BWL-Artikel

Wie wird Monitoring im Unternehmen eingesetzt?

Unter Monitoring versteht man die systematische Beobachtung und Dokumentation von Vorgängen im Zeitverlauf. Es kann sich auf Prozesse, Systeme, die Entwicklung von Märkten, Unternehmen, etc. beziehen. Um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern, erfolgt es in periodischen Abständen nach immer gleichen Prinzipien und Methoden.

Sinn kann dabei sein, die Objekte des Interesses nur zu beobachten und die Ergebnisse zu protokollieren. Meist bezweckt man damit jedoch auch, festzustellen, ob das Beobachtete eine gewünschte Entwicklung nimmt oder nicht, damit man bei Abweichungen Maßnahmen ergreifen kann.

Monitoring ermöglicht es, eine verlässliche und belastbare Daten- und Informationslage zu gewinnen, es erhöht die Transparenz und führt zur Versachlichung von Diskussionen. Es wird in beinahe jeder Wissenschaftsdisziplin eingesetzt und findet auch in der Betriebswirtschaft breite Anwendung, ebenso in der praktischen Unternehmensführung.

Häufig verwendet man die Begriffe Monitoring und Controlling synonym. Auch zu einer Verwechslung kann es kommen, was jedoch nicht richtig wäre. Monitoring beschränkt sich darauf, Daten und Informationen zu sammeln, aufzubereiten und zu protokollieren. Controlling hingegen sieht darüber hinaus bei Abweichungen aktive Gegenmaßnahmen im beobachteten Geschehen vor.

Monitoring in Unternehmen

Einsetzbar ist es in einem Unternehmen in unterschiedlichen Bereichen und zu unterschiedlichen Zwecken. Die

Monitoring

Was ist wichtig beim Monitoring?

wichtigsten Anwendungsgebiete sind: Wettbewerbs-, Marken-, Presse-, Patent-, und Social Media-Monitoring.

In einem Marktumfeld, das immer dynamischer wird und von ständigem Wandel geprägt ist, besteht die permanente Gefahr, selbst für etablierte Unternehmen, Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die am Markt relevanten Einflussgrößen für wettbewerbsorientierte Unternehmen zu monitoren. Dies schafft die Basis dafür, dass Unternehmen auf Entwicklungen rasch reagieren können.

Um professionell und qualitätsvoll monitoren zu können, greifen Unternehmen auf Datenbanken, Informationsdienste und Fachportale zurück, aber auch auf öffentlich zugängliche Informationsquellen. Je automatisierter die Prozesse sind, desto hilfreicher sind sie für die Unternehmen. Immer wieder stellt sich dabei die Frage ob es vorteilhaft ist, Monitoring- Aktivitäten aus dem Unternehmen auszulagern und professionelle Dienstleister damit zu beauftragen.

Wettbewerbs-Monitoring

Für Unternehmen ist es von entscheidender Bedeutung, die Aktivitäten und den Zustand anderer Unternehmen, die sich im gleichen Marktumfeld bewegen, zu verfolgen.

Als Informationsquellen bieten sich zunächst Zwangsmeldungen an. Dazu zählen Meldungen im Handelsregister, solche von Ämtern im Zusammenhang mit Schutzrechten wie Patenten, Mustern und Marken, oder Bekanntmachungen in Insolvenzverfahren. Überwacht werden diese Veröffentlichungen häufig automatisiert über Spezialdatenbanken. So können zum Beispiel Informationen über Sanierungsverfahren oder Veränderungen in der Organisation von Unternehmen (Wechsel in der Geschäftsführung oder im Kreis der Gesellschafter) zeitnah erkannt werden.

Marken-Monitoring

Unternehmen verwenden häufig Datenbanksysteme, um Marken- und Mustereintragungen zu beobachten und den Schutz bestehender Markenrechte zu überwachen. Wenn ein Unternehmen einen speziellen, besonders aktiven und kreativen Mitbewerber hat, dann kommt es auch vor, dass gezielt dessen Aktivitäten beobachtet werden.

Presse-Monitoring

Im Bereich des Presse-Monitorings kommen spezielle Medien-Datenbanken zur Anwendung, die bezogen auf

Monitoring

Was ist wichtig beim Presse-Monitoring?

Unternehmen oder spezielle Inhalte monitoren können. Für ein qualitätsvolles und aussagekräftiges, vollständiges Presse-Monitoring sind freie Suchmaschinen wie zum Beispiel Google News übrigens nicht ausreichend. Man muss vielmehr auf Einzeldatenbanken zurückgreifen, die meist von spezialisierten Anbietern betrieben werden.
Dazu kommt eine sorgfältige Beobachtung von Fachmedien.

 

Patent-Monitoring

Dies ist vor allem für Unternehmen, die sich in einem sehr kompetitiven, innovativen Umfeld bewegen und selbst viel forschen und entwickeln, von essentieller Bedeutung. Deshalb beobachten solche Unternehmen regelmäßig die diesbezüglichen Aktivitäten ihrer Mitbewerber sowie Veröffentlichungen zu bestimmten Sachgebieten und Technologien. Natürlich werden auch Veröffentlichungen über die Einreichung und Genehmigung neuer Patente verfolgt.

Auch in diesem Bereich geschieht die Überwachung typischerweise über Spezialdatenbanken, weil die öffentlichen Informationssysteme der Patentämter zwar durchaus Informationen liefern, aber nicht für eine umfassende und systematisierte laufende Beobachtung konzipiert sind.

Social Media-Monitoring

Den sozialen Netzwerken kann sich heutzutage kaum ein Unternehmen mehr entziehen, unabhängig davon, in welcher Branche es tätig ist. Dies deshalb, weil sich Kunden und Mitbewerber dort austauschen, sich Meinungen bilden und damit letztlich auch Kaufentscheidungen beeinflusst werden.

Es ist also einerseits wichtig zu wissen, was an für das Unternehmen Relevantem in den sozialen Netzwerken geschieht, andererseits ist Monitoring unabdingbar, wenn ein Unternehmen Social Media Aktivitäten implementieren möchte. Zu Beginn sollte das Verhalten von Kunden, Interessenten, Wettbewerbern, Lieferanten und Meinungsbildnern untersucht werden. Insbesondere gilt es, basierend auf diesen Informationen, die Entscheidung zu treffen, welche der vielen in Frage kommenden Plattformen für die Social Media Aktivitäten des Unternehmens genutzt werden soll.

Die Beobachtung des Social Media-Umfelds ist für unterschiedliche Unternehmensbereiche relevant. Dazu gehören vor allem aber für das Management, die Produktentwicklung, das Marketing, die Unternehmenskommunikation und den HR-Bereich. Lesen Sie hier alles zum Bereich HR.

Unterschiedliche Tools erleichtern das Monitoring und sind auf einzelne Kanäle spezialisiert. So gibt es Lösungen für Facebook, die Beobachtung von Blogs und Foren oder von Twitter.

Machen externe Dienstleister Sinn?

Es gibt sowohl kostenfreie als auch kostenpflichtige Werkzeuge, wobei sich erstere besonders für den Einstieg eignen. Später lassen sie sich mit erweiterten Tools kombinieren. Werden die Social Media Aktivitäten intensiviert, und ergeben sich spezielle Anforderungen, wird man zu kostenpflichtigen Tools wechseln müssen. Diese zeichnen sich durch zahlreichere und meist auch genauere Funktionalitäten und Individualisierungsmöglichkeiten aus.

Monitoring

Externe Dienstleister bringen starke Netzwerke mit.

Für viele Unternehmen stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, das Social Media-Monitoring an externe Dienstleister auszulagern. Ein derartiges Outsourcing kann durchaus vorteilhaft sein, wenn die Anforderungen steigen, das Umfeld dynamischer wird, und das Unternehmen keine eigenen Ressourcen für das Monitoring aufbauen möchte. Davon abgesehen verfügen externe Dienstleister über entsprechende Erfahrung und haben hochspezialisierte Tools zur Hand. Weiters können sie in der Regel auch auf umfassende Branchenkenntnisse zurückgreifen und arbeiten mit Partner-Netzwerken zusammen.

Wie bei allen Fällen von Outsourcing gilt auch hier, dass es die Auslagerung aus dem Unternehmen möglich macht, sich auf seine Kernprozesse zu konzentrieren und den Fokus auf die Gewinnung von Kunden und Umsätzen zu legen.

Franchise Systeme: So funktioniert die Partnerschaft mit Unternehmen und Marken

Franchise ist ein System, das vor allem jungen Unternehmern oft von Investoren nahegelegt wird, um schnell sichtbare Erfolge zu feiern. Dabei sind die Methoden, mit denen einige Franchisegeber zusätzliche Einnahmen von ihren Partnern generieren, nicht unumstritten.

Mit der Partnerschaft in einem Franchisenetzwerk lassen sich Firmen aufbauen und erfolgreich führen. Vor allem im Gastronomie- und Eventbereich erfreut sich das System daher großer Beliebtheit. Von einem Franchise sprechen Experten, wenn ein Dachunternehmen als Franchisegeber auftritt und gegen Provisionen feste Beiträge und Abkauf von Merchandise andere Unternehmer seine Marke nutzen lässt.

Definition: So funktioniert ein Franchiseunternehmen

Unternehmer besitzen etwas Wertvolles, nämlich das Image ihrer Produkte, Marken und Firmen und das Patent an verschiedenen Entwicklungen und Rezepten. Ein junger Unternehmer, der noch nichts davon besitzt, kann durch Franchisesysteme von dem Aufbau der Mutterfirma profitieren. Er muss sich nicht in dem fremden Unternehmen bis zur Führungsetage durch arbeiten, sondern wird einfach Franchisenehmer. Das heißt, er kann alle Instrumente und Marken nutzen, die ihm der Franchisegeber zur Verfügung stellt.

In Deutschland existierten 2019 rund 1.000 verschiedene Franchiseketten. Ihnen ist gemein, dass die Geschäfte und Zweige sich stark ähneln. Ein Beispiel sind die beliebten Dunkin Donuts Läden, in denen hauptsächlich, der

Franchise

Klassisches Franchise? Die gibt’s bei den berühmtesten Donuts

Name verrät es, Donuts vertrieben werden. Dunkin‚ Donuts betreibt klassisches Franchise, bei dem jeder Unternehmer, der sich an einem eigenen Donutladen versuchen möchte, die Rechte an der Verwendung der Marke mietet, einheitliches Dekor, Serviergeschirr und die Donuts selbst kauft.

Der Franchisenehmer kann dann im Namen des Unternehmens sein Geschäft betreiben, solange er die Partnerschaft aufrecht erhält und den Ansprüchen des Franchisegebers gerecht wird. Günstig ist das nicht. Laut Kredite.orgkostet es zwischen 30.000 und 90.000 Euro, den Shop zu eröffnen. Die Miete, Kosten für Einrichtung und Gehälter sind dabei noch nicht enthalten. Dafür profitiert der Franchisenehmer von dem guten Namen der Marke und den beliebten Produkten, die er nun selbst verkaufen kann.

Franchise im Handel und der Gastronomie

Nicht alle Franchisesysteme sehen sich selbst als Franchise. So ist beispielsweise die Rewe-Kette aufgebaut auf Unternehmern, die sich auf eine gemeinsame oHG mit dem Rewe-Konzern einlassen möchten. Sie sind alleine dafür verantwortlich, wie ihr Rewe-Markt funktioniert, eingerichtet ist und welche Produkte eingekauft werden. Bei einem gewöhnlichen Franchiseunternehmen vertreiben alle Geschäfte, die die Marke nutzen, das gleiche Sortiment. Auch bei Rewe gibt es Gemeinsamkeiten und auch optisch erkennen die Kunden das rote Logo, die Uniformen, „Ja!“ und „Feine Welt“-Produkte. Durch die gemeinsame Handelsgesellschaft bürgen jedoch die Inhaber auf einer anderen rechtlichen Ebene für ihre Geschäfte. Sie mieten eben nicht nur die Marke, sondern sind rundum selbstständig und eigenverantwortlich für den Umgang mit dem Rewe-Namen.

In der Gastronomie gibt es viele Franchisegeber, weswegen sich auch viele deutsche Innenstädte gleichen. Für Kunden macht es oft keinen Unterschied, in welchem Geschäft unter dem Markendach sie einkaufen. Sie wissen, welche Produkte sie bei Nordsee oder McDonald’s erhalten und sie werden deutschlandweit danach fragen. Das ist ein Vorteil, nimmt dem Geschäft jedoch auch einen Teil der Individualität.

Zahlen und Fakten rund um Franchise

  • Über 1.000 Franchisegeber bieten ihre Marken in Deutschland an.
  • 2019 erwirtschafteten Franchisenehmer in Deutschland 129 Milliarden Euro Umsatz.
  • Pro Jahr wächst ein Franchisesystem deutschlandweit um 1,5 bis 2,5 Betriebe.
  • 43% der Unternehmen sind in der Dienstleistung tätig, 29% im Handel, 20% in Gastronomie und Freizeit und 8% im Handwerk.

Vorteile der Franchise Branche

Franchise

Marken kosten

Für viele Unternehmer ist einer der wichtigsten Faktoren bei einer Gründung, dass sie ihr Startksapital schnell wieder herein wirtschaften. Nicht alle Gründer erhalten Zuschüsse und Kredite. Mit einem eher geringen Startkapital von bis zu 100.000 Euro lässt sich bereits ein kleines Franchiseunternehmen aufbauen, wobei gut die Hälfte des Geldes für Marke und Zubehör des Franchisegebers aufgewendet wird. Die Franchisenehmer können Werbematerial, typische Einrichtungsgegenstände, gebrandete Technik, Uniformen und natürlich die Produkte selbst günstig erwerben. So entsteht in wenigen Tagen, nach Klärung aller Formalitäten, ein Geschäft, das professionell wirkt und eine bekannte Marke vertritt.

Franchiseunternehmen können am richtigen Standpunkt extrem erfolgreich werden und schnell hohe Umsätze erwirtschaften. Um eine Franchise-Partnerschaft mit beliebten Konzernen einzugehen, werden zwar hohe Kosten fällig, sie werden jedoch schnell wieder herein gearbeitet, solange das Hauptunternehmen einen guten Ruf genießt.

Nachteile rund um Franchise und Markenpartnerschaften

Das eigene Unternehmen ist immer auch Ausdruck dessen, was der Unternehmer sich für seine Karriere wünscht. Ein Franchisenehmer ist daran gebunden, was ihm der Franchisegeber anbietet. Über die Jahre wurden immer wieder Stimmen laut, die kritisierten, wie Konzerne die kleinen Franchisenehmer stärker überwachen und ihnen selbst die Musik in Geschäftsradio diktieren. In großen Märkten wie Walmart und Supermärkten hat häufig nicht mehr Belegschaft und Inhaber die Kontrolle über die Lautsprecher, sondern ein Unternehmen, das für den Franchisegeber einen einheitlichen Radiosender betreibt.

Franchisegeber sind zudem oft streng, was die Gestaltung der Läden und Werkstätten angeht. Der Franchisenehmer muss sich für einen der vorgeschlagenen Stile entscheiden und eine gewisse Menge an zukaufbaren Elementen

Franchise

Wer ist finanziell an wen gebunden?

verwenden, um der Marke treu zu bleiben. Diese Einkäufe verursachen zusätzliche Kosten. Dadurch ist der Franchisenehmer dauerhaft finanziell gebunden. Würde er die Partnerschaft auflösen, müsste er das Geschäft aufgeben.

Fazit: Schneller Start, langwierige Partnerschaften

Franchise eignet sich als System für alle, die Umsatz machen möchten und kein eigenes Produkt haben. Zur Verwirklichung eigener Träume mit individuellen Produkten und Marken eignet sich diese Art der Partnerschaft nicht. Im Franchise sind Unternehmen oft lange an das gleiche Sortiment gebunden und müssen einer Reihe von Regularien folgen, die der Franchisegeber diktieren kann. Solange die Marke selbst jedoch erfolgreich ist, sind Umsätze garantiert.