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Was ist ein Rechnungsabgrenzungsposten?

Bei einem Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich im Kontext der kaufmännischen Buchführung um einen Schnitt im Jahresabschluss bzwPeriodenabschlussRechnungsabgrenzungsposten sind deswegen notwendig, weil am Bilanzstichtag bei den Einnahmen und Erträgen zeitliche Unterschiede existieren. Konkret bedeutet das, dass nicht alle Werte am Bilanzstichtag wirksam werden. Durch den Prozess der Rechnungsabgrenzung kann man die Beträge korrekt den jeweiligen zeitlichen Perioden zuordnen. Die Vorgehensweise im Rahmen der Rechnungsabgrenzung ist im Handelsgesetzbuch (HGB) und im Einkommenssteuergesetz festgelegt.

Allgemeine Informationen

Die Hauptfunktion des Rechnungsabgrenzungspostens ist die korrekte zeitliche Zuordnung der Beträge. Nehmen wir uns als Beispiel eine Versicherung, die Ihnen im Dezember eine Rechnung für das erste Halbjahr vorab sendet. Diese Faktur bezieht sich nur auf einen Monat im aktuellen Jahr, jedoch auf sechs Monate im nächsten Jahr. Durch die entsprechende Rechnungsabgrenzung vergewissert man sich, dass der Betrag in dieser Periode in Ihre Buchhaltung kommt. Dank dieser Vorgehensweise ist Ihre Bilanz einerseits näher an der Wirklichkeit, andererseits wird dadurch auch verhindert, dass Bilanzergebnisse durch zu hohe Vorzahlungen zu stark verstreut werden können. Damit haben der Fiskus und gewissenhafte und präzise Unternehmer ein entsprechend großes Interesse an akkuraten Rechnungsabgrenzungsposten. Lesen Sie hier alles über den Fiskus.

Zweck der Rechnungsabgrenzung

Ein Rechnungsabgrenzungsposten ist nötigt, um den Erfolg eines Unternehmens periodengerecht feststellen zu können, wenn Geschäftsfälle mehrere Buchungen verlangen und diese demzufolge verschiedene Rechnungsperioden

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Wann findet die Abführung der Steuern statt?

betreffen. Dies ist beispielsweise immer dann der Fall, wenn es mit Lieferanten oder Kunden bestimmte Vereinbarungen hinsichtlich der Zahlungsziele gibt. Konkret bedeutet das, dass die Lieferung und Leistung einerseits und die Zahlung andererseits nicht in der gleichen Periode stattfinden. Durch den Rechnungsabgrenzungsposten lässt sich auch sicherstellen, dass man anfallende Steuern für die entsprechenden Perioden korrekt abführen kann.

Welche Arten der Rechnungsabgrenzung gibt es?

Rechnungsabgrenzungsposten lassen sich in zwei Hauptarten einteilen, und zwar in aktive und passive Rechnungsabgrenzungen. Darüber hinaus kann man auch zwischen antizipativen und transitorischen Rechnungsabgrenzungsposten unterscheiden. Besonders wichtig ist, dass Sie für Ihre Buchhaltung die Unterschiede zwischen der aktiven und der passiven Rechnungsabgrenzung genau kennen. Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden übrigens mit „passive RAP“ abgekürzt, die aktiven hingegen mit „aktive RAP„.

Aktive Rechnungsabgrenzung

Im Rahmen der aktiven Rechnungsabgrenzung leistet man noch vor dem Bilanzstichtag eine Zahlung, die jedoch teilweise in das nächste Jahr übergeht. Erinnern wir uns an dieser Stelle an das bereits im obigen Absatz beschriebene Beispiel der Vorauszahlung an die Versicherung. Hierbei handelt es sich um ein klassisches Beispiel für Rechnungsabgrenzungsposten. Es gibt jedoch auch eine Vielzahl anderer Situationen, in denen es zu längerfristigen Vorauszahlungen kommt, wie zum Beispiel bei langfristigen Verträgen mit Lieferanten, die gewisse Anzahlungen verlangen.

RAP

Welcher Anteil fällt in welches Jahr?

Grundsätzlich sollte man vor den Buchungen genau ermitteln, welcher Anteil des Gesamtbetrages welchem Geschäftsjahr zugerechnet sein soll. Sie müssen also den exakten Anteil des Gesamtbetrages berechnen, der in das alte Geschäftsjahr fällt und wie viel die aktuelle Periode betrifft. Die anschließende Buchung lässt sich in mehreren Schritten realisieren:

 

  1. Generelle Buchung des Geschäftsfalles, wie zum Beispiel: Versicherungsbeträge an Finanzdienstleister, 2.000 Euro
  2. Gestaltung der aktiven Rechnungsabgrenzung, wie zum Beispiel: aktiver Rechnungsabgrenzungsposten an Versicherungsbeträge, 500 Euro
    Hiermit wurde nun angegeben, welcher Anteil ausgewiesen werden soll. Im nächsten Jahr wird diese Position wieder aufgelöst.
  3. Auflösung der Abgrenzung, Versicherungsbeträge an aktive RAP, 500 Euro
    Somit wird der Kreislauf der Buchungen geschlossen und der Prozess der aktive RAP vollständig erledigt.

Passive Rechnungsabgrenzung

Im Rahmen des passiven Rechnungsabgrenzungspostens ist der Geschäftsfall genau gegenteilig. Konkret bedeutet das, dass Ihr Unternehmen eine Vorauszahlung vor dem Bilanzstichtag erhalten hat, die sich jedoch nicht dem laufenden Geschäftsjahr, sondern dem Folgejahr zuordnen lässt. Auch in solchen Situationen lässt sich durch die Rechnungsabgrenzung eine realitätsnahe Darstellung in der Bilanz gewährleisten.
Ein Beispiel hierfür ist, wenn Ihr Unternehmen Softwareprodukte verkauft und die Lizenzen für diese Produkte ab dem Kaufdatum zwei Jahre lang aktiv sind. Aber auch in traditionellen Sparten, wie beispielsweise bei einer Mitgliedschaft im Fitnesscenter, sind passive Rechnungsabgrenzungen häufig nötig.

Wie kann man nun die Verbuchung einer passiven RAP realisieren? Wie bei der aktiven RAP müssen Sie auch hier zunächst ermitteln, welcher Anteil des Gesamtbetrags der aktuellen Periode und welcher Betrag dem laufenden Geschäftsjahr zugerechnet sein muss. Genauso wie bei dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten setzt sich der

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Wie wird die RAP gebucht?

Prozess der Buchung aus drei Schritten zusammen.

  1.  Generelle Buchung des Geschäftsfalls, wie zum Beispiel: erhaltene Lizenzgebühr, 1.000 Euro
  2. Buchung zur Gestaltung der passiven Rechnungsabgrenzung, wie zum Beispiel: Lizenzgebühr an passive Rechnungsabgrenzung, 500 Euro
  3. Auflösung der passiven RAP im folgenden Jahr: Passive Rechnungsabgrenzung an Lizenzgebühr, 500 Euro
    Auch in diesem Fall wird der Kreislauf der Buchungen geschlossen und der Prozess der passiven RAP vollständig aufgelöst.

Fazit

Die Prozesse der Abgrenzung sehen auf den ersten Blick komplizierter aus, als sie schlussendlich sind. Durch den Rechnungsabgrenzungsposten sorgen Sie dafür, dass man Beträge der dazugehörigen Rechnungsperiode korrekt zuordnen kann und somit Ihre Bilanzen möglichst der Realität entsprechen. Die Buchung der Abrechnung lässt sich in wenigen, einfachen Schritten realisieren, deren Ablauf erfolgt stets nach dem gleichen Muster. Es ist besonders wichtig, dass Sie vorab genau ermitteln, welchen Betrag man welcher Periode zurechnen soll, damit die Buchungen dann auch der Realität entsprechen.

Was ist Factoring?

Die Historie der Forderungsfinanzierung reicht weit in die Vergangenheit zurück. Den Vorläufer der heute beliebten Unternehmensfinanzierungsform gab es bereits im alten Babylonien sowie bei den alten Griechen und Römern. Hier wurden schon vor 5000 Jahren Handelsgeschäfte finanziell über Vermittler abgewickelt, welche im Prinzip Factoringleistungen nach heutigem Verständnis anboten. Die Römer waren es auch, die dem Factoring den Namen (facere = machen) gaben.

Definition des Factorings

Factoring bedeutet ständiger Forderungsverkauf aus Warenlieferungen und Dienstleistungen eines Unternehmens gegen seine Kunden an ein Factoringinstitut. Dadurch, dass das Unternehmen seinen Kunden ein Zahlungsziel setzt und damit einen häufig kostenlosen Lieferantenkredit gewährt, entstehen die Forderungen.

Rechtliche Grundlagen des Factorings

Factoring ist rechtlich gesehen ein Kaufvertrag von Forderungen. Die Geschäftsbeziehung basiert auf einem Factoringvertrag zwischen Factoringgesellschaft und Kunden/Unternehmen. In der Praxis übernimmt die Factoringgesellschaft ebenso das gesamte Debitorenmanagement sowie das Ausfallrisiko des Lieferantenkredits.

Aufgaben des Factorings

Die Factoringgesellschaft (Factor) übernimmt durch Ankauf der Forderungen eine Finanzierungsfunktion, die bei den meisten Factoringkunden im Vordergrund steht.
Die Finanzierungsfunktion des Factorings besteht darin, dass dem Factoringkunden der Gegenwert der Forderung abzüglich des Sicherheitsbehaltes sofort und umsatzkongruent vom Factor bereitgestellt wird. Der Factoringkunde kann dann sofort über diese Mittel verfügen und verbessert hiermit seine Liquiditätslage.

Factoring

Wie wirkt sich Factoring auf die Liquidität aus?

Das Factoring kann, was die Finanzierungsfunktion betrifft, als Vermögensumschichtung und damit als Innenfinanzierung betrachtet werden.

Weiterhin bewirkt die Finanzierungsfunktion für den Factoringkunden einen sofortigen Liquiditätszufluss beim Verkauf der Forderungen. Der Factoringkunde muss nicht abwarten, bis der Debitor die ausstehenden Forderungen begleicht. Im Allgemeinen bietet der Factor die sofortige Bezahlung von bis zu 90 Prozent der an ihn abgetretenen Forderungen an. Das Geld steht dem Unternehmen sofort zur Verfügung und sollte beispielsweise für die Verminderung beziehungsweise Tilgung eigener Schulden bei Geldinstituten oder Lieferanten benutzt werden. Meistens fixiert der Factor diese Reduktion als Auflage.
Dies bewirkt eine Bilanzverkürzung und damit eine Erhöhung der Eigenkapitalquote. Die noch bestehende Differenz von mindestens 10 Prozent der zugrunde liegenden Forderungen behält das Factoringinstitut als Entgelt und Sicherheitsabschlag für etwaige Forderungsausfälle unmittelbar zurück.
In der Praxis beinhaltet Forderungsfinanzierung häufig die Übernahme eines möglichen Forderungsausfalles(Delkredererisiko) als Zusatzfunktion. Dies geschieht dahingehend, dass der Factor das Unternehmen von seinem Kreditrisiko befreit und auf etwaige Regressansprüche verzichtet.
Optional besteht seitens der Factoringgesellschaft die Möglichkeit, Bereiche der Verwaltung und des Debitorenmanagements zu übernehmen. In der Praxis ist häufig die Übernahme der Debitorenbuchhaltung, des Mahnwesens und des Inkassos anzutreffen.

Arten des Factorings

Als echtes Factoring bezeichnet man das Verfahren, bei dem die Factoringgesellschaft das Delkredererisiko

Factoring

Wer trägt bei den beiden Factoring-Arten das Risiko?

übernimmt. Unechtes Factoring dagegen verzichtet auf die Übernahme dieses Risikos. In Deutschland ist hauptsächlich das Verfahren des echten Factorings verbreitet. Die Veräußerung der Forderung erfolgt mit Übergang aller Rechte und Pflichten an den Factor.
Man unterscheidet weiterhin das offene Factoring, bei dem der Schuldner Kenntnis vom Verkauf der Forderung hat, und das stille Factoring, bei dem die Kunden an das Unternehmen zahlen und das Unternehmen die für die verkauften Forderungen vereinnahmten Gelder an das Factoringinstitut weiterleitet.

Kosten für das Factoring

  • Die Kosten für die Forderungsfinanzierung berechnen sich aus folgenden Parametern:
  • Factorabler Jahresumsatz
  • Finanzierungslinie (angekaufte Forderungen multipliziert mit der Bevorschussungsquote)
  • Bonität des Factoringkunden
  • Anzahl Kunden
  • Anzahl Rechnungen
  • Umfang der übernommenen Dienstleistung (Full-Service Factoring oder Inhouse Factoring)
  • Bestehen einer Kreditversicherung
  • spezifisches Ausfallrisiko der Forderung.
In der Praxis orientiert sich der Faktor für die Vorfinanzierung am EURIBOR zuzüglich eines Aufschlages von in der Regel ein bis zwei Prozentpunkten. Lesen Sie hier alles über die EURIBOR.

Berechnungsbeispiel

Für die Dienstleistungsgebühr (1 Prozent von 1 Million EUR Umsatz) werden 10.000 EUR für die Delkrederegebühr (1 Prozent von 1 Million Umsatz) auch 10.000 EUR erhoben. Die Zinsen betragen (1,5 Prozent von 900.000 EUR) 13.500 EUR. Daraus ergeben sich monatliche Kosten in Höhe von 33.500 EUR, die den monatlichen Einsparungen gegenüber stehen. Es fallen Debitorenbuchhaltungs– und Mahnkosten in Höhe von 20.000 EUR und Forderungsausfälle in Höhe von 5.000 EUR weg. Die Verminderung der Zinsen beläuft sich auf (6 Prozent von 900.000 / 12 Monate) 4.500 EUR. Daraus ergibt sich eine Einsparung von 29.500 EUR.
Da die Kosten höher als die Einsparungen sind, sollte in diesem Beispiel kein Factoring durchgeführt werden.

Vorteile des Factorings

Durch die Finanzierungsfunktion erhält ein Factoringkunde den um den Sicherheitsbehalt verminderten Gegenwert der abgetretenen Forderung vom Factoringinstitut zur Verfügung gestellt. Diese Eigenschaft des Factorings stellt für ein Unternehmen die Sicherung der eigenen Liquidität dar und hilft, Zahlungsengpässe zu vermeiden. Der Factoringkunde wird so auch in die Lage versetzt, seine Finanzplanung besser gestalten zu können. Der Bedarf an finanziellen Mitteln eines Unternehmens kann direkt durch die Veräußerung der Außenstände durch den Factor gedeckt werden. Der Unternehmer ist so gestellt, als würden alle seine Abnehmer am Tag des Rechungserhalts bezahlen.

Damit steigt gleichzeitig die finanzielle Flexibilität, da Factoring als umsatzkongruente Wachstumsfinanzierung im

Factoring

Finanziell bewirkt Factoring eine größere Liquidität

Vergleich zu Betriebsmittelkrediten die Liquiditätssituation verbessern kann. Beim Factoring besteht kein fixiertes

Gesamtlimit wie beispielsweise bei einem KontokorrentkreditFactoring ermöglicht es Unternehmen, ohne zusätzliche persönliche Sicherheiten ihren Finanzierungsrahmen auszubauen. Außerdem kann ein Unternehmen die flüssigen Geldmittel dazu verwenden, frühzeitig die Rechnungen der eigenen Lieferanten zu bezahlen, um so deren gewährte Skonti zu nutzen und finanzielle Mittel einzusparen.
Nutzt der Factoringkunde den neu gewonnenen Liquiditätsspielraum zur Tilgung bestehender Schulden, bewirkt dies in der Bilanz eine Verbesserung der Relation von Eigenkapital zu Fremdkapital und damit eine Erhöhung der Eigenkapitalquote. Sofern die Factoringgesellschaft mit der Forderungsübertragung auch die Ausfallrisiken bei Zahlungsunfähigkeit übernimmt, ist der Klient vom Kreditausfallrisiko befreit, da der Factor das Risiko eines Forderungsausfalls
regresslos trägt. Der Forderungsverkäufer kann von der zumeist höheren Inkassostärke der
Factoringgesellschaft profitieren. In der Praxis zeigt sich dies in höheren Inkassoquoten und somit in niedrigeren Aufwendungen durch Forderungsausfälle. Das Factoring kann damit eine Kreditversicherung gegen Forderungsausfälle ersetzen.