BWL-Artikel

Wie wird Monitoring im Unternehmen eingesetzt?

Unter Monitoring versteht man die systematische Beobachtung und Dokumentation von Vorgängen im Zeitverlauf. Es kann sich auf Prozesse, Systeme, die Entwicklung von Märkten, Unternehmen, etc. beziehen. Um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern, erfolgt es in periodischen Abständen nach immer gleichen Prinzipien und Methoden.

Sinn kann dabei sein, die Objekte des Interesses nur zu beobachten und die Ergebnisse zu protokollieren. Meist bezweckt man damit jedoch auch, festzustellen, ob das Beobachtete eine gewünschte Entwicklung nimmt oder nicht, damit man bei Abweichungen Maßnahmen ergreifen kann.

Monitoring ermöglicht es, eine verlässliche und belastbare Daten- und Informationslage zu gewinnen, es erhöht die Transparenz und führt zur Versachlichung von Diskussionen. Es wird in beinahe jeder Wissenschaftsdisziplin eingesetzt und findet auch in der Betriebswirtschaft breite Anwendung, ebenso in der praktischen Unternehmensführung.

Häufig verwendet man die Begriffe Monitoring und Controlling synonym. Auch zu einer Verwechslung kann es kommen, was jedoch nicht richtig wäre. Monitoring beschränkt sich darauf, Daten und Informationen zu sammeln, aufzubereiten und zu protokollieren. Controlling hingegen sieht darüber hinaus bei Abweichungen aktive Gegenmaßnahmen im beobachteten Geschehen vor.

Monitoring in Unternehmen

Einsetzbar ist es in einem Unternehmen in unterschiedlichen Bereichen und zu unterschiedlichen Zwecken. Die

Monitoring

Was ist wichtig beim Monitoring?

wichtigsten Anwendungsgebiete sind: Wettbewerbs-, Marken-, Presse-, Patent-, und Social Media-Monitoring.

In einem Marktumfeld, das immer dynamischer wird und von ständigem Wandel geprägt ist, besteht die permanente Gefahr, selbst für etablierte Unternehmen, Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die am Markt relevanten Einflussgrößen für wettbewerbsorientierte Unternehmen zu monitoren. Dies schafft die Basis dafür, dass Unternehmen auf Entwicklungen rasch reagieren können.

Um professionell und qualitätsvoll monitoren zu können, greifen Unternehmen auf Datenbanken, Informationsdienste und Fachportale zurück, aber auch auf öffentlich zugängliche Informationsquellen. Je automatisierter die Prozesse sind, desto hilfreicher sind sie für die Unternehmen. Immer wieder stellt sich dabei die Frage ob es vorteilhaft ist, Monitoring- Aktivitäten aus dem Unternehmen auszulagern und professionelle Dienstleister damit zu beauftragen.

Wettbewerbs-Monitoring

Für Unternehmen ist es von entscheidender Bedeutung, die Aktivitäten und den Zustand anderer Unternehmen, die sich im gleichen Marktumfeld bewegen, zu verfolgen.

Als Informationsquellen bieten sich zunächst Zwangsmeldungen an. Dazu zählen Meldungen im Handelsregister, solche von Ämtern im Zusammenhang mit Schutzrechten wie Patenten, Mustern und Marken, oder Bekanntmachungen in Insolvenzverfahren. Überwacht werden diese Veröffentlichungen häufig automatisiert über Spezialdatenbanken. So können zum Beispiel Informationen über Sanierungsverfahren oder Veränderungen in der Organisation von Unternehmen (Wechsel in der Geschäftsführung oder im Kreis der Gesellschafter) zeitnah erkannt werden.

Marken-Monitoring

Unternehmen verwenden häufig Datenbanksysteme, um Marken- und Mustereintragungen zu beobachten und den Schutz bestehender Markenrechte zu überwachen. Wenn ein Unternehmen einen speziellen, besonders aktiven und kreativen Mitbewerber hat, dann kommt es auch vor, dass gezielt dessen Aktivitäten beobachtet werden.

Presse-Monitoring

Im Bereich des Presse-Monitorings kommen spezielle Medien-Datenbanken zur Anwendung, die bezogen auf

Monitoring

Was ist wichtig beim Presse-Monitoring?

Unternehmen oder spezielle Inhalte monitoren können. Für ein qualitätsvolles und aussagekräftiges, vollständiges Presse-Monitoring sind freie Suchmaschinen wie zum Beispiel Google News übrigens nicht ausreichend. Man muss vielmehr auf Einzeldatenbanken zurückgreifen, die meist von spezialisierten Anbietern betrieben werden.
Dazu kommt eine sorgfältige Beobachtung von Fachmedien.

 

Patent-Monitoring

Dies ist vor allem für Unternehmen, die sich in einem sehr kompetitiven, innovativen Umfeld bewegen und selbst viel forschen und entwickeln, von essentieller Bedeutung. Deshalb beobachten solche Unternehmen regelmäßig die diesbezüglichen Aktivitäten ihrer Mitbewerber sowie Veröffentlichungen zu bestimmten Sachgebieten und Technologien. Natürlich werden auch Veröffentlichungen über die Einreichung und Genehmigung neuer Patente verfolgt.

Auch in diesem Bereich geschieht die Überwachung typischerweise über Spezialdatenbanken, weil die öffentlichen Informationssysteme der Patentämter zwar durchaus Informationen liefern, aber nicht für eine umfassende und systematisierte laufende Beobachtung konzipiert sind.

Social Media-Monitoring

Den sozialen Netzwerken kann sich heutzutage kaum ein Unternehmen mehr entziehen, unabhängig davon, in welcher Branche es tätig ist. Dies deshalb, weil sich Kunden und Mitbewerber dort austauschen, sich Meinungen bilden und damit letztlich auch Kaufentscheidungen beeinflusst werden.

Es ist also einerseits wichtig zu wissen, was an für das Unternehmen Relevantem in den sozialen Netzwerken geschieht, andererseits ist Monitoring unabdingbar, wenn ein Unternehmen Social Media Aktivitäten implementieren möchte. Zu Beginn sollte das Verhalten von Kunden, Interessenten, Wettbewerbern, Lieferanten und Meinungsbildnern untersucht werden. Insbesondere gilt es, basierend auf diesen Informationen, die Entscheidung zu treffen, welche der vielen in Frage kommenden Plattformen für die Social Media Aktivitäten des Unternehmens genutzt werden soll.

Die Beobachtung des Social Media-Umfelds ist für unterschiedliche Unternehmensbereiche relevant. Dazu gehören vor allem aber für das Management, die Produktentwicklung, das Marketing, die Unternehmenskommunikation und den HR-Bereich. Lesen Sie hier alles zum Bereich HR.

Unterschiedliche Tools erleichtern das Monitoring und sind auf einzelne Kanäle spezialisiert. So gibt es Lösungen für Facebook, die Beobachtung von Blogs und Foren oder von Twitter.

Machen externe Dienstleister Sinn?

Es gibt sowohl kostenfreie als auch kostenpflichtige Werkzeuge, wobei sich erstere besonders für den Einstieg eignen. Später lassen sie sich mit erweiterten Tools kombinieren. Werden die Social Media Aktivitäten intensiviert, und ergeben sich spezielle Anforderungen, wird man zu kostenpflichtigen Tools wechseln müssen. Diese zeichnen sich durch zahlreichere und meist auch genauere Funktionalitäten und Individualisierungsmöglichkeiten aus.

Monitoring

Externe Dienstleister bringen starke Netzwerke mit.

Für viele Unternehmen stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, das Social Media-Monitoring an externe Dienstleister auszulagern. Ein derartiges Outsourcing kann durchaus vorteilhaft sein, wenn die Anforderungen steigen, das Umfeld dynamischer wird, und das Unternehmen keine eigenen Ressourcen für das Monitoring aufbauen möchte. Davon abgesehen verfügen externe Dienstleister über entsprechende Erfahrung und haben hochspezialisierte Tools zur Hand. Weiters können sie in der Regel auch auf umfassende Branchenkenntnisse zurückgreifen und arbeiten mit Partner-Netzwerken zusammen.

Wie bei allen Fällen von Outsourcing gilt auch hier, dass es die Auslagerung aus dem Unternehmen möglich macht, sich auf seine Kernprozesse zu konzentrieren und den Fokus auf die Gewinnung von Kunden und Umsätzen zu legen.

Was ist die Push-Pull-Strategie – und worauf kommt es dabei an?

Die Push-Pull-Strategie kann jede Produktionsplanung eines Unternehmens bereichern – vor allem in Zeiten des stetigen Wandels und der rasanten Veränderungen in der Industrie. Sie kombiniert zwei verschiedene Ansätze, welche alle Abläufe von Produktion bis hin zur Lagerung und den Transport umfassen. Wenn die Strategie passend und effektiv eingesetzt wird, dann können Unternehmen Kosten sparen, gleichzeitig rechtzeitige Lieferungen garantieren und insgesamt ein gutes Marketing aufziehen.

Doch was genau ist die Push-Pull-Strategie, welche Vorteile und Möglichkeiten bringt sie mit und worauf kommt es bei der Umsetzung an? Im Folgenden ist alles Wissenswerte rund um die moderne Strategie zusammengetragen.

Definition: Was ist die Push-Pull-Strategie?

Genau genommen handelt es sich bei der Push-Pull-Strategie (oder auch Push-Pull-Prinzip) um zwei vollkommen unterschiedliche Strategien die helfen sollen, die Produkte am Markt abzusetzen. Die Strategien fügen sich zu einem übergeordneten Konzept zusammen, welches in Produktion, Logistik und Marketing Anwendung findet. Der Name des Prinzips kommt von der Unterscheidung der Quellen des auslösenden Impulses einer Handlung oder Aktivität.

Push-Pull

Die Markt wartet auf die Produkte.

Zum einen kommt dabei die Push-Seite ins Spiel – also quasi die Anbieterseite„. Bei dieser spielen die werbenden, verteilenden, vertreibenden, herstellenden und produzierenden Handlungen eine Rolle. Bei der Pull-Seite handelt es sich hingegen um die Kundenperspektive – also um die Nachfrage am Markt, die Interessenten und die in der Supply Chain nachgelagerte Stelle.

Push und Pull: Zwei Strategien – drei Bereiche

Die Push-Pull-Strategie fügt in den drei Bereichen Produktion, Logistik und Marketing mehrere moderne Ansätze zu einem enorm effektiven Gesamtpaket zusammen.

Push-Pull-Strategie im Marketing

Im Bereich des Marketings verfolgt man das Ziel, Produkte und Dienstleistungen einer möglichst großen Zielgruppe potenzieller Kunden anzubieten und letztlich zu verkaufen. Lesen Sie hier alles zu Zielgruppen.

Push-Prinzip: Die Maßnahmen im Marketing konzentrieren sich auf den B2B-Sektor. Durch die Preisgestaltung und gezielte Informationen sollen die eigenen Produkte gegenüber Händlern als attraktiv und ambitioniert positioniert werden. Dadurch sollen diese dazu animiert werden, große Mengen zu kaufen, um diese abzusetzen. Das Push-Prinzip erfüllt damit vor allem den Sinn, neue und innovative Produkte dem Markt zu präsentieren und auf diesem zu platzieren.

Pull-Prinzip: In diesem Fall werden die Marketingmaßnahmen auf die Kundschaft – also den B2C Sektor, ausgelegt. Durch Werbung und andere Formen des Marketing – wie Social-Media – sollen die Produkte bei den Endkunden im Kopf bleiben und diese sollen auch ein Bedürfnis an den Produkten entwickeln. Die Nachfrage soll angekurbelt werden. Das Pull-Prinzip ist im Vergleich zu der Push-Strategie mit deutlich höheren Streuverlusten verbunden – und damit auch mit höheren Kosten.

Push-Pull-Strategie in der Logistik

Das übergeordnete Ziel in der Logistik ist es, bestimmte Güter an einen, möglichst großen, Kreis an Kunden zu liefern – und zwar termingerecht und in der versprochenen Qualität.

Push-Prinzip: Unternehmen oder Händler bekommen die Ware nicht nach konkretem Bedarf oder Verbrauch, sondern viel mehr nach festgelegten Mengen. Diese Sicherheit hat zumeist zur Folge, dass Händler die

Push-Pull

Wann erhalte ich die Produkte?

entsprechenden Waren verstärkt bewerben. Außerdem produzieren herstellende Unternehmen oftmals auf Lager. Dieses Push-Prinzip in der Logistik hängt unmittelbar mit dem im Marketing zusammen.

Pull-Prinzip: Produzierende Unternehmen und der Handel erhalten Produkte nach konkretem, beziehungsweise geschätztem Bedarf. Die Hersteller arbeiten eng mit den Logistikern zusammen und kommunizieren zu jeder Zeit die Bestands- und Verkaufszahlen. Durch diese Absprachen möchte man eine ideale Warenversorgung nach dem Prinzip „Just in Time“ garantieren. Kurzfristige Nachbestellungen führen zu kurzfristiger Produktion. Da versteht es sich fast von selbst, dass eine ausgereifte und effiziente Logistik und schnelle Informationsübertragungen nötig sind.

Push-Pull-Strategie in der Produktion

Das klare Ziel in der Produktion: Produkte in der richtigen Menge und der gewünschten Qualität herzustellen – und zwar termingerecht.

Push-Produktion: Diese Art der Produktion unterliegt zu jeder Zeit der Führung durch einen klaren Produktionsplan und zentraler Steuerungs– und Planungseinheiten. Produktion erfolgen auf Bestellung, der Güter- und Informationsfluss bewegen sich mit dem Wertstrom und sind aneinander gekoppelt. Hoher Planungsaufwand und hohe Lagerbestände sind in der Regel die Folge.

Pull-Produktion: Sie erfolgt vom aktuellen Bedarf und braucht keine zentrale Planung und Steuerung. Produktion erst nach Bedarf – der Kundenwunsch und die Nachfrage spielen dabei die Hauptrollen. Güter- und Informationsfluss laufen entgegengesetzt. Das Produkt und die Information sind voneinander getrennt. Niedrige Lagerbestände und kurze Lieferzeiten sind die Folge.

Vorteile der Push-Pull-Strategie

Die Push- und Pull-Faktoren haben beide Vor- und Nachteile. Die Push-Produktion kann ihre Stärken zeigen, wenn es um Variantenvielfalt, große Chargen und Einzelanfertigungen geht. Die Pull-Produktion sticht heraus, wenn von

Push-Pull

Wann fertigt man einzeln?

um Serienproduktion die Rede ist. Der größte Vorteil der Push-Pull-Strategie ist, die beiden Disziplinen zu vereinen und jeweils die Vorteile zu einem Gesamtpaket zu verpacken.

Die Harmonie zwischen Push- und Pull-Faktoren bringt ganzheitliche Vorteile mit sich, welche im Folgenden zusammengefasst sind:

  • Kundenorientierte Ausrichtung: Die komplette Wertschöpfungskette von Logistik über Produktion bis hin zu Marketing gelingt mit dem Pull-Prinzip. Keine langen Lagerzeiten und hohe Lagerbestände und Transport auf Abruf.
  • Kostensenkung: Das Pull-Prinzip sorgt durch niedrige Lagerbestände die Kosten. Außerdem bringt sei eine Umstellung auf effizientes Arbeiten mit sich.
  • Optimierte Prozesse mit Kunden und Lieferanten: Durch die Pull-Ausrichtung kann eine bessere Kundenbindung und eine flexiblere Arbeitsweise erreicht werden. Kundenwünsche lassen sich in die Produktion integrieren – auch kurzfristige Aufträge sind möglich.
  • Geschmeidige Wertschöpfungskette: Sobald das Pull-Prinzip ausgearbeitet und umgesetzt ist, greifen die verschiedenen Räder in einem Unternehmen ineinander. Die Prozesse sind aufeinander abgestimmt und optimiert. Die Koordination ist deutlich besser und die Wertschöpfungskette läuft wie geschmiert.

Wettbewerbsfähigkeit – was verstehen wir darunter?

In einer Marktwirtschaft können Kunden aus dem Angebot gewinnorientierte Anbieter auswählen. Ihre Wahl wird auf das für sie beste Produkt zum niedrigsten Preis fallen. Der Gewinn des Anbieters lässt sich durch mehr Absatz erhöhen, wonach aber natürlich alle Anbieter streben. Daraus ergibt sich ein Wettbewerb um die höchste Qualität und die niedrigsten Kosten. Wettbewerbsfähigkeit bedeutet, dass ein Unternehmen seine Produkte und Dienstleistungen absetzen und damit einen Gewinn erzielen kann. Im Vergleich zu anderen Firmen bedeutet das, dass die Preise für vergleichbare Produkte nicht höher sein können.

Preisliche und nicht-preisliche Wettbewerbsfähigkeit – wo liegt der Unterschied?

Für den Absatz von weitgehend standardisierten Erzeugnissen ergibt sich die Wettbewerbsfähigkeit aus einem günstigeren Preis. Dieser kommt so zustande, dass die Herstellung effizienter ist und dadurch die Kosten sinken. Zusammen mit einem Gewinn ist der Preis für den Abnehmer dann niedriger, als wenn er sich für einen anderen Lieferanten entscheiden würde. Das beste Beispiel für diese Situation ist die Lieferung von Rohstoffen. Ein Kilo Gold in einer bestimmten Reinheit kostet in sehr engen Grenzen bei allen Anbietern gleich viel. In einer entwickelten

Wettbewerbsfähigkeit

Welches Produkt bringt den größten Nutzen?

Volkswirtschaft spielen aber innovative Produkte eine wichtigere Rolle und definieren den Entwicklungsgrad.

Kunden werden von Anbietern solcher Erzeugnisse mit der Qualität des Produkts und des Kundenservices überzeugt. Auch die Marke spielt in diesem Fall eine wesentliche Rolle, die man als Versprechen eines Werts ansehen kann. Damit spannt sich ein Bogen zu Marketingmaßnahmen, die für nicht standardisierte Produkte zur Wettbewerbsfähigkeit gehören. Der springende Punkt ist hier das Problem der Informationsvermittlung und -Verfügbarkeit. Ein Abnehmer kann sich nur dann für ein bestimmtes Produkt entscheiden, wenn er davon Kenntnis hat. In einer entwickelten Wirtschaft mit einer kaum überschaubaren Vielfalt von Erzeugnissen ist dieser Punkt für den Unternehmenserfolg entscheidend.

Kontroversen über die Definition der Wettbewerbsfähigkeit

Der ersten Definition nach ist eine Firma wettbewerbsfähig, wenn sie nur überleben kann. Die Höhe des Gewinns ist dafür unerheblich. Dies kommt keinem wirklich befriedigenden wirtschaftlichen Maßstab gleich. In perfekter Konkurrenz gibt es schon mit zwei Anbietern keinen Gewinn mehr, denn der Preis wird von beiden bis zu diesem Punkt hinuntergedrückt. Eher realistisch ist es, dass Unternehmen über die produzierte Menge entscheiden und dann den Markt einen Preis finden lassen. In einem Monopol gibt es hohe Gewinne. Die Firma Apple hat hält beispielsweise ein Monopol auf Smartphones mit dem Betriebssystem iOS. Diese Überlegungen zeigen, dass das Ausmaß der Wettbewerbsfähigkeit nicht nur auf eine Art sinnvoll definiert werden kann. Lesen Sie hier alles zum Thema iOS.

Wie ist die internationale Wettbewerbsfähigkeit definiert?

Im Prinzip kann man natürlich die Gesamtheit aller Unternehmen in einem Land betrachten und ihre Wettbewerbsfähigkeit zusammen analysieren. Es gibt allerdings Uneinigkeit darüber, ob der Begriff für ein ganzes Land Sinn macht und wenn ja, wie er genau definiert werden sollte. Die Außenhandelsbilanz würde am ehesten dem Marktanteil eines Unternehmens entsprechen. Diese kann aber einfach durch Senken der Löhne und Umweltstandards verbessert werden.
Wird der Schwerpunkt auf preisliche Wettbewerbsfähigkeit gelegt, ergibt sich daraus eine Betrachtung

Wettbewerbsfähigkeit

Um welchen Schwerpunkt sollte man kämpfen?

der Lohnhöhe und anderer Parameter wie der Umweltstandards. Geografische Aspekte beeinflussen wirtschaftliche Aktivität in wesentlichem Ausmaß. Deshalb werden Kosten des Standorts und des Transports zum Abnehmer als Teil der Wettbewerbsfähigkeit aufgefasst. Eine in der EU heute verwendete Definition der Wettbewerbsfähigkeit fußt auf der Wertschöpfung, der Technologie und der Beschäftigung. Der Wettbewerb um Kosten und Preise wird nur als Untergrenze der Wettbewerbsfähigkeit gesehen.

Was versteht man unter dem sogenannten Diamanten-Modell?

Das von dem Ökonomen Michael Porter vorgelegte Modell stellt eine Beurteilung dar, wie wettbewerbsfähig verschiedene Länder sind. Der erste Faktor beschäftigt sich mit Standortbedingungen wie der Infrastruktur sowie der Ausbildung und Qualität der Personals. Der Anspruch der heimischen Kunden an die Qualität der Produkte wird als Motivation zum Erreichen hoher Standards gesehen. Damit sind Unternehmen auch im Export konkurrenzfähig. Hohe Qualität erfährt Unterstützung. Schließlich ist auch die Qualität der Führung und Organisation für den Unternehmenserfolg wichtig, wenn nicht sogar entscheidend. Das Diamanten-Modell wird in der Politik oft unter dem Gesichtspunkt der Maßnahmen gesehen, die zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig sind.

Was hat der Wechselkurs mit der Wettbewerbsfähigkeit zu tun?

Diese Abhängigkeit zählt zu den Gründen, aus denen die einfache Übertragung des Begriffs der

Wettbewerbsfähigkeit

Wann rentieren sich Exporte?

Wettbewerbsfähigkeit von einer Firma auf ein ganzes Land in der Kritik steht. Im Gegensatz zu einem einzelnen Unternehmen hat ein Land mit eigener Währung die Möglichkeit zu währungspolitischen Maßnahmen. Erfolgt eine Abwertung der Währung, sind Exporte für die Abnehmer billiger und Importe für die heimischen Konsumenten teurer.

Im Verhältnis zu Anbietern in anderen Ländern ergibt sich also ein Vorteil für die Unternehmen im Land. Ein Beispiel für diesen Effekt kann man in südeuropäischen Ländern wie Italien feststellen. Zu Zeiten der eigenen Währung konnte Italien die Lira abwerten und damit den eigenen Tourismus und Export ankurbeln. Jetzt im Euro ist dem Land dieser Weg verschlossen. Manche bedauern das, andere weisen darauf hin, dass mehr Sinn in strukturellen Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit liege.

Was versteht man unter dem Produktlebenszyklus?

Beim Produktlebenszyklus handelt es sich um ein Konzept aus der BWL. Es beschreibt die Lebenszeit eines Produktes (typischerweise Konsumgüter) in Phasen von seiner Einführung auf dem Markt bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich keine Gewinne mehr erwirtschaften lassen. Die Einteilung in eine Phase lässt sich anhand der Entwicklung des Absatzes, Umsatzes oder Gewinns im Vergleich zu einem vorher definierten Zeitraum festlegen. Je nachdem, in welcher Phase sich ein Produkt gerade befindet, empfehlen sich für Unternehmen unterschiedliche begleitende Maßnahmen.

Insgesamt unterscheidet man beim Produktlebenszyklus zwischen fünf verschiedenen Phasen. Jede Phase hat ihre eigenen Besonderheiten und Merkmale, die nicht nur allein aus dem Umsatz resultieren.

Einführungsphase

Die Einführungsphase ist die erste Phase im Produktlebenszyklus und beschreibt die Markteinführung des Produktes. In dieser Phase werden noch keine Gewinne erzielt, da es zunächst einmal darum geht, das Produkt auf dem Markt bekannt zu machen. Aus diesem Grund fallen in der Einführungsphase kostenintensive Marketingmaßnahmen an. Diese übersteigen zunächst die Umsätze, wobei die Verluste mit wachsenden Verkaufszahlen immer weiter sinken.

Welche Marketingmaßnahmen konkret notwendig sind, hängt von dem jeweiligen Produkt ab. So kann es beispielsweise sein, dass eine generelle Vorstellung nicht ausreicht und das Produkt und seine Funktionsweise den potenziellen Kunden erklärt werden müssen. Die Einführungsphase endet, sobald der Break-Even-Punkt erreicht ist und die Erlöse die Ausgaben decken. Viele Produkte erreichen diesen Punkt jedoch nicht und scheitern bereits frühzeitig aus vielfältigen Gründen.

Wachstumsphase

Produktlebenszyklus

Das Produkt startet durch

Ist die Wachstumsphase im Produktlebenszyklus erreicht, beginnt ein Unternehmen, Gewinne zu erzielen. Immer mehr Kunden entdecken das Produkt, was dazu führt, dass Marktvolumen und Umsätze steigen oder zumindest konstant bleiben. Es werden neue Zielgruppen erschlossen und schlechtere oder veraltete Vorprodukte verdrängt.

Die Ausgaben für das Marketing bleiben allerdings auch in dieser Phase hoch, da es weiterhin von Bedeutung ist, die Bekanntheit des Gutes zu erhöhen. Dies führt jedoch auch dazu, dass Konkurrenten auf das Produkt aufmerksam werden und erste Wettbewerber mit eigenen Angeboten in den Markt einsteigen. Trotzdem können Unternehmen aufgrund des generellen Wachstum des Marktes weiterhin ein Absatz- und Umsatzwachstum verbuchen. Sobald dies jedoch nicht mehr der Fall ist, endet die Wachstumsphase.

Reifephase

Die Reifephase ist in vielen Fällen die längste Phase in einem Produktlebenszyklus. Diese ist erreicht, sobald das Produkt keine überdurchschnittlichen Absatzraten mehr erzielt. In dieser Phase sind die Gewinne oft am größten, da die Ausgaben für Marketingmaßnahmen zurückgefahren werden können. Marketing bleibt jedoch immer noch ein wichtiger Faktor, da der Konkurrenzkampf in der Reifephase wächst. Marktanteile lassen sich meist nur durch Kundenabwerbung erhöhen. Entsprechend geht es bei den Maßnahmen sowohl darum, Abwanderungen der Kunden zu Wettbewerbern zu verhindern als auch selbst neue Kunden von den Vorteilen des eigenen Produktes im Vergleich zur Konkurrenz zu überzeugen.

Sättigungsphase

In der Sättigungsphase im Produktlebenszyklus beginnt der Rückgang der Umsätze und damit verbunden auch der Gewinne. Der Markt hat endgültig seine maximale Größe erreicht und wächst nicht mehr weiter. Nun wird auch der Konkurrenzkampf zwischen den Unternehmen immer härter. Es beginnt ein Verdrängungswettbewerb, bei dem

Produktlebenszyklus

Wie geht es meinem Produkt nun?

Unternehmen versuchen, die Kosten für das eigene Produkt möglichst zu drücken. Daher steht nun verstärkt der Preiskampf zwischen den Wettbewerbern im Mittelpunkt. Wer möglichst kostengünstig produziert, kann sein Produkt günstiger als die Konkurrenz anbieten und so immer noch Gewinne erwirtschaften. Unternehmen, die den Preiskampf verlieren, fahren dagegen schnell Verluste ein und werden bald vom Markt verdrängt.

Degenerationsphase

Die Degenerationsphase wird auch als Rückgangsphase bezeichnet und beschreibt den letzten Abschnitt in einem Produktlebenszyklus. Ist diese Phase erreicht, beginnen Gewinne und Umsätze zunehmend zu schwinden und auch Marketingmaßnahmen sind nicht mehr in der Lage, diesen Rückgang zu kompensieren.

Die Degenerationsphase kündigt sich in der Regel im Vorfeld an und bietet Unternehmen so die Möglichkeit, sich auf diesen Punkt vorzubereiten. Möglichkeiten sind zum Beispiel Weiterentwicklungen oder ein Nachfolgemodell. Auch ein Relaunch mit neuen oder verbesserten Funktionen kann noch einmal zu einer Rekonsolidierungsphase führen. In diesem Falle versucht man, praktisch einen neuen Produktlebenszyklus zu starten. Alternativ werden die Umsätze und Absätze immer weiter sinken, bis das Produkt schließlich vom Markt verschwunden ist. Lesen Sie hier alles zum Thema Relaunch.

Der klassische Produktlebenszyklus wurde im Laufe der Zeit auf verschiedene Arten angepasst und weiterentwickelt. Die bekanntesten Varianten stammen von der Boston Consulting Group, McKinsey & Company und Arthur D. Little.

Produktlebenszyklus von Boston Consulting Group

Das Konzept der Boston Consulting Group arbeitet mit der sogenannten BCG-Matrix. Hier werden Produkte auf Basis ihres existierenden Marktwachstums und des relativen Marktanteils in Hinblick auf ihr Potenzial eingeteilt. Aufgrund dieser Tatsache bevorzugen viele Unternehmen das Modell bei der Bewertung ihrer Produkte.

Anhand der beiden Faktoren können Produkte in vier verschiedene Gruppen eingeteilt werden, die den Phasen des Produktlebenszyklus ähneln. Die vier Gruppen sind:

  • Questionmarks (hohes Marktwachstum, geringer Marktanteil)
  • Stars (hohes Marktwachstum, hoher Marktanteil)
  • Cash Cows (niedriges Marktwachstum, hoher Marktanteil)
  • Poor Doogs (niedriges Marktwachstum, hoher Marktanteil)

Produktlebenszyklus von McKinsey

Das Modell von McKinsey arbeitet ebenfalls mit einer Matrix, allerdings umfasst diese neun Felder. Als Basis für die beiden Dimensionen dienen die Marktattraktivität (mit Punkten wie MarktwachstumMarktqualität oder Umweltsituation) und die relativen Wettbewerbsvorteile (mit Punkten wie relative Marktposition, relatives Produktionspotenzial oder relatives F&E-Potenzial). Anhand dieser beiden Bewertungspunkte können neun verschiedene Handlungsempfehlungen beziehungsweise Strategien für ein Produkt abgeleitet werden.

Produktlebenszyklus

Ein neues Produkt weist viele Aspekte auf

Sind beispielsweise die Marktattraktivität und die relativen Wettbewerbsvorteile sehr hoch, sollten sich Unternehmen darauf konzentrieren, ihre Position auf dem Markt zu verteidigen. Besteht dagegen nur eine hohe Marktattraktivität, während der relative Marktanteil sehr niedrig ist, dann empfiehlt die Portfolio-Matrix eine Spezialisierung auf einige Stärken, um zu versuchen, Wachstum zu generieren.

Produktlebenszyklus von Arthur D. Little

Das Modell von Arthur D. Little setzt ähnlich wie die BCG-Matrix auf die relative Marktposition als eine seiner Dimensionen. Die zweite Dimension in der Matrix ist der Stand des Produktes im Produktlebenszyklus. Anhand dieser beiden Aspekte können Unternehmen auch mit diesem Modell Handlungsweisungen für ihre aktuelle Produktsituation herleiten.

Die Empfehlungen in dem Modell von Arthur D. Little gehen dabei von drei verschiedenen Grundannahmen aus. Demnach sind alle Änderungen der Preise und ihre Ursachen voneinander unabhängig. Zudem bildet der Preis alle Informationen des Marktes komplett ab und bei den Kursschwankungen liegt eine Normalverteilung vor. In der Realität hat sich allerdings gezeigt, dass diese Annahmen nicht notwendigerweise richtig sind.