BWL-Artikel

Was ist der Börsenkurs?

Unter dem Börsenkurs versteht man einen an der Börse festgelegten Preis für Wertpapiere, Devisen oder Wirtschaftsgüter. Der Börsenkurs wird auch als Aktienkurs bezeichnet und entsteht aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Potenzielle Investoren haben einen direkten Einfluss auf den Börsenkurs. Je mehr Anleger sich für eine bestimmte Aktie interessieren, desto höher ist ihr Preis. Ist die Nachfrage gering, fällt der Preis der Aktie. Aus diesem Grund schwankt der Börsenkurs während der Börsenöffnungszeiten. Im Zusammenhang mit dem Börsenkurs unterscheidet man zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs. Der Handelstag an der Börse startet mit dem Eröffnungskurs und wird mit dem Schlusskurs beendet.

Für Unternehmen ist der Preis einer Aktie ausschlaggebend. Multipliziert man die Gesamtheit der Aktien eines Unternehmens mit dem entsprechenden Kurs, ergibt sich die sogenannte Marktkapitalisierung des Unternehmens. Aus dieser geht die Stellung des jeweiligen Unternehmens am Markt hervor. Je besser die Marktkapitalisierung, desto krisensicherer sind die Aktien des Unternehmens.

Mit dem Briefkurs wird der Preis angegeben, zu dem Verkäufer ihre Wertpapiere verkaufen. Der Geldkurs hingegen gibt den Preis an, zu dem Käufer die Wertpapiere kaufen möchten. Dabei verrät der Briefkurs den niedrigsten

Börsenkurs

Welche Kurse gibt es?

Angebotspreis, der Geldkurs hingegen gibt das höchste aktuelle Angebot für eine Aktie an. Der aktuelle Börsenkurs wird als der Preis definiert, zu dem ein bestimmtes Wertpapier zum letzten Mal gehandelt wurde. Dies gilt allerdings nur für Wertpapiere im fortlaufenden Handel. Für Wertpapiere, die nicht im fortlaufenden Handel befindlich sind, wird einmal zur Mitte des Börsentages ein sogenannter Kassakurs festgelegt. Lesen Sie hier alles zum Kassakurs.

Der Börsenkurs gibt nicht nur den aktuellen Wert eines Unternehmens an, sondern erlaubt es, Entwicklungen in der Zukunft vorauszusagen. Bei einer spekulativen Dividendenanlage ist beispielsweise nach einer Dividendenzahlung eine Steigerung des Börsenkurses zu erwarten.

Worin bestehen die Aufgaben eines Skontroführers und eines Börsenmaklers?

Im Grunde genommen unterscheiden sich Skontroführer und Börsenmaklers nur in ihrem Namen. Bis 2002 galt in Deutschland die Berufsbezeichnung „Börsenmakler“. Der Börsenmakler wurde 2002 durch den Skontroführer abgelöst. Ist von Börsen im Ausland die Rede, spricht man nach wie vor von BörsenmaklernSkontroführer sind zum Handel an der Börse zugelassene Handelsteilnehmer. Ein Skontroführer gewährleistet einen geordneten Börsenhandel und betreibt die Vermittlung und den Abschluss von Börsengeschäften in den ihm zugewiesenen Wertpapieren. Skontroführer nehmen Kauf- und Verkaufswünsche entgegen, die sie im sogenannten Orderbook festhalten. Dieses gilt als Grundlage für die Kursermittlung. Neben dem Skontroführer ist auch der Freimakler an der Börse tätig. Im Gegensatz zum Skontroführer, der von der Landesregierung vereidigt wird, unterliegt der Freimakler der Börsenaufsichtsbehörde und wird von der Börse zugelassen.

Welche Kursarten gibt es?

Der Börsenkurs umfasst mehrere Kursarten. Die wichtigsten Kursarten sind der Geld- und der Briefkurs. Der Geldkurs ist der Börsenkurs des Käufers. Dadurch, dass potenzielle Anleger Geld für eine Aktie bieten,

Börsenkurs

Welche Aktie kostet wie viel?

haben sie direkten Einfluss auf den Preis. Der Briefkurs ist der Kurs des Verkäufers und liegt stets über dem Geldkurs. Somit ist es ausgeschlossen, dass Verkäufer Aktien für eine geringere Summe abgeben, als die Käufer zu zahlen bereit sind. Unterschieden wird auch anhand des Zeitpunktes der Kursfeststellung, von dem sich der Eröffnungs– und der Schlusskurs ableiten.

Darüber hinaus spielt die Art der Kursfeststellung eine Rolle: Man spricht von einem variablen Kurs für Aktien, die fortlaufend notiert werden, oder von einem Kassakurs, bei dem eine Aktie nur ein einziges Mal während der Börsensitzung notiert wird. Der Terminkurs, auch als „Forward Rate“ bezeichnet,  stellt Kurs oder den Preis für einen Terminkontrakt oder ein Termingeschäft dar. Der Terminkurs setzt den Preis für Devisen fest, deren Zahlung nur zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden darf.

Anhand des Terminkurses lassen sich Marktkalkulationen ableiten, da der genaue Termin für die Zahlung bereits feststeht. Der gehandelte Kurs wird von Skontroführern festgelegt und richtet sich nach den vorliegenden Angeboten und Nachfragen. Der Taxakurs hingegen wird dann eingesetzt, wenn sich kein gehandelter Kurs ermitteln lässt. Dies ist der Fall, wenn zu einer bestimmten Aktie keine Aufträge vorliegen. Außerdem gibt es auch Kurse, die Skontroführer außerhalb der Börse über sogenannte Direktgeschäfte festlegen.

Was versteht man unter dem DAX?

Der DAX ist der deutsche Leitindex. Ein Index fasst die Aktienwerte mehrerer Unternehmen zusammen und stellt sie als einen einzigen Wert dar. Der DAX („Deutscher Aktienindex“) bildet die 30 umsatzstärksten deutschen Aktien ab. Solche Aktien werden auch „Blue Chips“ genannt. Der deutsche Aktienhandel besteht zu 75 bis 80 % aus dem Handel mit DAX-Werten. Ab September2021 soll der DAX 40 börsennotierte Unternehmen umfassen. Das amerikanische Gegenstück zum DAX ist der Dow Jones, in Japan ist es der Nikkei.

Eingeführt wurde der DAX 1988. Später folgten der MDAX und der SDAX. Der MDAX bildet die 50

Börsenkurs

Wie funktioniert der DAX?

liquidesten Unternehmen Deutschlands ab, die auf die unter dem DAX geführten Unternehmen folgen. Der SDAX umfasst weitere 70 Aktien. Somit sind 130 Aktien durch diese drei Indizes abgedeckt. Um in den DAX aufgenommen zu werden, muss ein Unternehmen eine Reihe strenger Auflagen erfüllen. Es muss im Prime Standards der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet sein und einen Streuwert von 10 % haben.
Als Realtime-Index gibt der DAX die fortlaufenden Kursveränderungen an, die durch Dividendenauszahlungen, Bonus- und Sonderzahlungen sowie Bezugsrechtsgewährungen zustande kommen.

Was ist ein Business Broker?

Businessbroker sind Mittelsmänner bei Verkäufen von Unternehmen in unterschiedlicher Größe. Dabei ist ein Business Broker dafür zuständig, im Auftrag des Unternehmenseigentümers Käufer für das Unternehmen zu suchen und zu finden.

Die Aufgabe des Business Brokers

Es ist die Aufgabe des Business Brokers, den gesamten Verkaufsprozess von der Käufersuche bis hin zum erfolgreichen Abschluss unterstützend zu begleiten. Sie geben als potenzieller Verkäufer dem Business Broker dabei Zugriff auf alle relevanten Daten – zum Beispiel in einem virtuellen Datenraum.

Die Ursprünge des Berufs

Auch in Deutschland ist in den letzten Jahren das Berufsbild des Business Brokers entstanden. Dieser professionelle Experte kümmert sich um die Akquisition potenzieller Unternehmenskäufer. Vor allem in anderen Ländern wie den USA, Australien, England und der Schweiz hat sich das Berufsbild bereits etabliert.

Der Tätigkeitsbereich eines Business Brokers

Business Broker sind hauptsächlich bei der Unternehmensnachfolge aktiv. Wenn ein Unternehmer seine Tätigkeit beenden will, benötigt er oftmals einen geeigneten Nachfolger. An dieser Stelle kommen die Business Broker ins Spiel, welche dann den Unternehmenseigentümer bei der Suche und Akquisition eines Nachfolgers aktiv unterstützen.

Doch nicht nur die reine Suche nach Käufern oder Nachfolgern ist die Aufgabe von einem Business Broker. Vor allem im Bereich M&A bedarf es wichtige Tätigkeiten im Vorfeld des erfolgreichen Verkaufs. Dies sind zum Beispiel eine Bewertung des Unternehmens, die viele Business Broker komplementär zu ihrem Hauptaufgabenfeld anbieten.

Business Broker – Immobilienmakler

Grundsätzlich weisen die beiden Tätigkeiten und Berufsfelder einige Ähnlichkeiten auf. Das Hauptaufgabenfeld eines Immobilienmaklers ist der Verkauf und die Vermarktung von Grundstücken und Immobilien.

Demgegenüber verkauft der Business Broker Unternehmen und kümmert sich um die Akquisition von Käufern, zum Beispiel im Bereich des M&A. Die Vergütung erfolgt sowohl beim Immobilienmakler als auch beim Businessbroker durch eine Provision. Dies bedeutet, dass eine Beteiligung am Kaufwert des Unternehmens oder der Immobilie stattfindet.

Kriterien für einen unseriösen Firmenvermittler

Wie in vielen Gewerben, gibt es auch bei den Business Brokern schwarze Schafe. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Kriterien, anhand derer potenzielle Unternehmensverkäufer einen geeigneten Firmenvermittler erkennen können.

Unseriös sind demnach Business Broker, die die Kontaktaufnahme mit Hilfe von unaufgeforderten Anrufen oder E-Mails durchführen. Denn seriöse Vermittler arbeiten erst nach Ihrer Beauftragung. Wenn ein Business Broker folglich damit wirbt, bereits mehrere Interessenten zur Verfügung zu haben, handelt es sich dabei oftmals um einen unseriösen Geschäftsmann.

Darüber hinaus setzen unseriöse Business Broker oftmals den interessierten Unternehmensverkäufer unter Druck. Diese wollen bereits beim ersten Gespräch eine Vertragsunterzeichnung erreichen, da bei jedem weiteren Treffen das Risiko steigt, dass Kunden sie als unseriöse Unternehmensvermittler enttarnen.

Kriterien für einen seriösen Business Broker

In der M&A Branche ist eine Bezahlung per Vorkasse nicht üblich. Vielmehr erfolgt die Bezahlung erst nach dem erfolgreichen Abschluss des Unternehmensverkaufes in Form einer Provision, deren Höhe vom Kaufpreis abhängig ist. Interessierte Verkäufer sollten also Zahlungen per Vorkasse oder die Erteilung Einzugsermächtigungen vermeiden.

Darüber hinaus spricht es für die Qualität des Vermittlers, wenn der Vertrag die konkreten Leistungen sorgfältig beschreibt. Bei seriösen Business Brokern ist im Vertrag zudem die Erstellung eines Informationsblattes für potenzielle Käufer des Unternehmens geregelt.

Die konkreten Regelungen sprechen also stets für die Qualität eines Vermittlers, da unseriöse Business Broker oftmals mit schwammigen Formulierungen versuchen, den Verkäufer zu täuschen. Darüber hinaus sind Referenzen oftmals das beste Kriterium für einen seriösen Unternehmensvermittler. Wenn eine Vielzahl vergangener Kunden von den Qualitäten des Business Brokers schwärmt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch Sie als zukünftiger Kunde und Unternehmensverkäufer den Kaufvorgang erfolgreich und zufrieden abschließen.

Due Diligence – die Prüfung des Unternehmens im Vorfeld

Business BrokerWie bereits festgestellt, kümmert sich ein Business Broker auch um Tätigkeiten im Vorfeld des Unternehmensverkaufes. Dazu gehört bspw. das Tätigkeitsfeld der Due Diligence.

Die Spezialisten überprüfen bereits im Vorfeld die Bilanzen, Ressourcen und Risiken des zu verkaufenden Unternehmens. Diese kann das zu verkaufende Unternehmen bspw. in einem virtuellen Datenraum bereitstellen. Auf der einen Seite dient diese Analyse der Information des Käufers, sodass die typische Asymetrie in puncto Informationsverteilung verschwindet.

Darüber hinaus fällt es dem potenziellen Kunden anschließend einfacher, das jeweilige Unternehmen zu bewerten. Denn ohne eine Bewertung des Unternehmens ist eine Entscheidung pro oder contra Kauf nicht möglich.

Für juristische Personen erfüllt die Due Diligence eine Rechenschaftsfunktion. Denn die Geschäftsführer und Manager müssen gegenüber den Stakeholdern ein sorgfältiges Handeln nachweisen. Diese Exculpationsfunktion erfüllt die Due Diligence zusätzlich.

Die Schwerpunkte der Prüfung

Bei der Due Diligence gibt es unterschiedliche Arten. Diese sind abhängig vom Zeitpunkt der Prüfung und dem Zweck. Trotzdem überschneiden sich die Analyseschwerpunkte bei den verschiedenen Prüfungsarten.

Der Businessbroker überprüft die rechtliche und steuerliche Situation des Unternehmens. Die Analyse umfasst zudem die finanzwirtschaftliche Situation mitsamt der finanziellen Risiken. Auch die Strategie, der Markt und die Branche gehören zur Due Diligence Prüfung.

Die Umweltverträglichkeit des Unternehmens und die Situation der Mitarbeiter runden die Prüfung erfolgreich ab, sodass sowohl Käufer als auch Verkäufer ein umfassendes Bild über das Unternehmen bekommen.