BWL-Artikel

Was ist eine Red Flag Due Diligence?

Der Begriff der Red Flag Due Diligence beziffert die Analyse eines Unternehmens oder eines bestimmten Geschäftsbereiches. Auch gezielte Untersuchungen von Firmen oder einzelnen Arbeitsbereichen fallen unter diesen Begriff. Der Idealfall sieht vor, dass bei jeder Transaktion in einem Unternehmen die Red Flag Due Dilligence durchgeführt wird. Mit der Untersuchung sind verschiedene Vorteile verbunden. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Beschaffung von Informationen über die jeweilige Transaktion
  • Untersuchung von Risiken und Chancen, die mit der Transaktion in Zusammenhang stehen
  • Funktion der Sicherung von Beweisen

Zum Zwecke der Beweissicherung, aber auch anderer Bereiche der Untersuchung, ist es möglich, eine Financial Due Diligence-Prüfung durchzuführen. Diese Prüfung dient ebenfalls der Informationsgewinnung. Es ist aber auch möglich, im Rahmen dieser Prüfung die Chancen und Risiken der Transaktion zu bewerten.

Einschätzung der Transaktionen eines Unternehmens

Red Flag

Was wird geprüft?

Innerhalb eines Unternehmens gibt es eine Vielzahl an Transaktionen, die innerhalb eines Geschäftsjahres oder eines längeren Zeitraums durchgeführt werden müssen. Die Durchführung dieser Transaktionen erfolgt unter dem Sammelbegriff M&A. Dahinter verbirgt sich die Bezeichnung Mergers & Acquisitions. Unter diesem Begriff lassen sich sämtliche Transaktionen eines Unternehmens zusammenfassen.

Wichtige Transaktionen in einem Unternehmen oder Unternehmensbereich können sein:

  • Fusionen
  • Übernahmen anderer Unternehmen
  • Unternehmenskäufe
  • Betriebsübergänge
  • Übernahmen, die fremdfinanziert sind
  • Outsourcing und Insourcing
  • Unternehmenskooperationen

Bei allen Transaktionen ist es wesentlich, dass sie auf einer stabilen finanziellen Grundlage realisiert werden. Es ist wichtig, Probleme zu erkennen und darauf den Fokus zu legen. Ziel ist es, die Transaktionen sicher und ohne nennenswerte Schwierigkeiten durchzuführen. Die Analyse eines Unternehmens ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Nur, wenn die Struktur und die finanziellen Spielräume eines Unternehmens bekannt sind, lässt sich eine Transaktion vorab sicher bewerten.

Vorteile von Red Flag Due Diligence

Red Flag Due Diligence bietet verschiedene Vorteile. So ist es möglich, sich bei der Analyse eines Unternehmens oder eines Unternehmensbereichs auf die wesentlichen Probleme zu fokussieren. Wenn es gelingt, Probleme oder Schwierigkeiten bereits im Anfangsstadium zu erkennen und bestenfalls zu beheben, ist dies mit der Einsparung von Kosten verbunden. Unvorhergesehene Ausgaben entstehen oft dann, wenn die Informationsbeschaffung nicht optimal gelaufen ist. Je mehr Details über ein Unternehmen bekannt sind, desto besser lässt sich die Ausgangslage beurteilen. Die Erkenntnis, das eine Übernahme oder eine Transaktion nicht so reibungslos verlaufen könnte wie gedacht, zwingt zum Umdenken. Die Pläne und Strukturen müssen auf die neuen Erkenntnisse angepasst werden. Wenn dies gelingt, ist es möglich, die Kosten auf ein Minimum zu reduzieren.

Transaktionshindernisse wirksam erkennen

Für ein einzelnes Unternehmen ist es oftmals nicht oder nur eingeschränkt möglich, Transaktionshindernisse wirksam zu erkennen. Experten, die Red Flag Due Diligence als Dienstleistung

Red Flag

Vorsicht vor Fehltransaktionen!

anbieten, haben von außen einen Blick auf das Unternehmen. Sie betrachten es als Gesamtheit. Dienstleistungen im Rahmen der Red Flag Due Diligence lassen sich für viele verschiedene Unternehmensbereiche buchen. Die Abschätzung von Risiken gelingt einem Experten von außen eher als dem Unternehmer, der sich mit den Details der Übernahme beschäftigt. Hier fehlt der Blick von außen, aber auch das Expertenwissen. Wenn sämtliche Transaktionen eines Unternehmens vorab im Rahmen von Red Flag Due Diligence geprüft werden, lassen sich Fehltransaktionen und damit Fehlinvestitionen wirksam vermeiden. Ziel ist es, dass der Unternehmer die Transaktion sicher durchführt und dass seine Firma davon produziert. Lesen Sie hier alles zu Fehlinvestitionen.

Was gilt als Red Flag?

Während der Prüfung der Transaktion können Probleme auftauchen, bei denen es zu überdenken gilt, ob das Geschäft auf diese Weise abgeschlossen werden sollte. Wenn derartige Probleme auftauchen, wird dies als Red Flag bezeichnet. Die rote Flagge bedeutet demnach, dass die geschäftlichen Details eventuell zu ändern sind. Wenn keine Abwandlungen möglich sind, kann es mitunter besser sein, auf die Transaktion zu verzichten. Letztlich ist es wichtig, dass ein Unternehmen in jedem Fall gewinnoptimiert arbeitet. Dies sollte bei der Planung einzelner Transaktionen und deren Bewertung nicht außer Acht gelassen werden. Insbesondere ist es notwendig, folgende Bereiche zu überprüfen:

  • Außerbilanzielle Finanzinstrumente, die ein Risiko darstellen könnten

Es gilt, nicht nur die Bilanzierung in den Mittelpunkt der Überprüfung zu stellen. Finden Sie heraus, ob es außerhalb der offiziellen Bilanzen Transaktionen gibt, die das Unternehmen oder seine Liquidität gefährden könnten.

  • Planungen, die unrealistisch sind

Firmen, die von einer Übernahme betroffen sind, legen oftmals unrealistische Planungen auf. Es gilt, solche Planungen aufzudecken aus aus der Bewertung herauszunehmen.

  • Überbewertete Finanzanlagen

Wenn Einlagen überbewertet werden, entsteht ein verzerrtes Bild von der finanziellen Lage des Unternehmens. Aus diesem Grund ist es wichtig, alle Einlagen ganz genau zu prüfen

  • Auftragslage

Die momentane Auftragslage eines Unternehmens kann sich innerhalb von Wochen oder Monaten ändern. Dies hat auf die künftige Liquidität der Firma große Auswirkungen. Wenn beispielsweise Aufträge auslaufen oder wegbrechen, weil ein Vertragspartner abspringt, kann dies die finanzielle Situation eines Unternehmens deutlich verändern.

Nach der Übernahme muss im schlimmsten Falle der Kundenstamm neu aufgebaut werden. Um dies zu

Red Flag

Welcher Kunde ist rentabel?

verhindern, ist es wichtig, nicht nur die momentane Auftragslage genau zu prüfen. Analysieren Sie, wie sich die Aufträge künftig gestalten und welche Zusagen es von den Kunden für eine langfristige Auftragslage gibt.

Wie ist eine Red Flag aufgebaut?

Die Red Flag Due Diligence bietet einen Überblick über die finanzielle Lage eines Unternehmens vor der Transaktion. Kritische Punkte werden offengelegt und in die Bewertung einbezogen. So ist es möglich, das Risiko der geplanten Transaktion eindeutig zu bewerten und dann eine Entscheidung zu treffen.

Transaktion – Alles was Sie über Transaktionen wissen müssen

Beim Thema „Transaktion“ muss man zwei unterschiedliche Bereiche von Transaktionen unterscheiden. Einmal die Begriff aus der Informatik und einmal die Transaktion in der Wirtschaft  . In diesem Beitrag geht es um die Transaktion zwischen zwei Vertragsparteien in der Volkswirtschaft.

Was ist eine Transaktion?

Streng genommen ist eine Transaktion zwischen zwei Parteien jede Handlung, bei der ein oder mehrere Wirtschaftsgüter ausgetauscht werden. Der Klassiker einer Transaktion ist der Verkauf von etwas Wertvollem bei dem der Verkäufer das wertvolle Gut verkauft. Dabei erhält dann der Käufer das Wirtschaftsgut und bezahlt in der Regel den Verkäufer mit dem Gegenwert in Geld.

Es werden also – nüchtern betrachtet – zwei Güter getauscht: Das Wirtschaftsgut und der Gegenwert in Geld. Vor der Transaktion war der Verkäufer des Wirtschaftsguts der Eigentümer desselben, danach ist er selbiges los und hat dafür den Gegenwert in Geld bekommen.

Bei dem hier beschriebenen Vorgang ist es prinzipiell egal, ob es sich beim Kauf um den Erwerb von Kaugummi im Supermarkt für ein paar Cent dreht oder ob man als Verbraucher Waren im Internet kauft. Genauso spricht man von Transaktionen wenn ein institutionelle Investoren für Milliarden von Euro Aktien oder eine Immobilien kaufen. In den meisten aller betrachteten Fälle sind also Transaktionen identisch mit der Durchführung eines juristischen Kaufvertrages.

Merkmale einer Transaktion

Ein Wesensmerkmal von praktisch allen Transaktionen ist es, dass die Transaktion erst dann vollständig ist, wenn alle einzelnen Schritte der Transaktion durchgeführt wurden. Dabei achten vor allem bei Transaktionen in Millionenhöhe die Vertragsparteien darauf, dass die relevanten Schritte in der richtigen Reihenfolge und in der korrekten Art und Weise verlaufen. Fast alle Transaktionen folgen dabei im Wirtschaftsleben dem Zug-um-Zug Prinzip. Dazu ein Beispiel:

Ein Beispiel für eine Transaktion – Geld abheben

Eine einfache Transaktion: Geld abheben

Eine einfache Transaktion: Geld abheben

Jeder hat schon einmal Geld am Bankautomaten abgehoben. Genau dieser Vorgang ist ein gutes Beispiel um die Vollständigkeit von Transaktionen zu erläutern. Beim Geldabheben passieren mehrere Vorgänge, nachdem sich der Bankkunde samt seiner Bankkarte und seiner PIN authentifiziert hat:

  1. Der gewünschte Auszahlungsbetrag wird vom Kunden per Tastatur an den Automaten übermittelt
  2. Die Software im Geldautomat prüft, ob der entsprechende Geldbetrag im Automaten vorhanden ist
  3. Der Nennbetrag der Abhebung plus die Gebühren werden vom Konto des Kunden abgebucht
  4. Der Geldbetrag wird dem Kunden am Automat ausbezahlt

Man muss kein Computer-Fachmann sein um zu erkennen, dass die Schritte 3.) und 4.) logisch zwingend zusammen gehören. Das bedeutet: Ohne die Abbuchung vom Konto (Schritt 3) darf keine Auszahlung (Schritt 4) erfolgen, sonst hätte der Kunde Geld erhalten, das im nicht zusteht. Im Umkehrschluss gilt aber auch: Sofern die Auszahlung (Schritt 4) scheitert, dann muss die Abbuchung vom Konto rückgängig gemacht werden. Wenn etwa am Geldautomaten zwischen Schritt 3 und 4 der Strom ausfällt, wird die Auszahlung des Geldes nicht funktionieren. In diesem seltenen Fall, muss also der dritte Schritt rückgängig gemacht werden.

Die Schritte bei einem Immobilien-Verkauf

Im Falle des Verkaufs einer Immobilie sehen die einzelnen Schritte in der Chronologie etwas vereinfacht so aus:

– Der Kauf-Vertrag wird in Anwesenheit des Käufers sowie des Verkäufers beim Notar beurkundet

– Der Käufer überweist die vereinbarte Kaufsumme in der Regel auf ein Treuhandkonto z.B. beim Makler

– Der Makler bestätigt den Erhalt des Geldes auf dem Treuhandkonto und informiert den Verkäufer

– Der Verkäufer lässt darauf hin die Immobilie im Grundbuch umschreiben.

– Sobald der geänderte Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist, erhält der Verkäufer die Kaufsumme vom Treuhänder auf sein Konto überwiesen.

Im Falle eines Immobilienverkaufs besteht also eine Transaktion ebenfalls aus mehreren, einzelnen Schritten, die erst in ihrer Summe den Kauf bzw. Verkauf komplett  machen. Diese Vollständigkeit ist vor allem bei hochpreisigen Verkäufen ein wichtiges Wesensmerkmal von Transaktionen

Fehlt auch nur ein einzelner Schritt, so ist die Transaktion nicht vollständig. Sofern das der Fall ist, muss in aller Regel die Transaktion rückabgewickelt werden.

Typische Beispiele für die fehlende Vollständigkeit von Transaktionen, die leider auch in der Realität vorkommen, sind in unserem Immobilien-Beispiel etwa:

– Der Käufer überweist den Kaufpreis  (doch) nicht.

– Der Verkäufer veranlasst die Eigentumsübertragung im Grundbuch nicht.

Unabhängig von der Frage, warum solche Fälle überhaupt vorkommen, gilt: In den geschilderten Fällen muss dann auch der dazugehörige Vertrag rückabgewickelt oder annulliert werden.

Ablauf einer Unternehmens-Transaktion

Ein Unternehmenskauf ist ein Beispiel für komplexe Transaktionen

Ein Unternehmenskauf ist ein Beispiel für komplexe Transaktionen

An dem dinglichen Fall eines Immobilien-Verkaufs kann man vom Prinzip her auch den Eigentumsübergang eines Unternehmens, etwa den Unternehmenskauf erklären. Es beginnt in der Regel mit dem unterschriebenen Kaufvertrag zwischen dem Verkäufer und dem Käufer der Firma. In diesem sind die einzelnen Schritte der Verkaufs-Transaktion in der Regel sehr ausführlich beschrieben. z.B.:

– Wer muss wann, welche Summen bezahlen bzw. auf ein Treuhandkonto einzahlen?

– Wann wird der Eigentumsnachweis des verkauften Übernehmens auf den Käufer überschrieben? z.B. Aktien, GmbH-Anteile etc. ?

Wann übernimmt eine neue Geschäftsführung das Management der Firma?

– Wie lange muss der alte Eigentümer einer Firma dem neuen Käufer des Unternehmens noch zur Seite stehen?

– Wie geht das Eigentum an immateriellen Werten, Boden oder Immobilien der Firma auf den Käufer über?

Wann bekommt der Verkäufer vom Treuhänder die Kaufsumme überwiesen bzw. ausbezahlt?

Beim Unternehmensverkauf hat man im Gegensatz zu Immobilien-Projekten also in der Regel noch sehr viel mehr Schritte zu beachten, ohne die eine Transaktion nicht vollständig wäre.

Wie lange dauert eine Transaktion?

Generell kann man nicht eindeutig im Voraus sagen, wie lange einzelne Transaktionen exakt dauern. Während der Kauf im Supermarkt nur wenige Augenblicke dauert, so können sich Immobilien-Verkäufe und Unternehmens-Transaktionen über Wochen und Monate hin ziehen. Vor allem bei Immobilien-Verkäufen sind sowohl Käufer als auch Verkäufer von staatlichen Stellen (Grundbuch) oder Drittparteien (Makler, Treuhänder) abhängig, auf deren Geschwindigkeit in der Abwicklung sie keinen Einfluss haben.

Beim Unternehmensverkauf, wie er während einer Due Diligence vorbereitet wird, hat der Käufer in der Regel die Absicht, die Kontrolle im erworbenen Unternehmen zu übernehmen. Derlei Transaktionen dauern in der Regel mehrere Monate.

Wie unterscheidet sich eine Wertpapier-Transaktion davon?

Wer hingegen Aktien einer börsennotierten Aktiengesellschaft erwirbt, der hat es mit einem deutlich einfacheren Kauf zu tun. Sofern die ausreichende Liquidität auf dem eigenen Konto vorhanden ist, so kann man jederzeit Aktien des betroffenen Unternehmens an der Börse erwerben. Dieser Kauf von Unternehmensanteilen geschieht jeden Tag rund um die Welt millionenfach und ist in der Regel innerhalb von wenigen Minuten erledigt.

Hinweis: In Deutschland ist ein Aktien-Käufer sowohl nach § 20 AktG als auch nach § 33 WpHG verpflichtet, ab bestimmten Schwellwerten des Stimmrechts an einer börsennotierten Aktiengesellschaft über seine Unternehmensbeteiligung aktiv zu informieren.

Fazit zum Thema Transaktionen

Transaktionen sind letztlich Verkäufe von wertvollen Gütern, die in aller Regel lückenlos dokumentiert werden. Nur die Summe aller Schritte, die bei einem Verkauf – etwa einer Firma – anfallen machen die Transaktion komplett.