Was versteht man unter Preiselastizität

Die Preiselastizität ist eine Metrik, welche versucht, die Auswirkungen von Änderungen der Mengen und Preisen von Gütern zu beschreiben. Sie ist definiert als die relative Mengenänderung (der am Markt zu diesem Preis angebotenen Güter) dividiert durch die relative Preisänderung.

Eine geringe Preiselastizität deutet somit darauf hin, dass die Nachfrage nach einem Gut nur in einer geringen Abhängigkeit von dessen Preis ist, wohingegen eine hohe Preiselastizität auf eine starke Nachfrageänderung hinweist.

Grundsätzlich kann man die Elastizität der Nachfrage oder des Angebots untersuchen. Ohne weitere Konkretisierung ist jedoch üblicherweise von der Elastizität der Nachfrage auszugehen. Ebenso können Änderungen von Preis und Nachfrage eines Gutes auch Auswirkungen auf den Preis und die Nachfrage eines anderen Gutes haben. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn es sich um ein Substitutionsgut handelt. Man spricht hier von dem Einfluss der Elastizität eines Gutes auf ein anderes Gut, der Kreuzpreiselastizität. Diese kann man wieder über die Elastizität des Angebots oder der Nachfrage erstellen. Auch hier ist ohne weitere Spezifizierung davon auszugehen, dass die Kreuzpreisnachfrage gemeint ist. Die Preiselastizität ist in der Regel negativ. Lesen Sie hier alles über Substitutionsgüter.

Berechnung der Preiselastizität

Es existieren mehrere Methoden, um die Preiselastizität zu bestimmen. Im Folgenden beschreiben wir die Methode der Bogenelastizität und die Mittelwertmethode. Theoretisch kann man zur Bestimmung der Preiselastizität auch über die Ableitung der Preis- Nachfragekurve bestimmen, dies scheitert in der Praxis jedoch daran, dass unendlich viele Punktpaare von Preis und Nachfrage entlang der Nachfragekurve bekannt sein müssten. Diese Bedingungen sind in der realen Anwendungen selten gegeben.

Bogenelastizität

Preiselastizität

Preis und Nachfrage stehen sich gegenüber

Man berechnet die Bogenelastizität, indem zu dem Preis P und der Nachfrage Q der alte Preis P_1, der neue Preis P_2sowie die vorherige Nachfrage Q_1 und die neue Nachfrage Q_2 angegeben ist. Man bestimmt zunächst die Änderungsraten des Preises und der Nachfrage separat. Dies entspricht P_2P_1, dividiert durch P_1. Die Berechnung der Änderungsrate der Nachfrage erfolgt analog. Anschließend wird die Änderungsrate der Nachfrage durch die Änderungsrate des Preises dividiert. Dies ist die Bogenelastizität.

Aus mathematischer Sicht entspricht die Bogenelastizität der Steigung einer Tangente der Kurve im untersuchten Punkt. Sie ist somit für jede Änderung separat zu berechnen. Änderungen, welche in der Nähe einer bereits bekannten Tangentensteigung liegen, können so bei üblichen Kurvenverläufen näherungsweise abgeschätzt werden.

Mittelwertmethode

Die Mittelwertmethode ist eine Erweiterung der Bogenelastizität. Anstatt die Bogenelastizität in jedem Punkt einzeln zu berechnen, wird bei der Mittelwertmethode die Bogenelastizität über einen Bereich ermittelt. Dies erfolgt, indem man, unter Verwendung der oben genannten Definitionen, zunächst erneut Mittelwerte für die Preisänderung und die Änderung der Nachfrage separat ermittelt. Konkret wird hierbei die Division von P_a durch P_b mit P_a = P_2P_1 und P_b = (P_2+P_1)*2 angewandt, die Berechnung der mittleren Nachfrageänderung ist analog. Anschließend wird wie bei der Bogenelastizität die mittlere Änderung der Nachfrage durch die mittlere Änderung des Preises dividiert.

Aus mathematischer Sicht entspricht die Mittelwertmethode der mittleren Tangentensteigung einer Kurve im untersuchten Bereich. Dies sollte nicht mit einer Ableitungsfunktion verwechselt werden, welche die Tangentensteigung der Kurve in jedem Punkt beschreibt.

Unterschiede von Bogenelastizität und Mittelwertmethode

Die Unterschiede beider Methoden liegen im erwarteten Verlauf der Kurve, welche das Preis-Nachfrage-Verhältnis beschreibt. Bei der Bogenelastizität besteht die Annahme, dass eine Änderung, welche sich nur geringfügig von einer bereits untersuchten Änderung unterscheidet, bestimmt werden soll, diese sich ebenfalls nur geringfügig in ihren Bogenelastizitäten unterscheiden. Daher kann man beide Änderungen durch dieselbe

Preiselastizität

Wie verändern sich Preis und Angebot?

Bogenelastizität näherungsweise beschreiben. Bei der Mittelwertmethode erfolgt die Mittelung über einen Bereich, in der Annahme, dass eine hinreichend große andere Änderung so erfolgreich beschrieben werden kann.

Wenn die Punkte P_1 und P_2 bzwQ_1 und Q_2 eng zusammen liegen, so ist oft die Bogenelastizität besser geeignet, andernfalls sollte man meist auf die Mittelwertmethode zurückgreifen.

Kategorisierung der Preiselastizität

Die Preiselastizität kategorisiert sich anhand der ermittelten Metrik. Für normale Güter sind drei Kategorien üblich, die elastische, unelastische und vollkommen unelastische.
Bei der elastischen Nachfrage ist die Preiselastizität < -1. Die Nachfrage reagiert in diesem Fall sehr stark auf Änderungen des Preises. Klassische Beispiele einer elastischen Nachfrage sind Luxusgüter wie zum Beispiel Sportwagen. Der Kunde benötigt diese Güter im alltäglichen Leben nicht und kann daher auf den Erwerb verzichten, wenn der Preis steigt.

Bei der unelastischen Nachfrage ist die Preiselastizität zwischen -1 und 0. Die Nachfrage reagiert in diesem Fall nur schwach auf Preisänderungen. Klassische Beispiele für Güter mit unelastischer Nachfrage sind Nahrungsmittel, welche sich nicht substituieren lassen. Ebenso kämen Preise für Energieträger wie Strom und

Preiselastizität

Was ist elastisch, was unelastisch?

Benzin in Betracht, deren Nachfrage kaum auf Preisänderungen reagieren.

Bei der vollkommen unelastischen Nachfrage ist die Preiselastizität 0. die Nachfrage reagiert also überhaupt nicht auf die Änderung des Preises. Ein Beispiel für eine vollkommen unelastische Nachfrage wären überlebenswichtige Medikamente. Diese muss der Kunde zwingend erwerben, ungeachtet des Preises.

Daneben existieren weitere, teilweise auch nur theoretische, anormale Kategorien, welche die Preiselastizität beschreibt, wenn sie außerhalb der oben genannten Kategorien ist.

Anwendung der Preiselastizität

Die Preiselastizität ist die zentrale Metrik bei der Untersuchung von Möglichkeiten der Gewinnoptimierung eines Unternehmens. Durch Kenntnis der Preiselastizität kann man den optimale Preis bestimmen, zu welchem ein Produkt zum Verkauf steht. Eine Analyse der Preiselastizität des angebotenen Produkts gehört somit auch zu einer Due-Diligence-Prüfung. Hier kommt es zur Ermittlung von bisher noch unerschlossenem Potenzial des Unternehmens. Solche Due-Diligence-Prüfungen gibt es oft anlässlich eines Unternehmensverkauf . In einem Datenraum kann unter anderem der Deckungsbeitrag ermittelt werden. Der Deckungsbeitrag lässt sich ermitteln, indem man die abgesetzte Menge mit dem Preis des Produkts multipliziert. Im Anschluss zieht man die variablen Kosten ab. Der Deckungsbeitrag lässt sich also durch Kenntnis der Preiselastizität des eigenen Produkts optimieren.

Was ist eine Amortisationsrechnung?

Die Amortisationsrechnung ist ein quantitatives, statisches Rechenverfahren. Ziel ist es, das Risiko einzuschätzen, dass ein Unternehmen mit einer Investition beispielsweise in Maschinen, Ausrüstungen und Produktionsanlagen eingeht. Die Amortisationsrechnung dient dazu, die Vorteilhaftigkeit einer Investition anhand der Amortisationszeit zu ermitteln. Die Amortisationszeit ist der Zeitraum, innerhalb dessen das durch eine Investition gebundene Kapital zurückgeflossen ist. Grundlage für die Berechnung der Amortisationszeit sind die Ergebnisse der Kosten- oder Gewinnvergleichsrechnung.

Allgemein gilt eine Investition als vorteilhaft, wenn die Amortisationszeit kürzer ist, als die vom Unternehmen festgelegte Zeit für den Kapitalrückfluss. Beim Vergleich von zwei Investitionsobjekten gilt das Objekt als vorteilhaft, dessen Amortisationszeit kürzer ist. Eine andere Bezeichnung für Amortisationsrechnung ist Kapitalrückflussrechnung. Die englischen Bezeichnungen sind Pay-off Methode, Pay-out-Methode oder Pay-back-Methode. Die Amortisationszeit wird im Englischen als Payback-periodbezeichnet.

Methoden der Amortisationsrechnung

Die Amortisationszeit für eine Investition kann anhand von zwei verschiedenen Methoden berechnet werden. Die Durchschnittsmethode ist eine statische Amortisationsrechnung. Die zweite Methode ist die Kumulationsmethode. Lesen Sie hier alles zur Kumulation.

Amortisationsrechnung mit der Durchschnittsmethode

Mit der Durchschnittsmethode wird der Zeitpunkt ermittelt, an dem die Summe der für die Zukunft erwarteten Rückschlüsse gleich dem für die Investition aufgewendeten Kapital ist. Eingangsgrößen für die Berechnung sind die ursprünglichen Anschaffungskosten, die eventuell um den Restwert gemindert werden. Der daraus ermittelte Wert wird durch die erwarteten Rückflüsse pro Periode zuzüglich der Abschreibungen dividiert. Die Formel für die Durchschnittsmethode lautet:

Amortisationszeit = (Anschaffungskosten – Restwert) / (Rückfluss pro Periode + AfA)

Amortisation

Es gibt zwei Methoden, um die Amortisation zu berechnen

Ein Beispiel: Ein Hersteller von Stanzteilen für die Elektroindustrie will eine neue Stanze kaufen. Zwei Maschinen stehen zur Auswahl. Stanze A kostet 150.000 EUR. Stanze B 180.000 EUR. Beide Maschinen werden linear über 5 Jahre abgeschrieben. Die Erlöse sind bei beiden Maschinen mit je 60.000 EUR pro Jahr identisch. Die Betriebskosten für Stanze A betragen 12.000 EUR und für Stanze B 8.000 EUR im Jahr. Der kalkulatorische Zinssatz für das durch die Investition gebundene Kapital beträgt 4 %.

Für die Amortisationsrechnung wird zunächst der durchschnittliche Gewinn pro Jahr für beide Maschinen berechnet.

Stanze A Stanze B
Erlös p. a. 60.000 EUR 60.000 EUR
AFA 30.000 EUR 36.000 EUR
Kalkulatorische Zinsen 3.000 EUR 3.600 EUR
Betriebskosten 12.000 EUR 8.000 EUR
Gewinn p. a. 15.000 EUR 12.400 EUR

Die jährliche Abschreibung errechnen sich aus den Anschaffungskosten jeweils dividiert durch den Abschreibungszeitraum von 5 Jahren. Die jährlichen kalkulatorischen Zinsen werden für die durchschnittliche Kapitalbindung (Kapitaleinsatz / 2) berechnet.

Die ursprünglichen Anschaffungskosten werden anschließend in der Amortisationsrechnung durch den ermittelten durchschnittlichen Jahresgewinn dividiert. Die zunächst abgezogenen Abschreibungen werden wieder hinzugerechnet, da sie nicht zahlungswirksam sind. Für beide Maschinen ergeben sich die folgenden Amortisationszeiten:

Stanze A Stanze B
Gewinn p. a. 15.000 EUR 12.400 EUR
zzgl. Abschreibungen 30.000 EUR 36.000 EUR
Kapitalrückfluss p. a. 45.000 EUR 48.400 EUR
Kapitaleinsatz 150.000 EUR 180.000 EUR
Amortisationszeit 3,33 Jahre 3,72 Jahre

Die jeweilige Amortisationszeit wird durch einfache Division des investierten Kapitals durch den gesamten Kapitalrückfluss pro Periode ermittelt. Die Berechnung der Amortisationszeit kann – wie im Beispiel – auf der Basis von Gewinnen oder auf der Basis des Deckungsbeitrags erfolgen, sodass eine differenzierte Risikobetrachtung vorgenommen werden kann.

Amortisationsrechnung mit der Kumulationsmethode

Bei der Amortisationsrechnung mit Hilfe der Kumulationsmethode werden nicht die durchschnittlichen jährlichen Mittelrückflüsse, sondern unterschiedliche Rückflüsse pro Periode berücksichtigt. Der jeweilige zu erwartende Kapitalrückflusspro Periode kann in der Regel jedoch immer nur geschätzt werden. Ein Beispiel:

Amortisation

Wichtig sind die Rückflüsse pro Periode

Für einer Investition in eine neue Produktionsanlage im Wert von 200.000 EUR werden im Laufe von drei Jahren die folgenden Kapitalrückflüsse angenommen

1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
Mittelrückfluss 120.000 EUR 80.000 EUR 40.000 EUR

Der durchschnittliche Mittelrückfluss beträgt bei diesem Beispiel pro Jahr 80.000 EUR (120.000 EUR + 80.000 EUR + 40.000 EUR) / 3 Jahre.

Bei der Berechnung der Amortisationszeit mit der Durchschnittsmethode wäre die Produktionsanlage nach 2,5 Jahren amortisiert (200.000 EUR / 80.000 EUR pro Jahr = 2,5 Jahre). Bei Berechnung der Amortisationszeit mit der Kumulationsmethode wäre die Produktionsanlage dagegen bereits nach zwei Jahren vollständig amortisiert, da die Summe der Mittelrückflüsse in den ersten beiden Jahren dem Investitionsbetrag entspricht.

Nachteile der statischen Amortisationsrechnung

Amortisation

Amortisation nimmt Einfluss auf die Rentabilität

Im Laufe der Amortisationszeit können Sie Änderungen beispielsweise der Verkaufserlöse oder Einsatzmengen ergeben. Diese Veränderungen bleiben bei der statischen Amortisationsrechnung unberücksichtigt. Weitere Probleme können bei der Zurechenbarkeit der Erlöse entstehen, wenn mehrere Maschinen oder Anlagen an der Fertigung eines Produktes beteiligt sind. Hinzu kommt, dass der Kapitaleinsatz unter Rentabilitätsgesichtspunkten bei der statischen Amortisationsrechnungnicht berücksichtigt wird. Das bedeutet, selbst bei einer kurzen Amortisationszeit kann die Rentabilität der Investition im Vergleich zu den Zielen des Unternehmens nicht ausreichend sein. Ein weiterer Nachteil ist, dass Rückflüsse nach dem Ende der Amortisationszeit bei dieser Form der Amortisationsrechnung nicht berücksichtigt werden.

Bedeutung der Amortisationsrechnung bei einem Unternehmensverkauf

Im Rahmen eines Unternehmensverkaufs spielt die Amortisationsrechnung ebenfalls eine bedeutende Rolle. Bei der eingehenden Due Diligence Prüfung im physischen oder virtuellen Datenraum ermöglicht die Amortisationsrechnung beispielsweise auf Basis des Deckungsbeitrags einzelner Produkte oder Produktgruppen dem Käufer eine realistische Einschätzung, welche Unternehmensteile rentabel sind und wann sich der Unternehmenskauf insgesamt bezahlt machen wird.

Net Working Capital

Das Net Working Capital, auch NWC, beschreibt die Differenz zwischen dem Umlaufvermögen und den kurzfristigen Verbindlichkeiten eines Unternehmens. Somit handelt es sich beim NWC um das Nettoumlaufvermögen. Ein positives Net Working Capital bedeutet, dass ein Unternehmen über genügend Mittel verfügt, um seinen kurzfristigen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Auch in andere Aktivitäten wird investiert. Mehr Datenraum zur Berechnung des NWC finden Sie hier.
Wenn das Nettoumlaufvermögen eines Unternehmens hingegen seine kurzfristigen Verbindlichkeiten nicht übersteigt, kann das dazu führen, dass das Unternehmen nicht zu wachsen im Stande ist, Gläubigern nichts bezahlen kann oder sogar Konkurs geht. Somit muss das Ziel zwangsläufig heißen, stets ein Net Working Capital größer 0 zu haben. Die Begriffe Working Capital und Net Working Capital unterscheiden sich. Beim Working Capital sind die flüssigen Mittel, also Kassen- und Bankbestände, aufgeführt. In die Berechnung des Net Working Capitals fließen sie nicht mit ein.

Formel Net Working Capital

Die Berechnung des Net Working Capital ist unkompliziert. Die Formel sieht folgendermaßen aus:

Net Working Capital = Umlaufvermögen – Liquide Mittel – Kurzfristige Verbindlichkeiten

Umlaufvermögen:

Das Umlaufvermögen eines Unternehmens beschreibt kurzfristige Vermögenswerte in der Bilanz, die innerhalb eines Jahres oder weniger in Bargeld umgewandelt werden können. Zu den kurzfristigen Vermögenswerten gehören in der Regel Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wie u.a. kurzfristige Staatsanleihen oder Geldmarktfonds. Wertpapiere, Forderungen und Vorräte gelten ebenfalls als kurzfristige Vermögenswerte.

NWC

Umlaufvermögen und liquide Mittel werden zur Berechnung benötigt.

Ein Unternehmen verfügt zum Beispiel über liquide Mittel in Höhe von 500.000 Euro, Forderungen in Höhe von 50.000 Euro und Lagerbestände in Höhe von 100.000 USD. Zur Berechnung des gesamten Umlaufvermögens addieren Sie einfach diese Werte:

500.000 EUR + 50.000 EUR + 100.000EUR = 650.000EUR

Liquide Mittel:

Die liquiden Mittel eines Unternehmens umfassen Geldmittel, die zur sofortigen Zahlung zur Verfügung stehen. Diese Mittel umfassen vor allem Bargeldbestände, Bankguthaben und Schecks. Die liquiden Mittel eines Unternehmens bilden einen Posten im Umlaufvermögen und finden sich auf der Aktiva-Seite der Unternehmensbilanz. Lesen Sie hier alles zur Bilanz.
Ein Unternehmen verfügt beispielsweise über Bargeldbestände in Höhe von 20.000 Euro. Das Bankguthaben beträgt 7.000 Euro und Schecks haben einen Betrag von 4.000 Euro. Um die Summe der liquiden Mittel zu berechnen, müssen Sie alle diese Werte zu den einzelnen liquiden Mitteln addieren:

20.000 EUR + 7.000 EUR + 4.000 EUR = 31.000 EUR

Kurzfristige Verbindlichkeiten:

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten eines Unternehmens beschreiben die kurzfristigen finanziellen Verpflichtungen, die innerhalb eines Jahres oder weniger fällig sind. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten umfassen in der Regel kurzfristige Darlehen, Kredite, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Rückstellungen und andere Schulden wie Kreditkartensalden oder andere Schulden. Kurzfristige Teile langfristiger Schulden wie gewerbliche Immobilienkredite und Kredite für kleine Unternehmen gelten ebenfalls als kurzfristige Verbindlichkeiten.

Ein Unternehmen verfügt beispielsweise über ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von 200.000 Euro. Die Verbindlichkeiten betragen 70.000 Euro und man hat Rückstellungen in Höhe von 40.000 Euro. Um die Summe der kurzfristigen Verbindlichkeiten zu erhalten, muss man diese Werte addieren:

200.000 EUR + 70.000 EUR + 40.000 EUR = 310.000 EUR

Nachdem Sie die Werte sowohl für das Umlaufvermögen, die liquiden Mittel als auch für die kurzfristigen Verbindlichkeiten berechnet haben, besteht der nächste Schritt darin, die liquiden Mittel sowie die kurzfristigen Verbindlichkeiten vom Umlaufvermögen zu subtrahieren, um den Wert Ihres Nettoumlaufvermögens zu erhalten. Unter Verwendung der obigen Zahlen lautet die Berechnung wie folgt:

650.000 EUR – 31.000 EUR – 310.000 EUR = 309.000 EUR NWC

Was sagt das Net Working Capital aus?

NWC?

Was passiert bei einem negativen NWC?

Wenn das Nettoumlaufvermögen eines Unternehmens im Wesentlichen positiv ist, bedeutet dies, dass die kurzfristigen Mittel aus dem Umlaufvermögen mehr als ausreichend sind, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten bei Fälligkeit zu begleichen. Was bedeutet es, wenn der Wert im Wesentlichen negativ ist? Das Unternehmen verfügt möglicherweise nicht über ausreichende Mittel, um seine kurzfristigen Verbindlichkeiten zu begleichen. Es besteht die Gefahr eines Konkurses des Unternehmens. Die Angabe des Nettoumlaufvermögens ist aussagekräftiger, wenn eine Trendlinie verfolgt wird, da diese eine allmähliche Verbesserung oder Verringerung des Nettoumlaufvermögens im Laufe der Zeit anzeigen kann.

Das Net Working Capital kann auch verwendet werden, um die Fähigkeit eines Unternehmens zu schätzen, schnell zu wachsen. Wenn es über ein großes Net Working Capital verfügt, kann das Geschäft scheinbar schnell wachsen. Umgekehrt wäre es aufgrund einer angespannten Lage des Nettoumlaufvermögens sehr unwahrscheinlich, dass ein Unternehmen über die finanziellen Mittel verfügt, um sein Wachstum zu beschleunigen. Ein spezifischerer Indikator für die Wachstumsfähigkeit ist, wenn ein Unternehmen Bargeld von seinen Kunden einziehen kann, bevor es seine Lieferanten bezahlen muss.

Wie steht es um das Unternehmen?

Vereinfacht kann man sagen, dass, je höher das Nettoumlaufvermögen eines Unternehmens ist, desto stabiler ist das Unternehmen für die Gegenwart und die kurzfristige Zukunft aufgestellt. Dabei muss aber beachtet werden, dass ein zu hohes Umlaufvermögen auf eine die Eigenkapitalrentabilität negativ beeinträchtigende Bindung von kurzfristigen Vermögen hinweisen kann.

NWC

Wie steht es um die Zukunft meines Unternehmens?

Änderungen im Net Working Capital sind ein Maß für den operativen Cashflow (OCF) und werden in der Regel in der Kapitalflussrechnung erfasst. Die Veränderung des Nettoumlaufvermögens kann Ihnen zeigen, ob das kurzfristige Geschäftsvermögen im Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten von einer Periode zur nächsten zunimmt oder abnimmt. Ein zunehmendes oder abnehmendes Nettoumlaufvermögen ist jedoch nicht zwingend gut oder schlecht. Gelegentlich erfordern strategische Geschäftsentscheidungen einen kurzfristigen Anstieg der Verbindlichkeiten. Oder ein zunehmendes Nettoumlaufvermögen kann zeigen, dass ein größerer Teil Ihres Bargeldes in Vermögenswerte investiert ist, die möglicherweise nicht sehr liquide sind. Daher ist es wichtig, die Entwicklung des Nettoumlaufvermögens zu verfolgen, damit Unternehmen ihren OCF überwachen können.

Die Gewinnverteilung in einer GmbH: So funktioniert sie richtig!

Auch, wenn die Verteilung von Gewinnen grundsätzlich etwas angenehmes ist, ist die Gewinnverteilung bei einer GmbH für viele Beteiligte ein leidiges Thema. Das liegt häufig an fehlendem Wissen, falschen Annahmen oder einer grundsätzlich falschen Herangehensweise an das Thema. Die Fehlerkette beginnt oftmals bereits mit der Dokumentation der Vermögenslage im Rahmen der GmbH. Insbesondere, wenn kein Datenraum zur zentralen Verwaltung von Unterlagen und Dokumenten existiert, kann sich die Sichtung der notwendigen Unterlagen und folgerichtig auch die Ermittlung der Vermögenslage der GmbH schwieriger als gedacht darstellen. Wie also funktioniert die Gewinnverteilung bei einer GmbH von Anfang an richtig?

Grundsätzliches sollte zunächst klar gestellt sein. Die Anteilseigner einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) nennen sich Gesellschafter und haben prinzipiell nach Abschluss des Geschäftsjahres einen Anspruch auf die Verteilung angefallener Gewinne. Somit wird die erste Voraussetzung für die Gewinnverteilung deutlich: Es müssen durch einen erwirtschafteten Gewinn schwarze Zahlen vorliegen. Des Weiteren muss eine GmbH einen Vertrag, den sogenannten Gesellschaftervertrag, zugrunde liegen haben. Hierin wird auch die Gewinnverteilung geregelt. Lesen Sie hier alles zum Gesellschaftsvertrag.

Die übliche Regelung, die auch greift, wenn kein entsprechender Passus inkludiert ist, sieht vor, dass man alle Gesellschafter im Verhältnis zu den von ihnen gehaltenen Anteilen an der Gewinnverteilung beteiligt. Nur, wenn diese anderweitig geregelt ist, greift die vertraglich festgehaltene Regelung. Dies ist regelmäßig dann der Fall, wenn zum Beispiel im laufenden Jahr Zahlungen geflossen sind. Passieren kann das in Form eines Gehalts an den Geschäftsführer. Ebenfalls möglich ist, dass Gesellschafter mehr als nur Geld eingebracht haben. Zum Beispiel sind eine bestimmte Expertise oder Geschäftskontakte solche Gründe, die einen höheren Gewinnanteil ausmacht, rechtfertigen.

Freie Verfügung über den Gewinn

GmbH Gewinnverteilung

Wie genau wird der Gewinn verteilt?

Üblicherweise ist der Abschluss eines Geschäftsjahres der Zeitpunkt für die Verteilung von Gewinnen in einer GmbH. Das ist jedoch nicht in Stein gemeißelt, denn die Gesellschafterversammlung darf diesen Zeitpunkt auch anders beschließen. Hierfür bedarf es lediglich eines wirksamen gemeinsamen Beschlusses der Gesellschafter. Ein solcher Beschluss kann auch die Höhe der Ausschüttung festlegen, eine Mindestsumme oder lediglich eine teilweise Auszahlung beschließen. Die Gesellschafterversammlung ist somit ein zentrales Institut einer GmbH.

Während die Gesellschafter über die Gewinne und die Gewinnverteilung frei verfügen können, gilt dies ausdrücklich nicht für das eingezahlte Stammkapital. Dieses muss erhalten bleiben und kann somit nicht im Rahmen der Gewinnverteilung ausgezahlt werden. Den Gesellschaftern sind diesbezüglich die Hände per Gesetz gebunden. Eine Besonderheit mit Blick auf das Stammkapital ergibt sich bei der sogenannten Mini-GmbH. Die Gründung funktioniert bereits mit einem Euro Stammkapital. Somit ist es denkbar, den kompletten Gewinn auszuzahlen. Es ist jedoch gesetzlich so vorgesehen, dass bei einer Mini-GmbH lediglich 75 Prozent des Gewinns verteilt sein dürfen, bis das Stammkapital eine Höhe von 25.000 Euro erreicht hat. Ab diesem Zeitpunkt, wenn die Mini-GmbH zu einer vollen GmbH erwachsen ist, dürfen 100 Prozent der Gewinne in die Gewinnverteilung fließen.

Wer sich selbst mit den Regelungen zur Gewinnverwendung und dem Schutz des Stammkapitals auseinandersetzen möchte, kann hierfür in das spezielle GmbH-Gesetz (üblicherweise an das BGB angehängt) blicken und insbesondere einen Blick auf die Paragraphen 29 und 30 des GmbH-Gesetzes werfen.

Ergebnisverwendung

GmbH Gewinnverteilung

Überschuss oder Verlustvortrag?

Die Ergebnisverwendung ist es dann, die die Gewinnverteilung letztendlich regelt. Entstand ein Überschuss, kann man dieser nach den zuvor erläuterten Regeln verteilen. Gibt es einen bestehenden Gewinnvortrag, muss  man den Überschuss selbstverständlich zuvor um diesen aufstocken. Gab es hingegen einen Verlustvortrag, wird dieser vom Überschuss abgezogen. Selbstverständlich gilt auch danach die Regelung, dass nicht zwingend der ganze Überschuss in die Gewinnverteilung fließen muss, sondern Individualabreden im Gesellschaftervertrag oder der Gesellschafterversammlung Vorrang genießen. Das ist zum Beispiel dann häufig der Fall, wenn ein Gewinnvortrag festgesetzt oder sich Rücklagen bilden sollen.

Die Gewinnverteilung behindern kann nun in der Regel nur noch wenig. Der Erhalt der Grundlagen kann so ein Hindernis sein. Wie zuvor bereits beschrieben, kann dies der Fall sein, wenn die Gewinnverteilung das Stammkapital angreifen würde. Dies ist nicht zulässig und würde somit die Gewinnverteilung verhindern. Nur unter der Voraussetzung, dass sich das Stammkapital über die nötige Höhe hinaus durch Nachschüsse erhöht hat und dieses dadurch höher als gesetzlich vorgeschrieben ist, sind Auszahlungen die das Stammkapital mindern, zulässig. Jedoch wiederum nur bis zu den gesetzlich vorgeschriebenen 25.000 Euro.

Was versteht man unter „inkongruenter Gewinnverteilung„?

Dieser Sonderfall beschreibt den bereits angesprochenen Zustand. Hier findet die Verteilung der Gewinne einer GmbH nicht kongruent mit den jeweiligen Anteilen der Gesellschafter statt. Dies ist nicht der vom Gesetz vorhergesehene Modus, wie der Paragraph 29 des GmbH-Gesetzes aufzeigt, er ist jedoch zulässig bzw. er kann wirksam vereinbart werden. Im Gesellschaftsvertrag oder im Rahmen der Gesellschafterversammlung kann eine solche Art der Gewinnverteilung vereinbart werden. Dadurch kann ein Gesellschafter seine Eigenkapitalrentabilität selbstverständlich massiv erhöhen. Hält ein Gesellschafter zum Beispiel nur rund ein Viertel der Anteile, erhält jedoch die Hälfte der Gewinne. Dafür verdoppelt sich seine Rentabilität. Wie bereits erläutert, ist dies üblicherweise dann der Fall, wenn es weitere Einbringungen nicht-finanzieller Art durch einen Gesellschafter gibt und dieser somit besonders zum Erfolg beigetragen hat. Auch das Ausscheiden eines anderen Gesellschafter kann zu einer inkongruenten Gewinnverteilung führen.

Achtung: Keine inkongruente Verteilung ohne entsprechende Regelung

Gewinnverteilung GmbH

Die Gewinnverteilung ist klar geregelt

Grundsätzlich bietet die GmbH und das zugrunde liegenden GmbH-Gesetz viele Flexibilitäten. Diese Enden aber an den Grenzen zu anderen Gesetzen. Entscheiden sich Gesellschafter ohne entsprechenden Vertrag und Beschluss für eine Gewinnverteilung entgegen der üblichen Regelungen, riskieren Sie es, bei einer Prüfung vom Finanzamt Probleme keine Anerkennung für die Verteilung zu erhalten.

Die Gewinnverteilung bei einer GmbH ist also nicht so kompliziert ,wie es häufig erscheint, es bedarf lediglich einer guten Planung, Dokumentation und Vorbereitung durch die Gesellschafter.

Was ist ein Kalkulationsschema?

Bei einem Kalkulationsschema werden mithilfe eines bestimmten Schemas Kosten kalkuliert, die aufgrund einer erzeugten Leistung entstehen. Das Kalkulationsschema kann auch als Kostenträgerstückrechnung bezeichnet werden. Im Allgemeinen zeigt die Berechnung, wie hoch die einzelnen Kosten im Vergleich zu den Gesamtkosten für ein bestimmtes Produkt sind. Abhängig von der Fertigungsart und dem Ziel der Kostenberechnung werden verschiedene Kalkulationsverfahren genutzt. Sowohl Industrie- und Handelsunternehmen nutzen die sogenannte Zuschlagskalkulation, bei welcher summarisch und differenzierend vorgegangen wird, um die gesuchten Werte zu ermitteln. Innerhalb der Zuschlagskalkulation werden drei verschiedene Kalkulationsarten unterschieden:

  • die Vorwärtskalkulation
  • die Rückwärtskalkulation
  • die Differenzkalkulation

Die Vorwärtskalkulation als Kalkulationsschema

Als Ausprägung der Handelskalkulation wird mithilfe der Vorwärtskalkulation der Verkaufspreis

Kalkulationsschema

Die Kalkulation wird auf drei Arten aufbereitet

ermittelt. Ausgangslage ist stets der Einkaufspreis. Über verschiedene Berechnungen ist eine Überleitung zum Verkaufspreis möglich. Prinzipiell umfasst die Vorwärtskalkulation drei Zwischensummen. Hierzu zählen:

  • der Einstandspreis der Handelsware über die Bezugskalkulation
  • der Einstandspreis inklusive aller Gemeinkosten über die Selbstkostenkalkulation
  • der Listenverkaufspreis über die Verkaufskalkulation

Nachfolgend ein Berechnungsbeispiel für die Vorwärtskalkulation:

Listeneinkaufspreis = 250,00 EUR
– Lieferantenrabatt = 5% = –12,50 EUR
Zieleinkaufspreis = 237,50 EUR
– Lieferantenskonto = 3% = –7,13 EUR
Bareinkaufspreis = 230,37 EUR
Bezugskosten = 11,80 EUR
= Einstandspreis (Bezugspreis) = 242,17 EUR
+ Gemeinkosten = 40% = 96,87 EUR
Selbstkosten = 339,04 EUR
Gewinnzulage = 30% = 101,71 EUR
= Barverkaufspreis = 440,75 EUR
Kundenskonto = 2% = 8,82 EUR
Zielverkaufspreis = 449,57 EUR
Kundenrabatt = 10% = 44,96 EUR
Listenverkaufspreis (netto) = 494,53 EUR
+ Umsatzsteuer = 19% = 93,96 EUR
Listenverkaufspreis (brutto) = 588,49 EUR

Bei den angegebenen Bezugskosten handelt es sich um sämtliche Positionen, die für den Transport vom Lieferanten anfallen. Die Gemeinkosten umfassen beispielsweise die Kosten für Geschäftsräume, für die Miete, Energiekosten und mehr.

Die Rückwärtskalkulation als Kalkulationsschema

Bei der Rückwärtskalkulation wird im Vergleich zur Vorwärtskalkulation nicht vom Listeneinkaufspreis ausgegangen. Stattdessen beginnt die Berechnung bei dem Listenverkaufspreis. Notwendig ist ein solches Kalkulationsschema, wenn spezielle Konkurrenzsituationen auftreten. Ziel ist es, den Mindest-Einkaufslistenpreis für eine Ware zu ermitteln, um alle Kosten zu decken und gleichzeitig einen Gewinn zu erzielen.

Nachfolgend ein Berechnungsbeispiel für die Rückwärtskalkulation:

Listenverkaufspreis (netto) = 494,53 EUR

Kalkulationsschema rückwärts

Wie funktioniert die Rückwärtskalkulation?

– Kundenrabatt = 10% = 49,45 EUR
Zielverkaufspreis = 445,08 EUR
– Kundenskonto = 2% = 8,90 EUR
= Barverkaufspreis = 436,18 EUR
– Gewinnzulage = 30% = 130,85 EUR
= Selbstkostenpreis = 305,33 EUR
– Gemeinkosten = 40% = 122,13 EUR
= Einstandspreis = 183,20 EUR
– Bezugskosten = 11,80 EUR
Bareinkaufspreis = 171,40 EUR
– Lieferantenskonto = 3% = 5,14 EUR
Zieleinkaufspreis = 166,26 EUR
– Lieferantenrabatt = 5% = 8,31 EUR
Listeneinkaufspreis = 157,95 EUR

Der Listeneinkaufspreis darf demnach nur 157,95 EUR betragen, damit das jeweilige Unternehmen konkurrenzfähig bleibt, sämtliche mit dem Produkt verbundenen Kosten deckt und weiterhin seinen angestrebten Gewinn in Höhe von 30% erzielt.

Die Differenzkalkulation als Kalkulationsschema

Bei der Differenzkalkulation handelt es sich um eine Kombination von Vorwärts- und Rückwärtskalkulation. Vom Listeneinkaufspreis bis hin zu den Selbstkosten findet eine Vorwärtskalkulation statt. Vom Nettoverkaufspreis bis hin zum Barverkaufspreis wird dagegen rückwärts gerechnet. Zwischen den beiden Rechnungen entsteht eine Differenz, die einerseits einen Verlust, andererseits einen Gewinn darstellen kann. Mithilfe der Differenzkalkulation kann schnell und einfach ermittelt werden, ob ein Gewinn möglich ist, sprich: ob die Ware rentabel ist. Lesen Sie hier alles zu Selbstkosten.

Nachfolgend ein Berechnungsbeispiel für die Differenzkalkulation:

Listeneinkaufspreis = 250,00 EUR
– Lieferantenrabatt = 5% = 12,50 EUR
Zieleinkaufspreis = 237,50 EUR
– Lieferantenskonto = 3% = 7,13 EUR
Bareinkaufspreis = 230,37 EUR
Bezugskosten = 11,80 EUR
= Bezugspreis = 242,17 EUR
+ Gemeinkosten = 40% = 96,87 EUR
= Selbstkostenpreis = 339,04 EUR

Bruttoverkaufspreis = 494,53 EUR
– Kundenrabatt = 10% = 49,45 EUR
Zielverkaufspreis = 445,08 EUR
– Kundenskonto = 2% = 8,90 EUR
= Barverkaufspreis = 436,18 EUR

Die Differenz zwischen Barverkaufspreis und Selbstkostenpreis beträgt 97,14 EUR (436,18 EUR – 339,04 EUR) und somit 22,27%. Die angestrebten 30% werden damit zwar nicht erreicht, für das Unternehmen könnte das ausgewählte Produkt dennoch profitabel sein.

Fazit: Mit dem Kalkulationsschema unterschiedliche Bezugsgrößen berechnen

Unternehmen aus der Wirtschaft kennen unterschiedliche Kalkulationsschemata. Zur Berechnung des möglichen Verkaufspreises bietet sich die Vorwärtskalkulation an. Diese Methode ist vor allem dann zu empfehlen, wenn

Kalkulationsschema

Welche Kalkulationsart ist die beste?

lediglich eine geringe oder gar keine Marktkonkurrenz herrscht. Bei der Vorwärtskalkulation können Unternehmen eigenständig einen angestrebten Gewinn in prozentualer Höhe berücksichtigen. In diesem Kontext sind sie weder von dem Einkaufspreis noch von der Marktsituation abhängig. Anders ist das bei der Rückwärtskalkulation.

Diese empfiehlt sich, sofern eine besondere Konkurrenz am Markt herrscht. Mithilfe der Rückwärtskalkulation können Unternehmen den maximalen Einkaufspreis ermitteln – also den Preis, den sie maximal bereit sind, für das jeweilige Produkt im Einkauf zu bezahlen. Der Gewinn lässt sich durch die Rückwärtskalkulation weiterhin entsprechend hoch halten. Ziel dieser Kalkulationsart ist es somit, mit möglichst geringen Kosten zu arbeiten. Abschließend gibt es die Differenzkalkulation, die sich ausschließlich zur Ermittlung des potenziellen Gewinns anbietet. Die Differenzkalkulation ist eine Kombination von Vorwärts- und Rückwärtskalkulation.

Vom Listeneinkaufspreis bis hin zu den Selbstkosten wird vorwärts gerechnet. Vom Bruttoverkaufspreis bis zum Barverkaufspreis rückwärts. Durch diese Rechnungsmethode entsteht eine Differenz, die sich anschließend als möglicher Gewinn oder als potenzieller Verlust ausweisen lässt. Mithilfe der Differenzkalkulation können Unternehmen bereits vorab kalkulieren, ob ein Produkt für das eigene Unternehmen wirklich profitabel ist oder möglicherweise zu Einbußen führt.

Was ist Kapitalflussrechnung?

DieIm Allgemeinen wird die Kapitalflussrechnung als auch Cashflow-Rechnung bezeichnet. Ziel einer solchen Rechnung ist es, eine gewisse Transparenz über sämtliche unternehmensinterne Zahlungsströme zu schaffen. Veränderungen in Bezug auf die Liquidität sollte man ebenso herausarbeiten wie die Ursachen entsprechender Veränderungen.

Definition der Kapitalflussrechnung

Prinzipiell ist die Bezeichnung Kapitalflussrechnung recht irreführend. Laut Kapital-Definition ist dieses nicht liquide. Innerhalb eines Jahreszeitraumes ist es nur geringfügig beweglich. Eine wesentlich bessere Bezeichnung für die Kapitalflussrechnung wäre der Begriff Geldflussrechnung, welcher unter anderem in der Schweiz verwendet wird, sich hierzulande aber nicht durchsetzt. Gesetzliche oder einheitliche Definitionen für die Kapitalflussrechnung gibt es bislang nicht. Die Funktionen sind sehr vielfältig und lassen sich unternehmensintern individuell ausgestalten. Dennoch gibt es gewisse nationale und internationale Standards, die als Orientierungspunkt dienen. Generell liefert die Kapitalflussrechnung reichhaltige Informationen über die allgemeine Finanzsituation eines Unternehmens und über die Verwendung finanzieller Mittel. In diesem Kontext wird die Cashflow-Rechnung als spezielles, wichtiges und äußerst aussagekräftiges Zusatzinstrument für die Beurteilung eines Unternehmens unter dem finanziellen Aspekt genutzt. Relativ grob kann gesagt werden, dass die Kapitalflussrechnung nicht nur die Entwicklung, Herkunft und Verwendung von finanziellen Mitteln festhält, sondern darüber hinaus Ein- und Auszahlungen sehr strukturiert abbildet.

Kapitalflussrechnung

Einzahlungen und Auszahlungen werden gegenüber gestellt

Kurz und knapp: Sehr einfach gesagt handelt es sich bei der Kapitalflussrechnung um eine detaillierte Gegenüberstellung von Einzahlungen und Auszahlungen, innerhalb einer bestimmten Abrechnungsperiode. Ziel ist es, umfangreiche Informationen über die tatsächliche und aktuelle Finanzkraft eines Unternehmens festzuhalten.

Retrospektive und Prospektive Kapitalflussrechnung

Innerhalb der Finanzwirtschaft wird zwischen der retrospektiven und der prospektiven Kapitalflussrechnung unterschieden. Die retrospektive Variante orientiert sich an der Vergangenheit. Die Grundlage bilden die vorliegenden Jahresabschlüsse. Prinzipiell sind retrospektive Kapitalflussrechnungen objektiv nachprüfbar. Allerdings können sie nicht als Prognoseinstrument eingesetzt werden. Die prospektive Kapitalflussrechnung bedient sich im Vergleich den Plan-Gewinn und Verlustrechnungen. Dies nennt man auch „Finanzplan. Im Fokus steht die Zukunft des Unternehmens. Vorrangig dienen prospektive Kapitalflussrechnungen der Prognose und der Planung. Mit ihr werden zukünftige Zahlungsfähigkeiten beurteilt.

Aufbau und Inhalt einer vollständigen Kapitalflussrechnung

Wie bereits erwähnt werden bei der Kapitalflussrechnung alle Ein- und Auszahlungen einer bestimmten Periode genausten betr

Methoden Kapitalflussrechnung

Welche zwei Methoden gibt es?

achtet und gegenübergestellt. Zudem findet eine entsprechende Zuordnung statt. In der Praxis haben sich hierfür zwei verschiedene Methoden etabliert. Zum einen gibt es die direkte und zum anderen die

indirekte Methode. Am häufigsten nutzt man die indirekte Methode.

+ Indirekte Methode:

Bei der indirekten Methode der Kapitalflussrechnung ist der verwendete Jahresüberschuss maßgeblich. Dieser wird durch nichtzahlungswirksame Aufwendungen korrigiert. Darüber hinaus findet eine Herausrechnung der zahlungswirksamen Erträge statt. Aus dieser vergleichsweise einfachen Berechnung ergibt sich der Cashflow für die jeweils laufende Geschäftstätigkeit. Im Anschluss erfolgt die Cashflow-Berechnung aus Investitionstätigkeiten, woraufhin die Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten erfolgt. Die berechneten Cashflows werden miteinander addiert und um mögliche wechselkursbedingte Veränderungen des Werts bereinigt. Die daraus ermittelte Summe muss mit dem periodischen Anfangsbestand addiert werden, woraus sich der Stand der Finanzmittel am Periodenende ergibt.

+ Direkte Methode:

Bei der direkten Methode der Kapitalflussrechnung ist der Jahresüberschuss aus der Gewinn- und Verlustrechnung irrelevant. Stattdessen betrachtet man Veränderungen, die aus internen Aus- und Einzahlungen resultieren. Aus dem Jahresabschluss gehen diese Informationen nur bedingt hervor. Sämtliche Einzahlungen von Kunden, die aus Erzeugnisverkäufen oder aus sonstigen Leistungen entstehen, werden miteinander addiert und um die angefallenen Auszahlungen, etwa an Lieferanten, reduziert. Aus dieser einfachen Berechnung ergibt sich der Cashflow aus operativer Tätigkeit. Im Anschluss wird der Cashflow aus Investitionstätigkeit wie bei der indirekten Methode ermittelt. Auch der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wird bei der direkten Methode wie bei der indirekten Methode berechnet. Die abschließende Berechnung des Finanzmittelstandes erfolgt ebenfalls wie bei der indirekten Methode.

Drei Stufen der Zahlungsströme

Zahlungsströme Kapitalflussrechnung

Welcher Zahlungsstrom ist der richtige?

Ausgehend vom Handelsgesetzbuch ist die Kapitalflussrechnung ein wichtiger Bestandteil des Konzernabschlusses. Laut Empfehlungen der DRS 2 sollte die Kapitalflussrechnung drei verschiedene Zahlungsströme berücksichtigen. Hierzu zählen der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, sprich der operative Cashflow, der Cashflow aus Investitionstätigkeit und der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit.

Stufe 1: Berechnung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit (indirekte Methode):

Periodenergebnis vor Abzug der außerordentlichen Posten
+/- Abschreibungen oder Zuschreibungen aus dem vorhandenen Anlagevermögen
+/- Zunahme oder Abnahme der rückstelligen Verbindlichkeiten
+/- weitere Erträge oder Aufwendungen, die zahlungsunwirksam sind
+/- Verlust oder Gewinn, der aus dem Abgang von Anlagevermögen resultiert
+/- Abnahme oder Zunahme von Vorräten, sowie Forderungen die aus Leistungen und Lieferungen resultieren und weitere Aktiva, die sich nicht der Finanzierungs– und Investitionstätigkeit zuordnen lassen
+/- Einzahlungen und Auszahlungen, die aus außerordentlichen Posten resultieren
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beziehungsweise operativer Cashflow

Stufe 1: Berechnung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit (direkte Methode):

+ Einzahlungen von Kunden
– Auszahlungen, die beispielsweise an Lieferanten oder Geschäftspartner gehen
+ weitere Einzahlungen, die nicht aus Investitions– oder Finanzierungstätigkeit stammen
– weitere Auszahlungen, die nicht aus Investitions– oder Finanzierungstätigkeit resultieren
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beziehungsweise operativer Cashflow

Stufe 2: Berechnung des Cashflows aus Investitionstätigkeit

Sämtliche Einzahlungen, die aus Sachanlagevermögens-Abgängen resultieren
– Auszahlungen, die der Investition in das Sachanlagevermögen dienen
+ Einzahlungen aus immateriellen Anlagevermögens-Abgängen
– Auszahlungen, die der Investition in das immaterielle Anlagevermögen dienen
+ Einzahlungen, die aus Abgängen aus dem Finanzanlagevermögen resultieren
– Auszahlungen, die der Investition in das Finanzanlagevermögen dienen
+ Einzahlungen, die durch den Verkauf von sonstigen Geschäftseinheiten und dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen begründet sind
– Auszahlungen, aufgrund des Erwerbes von sonstigen Geschäftseinheiten und konsolidierten Unternehmen
+ Einzahlungen, durch Anlagen in Finanzmittel für die kurzfristige Disposition von Finanzen
– Auszahlungen, durch Anlagen in Finanzmittel für die kurzfristige Disposition von Finanzen
Cashflow aus Investitionstätigkeit

Stufe 3: Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten

Einzahlungen, die aus Zuführungen aus dem Eigenkapital resultieren
– Auszahlungen, die an Minderheitsgesellschafter oder Unternehmenseignern gezahlt wurden
+ Einzahlungen, die durch Anleihen und Kreditaufnahmen zustande kommen
– Auszahlungen aufgrund der Tilgung von Krediten und Anleihen
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Cashflow Kapitalflussrechnung

Wie berechnet man den Cashflow letztendlich?

Abschließende Berechnung des Finanzmittelstands:
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
+ Anfangsbestand der Periode
Finanzmittelstand zum Periodenende

Was ist Marktkapitalisierung?

Für Anleger, die in Aktien investieren möchten, ist die Marktkapitalisierung eines Unternehmens ein wichtiges Entscheidungskriterium. Sie steht für den Börsenwert des Unternehmens und wird auch als Börsenkapitalisierung bezeichnet. Es handelt sich um eine volatile Größe, die sich abhängig von Kursschwankungen verändert. Als eine der wichtigsten Kennzahlen für Anlageentscheidungen gewährt sie dem Anleger Auskunft über die Größe eines Unternehmens.

Definition der Marktkapitalisierung

Die Marktkapitalisierung wird auch als Börsenwert oder Börsenkapitalisierung bezeichnet und ist eine der wichtigsten Kennzahlen für die Anlageentscheidung. Sie drückt den Marktwert eines Unternehmens aus, dessen Anteile man an der Börse handelt. Um diesen Wert zu ermitteln, multipliziert man den Kurs der Aktien, den Marktpreis, mit der Gesamtzahl der Aktien des Unternehmens. Der Börsenwert eines Unternehmens ändert sich täglich, da er die Bewertung des Unternehmens durch die Börse widerspiegelt.

Es handelt sich um eine volatile Kennzahl, da sich Aktienkurse täglich abhängig von Angebot und Nachfrage verändern. Die Schwankung der Marktkapitalisierung wird durch die Kursvolatilität der Aktien geprägt. Auch, wenn sich die Zahl der Aktien eines Unternehmens, die sich im Umlauf befinden, verändert, ist sie relativ beständig. Die täglichen Veränderungen des Börsenwertes drücken den Preisbildungsmechanismus an der Börse aus. Anhand der aktuellen Informationslage führt der Preisbildungmechanismus zu einer fortlaufenden Neubewertung von Aktien an der Börse.

Berechnung der Marktkapitalisierung

Um den Börsenwert eines Unternehmens zu berechnen, wird eine Formel herangezogen:

Marktkapitalisierung = Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien des Unternehmens x Kurs pro Aktie

An einem einfachen Beispiel soll die Berechnung des Börsenwertes erläutert werden. Die Zahl der Aktien, die sich im Umlauf befinden, kann niedriger als die Zahl der emittierten Aktien sein. Das liegt daran, dass ein Unternehmen Aktien an der Börse zurückkaufen kann, um sie selbst zu halten. Die vom Unternehmen zurückgekauften Aktien werden bei der Berechnung der Kennzahl nicht herangezogen. Sie bleiben unberücksichtigt. Um das Rechenbeispiel zu vereinfachen, wird angenommen, dass das Unternehmen keine Aktien zurückgekauft hat.
Beträgt die Zahl der Aktien, die sich im Umlauf befinden, 1.000.000 und liegt der Kurs je Aktie bei 70 Euro, ergibt sich daraus eine Marktkapitalisierung von 70.000.000 Euro.

Marktkapitalisierung

Wie berechnet sich die Marktkapitalisierung

Hätte das Unternehmen 1.050.000 Aktien emittiert und davon 50.000 Aktien zurückgekauft, würde die Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien ebenfalls bei 1.000.000 liegen. Bei einem Kurs pro Aktie von 70 Euro würde sich die Marktkapitalisierung nicht ändern.
Eine weitere wichtige Kennzahl für Anleger ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Es wird ermittelt, indem der Börsenwert ins Verhältnis zum erwarteten Unternehmensgewinn gesetzt wird. Das KGV dient zum Vergleich der Unternehmensbewertung durch die Börse mit anderen Aktien und Unternehmen. Lesen Sie hier mehr über das KGV.

Interpretation der Marktkapitalisierung

Angebot und Nachfrage nach Aktien eines Unternehmens bestimmen dessen Börsenkurs. Starken Einfluss auf den Börsenkurs und den Börsenwert des Unternehmens haben die Erwartungen der Anleger auf die Ertragskraft des Unternehmens. Schwankungen hängen vom Unternehmen selbst, von den Aktivitäten dieses Unternehmens und von der bisherigen Bonität ab. Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens stellt den aktuellen Marktkonsens eines börsennotierten Unternehmens zu dessen Eigenkapitalwert dar. Der Börsenkurs ist nicht der Preis für das gesamte Unternehmen, sondern der Grenzpreis für die letzte gehandelte Aktie.

Der Preis der Kontrolle, der die Fähigkeit eines jeden Großaktionärs zum Treffen oder Blockieren unternehmerischer Entscheidungen darstellt, fließt in der Regel nicht in den Börsenwert ein. Der Börsenwert entspricht daher nicht der zum Erwerb des Unternehmens erforderlichen Geldsumme.
Um den Unternehmenswert zu bestimmen, werden Verfahren zur Unternehmensbewertung herangezogen. In die Unternehmensbewertung fließen weitere Informationen ein. Mit der Marktkapitalisierung wird das Bewertungsergebnis plausibilisiert.

Marktkapitalisierung bewertet die Größe

Anleger können anhand der Marktkapitalisierung auf die Größe eines Unternehmens schließen. Steigt diese Kennzahl, bedeutet das für den Anleger einen steigenden Vermögenswert und eine steigende Liquidität des Unternehmens. Das ist ein Signal zum Investieren, um von einem höheren Vermögenswert zu profitieren. Anders sieht es aus, wenn diese Kennzahl fällt, da das für den Anleger einen fallenden Vermögenswert bedeutet. Will der Anleger keinen hohen Verlust erleiden, muss er seine Aktien verkaufen.

Aktien und Marktkapitalisierung

Aktienverkäufe minimieren Verluste

Ist die Marktkapitalisierung hoch, wird der Bekanntheitsgrad eines Unternehmens gesteigert. Das Unternehmen kann beispielsweise in einen Aktienindex aufgenommen werden. Die Medien berichten häufig über Unternehmen dieser Art. Ein Unternehmen ist in der Regel umso größer, je größer die Marktkapitalisierung ist. Für die Übernahme eines Unternehmens bedeutet das ein Hindernis, da das Unternehmen als zu teuer gilt.

Börsennotierte Unternehmen werden abhängig vom Börsenwert in verschiedene Kategorien eingeteilt, beispielsweise Small Caps mit Börsenwerten zwischen 300 Millionen und 2 Milliarden US-Dollar, Mid Caps mit Börsenwerten von 2 Milliarden bis 10 Milliarden US-Dollar und Large Caps mit Börsenwerten von mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Die Einteilung in solche Kategorien spielt eine Rolle für Investoren und Fonds, die sich auf bestimmte Kategorien spezialisieren.

Streubesitz und Marktkapitalisierung

Die frei an der Börse gehandelten Aktien eines Unternehmens werden als Streubesitz bezeichnet. Dieser Streubesitz, auch als Freefloat bezeichnet, befindet sich in den Händen vieler kleiner Anleger. Bei Aktiengesellschaften, bei denen sich ein großer Teil der Aktien in den Händen weniger Großaktionäre befindet, ist der Streubesitz nur gering. Bei anderen börsennotierten Unternehmen ist der Anteil an Streubesitz hingegen hoch.
Zwischen der Marktkapitalisierung und dem Streubesitz besteht ein Zusammenhang.

Ein geringer Streubesitz bedeutet eine höhere Volatilität der Marktkapitalisierung als ein hoher Streubesitz. Bei einem geringen Streubesitz ist der Markt eng. Nur wenige Aktien werden an der Börse zum freien Handel angeboten. Bei solchen Aktien schwanken die Kurse stärker als bei Aktien mit hohen Streubesitzanteilen, was zu einer höheren Volatilität der Marktkapitalisierung führt.

Marktkapitalisierung und Streubesitz

Was bedeutet der Streubesitz?

Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens ist bei vielen Indizes ein Kriterium für die Aufnahme in den Index und für die Indexgewichtung. Das gilt auch beim DAX. Für die Aufnahme in einen Index wird nur der Börsenwert berücksichtigt, der sich aus der Multiplikation der frei handelbaren Aktien im Streubesitz mit dem Börsenkurs ergibt. Die Aktien, die sich im Besitz von Großaktionären befinden, muss man dabei nicht berücksichtigen.

Was ist ein Oligopol?

In den Wirtschaftswissenschaften (Mikroökonomie) bezeichnet das Oligopol (Angebotsoligopol) eine Marktform, in der für ein ökonomisches Gut viele Nachfrager wenigen Anbietern gegenüberstehen. Das Oligopson (Nachfrageoligopol) ist der umgekehrte Fall, in dem viele Anbieter an wenige Nachfrager verkaufen müssen. Oligopol setzt sich aus dem altgriechischen olígos „wenig, gering“ und polein „Handel treiben“ zusammen.

– viele Nachfrager, wenig Anbieter
– einzelne Marktteilnehmer halten große Marktanteile
– intensiver Wettbewerb
– Preisabsprachen sind leicht möglich.

Beispiele für Oligopole sind der Strommarkt, bei dem vier Großkonzerne 80 Prozent des Erzeugermarktes halten. Der Mobilfunkmarkt mit vier öffentlichen Netzbetreibern und Millionen von Mobilfunknutzern ist ebenfalls ein Oligopolisten-Markt. Weitere Märkte sind die Mineralölwirtschaft (fünf große Konzerne) sowie die Flugzeug-, Automobil- und Computerindustrie.

Abgrenzungen der Oligopole

Das Oligopol steht zwischen Polypol und Monopol. Als Nachfrageoligopol kann es Preisabsprachen mit sich bringen. Das Oligopol belebt den Wettbewerb, allerdings ist dieser schwächer ausgeprägt als beim Polypol. Auf dem Oligopolisten-Markt treten relativ wenig große Verkäufer bzw. Käufer auf. Die wenigen Anbieter haben eine relativ große Marktmacht. Bei der Marktform des Oligopols werden das Angebotsoligopol,

Analyse Oligopol

Welches Oligopol liegt vor?

das Nachfrageoligopol und das bilaterale Oligopol unterschieden. Bei zwei Verkäufern spricht man von einem Dyopol (Duopol). Das Bilaterale oder zweiseitige Oligopol ist ein Markt mit wenig Anbietern und wenig Nachfragern.

Wann liegt ein Oligopol vor?

Damit ein Oligopol vorliegt, müssten zunächst viele von wenigen Anbietern unterschieden werden. Dies ist in der Praxis kaum möglich und ein Oligopol wird beim Vorliegen einer oligopolistischen Interdependenz bzw. der Reaktionsverbundenheit angenommen. Kennzeichnend ist, dass in die Gewinnfunktion des Oligopolisten Größen eingehen, die er selbst nicht beeinflussen kann. Damit muss der Oligopolist seinen Gewinn in Abhängigkeit der Konkurrenten maximieren (Aktionsparameter und Reaktionen). Mit dem richtigen Einschätzen der Reaktionen seiner Mitbewerber hat der Oligopolisteine gewisse Marktmacht. Ein Oligopol liegt bereits dann vor, wenn der Anbieter glaubt, dass seine Entscheidung signifikant von dem Verhalten der Mitbewerber abhängt.

Die Theorie der Oligopole wird häufig mit der Spieltheorie untersucht. Im Spiel liegen vollständige Informationen vor und jeder Anbieter kann die optimale Reaktion seiner Mitkonkurrenten einschätzen. Vom Marktgleichgewicht (Nash-Gleichgewicht) spricht man, wenn keiner der Oligopolisten wagt, Parameter wie Menge oder Preis zu ändern. Es wird erwartet, die Konkurrenz durchschaut die Strategie und versucht sie zu durchkreuzen. Verschiedene Oligopol-Modelle wurden definiert.

Warum bilden sich Oligopole?

Auf dem Markt gibt es nur wenige Anbieter, womit jeder eine gewisse Marktmacht hat. Das erlaubt den Teilnehmern, über Preis- oder Mengenentscheidungen das Marktgeschehen zu beeinflussen. Damit hängt der Absatz eines Anbieters vom Verhalten seiner Konkurrenten ab. Erhöhen diese den Preis, wird sich der Absatz beim Oligopolist mit dem günstigeren Preis erhöhen.

Unterschieden werden

Oligopol-Arten

Welche Oligopole gibt es?

homogene Oligopole mit Kunden, die alle Güter als perfekte Substitute ansehen. Welches Produkt von welchem Anbieter gekauft wird, spielt kaum eine Rolle.
heterogene (inhomogenes) Oligopole, auf deren Märkten die angebotenen Güter von den Nachfragern nur begrenzt substituiert werden können (differenzierte Produkte).

Starker Wettbewerb auf dem Oligopolisten-Markt

Beim Oligopol besteht eine enge Reaktionsverbundenheit zwischen Preis- und Mengensetzung innerhalb der Anbieterstruktur. Damit hat jeder Anbieter eine gewisse Marktmacht. Diese Wirkung zwischen den Anbieter wird als strategische Interdependenz bezeichnet. Die strategische Interdependenz besteht bereits dann, wenn ein Konkurrent glaubt, dass seine Entscheidung signifikant von den Aktionen anderer Anbieter abhängt. Für den Entscheider ist die optimale Einschätzung des Marktes wichtig. Die Käufer nehmen hingegen die Entscheidungen und ihre Folgen als gegeben hin. Auf dem oligopolistischen Markt ist der Wettbewerb besonders intensiv. Auf Preissenkungen der Konkurrenz kann man schnell reagieren, wie z. B. im deutschen Lebensmitteleinzelhandel.

Reaktionen auf dem Oligopolisten-Markt

Jeder Teilnehmer hält einen relativ hohen Anteil am Markt. Damit führen Entscheidungen und gezielte Maßnahmen zur Preispolitik oder Produkt-Diversifikation sehr schnell zu Gegenmaßnahmen der Konkurrenz. Beim Oligopol besteht die Gefahr eines Verdrängungswettbewerbs und eines Preiskampfs um die Marktanteile. Da alle Anbieter Entscheidungen bzw. Reaktionen auf eigene Entscheidungen fürchten, besteht ein Hang zum „Gleichschritt“ auf dem Oligopolisten-Markt. Trifft ein Oligopolist eine Entscheidung, können folgende Situationen eintreten:

Preisführerschaft

Preise im Oligopol

Der Oligopolist als Preisführer

Wird ein Oligopolist von seinen Mitbewerbern als Preisführer anerkannt, warten alle auf seine Entscheidung. Erst wenn der Preisführer den Markt verändert, ziehen die Markteilnehmer nach. Dies kann zum sogenannten Stackelberg-Gleichgewichtführen.

Imitation

Im Oligopol wird Verhalten häufig kopiert. Mit der Nachahmung eines Preisführers kann in einem Zweier-Oligopol auch die Maximierung eines Monopolpreises erreicht werden.

Kartellbildung und Absprachen

Abgestimmte Verhaltensweisen sind in engen Oligopolen leicht möglich. Im homogenen Oligopol, in dem kaum Diversifikation bei den Produkten besteht, können Preis- und Mengenabsprachen einfach organisiert werden. Beispiele sind die Stromindustrie, die Zement- oder Zuckerindustrie.

Ruinöser Wettbewerb

Aggressives Preisverhalten kann Mitbewerber aus dem Markt drängen. Unter Umständen können im Oligopolisten-Markt nur Unternehmen bestimmter Größe überleben. Kleinere Anbieter können durch Verkäufe unterhalb der Kostengrenze in den Ruin getrieben werden.

Preisstarrheit

Sind die Unternehmen auf dem Oligopolisten-Markt gleich schwach oder gleich stark, wagt keiner mehr eine Änderung in seinem Verhalten. Die Durchkreuzung der Strategie durch die Mitbewerber wird gefürchtet.

Wettbewerb

Insbesondere heterogene Oligopole unterstützen einen intensiver und dem technischen Fortschritt dienenden Wettbewerb.

Preisabsprache im Oligopol

Preisabsprachen können zu Problemen führen

Probleme auf dem Oligopol-Markt

Das Wettbewerbsrecht verbietet Preisabsprachen. Führen Fusionen von Unternehmen zu Oligopolen, können sie vom Kartellamt untersagt werden. Verhindert werden soll die Bildung eines schädlichen Oligopols, bei dem durch Imitation ein Oligopolfrieden herbeigeführt wird. Schädlich ist auch, wenn eine Kollusion der Oligopole droht („coordinated effects„).

Ein verschleiertes Oligopol liegt vor, wenn eine Vielfalt „eigenständiger Marken“ angeboten wird. Für den Verbraucher nicht sichtbar ist beispielsweise der Handel mit CDs und Tonträgern ein Oligopol von wenigen Anbieter (etwa 72 Prozent Marktanteil in 2004).

Theoretische Oligopol-Modelle

Das CournotOligopol ist ein Markt, auf dem die Anbieter ihre Angebotsmengen vorab und simultan entscheiden. Beim Stackelberg-Wettbewerb wird vorab und hintereinander über die Mengen entschieden.

Über die Angebotspreise wird beim Bertrand-Wettbewerb vorab simultan und bei der Preisführerschaft vorab und hintereinander entschieden. Lesen Sie hier mehr über den Betrand-Wettbewerb.

Die Imitation ist ein Markt, auf dem man die Aktionen der Anbieter mit höherem Gewinn imitiert. Im +Vordergrund steht nicht die eigene (Cournot) oder gemeinsame (Kollusion) Gewinnmaximierung.

Ein Drei-D-Modell von Stringer und Rudnik beschreibt ein dreidimensionales Oligpol-Modell. Das Sweezy-Modell definiert einen Markt, auf dem der Preis starr bleibt und nur Größen wie Werbung und Serviceleistungen in die Entscheidungen einfließen. Das Hotelling-Modell entscheidet vorab über eine Positionierung (räumlich oder durch Produktvarianten). Das Krebs-Scheinkman-Modell entscheidet simultan zunächst über die Kapazitäten und dann über die Angebotspreise.

Was ist ein Monopol?

In den Wirtschaftswissenschaften bezeichnet das Monopol (Angebotsmonopol) eine Marktform, in der für ein ökonomisches Gut nur ein Anbieter vorhanden ist. Dem Monopolisten steht eine Vielzahl von Nachfragern gegenüber. Reine Monopole sind in Marktsituationen denkbar, in denen nur in einem kleineren Teilbereich Monopolstrukturen herrschen. Umgangssprachlich werden auch das Gewaltmonopol des Staates“ oder das Informationsmonopol zitiert. Übersetzen lässt sich der Begriff Monopol mit „Alleinverkauf“. Das lateinische „monoplium“ setzt sich aus dem altgriechischen monos „allein“ und polein„verkaufen“ zusammen. Das Gegenstück zum Monopol ist das Polypol mit vielen Anbietern und vielen Nachfragern.

Beispiele für Angebotsmonopole sind das ehemalige Postmonopol der Deutschen Post AG (bis zum 31.12.2007), die deutsche Telekom mit nach wie vor marktbeherrschender Stellung in Ortsnetzen. Auch Lotterien und Glücksspiele sind typischerweise staatliche Monopole. Das Glücksspielmonopol wurde jedoch im September 2010 vom Europäischen Gerichtshof als rechtswidrig beurteilt und ist aufgehoben. In Österreich besteht nach wie vor ein Tabakmonopol, denn Tabakwaren dürfen nur durch Trafiken verkauft werden.

Abgrenzung des Monopols

Neben den im Folgenden bezeichneten Sonderformen lässt sich das Monopol von folgenden strukturverwandten Marktsituationen abgrenzen:

  • Bilaterales Monopol: Diese Marktform hat einen einzigen Anbieter und ebenfalls nur einen Nachfrager.
  • Oligopol: Beim Oligopol beherrschen wenige Anbieter den Markt. Auf der Nachfrageseite treten vielen Marktteilnehmer auf.

    Ein Monopol hat nur einen Anbieter

    Wie viele Nachfrager und Anbieter treten auf?

  • Duopol: Den Markt teilen sich beim Duopol zwei Anbieter, denen viele Nachfrager gegenüberstehen.

Das Monopol auf dem Markt mit unvollständiger Konkurrenz

Der Begriff Monopol wird häufig auch für eine Marktsituation mit unvollständiger Konkurrenz verwendet. Dieser Markt hat viele Anbieter, jedoch kann ein Anbieter durch Wettbewerbsvorteile eine marktbeherrschende Stellung einnehmen. Bietet ein Wettbewerber beispielsweise den günstigsten Preis oder ein herausragendes Produkt dauerhaft an, kann ihm die Marktbeherrschung gelingen. Diese Konstellation wird auch als Teilmonopol bezeichnet.

Abgrenzung vollkommenes und unvollkommenes Monopol

Im vollkommenen Markt stehen sich viele Anbieter und viele Nachfrager gegenüber. Die Produkte haben gleiche Produktqualität und die Käufer keine Präferenzen. Auf dem vollkommenen Markt kann der Monopolist seinen Gewinn maximieren. Der vollkommene Markt ist ein theoretisches Modell, wenn auch einige Finanzmärkte der Definition nahe kommen. Die Maximierung des Gewinns des Monopolisten würde selbst auf dem vollkommenen Markt durch den Staat beschränkt werden können.

Auf dem unvollkommenen Markt sind die Güter nicht gleichartig und die Nachfrager haben sehr wohl persönliche, zeitliche oder räumliche Präferenzen. Auf diesem Markt hat der Anbieter nur einen kleine monopolistischen Preisspielraum.

Wie natürliche Monopole entstehen

Monopol und Kosten

Wie wirken sich niedrige Kosten auf das Monopol aus?

1) Niedrige Kosten: Besonders schnell oder wachsenden Unternehmen können ihre Konkurrenten vom Markt verdrängen. Mit dem schnellen Wachstum sinken die Produktionskosten (Fixkosten Degression). Zusätzlich können die dauerhaft hohen Absätze günstige Einkaufsmöglichkeiten mit sich bringen (Mengenrabatte) und die Produktionskosten (variable Kosten) weiter senken.

2) Preisdumping: Große Anbieter können unterhalb der Kostendeckung verkaufen oder aus anderen Gründen zum günstigeren Preis anbieten. Dauerhaft können sich die kleineren Konkurrenten nicht auf dem Markt halten.

3) USPs: Alleinige Kontrolle über den Markt mittels eines Inputfaktors. Der Anbieter hat ein Alleinstellungsmerkmal, das die Nachfrager nicht substituieren können. Da keine Alternativprodukte zur Wahl stehen, können Preise und Mengen beliebig diktiert werden.

4) Staatliche Monopole: Neben den inzwischen liberalisierten Telekommunikations– und Postdiensten bestehen immer noch städtische Monopole, wie etwa bei der Wasserversorgung.

5) Vom Staat geschützte Monopole: Der Besitzer eines Patents hat ein Angebotsmonopol und somit kann er auf dem Markt die Preise diktieren, wie beispielsweise bei der Medikamentenentwicklung in Pharmaunternehmen). Im Interesse der Wirtschaft muss der Staat die Patente schützen. Erfindende Unternehmen investieren in hohe Entwicklungskosten, die über die Gewinne finanziert werden müssen. Der Patentschutz des Staates sichert die Forschung.

Sonderformen des Monopols

  • Teilmonopol bezeichnet einen Markt mit einem sehr großen Anbieter und vielen kleinen Anbietern sowie vielen Nachfragern. Der große Marktanbieter hat aufgrund von Wettbewerbsvorteilen eine besonders starke Position.

    Ein Monopol hat einen Anbieter

    Ein Anbieter ist das Symbol eines Monopols

  • Staatsmonopol, bei dem der Staat als alleiniger Anbieter eines Wirtschaftsgutes auftritt.
  • Quasi-Monopol: Der von Erich Preiser geprägte Begriff bezeichnet einen Markt mit wenigen Anbietern und vielen Nachfragern. Was zunächst wie ein Oligopol aussieht, entwickelt sich mit dem Quasi-Monopol häufig zum Zusammenschluss der Anbieter zu Kartellen oder Trusts. Die Konkurrenz der Anbieter untereinander bleibt bestehen, jedoch erfolgt häufig eine einheitliche Preisbildung für das Wirtschaftsgut. Ein Beispiel für das Quasi-Monopol sind Arbeitgeberverbände, die in gemeinsamen Tarifverhandlungen den Preis für die Arbeitskraft festlegen. Weitere Beispiele für Quasi-Monopol sind Produkte, die einen Quasi-Standard definieren, wie etwa PC-Betriebssysteme mit Microsoft Windows und Microsoft Office.

Nachfragemonopol vsAngebotsmonopol

Neben dem Angebotsmonopol mit einem Anbieter kann sich ein Nachfragemonopol mit nur einem Nachfrager bilden. Beim Nachfragemonopol treten für ein Wirtschaftsgut mehrere Anbieter, jedoch nur ein Nachfrager auf. Nachfragemonopole findet sich bei Ausschreibungsverfahren im Schienenpersonennahverkehr, wo als Nachfrager eine Landesverkehrsgesellschaft und als Anbieter mehrere Eisenbahnunternehmen auftreten. Auch auf dem Rüstungsmarkt und der Raumfahrtindustrie treten mehrere Anbieter auf, während dem nur der Staat Nachfrager ist bzw. sein darf. Das Nachfragemonopol wird auch als Monopson bezeichnet. Lesen Sie hier noch mehr Interessantes über das Monopson.

Sicherung des Monopols

Auf dem Markt möchte jeder Teilnehmer seine Position verbessern. Mit Wettbewerbsvorteilen versuchen die Anbieter ihre Marktmacht auszubauen. Gleichzeitig möchte ein Monopolist seine

Preise im Monopol

Wie funktioniert die Preisführung im Monopol?

alleinige Marktführerschaft beibehalten. Er wird qualitativ hochwertige Produkte verkaufen und mit hohen Absatzzahlen günstige Preise anbieten können. Sind Verbraucher bereit, sich für weniger hochwertige Produkte zu entscheiden oder auf eine Eigenschaft des Monopolisten-Gutes zu verzichten, können sich Konkurrent auf dem Markt etablieren. Die neuen Mitwettbewerber bieten ähnliche Produkte zu günstigeren Preisen an und heben das Monopol auf.

Der Monopolist kann dem mit folgenden Strategien entgegenwirken.

  • Produktdiversifikation, um das Wirtschaftsgut mit weiteren, beispielsweise exklusiven Eigenschaften auszustatten.
  • Imagebildung durch Werbekampagnen, um das Produkt mit seinem Monopolisten-Unternehmen zu identifizieren (z. B. Markentreue bei Apple Smartphones).
  •  Potenzielle Konkurrenten aufkaufen oder verdrängen. Das deutsche Kartellrecht schützt jedoch kleinere Unternehmen vor Zusammenschlüssen und Preisbildungen größerer Unternehmen.
  • Einfluss auf die staatliche Gesetzgebung ausüben, Lobbyarbeit, Erpressung, Korruption.
  • Preisdumping, um Konkurrenten aus dem Markt zu drängen. Das Monopol bietet seine Produkte zu nicht mehr kostendeckenden Preisen an. Finanziell weniger gut gestellte Konkurrenten können dem Preisdruck dauerhaft nicht standhalten.

Aufbrechen von Monopolen

Der Staat kann Monopole aufbrechen. So wurde der Quasi-Monopolist Microsoft wegen des Missbrauchs seiner Marktmacht verurteilt. Über seine Wettbewerbspolitik kann der Staat potenziellen Konkurrenten den Marktzugang zu erleichtern, um eine Monopol-Struktur aufzubrechen. Die Verschärfung des Wettbewerbs erfolgt in diesem Falle durch den Staat. Auch kann der Staat die Regulierung des Monopolisten anstreben. Es wird beispielsweise verfügt, dass das Monopol zu bestimmten Preisen anbietet. Auch können Sondersteuern auf die Gewinne erhoben werden. Schwierig in liberalen Wirtschaftsordnungen ist hingegen die Verstaatlichung des Monopolisten.

Was ist Rohertrag?

Beim Rohertrag handelt es sich um eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Sie ergibt sich als Differenz aus den Umsatzerlösen und dem Wareneinsatz bzw. den Materialkosten. Bei dieser absoluten Kennzahl bleiben alle anderen Kosten und weiteren Erträge unberücksichtigt.

Die Formel des Rohertrags

Die Formel zur Berechnung des Rohertrags lautet

Umsatz
– Materialkosten
= Rohertrag

Zu unterscheiden ist der Rohertrag in der Produktion und bei Handelsunternehmen.

1. Der Rohertrag in der Produktion

Wer im Unternehmen selbst Produkte herstellt, zieht zur Ermittlung des Rohertrags die Roh-, Hilfs– und Betriebsstoffe vom Umsatz ab. Die Roh-, Hilfs– und Betriebsstoffe umfassen alles, was zur Herstellung der Produkte benötigt wird.

Rohstoffe gehen als hauptsächlicher Bestandteil in die fertigen Produkte ein, zum Beispiel Holz für Möbel. Bei Hilfsstoffen handelt es sich um Stoffe, die wert- oder auch mengenmäßig eine geringere Rolle bei der Produktion spielen, zum Beispiel Leim bei der Herstellung von Holzmöbeln. Betriebsstoffe gehen nicht in das fertige Produkt ein. Sie werden jedoch zur Produktion benötigt und dabei verbraucht, zum Beispiel Strom.

In der Produktionsbranche werden die Begriffe Rohertrag, Rohgewinn und Rohmarge synonym verwendet.

2. Der Rohertrag bei Handelsunternehmen

Rohertrag

Wie errechnet man den Rohertrag?

Um den Rohertrag in der Handelsbranche zu ermitteln, sind zunächst der Nettoumsatz ohne Umsatzsteuer sowie die Einkaufskosten ohne Vorsteuer zu ermitteln. Im nächsten Schritt sind die Einkaufskosten vom Nettoumsatz abzuziehen. Die Differenz, der Rohertrag, wird auch als Handelsspanne bezeichnet.

Grundsätzlich können die Roherträge im Handelsunternehmen auch durch den Vergleich von Bruttoumsatz und Brutto-Einkaufspreis ermittelt werden. Dieses Verfahren ist jedoch nicht üblich und kann beim Einkauf von Waren im Ausland für falsche Auswertungen sorgen.

Was ist ein negativer Rohertrag?

Mit dem Rohertrag bezeichnet man einen Gewinn, den ein Unternehmen erwirtschaftet. Diese Kennzahl spielt bei der Berechnung des Überschusses im Geschäftsjahr eine wichtige Rolle. Ergibt sich aus der Berechnung des Rohertrags ein negativer Betrag, spricht man von Verlust, der wiederum zu einem Fehlbetrag im Jahresabschluss führen kann.

Negative Roherträge in der Produktion entstehen unter anderem dann, wenn die Herstellungskosten den Verkaufspreis der gefertigten Waren überschreiten. Beim Handelsunternehmen liegt der Einkaufspreis der Waren über dem Verkaufspreis.

Eine weitere mögliche Ursache eines negativen Rohertrags ist die falsche Zuordnung von Kosten und Umsatz zum betreffenden Produkt.

Anwendung und Risiken des Rohertrags

Die Roherträge werden als Planungskennzahl genutzt, um sortimentspolitische Entscheidungen zu treffen. Dieses Vorgehen beinhaltet folgende Risiken:

  • Die tatsächlichen Verkaufspreise sind niedriger als die geplanten Verkaufspreise. Die Gründe dafür sind beispielsweise zusätzliche Rabattangebote, vom Kunden genutzte Skonto-Bedingungen sowie deutlich reduzierte Preise bei verderblichen oder beschädigten Waren.

    Risiken Rhertrag

    Die Risiken des Rohertrags

  • Die tatsächlichen Wareneinkaufspreise liegen über den angenommenen Preisen. Dieser Umstand ergibt sich zum Beispiel dann, wenn aufgrund mangelnder Liquidität der Skonto nicht ausgenutzt werden kann. Eine mögliche weitere interne Ursache sind steigende Kosten in der Wareneingangskontrolle. Einkalkulierte, jedoch nicht erhaltene Bonuszahlungen vom Zulieferer sind ebenfalls ein möglicher Grund für höhere Kosten im Wareneinkauf. Bonuszahlungen bieten Zulieferer in der Regel unter der Voraussetzung an, dass vereinbarte Jahresumsatzziele eingehalten werden.
  • Geplante und einkalkulierte Zahlungseingänge sind geringer als geplant, verschieben sich zeitlich oder fallen vollständig aus, zum Beispiel, weil der Kunde nicht liquide ist, Waren sich als unverkäuflich erweisen oder entwendet wurden.
  • Die Handlungskosten werden bei der Berechnung des Rohertrags nicht berücksichtigt.

Rohertrag I und II

Bei der Ermittlung des Rohertrags wird in zwei Stufen unterschieden.

Der Rohertrag I errechnet sich aus Nettoumsatz abzüglich Netto-Wareneinkaufspreis bzwMaterialkosten. Er bietet die Möglichkeit, potenzielle Gewinne aus der Produktion und dem Verkauf vorab bewerten und einschätzen zu können.

Der Rohertrag I wird im nächsten Schritt zur Ermittlung des Rohertrags II herangezogen. Dazu werden vom Rohertrag I die Warenbezugskosten abgezogen und es ergibt sich der Deckungsbeitrag.

Aus dem Rohertrag II lässt sich wiederum im Weiteren der Unternehmensgewinn ermitteln, indem noch anfallende fixe Kosten abgezogen werden.

Die Formeln

Netto-Umsatz
– Netto-Einkaufspreis der Waren oder Netto-Materialkosten
Rohgewinn I

Rohgewinn I
– Warenbezugskosten
Rohgewinn II

Die Funktion des Rohertrags in der Betriebswirtschaft

Bei der Ermittlung des Rohertrags werden lediglich die Einzelkosten erfasst und berücksichtigt, die sich den Umsatzerlösen direkt zuordnen lassen. In der Regel wird davon ausgegangen, dass der Einsatz von Waren und Material mit den variablen Kosten übereinstimmt. In diesem Zusammenhang weisen die Roherträge aus, wie hoch die Fixkosten des Unternehmens maximal sein dürfen, um noch Gewinne erwirtschaften zu können.

Roherträge sind also als Restgrößen zu betrachten, mit denen sämtliche Betriebskosten zu finanzieren sind.

Im Handelsunternehmen ist der Rohgewinn eine entscheidende Größe für die betriebliche Erfolgsmessung. Der Wert zählt zu den ersten maßgeblichen Größen für die Wertschöpfungstiefe des Unternehmens.

Vor allem in Produktionsunternehmen lassen sich Personalkosten den Umsatzerlösen zum Teil direkt zurechnen, zum Beispiel Akkordlöhne in der Fertigung. Werden diese Personalkosten vom Rohgewinn II abgezogen, ergibt sich der Deckungsbeitrag. Dieser steht konkret zur Deckung der Fixkosten eines Unternehmens zur Verfügung. Lesen Sie hier alles Wichtige zum Deckungsbeitrag.

Rohertrag und DB

Wie hängen Rohertrag und Deckungsbetrag zusammen?

 

Weitere Kennzahlen, die sich aus dem Rohgewinn ermitteln lassen

  1. Die Rohertragsquote

Diese Quote zeigt den prozentualen Anteil vom Rohgewinn an der unternehmerischen Gesamtleistung aus, und zwar innerhalb der Umsatzerlöse. Die Rohertragsquote errechnet sich aus Rohertrag * 100 / Netto-Betriebsleistung.

2. Die Brutto-Rentabilität

Dieser Wert errechnet sich aus Rohertrag * 100 / durchschnittlicher Warenbestand und weist aus, wie hoch der Rohgewinn in Bezug auf den durchschnittlichen Warenbestand ist.