Kontokorrentkredite zu überbrücken.

Einzugsliquidität

Im Rahmen der Liquiditätskennzahlen bildet die Einzugsliquidität oder Quick Ratio den Liquiditätsgrad 2. Auf dieser Stufe werden zu den liquiden Mitteln die kurzfristig fällig werdenden Außenstände hinzu gerechnet. Nach Addition dieser Werte erfolgt wiederum die Division durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten.

In diesem Rahmen spielt der Wert von 100 Prozent eine zentrale Rolle. Liegt die Einzugsliquidität eines Unternehmens deutlich unterhalb dieses Wertes, bedeutet das, dass das Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen aktuell nicht nachkommen kann. Idealerweise halten sich beide Positionen die Waage, was einen Wert von 100 Prozent ergibt. Liegt der Wert oberhalb von 100 Prozent, ist dies in der Regel ein Indiz für

Liquidität

Wann liegt totes Kapital vor?

totes Kapital, weil das Unternehmen ihre Mittel nicht zur Generierung weiterer Umsätze verwendet, sondern als Guthaben in den Büchern stehen.

Bei Werten unterhalb von 100 Prozent bestehen im Unternehmen Liquiditätsprobleme. Diese können unterschiedliche Ursachen haben. So kann es etwa sein, dass Rechnungen mit zu langen Zahlungszielen bestehen. Bei zu geringer Einzugsliquidität sollte man diese entsprechend verkürzen. Gleichzeitig können die eigenen Zahlungsfristen bei Lieferanten zu gering bemessen sein. Diese sollten einer Anpassung unterliegen. Es kann aber auch ein Problem in der Preiskalkulation vorliegen, weil das Unternehmen für seine Produkte keinen dem eigentlichen Aufwand entsprechenden Preis verlangt.

Warenliquidität

Die dritte der zentralen Liquiditätskennzahlen ist die so genannten Warenliquidität. Diese bezeichnet man auch als Current Ratio. Sie bildet die Liquidität dritten Grades. In diesem Rahmen folgt bei der Betrachtung der Liquidität des Unternehmens auch die Berücksichtigung die Vorräte des Unternehmens. Noch nicht verkaufte Waren sind mit einem deutlich höheren Risiko behaftet als die Werte, die bei den anderen beiden Liquidätskennzahlen vorherrschen. Natürlich kann es immer dazu kommen, dass der Wert von Aktienpaketen oder anderen Wertpapieren kurzfristig einbricht oder dass sich Außenstände nicht vollständig realisieren lassen. Bei bisher nicht verkauften Waren ist das entsprechende Risiko jedoch deutlich höher.

Anders als bei den anderen beiden Liquiditätskennzahlen sollte der Wert bei der Warenliquidität immer oberhalb von 100 Prozent liegen. Auch in diesem Fall sollte man diesen Wert nicht unbegrenzt übersteigen, weil dies einen Hinweis auf zu geringe Rentabilität darstellt. Bei einem Abrutschen unter 100 droht jedoch schnell ein Liquiditätsengpass, weil sich selbst bei Verkauf sämtlicher Waren eine finanzielle Lücke ergibt. Ein Rückgriff auf das Anlagevermögen des Unternehmens ist dann so gut wie unausweichlich. Ist solches Vermögen nicht in

Liquidität

Vorsicht vor einer Insolvenz!

ausreichender Menge vorhanden, droht bei Unterschreitung des Wertes von 100 Prozent die Insolvenz.

Bedeutung der Liquiditätskennzahlen

Neben der internen Bewertung der Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens haben dessen Liquiditätskennzahlen auch großen Einfluss darauf, wie hoch die Chancen auf neue Darlehen stehen. Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen werden regelmäßig nur gewährt, wenn eine entsprechende Kreditwürdigkeit vorliegt. Sinken die die Liquiditätskennzahlen deutlich unterhalb der oben beschriebenen Werte, ziehen Kreditinstitute meist schnell die Reißleine, sofern kein ausreichendes Anlagevermögen vorhanden ist, das noch nicht als Sicherheit für andere Verbindlichkeiten dient.

Was ist der Anlagedeckungsgrad?

Die Anlagedeckung ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die über das Ausmaß der finanziellen Stabilität eines Unternehmens Auskunft gibt. Anders formuliert, erkennt das Unternehmen mit dieser Kennzahl, welcher Anteil an den vorhandenen Anlagen über Eigenkapital bestritten wird und demzufolge nicht „auf Pump“, also durch Fremdkapital, finanziert werden muss.

Kennziffern für die Anlagedeckung

Zur Analyse der Anlagedeckung existieren mehrere Kennzahlen: der Anlagedeckungsgrad I und der Anlagedeckungsgrad II. Hinzu kommt die erweiterte Anlagedeckung (auch Anlagedeckungsgrad III genannt).

Anlagevermögen als Bezugsgröße

Bezugsgröße dabei ist jeweils das Anlagevermögen. Darunter wird das in einem Unternehmen langfristig gebundene Vermögen verstanden. Hierzu zählen beispielsweise Maschinen, Gebäude und Fahrzeuge. Davon abzugrenzen ist das kurzfristig vorhandene Vermögen, das als Umlaufvermögen bezeichnet wird. Hierzu gehört beispielsweise der Eiserne Bestand. Dieser ist definiert als Bestand an Rohstoffen, Betriebsstoffen, Hilfsstoffen, Halb- und Fertigerzeugnissen, die zur sicheren Aufrechterhaltung des Betriebs mindestens vorrätig sein müssen. Im Vergleich zum Anlagevermögen ist das Umlaufvermögen leichter liquidierbar.

Formel für den Anlagedeckungsgrad I

Der Anlagedeckungsgrad I errechnet sich wie folgt:

Eigenkapital geteilt durch Anlagevermögen x 100 Prozent

Aussagekraft Anlagedeckungsgrad I

Der Anlagedeckungsgrad I gibt Auskunft darüber, in welchem Umfang das Anlagevermögen mit Eigenkapital finanziert ist. Beträgt der Deckungsgrad I zum Beispiel 50 Prozent, bedeutet dies, dass von einem Euro

Anlagedeckungsgrad

Je höher der Anlagedeckungsgrad, desto besser

Anlagevermögen 50 Cent durch Eigenkapital gedeckt sind und entsprechend die übrigen 50 Cent mit Fremdkapital zu finanzieren sind. Je höher der Anlagedeckungsgrad I ausgeprägt ist, desto mehr ist neben dem Anlagevermögen auch das Umlaufvermögen durch langfristiges Kapital finanziert.

Eine hohe Ausprägung des Anlagedeckungsgrades I bescheinigt dem Unternehmen demzufolge eine hohe finanzielle Stabilität. Ein Wert von 100 Prozent wird in der Realität aber selten erreicht. Dies gilt auch für erfolgreiche Unternehmen. In der Regel streben Unternehmen einen Wert zwischen 70 und 100 Prozent oder zwischen 50 und 100 Prozent an. Gläubiger interessieren sich oft für diese Kennziffer. Denn bei einem hohen Anlagedeckungsgrad I ist das Ausfallrisiko für die Gläubiger gering. Aber auch Unternehmen selbst interessieren sich für diese Kennziffer. Dies gilt vor allem für anlageintensive Branchen wie zum Beispiel die Transportwirtschaft und die Wohnungswirtschaft.

Formel für den Anlagedeckungsgrad II

Der Anlagedeckungsgrad II errechnet sich wie folgt:

(Eigenkapital plus kurzfristiges Fremdkapital) geteilt durch Anlagevermögen x 100 Prozent

Aussagekraft Anlagedeckungsgrad II

Der Anlagedeckungsgrad II gibt Auskunft darüber, in welchem Umfang das Anlagevermögen langfristig finanziert ist. Beträgt der Deckungsgrad II zum Beispiel 80 Prozent, bedeutet dies, dass 80 Prozent des Anlagevermögens langfristig finanziert sind und dementsprechend die übrigen 20 Prozent kurzfristig finanziert werden müssen. Das Anlagevermögen ist langfristig gebunden und sollte daher entsprechend langfristig finanziert werden. In der Regel sollte diese Kennziffer daher 100 Prozent betragen. Dies bedeutet, dass das Anlagevermögen komplett durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital finanziert ist.

Werden die 100 Prozent überschritten, dann ist neben dem Anlagevermögen auch betriebsnotwendiges

Anlagedeckungsgrad

Ist mein Anlagevermögen langfristig finanziert?

Umlaufvermögen mit langfristigem Charakter durch die Finanzierung abgedeckt. Dies bedeutet: Je höher der Deckungsgrad II ist, umso stärker ist die finanzielle Stabilität des Unternehmens ausgeprägt. Beträgt der Anlagedeckungsgrad II weniger als 100 Prozent, besteht ein höheres Risiko der Zahlungsunfähigkeit. Denn wenn kurzfristige Verbindlichkeiten fällig werden, würde das Umlaufvermögen zur Deckung nicht mehr ausreichen. Lesen Sie hier alles zum Umlaufvermögen.

 

Maßgebliche Kennziffer

Weil hier im Vergleich zum Anlagedeckungsgrad I auch das langfristige Fremdkapital in die Berechnung einbezogen wird, ist es hierbei leichter, die Zielmarke von 100 Prozent zu erfüllen. Heute gilt der Anlagedeckungsgrad II als maßgebliche Kennziffer für die Anlagedeckung.

Anlagedeckungsgrade und Goldene Bilanzregel

Die Anlagedeckungsgrade I und II hängen mit der Goldenen Bilanzregel zusammen. Diese besagt, dass das Anlagevermögen langfristig finanziert sein soll. Dagegen kann die Finanzierung des Umlaufvermögens kurzfristig gedeckt sein. Demzufolge ist mit der Goldenen Bilanzregel die Kongruenz der Fristen zwischen Mittelverwendung und Mittelherkunft gefordert. Die Anlagedeckungsgrade beinhalten jeweils das formale Umkehrverhältnis der Goldenen Bilanzregel. Mit Hilfe dieser Kennziffern kann kontrolliert werden, ob der Grundsatz der Fristenkongruenz eingehalten wird und ob damit die Liquidität ausreichend gewährleistet ist.

Erweiterte Anlagedeckung

Als ergänzende Kennziffer verwendet man die erweiterte Anlagedeckung (=Anlagedeckungsgrad III). Dabei lassen sich weitere Teile des Umlaufvermögens, nämlich die Eisernen Bestände, in die Berechnung einbeziehen.

Formel für die erweiterte Anlagedeckung

Die erweiterte Anlagedeckung errechnet sich demnach wie folgt:

(Eigenkapital plus kurzfristige Fremdkapital) geteilt durch (Anlagevermögen plus Eiserne Bestände des Umlaufvermögens) x 100 Prozent

Da man die Eisernen Bestände in den meisten Unternehmen nicht exakt beziffert kann, lässt sich die erweiterte Anlagedeckung in der Realität nur selten berechnen. Wenn die Bestimmung dennoch erfolgen soll, lässt sich alternativ mit den Vorräten rechnen. Beträgt die erweiterte Anlagedeckung mindestens 100 Prozent, bedeutet dies, dass das Anlagevermögen und Teile des Umlaufvermögens durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital

Anlagedeckungsgrad

Wie liquide ist mein Unternehmen?

finanziert sind.

Anlagedeckungsgrade in der Bilanzanalyse

Die Anlagedeckungsgrade gehören zu den Kennzahlen, die im Rahmen der Bilanzanalyse auftauchen. Sie bilden zusammen mit den Liquiditäts­graden und dem Working Capital (=Differenz aus Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten) die Kennzahlen der horizontalen Bilanzstruktur. Dabei erkennt man die Relation zwischen Aktiva und Passiva (also Vermögenswerte und Schulden), was die Liquiditätsanalyse bezeichnet.

Zwischen den Branchen innerhalb der Volkswirtschaft bestehen erhebliche Unterschiede in der Ausprägung der Anlagedeckungsgrade. Grundsätzlich ist es im Dienstleistungssektor und im Handel leichter, die Zielmarken zu erfüllen als im produzierenden Gewerbe. Dies gilt insbesondere für kapitalintensive Industrien wie zum Beispiel die Schwerindustrie. Typische Gründe für einen sinkenden Anlagendeckungsgrad sind eine sinkende Eigenkapitalausstattung durch Jahresfehlbeträge oder hohe Neuinvestitionen.

Was ist Fremdkapital?

Das Fremdkapital (engl.: debtdebt capital) ist der Unternehmung von Gläubigern zur Verfügung gestellt. Die Mittel sind befristet und müssen zurückgezahlt werden. Mit Fremdkapital und Eigenkapital werden Anlagevermögen und Umlaufvermögen beschafft.

Merkmale des Fremdkapitals:

– Gewinn- und Verlust-unabhängiges Entgelt (Zinsen)
– zeitlich befristete Überlassung
– kündbar
– erfordert Sicherheiten
– im Rang vor dem Eigenkapital (bei Verwertungen)
– keine Haftung des Fremdkapitalgebers
– keine Mitwirkungsrechte des Gläubigers.

 

Abgrenzung Fremdkapital und Eigenkapital

Fremdkapital wird befristet vergeben und kann vom Gläubiger gekündigt werden. Der Fremdkapitalgeber hat einen Vergütungsanspruch (Darlehenszinsen), der vom Gewinn- und Verlust des Bilanzjahres unabhängig ist. Auch Inhaber und Gesellschafter können neben ihren Eigenkapitalanteilen der Unternehmung Fremdkapital in Form von Gesellschafterdarlehen zur Verfügung stellen. Fremdkapital ist Teil der unternehmerischen Fremdfinanzierung und eine Form der Außenfinanzierung. Es kann jedoch auch in der Innenfinanzierung generiert werden, wie beispielsweise über Rückstellungen.

Fremdkapital oder Eigenkapital

Fremdkapital oder Eigenkapital?

Hybride Kapitalanteile und Mezzanine

Die Abgrenzung zwischen Fremd- und Eigenkapital kann für Analysten und Banken schwierig sein. Im Allgemeinen werden Bilanzposition nicht mehr als Eigenkapital eingestuft, sobald die geringste Rückzahlungsmöglichkeit besteht. Auch mit einer erfolgsunabhängigen Verzinsung zählt das Kapital regelmäßig zum Fremdkapital. Hybride Mischformen aus Eigen- und Fremdkapital werden Mezzanine-Kapital genannt. Rückstellungen, einschließlich Pensionsrückstellungen, sind immer Fremdkapital, da eine Rückzahlungswahrscheinlichkeit vorhanden ist (mindestens 50 Prozent). Lesen Sie hier mehr über das Mezzanine-Kapital.

Immobilienfinanzierung mit Fremdkapitalbeteiligung

Beim Immobilienkauf und in Bauprojekten ist das Fremdkapital die Summe aller aufgenommenen Darlehen für die Finanzierung. Das Fremdkapital des Bauvorhabens setzt sich aus Darlehen und Krediten bei Banken, Versicherungen und anderen Instituten, Arbeitgebern (Arbeitgeberdarlehen), der öffentlichen Hand (KommunaldarlehenKfW) und Privatpersonen zusammen. Zur Versicherung der Darlehen tritt der Bauherr den Kreditinstituten Rechte am Bauobjekt ab (Grundpfandrechte).

Vorteile des Fremdkapitals

– Erhöhung der Liquidität
– Keine Änderung bei der Mitbestimmung
– Keine Änderung bei der Verteilung der Geschäftsbeteiligungen
– Nutzung des Leverage-Effekts (Gewinnsteigerung, höhere Rendite)
– Verbesserung der Eigenkapitalrentabilität (attraktiv für Investoren)
– Zinsen können als Betriebsausgaben steuerlich abgesetzt werden.

Nachteile des Fremdkapitals

– Sicherheiten sind erforderlich
– Zinszahlungen auch bei schlechter Geschäftslage
– Befristete Laufzeit des Kapitals
– Minderung der unternehmerischen Unabhängigkeit.

Fristigkeiten des Fremdkapitals

Fremdkapital wird nach seiner Laufzeit (kurz-, mittel- und langfristig) unterschieden. Mittelfristige Fremdkapitalanteile ergeben sich aus dem Saldo zwischen kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten. Wichtig ist die Unterscheidung der Fristigkeiten für die Passivierung der Verbindlichkeiten in der Bilanz sowie bei Auswertungen der Vermögenssituation mit Kennzahlen.

Bilanzierung des Fremdkapitals

Fremdkapital bilanzieren

Die Passiv-Seite der Bilanz wird relevant

Reicht das Eigenkapital nicht aus, kann das Unternehmen zur Finanzierung von Anlage- und Umlaufvermögen (z. B. Anlagen, Fuhrpark, Vorräte) zusätzliches Fremdkapital aufnehmen. Das Fremdkapital erscheint mit dem Eigenkapital auf der Passiva der Bilanz.

Verbindlichkeiten (§ 266 Abs. 3 C HGB)
+ Rückstellungen (§ 266 Abs. 3 B HGB)
Rechnungsabgrenzungsposten (§ 266 Abs. 3 D HGB)
+ latente Steuern (§ 266 Abs. 3 E HGB)
= Summe des Fremdkapitals nach § 266 HGB

Bei der Bilanzierung muss das Fremdkapital (Verbindlichkeiten und Rückstellungen) nach Herkunftsarten und Laufzeiten gegliedert werden. Nach § 268 Abs. 5 HGB sind Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und ab einem 1 Jahr auszuweisen. Bei Restlaufzeiten von mehr als 5 Jahren sind nach § 285 Nr. 1 HGB Angaben über Art, Umfang und Form der gestellten Sicherheiten im Anhang zu machen.

Die Verbindlichkeiten des Fremdkapitals

Verbindlichkeiten sind Teil des Fremdkapitals. Zur Erhöhung des Fremdkapitals geht das Unternehmen als Schuldner eine Verpflichtung gegenüber einem Dritten (Gläubiger) ein. Bilanztechnisch sind Verbindlichkeiten die Verpflichtungen zu einer Lieferung oder sonstigen Leistung. Das Gegenstück zur Verbindlichkeit ist die Forderung.

Arten der Verbindlichkeiten (englfinancial liabilities)

– Kreditoren (Lieferanten): Lieferungen und Leistungen
– Debitoren (Kunden): erhaltene Anzahlungen
– Kreditinstitute: Darlehen, Kredite, Wechsel, Anleihen
– Finanzamt: sonstige Verbindlichkeiten (siehe auch Rückstellungen).

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt nach § 253 Abs. 1 HGB zum Erfüllungsbetrag, der den Anschaffungskosten entspricht. Bei der Umrechnung von Verbindlichkeiten in Fremdwährungen ist § 256a HGB anzuwenden.

Ungewissheit bei Rückstellungen

Rückstellungen erhöhen das Fremdkapital. Sie werden gebildet, um dem kaufmännischen Vorsichtsprinzip aus § 252 HGB zu genügen.

Rückstellungen sind Verbindlichkeiten, deren Bestehen oder Höhe zum Bilanzstichtag ungewiss sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie fällig werden, muss hinreichend groß sein. Rückstellungen werden wie Verbindlichkeiten als Fremdkapitalteile auf der Passiva der Bilanz verbucht. Anzunehmen ist nach § 253 Abs. 1 HGB der Betrag zur Erfüllung der Verbindlichkeit (Erfüllungsbetrag).

Fremdkapital und Rückstellungen

Was sind Rückstellungen?

Unterschieden werden
– Pensionsrückstellungen (§ 249 Abs. 1 HGB) für Pensionszusagen des Unternehmens gegenüber dem Mitarbeiter.
– Steuerrückstellungen, deren Höhe noch nicht bekannt ist. Die Steuern müssen bis zum Ende des Geschäftsjahres wirtschaftlich entstanden sein. Passiv latente Steuern werden in § 274 Abs. 1 HGB geregelt.
Sonstige Rückstellungen werden aus Kulanzgründen (Beseitigung von Mängeln an Lieferungen und Leistungen), aufgrund von Drohverlust nach § 249 Abs. 1 HGB und aus Garantieverpflichtungen gebildet.

Weitere Rückstellungen können für Prozesse, Provisionen, Aufwände für unterlassene Instandhaltungen sowie für Jahresabschluss- und Prüfungskosten veranlasst werden. Rückstellungen sind nicht mit Rücklagen zu verwechseln, die dem Eigenkapital zuzurechnen sind. Bei den Rücklagen sind Höhe und Bestehen bekannt.

Rechnungsabgrenzungsposten

Rechnungsabgrenzungsposten werden als Fremdkapital in der Bilanz ausgewiesen. Mit der Rechnungsabgrenzung werden Werte aus GuV und Bilanz der tatsächlichen Rechnungsperiode (z. B. Quartal, Geschäftsjahr) zugeordnet.
Beispiel: Mit dem Kunden wurde ein Zahlungsziel vereinbart. Lieferung und Leistung fallen in unterschiedliche Bilanzjahre.

Fremdkapital in der Liquidation

Die Ansprüche aus Fremdkapitalforderungen stehen im Rang vor den Eigenkapitalforderungen. Ist ein Gesellschafter mit seiner Eigenkapitaleinlage im Rückstand, kann der Insolvenzverwalter nach § 171 Abs. 2 HGB die Leistung in die Masse verlangen.

Anders verhält es sich bei Gesellschafterkrediten oder des von Nichtgesellschaftern bereit gestellten Fremdkapitals. Im Falle eines Insolvenzverfahrens können sie vom Gläubiger außerordentlich gekündigt werden (§ 490 Abs. 1 BGB). Wurde die Darlehenssumme bereits ausgezahlt, kann der Gläubiger einen Rückforderungsanspruch geltend machen und am Insolvenzverfahren teilnehmen.

Der Rang des Fremdkapitals nach seiner Absicherung

Bei Immobiliendarlehen kann eine weitere Klassifizierung des Fremdkapitals über seine Absicherung erfolgen:

Erstrangig abgesichertes Fremdkapital (englsenior debt): Das Immobilienprojekt wird mit einem Darlehen finanziert, das mit einer erstrangigen Grundschuld besichert ist. Erstrangig eingetragene Gläubiger werden bei einer Zahlungsunfähigkeit bzw. Insolvenz zuerst bedient.
Nachrangig abgesichertes Fremdkapital (eng. junior debt) und Mezzanine-Kapital: Je nach Ausgestaltung ist das überlassene Kapital bilanziell dem Eigenkapital zuzurechnen.

Kennzahlen des Fremdkapitals

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen zur Analyse des Fremdkapitals liefern wichtige Aussagen für Bilanzanalysen und Bonitätsaussagen der Kreditinstitute.

Fremdkapital Kennzahlen

Was sagt das Fremdkapital aus?

Fremdkapitalquote

Die Fremdkapitalquote (AnspannungskoeffizientAnspannungsgrad) ist mit der Eigenkapitalquote die bedeutendste vertikale Bilanzkennzahl. Sie ermittelt den Anteil der Fremdfinanzierung an der Gesamtfinanzierung (Bilanzsumme).

Fremdkapitalquote = Fremdkapital / Bilanzsumme * 100

Mit hohen Fremdkapitalquoten steigt der Zinsaufwand, da Gläubiger für das geliehene Kapital ein Entgelt verlangen. Ein hoher Schuldendienst des Unternehmens mindert wiederum den Gewinn. Mit zunehmender Verschuldung steigt demnach der Break-Even-Point an (cost leverage).

Eine hohe Fremdkapitalquote schlägt sich nicht zuletzt auf die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nieder. Sie bringt Risiken bei der Beschäftigung, der Refinanzierung und der Liquidität mit sich. Bei hohem Fremdkapitalanteil steigt das Ausfallrisiko von Gläubigern. Neue Kredite lassen sich unter Umständen nur noch zu ungünstigen Konditionen aufnehmen. Übliche Fremdkapitalquoten liegen im Baugewerbe bei etwa 72 %, im Einzelhandel mit 62 % und in der Automobilindustrie bei 39 % der Bilanzsumme.

Liquidität

Die Kennzahlen für die Liquidität werden nach ihrer Fristigkeit unterschieden (Liquidität I bis III). Im englischen sind je nach Fristigkeit unterschiedliche Begriffe üblich: Current Ratio, Cash Ratio (Barliquidität), Acid Test Ratio (Quick Ratio).

Liquidität 1. Grades

Die Kennzahl für die Barliquidität sollte größer oder gleich 0,2 sein. Die Liquidität I ermittelt das Verhältnis der liquiden Mittel zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Sie zeigt an, ob ein Unternehmen seinen kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen durch die verfügbaren liquiden Mittel erfüllen kann.

Liquidität I (Cash Ratio) = liquid Mittel / kurzfristige Verbindlichkeiten

Liquidität 2. Grades

Die Liquidität II ermittelt das Verhältnis der kurzfristige Geldmittel zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Beträgt die Liquidität II 1 oder mehr, können alle kurzfristige Verbindlichkeiten mit den kurzfrisitgen Geldmitteln gezahlt werden. Bei einem Wert kleiner 1 muss das Unternehmen Mittel beschaffen, um den Verbindlichkeiten nachkommen zu können.

Liquidität II (Acid Test Ratio ATR, auch Quick Ratio) = (Geldvermögen + Wertpapiere + kurzfristige Forderungen) / kurzfristige Verbindlichkeiten

Liquidität 3. Grades

Ist die Liquidität III kleiner oder gleich 1, muss unter Umständen Anlagevermögen (Maschinen, Fahrzeuge u.ä.) zur Deckung verkauft werden. Nach der Banker’s Rule (Two-to-One-Rule) sollte die Liquidität III mindestens 2 sein.

Liquidität III (Current Ratio) = Umlaufvermögen / kurzfristige Verbindlichkeiten.

Gesamtkapitalrentabilität

Die GKR (GesamtkapitalrenditeKapitalrentabilitätUnternehmensrenditeUnternehmensrentabilitätenglReturn on AssetsRoA) gibt an, wie gibt an, wie effizient der Kapitaleinsatz innerhalb der Abrechnungsperiode war.

Gesamtkapitalrentabilität = (Reingewinn aus GuV + Fremdkapitalzinsen) / (Eigenkapital + Fremdkapital)

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Die Verwendung der richtigen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ist entscheidend, um den Erfolg eines Unternehmens bewerten zu können und die für ein nachhaltiges Wachstum erforderlichen Erkenntnisse zu gewinnen. Zu erkennen, was funktioniert und was nicht, ist die Grundvoraussetzung, um den Fortschritt eines Unternehmens in die richtige Richtung zu lenken zu.

Durch die Festlegung klarer operativer Kennzahlen und die objektive Bewertung haben Unternehmer die Möglichkeit, die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu fällen, um langfristig auf dem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Nutzen betriebswirtschaftlicher Kennzahlen

GrößenklassenKennzahlen sind in jedem Unternehmen die Grundlage für die unternehmerische Entscheidungsfindung. Ausgewählt aus dem geeigneten Datenraum ermöglichen sie das frühzeitige Erkennen von Risiken und helfen Chancen zu nutzen. Kennzahlen helfen der Unternehmensführung, zu verstehen, wie sich das Unternehmen in Bezug auf ihre strategischen Ziele entwickelt.

Wenn man sie richtig festlegt und verwendet, zeigen sie, ob die Leistung mit den Prognosen übereinstimmt. Darüber hinaus können Kennzahlen dazu dienen, von vornherein die richtigen Entscheidungen zu treffen oder aus mehreren Alternativen die wahrscheinlich profitabelste Option auszuwählen. Um verwertbare und aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, müssen die den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zugrunde liegenden Daten

  • verfügbar und messbar sein
  • für die Zielsetzung relevant sein
  • sofort verwertbar sein
  • zeitnah verfügbar sein

Arten und Gliederung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen

Die Kennzahlen unterteilt man je nach Datenraum aus dem sie stammen in Rentabilitätskennzahlen, Liquiditätskennzahlen und Erfolgskennzahlen. Hinzu kommen Kennzahlen zur Vermögensstruktur des Unternehmens (Bilanzkennzahlen), zur Umschlagshäufigkeit des Kapitals oder der Lagerbestände sowie Schuldenkennzahlen.

Rentabilitätskennzahlen

KennzahlenJedes Unternehmen muss Gewinne erwirtschaften, um auf Dauer bestehen zu können. Mehrere Kennzahlen liefern der Geschäftsleitung wichtige Informationen zur Rentabilität ihres Unternehmens. Hierzu zählen unter anderem die Gesamtkapitalrentabilität und Eigenkapitalrendite sowie die Umsatzrendite und der Return on Investment (ROI).

Gesamt- und Fremdkapitalrendite

Die Gesamtkapitalrentabilität (englisch Return on Assets) ist ein Maß für die Effizienz des gesamten Kapitaleinsatzes innerhalb einer Abrechnungsperiode. Die Gesamtkapitalrendite ist gleich dem Reingewinn des Unternehmens zuzüglich der Fremdkapitalzinsen dividiert durch das Gesamtkapital. Die Eigenkapitalrendite ist das Verhältnis von Gewinn zu Eigenkapital und zeigt, ob und wie das Eigenkapital innerhalb einer Periode verzinst wurde.

Umsatzrendite

Bei der Umsatzrendite oder Umsatzrentabilität (englisch Return on Sales, ROS) wird unterschieden zwischen der Netto-Umsatzrendite und der Brutto-Umsatzrendite. Diese Kennzahl gibt das Verhältnis des Gewinns vor Steuern (Brutto) oder des Gewinns nach Steuern im Verhältnis zum Umsatz an. Die Umsatzrendite wird häufig zur Bewertung der Betriebsleistung eines Unternehmens verwendet. Sie wird auch als „Betriebsgewinnmarge“ oder „Betriebsmarge“ bezeichnet.

Die Umsatzrendite kann sowohl als Instrument zur Analyse der Leistung eines einzelnen Unternehmens im Vergleich zu seiner Leistung in der Vergangenheit als auch zum Vergleich der Leistung ähnlicher Unternehmen verwendet werden. Das Verhältnis variiert stark je nach Branche, ist jedoch für den Vergleich verschiedener Unternehmen der selben Branche nützlich.

Wie bei vielen Kennzahlen ist es am besten, die Umsatzrendite eines Unternehmens im Zeitverlauf zu vergleichen, und Trends mit anderen Unternehmen der Branche zu vergleichen. Eine steigende Umsatzrendite zeigt an, dass das Unternehmen effizienter wird, während eine sinkende Quote auf drohende finanzielle Probleme hinweisen könnte. In einigen Fällen können Unternehmen eine niedrige Umsatzrendite jedoch durch erhöhte Umsätze ausgleichen.

Der Return on Investment

Der Return on Investment (ROI) ist eine häufig genutzte betriebswirtschaftliche Kennzahl, mit der die Rendite einer unternehmerischen Tätigkeit anhand des Gewinns im Verhältnis zum eingesetzten Kapital bestimmt wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Fremdkapitalzinsen dem Gewinn hinzugerechnet werden müssen, das sich der ROI auf das Gesamtkapital des Unternehmen bezieht.

Liquiditätskennzahlen

Liquiditätskennzahlen analysieren die Fähigkeit eines Unternehmens, seine kurzfristigen Verbindlichkeiten bei Fälligkeit zurückzuzahlen. Diese Kennzahlen zeigen die Liquidität eines Unternehmens und die Fähigkeit, Vermögenswerte in Bargeld umzuwandeln, um Verbindlichkeiten und andere kurzfristige Verpflichtungen zu erfüllen.

Liquidität ist nicht nur ein Maß dafür, wie viel Geld ein Unternehmen hat. Es ist auch ein Maß dafür, wie einfach es für das Unternehmen sein wird, ausreichend Bargeld zu beschaffen oder Vermögenswerte in Bargeld umzuwandeln.

Vermögenswerte wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder der Lagerbestand können viele Unternehmen relativ einfach in Bargeld umwandeln. Alle diese Vermögenswerte werden daher in die Liquiditätsberechnung eines Unternehmens einbezogen. Zu den wichtigsten Liquiditätskennzahlen gehören der Liquiditätsgrad (Cash Ratio), die Anlagendeckung und das Working Capital.

Erfolgskennzahlen

Erfolgskennzahlen dienen der Unternehmensführung zur Ermittlung des Unternehmenserfolgs. Sie können sich sowohl am Wert des Unternehmens wie auch am Gewinn orientieren. Wichtige Erfolgskennzahlen sind der Gewinn vor Steuern, der Umsatz, der Rohertrag, das Gesamtbetriebsergebnis und der Jahresüberschuss. Der Deckungsbeitrag und der CashFlow zählen ebenfalls zu den Erfolgskennzahlen.

Der Deckungsbeitrag (englisch contribution margin) ist ein wichtiger Teil der Kosten- und Leistungsrechnung. Er ist die Differenz zwischen Umsatz und den variablen Kosten eines Produktes. Die Differenz ist der Betrag, der zur Deckung der einem Produkt zuzurechnenden Fixkosten zur Verfügung steht.

Der CashFlow ist die Differenz zwischen dem zu Beginn einer Periode verfügbaren Geldbetrag und dem Betrag am Ende dieser Periode. Er ist positiv, wenn der Schlusssaldo höher als der Eröffnungssaldo ist. Der CashFlow steigt, wenn ein Unternehmen zum Beispiel mehr Waren oder Dienstleistungen verkauft, einen Vermögenswert verkauft wird oder die Kosten senkt. Er sinkt, wenn die Umsätze zurückgehen oder Kunden ihre Rechnungen langsamer bezahlen.

Die Höhe des CashFlow ist nicht unbedingt ein guter Indikator für die Leistung eines Unternehmens. Ein hoher CashFlow bedeutet nicht notwendigerweise einen hohen Gewinn. Und hohe Gewinne führen nicht automatisch zu einem hohen oder positiven CashFlow.

Bilanzkennzahlen

Bilanzkennzahlen sind die gebräuchlichsten und am weitesten verbreiteten Instrumente zur Analyse der finanziellen Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Die mit den Bilanzkennzahlen ausgedrückten Verhältnisse sind leicht zu verstehen und einfach zu berechnen. Sie können zum Vergleich verschiedener Unternehmen verwendet werden.

Da es sich um einen mathematischen Vergleich handelt, der auf Verhältnissen basiert, können große und kleine Unternehmen diese Kennzahlen verwenden, um ihre Finanzinformationen zu vergleichen. Diese Finanzkennzahlen berücksichtigen nicht die Größe eines Unternehmens. Gebräuchliche Bilanzkennzahlen sind die Eigenkapitalquote, die Fremdkapitalquote, die Anlagendeckung und Verschuldungsgrad.

Der Verschuldungsgrad (englisch debt to equity ratio oder leverage ratio) ist das Verhältnis zwischen dem in der Bilanz ausgewiesenen Eigenkapital und dem Fremdkapital. Darüber hinaus dient der Verschuldungsgrad der Quantifizierung der finanziellen Hebelwirkung, die angibt, in welchem Umfang die Tätigkeiten eines Unternehmens aus dem Eigenkapital gegenüber den Mitteln der Gläubiger finanziert werden. Der Verschuldungsgrad wird hauptsächlich zur Analyse der Kapitalstruktur und damit zur langfristigen Beurteilung der finanziellen Lage eines Unternehmens verwendet.