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Technische Due Diligence

Technische Due Diligence

Geht es um einen Unternehmenskauf, Firmenverkauf oder ein konkretes Investitionsvorhaben, taucht immer häufiger der begriff technische Due Diligence auf. Umfassende Due Diligence Prüfungen, die auch den technischen Bereich einbeziehen, erweisen sich als notwendig und vorteilhaft, um die möglichen Risiken von Investitionsentscheidungen frühzeitig zu erkennen und einen realistischen Kaufpreis zu ermitteln.

Due Diligence – Begriffserklärung

Was ist genau eine technische Due Diligence?

Was ist genau eine technische Due Diligence?

Wörtlich lässt sich der Begriff “Due Diligence”, der ursprünglich aus dem englischen Sprachraum stammt und heute weltweit von Fachleuten benutzt wird, als ‚gebotene Sorgfalt‘ übersetzen. Schon aus dieser Übersetzung lässt sich die Bedeutung sowie die Wichtigkeit solcher Prüfungen erkennen. Kein Investor möchte bei einem Firmenkauf ein unnötiges Risiko eingehen. Um den Wert eines komplexen Kaufobjektes und die eventuell verborgenen Risiken bereits im Vorfeld so genau wie möglich einschätzen können, müssen vor dem Kauf eines Unternehmens oder eines komplexen Immobilienprojekts  viele Informationen zusammengetragen und unter verschiedenen Gesichtspunkten ausgewertet werden. Spezielle technische Aspekte werden im Rahmen einer technischen Due Intelligence geprüft, während vor allem wirtschaftliche und finanzielle Fragestellungen im Rahmen der Financial Due Diligence überprüft werden.

In der Praxis beauftragt in der Regel der Käufer häufig Wirtschaftsprüfer und andere externe Fachleute mit der Bewertung des Investitionsobjektes. Im Auftrag des Interessenten analysieren die Experten die Schwächen und Stärken der angebotenen Firma gründlich und umfassend. Das abschließende Ergebnis dieser detaillierten Untersuchung wird in einem Bericht zur technischen Due Diligence zusammengefasst.

Technische Due Diligence

Es liegt auf der Hand, dass bei solchen Analysen die finanziellen und ökonomischen Fragen eine zentrale Rolle spielen. Doch nicht weniger wichtig sind in vielen Fällen die technischen Aspekte des zu bewertenden Objektes. Wer sich für die zu erwartende Rendite eines Investments interessiert, kommt an technischen Details in den meisten Fällen nicht vorbei. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei der Investition um eine Immobilie oder ein großes Industrieunternehmen handelt. Dieser Teil der Risikoprüfung wird als Technical-DD oder umgangssprachlich als technische Due-Diligence bezeichnet.

Die technische Due Diligence kann also als Teilbereich der umfassenden Risikoprüfung im Rahmen einer Due Diligence angesehen werden. Die Fachleute, die diesen Teil der Arbeit übernehmen, sind häufig Ingenieure oder erfahrene Techniker, die über das erforderliche Spezialwissen verfügen. Diese Experten wissen genau, welche Informationen erforderlich sind, um die verwendeten Technologien und die vorhandene Technik exakt zu bewerten.

Bei solchen Untersuchungen geht es nicht allein um den Ist-Zustand einer Immobilie oder einer technischen Ausstattung, sondern auch um Fragen der Instandhaltung und Instandsetzung. Mindestens genauso wichtig ist bei den meisten Objekten die gegenwärtige Auslastung der Technik und das Modernisierungs-Potential. Erst wenn alle diese Informationen vollständig zusammengetragen und ausgewertet sind, lässt sich die Investitionssumme fundiert berechnen. Diese Informationen fließen zusätzlich in die Financial Due Diligence ein. Außerdem dient das Zahlenwerk als Basis für Kostenprognosen für den späteren Käufer.

Je komplexer und größer das zu bewertende Investitionsobjekt ist, desto aufwendiger sind technische Due Diligence und Financial Due Diligence. In der Praxis erweist es sich daher als vorteilhaft, wenn vor dem Start einer solchen Prüfung vom Auftraggeber eine Checkliste erarbeitet wird, die von den beauftragten Experten Punkt für Punkt abgearbeitet werden kann.

Lese-Tipp: Eine ausführliche Due Diligence Checkliste können Sie hier herunterladen.

Risiken für den Verkäufer

Risiken vermeiden während einer  technischen Due Diligence

Risiken vermeiden während einer technischen Due Diligence

Soll ein Unternehmen verkauft werden, in dem technologische Fragen eine besonders wichtige Rolle spielen, kann genau hierbei einen Interessenkonflikt entstehen. Der Verkäufer muss befürchten, dass sich Konkurrenten als Interessenten ausgeben, um an wertvolle Informationen zu gelangen, die wettbewerbsrelevant sind. Außerdem ist es nicht ausgeschlossen, dass sich in der Belegschaft Nervosität und Unruhe ausbreitet, wenn plötzlich externe Fachleute sämtliche Bereiche des Unternehmens gründlich unter die Lupe nehmen. Um Gerüchten keine Nahrung zu bieten, ‚tarnen‘ sich manche Spezialisten. die mit solchen Untersuchungen beauftragt wurden. Sie geben sich dann als Mitarbeiter einer Bank oder als Techniker aus, um ungestört und möglichst neutral arbeiten zu können.

Noch schwerwiegender sind die Bedenken, wenn es um Betriebsgeheimnisse und innovative Schlüsseltechnologien geht. Diese Faktoren haben eine zentrale Bedeutung für die Kaufsumme. Insofern ist der Verkäufer gezwungen, mit offenen Karten zu spielen, um das Interesse der Käufer zu steigern. Gelangen jedoch durch Indiskretion sensible Daten an die Öffentlichkeit oder bekommen Fremde Kenntnis von wichtigen Forschungsergebnissen, kann der Schaden für den Verkäufer existenzbedrohend sein.

Welche Vorteile bietet Vendor Due Diligence?

Unter Umständen kann in solchen Fällen das sogenannte Vendor Due Diligence Verfahren ein Ausweg sein. In diesem Falle geht die Initiative für die Überprüfung vom Verkäufer aus. Manche Verkäufer lehnen Vendor Due Diligence wegen der zu erwartenden Kosten ab. Doch das Verfahren bietet bei bestimmten Fällen eine ganze Reihe von Vorteilen, die diesen Nachteil aufwiegen. Der Verkäufer hat die volle Kontrolle und weiß genau, wer welche Informationen bekommt. Außerdem kann er bei der Überprüfung möglicherweise Schwachstellen erkennen und beseitigen, die den Verkaufspreis drücken könnten. Spielt der Zeitfaktor eine wichtige Rolle, ist dieses Verfahren besonders zu empfehlen. Der Verkäufer kennt alle relevanten Daten und kann die Fachleute effektiv bei ihrer Analyse unterstützen. Allerdings akzeptiert nicht jeder potentielle Käufer eine solche Überprüfung und möchte sich selbst ein Bild machen.

Financial Due Diligence

Als financial Due Diligence wird der Teil eines Due Diligence Verfahrens bezeichnet, in dem das Vermögen, die Ertragslage und die Finanzen des zu veräußernden Unternehmens objektiv bewertet werden. Wirtschaftsfachleute analysieren Gewinne und Verluste, überprüfen die Bilanzen und berechnen den Cashflow. Um das Potential des Unternehmens einzuschätzen, werden die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis und anderen wichtigen Unternehmenszahlen in diesem speziellen Bereich der Due Diligence genau erfasst und analysiert.

Lese-Tipp: Diese Dokumente sollten Sie in einer Due Diligence bereitstellen

Bereitstellung des Due Diligence Reports im Datenraum

Experten in einer Beratung zur technischen Due Diligence

Experten in einer Beratung zur technischen Due Diligence

Die Ergebnisse der vielfältigen Untersuchungen und Analysen werden zunächst von einem erfahrenen Team ausführlich diskutiert und abschließend in einem Bericht zusammengefasst. Die meisten Firmen speichern die Due Diligence Berichte anschließend in einem Datenraum ab. Als besonders vorteilhaft erweist sich dieses Verfahren, wenn mehrere potentielle Käufer bereitstehen oder eine Auktion geplant ist. Dann müssen die relevanten Unterlagen nicht in physischer Form bereitgestellt werden, sondern können gleichzeitig von verschiedenen Personen eingesehen werden. Für den Verkäufer ist ein solches Verfahren ebenfalls vorteilhaft, weil es Kosten und Zeit spart. Außerdem müssen auf diese Weise keine Originalunterlagen herausgegeben werden und der Verkäufer hat jederzeit die volle Kontrolle über die veröffentlichten Daten und Informationen.

Fazit zur technischen Due Diligence

Die technische Due Diligence ist ein wesentlicher Bestandteil einer Due Diligence Prüfung. Dabei liegt der Fokus der Prüfer auf den technologischen Aspekten des Investments. Um die technische Qualität eines Investments zuverlässig einschätzen zu können, werden Spezialisten aus den jeweiligen Fachbereichen hinzugezogen. Die wichtigsten Informationen werden in einem Report im Rahmen der Due Diligence zusammengestellt.

Der Käufer hat auf diese Weise die Möglichkeit, anhand der übersichtlich aufbereiteten Daten die Investitionssumme und den Aufwand realistisch festzustellen und den erforderlichen Investitions- und Instandsetzungsbedarf abzuschätzen. Interessieren sich mehrere Käufer für ein bestimmtes Objekt, ist es vorteilhaft, die wichtigsten Daten des erstellten Reports in einem virtuellen Datenraum zur Verfügung zu stellen.

Wenn Sie mehr über die Ablauf einer technischen Due Diligence im Zusammenspiel mit einer Due Diligence erfahren möchten, so stehen Ihnen die Berater des docurex Datenraums gerne zur Verfügung. Wir freuen uns auf Sie.

Unternehmensbewertung

Was ein Unternehmen wirklich wertvoll macht

Es gibt viele Möglichkeiten, um eine Unternehmensbewertung durchzuführen.

Beliebte Methoden um den Wert zu ermitteln sind die Überprüfung der Bilanz oder den Wert anhand des Marktanteils zu kalkulieren. Während rein finanzielle Aspekte wichtig sind, gibt es auch andere Gesichtspunkte, die eine Unternehmensbewertung beeinflussen.

In diesem Artikel beschreiben wir drei, manchmal übersehene, aber dennoch wichtige Faktoren, die zu einer soliden Unternehmensbewertung beitragen.

  • Langfristige Verträge mit Kunden
  • Dokumentierte Prozesse und Abläufe
  • Unabhängigkeit des Managements vom Gründer

Langfristige Verträge deuten auf eine strahlende Zukunft

Welche Dokumente duerfen mit einem DMS aufbewahrt werden?Unternehmen sind schon von ihrem Wesen in einem ständigen Zustand der Veränderung. Mit dem Druck von Wettbewerbern, Vorschriften, Logistik, der Wirtschaftslage und vielem mehr ist alles, was ein Element der Stabilität bietet, sehr willkommen. 

Langfristige Verträge bieten einem Unternehmen ein kalkulierbares Einkommen und Sicherheit. Die Bedeutung eines langfristigen Geschäftsverhältnisses darf in einer ständigem Wandel unterworfenen Geschäftswelt nicht unterschätzt werden.

Ein langfristiger Vertrag für ein Produkt oder eine Dienstleistung ist ein starker Indikator dafür, dass die Kunden dem Unternehmen vertrauen. Beispiele für langfristige Verträge umfassen laufende Beratungskosten, langfristiger Wartungsservice, regelmäßige Nachbestellungen und Vermietung von Immobilien oder Ausstattung.

Langfristige Verträge bieten eine solide Grundlage um die künftige Entwicklung des Unternehmens abschätzen zu können (ein wichtiger Teil der Unternehmensbewertung). So müssen Absatzprojektionen nicht auf Schätzungen basieren, die ungenau sein können. Sie basieren auf unterschriebenen Vertragsdokumenten.

Mit langfristigen Verträgen kann die Unternehmensführung genauer planen. Das kann zu mehr Effizienz und Effektivität des Unternehmens führen. Die Mitarbeiterbindung an das Unternehmen steigt mit größerer Arbeitsplatzsicherheit, die auf langfristigen Verträgen gründet.

Wenn Sie ein Unternehmen bewerten, analysieren Sie die Laufzeit der Verträge. Je länger die Vertragslaufzeit, desto größer ist die Bindung der Kunden an das Unternehmen und die Stabilität des Betriebsergebnisses verbessert sich.

Prozesse und Abläufe – die unbesungenen Helden des geschäftlichen Erfolgs

Dokumentierte Prozesse und Verfahren sind von zentraler Bedeutung für den Erfolg vieler Unternehmen. Von Fast-Food-Restaurants, kommerziellen Fluggesellschaften und privaten Krankenhäusern bis hin zu Logistik-Unternehmen. Die Restaurantkette McDonalds ist in vielerlei Hinsicht durch die Prozesse und Verfahren definiert, auf denen Ihr Geschäftsmodell aufbaut.

Organisationen verlassen sich auf gut dokumentierte Prozesse um einen Wettbewerbsvorteil auf dem Markt zu erreichen. Die Effizienz, die sie aus ihren dokumentierten Prozessen ziehen, ist ein wichtiger Teil ihrer Bewertung als Unternehmen.

Wie tragen dokumentierte Prozesse und Verfahren zu dem Wert des Unternehmens bei?

  • Die Prozesse stellen das geistige Eigentum des Unternehmens das und dessen Verständnis davon, wie das Geschäft zu führen ist. Ein McDonalds Restaurant kann eine bestimmte Anzahl von Menschen bedienen, diese Anzahl ergibt sich aus den Prozessen zur Lebensmittelherstellung. Dies wiederum erlaubt eine präzise Prognose der Kosten und Einnahmen für jedes Restaurant.
  • Das Dokumentieren der Prozesse gibt potenziellen Käufer eine klare Vorstellung davon, wie das Geschäft funktioniert. Natürlich gibt es Bestandteile oder ganze Prozesse, die aus Wettbewerbsgründen vertraulich bleiben müssen. Allerdings hilft die Dokumentation der Prozesse Käufern das Unternehmen besser zu verstehen, das sie kaufen – und vielleicht einen Eindruck davon, wie sie die Effizienz weiter verbessern können.
  • Die Übernahme von Prozessen und Verfahren ist ein Zeichen einer vernünftigen Mentalität innerhalb eines Unternehmens. Das Unternehmen hat sich dazu entschieden, den Betrieb zu verbessern und stellt sicher, dass die Angestellten die Prozesse einhalten.
  • Die Verwendung von dokumentierten Prozessen und Verfahren bedeutet , dass es weniger Abhängigkeit von bestimmten Personen besteht, die spezifische Aufgaben erledigen. Dies ist entscheidend, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen und so auch die Kenntnisse und Erfahrungen des Personals. Wenn dieses Wissen in den Geschäftsprozessen erfasst wurde, besteht deutlich weniger Risiko für das Geschäft, wenn eine bestimmte Person das Unternehmen verlässt..

Wenn Sie ein Unternehmen analysieren, betrachten Sie, welcher Wert aus der Anwendung von Prozessen und Abläufen entsteht. Es kann mehr sein, als Sie denken.

Ein starkes und unabhängiges Management

Aufbewahrungsfristen fuer Selbstständige, Kleingewerbetreibende

Die Geschichte zeigt, dass der Gründer eines Unternehmens möglicherweise nicht die geeignetste Person zur Führung und Verwaltung des Unternehmens ist. Die Fähigkeiten und die Vision die benötigt werden, um ein Unternehmen zu gründen, sind nicht die gleichen wie diejenigen, die für das tägliche Management gebraucht werden. Wenige Gründer entpuppen sich als großartige Manager.

Also stellen Sie sicher, dass Sie bei der Bewertung eines Unternehmens das Verhältnis zwischen dem Gründer und dem Management klar verstehen.

Für neu gegründete Unternehmen kann der Gründer oft vollständigen Einfluss und Kontrolle ausüben, vor allem, wenn er für die Finanzierung des Unternehmens verantwortlich ist. Dies kann in der Gründungszeit vorteilhaft sein, wenn das Charisma und die starke Persönlichkeit eines Gründers wichtig für den Aufstieg der Firma sind. 

Allerdings sollte ein etabliertes Unternehmen über ein Management verfügen, dass das Geschäft auch alleine führen kann, ohne auf direkte Anweisungen des Gründer angewiesen zu sein. Schließlich könnte das Management auch nicht mehr auf den Input des Gründers zurückgreifen, wenn die Firma verkauft werden würde. Das Management muss stark genug sein, um das Unternehmen auch allein führen zu können.

Wenn Sie das Managements und die Verwaltung einer Firma evaluieren, betrachten Sie, ob das Unternehmen stark vom Gründer in Hinsicht auf Leitung und Vision angewiesen ist. Stellen Sie sich die Frage : „Was wäre der Unternehmenswert, wenn der Gründer nicht mehr da wäre?

Zusammenfassend

Wie in diesem Artikel beschrieben, beziehen sich alle drei Faktoren auf die relative Reife eines Unternehmens.

  • Langfristige Verträge zeichnen ein Unternehmen aus, dessen Produkte und Dienstleistungen einen nachgewiesenen und gut etablierten Bedarf so erfüllen, dass die Kunden bereit sind langfristige Vereinbarungen mit der Firma zu treffen. 
  • Die Einhaltung bewährter Prozesse und Verfahren zeigt, wie ein Unternehmen die ganz eigene Art und Weise Dinge zu tun wertschätzt und wie dies als Teil der Unternehmensstruktur dokumentiert werden soll.
  • Das Management hat die notwendige Erfahrung und Unabhängigkeit um das Unternehmen unabhängig vom Einfluss und der Leitung des Gründers zu verwalten.

Einzeln oder gemeinsam haben diese drei Faktoren einen dramatischen Einfluss auf die Unternehmensbewertung und sollten als Teil jedes Bewertungsprozesses betrachtet werden.

Wann Firma verkaufen

Firma verkaufen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Geschäftsführer investieren viel Zeit, Geld und harte Arbeit, um den besten Service für Ihre Kunden bieten zu können. Trotzdem kann der Punkt kommen, an dem es Zeit wird das eigene Unternehmen zu verkaufen.

Das ist eine Entscheidung, die keinem Geschäftsführer leicht fällt. Wie können Sie sicher gehen, dass es trotzdem die Richtige ist?

5 Gründe, warum Geschäftsinhaber Ihre Firma verkaufen

Hier finden Sie die 5 Hauptgründe, die Unternehmer dazu veranlassen, ihre Firma zu verkaufen.

  1. Altersvorsorge und Renteneintritt
    Es gibt eine Zeit im Leben, in der es wichtiger wird, zu entspannen und das Leben zu genießen anstatt jeden Tag zu arbeiten. Ein Geschäftsinhaber, der in die Rente geht, will den besten Gegenwert für den Verkauf seiner Firma erhalten, aber nicht um jeden Preis.
  2. Bedarf an neuen Investitionen
    Der Firmenbesitzer hat seine Firma mit allen Mitteln so weit wie möglich nach vorne gebracht, aber ohne zusätzliche Unterstützung kann sie nicht weiter wachsen. An dieser Stelle sind mehr Geld und ein neues Management gefragt, um die Firma auf das nächste Level zu bringen.
  3. Veränderungen im Markt
    Trends im Markt sorgen dafür, dass bestimmte Geschäftsmodelle besonders beliebt sind. Videotheken, Solarien und kurzfristige Kleinkredite sind nur ein paar Beispiele für Geschäftsmodelle, die zu einem Zeitpunkt einmal besonders gefragt waren.Das ist eine Möglichkeit für Geschäftsführer am Höhepunkt des Trends den besten Preis für ein Unternehmen zu erzielen, das ganz vorne am Markt mitspielt.
  4. Änderung der Gesetzgebung und anderer Regulierungen
    Ein Firmenbesitzer kann in Erwägung ziehen seine Firma zu verkaufen, wenn eine neue Regulierung des Gesetzgebers in den Betriebsablauf eingreift.Gesetze die sich auf die Rentabilität eines Geschäftsmodells auswirken sind zum Beispiel Gesetze zum Schutz der Privatsphäre, das Streichen von Subventionen und Gesetze zum Schutz der Umwelt.
    Für einen Geschäftsführer kann sich dadurch der Verkauf der Firma mehr lohnen als die Anpassung des Betriebsablaufs an die Regularien.
  5. Neue Chancen
    Manchmal ergeben sich in ganz neuen Geschäftsfeldern neue Chancen und Möglichkeiten für einen Geschäftsinhaber. Der Verkauf des eigenen Unternehmens kann genug Startkapital bieten, um einen Neubeginn zu wagen.

Unabhängig davon, aus welchem Grund der Inhaber eines Unternehmens den Verkauf erwägt, müssen die Angebote von diversen externen Profis wie Anwälten und Steuerberatern eingeholt werden um den Verkauf in finanzieller und rechtlicher Sicht abzusichern.

Lese-Tipp: Wie Sie den Unternehmensübergang bzw. Firmenverkauf mit einem Letter-of-Intent rechtlich absichern.

Das eigene Unternehmen auf die Due Diligence vorbereiten

Ein wichtiger Teil des Verkaufsprozesses ist es, die eigenen Unternehmensdaten für den Due-Diligence-Prozess vorzubereiten. Es ist wahrscheinlicher dass ein Unternehmensbesitzer seine Firma erfolgreich verkauft wenn der Due-Diligence-Prozess für potentielle Käufer reibungslos abläuft.
Eine der effektivsten Methoden für die effiziente Durchführung der Due Diligence ist die Einrichtung eines Online-Datenraums, in dem alle relevanten Dokumente zur Verfügung gestellt werden. Der Zugang zu dem sicheren Datenraum und die Durchsicht der Dateien ist dabei potentiellen Käufern vorbehalten.
Docurex® bietet Unternehmen einen sicheren Online-Datenraum an um Transparenz und Fairness in den Verhandlungen zu Unternehmensverkäufen zu gewährleisten.
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Financial Due Diligence

29. August 2016 / Valuation & Transaction, Due Diligence / Nils Klamar, Leiter Valuation & Transaction bei der FAS AG

Due Diligence

Der Begriff „Due Diligence“ bezeichnet die Analyse, Prüfung und Bewertung eines Transaktionsobjektes im Zusammenhang mit Umstrukturierungen, Börsengängen oder Sanierungen. Die Financial Due Diligence ist insbesondere bei M&A Transaktion entscheidend, da sie die Informationsasymmetrien zwischen den Verhandlungspartnern vermindert.

Chancen und Risiken in Verbindung mit dem Erwerb eines potenziellen Zielunternehmens sollen im Rahmen der Due Diligence aufgedeckt werden, damit kritische Punkte rechtzeitig identifiziert werden können. Der spezifische Sinn und Zweck einer solchen Prüfung richtet sich jedoch nach den Zielen einer Unternehmenstransaktion.

Untersuchungsfelder der Due Diligence

Die Due Diligence kann auf unterschiedliche Untersuchungsfelder aufgeteilt werden. Die wesentlichen Varianten sind hierbei die Legal Due Diligence, die Commercial Due Diligence, die Tax Due Diligence und insbesondere auch die Financial Due Diligence.

Financial Due Diligence

Die Legal Due Diligence untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen des zu prüfenden Unternehmens wie bspw. die Unternehmens- und Gesellschaftsstruktur sowie eventuelle Haftungspotenziale. Mit der Commercial Due Diligence soll die Frage beantwortet werden, ob mit der Transaktion die strategischen Ziele des Erwerbs verwirklicht werden können. Gegenstand der Tax Due Diligence ist die Analyse der steuerlichen Aspekte einer Unternehmenstransaktion.

Im Rahmen der Financial Due Diligence wird die betriebswirtschaftliche Situation des Zielunternehmens, insbesondere die Vermögens- Finanz- und Ertragslage analysiert.

Vorbereitung der Financial Due Diligence

Als Vorbereitung auf die Due Diligence ist zunächst ein Projektteam aufzustellen, das meist aus externen unternehmensfremden Personen, wie Unternehmensberatern und Rechtsanwälten, besteht. Ein Einbezug unternehmensinterner Mitarbeiter empfiehlt sich, um von deren Know-how in Bezug auf das Unternehmen und die Branche profitieren zu können.

Initiale Aufgabe des zusammengestellten Projektteams ist die Identifikation von relevanten Informationsquellen. Als wesentliche Informationsquellen für die Financial Due Diligence dienen Prüfungsberichte von Wirtschaftsprüfern, öffentlich zugängige Geschäftsberichte bzw. Konzern- und Jahresabschlüsse sowie die Dokumentation der Unternehmensplanung und des Berichtswesens des zu prüfenden Unternehmens. Weitere wichtige unternehmensinterne Informationsquellen müssen mit Hilfe von Fragebögen, Checklisten, Management Interviews und vor-Ort-Besichtigungen erschlossen werden.

Die Financial Due Diligence befasst sich im Rahmen der Analyse mit der Interpretation der Finanzinformationen des Zielunternehmens und stellt die Grundlage für die Bewertung des Unternehmens dar.

Ablauf einer Financial Due Diligence

Folgende Schritte werden im Rahmen einer Financial Due Diligence durchlaufen:

  • Analyse der Vergangenheitsdaten
  • Analyse bilanzpolitischer Wahlrechte und Ermessensspielräume
  • Analyse nicht-prognosefähiger, einmaliger Ergebniseffekte
  • Analyse der Unternehmensplanung
  • Erstellen einer revidierten Planungsrechnung

Datem für die Financial Due Diligence

Die Analyse der Vergangenheitsdaten (3 – 5 Jahre) des Zielunternehmens beinhaltet die Überprüfung der Geschäftsvorfälle auf Vollständigkeit und Konformität mit den entsprechenden Rechnungslegungsnormen. Sie bildet zudem die Grundlage zur Ermittlung von bilanzpolitischen Wahl- und Ermessensentscheidungen sowie nicht-prognosefähigen Ergebnisbestandteilen.

Dem Management des Zielunternehmens bieten die Rechnungslegungsvorschriften zahlreiche Spielräume zur Bilanzierung von Sachverhalten. Diese Entscheidungen sind aufzudecken und ihr Einfluss auf die Rechenwerke ist zu analysieren. Einmalige Ergebniseffekte gilt es zu eliminieren, da die Vergangenheitsdaten die Grundlage für die Planung des Zielunternehmens bilden.

Um in der Folge eine unrealistische Abbildung der künftigen Entwicklungen des Zielunternehmens zu vermeiden, müssen die Erfolgsgrößen um nicht-prognosefähige Bestandteile bereinigt werden. Hierzu sind insbesondere nicht-betriebsnotwendiges Vermögen, Eventualverbindlichkeiten, Rückstellungen sowie stille Reserven und Lasten zu untersuchen.

Im Anschluss an die Analyse der Vergangenheitsdaten erfolgt die Prüfung der Unternehmensplanung. Regelmäßig sind hierbei nachfolgende Inhalte zu klären:

  • Plausibilität von Kennzahlen im Branchen- und Unternehmensvergleich
  • Nachvollziehbarkeit und Angemessenheit von Planungsprämissen
  • Prüfung der Planerfüllungsgrade in der Vergangenheit (Planungstreue)
  • Prüfung der Qualität und Angemessenheit der Controllingsysteme

Nachfolgend werden die Erkenntnisse und Einschätzungen auf der Basis der vorhergehenden Schritte berücksichtigt und eine revidierte Planungsrechnung erstellt, die wiederum die Grundlage für die Unternehmensbewertung darstellt. Bei der revidierten Planungsrechnung sind quantitative Prämissen herzuleiten, die mit Unsicherheit behaftet sind. Daher wird regelmäßig die Sensitivität der Planung mit Hilfe von Szenarioanalysen auf sich ändernde Planungsprämissen untersucht.

Abschluss der Financial Due Diligence und Nutzen für den Auftraggeber

Report der Financial Due DiligenceAls Ergebnis einer Financial Due Diligence-Prüfung steht der Due Diligence-Bericht, der sämtliche Analyseergebnisse sowie Chancen und Risiken der Transaktion umfasst. Dieser dient als Entscheidungsunterstützung für den Auftraggeber, bewertet die Vorteilhaftigkeit der Transaktion jedoch in der Regel nicht abschließend. Der Due Diligence-Bericht beinhaltet die bereinigte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die adjustierte Unternehmensplanung und kann somit als Basis für die Auswahl geeigneter Bewertungsmultiples dienen und somit den Auftraggeber bei der Optimierung des Kaufpreises unterstützen.

Fazit

Die Financial Due Diligence-Prüfung hat das Ziel, Informationsasymmetrien zwischen Käufer- und Verkäuferseite abzubauen und Chancen und Risikopotenziale der Transaktion aufzuzeigen. Sie ist damit ein entscheidendes Mittel im Rahmen der Entscheidungsfindung im Rahmen von M&A Transaktionen für die Geschäftsführung.

Im Hinblick auf die Kaufpreisverhandlungen und die Formulierung des Kaufvertrages dient sie als Entscheidungsunterstützung. Vor dem Hintergrund der im § 93 Abs.1 Satz 2 AktG kodifizierten Business Judgement Rule dient der Bericht zur Due Diligence Prüfung der Unterstützung zum Nachweis der Einhaltung der Sorgfaltspflichten der Geschäftsführung.

Handshake

Due Diligence für den Unternehmensankauf und Verkauf

Im Geschäftsleben kommt es immer wieder dazu, dass eine Firma oder eine Person, sich einen Betrieb, eine Firma oder ein ganzes Unternehmen kauft. Manche Verkäufer wollen neue Projekte in Angriff nehmen oder sich einfach zur Ruhe setzen und das Unternehmen gewinnbringend verkaufen.

Wo aber gehandelt wird, ist die Frage des Betrugs nicht weit, denn ein hoher Verkaufswert ist für den Verkäufer gut und für Käufer nachteilig. Fühlt der Käufer sich sogar hintergangen oder betrogen, weil er nach dem Kauf Fakten erfährt, von denen er bisher nichts wusste, landen Verkäufer und Käufer schnell vor Gericht.

In den USA und angelsächsischen Ländern gibt es hierzu den Begriff der Due Diligence, worunter Maßnahmen zu verstehen sind, damit sich beide Parteien beim Kauf ihrer Sorgfaltspflicht entsprechend verhalten und durch eine Offenlegung aller benötigten Unterlagen einen fairen Verkauf abwickeln. Due Diligence soll also einen geordneten Verkauf sicherstellen, damit sich beide Parteien hinterher ein Gerichtsverfahren ersparen.

Was ist Due Diligence?

Für viele Leute erschließt sich die Bedeutung des Begriffs ‚Due Diligence‘ nicht auf der ersten Blick und bedarf daher einer Erklärung. Ursprünglich stammt dieser Begriff aus dem amerikanischen Wirtschaftsrecht und entspricht in etwa dem deutschen Rechtsprinzip ‚ der erforderlichen Sorgfaltspflicht eines seriösen Geschäftsmannes‘. Darunter wird aber meinst ein genauer Check einer Firma verstanden, die zum Verkauf steht.

Diese Prüfung wird erst vorgenommen, wenn sich Verkäufer und Käufer über die wichtigsten Fragen des Verkaufs bereits einig geworden sind. Es geht also nicht um das Ausspionieren einer Firma, um etwa ihren Wert zu bestimmen, sondern es stehen mehr die wirtschaftlichen Fakten im Vordergrund wie das Firmeneigentum und eventuelle Verbindlichkeiten, damit der Käufer genau weiß, worauf er sich einlässt, wenn er den Vertrag unterschreibt.

Eine der ungeschriebenen Regeln der kaufmännischen Sorgfaltspflicht ist es, dass der Verkäufer alle Unterlagen und Informationen über seine Firma vorliegen hat und auch Kenntnis von allen Vorgängen hat, die er dann dem Käufer zugänglich macht. Der Sinn dieser Prüfung besteht eigentlich darin, dass keine der Parteien die andere übervorteilt, weil ihnen die entsprechenden Informationen vorenthalten wurden.

Der Käufer kann durch sie sicher sein, dass er das bekommt, was er kaufen wollte, während Verkäufer sicher sein kann, dass der Käufer ihn später nicht auf Schadensersatz verklagt, weil er sich betrogen fühlt. Eine Due Dilligence Prüfung wird vorwiegend beim Verkauf von Firmenanteilen und Immobilien oder vor einem Börsengang durchgeführt, um sicher zu stellen, dass die Übergabe risikofrei abläuft.

Das gilt auch für Mergers & Acquisitions, also Unternehmensfusionen oder einem Unternehmenskauf in jeglicher Form, wobei dieser Begriff auch gern für die Dienstleister in diesem Bereich benutzt wird. Zu diesem Vorgang gehört auch eine genaue Risikoanalyse des Kaufs. Beide Vertragsparteien einigen sich meistens auf einen bestimmten Zeitraum, in dem die Due-Diligence-Prüfung stattfindet. Zu den Vereinbarungen kann auch eine Entschädigungszahlung gehören, falls der Verkauf doch nicht zustande kommt. Die Prüfung der eigentlichen Unterlagen während einer Due Diligence wird meist von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Anwälten oder anderen Fachleuten mit entsprechenden Kenntnissen durchgeführt oder zumindest tatkräftig unterstützt.

Unterschiedliche Formen von Mergers & Acquisitions

Mergers and Acquisitions

Bei einer Unternehmensfusion können Unternehmen als gleichwertige Partner eine neue Firma gründen.

Es gibt diverse Unterarten von M&A, die der Großzahl der unternehmerischen Möglichkeiten entsprechen. So kann bei einer Fusion der Käufer sich das als Target bezeichnete Zielunternehmen einverleiben und sich selbst dadurch vergrößern, während das gekaufte Unternehmen aufgelöst wird. Dabei muss der Käufer die Schulden genauso übernehmen wie das Vermögen. Bei einer Unternehmensfusion können sich beide Parteien dafür entscheiden, zusammen in einem neuen, größeren Unternehmen aufzugehen. Dadurch entsteht ein völlig neues Unternehmen.

Die Mergers and Acquistions Geschäfte werden aber oft als einfache Unternehmenskäufe abgewickelt und es sind fremdfinanzierte Übernahmen von Unternehmen. Der Unterschied zwischen Unternehmenskäufen und Fusionen besteht im wesentlichen durch den Austausch des Besitzers. Die fremdfinanzierten Übernahmen sind oftmals nur möglich, wenn ein hoher Anteil von fremden Kapital für den Kaufpreis gebraucht wird, das auf dem Finanzmarkt besorgt wird.

Es gibt in diesem Bereich auch die Corporate Restructuring, die meist aus Outsourching- oder Insourching-Maßnahmen besteht, was auch für Spin-offs oder Carve-outs gilt. Eine strategische Kooperation ähnelt einem Joint Venture Vertrag zwischen den Parteien, woraus wiederum oftmals Konsortien, Arbeitsgemeinschaften, Kartelle oder einfache Interessengemeinschaften entstehen.

Nach Common Law in der angelsächsischen Rechtsprechung gilt der Grundsatz, dass der Käufer Sorgfalt walten lassen soll, weshalb er sich dazu verpflichtet, als Risiken des Kaufs für sich abzuwägen und etwaige Mängel vorher zu erkennen und zu akzeptieren. Der Käufer hat also keinen Rechtsschutz, wenn er Kaufmängel übersieht. Deshalb wird bei allen wichtigen Käufen das Käuferrisiko durch die Due Diligence verringert oder sogar ausgeschlossen.

Die beiden Parteien einigen sich in fast allen Arten von M&A auf eine Due-Diligence-Prüfung, die das Risikos des Käufers mindert und den Verkäufer gleichzeitig vor etwaigen Rechtsansprüchen des Käufers schützen soll. Dabei gilt der Grundsatz, dass der Verkäufer nichts verschweigt. Obgleich diese Due-Diligence-Prüfung noch nicht zur Verkehrssitte gehört, werden allerdings auch in Deutschland kaum noch Veräußerungen ohne eine Unternehmens-Prüfung unternommen, wobei sie oftmals auch der Kaufpreisfindung dienen soll.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um ein Unternehmen zu verkaufen?

when to sell your business

Wann ist es an der Zeit, die eigene Firma zu verkaufen?

Der richtige Zeitpunkt für den Unternehmensverkauf ist, wenn das Unternehmen den höchsten Wert hat, jedenfalls aus Sicht des Unternehmenseigentümers. Allerdings finden aus diesem Grund selten Unternehmensverkäufe statt, sondern weil der Firmengründer in Rente gehen möchte und keinen Nachfolger hat. Oftmals sind auch Veränderungen am Markt dafür verantwortlich, dass sich ein Firmeninhaber für einen Verkauf entscheidet.

Allerdings kann auch eine Interessensverlagerung zu einem Verkauf führen, wenn der Unternehmer für eine Neugründung Startkapital braucht. Es können auch ganz persönliche Gründe wie die Gesundheit sein, weshalb sich ein Unternehmensinhaber von seinem Geschäft zurückziehen möchte.

Jedoch gibt es bei der Entscheidung immer zu berücksichtigen, welchen Gegenwert der Verkäufer für seine Firma erhalten möchte. Einigen Unternehmern ist der Erhalt der Firma in ihrer Form wichtiger als ein maximaler Ertrag beim Verkauf. Darum ist der richtige Zeitpunkt auch schwer anzugeben, denn dafür müssten sich Käufer wie Verkäufer darüber einig sein, dass beide eine Win-Win-Situation erleben. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Due-Diligence-Prüfung wichtig, da sie genau das gewährleisten soll.

Die Due Diligence für den Unternehmensverkauf vorbereiten

Ordner mit Unterlagen

Für die Due Diligence ist die Aufbereitung von vielen Akten notwendig.

Wenn ein Verkauf des Unternehmens geplant ist, sollte der Verkäufer sich die benötigten Unterlagen für die Due-Diligence-Prüfung schon einmal vorbereiten, damit der Käufer und seine Fachleute sich diese so schnell wie möglich vornehmen können. Ganz wichtig sind die Dokumente zur rechtlichen Situation wie zum Beispiel einer GmbH oder einer Ko-KG, denn nur so kann der Käufer erfahren, was genau er bei der Übernahme beachten muss.

Zudem sollte er alle seine Dokumente bezüglich der Steuer wie auch die Finanzunterlagen und die Dokumente, die die wirtschaftliche Lage darstellen. Dabei ist entscheidend, dass diese Unterlagen auch den Tatsachen entsprechen, da eine Manipulation der Unterlagen ein Fall für den Staatsanwalt werden kann.

Für den zukünftigen Käufer ist nicht nur der gesamte Habitus der Firma wichtig, sondern er sollte auch den Zugang zu den Unterlagen für die Entwicklung des Marktes bekommen sowie zu den Unternehmens-Strategien. Immerhin sind diese Unternehmensstrategien oftmals für den Erfolg eines Unternehmens in der Zukunft gedacht.

Der Verkäufer sollte allerdings dem Käufer auch einen Einblick über den aktuellen Stand der Versicherungen geben, die das Unternehmen abgeschlossen hat und die zur Verfügung stehen. Sehr wichtig sind auch die technologischen Entwicklungen, die dem Unternehmen Umsatz bescheren sollen.

Neben allen Sachwerten einer Firma gibt es auch das sogenannte Humankapital. Unternehmer verstehen unter dem Begriff Humankapital die Fähigkeiten ihrer Angestellten, sich auch unter Stress zu bewähren. Die Angestellten sind nicht nur wegen ihrer Arbeitsleistung ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens, sondern können durch ihre kreative Ideen eine enorme Wertsteigerung erzeugen. Diese innovativen Ideen sind meist vertraglich Eigentum des Unternehmens und machen einen bedeutenden Wert in der Gesamteinschätzung des Firmenwerts aus.

Due Diligence für den Unternehmensankauf vorbereiten

Ein Käufer eines Unternehmens sollte die Due-Diligence-Prüfung dafür nutzen, sich alle Aspekte des Wunschunternehmens genau anzuschauen, bevor er dem Kauf zustimmt. Kommt es hinterher zum Streit, muss er nämlich beweisen, dass er die nötige Sorgfalt walten ließ und trotzdem hintergangen wurde. Zunächst sollte der Käufer den exakten Wert des gewünschten Unternehmens ermitteln lassen. Dabei sind alle Aktiva genauso wichtig wie Belastungen durch Kredite.

Zu den wichtigen Unternehmensdaten gehören selbstverständlich auch der Umsatz wie auch Gewinn und Marge. Zudem interessiert sich der Käufer für die aktuelle Position des Unternehmens im Markt und seinen Stand gegenüber den Wettbewerbern.

Bei größeren Firmen empfiehlt es sich auf jeden Fall, die Bilanzen von einem Wirtschaftsprüfer durchschauen zu lassen. Auch sollte die Führungsetage genau unter die Lupe genommen und auf ihre Eignung überprüft werden, da hier die Entscheidungen für die Zukunft des Unternehmens fallen. Aus diesen diversen Fakten gibt sich schließlich zusammengenommen eine fundierte Risikoanalyse, die exakt beschreiben sollte, welchen Wert das Unternehmen hat und welche zukünftige Entwicklung ansteht.

Der Einsatz eines DMS für die Due Diligence

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Ein Document Management System hilft bei der Due-Diligence-Prüfung – und zwar allen Parteien.

Da bei einer Due-Diligence-Prüfung Unmengen von Datensätzen anfallen, können Dokumentenmanagementsysteme, kurz DMS genannt, die Arbeitsabläufe und die Durchsicht erleichtern. Ein Document Management System macht es möglich, dass eine große Anzahl von Mitarbeitern oder Fachleuten gleichzeitig Zugriff auf das gleiche Projekt haben, wobei die Sicherheit der sensiblen Firmendaten trotzdem gewährleistet bleibt. Denn kein Unternehmen, das verkauft werden soll, weiß es zu schätzen, wenn ihre Daten für unbefugte Personen zugänglich sind.

Durch DMS können auch Fachleute in den Due-Diligence-Prozess eingebunden werden, die an anderen Standorten als dem Unternehmenssitz beschäftigt sind, was durch ein funktionales Online-DMS gewährleistet wird. So wird es möglich, die digitalisierten Dokumente aufzurufen oder nach Wunsch einfach im Web einzusehen. Ein solcher externer Austausch von Daten kann diese Prüfung erleichtern und die Dauer der Prüfung zudem erheblich reduzieren.

Die einzelnen Mitarbeiter bekommen so eine gute Übersicht über die Informationen und die Strukturierung der zahlreichen Dokumente. Dabei spielt es keinerlei Rolle, wie groß die einzelnen Dateien oder die gesamte Datenmenge ist. Dafür ist das Cloud Computing verantwortlich, was sich durch das DMS gerade bei Firmenübernahmen oder Fusionen als sehr hilfreich erwiesen hat. Zudem kann das DMS die Kosten für eine Unternehmensprüfung stark reduzieren.

Weitere Informationen zum Thema Due Diligence

Mergers & Acquisitions

Die vier Hauptformen von Mergers & Acquisitions

Unternehmensfusionen und Übernahmen werden aus vielen verschiedenen Gründen durchgeführt.

Von einer feindlichen Übernahme über eine freundliche Fusionierung bis zu einer strategischen Allianz – es gibt viele Möglichkeiten für Unternehmen, Ihre Kräfte zu bündeln.

In diesem Artikel betrachten wir die vier Hauptformen von Fusionen und Übernahmen (englisch: Mergers & Acquisitions oder auch M&A) und eine kleine Fallstudie einer sehr bekannten Übernahme, die nicht das geplante Resultat erzielt hat.

Die vier Hauptformen von Mergers & Acquisitions

Unternehmen werden aus vielen verschiedenen Gründen mit anderen Firmen fusionieren oder diese übernehmen. Hier sind die vier häufigsten Formen der Fusion und Übernahme:

Horizontale Fusion/Übernahme

Zwei Firmen finden mit gleichartigen Produkten oder Dienstleistungen zusammen. Durch die Fusion wird die Produktpalette erweitert, es entstehen aber keine neuen Produkte oder Services. 2002 hat Hewlett Packard die Firma Compaq Computers für 24 Milliarden Dollar übernommen. Das Ziel der Übernahme war, durch die Kombination der Produkte beider Unternehmen der marktstärkste PC-Lieferant zu werden.

Vertikale Fusion/Übernahme

Zwei Unternehmen bündeln Ihre Kräfte im selben Markt, stehen aber an verschiedenen Positionen in der Zuliefererkette. Sie erhöhen ihre vertikale Integration in die Kette durch die Verbesserung der Logistik, die Konsolidierung von Mitarbeitern erzielen eine Zeitersparnis bei der Vermarktung der Produkte. Ein Bekleidungsgeschäft, das eine Herstellerfirma aufkauft, wäre ein Beispiel für eine vertikale Übernahme.

Fusion/Übernahme als Mischkonzern

Zwei Firmen aus unterschiedlichen Branchen schließen sich zusammen oder eine Firma übernimmt die andere, um die Palette ihrer Produkte oder Dienstleistungen zu vergrößern. Dieses Vorgehen kann dabei helfen, Kosten zu reduzieren, indem interne Arbeiten parallelisiert werden und Risiken durch die Präsenz in verschiedenen Märkten vermindert werden.

Konzentrische Fusion/Übernahme

In manchen Fällen bedienen zwei Unternehmen denselben Kundenstamm, bieten aber verschiedene Dienstleistungen an. Ein Beispiel hierfür ist die Firma Sony, die DVD-Player herstellt und im Jahr 1989 das Filmstudio Columbia Pictures übernommen hat. Tatsächlich war dies ein integraler Bestandteil der Strategie, um die Blu-Ray-Player von Sony zu etablieren.

Fallstudie – 1998 – Daimler Benz und Chrysler

Daimler Benz hat 1998 Chrysler übernommen um gemeinsam Daimler Chrysler zu bilden, einen 37 Milliarden Dollar schweren Automobilgiganten, der massive Präsenz auf beiden Seiten des Atlantiks gezeigt hat. Allerdings wurden die kulturellen Unterschiede zwischen den Unternehmen als einer der Hauptfaktoren für den Misserfolg gesehen, der dazu führte, dass Daimler 2007 das Unternehmen Chrysler wieder für 7 Milliarden Dollar verkauft hat.

In diesem Fall ist die „effiziente, konservative und sichere“ Kultur von Daimler mit der „kühnen, diversen und schaffenden“ Kultur von Chrysler aufeinandergeprallt. Während der Due Diligence Prüfung vor der Durchführung des Deals wurden die Herausforderungen nicht erkannt, die beide Unternehmen in der Zusammenarbeit haben würden.

Zudem wurde die Transaktion als ein „Merger of Equals“ bzw. eine „Fusion auf Augenhöhe“ angekündigt, doch dies entsprach nicht der Realität in beiden Unternehmen. Chrysler wurde ganz offensichtlich übernommen und es gab wenig Vertrauen zwischen beiden Firmen.

Ein Scheitern in dieser Größenordnung zeigt, wie wichtig die Durchführung einer gründlichen und objektiven Due Diligence ist.

Der M&A-Bereich verlässt sich stark auf den Due-Diligence-Prozess um die Realisierbarkeit eines Deals zu bewerten. Wenn Milliarden von Dollar auf dem Spiel stehen, ist es wichtig alle Möglichkeiten der Informationsbeschaffung und Analyse auszuschöpfen.

CC Steve Wilson Flickr - Due Diligence

Due Diligence für den Unternehmensankauf

Wenn Sie vorhaben eine Firma zu kaufen ist der Due-Diligence-Prozess der wichtigste Aspekt der gesamten Transaktion.

Die Recherche während der Due Diligence und die Analyse stellen sicher, dass der Käufer den Unternehmenswert kennt und weiß, wie sich dieser auf den Kaufpreis des angebotenen Unternehmens auswirkt.

Hier sind die wichtigsten Fakten über das Unternehmen die während des Due Diligence Prozesses untersucht werden sollen:

Bewertung des Unternehmens

Während einer Due Diligence müssen viele Unterlagen gesichtet werden

Während einer Due Diligence müssen viele Unterlagen gesichtet werden

Wie viel ist das Unternehmen am Markt wert? Sind Aktienanteile öffentlich verfügbar und falls ja, an welcher Börse werden sie gehandelt?

Einkommen, Gewinn und Marge

Was sind die Umsatzzahlen des Unternehmens der letzten drei Jahre? Beschaffen Sie sich die Informationen von noch früheren Jahren, falls möglich.

Ist der Umsatz von Jahr zu Jahr gewachsen? Wie sehen die Umsatzzahlen im Monats, Quartalsverlauf und von Jahr zu Jahr aus? Macht das Unternehmen regelmäßig Gewinn, oder nur sporadisch? Sind die Gewinnmargen vergleichbar mit anderen Unternehmen aus dem Sektor? Die sind nur einige der Fragen, die während der Due Diligence gestellt werden.

Lesen Sie dazu auch: Was ein Unternehmen wirklich wertvoll macht.

Industrie und Wettbewerb

In welchem Markt, oder welchen Märkten konkurriert das Unternehmen mit anderen Mitbewerbern? Was sind aktuelle Trends in diesen Märkten? Gibt es dort neue Chancen oder Risikofaktoren die durch neue Regulierungen, Technologien oder Wettbewerber entstanden sind?

Wie ist die Positionierung des Unternehmens am Markt? Welches sind seine Stärken und wo liegt der für Kunden wahrnehmbare USP zu den Mitbewerbern (‚Unique Selling Proposition‘)?

Was ist die Marktposition (Vorreiter, Anführer oder Mitläufer) des Unternehmens und wie ist die Position im Vergleich zu den größten Mitbewerbern? Was sind die vorherrschenden Geschäftsmodelle der Konkurrenz und wie gut wird das Geschäftsmodell von der Firma umgesetzt?

Bewertungsmultiplikatoren

Was ist der Bewertungsmultiplikator (so genannter „Multiple“) in Hinsicht auf den angebotenen Preis für das Unternehmen und wie ist er im Vergleich zu dem Durchschnitt im entsprechenden Industriesektor? Falls es eine große Spannbreite zwischen dem angebotenen Preis und dem Bewertungsmultiplikator der Konkurrenz gibt, was ist der Grund dafür? Ist er gerechtfertigt?

Inhaber und Management

Während einer Due Diligence wird in der Regel auch die Geschäftsleitung geprüft

Während einer Due Diligence wird in der Regel auch die Geschäftsleitung geprüft

Wer ist der eigentliche Inhaber der Firma? Besitzen die Gründer des Unternehmens noch Anteile? Ist es ein Unternehmen in Familienhand? Welchen prozentualen Anteil der Firma besitzen Gründer und die aktuelle Unternehmensleitung? Die Beantwortung dieser Fragen hilft zu verstehen, wie viel die Beteiligten in die Firma investiert haben und wie stark sie sich auch in Zukunft für den Fortbestand des Unternehmens einsetzen werden.

Untersuchung der Bilanz

Ziehen Sie Finanzexperten zur Hilfe um die Bilanz zu untersuchen. So bekommen Sie einen Überblick über die Vermögenswerte, den Schuldenstand und andere wichtige Indikatoren zur finanziellen Lage des Unternehmens.

Entwicklung an der Börse, Optionen und Verteilung

Wie hat sich der Preis an der Börse über die letzten 10 Jahre entwickelt? Wie wird das Unternehmen in den Märkten wahrgenommen und wie hat sich dies auf den Aktienpreis ausgewirkt?

Haben die derzeitigen Aktionäre die Option, Aktien zu verkaufen? Hat das Unternehmen vor, in Zukunft weitere Aktien zu verkaufen?

Risiken für das Unternehmen

Gibt es Gerichtsverfahren, regulatorische Bedenken oder starke Konkurrenz, die das Fortbestehen des Unternehmens gefährden? Bedenken Sie alle Geschäftsbereiche des Unternehmens.

Die Due Diligence zur Informationssammlung

Die Due Diligence ist im ersten Schritt ein Prozess zur Sammlung von Informationen, es ist noch nicht notwendig die gesammelten Informationen schon jetzt zu bewerten. Betrachten Sie die gesammelten Daten objektiv und führen Sie eine vollständige Analyse erst durch, wenn Sie alle benötigten Informationen zusammengetragen haben.

Die Durchführung einer vollständigen Due Diligence Prüfung stellt sicher, dass Sie ein umfassendes Bild von dem Potential der zu verkaufenden Firma gewinnen.

Wir empfehlen den Download einer kostenlosen Due-Diligence-Checkliste unter um sicherzustellen, dass Sie alle wichtigen Aspekte während einer Due Diligence im Blick haben.

„Business Woman“ by Steve Wilson is licensed under CC BY 4.0 / A derivative from the original work

Due Diligence

Letter of Intent

Ein Letter of Intent (LOI) stellt bei Unternehmenskäufen und -verkäufen ein wichtiges Dokument dar, gleichwohl es sich bei ihm nur um eine Absichtserklärung handelt, die in Bezug auf den Vertragsabschluss rechtlich unverbindlich ist. Dennoch zeigt die Erfahrung, dass diese Erklärung, die die wesentlichen Eckpunkte der Verhandlungen vor oder nach einer Due Diligence zusammenfasst, für beide Parteien von enormer Wichtigkeit sein kann.

Bei der Gestaltung eines LOI ist für beide Parteien äußerste Vorsicht geboten, da es sich bei der Absichtserklärung nach deutschem Recht um ein unbekanntes Rechtsinstitut handelt und daher grundsätzlich eine andere Rechtsfolge eintritt wie bei Vorverträgen oder Optionen, die als vermeintlich ähnliche Rechtsinstitute einen ganz anderen Stellenwert in der Rechtsprechung genießen.

Charakterisierung eines Letter Of Intent

due diligence stepsMit einem LOI soll die Ernsthaftigkeit der Gespräche sowie der Wille zum Abschluss eines möglichen Vertrages festgehalten werden, keinesfalls soll durch die entstandene Absichtserklärung jedoch ein Anspruch (Beispiel: Anspruch auf Abschluss eines Vertrags) sowie daraus erwachsene Verpflichtungen wie etwa Schadensersatzpflichten entstehen. Ein Abbruch der Verhandlungen soll für beide Parteien jederzeit möglich sein, ohne dass die offengelegten sensiblen Daten Schaden anrichten können.

Wäre dieser Sachverhalt nicht gegeben, könnten die Gesprächspartner selbst dann eine Zusammenarbeit in Erwägung ziehen, wenn sie größere und unüberbrückbare Differenzen feststellen, einen Abbruch der Verhandlungen jedoch scheuen, da sie dem Verhandlungspartner schon zu viele unternehmensinterne Informationen offen gelegt haben und befürchten, dass dieser Informationsaustausch negative Folgen für den weiteren Unternehmensfortbestand haben könnte.

Geheimhaltungsvereinbarungen, Exklusivitätsklauseln sowie Vernichtungs- und Herausgabeansprüche erhaltener Dokumente und Konventionalstrafen bei Missachtung der Vereinbarungen schützen die Verhandlungspartner. Es ist wichtig darauf zu achten, die Formulierungen der Absichtserklärungen so zu wählen, dass im Falle eines Rechtsstreits die Niederschriften auch im Hinblick auf eine gerichtliche Auslegung eindeutig sind und keine Zweifel zulassen.

Weicher und harter LOI und Abgrenzung zum Vorvertrag

In der Literatur wird zwischen einem „harten“ und einem „weichen“ LOI unterschieden. Während der weiche LOI lediglich bestätigen soll, dass zwei Parteien in ernsthaften Verhandlungen stehen und dies schriftlich bestätigen, ist der harte Letter of Intend grundsätzlich konkreter gefasst und enthält auch einige rechtlich bindende Erklärungen.

Neben Geheimhaltungsvereinbarungen und Exklusivitätsklauseln, die auch Bestandteil eines weichen LOI sein können, sind hier besonders Schutzpflichten und Sorgfaltspflichten zu nennen. Die Vereinbarungen beziehen sich jedoch auf jeden Fall auf wesentliche Vertragsbestandteile wie den Verkaufspreis oder die Beschaffenheit des Verkaufsgegenstands. Der Verkaufsgegenstand ist dabei in aller Regel die Firma oder zumindest ein Unternehmensteil.

Obwohl der harte LOI detaillierter ist und sich vom weichen LOI unterscheidet, muss er doch von einem Vorvertrag als schuldrechtlichem Vertrag mit der Verpflichtung zum späteren Abschluss eines Vertrages abgegrenzt werden. Eine weitere Möglichkeit ist ein Memorandum of Understanding (MoU), das seinen Ursprung im englischen Sprachraum hat, und eine Absichtserklärung zwischen mehreren Verhandlungspartnern darstellt. Im deutschen Sprachgebrauch werden LOI und MoU oftmals synonym verwendet, was rechtlich gesehen aber keinerlei Bedeutung hat. Vielmehr ist die inhaltliche Gestaltung der Absichtserklärungen wichtig.

Bestandteile eines LOI

UnterschriftEin LOI fasst die wesentlichen Eckpunkte der Verhandlungen zusammen, demnach werden die Vertragspartner in der Absichtserklärung explizit genannt und deren bekundetes Interesse an der geplanten Transaktion herausgestellt. Die bisherigen Gesprächsergebnisse werden zusammengefasst und die Kernaussagen verdichtet. Häufig werden hier Preiskorridore oder exakte Preise definiert. Außerdem wird das Transaktionsvorhaben konkretisiert, das heißt, es erfolgt eine genaue Beschreibung über das zu veräußernde Objekt, den Käufer und den Verkäufer sowie ein detaillierter Zeitplan über die angestrebten Zwischenziele.

Innerhalb dieses zeitlichen Rahmens erfolgt eine sogenannte Due-Diligence-Prüfung, bei der eine sorgfältige Risikoprüfung und eine Analyse der Stärken und Schwächen des Objekts durchgeführt wird. Diese Stärken und Schwächen beeinflussen die Wertfindung des Objekts unter Umständen sehr und spielen daher eine wichtige Rolle bei der Preisfindung beim Unternehmensverkauf.

Im gleichen Atemzug erfolgt auch die Vollmachterteilung zugunsten einer der Kaufobjekt prüfenden Partei sowie die spezifische Festlegung von Befristungen, Bedingungen in Form der Offenlegung der Finanzierungsstruktur des Käufers und etwaiger Vorbehalte, die möglicherweise im Raum stehen und von den Beteiligten geäußert werden können. Gängige Praxis ist die Unterzeichnung einer Geheimhaltungserklärung der beteiligten Parteien, in der sie sich zur Wahrung der unternehmensinternen relevanten Informationen verpflichten.

Die Festlegung von Sanktionen bei Zuwiderhandlungen ist in Form von Konventionalstrafen obligatorisch, einzelne Ausnahmen sind je nach Einzelfall möglich. Typisch für einen LOI sind auch Exklusivitätsklauseln, die Verhandlungen eines Vertragspartners mit Dritten verhindern sollen und demnach einen zusätzlichen Schutz der Vertragsparteien darstellen.

In der Regel wird auch ein Herausgabe- und Vernichtungsanspruch von erhaltenen Dokumenten festgeschrieben sowie Beendigungsgründe für laufende Verhandlungen definiert. Abschließend werden Auslagenersatzregelungen festgehalten sowie auf die fehlende Bindungswirkung des LOI hingewiesen.

Tipp: Der ordnungsgemäße Umgang mit den Dokumenten, die für den Abschluss eines LoI notwendig sind, können Sie mit einem virtuellen Datenraum sehr gut überprüfen und praktisch jederzeit rechtssicher dokumentieren.

Die Wichtigkeit des LoI

Ein Letter of Intent ist bei einem Unternehmenskauf und Unternehmensverkauf ein wichtiges Dokument, das einen späteren Vertragsschluss in die Wege leiten soll. Die verhandelnden Partner sollten darauf achten, dass die gewählten Formulierungen zwar den grundsätzlichen und ernsthaften Verhandlungswillen ausdrücken, gleichzeitig jedoch der fehlende Bindungswille („no binding clause“) zweifelsfrei erkennbar ist, sodass es im Falle einer gerichtlichen Prüfung keinen Auslegungsspielraum gibt. Ebenso wichtig ist die Festlegung von Geheimhaltungsvereinbarungen und Exklusivitätsklauseln, die die Verhandlungspartner absichern und dadurch mehr Verhandlungsspielraum schaffen. Darüber hinaus sollte die Frage nach der Übernahme der Kosten gestellt werden. Da beide Parteien an den Verhandlungen teilnehmen, sollten auch beide Parteien zumindest einen Teil der Kosten übernehmen.

Weiterführende Informationen:

Die Consultant des Datenraumanbieters docurex beraten Sie gerne unverbindlich über das übliche Prozedere bei der Nutzung eines Datenraums im Zusammenhang mit einem Betriebsübergang oder einem Letter-of-Intent.

Eine Übersicht über die wesentlichen Inhalte eines Letter-of-Intent finden Sie auf der Webseite der IHK Frankfurt.

Betriebsuebergang

Risiken beim Betriebsübergang (Unternehmensverkauf)

Der Unternehmensverkauf  sowie ein Unternehmenskauf zieht einige Risiken und verschiedene Pflichten für den Verkäufer nach sich. Schon vor dem eigentlichen Übergang ist es notwendig, Mitarbeiter über den anstehenden Verkauf zu informieren und der Verpflichtung der Unterrichtung nachzukommen. Bleibt die Unterrichtung aus, müssen sowohl der bisherige, wie auch der neue Arbeitgeber mit einer Klage auf Schadensersatz oder entgangene Vergütung rechnen und die Folgen der Pflichtverletzung tragen.

Der Betriebsübergang nach § 613a Abs. 5 BGB ist eine heikle und sehr verantwortungsvolle Angelegenheit, in dessen Vorbereitung unterschiedliche Dinge erledigt und im Sinne der Gesetzgebung realisiert werden müssen.

Was ist ein Betriebsübergang?

Die Bezeichnung steht für Unternehmensverkäufe, die aufgrund der zahlreichen gesetzlichen Vorschriften sehr heikel sind und einige Aufmerksamkeit erfordern. Der Übergang basiert auf drei Kriterien, die alle vollständig eingehalten und umgesetzt werden müssen.

Die Leitung, beziehungsweise die Organisationsmacht geht auf eine andere Person über, wobei der Betriebsablauf ohne Veränderung fortgeführt wird. Die Beschäftigung der bisherigen Mitarbeiter steht im Vordergrund und muss auch dann gewährleistet sein, wenn das Unternehmen nur über geringe finanzielle Mittel und ein begrenztes Budget verfügt.

Zum dritten bleiben Kunden- und Lieferantenbeziehung in unveränderter Form erhalten, sodass eine Umstellung oder Abänderung der Geschäftsbeziehungen nach Wünschen des neuen Betriebsinhabers ausgeschlossen ist. Eine eventuelle und vorübergehende Unterbrechung der betrieblichen Tätigkeit kann vorliegen, darf aber bei Betriebsübergängen nicht auf einer Erbschaft oder einer staatlichen Anordnung beruhen. Beim Übergang muss es sich um eine rechtsgeschäftliche Maßnahme handeln, bei der alle Punkte laut Gesetzgebung Beachtung finden und ohne Einschränkung umgesetzt werden.

Der neue Unternehmer muss seinen Mitarbeitern eine 12-monatige Garantie zur Weiterbeschäftigung geben, wodurch Kündigungen im Rahmen des Unternehmenskaufes ausgeschlossen sind.
Lesetipp: Mit einem Datenraum, wie z.B. docurex, können Sie die beim Betriebsübergang notwendigen Pflichten und Informationen rechts-sicher und zuverlässig dokumentieren. Dem Betriebsübergang geht in der Regel eine intensive Prüfung von Vertragsunterlagen in Form einer  Due Diligence und oft eine Absichtserklärung in Form eines „Letter of Intent“ voraus.

Die Unterrichtung von Mitarbeitern ist notwendig

zwei Menschen besprechen etwasNach § 613a BGB muss die Unterrichtung der Mitarbeiter bei Betriebsübergängen rechtzeitig erfolgen und so eine Möglichkeit zum Widerspruch geben. Alle Arbeitnehmer haben einen Monat Zeit, der Übernahme zu widersprechen oder einzelne Punkte, vor allem im Bezug auf ihr Beschäftigungsverhältnis, anzufechten. Die Pflicht zur Unterrichtung der Mitarbeiter betrifft nicht nur den bisherigen, sondern auch den neuen Arbeitgeber. Daher wird dieser Vorgang in der Regel zusammen durchgeführt und bezieht in die Mitteilung zum Unternehmenskauf ein, dass der neue Geschäftsinhaber vorgestellt wird.

Eine mündliche Mitteilung ist unzureichend, da die Unterrichtung im gesetzlichen Sinne der Schriftform bedarf. Auch ein Verzicht von Seiten der Arbeitnehmer bewahrt den bisherigen und neuen Arbeitgeber nicht davor, die Unterrichtung in Schriftform und als persönliche Mitteilung an alle Arbeitnehmer vorzunehmen. Die allgemeine Information der Arbeitnehmer reicht aus, wodurch auf besondere Belange oder die Situation einzelner Beschäftigter im Betrieb nicht eingegangen werden muss.

Einige Inhalte werden allerdings konkret im Gesetz vorgeschrieben, zu denen beispielsweise die unternehmerischen Gründe, eine eventuell geplante Betriebsverlagerung, sowie Änderungen von Arbeitsbedingungen, Arbeitsort oder tarifliche Änderungen gehören. Bis zu einem Zeitraum von 12 Monaten dürfen bisher im Unternehmen tätige Arbeitnehmer im Zuge eines Unternehmensverkaufs nicht gekündigt werden. Im Anschluss ist eine betriebsbedingte Kündigung allerdings möglich, worüber der neue Arbeitgeber im Mitarbeitergespräch und in seiner schriftlichen Information hinweisen muss.

Rechtliche Maßnahmen bei mangelnder oder nicht durchgeführter Mitarbeiterunterrichtung

RichterhammerFehlt die schriftliche Mitteilung der Arbeitnehmer, erhalten diese keine Möglichkeit zum Widerspruch in der gesetzlich vorgeschriebenen Frist. Diese beträgt einen Monat nach Unterrichtung und ist zwingend einzuhalten. Fehlt eine Mitteilung diesbezüglich, haben Arbeitnehmer die Chance, die Widerspruchsfrist einzuklagen und die allgemeingültige Unterrichtungsfrist auf dem Rechtsweg einzufordern. Jeder Arbeitnehmer kann sich ab dem Zeitpunkt der Mitteilung über den Unternehmensverkauf entscheiden, ob er nach dem Betriebsübergang für den neuen Arbeitgeber oder den bisherigen Arbeitgeber tätig sein möchte.

Das heißt, bleibt eine Unterrichtung mit eingehaltener Widerspruchsfrist aus, kann ein Arbeitnehmer Schadenersatz und Vergütungsausfall beantragen, hätte er sich bei Information über die Frist für den bisherigen Arbeitgeber entschieden. Das Bundesarbeitsgericht ist bei Fristversäumnis oder mangelnder Information zu Betriebsübergängen sehr streng, wodurch Arbeitgeber in der Regel einen Ausfall zahlen und Arbeitnehmer im Bezug auf die Rechtsprechung keine Kompromisse eingehen müssen. Eine bereits bestehende Kündigung wird bei fehlender Unterrichtung zum Unternehmensverkauf aber nicht unwirksam und bleibt zu dem Zeitpunkt bestehen, der ohne die Übernahme durch einen neuen Arbeitgeber avisiert war

Fazit: Die zahlreichen Fallstricke bei Betriebsübergängen sollten Unternehmern bewusst sein und dafür sorgen, dass der Vorbereitung, sowie der Informationspflicht viel Aufmerksamkeit zuteil wird. Bleibt die schriftliche Information der Mitarbeiter aus, wird zu spät oder mangelhaft überstellt beziehungsweise nur als Information am schwarzen Brett ausgehangen, begeht der Unternehmer einen folgenschweren Fehler und muss bei Klagen seiner Mitarbeiter mit Schadenersatz haften.

Jeder Mitarbeiter hat das Recht des Widerspruchs, von dem er bei Betriebsübergängen Gebrauch machen und ein Fortführen des Arbeitsverhältnisses beim neuen Arbeitgeber ausschließen kann. Der Arbeitgeber selbst hat innerhalb der nächsten 12 Monate nach Betriebsübergängen keine Möglichkeit, Mitarbeiter zu entlassen oder das Unternehmen umzustellen und markant zu verändern. Dies gilt nicht nur für Mitarbeiteranstellungen und die Fortführung von Arbeitsverhältnissen, sondern auch für die Aufrechterhaltung von Geschäftsbeziehungen mit Kunden und Lieferanten.

Die Bedeutung von Due Diligence

Die Bedeutung von Due Diligence für Unternehmenstransaktionen

Der Due Diligence Prozess ist ein so integraler Bestandteil der Tranksaktionen in der Geschäftswelt, dass er oft als selbstverständlich hingenommen wird.

Aber es ist wichtig, sich regelmäßig vor Augen zu halten, welche Rolle die Due Diligence spielt und wie sie Unternehmen dabei hilft, informierte Entscheidungen zu treffen.

Eine Definition der Due Diligence

Der Begriff „Due Diligence“ wird im Geschäftsleben verwendet um den Prozess zu beschreiben, in dem ein Käufer Informationen sammelt und die Transaktion analysiert bevor er auf den Deal eingeht oder ihn ausschlägt.

Je ausführlicher die Due Diligence vom Käufer durchgeführt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit dass er eine richtige Bewertung der Transaktion abgeben kann.

Die Fakten zuerst

Der Sinn des Due Diligence Prozesses  ist es, Fakten und Informationen zu sammeln.

Dieser erste Schritt ist nicht dazu da, ein Urteil zu fällen oder die Fakten zu bewerten. Die Durchführung der Due Diligence soll sich darauf fokussieren, Fakten und Informationen über eine Situation einzuholen und Nichts anderes.

Typischerweise liegt es beim Käufer zu bestimmen welche Informationen er benötigt um eine informierte Entscheidung zu treffen. Der Käufer muss anschließend seine Informationsanfrage darlegen, der Verkäufer wird anschließend seine Informationen als Antwort auf die Anfrage präsentieren.

Sobald alle Fakten gesammelt wurden ist es für die entsprechenden Experten möglich, die gewonnenen Daten zu analysieren um die Durchführbarkeit der Transaktion zu bewerten. Die Quantität und die Qualität der relevanten und aktuellen Daten wird sich direkt auf die Qualität der Analyse des Deals auswirken.

Bewertung von Risiken und Chancen

Jede Geschäftstransaktion verfügt über ein Element des Risikos und ein Element der Opportunität bzw. Möglichkeit.

Es ist die Aufgabe des Käufers, so viel wie möglich über die Risiken und Chancen herauszufinden, die ein potentieller Deal mit sich bringt und diese zu identifizieren.

Beispielsweise muss der Käufer bei der Übernahme einer Firma verstehen, wie vielen und welchen Verpflichtungen das Unternehmen unterliegt: Gehaltskosten, Gläubiger, Verträge, Schulden, sowie rechtliche und regulatorische Verpflichtungen, um nur einige zu nennen. Ohne ein klares Bild dieser Verpflichtungen kann der Käufer das Ausmaß der Risiken nicht absehen, auf die er sich beim Kauf der Firma einlässt.

Auf der anderen Seite existieren auch Möglichkeiten, die im Laufe der Due Diligence Prüfung identifiziert werden müssen. Zu diesen Chancen gehören auch Informationen zu regulatorischen Änderungen die dem Unternehmen einen Vorteil im entsprechenden Marktsegment geben können. Ein neues Produkt befindet sich möglicherweise in Entwicklung, wurde aber noch nicht der Öffentlichkeit vorgestellt oder die Einführung einer neuen Technologie senkt dramatisch die Produktions- und Personalkosten während die Gewinnmarge wächst.

Es ist wichtig, dass ein Käufer sich mit den entsprechenden Experten wie Anwälten und Wirtschaftsprüfern kurzschließt, um die Risiken und Chancen zu überprüfen.

Zusammengefasst ist Due Diligence der unerlässliche Prozess, bei dem Firmen Informationen zu einer Transaktion zunächst sammeln und anschließend analysieren, so dass Sie eine informierte Entscheidung treffen können.

Die vorgeleistete Arbeit in Form der Due Diligence Prüfung kann darüber entscheiden, ob ein Unternehmen Millionen von Euro gewinnt oder verliert. Unternehmensführer ignorieren die Due Diligence auf Ihre eigene Gefahr.