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Was ist Insolvenz

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Was ist Insolvenz?

Bei Gibt es für ein bereits produziertes Produkt keine Käufer, kann der Unternehmer irgendwann seine Lieferanten nicht mehr bezahlen: Er ist insolvent. Das heißt, er ist zahlungsunfähig. In der Umgangssprache kann dieser Zustand auch Bankrott, Konkurs oder Pleite genannt werden. Im Fall eines Unternehmensverkaufs werden sämtliche Daten im Datenraum zur Verfügung gestellt, so dass der potentielle Käufer sehen kann, wie es um die Liquidität des Unternehmens bestellt ist. Lesen Sie hier mehr über die Liquidität.

Insolvenz: Der Schuldner kann seine Zahlungen an die Gläubiger nicht mehr leisten.

Gründe für die Insolvenz

Für eine Insolvenz gibt es drei mögliche Ursachen:

  • Zahlungsunfähigkeit

    Was ist Insolvenz?

    Insolvenz kann verschiedene Ursachen haben.

  • drohende Zahlungsunfähigkeit
  • Überschuldung

Diese drei Gründe für eine Insolvenz nennt das deutsche Insolvenzrecht. Dabei gilt: Zahlungsunfähig ist ein Unternehmen ebenso wie eine Privatperson, wenn Schulden nicht mehr beglichen werden können. Lässt sich bereits absehen, dass künftige Schulden nicht mehr beglichen werden können, handelt es sich um eine drohende Zahlungsunfähigkeit. Ist das vorhandene Vermögen geringer als die noch zu begleichenden Forderungen, ist eine Überschuldung eingetreten. In jedem Fall muss der Geschäftsführer eines Unternehmens handeln, falls nicht, macht er sich der Insolvenzverschleppung schuldig. Bestellt man beispielsweise weiter Waren, obwohl die drohende Zahlungsunfähigkeit bekannt ist, sieht das eine Haft bis zu drei Jahren vor.

Die Insolvenzverordnung und das Insolvenzverfahren

In der Insolvenzverordnung ist hierzulande geregelt, wie das Insolvenzverfahren abläuft. Wird von einem Unternehmen Insolvenz angemeldet, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Das Unternehmen wird entweder verkauft oder liquidiert und damit geordnet abgewickelt oder die Zahlungsfähigkeit lässt sich wieder herstellen. In jedem Fall sollen die Gläubiger ihr Geld bekommen. Während man im ersten Fall das materielle und immaterielle Vermögen des Unternehmens dafür verwertet, geht es im zweiten Fall um dessen Weiterführung und eine Sanierung.

Diese Schritte schreibt die Verordnung bei Insolvenz vor:

  • Eröffnung des Insolvenzverfahrens
  • Insolvenzanfechtung
  • Verwaltung und Verwertung der Insolvenzmasse
  • Befriedigung der Gläubiger
  • Insolvenzplan
  • Restschuldbefreiung
  • Verbraucherinsolvenzverfahren

So läuft die Insolvenz ab

Der Insolvenzantrag ist schriftlich beim Insolvenzgericht einzureichen und die Zahlungsunfähigkeit nachzuweisen. Der Antrag kann sowohl vom Schuldner selbst, aber auch vom Gläubiger eingereicht werden. Der Insolvenzrichter prüft, ob einer der Insolvenzgründe zutrifft. Ist das der Fall, muss das Gericht den Schuldner anhören. Der Richter weist den Antrag ab, wenn keiner der Insolvenzgründe vorliegt, aber auch, wenn es kein materielles oder immaterielles Vermögen gibt, das für die Begleichung der Schulden herangezogen werden kann.

Die Abwendung der Insolvenz

Ist das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet, kann die Insolvenz noch abgewendet und das Verfahren auf Antrag zurückgenommen werden. Droht der Verlust der Liquidität, kann das sogenannte Schuzuschirmverhalten helfen, welches auf die Dauer von drei Monaten angelegt ist. Dieses wurde 2012 mit dem ESUG eingeführt, einem Gesetz zur Erleichterung der Sanierung von Unternehmen. In diesem Fall werden die Geschäfte von der bisherigen Geschäftsführung weitergeführt, allerdings mit einem Sachverwalter zur Sanierungsüberwachung an der Seite.

Abwendung Insolvenz

Man ist nicht mehr liquide – was nun?

Die Abwendung der Insolvenz gelingt jedoch nur, wenn die Liquidität als solche noch gegeben ist. Damit das Amtsgericht diesem stattgibt, muss das von einem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer bescheinigt werden.

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens

Bei der endgültigen Eröffnung des Verfahrens wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt. Dieser informiert sämtliche Gläubiger schriftlich und fordert sie auf, sämtliche Forderungen aufzulisten. Anschließend wird ein Termin angesetzt, bei dem die Gläubiger über das Vermögen und die Insolvenzmasse, aber auch über die anderen Gläubiger, informiert werden. Die Versammlung der Gläubiger entscheidet dann, wie das Verfahren durchgeführt und ob das Unternehmen schließlich abgewickelt wird oder ob eine Weiterführung Sinn macht. Kennt der Insolvenzverwalter sämtliche Forderungen und hat sie geprüft, erstellt er daraus eine Tabelle, in der auch der Rang des Anspruches festgehalten ist. Die Forderung bestätigt man juristisch in einem gerichtlichen Termin.

Die Insolvenzmasse

Ist das Insolvenzverfahren eröffnet, entscheidet allein der Insolvenzverwalter über die im Unternehmen vorhandenen Werte. Mit der Insolvenzmasse sollen die offenen Forderungen der Gläubiger beglichen werden, einschließlich der im Insolvenzverfahren entstehenden Gerichts- und Verfahrenskosten. Die Insolvenzmasse selbst umfasst den pfändbaren Teil sämtlicher materiellen und immateriellen Güter des zahlungsunfähigen Unternehmens. Dazu gehören firmeneigene Grundstücke und Immobilien, aber auch Maschinen und anderes Mobiliar, bereits produzierte Waren, aber auch vorhandenes Bargeld, Forderungen des Unternehmens und Ansprüche aus Versicherungen. Hat das Unternehmen eine eigene Marke, gehört diese ebenfalls zur Insolvenzmasse.

Die Gläubiger

In welcher Reihenfolge man die Forderungen der Gläubiger bedient, hängt von ihrem Rang ab. Es gibt drei unterschiedliche Ränge:

Insolvenz - Gläubiger

Wie stellt man die Gläubiger wieder zufrieden?

  • Absonderungsberechtigte, das sind Gläubiger mit Sicherheitsrechten. Diese werden im Insolvenzverfahren bevorzugt bedient, weil sie an Immobilien oder anderen Gegenständen über Sicherungs– und Verwertungsrechte verfügen. Zu diesen gehört beispielsweise die Bank, die im Grundbuch eingetragen ist, aber auch die Forderungen der Sozialversicherungsträger oder die Gerichts- und Verfahrenskosten des Insolvenzverfahrens.
  • Nicht nachrangige Gläubiger
  • Nachrangige Gläubiger: Erst wenn die Forderungen der Gläubiger mit Sicherheitsrechten und der nicht nachrangigen Gläubiger bedient sind, kommen die nachrangigen Gläubiger an die Reihe. Da oft von der Insolvenzmasse nichts mehr übrig ist, gehen diese in der Regel leer aus.

Arbeitnehmer

Wird den Arbeitnehmern vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens der Lohn vorenthalten, gehören sie ebenfalls zu den Gläubigern der Insolvenz und der Insolvenzverwalter erfasst die noch ausstehenden Lohnforderungen in der Insolvenztabelle. Grundsätzlich bleibt zwar während der Insolvenz das Arbeitsverhältnis bestehen, kann jedoch vom Insolvenzverwalter mit einer Frist von drei Monaten durch eine Kündigung beendet sein.

Gut zu wissen: Ist das Unternehmen mit drei Monatsgehältern im Rückstand, können die Arbeitnehmer die Leistung verweigern.

Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht – aber auch, wenn das Verfahren mangels Masse abgelehnt wurde, bekommen die Arbeitnehmer von der Agentur für Arbeit ein einmaliges Insolvenzgeld, allerdings nur dann, wenn sie es selbstständig beantragen.

Von der Zahlungsunfähigkeit zur Insolvenz

Inslolvent nach zahlungsunfähig

Man ist insolvent. Wie geht es weiter?

Kann ein Unternehmen nur noch geringfügigen Verpflichtungen nachkommen, aber insgesamt weniger als 90 Prozent seiner Schulden bedienen, ist mit der Insolvenz eine Zahlungsunfähigkeit eingetreten: Die Liquidität des Unternehmens ist nicht mehr gegeben. Kann die Geschäftsführung diesen Status absehen, spricht man von drohender Zahlungsunfähigkeit. In der Regel lässt sich die Liquidität in einem Zeitraum von einem Jahr überprüfen. Das Gericht möchte eine genaue Aufstellung und einen Nachweis darüber sehen, um über die Einleitung des Verfahrens zur Insolvenz zu entscheiden. Die Versammlung der Gläubiger entscheidet schlussendlich, ob das Unternehmen zu sanieren ist oder man es abwickeln kann. Stimmt die Versammlung einem Sanierungsplan zu, hat das Unternehmen sämtliche Verbindlichkeiten nach Plan zurückzuzahlen. Falls das erfolgreich gelingt, ist die Insolvenz abgewendet.


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Was ist Zahlungsunfähigkeit?

Zahlungsunfähigkeit ist mit Blick auf die rechtliche Definition nach Paragraf 17 Absatz 1 InsO ein wesentlicher Grund, um eine Insolvenz zu eröffnen. In dem Zusammenhang ist es nicht von Bedeutung, um welche Rechtsform des Schuldners es sich im Einzelnen handelt. Der Begriff Zahlungsunfähigkeit beschreibt die Unfähigkeit eines Schuldners, seinen Zahlungsverpflichtungen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes nachzukommen. Dies ist dem ersten Satz des Absatzes 2 desselben Paragrafen zu entnehmen.

Hierbei geht man davon aus, dass der Schuldner bedingt durch die bestehende finanzielle Situation seine Zahlungen eingestellt hat und noch bestehende Forderungen seiner Gläubiger nicht erfüllt bzw. bedienen kann. Wichtig ist, die individuellen finanziellen Gegebenheiten stets im Blick zu behalten. Vorausschauend planen und handeln – das sind oft die zentralen Grundpfeiler, wenn es darum geht, einer möglichen Zahlungsunfähigkeit oder einer Überschuldung effektiv entgegenzuwirken.

Zahlungsunfähigkeit und Cash Flow

Den Gegensatz zur Zahlungsunfähigkeit bildet der Cash Flow. So wird der Liquiditätsfluss eines Unternehmens innerhalb eines spezifischen Zeitraumes als Cash Flow bezeichnet. An diesem Wert ist ablesbar, wie stark ein Betrieb in Bezug auf finanzielle Aspekte sowie im Hinblick auf die jeweiligen Erträge ist. Die generierten Daten spielen vor allem dann eine wesentliche Rolle, wenn es um die Bedienbarkeit eines Kredites bzw. um die Kreditwürdigkeit im

Cashflow und Zahlungsunfähigkeit

Wie hängen Cashflow und Zahlungsunfähigkeit zusammen?

Allgemeinen geht. Auch für Anbieter von Dienstleistungen sowie für Lieferanten etc. ist der Cash Flow eines Unternehmens von Relevanz. In Deutschland sind ausschließlich börsennotierte Firmen dazu verpflichtet, ihren Cash Flow auch der Öffentlichkeit preiszugeben. KMUs und größere, nicht börsennotierte Firmen sind von dieser Regelung nicht betroffen. Lesen Sie hier mehr über den Cashflow.

Insolvenz bei Zahlungsunfähigkeit

Zahlungsunfähige Personen oder Unternehmen sind per Gesetz dazu verpflichtet, einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. In jedem Fall muss aber der zu Grunde liegende Sachverhalt tiefgreifender in Augenschein genommen werden. So gilt es unter anderem zu unterscheiden, ob tatsächlich eine Zahlungsunfähigkeit vorliegt oder ob lediglich ein Mangel an Liquidität besteht. Dieser muss jedoch innerhalb einer festgelegten Frist von 21 Tagen ausgeglichen werden – und das zu mindestens 90 Prozent. So sieht es das BGH vor. Diesbezüglich ist nach Ansicht des Bundesgerichtshofeseine „Zahlungsunfähigkeit klar abzugrenzen von der bloßen Zahlungsstockung. Hierbei ist von einem kurzfristig behebbaren Mangel an liquiden Mitteln die Rede.“ (Zitat) Gelingt es nicht, innerhalb des vorgegebenen Zeitraumes den Großteil der Verbindlichkeiten abzutragen, tritt mit Ablauf der Frist automatisch die Zahlungsunfähigkeit in Kraft.

Hinweis:

Sofern es sich bei dem Schuldner um eine Gesellschaft ohne Rechtspersönlichkeit oder um eine juristische Person handelt, ist es unerlässlich, die Insolvenz unverzüglich einzuleiten.

Zahlungsunfähigkeit

Zahlungspflichten müssen eingehalten werden!

Verbraucher aber auch Unternehmen sind in jedem Fall dazu angehalten, die Forderungen von Dienstleistern oder Warenanbietern etc. in vollem Umfang und nach individueller Absprache zu erfüllen. Insbesondere gegenüber Banken und anderen Kredit gebenden Instituten besteht selbstverständlich eine Zahlungspflicht. Dabei liegt der folgende Leistungskreislauf zu Grunde: Unternehmen finanzieren sich durch den Verkauf von Produkten, Services oder Dienstleistungen. Die im Zuge dessen generierten Umsätze werden meist zu einem Großteil dazu verwendet, Lieferanten, Dienstleister, Banken etc. zu bedienen.

Aufgrund verschiedener Umstände ist es jedoch möglich, dass das Interesse der Kunden an dem Waren- oder Dienstleistungsangebot nachlässt und der Absatz der betreffenden Unternehmen demgemäß einbricht. Eine solche Negativ-Entwicklung geht stets mit verminderten Geldeingängen einher. In der Konsequenz wird es daher schwieriger, Rechnungen pünktlich zu begleichen oder Kreditforderungen vereinbarungsgemäß zu tilgen. Sowohl bei kurz- und mittelfristigen, als auch bei langfristigen Verträgen und Krediten, ist es aufgrund dessen nicht mehr möglich, die erforderlichen Zahlungen zum jeweils im Vorfeld festgelegten Zeitpunkt zu begleichen.

Zu beachten ist aus der Sicht zahlungsunfähiger Personen oder Unternehmen Folgendes:

  • Eine Zahlungsunfähigkeit wirkt sich erheblich auf die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens aus.
  • Es dürfen keine weiteren Waren bezogen oder Leistungen in Anspruch genommen werden.
  • Wirtschaftlich schwächere Bereiche können bzw. sollten abgestoßen werden, um bestehende Forderungen zu erfüllen.

    Zahlungsunfähigkeit Richtlinien

    Worauf müssen Zahlungsunfähige achten?

  • Die Anpassung von Kreditraten oder die Verlängerung von Kreditlaufzeiten kann unter bestimmten Umständen sinnvoll sein.

Sofern auch diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen, ist es unerlässlich, das Unternehmen zu liquidieren.  Personen und Unternehmen sind gleichermaßen dazu verpflichtet, sich regelmäßig über die gesetzlichen Bestimmungen zu informieren. Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit kann man so adäquat reagieren. Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit oder bei einer Überschuldung ist umgehend, jedoch in Anlehnung an die aktuelle Gesetzgebung, innerhalb von drei Wochen ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen. Sofern dieser Schritt zu spät in die Wege geleitet oder gänzlich versäumt wird, muss der Schuldner mit einer strafrechtlichen sowie zivilrechtlichen Verfolgung rechnen.

Wissenswertes für Schuldner und Gläubiger

Bei einem durchzuführenden Insolvenzverfahren werden sowohl die Rechte der Schuldner als auch der Gläubiger in gewisser Weise beschnitten. So werden die Gläubiger im Rahmen einer Insolvenzeröffnung zu einer so genannten Verlustgemeinschaft. Das bedeutet, dass sie den Zahlungsausfall ihres Schuldners jeweils anteilsmäßig zu tragen haben. Gläubiger, die beabsichtigen, sich dieser Verlustgemeinschaft zu entziehen, müssen zusätzliche Konsequenzen fürchten. So ist es ihnen unter anderem nicht gestattet, Einzelzwangsvollstreckungen durchzuführen oder gar „in Eigenregie“ einen Prozess gegen den Schuldner anzustreben.

Front einer Bank

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Was ist ein Kreditor?

Der Kreditor ist Gläubiger des Unternehmens – Bilanz und Warenwirtschaft

Partner, die Hände schüttelnDer Kreditor gewährt Kredite und gilt somit als Gläubiger eines Unternehmens. Das Unternehmen schuldet einer Person oder einer Institution Geld, die im Rechnungswesen als Kreditor bezeichnet wird. Bei der Bilanzerstellung nach HGB sind die Kreditoren eines Unternehmens in einer eigenen Bilanzposition zu erfassen. Umgangssprachlich ist der Kreditor meist ein Lieferant des Unternehmens.

Im Datenraum von ERP- und Warenwirtschaftssystemen sind der Kreditor und sein Gegenspieler, der Debitor, häufig anzutreffen. Kreditoren und Debitoren sind natürliche Personen, Unternehmen oder juristische Personen des öffentlichen Rechts. In der Buchhaltung bezeichnet der Kreditor einen Gläubiger und der Debitor einen Schuldner des Unternehmens. Kreditor ist etwa der Lieferant, der dem Unternehmer Waren mit Zahlungsziel verkauft. Solange die Rechnung nicht bezahlt ist, handelt es sich bei dem Lieferanten buchhalterisch um einen Kreditor des Unternehmens – denn man schuldet ihm Geld.

Kreditoren des Unternehmens

In seiner betriebswirtschaftlichen Definition ist der Kreditor eine Person oder eine Institution, die Kredite an Kreditnehmer vergibt. Seinen Namen leitet der Kreditor vom lateinischen Wort „credere“ ab, das mit „glauben“ oder „anvertrauen“ übersetzt werden kann. Der Kreditor vertraut jemandem Geld oder Güter (Waren und Dienstleistungen) an. Zu den typischen Kreditoren eines Unternehmens gehören Lieferanten, kreditgebende Banken, der Steuerberater, der Vermieter, aber auch der Staat und das Finanzamt können als Kreditoren auftreten. Wenn beispielsweise Lohnsteuern der Mitarbeiter abgeführt werden müssen oder die Umsatzsteuerlast zu zahlen ist, tauchen Staat und Finanzamt als Kreditoren in der Unternehmensbuchhaltung auf. Der Gläubiger (Kreditor des Unternehmens) führt seinerseits das schuldende Unternehmen als Debitor in seiner Buchhaltung.

Der Kreditor im Rechnungswesen

Während der Kreditor im deutschen Rechnungswesen ein Gläubiger von Forderungen aus Lieferungen aus Leistungen ist, bezeichnet der Komplementärbegriff des Debitors den Schuldner von Forderungen. Der Kreditor übernimmt als Lieferant oder Dienstleister die Risiken eines Kreditgebers. Die Ansprüche des Kreditors ergeben sich aus den Verbindlichkeiten seines Abnehmers aus Lieferungen und Leistungen, wobei es sich in der Regel um Warenlieferungen oder Dienstleistungen handelt.

Risiko der Kreditoren

Das Risiko des Gläubigers ist, dass seine überlassenen Lieferungen und Leistungen nicht oder nicht vollständig bezahlt werden. Dem Kreditor steht der Rechtsweg offen (z.B. über das gerichtliche Mahnverfahren), solange sein Debitor nicht insolvent ist. Der Lieferant verwaltet dieses Ausfallrisiko in seiner Debitorenbuchhaltung. In der Debitorenbuchhaltung ist ein Debitor ein Kunde oder eine andere Person, die dem Unternehmen kurz- oder längerfristig Geld schuldet. Den Debitoren des Lieferanten können Kreditorenlimits eingeräumt werden. Ist das Limit überschritten, findet keine Lieferung von weiteren Waren an den Debitor statt. Erst nach einer Teilzahlung kann wieder bis zum Kreditorenlimit auf Ziel gekauft werden.

Kundenindividuelles Kreditlimit

Der Kreditor kann die Risiken kundenindividuell abwägen. Sie ziehen dazu häufig Bankauskünfte, Jahresabschlüsse oder Büroauskünfte hinzu. Viele Warenwirtschaftssysteme ermöglichen die Anlage von kundenindividuellen Kreditorenlimits. Eine weitere Möglichkeit ist die Lieferung gegen Eigentumsvorbehalt, um im Falle der Insolvenz oder Nichtzahlung die Gegenstände aus dem Besitz des Debitors zurückzuholen. Der Eigentumsvorbehalt ist somit eine originäre Kreditsicherheit des Gläubigers.

Bilanzanalyse und Kreditorenziel

Taschenrechner und GeldscheineDie Überwachung und Verbuchung von Lieferantenverbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt in der Kreditorenbuchhaltung des Unternehmens. Darüber hinaus übernimmt die Kreditorenbuchhaltung zudem die Fälligkeitsüberwachung der Lieferantenverbindlichkeiten. Fällig ist die Kreditorenverbindlichkeit mit dem Erreichen des Kreditorenziels. In der Bilanzanalyse ist das Kreditorenziel eine betriebswirtschaftliche Kennzahl für die Umschlaggeschwindigkeit der Kreditoren. Die Kennzahl drückt aus, wie schnell Verbindlichkeiten bezahlt werden. Sie spiegelt somit die Zahlungsmoral eines Unternehmens wider.

Berechnung des Kreditorenziels:

  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen x 360 / Aufwendungen für Roh-Hilfs- und Betriebsstoffe pro Jahr.
  • In die Berechnungen der Aufwendungen gehen alle im Produktionsprozess verbrauchten Materialien sowie die beanspruchten Fremdleistungen ein.

Interpretation des Kreditorenziels

Kurze Kreditorenlaufzeiten (schnelle Zahlung von Kreditorenverbindlichkeiten) werden bei der Bilanzanalyse als gute Liquidität gewertet. Lange Kreditorenlaufzeiten lassen lange Zahlungsziele, eine große Verhandlungsmacht oder schlechtes Kreditorenmanagement vermuten. Unternehmen mit großer Verhandlungsstärke können häufig lange Kreditorenziele erwirken. So können etwa große Einzelhandelsketten mit ihren Lieferanten ein Zahlungsziel von bis zu 90 Tagen vereinbaren.

Kreditoren in der Bilanz

Bei einem Jahresabschluss nach Handelsgesetzbuch (HGB) sind die Kreditoren den „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“ zugeordnet. Der Gesetzgeber hat zur Abgrenzung der Kreditorenposten mit § 266 Abs. 3 C 4 HGB diese neue Bilanzposition geschaffen. Die Debitoren (Schuldner) des Unternehmens werden der Bilanzposition der „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ zugewiesen. Das Handelsgesetz möchte mit dieser gesonderten Auflistung und Trennung der Debitoren und Kreditoren die Bilanzklarheit verbessern. Die Bilanzen von Unternehmen sowie Branchen sollen lesbar und vergleichbar sein. Denn der Gesetzgeber wünscht, dass sich ein sachkundiger Dritter ein Bild über den Anteil der Kreditorenverbindlichkeiten an den Gesamtverbindlichkeiten machen kann. Handelsrechtlich gehören die aufgelisteten Forderungen der Debitoren zum Umlaufvermögen des Unternehmens.

Saldierungsverbot in der Bilanz

Debitorische KreditorenbuchungenIm Jahresabschluss gilt das Saldierungsverbot. Kreditoren, deren Forderungen vom Unternehmen überzahlt wurden, werden als debitorische Kreditoren bezeichnet. Eventuelle Überzahlungen des Unternehmens an den Kreditor dürfen in der Bilanz des Unternehmens nicht schuldenmindernd in die Bilanzposition „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“ eingehen. Deshalb werden debitorische Kreditorenbuchungen im Rahmen der Jahresabschlussbuchungen als „sonstige Vermögensgegenstände“ (sonstige Forderungen) umgegliedert und als Guthaben ausgewiesen.