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Was ist eine Lizenz und wie unterscheidet sie sich vom Patent?

In Bezug auf die Definition gibt es zwischen der Lizenz und dem Patent deutliche Unterschiede. Diese Unterschiede spielen vor allem in der Wirtschaft eine wesentliche Rolle. Mit der Lizenz erhält ein Unternehmen oder eine Privatperson die Erlaubnis zur wirtschaftlichen oder privaten Nutzung eines Rechtssubjekts. Mit einem Patent sichert sich das Unternehmen das Recht an einer Entwicklung, einem Produkt oder einem Namen.

Lizenz – eine Definition

Der Begriff der Lizenz leitet sich aus dem Lateinischen ab. Der Begriff licencia ist gleichbedeutend mit „Freiheit“ oder „Erlaubnis“. Diese Übersetzung lässt sich sehr gut auf die Definition einer Lizenz in den verschiedenen Bereichen der Wirtschaft übertragen. Der Erwerb einer Lizenz ist gleichbedeutend mit der Erlaubnis, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu benutzen.

Beispiel für die Vergabe

Die Vergabe ist beim Verkauf von Computersoftware geläufig. Die Software steht für den Kunden zum Download

Lizenz

Wie lange gilt meine Lizenz?

im Internet bereit. Oftmals ist es möglich, die Software zunächst zu testen. Der Entwickler stellt für den Test eine allgemeingültige Lizenz bereit. Die Dauer der Nutzung legt der Entwickler ebenfalls fest. Dies kann einige Tage oder Wochen sein. In der Regel bewegt sich die Nutzung einer allgemein gültigen Lizenz für einen Zeitraum von drei Tagen bis drei Monaten. Nach dem Ablauf der Testphase erwirbt der Kunde eine neue. Der Zeitraum der Gültigkeit liegt hier zwischen einem Monat und einer dauerhaften Nutzung. Dies bedeutet, dass Lizenzen im Abonnement zu erwerben sind. Darüber hinaus gibt es Software, die nach einem einmaligen Kauf dauerhaft in Nutzung bleiben kann. Lesen Sie hier alles zum Abonnement.

Entstehung – ein kleiner historischer Abriss

In der Forschung ist der Ursprung des Lizenzbegriffs und der Verwendung umstritten. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Lizenz auf das Mittelalter zurückzuführen ist. An den Universitäten war es den Absolventen möglich, ein Lizentiat zu erwerben. In diesem Zusammenhang fand der Begriff erstmalig Erwähnung. Das Lizentiat ist an einigen Universitäten bis heute geläufig.
Im 13. Jahrhundert fand der Begriff in Frankreich unter König Philipp erstmalig im Zusammenhang mit dem Verkauf Erwähnung. Damals hieß es, dass der König alle Rechte am Verkauf von Holz und Holzwaren für sich beanspruchen konnte. Im Verlauf der Jahre erfolgte eine Erweiterung der Begrifflichkeit auf Grundstücke, später auch auf Handelswaren. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Begriff in Deutschland im Zusammenhang mit dem Reichspatentrecht geprägt. In der Weiterentwicklung hat die Lizenz bis heute in der Wirtschaft eine weitreichende Bedeutung.

Welche Arten gibt es?

Es gibt verschiedene Lizenzarten, die aktuell in der Praxis Anwendung finden und vom Lizenzrecht abgedeckt sind.

1. Ausschließliche und nicht ausschließliche Lizenz

In diesem Bereich sind die Begriffe einfache, ausschließliche und Alleinlizenz zu unterscheiden.

  • Bei der einfachen Lizenz ist es möglich, weiteren Personen oder Unternehmen weitere Lizenzen einzuräumen.
  • Bei der ausschließlichen Lizenz ist es möglich, anderen Personen weitere Lizenzen einzuräumen.
  • Die Alleinlizenz bietet dem Lizenznehmer die Möglichkeit, die Rechte für sich in Anspruch zu nehmen.
2. Unterlizenz

Hier erfolgt nochmals eine Unterscheidung zwischen der einfachen und er ausschließlichen, wobei die Vergabe der ausschließlichen Lizenz mitunter als umstritten gilt.

3. Cross-licence

Hier handelt es sich um einen sogenannten Lizenztauschvertrag. Der Rechtsträger ist eine Gemeinschaft. Dieser Gemeinschaft gehören die Güter, die zum Tausch angeboten werden. Im Rahmen des Joint Venture kommt die Tauschlizenzzum Einsatz.

4. Herstellungslizenz

Der Rechteinhaber darf ein Produkt produzieren, aber nicht vertreiben.

5. Vertriebslizenz

Hier handelt es sich um die Umkehrung der Herstellungslizenz. Der Rechteinhaber darf das Produkt vertreiben, nicht aber produzieren.

6. Zwangslizenz

Bei der Zwangslizenz erfolgt ein Ausschluss der Autonomie einer Partei durch den Gesetzgeber. Er bestimmt die Nutzungsbefugnis. Die Zwangslizenz findet in folgenden Bereichen Anwendung:

  • Patentrecht
  • Sortenschutzrecht
  • Urheberrecht
  • Mitbenutzungsrecht
7. Gesetzliche Lizenz

Hier gestattet der Gesetzgeber die Vergabe an Interessenten, deren Zahl zunächst unbestimmt ist.

Was beinhaltet eine Lizenz?

Grundsätzlich beinhaltet die Lizenz die Erlaubnis, ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Entwicklung für einen

Lizenz

Lizenz ist nicht gleich Lizenz

unbestimmten oder einen vorab festgelegten Zeitraum nutzen zu können. Die Vergabe der Lizenz erfolgt an ein so genanntes Rechtssubjekt. Hierbei kann es sich um ein Unternehmen, eine Einzelperson, aber auch einen Verein oder eine Gesellschaft handelt. Im Rahmen der Lizenz wird vereinbart, in welchem Umfang der Rechtenehmer das Objekt nutzen darf. Nicht immer ist die Nutzung in vollem Umfang gestattet. Es ist auch möglich, Teillizenzen für die Nutzung zu vergeben. Gemessen am Beispiel der Computersoftware würde es bedeuten, dass die Erteilung der Lizenz nur für einen Teil der Funktionen erfolgt.

Wichtig zu wissen:

Die Vergabe einer Lizenz erfordert immer einen Lizenzvertrag. Dieser wird zwischen dem Lizenzgeber und dem Lizenznehmer geschlossen und gilt für einen vorab festgelegten Zeitraum oder unbegrenzt.

Was ist ein Patent?

Die Vergabe eines Patents erfolgt im Zusammenhang mit einer Erfindung oder der Entwicklung eines Produkts. Es ist auch möglich, einen Namen als Patent schützen zu lassen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass durch die Vergabe eines Patents die Rechte der Gemeinschaft oder eines anderen Unternehmens nicht beschränkt werden dürfen. Wenn ein allgemein gültiges Interesse an einer Entwicklung besteht oder diese bereits auf dem Markt erhältlich ist, kann darauf kein Patent vergeben werden.

Zusammenhang zwischen Patent und Lizenz

Lizenz

Unterschiede werden vertraglich festgehalten

Die Begrifflichkeiten Patent und Lizenz lassen sich nicht immer voneinander trennen. So gibt es wirtschaftliche Bereiche, in denen ein direkter Zusammenhang besteht. Dies ist beispielsweise beim Franchising der Fall. Ein Unternehmer bekommt das Recht, eine patentierte Marke zu nutzen. Die Einzelheiten der Nutzung sind in einem Lizenzvertrag festgeschrieben. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass eine Lizenz nicht nur für eine Marke oder eine Entwicklung, sondern auch für ein geschütztes Patent vergeben werden kann.

Forderungen: Was ist das?

Im betriebswirtschaftlichen Kontext ist eine Forderung ein Zahlungsanspruch eines Gläubigers gegenüber einem Schuldner. Der betriebswirtschaftliche Begriff ist somit nah angelegt an den rechtlichen Begriff der Forderung. Forderungen entstehen regelmäßig im Rahmen der Geschäftstätigkeit von Unternehmen und fallen zum allergrößten Teil in die Kategorie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sie sind in aller Regel der größte Posten im Umlaufvermögen und als eigener Posten zu bilanzieren.

Definition

Die Definition einer Forderung in der Betriebswirtschaft lehnt sich im Wesentlichen an die rechtliche Definition an. Demnach sind Forderungen Ansprüche einer natürlich oder juristischen Person an eine andere natürliche oder juristische Person, eine bestimmte Leistung zu erbringen. Die Leistung kann materieller oder immaterieller Art sein. Die Forderung selbst ist ein immaterieller Vermögenswert.

Forderungen im betriebswirtschaftlichen Kontext beschreiben Geldforderungen, die aus einem Vertrag resultieren. Hierin ist der Schuldner verpflichtet, sie zu einem bestimmten Datum oder über einen bestimmten Zeitraum gegenüber dem Gläubiger zu begleichen. Aus Sicht des Gläubigers ist eine Forderung ein Vermögenswert, der aktiv in die Bilanz eingeht. Demgegenüber steht aus Sicht des Schuldners eine Verbindlichkeit gleicher Höhe.

Forderungen

Wer eine Leistung erbracht hat, fordert die Entlohnung

Aus einer Forderung generiert der Gläubiger finanzielle Mittel und somit Einnahmen. Sie ist somit ein Finanzinstrument aus Sicht des Gläubigers. Aus der Forderung geht für das Unternehmen ein wirtschaftlicher Nutzen hervor, da mit einem Mittelzufluss in der Zukunft zu rechnen ist und gleichzeitig bereits ein Verfügungsrecht über diesen Mittelzufluss existiert.

Wie entstehen Forderungen?

Sie entstehen immer dann, wenn im Rahmen eines Vertrags eine Lieferung und/oder Leistung zwischen zwei Parteien vereinbart, die Leistung des Gläubigers bei Gefahrübergang der Sache aber noch nicht direkt vom Schuldner bezahlt ist. Sie entsteht somit typischerweise in der normalen Geschäftstätigkeit, wenn man Zahlungen auf Ziel vereinbart und eine Seite die Sache oder Dienstleistung bereits in den Herrschaftsbereich des Käufers gebracht hat.

Neben einem vereinbarten Zielverkauf entsteht eine Forderung auch bei einem Zahlungsverzug. Eine bestehende Forderung, die bis zur Fälligkeit nicht beglichen wurde, bleibt somit erhalten. Ein Zahlungsverzug bringt aber unter Umständen Veränderungen in der bilanziellen Bewertung mit sich und eröffnet weitere rechtliche Möglichkeiten gegen den Schuldner.

Welche Arten von Forderungen gibt es?

Forderungen lassen sich auf unterschiedliche Weise klassifizieren. Der mit Abstand häufigste Fall sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sie entstehen aus der typischen Geschäftstätigkeit von Unternehmen, wenn Waren oder Dienstleistungen verkauft und nicht direkt vom Schuldner bezahlt werden.

Handelsrechtlich sind von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen noch Selbige gegen verbundene Unternehmen, FO gegen Unternehmen mit einem Beteiligungsverhältnis sowie sonstige Vermögensgegenstände zu unterscheiden. Nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS/IAS gibt es neben den FO aus Lieferungen und Leistungen die sonstigen finanziellen Vermögenswerte und die sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerte. Die Positionen mit „Sonstigen“ umfassen Forderungen, die nicht aus typischer Geschäftstätigkeit entstanden sind, beispielsweise aus Beteiligungen, Wertpapieren, gegenüber Arbeitnehmern, Finanzderivaten oder Nebengeschäften.

FO lassen sich weiter nach ihrer Fristigkeit unterscheiden. Eine kurzfristige Forderung begleicht man voraussichtlich innerhalb eines Jahres, eine mittelfristige FO zwischen einem und fünf Jahren und eine langfristige Forderung nach mehr als fünf Jahren.

Wie wird eine FO bilanziert?

Sie sind sind als finanzielle Mittel zu sehen, über die bereits ein rechtlicher Anspruch besteht. Sobald dieser Anspruch – bei Lieferungen und Leistungen ab dem Gefahrübergang in die Sphäre des Käufers – vorliegt, muss man die zugehörige Forderung buchhalterisch aktivieren. Eine FO ist dabei ein Aktivposten in der Bilanz und Teil des Umlaufvermögens.

Bei der erstmaligen Bilanzierung einer Forderung ist diese zu Anschaffungskosten zu zählen. Das entspricht dem

Forderungen

Wie prüft man die Forderung?

Nennwert einschließlich eventueller Transaktionskosten (entspricht dem Bruttorechnungsbetrag). Ist die Forderung zum Bilanzstichtag noch offen, wird sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Jede FO gehört nach dem Niederstwertprinzip geprüft und ist dann gegebenenfalls auf den niedrigeren Wert abzuschreiben.

Die Prüfung nach dem Niederstwertprinzip ist auf jede FO einzeln anzuwenden (Prinzip der Einzelbewertung). Das Ausfallrisiko unterliegt einer Prüfung. Besteht so ein Risiko, handelt es sich um eine zweifelhafte Forderung, die nun auf den wahrscheinlichen Zahlungseingang in der Zukunft abzuschreiben ist. Bei vielen kleinen Einzelforderungen lässt sich handelsrechtlich auch eine Pauschalwertberichtigung der Forderungssumme nach Erfahrungswerten vornehmen. Eine Kombination aus Einzelwertberichtigung und Pauschalwertberichtigung ist gegebenenfalls auch möglich.

Was passiert bei Darlehen und Fremdwährung?

Bei einer Darlehensforderung ist in der Regel eine Verzinsung vereinbart. Die Forderung lässt sich mit dem Barwert bilanzieren. Dieser ergibt sich aus den Zins- und Tilgungszahlungen, die mit einem marktüblichen Zins diskontiert werden. Liegt der vertraglich vereinbarte Zins unterhalb des Marktzinses, ist die Darlehensforderung auf den niedrigeren Wert abzuschreiben.

Forderungen

Währungsänderungen sind zu berücksichtigen

Ist die Forderung in einer Fremdwährung, muss man sie in die heimische Währung umrechnen. In Deutschland ist das der Euro, wenn die Bilanzierung nach deutschem Recht erfolgt. Durch Wechselkursänderungen verändert sich damit der Wert der FO, was zum Bilanzstichtag zu berücksichtigen ist. Bei einer kurzfristigen Fremdwährungsforderung ist mit dem aktuellen Divisenkurs zu bilanzieren – auch, wenn dieser über den Wert bei der Aktivierung der Forderung liegt. Hier wird das Niederstwertprinzip durchbrochen. Bei langfristigen Fremdwährungsforderungen gilt das Niederstwertprinzip weiter.

Wird eine Forderung vor dem Bilanzstichtag beglichen, gehört sie entsprechend wieder ausgebucht. Im einfachsten Fall überweist man den Bruttobetrag und sie erlischt. Viel Unternehmen vereinbaren mit dem Käufer aber eventuelle Boni und Skonti, wenn sie das Zahlungsziel nicht bis zur Frist ausschöpfen, sondern schneller bezahlen. Diese Boni und Skonti mindern im Nachhinein die Forderung und sind, wenn sie anfallen, zu verrechnen. Lesen Sie hier alles über Skonto.

Forderungsmanagement

Aufgrund der Wichtigkeit von Forderungen für das Unternehmen setzen die meisten Unternehmen auf ein Forderungsmanagement. Das Forderungsmanagement überwacht jede Forderung und schließt Rückschlüsse auf die Bonität der Käufer. So wahrt man einen Überblick über die Risiken. Das Management schreitet bei Zahlungsverzug aktiv ein und vollzieht weitere Schritte gegenüber säumigen Kunden. Forderungsausfälle gefährden maßgeblich die Liquidität des Unternehmens, was im Extremfall zur Insolvenz führen kann.