BWL-Artikel

Wie findet man den perfekten Warenbestand?

Der Warenbestand repräsentiert den Lagerbestand an Roh-, Hilfs, und Betriebsstoffen. Unternehmen lagern Waren, um stets die benötigten Objekte zur Verfügung zu haben. Die Lagerung führt jedoch zu Kosten: Je mehr Waren das Unternehmen lagert, desto höher sind die Kosten. Ein zu geringer Lagerbestand wiederum resultiert im Risiko von Engpässen. Es stellt sich daher die Frage, wie Unternehmen den perfekte Warenbestand finden.

Zunächst sind die Erfassung der Warenbestände und die Bilanzierung der Lagerbestände notwendig.

Bilanz – wie sieht der Warenbestand bilanziell aus?

Für die Bilanz müssen die Warenbestände bewertet werden. In der Bilanz selbst stehen die Werte auf der Aktivseite. Sie gehören dem Umlaufvermögen an. Am Bilanzstichtag wird eine Inventur vorgenommen. Die Warenbestände müssen durch Bestandsaufnahme mengenmäßig erfasst werden. Selbst hergestellte Produkte werden mit ihren Herstellungskosten bewertet. RHB-Stoffe lassen sich durch ihre Anschaffungskosten bewerten. Warenbestände werden mit ihrem Einstandspreis erfasst. Wichtig ist, dass Niederstwertprinzip zu berücksichtigen: Der niedrigere Börsen- oder Marktpreis ist anzusetzen. Lesen Sie hier mehr zu RHB-Stoffen.

Lifo oder Fifo – Lagerbestände korrekt bewerten

Rohstoffe werden aufgrund von Preisschwankungen zu unterschiedlichen Preisen gekauft. Bei der Bewertung der Lagerbestände stellt sich die Frage, welche der vorhandenen Produkte verbraucht worden sind. Das Bilanzierungsrecht lässt zwei Vorgehensweisen zu: Lifo und Fifo.

Was ist Lifo?

Lifo ist die Abkürzung für Last in – First out. Die Unternehmen verbrauchen die Waren zuerst, die sie zuletzt angeschafft haben. Produkte, die zuletzt angeschafft worden sind, befinden sich in der Lagerhaltung vorne. Das Lifo Prinzip wird beispielsweise bei Schüttgütern angewandt. Neue Schüttmengen überlagern die alten Schüttmengen. Ein konkretes Beispiel ist ein Steinhaufen, bei welchem nur von außen nach innen Steine entnommen werden können. Bei verderblichen Waren ist Lifo nicht möglich, da zuerst die alten Produkte entnommen werden müssen.

Wie wirkt sich Lifo auf die Bilanzierung aus?

Bewertet man zum Bilanzierungsstichtag den Warenbestand, müssen die ältesten Waren preisliche Berücksichtigung finden. Die neu angekommenen Waren hingegen werden zuerst verbraucht. Die Bewertung bezieht sich zudem auf den Einstandspreis bei gekauften Produkten. Im Folgenden ist ein Beispiel dargestellt:

Wareneingänge:

Datum / Menge / Preis pro Einheit
1.2 / 100 / 5
2.2 / 100 / 6
5.2 / 50 / 4
10.2 / 50 / 5
12.2 / 100 / 4

Man tätigte im betrachteten Zeitraum fünf Einkäufe. Der Anfangswarenbestand betrug 0. Am 12.2 liegt ein Lagerbestand in Höhe von
100 + 100 + 50 + 50 + 100 = 400
vor.

Es werden folgende Entnahmen vorgenommen:

15.2 / 100
17.2 / 10

Für die erste Entnahme verendet man die Produkte, die am 12.2 gekauft worden sind. Für die zweite Entnahme sind die Produkte mit Einkaufsdatum 10.2 relevant.

Dadurch ergeben sich folgende Preise für die Entnahme:

15.2 / 100 / 4
17.2 / 10 / 5

Der neue Warenbestand beträgt
400 – 110 = 290
Der zu bilanzierende Wert am Stichtag 17.2 beträgt:

1.2 / 100 / 5
2.2 / 100 / 6
5.2 / 50 / 4
10.2 / (50 – 10 = 40) / 5

Bilanzwert des Warenbestands:
100 * 5 + 100 * 6 + 50 * 4 + 40 * 5 =
500 + 600 + 200 + 200 = 1.500

Was ist Fifo?

Das zweite zulässige Verfahren zur Bilanzierung von Warenbeständen ist Fifo. Der Ausdruck ist die Abkürzung für First in – First out. Waren, die man zuerst angeschafft hat, müssen zuerst verbraucht werden. Ein Anwendungsbeispiel sind verderbliche Waren. Ältere Waren verbraucht man zuerst, neue Waren warten.

Wie wirkt sich die Anwendung von Fifo auf die Bilanzierung aus?

Bewertet man zum Bilanzierungsstichtag den Warenbestand, müssen die neuesten Waren der preislichen Berücksichtigung unterliegen. Die zuerst angekommenen Waren hingegen verbraucht man zuerst. Im Folgenden ist ein Beispiel dargestellt:

Wareneingänge:

Datum / Menge / Preis pro Einheit
1.3 / 100 / 5
20.3 / 100 / 6
25.3 / 50 / 4
30.3 / 50 / 5

Im betrachteten Zeitraum tätigte man vier Einkäufe. Am 30.3 liegt – ausgehend vom Anfangsbestand 0 – ein Lagerbestand in Höhe von

100 + 100 + 50 + 50 = 300
vor.

Es werden folgende Entnahmen vorgenommen:

15.4 / 100
17.4 / 20

Für die erste Entnahme verwendet man die Produkte des 1.3. Für die zweite Entnahme sind die Produkte mit Einkaufsdatum 20.3 relevant.

Dadurch ergeben sich folgende Preise für die Entnahme:

15.4 / 100 / 5
17.4 / 10 / 6

Der neue Warenbestand beträgt
300 – 120 = 180
Der zu bilanzierende Wert am Stichtag 17.4 beträgt:

20.3 / 80 / 6
25.3 / 50 / 4
30.3 / 50 / 5

Bilanzwert des Warenbestands:
50 * 5 + 50 * 4 + 80 * 6 =
250 + 200 + 480 = 450 + 480 = 930

Wie kann ich Veränderungen im Warenbestand erfassen?

Ein Inventory Management dient der Erfassung von Veränderungen im Warenbestand. Gemeint ist zumeist ein Warenwirtschaftssystem, welches Schnittstellen zu anderen Unternehmensbereichen verfügen kann. Die Software verfügt unter anderem über ein Wareneingangsmodul und ein Warenausgangsmodul.

Die Optimierung des Warenbestands

Voraussetzung zur Optimierung des Warenbestands ist die lückenlose Erfassung der Lagerbestände. Das Unternehmen sammelt Daten aus den abgelaufenen Perioden, um Prognosen über den zu erwartenden Bedarf zu erstellen. Ausgehend von diesen Prognosen bestimmt das Unternehmen die zu bestellende Mengen, woraus sich wiederum die Höhe des Warenbestands ergibt.

Eine weitere Methode ist Folgende: Das Unternehmen definiert für die einzelnen Warengruppen Lageruntergrenzen. Sobald der Lagerbestand diese Untergrenze unterscheidet, bestellt die Beschaffung neue Waren. Die Bestellmenge ist die Differenz aus dem definierten Maximalbestand und der aktuell vorhandenen Menge.

Was versteht man unter der GuV-Rechnung?

Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung, kurz GuV-Rechnung, ist neben der Bilanz das wichtigste Element des Jahresabschlusses eines Unternehmens. Vereinfacht ausgedrückt stehen sich in dieser Rechnung die Einnahmen und die Ausgaben eines Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraums gegenüber. Oft wird diese GuV-Rechnung im Jahresabschluss erstellt, teilweise geschieht dies monatlich.

Wer muss eine GuV-Rechnung durchführen?

In Deutschland sind alle Kaufleute zur Erstellung einer solchen GuV-Rechnung verpflichtet. Aber auch international ist es fast überall Pflicht, die Ertragslage mit Hilfe der GuV zu bewerten. Ausnahmen existieren einige wenige. Im Folgenden wird erklärt, wie sich der Aufbau der GuV-Rechnung gestaltet. Hierfür können mehreren Methoden zur Hilfe genommen werden. Dennoch bleibt das basale Prinzip der Erstellung einer GuV-Rechnung recht simpel und einfach nachzuvollziehen.

Fiktives Beispiel für eine GuV-Rechnung

Ein Beispiel mit konkreten Zahlen soll das Ganze ein wenig illustrieren. Geht wir einmal von einem Unternehmen aus, das physische Produkte vertreibt, also keine Software oder Dienstleistungen, wie zum Beispiel Fahrräder, aus. Aufwendungen fallen in den Bereichen Miete, Arbeitslohn, Energie und Steuern an. Einige Aspekte lassen wir an diese Stelle unberücksichtigt. Auf der Einnahmenseite stehen die Erlöse aus den verkauften Produkten sowie

GuV

Was ist Ertrag, was Aufwendung?

eventuelle Zinserträge.

Für jeden dieser Bereiche wird in der Buchhaltung nun ein eigenes Konto eröffnet. Die Erfolgskonten mit den Themen Umsatzerlöse und Zinserträge. Die Aufwandskonten mit den Bereichen Miete, Arbeitslohn, Energie und Steuern.  Lesen Sie hier alles über Erfolgskonten.

Alle monetären Bewegungen, die innerhalb eines Zeitraums, also eines Monats oder eines Jahres, durch die Existenz des Unternehmens und die Abwicklung ihrer Geschäftstätigkeiten anfallen, tauchen in diesen Konten auf

Um das mit konkreten Zahlen zu unterlegen, geht man von 36.000 Euro Miete und Energiekosten von 3.600 Euro aus. 9.000 Euro Steuern fallen in diesem Zeitraum an. Einnahmen erzielt das Unternehmen durch den Verkauf von Fahrrädern im Gesamtwert von 80.000 Euro in einem Jahr. Der Arbeitslohn beläuft sich auf 21.000 Euro. Zinsen erhält das Unternehmen über seine vorhandenen Gelder in Höhe von 600 Euro.

Die Erträge bucht man nun auf der Haben-Seite in der GuV-Rechnung. Das sind in diesem Falle:

80.000 Euro Umsatzerlöse
600 Euro Zinsen

Die Aufwendungen schlagen mit folgenden Posten auf der Soll-Seite der GuV-Rechnung zu Buche:

3.600 Euro Energie
9.000 Euro Steuern
36.000 Euro Miete
21.000 Euro Arbeitslohn

Anschließend wird auf beiden Seiten der Saldo gebildet, der einen positiven oder negativen Wert ergibt und schließlich im GuV-Konto verbucht. Nun wird auch hier der Ssaldo gebucht, das
GuV

Die komplizierte Berechnung einfach erklärt

folgendes Schaubild ergibt:

Sollseite
___________
3.600 Euro
9.000 Euro
36.000 Euro
21.000 Euro
___________
Saldo: 69.600

Die Habenseite sieht dann wie folgt aus:

Habenseite
__________
80.000 Euro
600 Euro
__________
Saldo 80.600

Beide Saldi werden nun in der GuV-Rechnung eingetragen:

Soll Haben
______________________
69.600 80.600
Saldo 11.000

Das Unternehmen hat also in diesem einen Jahr seines Betriebs einen Gewinn von 11.000 Euro erzielt.

Unterschied Kontenform vs Staffelform

Diese beiden Formen sind bei der Erstellung einer GuV-Rechnung möglich.

Kontenform

Bei der Kontenform geht man im Prinzip wie in obigem Beispiel vor. Man erstellt eine Tabelle mit zwei Spalten: Soll und Haben. Alles, was in die Kasse hereinfließt, wird in der Spalte „Haben“ erfasst. Alle Punkte, bei denen das Unternehmen selbst Aufwendungen leisten muss, sprich, Geld ausgeben, werden in der Spalte „Soll“ verbucht. Welche einzelnen Unterkonten es dabei üblicherweise gibt, ist für das Verstehen dieses Prinzips nicht wirklich relevant.
Am Ende ergibt sich ein Saldo, der schließlich das Endergebnis des entsprechenden Jahres oder Monat bedeutet, je nachdem, ob man den Saldo auf der Soll- oder Habenseite bilden muss.

Staffelform

Bei der Verwendung der Staffelform geht man ein wenig anders vor. Hier werden Gruppierungen statt Konten angelegt. Innerhalb jeder Gruppierung wird jeder einzelne existierende Posten aufgelistet. Danach erhält jede Gruppe ihre eigene Zwischensumme. Dies bewirkt den manchmal gerne genutzten Vorteil, dass die einzelnen Komponenten des Gesamtergebnisses einzeln einsehbar sind. So kann man konkreter lokalisieren, wo sich positive oder negative Einflüsse und Entwicklungen ergeben haben.

Zwei Methoden der GuV-Rechnung

GuV

Die Alternativen der GuV-Berechnung

Hier unterscheidet man das Gesamtkostenverfahren, kurz GKV, und das Umsatzkostenverfahren (UKV). Bei Letzterem ist lediglich die Berücksichtigung von Umsatzerlösen und Umsatzkosten, also den Ausgaben zur Erzielung dieser Umsätze, notwendig. Dies ist bei vielen Unternehmen eher unterkomplex. In der GKV hingegen müssen ebenso Bestandserhöhungen oder aktivierte Eigenleistungen dem auf der Ertragsseite ihren Platz finden. So ergibt sich ein umfangreicheres Bild. Gleichwohl ist diese Methode nicht für alle Formen von Unternehmen überhaupt sinnvoll, weshalb der deutsche Gesetzgeber beide Methoden erlaubt, was sich wiederum nicht in allen Ländern auf diese Weise handhaben lässt.

Brutto- oder Nettoverfahren

Diese beiden Verfahren sind ebenfalls, zumindest in bestimmten Fällen, zulässig. Das Bruttoprinzip bei der GuV-Rechnung besagt, dass alle Arten von Aufwand und Ertrag als Einzelposition darin erscheinen müssen. Eine vorher durchgeführte Verrechnung, also eine Saldierung einzelner Positionen, ist nicht zulässig.

Allerdings existieren relativ weitreichende Ausnahmen, insbesondere für kleine und mittlere Kapitalgesellschaften. Diese können bestimmte Posten in ihrer GuV-Rechnung vorab zusammenfassen. Diese Methode dient dem Zweck, der Konkurrenz keinen allzu konkreten Einblick in die internen Geschäftsvorgänge zu ermöglichen. Dennoch muss auch in diesem Falle ein detaillierter Kontenplan existieren, aus dem die einzelnen Bestandteile der Gesamtrechnung hervorgehen.

In der Schweiz ist die GuV-Rechnung übrigens unter dem Begriff „Erfolgsrechnung“ geläufig, funktioniert aber nach demselben Prinzip. Als zentraler Bestandteil der Jahresabschlussrechnung ist diese GuV-Rechnung eben das wichtigste Element, um den Gewinn bzw. Verlust eines Unternehmens zu bestimmen.

Was sind Summen- und Saldenlisten

Die Summen- und Saldenliste (kurz SuSa) gehört zur doppelten Buchführung und umfasst alle Konten und Positionen innerhalb eines Geschäftsjahrs. Zu den Komponenten gehören sämtliche Anfangs- und Schlussbestände sowie laufende Veränderungen. Summen- und Saldenlisten spielen eine wesentliche Rolle in der Bewertung und Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung des bilanzpflichtigen Unternehmens. Sie bilden damit eine wesentliche Grundlage für betriebswirtschaftliche Auswertungen.

Summen- und Saldenliste im Überblick

Die Summen- und Saldenliste entspricht einer Aufstellung sämtlicher Konten, die im Rahmen eines bestimmten Zeitraums (meist ein Jahr) Buchungen aufweisen. Die umgangssprachliche Bezeichnung lautet SuSa. Die SuSa ermöglicht dem Betrachter genaue Rückschlüsse auf den Umfang des Geschäfts, den Umsatz, entstandene Kosten, Forderungen gegenüber Kreditgebern und weitere Daten und Kennzahlen. In seltenen Fällen sind auch andere Positionen in der Summen- und Saldenliste aufgeführt, beispielsweise kalkulatorische Abschreibungen. Die Summen- und Saldenliste ist eine wichtige Komponente in der doppelten Buchführung, ermöglicht jedoch kein vollumfängliches Bild über die geschäftliche Ertragslage. Bestimmte Positionen, beispielsweise der aktuelle Warenbestand, sind kein Gegenstand dieser Liste. Lesen Sie hier alles zum Warenbestand.

Stellenwert und Notwendigkeit der Summen- und Saldenliste

Innerhalb der Finanzbuchhaltung allgemein sowie der Bilanz im Speziellen erfüllt die SuSa mehrere Funktionen und kommt in verschiedenen Anlässen zum Einsatz. In der Buchhaltung gilt die Summen- und Saldenliste als zentraler Ausgangspunkt für verschiedene Aussagen und Aktionen. Die darin aufgeführten Buchungen dienen als Grundlage für Aussagen über die gegenwärtige betriebswirtschaftliche Lage einer Firma. Die Liste ist gleichzeitig die

Summen- und Saldenliste

Die SuSa ist relevant für Controlling und Co.

Basis für viele Auswertungen und spielt damit auch im Controlling eine wichtige Rolle.

Auf Basis der Summen- und Saldenliste eines Unternehmens lassen sich wichtige Rechnungen und Standards ableiten. Dazu gehören Cashflow beziehungsweise Kapitalfluss-Rechnungunterjährige Bilanzen, Übersichten über Kreditoren und Debitoren sowie Mittelherkunfts– und Mittelverwendungsrechnungen.

Damit die SuSa aussagekräftig sein kann, müssen sämtliche Konten erfasst und bebucht werden. Dazu gehören auch die Konten des Anlage- und Umlaufvermögens. Eine weitere Voraussetzung für die Aussagekraft ist eine Übereinstimmung der aktiven und passiven Bestandskosten mit den Bilanzwert-Salden aus den je aktuellen Jahresabschlüssen.

Komponenten und Bestandteile der Summen- und Saldenliste

In der Summen- und Saldenliste finden zahlreiche wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen Verwendung. Sie erfassen Anfangs- und Schlussbestände sämtlicher Konten (darunter BestandskontenErfolgskonten, Kreditoren- und Debitorenkonten). Alle Konten sind zu erfassen, die innerhalb der Abrechnungsprediode Buchungen vorweisen. Weiterhin erfasst die SuSa sämtliche laufenden Veränderungen.

Die SuSa lässt sich begreifen als Vorstufe zu einem Jahresabschluss mit Gewinn- und Verlustrechnung oder Bilanz. Ebenso ist sie eine Übersicht zu den Außenständen des Unternehmens gegenüber Geschäftspartnern und Kreditgebern. Gleichfalls beinhaltet die SuSa eine Aufstellung offener Rechnungen, auf deren Zahlungseingang ein Unternehmen noch wartet.

Vom Kontenrahmen unabhängig geben Summen- und Saldenlisten einen Überblick über die Bestände, Veränderungen und Buchungen verschiedener Kontentypen.

Wichtige Buchungen entfallen hierbei auf aktive und passive Bestandskonten. Aktive Bestandskonten umfassen solche Konten, die im Rahmen der späteren Bilanz in der Aktivseite auftauchen. Ein typisches Beispiel für ein solches aktives Bestandskonto ist das Konto für den Wareneinkauf. Ein passives Bestandskonto taucht hingegen in der späteren Bilanz auf deren Passivseite auf. Ein typisches Beispiel ist ein Konto, über das Fremdkapital aufgenommen wird (beispielsweise ein Bankdarlehen).

Summen- und Saldenliste

Was beinhaltet das Erfolgskonto?

Ein weiterer wichtiger in der Summen- und Saldenliste aufzuführender Kontotyp ist das Erfolgskonto. Erfolgskonten beinhalten alle Konten, die Grundlage für Gewinn- und Verlustrechnung sowie die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) sind. Zu diesem Kontotypen gehören UmsatzkontenKostenkonten sowie Lohn- und Gehaltskonten.

 

Weiterhin sind in der SuSa die Debitoren– und Kreditorenkonten zu berücksichtigen. Debitoren stellen Kunden dar, die dem Unternehmen Zahlungen schulden. Diese Kunden erhalten in der Regel Rechnungen. Das Debitorenkonto für ein bestimmtes Unternehmen zeigt, welche Summe das Unternehmen der Firma schuldet und welche Beträge sie in einem bestimmten Zeitraum bezahlt hat.

Kreditorenkonten stellen die Konten der Lieferanten dar. Sie geben also einen Überblick darüber, welche Summe das Unternehmen anderen Firmen (Lieferanten) schuldet und welche Summe innerhalb des Berichtzeitraums bereits gezahlt wurde.

Aufbau und Gliederung der Summen- und Saldenliste

Die Gliederung und der konkrete Aufbau einer Summen- und Saldenliste hängt im Einzelnen vom Kontenrahmen der jeweiligen Buchhaltung ab. Es existieren bestimmte Standards, wobei das Standardkontenrahmen – Prozessgliederungsprinzip(SKR) häufig Anwendung findet. Dazu gehören SKR 03 sowie SKR 04.

In einer typischen Gliederung der Summen- und Saldenlisten sind verschiedene Positionen in horizontalen und andere in vertikalen Spalten dargestellt.

Horizontale Gliederung

  • Die horizontalen Spalten im Überblick:
  • Kontonummer
  • Bezeichnung des Kontos
  • EB-Wert
  • Monatliche Zu- und Abgänge (Soll und Haben)
  • Kumulierte Zu- und Abgänge im laufenden Jahr
  • Schlussbestand (Saldo)

Die horizontalen Spalten (von links nach rechts) beginnen zunächst mit der Kontonummer und daneben der Konto-Bezeichnung. Es folgen in weiteren Spalten die Anfangsstände (dazu gehören die Eröffnungs-Bilanzen oder EB-Werte) sowie die Zu- und Abgänge im Abrechnungszeitraum. Darauf folgt die kumulierte Darstellung der Zu- und Abflüsse im Geschäftsjahr in Form eines Jahreswerts. Anschließend werden die Schlussbestände zum Ende des Abrechnungsmonats dargestellt (diese entsprechen dem Saldo). Neben den EB– und Saldo-Spalten befinden sich neben dem absoluten Wert die Kürzel S oder H, die Rückschluss darauf geben, ob

Summen- und Saldenliste

Wie hoch ist der Konto-Eröffnungsstand?

der Konto-Saldo im Bereich Soll oder Haben steht.

Vertikale Gliederung

Die vertikalen Zeilen gliedern sich nach den vorhandenen Kontotypen. Typischerweise sind dies:

  • Anlagevermögen und Umlaufvermögen (aktive Bestandskonten)
  • Fremd- und Eigenkapital (passive Bestandskonten)
  • Aufwandskonten und Erlöskonten (Erfolgskonto I und II)
  • Debitorenkonten
  • Kreditorenkonten

Grundsätzlich ist die Summen- und Saldenliste so aufgebaut, dass pro Konto jeweils zunächst der Eröffnungsstand dargestellt, anschließend die gebuchten Werte über ein Jahr aufsummiert und schließlich der Schlussbestand dargestellt wird. Im Sinne der Übersichtlichkeit stellt eine typische Summen- und Saldenliste auch Zwischensummen in den verschiedenen Zeilen und Spalten dar.

Was ist eine Kaufpreisallokation?

Bei einer Kaufpreisallokation (Purchase Price AllocationPPA) handelt es sich um eine Methode, die sich im betrieblichen Rechnungswesen anwenden lässt. Ursprünglich stammt sie aus den USA, erfreut sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts jedoch auch international einer zunehmenden Beliebtheit. Im Falle einer Unternehmensbeteiligung bewertet sie nicht nur nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch den gekauften Unternehmenswert. Schulden, stille Reserven und Vermögenswerte stehen dem Kaufpreis gegenüber, wobei der Zeitwert als Basis fungiert.

Die Kaufpreisallokation im International Financial Reporting Standard

Die Kaufpreisallokation findet sich im International Financial Reporting Standard (IFRS) – konkret im IFRS 3 – wieder. Zunächst muss der Kaufpreis bekannt sein, welcher bereits getätigte, aber auch zukünftige, verpflichtende Zahlungen an den Verkäufer des Unternehmens umfasst. Erwerbsnebenkosten sind laut IFRS 3 hingegen nicht mehr aktivierbar. Liquiditätsbestände, die man vom Unternehmen übernimmt, subtrahieren sich. Der nächste Schritt zielt auf eine Neubewertungsbilanz des neu erworbenen Unternehmens ab. Vermögensgegenstände, Eventualschulden und tatsächliche Schulden muss man identifizieren und anhand des IFRS 3.37 nach ihren Zeitwerten überprüfen.
Mögliche Lasten und stille Reserven, beispielsweise immaterielle Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen
Preisallokation

Was gesellt sich zum Eigenkapital?

und Patente, lassen sich so zuverlässig aufdecken. Der Wertansatz hängt im Wesentlichen von den zu erwartenden Synergien infolge des Unternehmenskaufs ab. Die Differenz verbucht man immer dann als Ertrag und schlägt sie dem Eigenkapital zu, wenn der Kaufwert den Buchwert der zuvor bewerteten Beteiligung überschreitet. In dem Fall spricht man von einem negativen Geschäfts- oder Firmenwert (Badwill). Das Gegenteil stellt ein positiver Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) dar, der voraussetzt, dass der Kaufpreis über dem jeweiligen Buchwert liegt. Lesen Sie hier alles zum Buchwert.

Kriterien der Neubewertung laut IFRS 3.37

Der International Financial Reporting Standard 3.37 legt feste, welche Schulden und Vermögenswerte man im Rahmen der Kaufpreisallokation ansetzen darf. Generell gilt, dass sich der der jeweiligen Position beizulegende Zeitwert zuverlässig bestimmen lassen muss. Handelt es sich um einen materiellen Vermögenswert, muss eine Feststellung erfolgen, ob dieser dem Unternehmen und dem Käufer auch zukünftig einen finanziellen Nutzen einbringt. Ist dies ausgeschlossen oder sehr unwahrscheinlich, kann man ihn von der Neubewertung ausschließen. Spezielle, besonders strenge Ansatzkriterien sind bei immateriellen Vermögenswerten gemäß des International Accounting Standards (IAS) 38 zu beachten.
Diese liegen der Tatsache zugrunde, da man auch immaterielle Vermögenswerte wie Kunden- und Auftragsbestände mit einbezieht. Gewinnmindernde Abschreibungen entstehen so allein durch die Konzern-Konsolidierung. Im Falle der Kaufpreisallokation ist es üblich, solcherlei Abschreibungen zu bereinigen – Den Gewinn schlägt man, vor den Steuern, wieder zu. Von Vorteil ist, dass sich Bewertungsspielräume infolge der Bereinigung neutralisieren lassen. Negativ zu bewerten ist allerdings die Tatsache, dass sie faktisch das Risiko einer Überbewertung birgt. Grund dafür sind Zahlungsabflüsse, die man durch einen zu hoch angesetzten Kaufpreis ignoriert.

Ein weiteres wichtiges Kriterium stellen Verbindlichkeiten und Rückstellungen, also sämtliche Schulden, dar.

Preisallokation

Welche Schulden wandern in die Kalkulation?

Verlangt ist, dass solcherlei Verpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Abfluss finanzieller Mittel bewirken. Gemäß des Financial Reporting Standards darf man jedoch ausschließlich Schulden einbeziehen, die bereits zum Zeitpunkt des Unternehmenserwerbs bestanden. Eventualschulden

müssen hingegen auf Basis vom speziellen Kriterien identifiziert werden, die im IAS 37.10 festgelegt sind.

Der Zeitwert – Bewertungsmaßstäbe und –spielräume im Detail

Bilanzpositionen werden gemäß IFRS 3 mit ihrem Zeitwert angesetzt. Dieser lässt sich zwar mittels verschiedener Methoden ermitteln, in Anhang B des IFRS 3 wird jedoch auf den stets zulässigen Einsatz des Barwertverfahrens verwiesen. Um eine nicht zulässige Alternative handelt es sich hingegen bei der Marktbewertung, da immateriellen Vermögenswerten in der Regel ein aktiver Markt fehlt. Doch Achtung: Das Barwertverfahren birgt einige Tücken. Da das Verfahren auf Schätzungsgrößen beruht, beispielsweise auf Zahlungsüberschüssen und Laufzeit,eröffnet die Kaufpreisallokation die Möglichkeit umfassender Bilanzierungsspielräume. Betroffen sind vor allem immateriellen Vermögenswerte, die die Zuordnung zum Goodwill verhindern. Die Folge: Der ausgeschriebene Gewinn wird in den folgenden Geschäftsjahren gemindert. Das Szenario kann vermieden werden, indem die bereits erwähnte Bereinigung der Abschreibungen zum Einsatz kommt.

Die Kaufpreisallokation im deutschen Handelsgesetzbuch

Das deutsche Handelsgesetzbuch (HGB) regelt die Kaufpreisallokation zwar ähnlich wie der IFRS, geht dabei aber weniger ins Detail. Das HGB schreibt in § 301 lediglich vor, dass infolge des Kaufs erworbene Schulden, Vermögenswerte und Rechnungsabgrenzungsposten mittels ihres Zeitwerts anzusetzen sind. Geschäfts- oder Firmenwert werden im HGB allerdings vollkommen anders als im IFRS behandelt. Gemäß HGB muss ein positiver Unterschiedsbetrag aktiviert und anschließend ratierlich abgeschrieben werden. Infolgedessen werden die Auswirkungen der Bewertungsspielräume gemindert, da alle immateriellen Werte mit einbezogen werden.
Preisallokation

Welcher faktische Gewinn ergibt sich?

Ein negativer Unterschiedsbetrag wird dagegen als Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung passiviert, wie es § 301 Absatz 3 des deutschen Handelsgesetzbuchs vorschreibt. Laut § 309 Absatz 2 durfte man ihn bis Juli 2015 lediglich auflösen, wenn zuvor eine ungünstige Ertragsentwicklung eingetreten ist oder wenn am Stichtag der Bilanz feststeht, dass ein negativer Geschäfts- oder Firmenwert beziehungsweise Badwill einem faktischen Gewinn entspricht. Die aktuelle Fassung des § 309 Absatz 2 beschreibt hingegen, dass man einen negativer Unterschiedsbetrag immer dann auflöst, wenn das Vorgehen den Grundsätzen der Paragraphen 297 und 298 entspricht. Darüberhinaus muss die Auflösung den Vorschriften des ersten Absatz entsprechen.

Was ist das Niederstwertprinzip?

Beim Niederstwertprinzip handelt es sich um einen Grundsatz der ordnungsgemäßen Buchführung. Das Niederstwertprinzip ist dabei in § 253 HGB festgelegt. Demnach ist bei der Bewertung betrieblicher Vermögensgegenstände immer der geringste Wert einzusetzen, sofern verschiedene Möglichkeiten existieren. Mit dem strengen, gemilderten und erweiterten Niederstwertprinzip gibt es drei unterschiedliche Varianten.

Definition des Niederstwertprinzip

Beim Niederstwertprinzip handelt es sich um einen Grundsatz der ordnungsgemäßen Buchführung (GoB). Der Grundsatz des Niederstwertprinzips wird ebenso wie das Höchstwertprinzip aus dem Vorsichtsprinzip abgeleitet. Für Unternehmen entfaltet das Prinzip bei der Bewertung des eigenen Vermögens Relevanz. Sofern die Verantwortlichen des Unternehmens das Vermögen berechnen und bilanzieren wollen, ist das Niederstwertprinzip einschlägig. Bei der Aufstellung der Unternehmensbilanz nimmt das Prinzip Bezug auf die kontinuierliche Bewertung von Vermögen und Schulden, welche mit den Kosten für Herstellung von Gütern oder der Erfüllung einhergehen.

Gesetzliche Grundlagen

Das sogenannte Niederstwertprinzip findet sich in den Vorschriften des HGBs wieder. Dabei konkretisiert der § 253 HGB dieses Prinzip. Demnach muss bei der Bewertung von betrieblichem Vermögen immer der niedrigste mögliche Wert angewendet werden. In Verbindung mit dem Steuerrecht ergibt sich somit die Anwendung der §§ 5f EStG, um eine steuerrechtlich ordnungsgemäße Bilanz aufzustellen. Lesen Sie hier alles zum Steuerrecht.

Praktische Anwendung des Niederstwertprinzps

In der Praxis erfolgt die Anwendung des Prinzips immer unter Berücksichtigung des Vorsichtprinzips. Das Vorsichtsprinzip ist ein übergeordneter Grundsatz der ordnungsgemäßen Buchführung, aus welchem wiederum verschiedene Prinzipien der Bewertung abgeleitet werden können:

  • Realisationsprinzip
  • Imparitätsprinzip
  • Höchstwertprinzip
  • Niederstwertprinzip

Als übergeordneter Grundsatz erfolgt bei der praktischen Anwendung eine Konkretisierung des Vorsichtsprinzip durch die verschiedenen Bewertungsprinzipien.

Bedeutung des Imparitätsprinzips

Niederstwertprinzip

Verluste und Gewinne sind getrennt zu behandeln

Das Imparitätsprinzip legt fest, dass drohende Verluste und nicht realisierte Gewinne different behandelt werden. Der Einbezug der Verluste in die Bilanz ist notwendig, während dies bei der Aufnahme von nicht realisierten Gewinnen anders aussieht. Das Niederstwertprinzip ist hier zudem eine Konkretisierung des Imparitätsgrundsatz.

Das Niederstwertprinzip in der Praxis

Die Anwendung dieses Prinzips erfolgt unter Zugrundelegung des Vorsichtsprinzips. Somit werden Verluste bereits frühzeitig vor der Realisierung erkannt. Das Gleiche trifft auf die Gewinne eines Unternehmens zu. Wenn Verluste realisiert und bilanziert werden, mindert dies den Jahresgewinn des Unternehmens. Die Gewinnausschüttungen sind geringer, die Liquiditätsreserven des Unternehmens wachsen infolgedessen. Durch Anwendung des Bewertungsprinzips sind Unternehmen somit wirtschaftlich stärker aufgestellt und können auch in der Zukunft möglicherweise anfallende Verluste besser kompensieren.

Anlage- und Umlaufvermögen

Beim Niederstwertprinzip ist die Unterscheidung von Anlage- und Umlaufvermögen bedeutsam. Gemeinsam bilden beide Vermögensarten das Gesamtvermögen eines Unternehmens. Das Anlagevermögen umfasst nach § 247 HGB alle Gegenstände, die dauerhaft dem Geschäftsbetrieb eines Unternehmens dienen und somit dauerhaft im Unternehmen angelegt sind. Demgegenüber beschreibt das Umlaufvermögen diejenigen Vermögensgegenstände, die nur temporär dem Geschäftsbetrieb dienen.

Unterschiedliche Arten des Niederwerstprinzip

Das sogenannte Niederstwertprinzip ist nicht nur eine Konkretisierung anderer Prinzipien. Vielmehr erfolgt eine Unterteilung in verschiedene Arten. Eine Unterteilung erfolgt anhand der drei folgenden Varianten:

  • gemildertes Prinzip
  • strenges Prinzip
  • erweitertes Prinzip

Gemildertes Prinzip

Beim gemilderten Prinzip kommt es auf zwei Faktoren an, die eine Bewertung des Vermögensgegenstands ermöglichen. Dies sind der Anschaffungswert sowie der aktuelle Marktwert. Am Tag der Bewertung erfolgt ein

Niederstwertprinzip

Wie wirken sich die Marktwerte aus?

Vergleich zwischen beiden Werten. Das Niederstwertprinzip kommt dann zur Anwendung, wenn es sich um einen Bestandteil des Anlagevermögens handelt. Somit ist für die Unternehmen eine Minderung des Anschaffungswerts durch Abschreibungen möglich. Bei einer dauerhaften Wertminderung ist jedoch das strenge Prinzip einschlägig. Die Beurteilung des Zeitraums liegt im Ermessen des Unternehmens.

Eine Lagerhalle des Unternehmens wird für 500.000 Euro erbaut. Nach einem Brand sinkt der Wert auf 400.000 Euro. Das Unternehmen kann nun das Gebäude nur noch für einen Wert von 400.000 Euro in der Bilanz ansetzen. Wenn der Wert infolge veränderter Grundstückspreise auf 550.000 Euro steigt, ist eine Bilanzierung mit 500.000 Euro nötig. Der Anschaffungswert stellt hier die Grenze dar.

Strenges Prinzip

Das strenge Niederstwertprinzip kommt für das gesamte Umlaufvermögen eines Unternehmens zur Anwendung. Beim strengen Prinzip gibt es kein Wahlrecht, ob Abschreibungen vorgenommen werden oder nicht. Dies unterscheidet die strenge Ausprägung vom gemilderten Prinzip. Die Anwendung des strengen Prinzips führt dazu, dass immer der niedrigste Wert in der Bilanz angesetzt wird.

Wenn ein Unternehmen Diesel-Vorräte im Wert von 2000 Euro eingekauft hat, kommt es auf den Marktwert und den Anschaffungswert an. Wenn der Marktwert im ersten Jahr nur noch bei 1500 Euro liegt, werden die 1500 Euro bilanziert. Steigt der Marktwert im folgenden Jahr auf 2500 Euro, wird immer der Anschaffungswert von 2000 Euro als niedrigster Wert in der Bilanz angesetzt.

Erweitertes Prinzip

Das erweiterte Prinzip führt man ausschließlich der Vollständigkeit halber an. Dies beschreibt, dass Unternehmen bei Abschreibungen des Umlaufvermögens zukünftige Schwankungen des Werts einberechnen dürfen. Seit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz in 2009 darf diese Ausprägung des Niederstwertprinzips nicht mehr zur Anwendung kommen.

Niederstwertprinzip und steuerliche Auswirkungen

Das Niederstwertprinzip wirkt sich infolge der § 5f EStG auch auf die Steuerbilanz des Unternehmens aus. Demzufolge lassen sich Regelungen unterscheiden, die entweder das Anlagevermögen oder das Umlaufvermögen des Unternehmens betreffen.

Regelungen für das Anlagevermögen

Niederstwertprinzip

Wo ist das Niederstwertprinzip geregelt?

Eine Ansetzung beim Anlagevermögen ist nach § 6 I Nr.1 2 EStG dann möglich, wenn die Minderung des Werts voraussichtlich dauerhaft ist und der Wert infolgedessen unter Anschaffungs- und Herstellungskosten sinkt. Andauernd ist die Wertminderung dann, wenn der Teilwert nach mehr als der Hälfte der Nutzungsdauer unter dem restlichen Buchwert liegt.

Regelungen für das Umlaufvermögen

Wenn sich bei einem Vermögensbestandteil durch eine dauerhafte Minderung des Werts ein geringerer Teilwert ergibt, können die Verantwortlichen diesen Wert in der Steuerbilanz ansetzen. Wenn die Wertminderung bis zum Tag der Erstellung der Bilanz fortdauert, ist dies möglich.

Was sind Passiva?

Eine Bilanz setzt sich aus den Aktiva auf der linken und den Passiva auf der rechten Seite zusammen. Während die Aktiva die Kapitalquellen und Vermögenswerte eines Unternehmens darstellen, bilden die Passiva das verfügbare Kapital ab, das zur Finanzierung der Kapitalquellen und Vermögenswerte dient. Zwischen den beiden Seiten der Bilanz muss immer ein Gleichgewicht herrschen.

Passiva – Das Kapital eines Unternehmens

Die Passiva werden auf der rechten Seite der Bilanz ausgewiesen und repräsentieren das Kapital eines Unternehmens. Sie informieren über die Mittelherkunft für die finanzierten Aktiva auf der linken Seite der Bilanz. Der Wert aller Aktiva muss immer dem Wert aller Passiva entsprechen. Dieser Wert wird als Bilanzsumme bezeichnet.

In den meisten Unternehmen besteht Passivierungspflicht. Das Unternehmen muss seine Posten an Eigenkapital und Fremdkapital in den Passiva der Bilanz buchen. Ein Passivierungswahlrecht oder sogar ein Passivierungsverbot besteht nur in einigen Ausnahmefällen.

Unterschied zu Aktiva

Während die Passiva darüber informieren, woher die Mittel stammen, gewähren die Aktiva Auskunft darüber, für welche Zwecke die Mittel verwendet werden. Häufig werden die Aktiva auch als Vermögen und die Passiva als Kapital bezeichnet. Aus den Aktiva leiten sich die aktiven Bestandskonten und aus den Passiva die passiven Bestandskonten in der Finanzbuchhaltung ab. Abhängig davon, ob es sich um aktive oder passive Bestandskonten handelt, kommt es darauf an, auf welcher Seite der Anfangsbestand auf diesen Konten gebucht wird. Weiterhin leitet sich davon ab, wie Zugänge und Abgänge gebucht werden.

Die Unterteilung der Passiva

Die Unterteilung der Passiva ist in §266 III HGB geregelt. Grundsätzlich bestehen die Passiva aus Eigenkapital und Fremdkapital. Der grundlegende Aufbau erfolgt in der Reihenfolge

– Eigenkapital

Rückstellungen

– Verbindlichkeiten

– Passive Rechnungsabgrenzungsposten

– Passiv latente Steuern.

Die einzelnen Posten der Passiva sind zumeist noch weiter aufgegliedert.

Eigenkapital und Fremdkapital sind zwei unterschiedliche Finanzierungsquellen, die Unternehmen nutzen können. Das Eigenkapital kann in verschiedene Aspekte wie Kapitalrücklage, Gewinnrücklage und gezeichnetes Kapital untergliedert werden.

Das Fremdkapital ist ebenfalls untergliedert. Dabei handelt es sich um Verbindlichkeiten, die sich aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Krediten ergeben.

Rechnungsabgrenzungsposten komplettieren die Passiva in der Bilanz. Sie entstehen nur in besonderen Fällen.

Das Eigenkapital eines Unternehmens

Das Eigenkapital steht ganz oben auf der Passivseite der Bilanz. Es handelt sich um das Kapital, das von den Eigentümern des Unternehmens eingezahlt wurde. Neben den finanziellen Mitteln der Eigentümer kann es sich auch um Sachwerte handeln, die den Eigentümern gehören.

Die Unternehmer oder Gesellschafter stellen mit ihren Einlagen dem Unternehmen das Eigenkapital zur Verfügung. Wenn keine gesetzlichen oder anderweitigen Vereinbarungen bestehen, können die Einlagen auch in Form von Betriebsmitteln, beispielsweise Maschinen und Anlagen, erfolgen. Die Überlassung des Eigenkapitals erfolgt langfristig. Sie ist unbefristet oder mit einer festen Laufzeit möglich. Die Unternehmer oder Gesellschafter haben keinen Anspruch auf eine Rückzahlung oder Verzinsung und gehen kein Liquiditätsrisiko durch Gewinne oder Verluste ein. Das von den Unternehmern oder Gesellschaftern eingebrachte Eigenkapital wird auch als gezeichnetes Kapital bezeichnet. Der Kapitalgeber haftet mit seinem Eigenkapital und hat ein Mitwirkungsrecht.

Zum Eigenkapital gehören auch Gewinnrücklagen des Vorjahres und Kapitalrücklagen. Ein Gewinnvortrag und ein Jahresüberschuss können das Eigenkapital erhöhen, während das Eigenkapital durch einen Verlustvortrag und einen Jahresfehlbetrag gemindert werden kann.

Rückstellungen bei den Passiva

Rückstellungen werden bei den Passiva nach dem Eigenkapital aufgeführt und werden für Zahlungen gebildet, die ein Unternehmen in der Zukunft leisten muss. Dabei weiß das Unternehmen noch nicht genau, in welcher Höhe die Zahlungen zu leisten sind. Solche Zahlungen können beispielsweise für drohende Prozesse oder Verfahren erforderlich sein.

Das Fremdkapital – die Verbindlichkeiten

Das Fremdkapital wird einem Unternehmen von seinen Gläubigern zur Verfügung gestellt. Da es nur befristet verfügbar ist, muss es zurückgezahlt werden. Fremdkapital und Eigenkapital dienen der Beschaffung von Anlagevermögen und Umlaufvermögen. Fremdkapital ist gewinn- und verlustunabhängig. Es erfordert Sicherheiten und steht bei der Verwertung im Rang vor dem Eigenkapital. Der Fremdkapitalgeber muss nicht haften und hat als Gläubiger keine Mitwirkungsrechte.

Verbindlichkeiten bestehen aus

– Kreditoren von Lieferanten aus Lieferungen und Leistungen

– Debitoren als Forderungen an Kunden und erhaltene Anzahlungen

– Krediten, Darlehen, Anleihen und Wechseln

– Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt.

Rückstellungen können das Fremdkapital erhöhen.

Wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Aus den Passiva können verschiedene betriebswirtschaftliche Kennzahlen abgeleitet werden:

Eine wichtige Kennzahl für das Eigenkapital ist die Eigenkapitalquote. Sie wird ermittelt, indem die Summe des Eigenkapitals durch die Bilanzsumme dividiert und das Ergebnis mit 100 multipliziert wird. Sie gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens.

Der Verschuldungsgrad drückt das Verhältnis vom Fremdkapital zum Eigenkapital aus. Er informiert über den finanziellen Spielraum eines Unternehmens und ist im Rahmen einer Fundamentalanalyse bei Aktien für Anleger von Bedeutung. Anhand des Verschuldungsgrades erfahren potentielle Käufer des Unternehmens sowie Investoren, wie hoch die Fremdfinanzierung ist. Der Verschuldungsgrad gibt Auskunft über die Bonität des Unternehmens. Um den Verschuldungsgrad zu ermitteln, wird das Fremdkapital durch das Eigenkapital dividiert.

Die Gesamtkapitalrentabilität ist eine wichtige Erfolgskennzahl, die ermittelt wird, indem der Gewinn und die auf das Fremdkapital geleisteten Zinsen addiert und durch die Bilanzsumme dividiert werden. Das Ergebnis wird mit 100 multipliziert werden. Je höher die Gesamtkapitalrentabilität eines Unternehmens in Prozent ist, desto erfolgreicher hat das Unternehmen gewirtschaftet.

Was ist die Bilanzsumme?

Die Bilanzsumme ist eine wichtige betriebswirtschaftliche Kennziffer für Unternehmen und externe Adressaten. Sie ergibt sich als Summe der Vermögenswerte eines Unternehmens beziehungsweise als Summe der Kapitalwerte eines Unternehmens. Die Vermögenswerte bilden die Aktivseite einer Bilanz und die Kapitalwerte der Passivseite einer Bilanz. Aufgrund des Systems der doppelten Buchführung müssen beide Bilanzseiten gleich groß sein, somit auch die Bilanzsumme auf der Aktiv- und Passivseite.

Bilanz, Vermögen und Kapital

Die Bilanz selbst stellt in kurz gefasster Form das Vermögen (Aktiva) dem Kapital (Passiva) gegenüber. Die Vermögensseite beschreibt die Mittelverwendung im Unternehmen (Investierung), also wofür die finanziellen Mittel eingesetzt wurden. Das Vermögen lässt sich weiter unterteilen in Anlagevermögen, zum Beispiel Gebäude und Maschinen, und dem Umlaufvermögen, zum Beispiel Forderungen und Bankguthaben. Die Kapitalseite beschreibt die Mittelherkunft des Unternehmens (Finanzierung), also woher die finanziellen Mittel stammen. Das Kapital lässt sich weiter unterteilen in Eigenkapital, beispielsweise die Einlagen der Gesellschafter, und Fremdkapital, beispielsweise Bankkredite oder Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten. Die Bilanzsumme beinhaltet somit gleichzeitig die Information, wie viel ein Unternehmen insgesamt investiert und finanziert hat. Die Höhe der Bilanzsumme ist zudem ein Indikator für die Größe eines Unternehmens.

Bilanzstruktur, Fremdkapitalquote und Eigenkapitalquote

Aus der Bilanz lassen sich weitergehende Informationen gewinnen. Dafür werden verschiedene Kennzahlen gebildet. Die ersten einfachen Kennzahlen betreffen die Bilanzstruktur eines Unternehmens. Bei der Vermögensstruktur wird jeweils das Anlagevermögen und das Umlaufvermögen ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Bei der Kapitalstruktur wird das Eigenkapital und das Fremdkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Hier wird von Eigenkapitalquote und Fremdkapitalquote gesprochen. Statt Bilanzsumme wird in diesem Zusammenhang meist der Begriff Gesamtkapital genutzt.

Fremdkapitalquote und Verschuldungsgrad

Die Fremdkapitalquote ausgedrückt als prozentuale Zahl ist der Verschuldungsgrad eines Unternehmens. Eine hohe Fremdkapitalquote ist somit gleichbedeutend mit einem hohen Verschuldungsgrad – und, im Umkehrschluss, mit einer niedrigen Eigenkapitalquote. Mit einer hohen Fremdkapitalquote geht auch ein Verlust an Selbstständigkeit des Unternehmens einher, da die Gläubiger üblicherweise Nachweise für die Kreditverwendung fordern und neue Kreditaufnahmen erschwert sind.

Die Fremdkapitalquote beziehungsweise der Verschuldungsgrad kann noch weiter unterteilt werden, indem das langfristige Fremdkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt wird sowie das kurzfristige Fremdkapital zur Bilanzsumme. Eine relativ hohe kurzfristige Fremdkapitalquote schränkt die Liquidität des Unternehmens ein. Kurzfristiges Fremdkapital muss auch kurzfristig aus Geldmitteln des Unternehmens bedient werden.

Weitere betriebswirtschaftliche Kennzahlen aus der Bilanz

Neben der Fremdkapitalquote gibt es einige weitere betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die sich auf die Größen in der Bilanz beziehen. Die Höhe des Eigenkapitals und des langfristigen Fremdkapitals können ins Verhältnis zum Anlagevermögen gesetzt werden. Hier wird vom Deckungsgrad gesprochen. Beim Deckungsgrad I wird nur das Eigenkapital herangezogen, beim Deckungsgrad II ist zusätzlich das langfristige Fremdkapital relevant. Der Deckungsgrad gibt an, wie die Kapitalausstattung eines Unternehmens zu beurteilen ist. Das langfristige Kapital sollte stets das Anlagevermögen decken. Eine hohe kurzfristige Fremdkapitalquote ist somit schädlich für die Anlagendeckung.

Das kurzfristige Fremdkapital ist weiterhin für die Kennzahl Liquidität entscheidend. Die Kennziffer der Liquidität setzt Teile des Umlaufvermögens beziehungsweise das gesamte Umlaufvermögen in Bezug zum kurzfristigen Fremdkapital. Hier gilt, dass bei einer hohen kurzfristigen Fremdkapitalquote die Liquidität entsprechend nach unten geht. Kurzfristiges Fremdkapital belastet die Liquidität eines Unternehmens, da kurzfristige Schulden zeitnah bedient werden müssen.

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen unter Hinzunahme der Erfolgsrechnung

Neben der Bilanz müssen die Unternehmen auch eine Erfolgsrechnung aufstellen. In der Erfolgsrechnung werden alle Erlöse und Aufwendungen aufgezeigt und der Unternehmensgewinn errechnet. Neben der Bilanzsumme sind somit die Umsätze als Summe der Erlöse, die Summe der Aufwendungen sowie der sich ergebene Gewinn weitere entscheidende Größen in der betriebswirtschaftlichen Beurteilung des Unternehmens.

Eine Kennziffer in diesem Zusammenhang ist der Kapitalumschlag. Hier werden die Umsatzerlöse ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Aus der Zahl ergibt sich eine Antwort auf die Frage, wie häufig das Gesamtkapital über die Umsätze wieder in das Unternehmen geflossen sind. Diese Größe kann auch nur mit dem Eigenkapital gebildet werden. Die Umschlaghäufigkeit des Eigenkapitals gibt somit an, wie oft das Eigenkapital über die Umsätze wieder in das Unternehmen geflossen sind. Ein hoher Kapitalumschlag deutet auf relativ niedrigen Kapitaleinsatz und somit hohe Rendite und gute Liquidität. Eine steigende Fremdkapitalquote bei gleichbleibenden Umsätzen erhöht den Eigenkapitalumschlag.

Eigenkapitalrentabilität

Das Eigenkapitalrentabilität führt direkt zur Rentabilität. Die Eigenkapitalrentabilität setzt den bereinigten Jahresgewinn ins Verhältnis zum Eigenkapital. Beim bereinigten Jahresgewinn werden außerordentliche – das heißt, nicht betriebsübliche – Aufwendungen und Erträge herausgerechnet. Eine steigende Fremdkapitalquote würde rechnerisch automatisch zu einer steigenden Eigenkapitalrentabilität führen. Die Eigenkapitalrentabilität abzüglich des Zinssatzes für sichere Kapitalanlagen beschreibt die Risikoprämie des Unternehmers.

Neben der Eigenkapitalrentabilität gibt es die Gesamtkapitalrentabilität. Hier wird der bereinigte Jahresgewinn zuzüglich der Fremdkapitalzinsen ins Verhältnis zur Bilanzsumme (besser: Gesamtkapital) gesetzt. Eine hohe Fremdkapitalquote bedeutet hier höhere Zinsen und somit ebenfalls eine steigende Rentabilität – sofern sich sonst nichts verändert.

Fremdkapitalquote und Leverage-Effekt

Der Bezug zwischen Fremdkapitalquote und Rentabilität ist auch als Leverage-Effekt bekannt. Der Leverage-Effekt beschreibt die Hebelwirkung durch die Aufnahme von Fremdkapital auf die Eigenkapitalrentabilität und damit die Rendite des Unternehmens. Solange die Gesamtkapitalrentabilität höher ist als der Fremdkapitalzins, kann mit zusätzlich Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität und damit die Unternehmensrendite gesteigert werden.

Was ist die Fremdkapitalquote?

Eigenkapital und Fremdkapital sind die beiden Säulen der Unternehmensfinanzierung. Zusammen bilden diese beiden Kapitalarten das Gesamtkapital eines Unternehmens. Ein hoher Eigenkapitalanteil am Gesamtkapital bietet im Allgemeinen Sicherheit in schwierigen Zeiten. Ohne einen gewissen Anteil Fremdkapital kommt jedoch praktisch kein Unternehmen aus. Was die Fremdkapitalquote ist und welchen Einfluss sie auf die Eigenkapitalrendite hat, zeigt der folgende Beitrag.

Die Fremdkapitalquote ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital eines Unternehmens angibt. Mithilfe der Fremdkapitalquote wird bei der Fundamentalanalyse das Fremdkapital zum Gesamtkapital in Beziehung gesetzt, um die Kapitalstruktur eines Unternehmens widerzuspiegeln. Sie liefert zusammen mit der Eigenkapitalquote und dem Verschuldungsgrad wichtige Hinweise auf den Grad der Abhängigkeit von Kapitalgebern und die allgemeine finanzielle Stabilität.

Berechnung der Fremdkapitalquote

Für die Berechnung der Fremdkapitalquote wird das Fremdkapital eines Unternehmens durch das Gesamtkapital dividiert. Die Angabe erfolgt in Prozent. Die Formel lautet:

Fremdkapitalquote = Fremdkapital / Gesamtkapital x 100 %

Das Fremdkapital setzt sich aus kurz-, mittel- und langfristigem Fremdkapital zusammen. Für eine Vereinfachung der Berechnung wird die Bilanzsumme dem Gesamtkapital gleichgesetzt. Üblich ist es jedoch, Fremdkapital undEigenkapital zu addieren, um das Gesamtkapital zu erhalten.

Leverage Effekt

Die Fremdkapitalquote erzeugt eine Hebelwirkung auf die Eigenkapitalrendite. Bei einem zu 100 % durch Eigenkapital finanzierten Unternehmen beträgt die Eigenkapitalrendite immer 100 % – vorausgesetzt, das Unternehmen erwirtschaftet einen Gewinn. Wird das Eigenkapital durch einen gewissen Anteil Fremdkapital ersetzt, steigt die Eigenkapitalrendite. Wenn beispielsweise 50 % des Eigenkapitals durch Fremdkapital ersetzt werden, verdoppelt sich die Eigenkapitalrendite bei einem gleich hohen Gewinn. Dies ist der sogenannte Leverage Effekt.

Eine geringe Fremdkapitalquote bedeutet eine geringe Eigenkapitalrendite. Das Unternehmen steht jedoch finanziell auf sichern Beinen und kann Krisenzeiten besser durchstehen. Das Unternehmen ist weniger abhängig von externen Kapitalgebern. Es reagiert weniger sensibel auf Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld, steigende Zinsen haben einen geringeren Einfluss und disruptive Entwicklungen eines oder aller Geschäftsbereiche können leichter ausgeglichen werden. Die Bonität eines Unternehmens mit einem geringen Anteil Fremdkapital ist daher in der Regel höher als die eines zum Großteil fremdfinanzierten Unternehmens.

Durch den Leverage Effekt erzielen Anteilseigner eine hohe Eigenkapitalrendite. Eine hohe Fremdkapitalquote birgt jedoch die Gefahr in sich, dass das Unternehmen schneller in finanzielle Schwierigkeiten geraten kann. Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalrendite sind für Investoren, die sich am Eigenkapital beteiligen, interessanter als weitestgehend eigenkapitalfinanzierte Unternehmen.

Gibt es eine Obergrenze?

Der Gesetzgeber schreibt für Unternehmen keine Obergrenze bei der Fremdkapitalquote vor. Diese Entscheidung wird alleine den Unternehmern überlassen. Allgemein haben sich jedoch bestimmte Obergrenzen als sinnvoll erwiesen. Für große Unternehmen und Konzerne liegt die anzustrebende Obergrenze für die Fremdkapitalquote bei etwa 67 %. Für KMU sollte die Fremdkapitalquote 50 % möglichst nicht überschreiten. Dieses Ziel wird jedoch noch lange nicht von allen KMU erreicht.

Laut einer Statistik von de.statista.com betrug bei kleinen und mittelständischen Unternehmen im Jahr 2018 der durchschnittliche Anteil Fremdkapital am Gesamtkapital 68,5 %. Die Eigenkapitalquote lag dementsprechend bei durchschnittlich 31,5 %. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt an, dass vor allem die Einführung von Basel II und die Finanzkrise im Jahr 2008 bei kleinen und mittelständischen Unternehmen zu einem Umdenken bezüglich Fremdkapitalquote und Eigenkapitalquote geführt hat. Die KfW hat berechnet, dass sich die Eigenkapitalquote von durchschnittlich rund 18 % im Jahr 2002 annähernd verdoppelt hat. Entsprechend gesunken ist die Fremdkapitalquote.

Unterschied zwischen Fremdkapitalquote und Verschuldungsgrad

Der Verschuldungsgrad ist eine weitere bei der Fundamentalanalyse eines Unternehmens verwendete Kennzahl. Bei der Berechnung des Verschuldungsgrades werden jedoch das Fremdkapital und das Eigenkapital zueinander ins Verhältnis gesetzt, indem das Fremdkapital durch das Eigenkapital des Unternehmens dividiert wird. Anders als bei der Fremdkapitalquote kann dieses Verhältnis größer als 1 werden. Das heißt, der Verschuldungsgrad kann 100 % übersteigen.

Wenn ein Unternehmen beispielsweise zu einem Drittel durch Eigenkapital und zwei Dritteln durch Fremdkapital finanziert wird, beträgt die Fremdkapitalquote 67 %. Der Verschuldungsgrad beträgt in diesem Fall jedoch 200 %, da das Fremdkapital doppelt so hoch ist wie das Eigenkapital. Die Fremdkapitalquote kann 100 % nicht übersteigen. Wenn ein Unternehmen ausschließlich mit Fremdkapital finanziert wird, beträgt die Fremdkapitalquote unabhängig von der absoluten Höhe der Finanzierung 100 %.

Grenzen von Fremdkapitalquote und Leverage Effekt

Theoretisch könnte durch eine an 100 Prozent heranreichende Fremdkapitalquote der Hebeleffekt fast ins Unendliche gesteigert werden. Diese Möglichkeit besteht jedoch nur in der Theorie. Mit einem wachsenden Fremdkapitalanteil im Verhältnis zum Gesamtkapital, wächst die Zinslast für das Unternehmen. Die Abhängigkeit von Kapitalgebern und das Risiko, dass die Kosten für das Fremdkapital höher werden als die Gesamtkapitalrentabilität, steigen. Wenn die Kosten für das Fremdkapital die Kapitalrendite übersteigen, kehrt sich der Leverage Effekt um und schmälert die Eigenkapitalrendite. Hinzu kommt, dass Banken an Unternehmen mit einer zu hohen Fremdkapitalquote keine Kredite vergeben. Eine unverhältnismäßig hohe Verschuldungsquote schränkt die weiteren Finanzierungsmöglichkeiten eines Unternehmens daher ein.

Was sind Aktiva?

Die Aktiva stehen auf der linken Seite der Bilanz und stellen die Kapitalquellen sowie die Vermögenswerte des Unternehmens dar. Den Aktiva stehen die Passiva auf der rechten Seite der Bilanz gegenüber. Sie stellen das Kapital dar, das zur Finanzierung der Kapitalquellen und Vermögenswerten erforderlich ist. Die Summe der Aktiva muss immer der Summe der Passiva entsprechen.

Aktiva als Vermögen eines Unternehmens

Die Aktiva stehen auf der linken Seite der Bilanz und informieren darüber, in welche Werte ein Unternehmen sein Kapital investiert hat. Es handelt sich um das Vermögen eines Unternehmens. Im Gegensatz dazu stehen die Passiva auf der rechten Seite der Bilanz für das Kapital, das zur Finanzierung der Vermögenswerte dient. Die Summe der Aktiva ist die Summe der Vermögenswerte und muss mit der Summe der Passiva übereinstimmen. Sie bildet die Bilanzsumme.

Zu diesen Vermögenswerten gehören Anlagen, Maschinen, angelegte Wertpapiere und Bankkonten. Bei den Vermögenswerten wird zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen unterschieden. In den meisten Unternehmen besteht eine Aktivierungspflicht. Das Unternehmen ist verpflichtet, seine Vermögenswerte in der Bilanz darzustellen. Es muss dabei Bilanzklarheit, Bilanzwahrheit und Bilanzkontinuität wahren. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen ein Aktivierungswahlrecht oder sogar ein Aktivierungsverbot besteht.

Unterschied zu Passiva

Die Aktiva geben Auskunft darüber, wofür das Kapital eines Unternehmens verwendet wurde. Im Gegensatz dazu informieren die Passiva über die Herkunft der Mittel zur Finanzierung der Vermögenswerte. Die Aktiva werden häufig als Vermögen und die Passiva als Kapital bezeichnet. In die Aktiva fließen die aktiven Bestandskonten, in die Passiva die passiven Bestandskonten aus der Finanzbuchhaltung ein. Es ist abhängig davon, ob es sich um ein Aktivkonto oder um ein Passivkonto handelt, auf welcher Seite dieses Kontos der Anfangsbestand gebucht wird. Die Tatsache, ob es sich um ein Aktiv- oder um ein Passivkonto handelt, ist auch relevant dafür, auf welcher Seite Zugänge und Abgänge erfasst werden.

 

Die Unterteilung der Aktiva

Im § 266 II HGB ist geregelt, wie die Aktiva in einer Bilanz aufgebaut sind. Die Aktiva setzen sich aus Anlagevermögen und Umlaufvermögen zusammen, die wiederum unterteilt sind. Bei der Erfassung der verschiedenen Aktivposten in der Bilanz muss eine bestimmte Reihenfolge eingehalten werden. Auf der Aktivseite müssen die Vermögenswerte in nachfolgender Reihenfolge erfasst werden:

– Anlagevermögen, unterteilt in

Immaterielle Vermögensgegenstände

Sachanlagen

Finanzanlagen

– Umlaufvermögen, unterteilt in

Vorräte

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Wertpapiere

Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks

– Rechnungsabgrenzungsposten

– Aktiv latente Steuern

– Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung.

Finanzierung der Vermögenswerte

Die Aktiva in der Bilanz werden durch die Passiva finanziert, bei denen zwischen Eigenkapital und Fremdkapital unterschieden wird. Eigenkapital wird von den Unternehmern oder Gesellschaftern in Form von finanziellen Mitteln oder Betriebsmitteln wie Maschinen und Anlagen in das Unternehmen eingebracht.Beim Fremdkapital handelt es sich um die Mittel, die einem Unternehmen von seinen Gläubigern zur Verfügung gestellt werden. Das Unternehmen muss das Fremdkapital wieder zurückzahlen, da es nur zeitlich begrenzt zur Verfügung steht.

 

Das Anlagevermögen als Bestandteil der Aktiva

Das Anlagevermögen ist ein Hauptposten der Aktiva und soll dem Unternehmen langfristig dienen. Die im Anlagevermögen enthaltenen Vermögensgegenstände sind zum Aufbau, zur Ausstattung und zur Funktionsfähigkeit eines Unternehmens erforderlich. Sie sind im Unternehmen dauerhaft gebunden. Das Anlagevermögen umfasst

– Immaterielle Wirtschaftsgüter, zu denen Patente, Lizenzen, Verlagsrechte, Marken und Rezepturen gehören

– Sachanlagen, beispielsweise Grundstücke, Gebäude, Betriebs- und Geschäftsausstattungen, Maschinen

– Finanzanlagen wie Aktien, Wertpapiere oder Anteile an anderen Unternehmen

Die Vermögensgegenstände, die zum Anlagevermögen gehören, müssen auch dann in die Aktiva aufgenommen werden, wenn sie vom Unternehmen selbst erstellt wurden, beispielsweise durch das Unternehmen erstellte Software.

Der Wert vieler Gegenstände des Anlagevermögens wird durch Abschreibungen reduziert.

 

Umlaufvermögen als weiterer Hauptposten der Aktiva

Ein weiterer Hauptposten der Aktiva ist das Umlaufvermögen. Es befindet sich im Umlauf und dient dem Unternehmen nur kurzfristig. Beim Umlaufvermögen handelt es sich um Vermögensgegenstände, die zum Verbrauch, zur Verarbeitung oder zur Rückzahlung notwendig sind.

 

Nebenposten der Aktiva

Die Nebenposten der Aktiva umfassen

– aktive Rechnungsabgrenzungsposten, die gebildet werden, wenn ein Unternehmen bereits eine Zahlung geleistet hat, für die es erst in der nächsten Abrechnungsperiode den Gegenwert erhält

– aktiv latente Steuern, die entstehen, wenn der Steuerbestand in der Handelsbilanz niedriger als in der Steuerbilanz ist

– aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung als Schulden, bei denen das Vermögen einem einzigen Zweck dient und dem Zugriff durch Gläubiger entzogen wurde.

Wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Aus der Bilanz können wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen gebildet werden:

Der Verschuldungsgrad spielt bei der Bewertung der Bonität eines Unternehmens eine wichtige Rolle und wird ermittelt, indem das Fremdkapital durch das Eigenkapital dividiert und mit 100 multipliziert wird. Er stellt das Verhältnis des Fremdkapitals zum Eigenkapital dar.

Die Gesamtkapitalrentabilität wird in Prozent angegeben und informiert darüber, wie erfolgreich ein Unternehmen gewirtschaftet hat. Der Gewinn des Unternehmens wird mit den geleisteten Zinsen auf Fremdkapital addiert. Diese Summe wird durch die Bilanzsumme dividiert und mit 100 multipliziert. Die Gesamtkapitalrentabilität sollte höher als die auf das Fremdkapital geleisteten Zinsen sein. Umso höher die Gesamtkapitalrentabilität, desto erfolgreicher hat das Unternehmen gewirtschaftet.

Was ist IFRS?

IFRS ist die Abkürzung für „International Financial Reporting Standards“, auf Deutsch internationale Rechnungslegungsgrundsätze. In den Standards werden Regeln festgelegt, um die Jahresabschlüsse von Konzernen weltweit konsistent, transparent und vergleichbar zu machen. Die IFRS wurden in der Europäischen Union entwickelt und werden vom International Accounting Standards Board (IASB) mit Sitz in London herausgegeben.

Große Unternehmen und Konzerne, die den Kapitalmarkt nutzen, um Finanzmittel zu beschaffen, müssen seit einigen Jahren ihre Bilanz und Konzernabschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften erstellen. Die International Financial Reporting Standards (IFRS) sind international gültige Vorschriften für weltweit konsistente, transparente und vergleichbare Abschlüsse.

Wo werden die IFRS verwendet?

Die IFRS dienen dazu, die Rechnungspraktiken und -aussagen einheitlich zu gestalten. Sie sollen Unternehmen und Investoren ermöglichen, fundierte Finanzanalysen und -entscheidungen auf einer einheitlichen Informationsbasis zu treffen. Vorläufer der IFRS waren die International Accounting Standards (IAS). Diese Rechnungslegungsgrundsätze wurden bis zum Jahr 2000 vom International Accounting Standards Committee (IASC) herausgegeben. Sie enthalten wie die International Financial Reporting Standards ebenfalls grundlegende Vorschriften zur Rechnungslegung und Regelungen zur Bilanzerstellung. Die IAS sind in den IFRS aufgegangen aber heute noch gültig. Nur ein Teil der alten IAS Standards ist heute obsolet.

Struktur der International Financial Reporting Standards

Die IFRS enthalten im Gegensatz zum HGB (Handelsgesetzbuch) keine allgemeingültigen Vorschriften und in sich geschlossene Regeln für die Rechnungslegung. Die IFRS setzen sich vielmehr mit Einzelfragen auseinander, sodass die einzelnen Vorschriften wesentlich ausführlicher ausgelegt sind, als die gesetzlichen Bestimmungen im deutschen Handelsgesetzbuch. Durch die detaillierte Auseinandersetzung mit Einzelfragen kommt es bei den IFRS häufig zu sich wiederholenden Angaben innerhalb des Regelwerks. Grundsätzlich bestehen die International Financial Reporting Standards aus den drei Teilen Framework, Standards und den Interpretations.

Die Standards und die sogenannten Interpretations bauen auf dem Framework auf. Dadurch erfolgt eine inhaltliche Konkretisierung im Einzelfall immer von unten nach oben, das heißt, vom Framework ausgehend über die Standards zu den Interpretations. Das Framework liefert zunächst allgemeine Informationen über die Zielsetzung der International Financial Reporting Standards. Darüber hinaus sind hier Hinweise für die Ausgestaltung von Konzernabschlüssen enthalten. Alle im Framework enthaltenen Informationen sind jedoch nicht verbindlich.

Standards von Jahresabschlüssen

Deutlich konkreter sind die Standards. Sie geben unter anderem eine formal zu erfüllende Darstellung und Gliederung für die Jahresabschlüsse von Konzernen vor. Beispielsweise müssen Unternehmen jeweils zum Beginn und zum Ende des Geschäftsjahres, das heißt mindestens zweimal jährlich, ihre Finanz- und Vermögenslage veröffentlichen. Zudem ist in den Standards vorgegeben, dass die Jahresabschlüsse Informationen über den Gesamterfolg des Unternehmens, Veränderungen des Eigenkapitals und sowie Angaben zu den Zahlungsströmen enthalten muss. Darüber hinaus müssen im Anhang zur Bilanz Angaben zu den angewendeten Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden gemacht machen. Zurzeit gibt es im IFRS 16 + 41 IAS Standards, in denen jeweils ein spezielles Problem bei der Bilanzierung behandelt wird. Der dritte Teil der International Financial Reporting Standards, die Interpretations sind die offizielle Auslegung der Standards und ergänzen diese.

Grundlegender Aufbau eines Standards der IFRS

Die in den IAS/IFRS enthaltenen Standards sind grundsätzlich alle gleich strukturiert. Zunächst wird die Zielsetzung des jeweiligen Standards und dessen Anwendungsbereich beschrieben. Ergänzt wird diese Beschreibung durch die Definition der wesentlichen Begriffe. Danach folgt eine Behandlung der Bewertungsfragen und wie die Ausweisung in der Bilanz erfolgen soll. Hinzu kommen Ausführungen zu den erforderlichen Offenlegungen. Diese entsprechen in etwa den laut HGB erforderlichen Angaben in Bilanzanhang. Revidierte und neue Standards enthalten einen Hinweis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Standards oder zum Inkrafttreten der Neuregelung /Änderung.

Unterschiede zwischen IFRS und GAAP

Zwischen den International Financial Reporting Standards und den beispielsweise in den USA und Kanada angewendeten allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen (GAAP) bestehen mehrere Unterschiede. Beispielsweise in der Art und Weise, wie Bestände bilanziert werden. Es gibt zwei Möglichkeiten. First-In-First-Out (FIFO) und Last-In-First-Out (LIFO). FIFO bedeutet, das zuerst gekaufte Bestände zuerst wieder verkauft werden. LIFO bedeutet, dass der letzte Bestand der erste ist, der verkauft wird. IFRS verbietet LIFO, während es bei Anwendung der GAAP möglich ist, beide frei Prinzipien zu verwenden.

Verpflichtung zur Anwendung der IFRS für Konzerne

Die Anwendung der International Financial Reporting Standards ist seit dem 1. Januar 2005 für Konzerne und Unternehmen, deren Aktien oder Anleihen am Kapitalmarkt gehandelt werden, verpflichtend. Zusätzlich müssen in Deutschland ansässige Unternehmen die Steuerbilanz nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches erstellen. Das bedeutet, dass für Unternehmen in Deutschland der Aufwand für die Erstellung der Jahresabschlüsse annähernd verdoppelt hat. Zurzeit werden die IFRS in mehr als 120 Ländern weltweit angewendet. Neben den Ländern der Europäischen Union sind die International Financial Reporting Standards mittlerweile verpflichtend in vielen Ländern Asiens und Südamerikas.

Welche Vorteile bieten die IFRS?

Trotz des erhöhten Aufwands bei der Bilanzerstellung werden die IFRS von einem Großteil der Unternehmen sehr positiv gesehen. Durch die Vereinheitlichung der Bilanzierungsrichtlinien ermöglichen die International Financial Reporting Standards Anlegern, Investoren und anderen interessierten Personenkreis einen objektiven und einfachen Vergleich der verschiedenen Unternehmen, egal wo sie ihren Sitz haben. Dies ist beispielsweise ein wesentlicher Vorteil bei einem Unternehmensverkauf , wenn im Rahmen der Due Diligence im Datenraum ein Unternehmen objektiv bewertet werden muss.