BWL-Artikel

Was ist eine UG?

Eine Unternehmergesellschaft, oder kurz UG, ist eine Sonderform der GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung). Damit ist sie eine deutsche Rechtsform einer Kapitalgesellschaft. Mit ihrer Einführung verdrängte sie weitgehend die britische Rechtsform der Limited in Deutschland, die bis dahin als nicht börsennotierte Variante bei Existenzgründern sehr beliebt gewesen ist.

Wann und wieso wurde die UG eingeführt?

Die UG ist eigentlich keine neue Rechtsform. Sie ist lediglich eine Sondervariante der GmbH. Sie tritt mit dem im Oktober 2008 gegründeten MoMiG (kurz für: Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen) in Kraft. Gesetzlich geregelt ist die Rechtsform seitdem in § 5a GmbHG (kurz für: Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung). Ziel ihrer Einführung ist es, deutschen Existenzgründern eine Alternative zur bis dahin häufig genutzten britischen Limited zur bieten. Die UG ist sehr beliebt. Rund 70 % aller neu gegründeten Unternehmen entscheiden sich für diese Rechtsform. Die Limited hat damit in Deutschland erheblich an Bedeutung verloren. Lesen Sie hier alles zur Limited.

Wie wird eine Unternehmergesellschaft gegründet?

UG

Welches Stammkapital muss gegeben sein?

Hinsichtlich der Gründung einer Unternehmergesellschaft gibt es keine großen Unterschiede zu anderen Kapitalgesellschaften. Bei der Unternehmensbezeichnung muss als Zusatz entweder „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ oder „UG (haftungsbeschränkt)“ gelten. Diesen darf man nicht verändern und muss ihn inklusive Klammern übernehmen. Vor der Handelsregisteranmeldung muss das Stammkapital auf das Geschäftskonto eingezahlt sein. Als Mindeststammkapital ist lediglich eine Einlage von einem Euro pro Gesellschafter nötig. Ab einem Stammkapital von 25.000 Euro ist keine UG mehr zulässig, sondern es wird eine GmbH gegründet.

Für die Gründung der Unternehmergesellschaft gibt es ein sogenanntes Gründungs-Set zur UG, was das Prozedere deutlich erleichtern und günstiger gestalten soll. Voraussetzung dafür ist, dass die UG nur einen Geschäftsführer hat oder aus maximal drei Gesellschaftern besteht sowie das Geschäftsjahr nicht vom Kalenderjahr abweicht. Statt eines individuell aufgesetzten Gesellschaftsvertrages kann man dabei ein Musterprotokoll verwenden. Dieser Vertrag muss nicht notariell beurkundet sein. Außerdem ist für den Handelsregistereintrag keine behördliche Zulassungsgenehmigung erforderlich.

Welche Rechten und Pflichten haben die Beteiligten?

Die Unternehmergesellschaft unterliegt als Kapitalgesellschaft den Regelungen des Handelsgesetzbuch (HGB). Die Gesellschafter haben neben der Leistung des Stammkapitals die Pflicht, im Falle einer drohenden Zahlungsunfähigkeit unverzüglich eine Gesellschafterversammlung einzuberufen. Dafür ist es ihnen zu jeder Zeit gestattet, Einsicht in alle Angelegenheiten der UG sowie sämtliche Bücher zu erhalten. Jeder Gesellschafter kann über seinen Geschäftsanteil frei verfügen. Er kann ihn also jederzeit verschenken, vererben oder verkaufen. Für die Vertretung der Unternehmergesellschaft muss mindestens ein Geschäftsführer bestimmt sein. Dieser führt die Geschäfte der Gesellschaft und vertritt sie nach außen hin.

UG

Gibt es steuerliche Unterschiede im Vergleich zur KG?

Eine UG ist zur doppelten Buchführung samt Jahresbilanz verpflichtet. Auch steuerlich gibt es keine Abweichungen zu anderen Kapitalgesellschaften. Die Körperschaftssteuer wird mit 15 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5 % angesetzt. Werden Gewinnausschüttungen an die Gesellschafter vorgenommen, muss man eine Abgeltungssteuer von 25 % inklusive Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer abführen. Da das Stammkapital bei einer Unternehmergesellschaft sehr gering ausfällt, muss zudem aus mindestens 25 % des Jahresüberschusses eine Rücklage entstehen. Bilden die Rücklagen eine Summe von insgesamt 25.000 Euro oder mehr, lässt sich die UG in eine GmbH umwandeln. Alternativ kann man zukünftig auf eine Bildung der Rücklagen verzichten.

Was ist der Unterschied zwischen UG und GmbH?

Die Unternehmergesellschaft ist quasi die kleine Schwester der GmbH. Bei beiden handelt es sich um Kapitalgesellschaften, die hinsichtlich ihrer Rechten und Pflichten sehr ähnlich sind. Außerdem sind beide Rechtsformen haftungsbeschränkt, das heißt, die Gesellschafter haften ausschließlich mit dem Gesellschaftsvermögen und nicht mit ihrem Privatvermögen. Der große Unterschied liegt in der Höhe des Mindeststammkapitals. Während bei einer GmbH mindestens 25.000 Euro als Stammkapital eingebracht werden müssen, reicht bei der UG ein Stammkapital von einem Euro pro Gesellschafter. Um diesen Unterschied auch für Außenstehende deutlich zu machen, ist der jeweilige Zusatz in der Firmierung korrekt zu führen. Ein weiterer Unterschied ist die Pflicht zur Bildung von Rücklagen im Falle einer Unternehmergesellschaft. Diese werden zur Absicherung benötigt. Außerdem ist es dank der Gründungserleichterungen, die es für Unternehmergesellschaften  gibt, deutlich einfacher, eine UG zu gründen, als eine GmbH.

Vorteile einer Unternehmergesellschaft

Der große Vorteil der UG liegen darin, dass ihre Gründung bereits ab einem Stammkapital von einem Euro pro Gründungsmitglied möglich ist. Diese Rechtsform stellt damit eine gute Alternative für alle Existenzgründer dar, die sich eine Einlage von 25.000 Euro finanziell nicht leisten können. Mit Einführung der Unternehmergesellschaft muss man nicht länger auf die britische Limited zurückgreifen. Ein weiterer großer Vorteil der UG ist die beschränkte Haftung. Unternehmer haften nicht mir ihrem Privatvermögen, sondern lediglich mit dem Geschäftsvermögen. Durch die Erleichterungen bei der Gründung einer Unternehmergesellschaft ist ihre Gründung zudem deutlich einfacher und günstiger als im Falle anderer Rechtsformen.

UG

Die Anteile können sofort den Besitzer wechseln

Als Kapitalgesellschaft unterliegt die UG der Körperschaftssteuer. Diese ist häufig günstiger als die Einkommenssteuer bei natürlichen Personen. Gesellschafter können im eigenen Betrieb als Angestellte behandelt werden, wodurch ihr Gehalt als Personalkosten behandelt und damit als Betriebsausgabe geltend gemacht werden kann. Dadurch lässt sich das zu versteuernde Einkommen verringern. Weiterhin bietet die Kapitalgesellschaft den Vorteil, dass jeder Gesellschafter seine Anteile schnell und unkompliziert veräußern kann. Eine Unternehmergesellschaft bietet außerdem große Flexibilität. Sie kann für alle Arten von Dienstleistungen, Gewerbe und sonstige Tätigkeiten gewählt werden. Auch, wenn es ein Muster für den Gesellschaftsvertrag gibt, lässt sich dieser frei gestalten.

Was ist Buchführung?

Die Buchhaltung befasst sich mit der Buchführung in einem Unternehmen. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird der Begriff „Rechnungswesen“ als Synonym hierfür verwendet. Verantwortlich für die Buchhaltung in den Unternehmen sind die Buchhalter.

Unterschied zwischen Buchhaltung und Buchführung

Auch, wenn die Begriffe Buchhaltung und Buchführung oft synonym verwendet werden, bestehen dennoch feine Unterschiede. Im Rahmen der Buchhaltung werden solche unternehmerischen Geschäftsvorgänge dokumentiert, die das Vermögen betreffen. Hierzu zählen beispielsweise Umsätze, Aufwendungen, Abschreibungen (Werteverzehr), Kredite sowie Aufwendungen für Löhne. Die Buchführung bedeutet hingegen die strukturierte Aufzeichnung aller Geschäftsvorgänge auf Basis von Belegen. Sie bildet den Status eines Unternehmens in Zahlen ab und liefert wichtige Informationen.

Wer ist zur Buchführung verpflichtet?

Folgende Unternehmen müssen Bücher führen:

  • Kommanditgesellschaft (KG)
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Aktiengesellschaft (AaG)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft (GmbH & Co. KG)

Die Pflicht zur doppelten Buchführung gilt außerdem für alle Gewerbetreibende oberhalb einer Einkommensgrenze. In der Buchhaltung wird grundsätzlich zwischen zwei Verfahren zur Gewinnermittlung unterschieden:

  • doppelte Buchführung
  • Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)

Welches Verfahren für ein Unternehmen gefordert ist, hängt von folgenden Kriterien ab: der Rechtsform, der Eintragung im Handelsregister sowie dem Jahresumsatz und dem Jahresüberschuss. Die EÜR ist deutlich unkomplizierter als die doppelte Buchführung.

Einkommensgrenzen

Nicht buchführungspflichtig sind Einzelunternehmer, die in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren einen Umsatz von 600000 Euro und einen Jahresüberschuss von 60000 Euro unterschreiten (§ 241a HGB).

Buchhaltung bei Freiberuflern

Die Verpflichtung zur doppelten Buchführung gilt nicht für Freiberufler. Gleichwohl müssen auch diese ihre Betriebseinnahmen und -ausgaben übersichtlich darstellen. Die Belege sind zu sammeln und in einer Tabelle auszuweisen. Dabei muss nach Erlös- bzw. Kostenarten sortiert werden. Für das Finanzamt ist eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung durchzuführen, in der die Einnahmen und Ausgaben transparent dargestellt werden. Eine Buchhaltungssoftware erleichtert die Dokumentation.

Buchhaltung bei Kleinunternehmern

Den Status Kleinunternehmer haben Selbstständige, Gewerbetreibende und Freiberufler, sofern sie weniger als 17500 Euro im Jahr verdienen. Auch Steuerpflichtige, die im laufenden Jahr voraussichtlich ein Einkommen unterhalb von 50000 Euro erzielen und im Vorjahr nicht mehr als 17500 Euro verdient haben, können den Status Kleinunternehmer in Anspruch nehmen.

Kleinunternehmern wird das Verfahren der EÜR gewährt

Ebenso wie Freiberufler sind auch Kleinunternehmer nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet. Sie führen ihre EÜR durch, auf deren Grundlage das Finanzamt die Steuerschuld berechnet. Kleinunternehmer sind aber gehalten, die Belege für Einnahmen und Ausgaben vollständig und sorgfältig aufzubewahren. In der Regel fordert das Finanzamt, dass diese in Papierform eingereicht werden.

Für Gewerbetreibende, die nicht den Status von Kleinunternehmern haben oder als Handelsgesellschaft angemeldet sind, gilt die Pflicht zur doppelten Buchführung. Da diese Art der Gewinnermittlung aufwendig ist, engagieren die meisten Gewerbetreibenden hierfür einen Steuerberater oder Buchhalter.

Bücher in der Buchhaltung

Bei der Buchhaltung werden drei Arten von Büchern unterschieden: das Grundbuch, das Hauptbuch und die Nebenbücher.

Grundbuch

Das Grundbuch bezeichnet man auch als Journal oder Tagebuch. Es enthält alle Geschäftsvorgänge in ihrer chronologischen Reihenfolge. Dabei erfolgt eine Nummerierung sowie Verknüpfung eines jeden Geschäftsvorgangs mit folgenden Informationen.

  • Datum
  • Betrag
  • Erläuterungen
  • Zuordnung zum Beleg
  • Sollkonto
  • Habenkonto

Auf der Basis der Eintragungen im Grundbuch überträgt man die Buchungen in das Hauptbuch.

Hauptbuch

Das Hauptbuch umfasst sämtliche Sachkonten. Dabei wird jeder Geschäftsvorgang nach sachlichen Kriterien im entsprechenden Konto gebucht. Aus dem Abschluss im Hauptbuch ergibt sich die Unternehmensbilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung. Der Jahresabschluss zählt zu den wesentlichen Elementen der Bilanzbuchhaltung. Ihn zieht man als Berechnungsgrundlage für die Gewerbesteuer und die Einkommens- bzw. Körperschaftssteuer heran. Auch Banken und Aktionäre interessieren sich für den Jahresabschluss. Wer eine Buchhaltungssoftware verwendet, braucht kein Hauptbuch zu führen, da sich die Buchungen automatisch in das Hauptbuch übertragen lassen.

Nebenbücher

Die Funktion der Nebenbücher ist es, den Konten im Hauptbuch ausführlichere Erläuterungen beizufügen. Zu den üblichen Nebenbüchern gehören das Kassenbuch, das Warenbuch und das Kontokorrentbuch. Im Kassenbuch werden alle Bargeldbewegungen ausgewiesen. Das Warenbuch umfasst sämtliche Wareneingänge und –ausgänge. Im Kontokorrentbuch sind Informationen zu den Kunden und Lieferanten enthalten.

Konten in der Buchführung

Ein Geschäftsvorgang wird jeweils auf mehreren Konten gebucht. Das Konto ist gegliedert in eine Soll-Seite (linke Spalte) und einer Haben-Seite (rechte Spalte). Wegen der Form wird dieses Konto auch als T-Konto bezeichnet.

Soll und Haben

Der Sinn der Begriffe Soll und Haben erschließt sich nicht so leicht, wenn man von ihrer alltagssprachlichen Bedeutung ausgeht. Auf der Soll-Seite stehen die Forderungen, die das Unternehmen gegenüber den Kunden hat. Es handelt sich also um die Vermögenswerte. Auf der Haben-Seite stehen dagegen die Verbindlichkeiten des Unternehmens gegenüber Dritten. Hierbei handelt es sich um die Schuldwerte.

Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB)

Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sind im HGB (§ 238 ff.) festgeschrieben. Präzisiert werden die GoB seit 2015 in den GoBD. Mit den GoB werden vor allem Vorschriften zur Dokumentation der Belege formuliert.

  • Belegpflicht
    Grundsätzlich darf eine Buchung nur mit Beleg erfolgen. Ohne Beleg ist keine korrekte Buchung möglich.
  • Vollständigkeit
    Die Buchführung muss lückenlos erfolgen. Dies bedeutet, dass jeder Geschäftsvorgang ausgewiesen werden muss.
  • Klarheit und Übersichtlichkeit
    Die Bücher sind übersichtlich zu führen. Dies ist Voraussetzung dafür, dass das Finanzamt die Darstellung lückenlos nachvollziehen kann.
  • Nachprüfbarkeit
    Die Bücher sind so zu führen, dass die Aufzeichnungen nachgeprüft werden können. Diese Anforderung ist zu erfüllen, indem jedem Geschäftsvorgang ein Beleg beigefügt und dieser im Grundbuch ausgewiesen wird. Auch Änderungen müssen entsprechend transparent gemacht werden. Jede Korrektur im Falle einer falschen Buchung muss daher als Korrekturbuchung erfolgen.
  • Richtigkeit
    Jeder Geschäftsvorgang muss sowohl formal als auch inhaltlich (=materiell) korrekt gebucht werden. Die formale Richtigkeit bedeutet, dass jede Buchung auf dem richtigen Konto erfolgt und die Belege mit den Buchungen übereinstimmen. Materielle Richtigkeit bedeutet, dass der Wert und der Inhalt der jeweiligen Buchung korrekt erfasst werden.
  • Zeitgerechtheit
    Buchungen sind fristgerecht und in der erforderlichen zeitlichen Reihenfolge durchzuführen.
  • Aufbewahrung und Sicherheit
    Alle steuerrelevanten Unterlagen sind an die gesetzliche Aufbewahrungspflicht nach § 257 HGB gebunden. Diese Aufbewahrungsfrist erstreckt sich meist auf einen Zeitraum von sechs bzw. zehn Jahren. Es muss gewährleistet sein, dass die ordentliche Buchführung innerhalb dieser Fristen erfolgt.

Was ist die Buchführungspflicht für Unternehmer

Für viele Unternehmer, insbesondere Existenzgründer und Kleinstunternehmer, ist die Buchführung bzw. die Buchführungspflicht ein Buch mit sieben Siegeln. Da jedoch ein Großteil der Gewerbetreibenden gesetzlich dazu verpflichtet ist, Bücher zu führen, kommt man nicht umhin, sich intensiver mit diesem Thema zu befassen.

Die Aufzeichnung der Geschäftsvorfälle im Wirtschaftsjahr ist notwendig, um gegenüber der Finanzbehörde nachweisen zu können, welche Umsätze getätigt wurden, wie hoch der Gewinn oder Verlust ausgefallen ist und wie es um die Vermögenswerte des Unternehmens bestellt ist. Was mit der Pflicht zur Buchführung gemeint ist, wer dieser Pflicht unterliegt und ob es Grenzen und Ausnahmen gibt, die von der Buchführungspflicht befreien, erläutert dieser Artikel.

Die Buchführungspflicht: Warum besteht überhaupt eine Pflicht zur Buchführung

Für die Buchführungspflicht sowie, damit zusammenhängend, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB), gibt es im Wesentlichen drei unterschiedliche Gründe. Zunächst einmal dient die Buchführung, wie Sie in de Abgabenordnung (AO) und im Handelsgesetzbuch (HGB) beschrieben ist, dem Eigennutz und Eigenschutz des Unternehmers. Durch konsequente Buchführung ermöglicht sich der Unternehmer eine fundierte Unternehmensplanung. Er kann unter anderem abschätzen, wie sich die wirtschaftliche Lage entwickelt und ob das Unternehmen rentabel arbeitet.

Buchführung erleichtert.

Buchführung ist unabdingbar!

Darüber hinaus bietet ihm die Buchführung tagesaktuell einen Überblick über Forderungen und Verbindlichkeiten des Unternehmens. Weiterhin lässt sich anhand der Buchführung erkennen, welche Werte im betreffenden Unternehmen gebunden sind und wofür Geld investiert wird. Da bereits in kleinen und mittleren Unternehmen zu viele Geschäftsvorfälle vorliegen, um sie alle auswendig zu kennen, ist die Buchführung notwendig, um die finanzielle Lage besser beurteilen zu können.

 

Ein weiterer Grund, aus dem die Buchführungspflicht besteht, ist das sogenannte Staatliche Begehren. Der Staat muss Ausgaben für die Allgemeinheit durch entsprechende Einnahmen decken. Bei diesen handelt es sich im Wesentlichen um Steuern. Damit Unternehmern bzw. Unternehmen eine gerechte Besteuerung angedeihen kann und der Staat keine steuerlichen Einbußen erleidet, wurde die Buchführungspflicht für Unternehmer bereits vor langer Zeit geregelt. Schon im Preußen des 18. Jahrhunderts waren Kaufleute zur Buchführung verpflichtet. Kamen sie dieser Pflicht nicht nach und wurden in der Folge zahlungsunfähig, wurde ihnen dies als „fahrlässiger Bankrott“ angelastet.

Ein letzter wichtiger Grund für de Buchführungspflicht ist dementsprechend auch der Schutz von Gläubigern, Kunden und Geschäftspartnern. Vor allem Gläubiger, Investoren und Kapitalgeber haben ein Anrecht darauf, korrekt über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens in Kenntnis gesetzt zu werden. Banken und Gläubiger zum Beispiel wollen sicherstellen, das Kredite bzw. die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen vom betreffenden Unternehmen tatsächlich bedient werden können.

Geschäftspartner interessiert die Liquidität eines Unternehmens vor allem vor dem Hintergrund, ob es Lieferzusagen dauerhaft einhalten kann. Kunden haben ein berechtigtes Interesse daran, ob ein Unternehmen dauerhaft wirtschaftlich Bestand haben kann, da es sonst seinen Gewährleistungspflichten unter Umständen nicht mehr nachkommen kann.

Was genau bedeutet Buchführungspflicht?

Die Buchführungspflicht geht es darum, dass der buchführungspflichtige Unternehmer dazu verpflichtet ist, seine Einnahmen und Ausgaben auf eine bestimmte Art und Weise zu erfassen. Wie diese Erfassung zu erfolgen hat, ist sowohl im Steuergesetz als auch im Handelsgesetz geregelt. Die Buchführung darf man jedoch nicht mit der Pflicht, Einnahmen und Ausgaben überhaupt zu erfassen, verwechseln.

Einnahmen und Ausgaben müssen offen gelegt sein.

Welche Rechnungen muss ein Buchführungspflichtiger erstellen?

Wer jedoch der Buchführungspflicht unterliegt, muss Einnahmen und Ausgaben mittels sogenannter doppelter Buchführung erfassen. Darüber hinaus ist er verpflichtet, sowohl Bilanzen als auch Gewinn- und Verlustrechnungen zu erstellen. Unterliegt ein Unternehmer nicht der Pflicht zur Buchführung, genügt es, wenn er eine sogenannte Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellt. Diese erfordert deutlich weniger Aufwand und Sachkenntnis als die doppelte Buchführung.

Wer unterliegt der Buchführungspflicht und welche Grenzen gelten?

Die Pflicht zur Buchführung kann sowohl aus dem Steuergesetz als auch aus dem Handelsgesetz abgeleitet werden. Demnach sind alle eingetragenen Vollkaufleute automatisch zur Buchführung verpflichtet. Gewerbetreibende sind immer dann buchführungspflichtig, wenn ihr Umsatz im Wirtschaftsjahr 600.000 Euro überschreitet oder sie pro Wirtschaftsjahr mehr als 60.000 Euro Gewinn erwirtschaften. Freiberufler sind generell nicht buchführungspflichtig. Bei ihnen reicht die Einnahmen-Überschuss-Rechnung unabhängig vom Umsatz oder Gewinn immer aus. Sie können sich jedoch für die Buchführungspflicht entscheiden, da dies unter anderem Vorteile bei der Bildung von Rücklagen bringen kann.

Bei Land- und Forstwirten kann ebenfalls eine Buchführungspflicht vorliegen. Dies ist der Fall, wenn der Umsatz mehr als 600.000 Euro pro Kalenderjahr beträgt oder selbst bewirtschaftete Flächen mit einem Wert von mehr als 25.000 Euro vorhanden sind.

Welche Grenzbeträge gelten?

Gewinne in bestimmter Höhe verpflichten

Außerdem sind Land- und Forstwirte zur Buchführung verpflichtet, wenn ihr Gewinn aus einem Gewerbebetrieb, wie etwa einem Hofladen oder Straßenverkauf, mehr als 60.000 Euro beträgt oder der Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft mehr als 60.000 Euro pro Jahr hervorbringt. Gesellschaften, wie etwa eine GmbH, eine UG, eine AG sowie OHG und KG, sind immer zur Buchführung verpflichtet. Die Höhe der Umsätze und Gewinne spielt in diesem Fall keine Rolle.

Wann beginnt die Buchführungspflicht?

Der Beginn der Verpflichtung zur Buchführung ist mitunter davon abhängig, um welche Art von Unternehmen es sich handelt. Die Pflicht zur Buchführung bei einem Einzelunternehmen ist ab dem Zeitpunkt gegeben, an dem die oben genannten Umsatz- und Gewinngrenzen überschritten werden. Gleiches gilt für Land- und Forstwirte. Gesellschaften hingegen sind ab dem Tag ihrer Gründung zur Buchführung verpflichtet. Bei Freiberuflern besteht niemals eine Pflicht zur Buchführung, ganz gleich, wie hoch ihre Umsätze oder Gewinne sind.

Buchführungspflicht für Kleinunternehmer?

Als Kleinunternehmer unterliegt man generell nicht der Buchführungspflicht. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Unternehmer komplett davon befreit ist, seine Einnahmen und Ausgaben zu erfassen. Er tut dies lediglich nicht mittels doppelter Buchführung, sondern mithilfe der wesentlich einfacheren Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Als Kleinunternehmer gilt, wer im laufenden Jahr Umsätze von nicht mehr als 17.500 Euro erzielt hat und wer im folgenden Jahr Umsätze von 50.000 Euro voraussichtlich nicht überschreiten wird.

Aufgrund dieser niedrigen Beträge gilt die sogenannte vereinfachte Buchführungspflicht. Das bedeutet, dass alle Geschäfte so dokumentiert sein müssen, dass sich daraus Schlüsse auf Art und Umfang des Geschäfts ziehen lassen. Weiterhin muss die aktuelle Ertrags- und Vermögenslage ersichtlich sein. Kleinunternehmer müssen also sowohl Kundenkorrespondenz als auch Belege und eigene Rechnungen stets aufbewahren.

Für Kleinunternehmer gilt keine Buchführungspflicht.

Wer Rechnungen nicht vorlegt, muss Strafen zahlen

Mögliche Strafen und Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Buchführungspflicht

Das Finanzamt möchte zu jeder Steuererklärung die zugehörigen Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen sehen.Unternehmen, die die Rechnungen nicht vorlegen, zahlen hohe Strafgelder. Diese befreien jedoch nicht von der Buchführungspflicht, sodass die geforderten Unterlagen in jedem Fall nachgereicht werden müssen. Kommt es zu einer Insolvenz des betroffenen Unternehmens, drohen dem Unternehmer sogar Haftstrafen, wenn er seiner Pflicht zur Buchführung nicht nachgekommen ist. Lesen Sie hier alles über Insolvenz.

Mögliches Ende der Buchführungspflicht

Unter gewissen Umständen kann die Pflicht zur Buchführung bei Unternehmen enden. Bei Einzelunternehmen ist dies der Fall, wenn die oben genannten Grenzen in zwei aufeinanderfolgenden Wirtschaftsjahren unterschritten wurden. Löscht man die betreffende Gesellschaft aus dem Handelsregister, erlischt die Buchführungspflicht.