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Was ist eine Unternehmensbewertung

Eine Unternehmensbewertung wird für die Ermittlung des Wertes eines Unternehmens benötigt. Sie kann auch für die Bewertung der Anteile an einem Unternehmen sehr hilfreich sein. Die Unternehmensbewertung ist ein wichtiger Bestandteil des Corporate Finance.

Die objektive Bewertungslehre

Bereits in den 50er Jahren war man der Meinung, dass es für die Bewertung eines Unternehmens wichtig ist, dass objektive Werte zur Verfügung stehen. Bei einer objektiven Bewertungslehre wird ein einziger innewohnender Wert des Unternehmens ermittelt.

In den letzten Jahren haben sich viele Bewertungsmethoden für Unternehmen durchgesetzt. Jede Unternehmensbewertung sollte dem Ansatz eines Methodenpluralismus folgen. Dadurch kann eine verlässliche Bewertung eines Unternehmens stattfinden. Der Vorteil einer Multiplikatormethode ist die einfache Handhabung und die leichte Verständlichkeit.

Eine marktorientierte Unternehmensbewertung

Bei einem Multiplikatorverfahren wird der Wert eines zu bewertenden Unternehmens entweder aus dem Marktpreis börsennotierter, vergleichbarer Unternehmen abgeleistet. Die Ermittlung kann man aber auch auf Basis von Preisen ermitteln, die im Rahmen der einzelnen Transaktionen mit ähnlichen Unternehmen gezahlt wurden.

Der Wert eines Unternehmens ergibt sich als Produkt eines aus einem Vergleichsunternehmen abgeleiteten Multiplikators und der Bewertungsobjekt Kennzahl. Bei einem Multiplikatoransatz wird insgeheim unterstellt, dass sich Rückschlüsse für den Wert eine betreffenden Unternehmens durch beobachtbare Marktpreise ziehen lassen. Für die Aussagekraft der Unternehmensbewertung ist es somit wichtig, eine Vergleichbarkeit der Unternehmen mit dem Bewertungsobjekt herzustellen.

Die Analyse von Bewertungsobjekten

Für die Bewertung eines Unternehmens mit Hilfe eines Multiplikatoransatzes benötigt man gleich mehrere Schritte. Als erstes erfolgt eine betriebswirtschaftliche Analyse des jeweiligen Bewertungsobjekts im Bezug auf die wesentlichen Werttreiber wie zum Beispiel die Wachstumsrate der Umsätze, die Positionierung im relevanten Markt oder die operative Marge.

Man benötigt bei der Analyse des Bewertungsobjekts börsennotierte, vergleichbare Unternehmen benötigt. Als Alternative kann man aber auch vergleichbare Unternehmen für eine Unternehmensbewertung nutzen die Gegenstand von jüngeren Transaktionen waren. Das bedeutet, dass die Unternehmen, die ähnliche Zahlungsströme für ihre Eigentümer erzeugen, als Vergleich dienen können.

Diese Unternehmen sind in der Regel meistens in der gleichen Branche angesiedelt. Das ist aber nicht zwangsläufig notwendig. In vielen Fällen stellt genau diese Aufgabe den Bewerter vor eine große Herausforderung. Rein realistisch gesehen, ist es sehr schwer, ein exakt vergleichbares Unternehmen aus der gleichen Branche zu finden.

Damit eine Unabhängigkeit zu anderen Unternehmen beibehalten wird, wird häufig auf eine ganze Gruppe von vergleichbaren Unternehmen zurückgegriffen.

Die Bereinigung der Daten

Die Finanzdaten des Vergleichsunternehmens bereinigt man genau um die Komponenten, die für das Unternehmen Sondereinflüsse darstellen. Bei einer Unternehmensbewertung ist es wichtig, dass man die Vergleichbarkeit der Unternehmen durch das Bewertungsobjekt erhöht. Gleichzeitig sollte die Ermittlung des Wertes auf der Basis von nachhaltigen bzw. voraussichtlich dauerhaft möglichen Ergebnissen, erfolgen.

Hierbei sind die unterschiedlichsten Ausübungen der Bewertungs– und Bilanzierungswahlrechte und außergewöhnliche Effekte zu berücksichtigen. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel einen sehr hohen Ertrag erwirtschaftet hat, dann sollte man diesen Ertrag im Rahmen der Ergebnisermittlung direkt eliminieren. Ansonsten kann es passieren, dass es zu einer Bewertungsverzerrung kommt.

Je nach Größe und Umfang der Bereinigungen, die für eine Unternehmensbewertung wichtig sind, kann diese Aufgabe einen erheblichen Arbeitsaufwand bei den Analysen verursachen.

Die Berechnung der Multiplikationen

unternehmensbewertung brokerNach der Bereinigung erfolgt bei einer Unternehmensbewertung die Berechnung und Ableitung der Multiplikatoren. Diese muss man als Grundlage für die Ermittlung der Werte mit heranziehen. Sehr häufig kann man aktuelle Werte in das Verhältnis der zu erwartenden Bezugsgrößen verwenden, da die Unternehmenswerte sehr häufig auch die Zukunftswerte darstellen. Dadurch können zum Beispiel Analysten Schätzungen des Institutionel Brokers Estimate Systems (IBES) verwenden. Hierbei handelt es sich um einen Informationsdienst.

Wertgrößen wie der Umsatz, Cash FlowEBITEBITDA oder der Jahresüberschuss kommen dabei in Betracht. Aber auch Mengengrößen, wie die Anzahl der Kunden oder Webseiten Clicks können bei der Berechnung sehr nützlich sein. Webseiten Clicks hat man zum Beispiel in der Hochphase der New Economy Bewertung genutzt, um dadurch ertraglose und umsatzlose Unternehmen bewerten zu können. Die Größen der Mengen sollte man aber immer mit großer Vorsicht genießen. Die Unterschiede der Kostenstrukturen und der Ertragskraft kann man nicht immer berücksichtigen

Die Bewertungsab– und –zuschläge

Sobald der Unternehmenswert eines Objektes ermittelt wurde, sollte man noch überprüfen, inwiefern man die Bewertungsab– und –zuschläge für das jeweilige Unternehmen vornehmen kann. Hierbei kann man zum Beispiel in der Praxis bei einer Übernahme von Mehranteilen die Kontrollprämien vergüten.

Dadurch honoriert man die erweiterten Mitspracherechte. Wenn das Bewertungsobjekt nicht börsennotiert ist, dann kann ein Abschlag für eine mangelnde Fungibilität teilweise in Betracht kommen. Die Ermittlung der exakten Höhe von Zu- und Abschlägen ist nur von Experten möglich, das sich die Berechnung in der Praxis häufig als sehr schwierig gestaltet.

Ertragswertverfahren

Was ist das Ertragswertverfahren?

Das Ertragswertverfahren verwendet man zur Wertermittlung von Immobilien. Der Ertragswert ist die Summe der Mieteinnahmen und des Bodenwerts vom Grundstück. Die Nutzung des Ertragswertverfahrens wird zur Ermittlung des Werts von gewerblich genutzten Immobilien oder Mietobjekten verwendet. Vor allem beim Verkauf einer rentablen Immobilie ist es erforderlich den voraussichtlichen Barwert zu kennen. Das Verfahren kann eine Vorschau über die zu erwartenden Erträge ermöglichen. Es gibt zwei Verfahren, mit denen die Rechenaufgabe des Ertragswertverfahrens gelöst werden kann.

Wie werden das vereinfachte und das vollständige Ertragswertverfahren durchgeführt?

Ertragswertverfahren ImmobilienVerwendet man das vereinfachte Ertragswertverfahren, bleiben Bodenwert und die daraus resultierenden Verzinsungen ohne Berücksichtigung. Dann kommt es ausschließlich auf die baulichen Anlagen an. Anders als beim vereinfachten Ertragswertverfahren berücksichtigt das vollständige Ertragswertverfahren den Wert des Grundstücks. Dazu ist jedoch ein Vergleichswertverfahren erforderlich, wodurch man den Bodenwert ermittelt.

Danach berechnet man den Mietwert, der sich in erster Linie aus der Lage, der Objektgröße und der Ausstattung der Immobilie ergibt. Den so errechneten Rohertrag reduziert man dann um die Bewirtschaftungskosten.

Darüber hinaus muss in den anschließenden Berechnungen der Liegenschaftszins einbezogen werden. Da die Bodenbewertung und der Erlös stets voneinander unabhängig zu sehen sind, muss man deren Verzinsung, die sich aus dem Bodenwert und der Multiplikation des Liegenschaftzinses ergibt, vom Ertrag abziehen. Der Ertragswert ergibt sich aus diesen zwei Werten, die sich aus dem Wert des Gebäudes und dem Bodenwert ergeben.

Weitere Details zum Ertragswertverfahren

Der Ermittlung liegen meist Betriebsbilanzen der letzten zwei bis drei Jahre, des aktuellen Geschäftsjahres und Prognosebilanzen der zwei zukünftigen Jahre zugrunde. Auf diese Weise entsteht ein guter Überblick über vergangene, aktuelle und zukünftige Situationen. Dabei werden die Gewinne brutto berechnet, um ein objektives Ergebnis zu erhalten. Danach führt man weitere vorgegebene Schritte durch, um die Berechnung zu spezifizieren.

Vergangene Betriebsbilanzen werden mit einmaligen Aufwendungen erweitert, zum Beispiel Abfindungszahlungen. Außergewöhnliche Erträge werden ebenfalls abgezogen, weil sie die Bilanz verfälschen. Nun wird ein Durchschnitt der auf diese Weise erweiterten und der kommenden Bilanzen ermittelt. Daraus resultiert ein Wert, der den zukünftig zu erwartenden Gewinn darstellt. Der in der Zukunft zu erwartende Gewinn, also der Prognosegewinnwert, multipliziert man mit dem Kapitalisierungs-Zinssatz. Dabei handelt es sich um eine theoretische Verzinsung, die Kapitalgeber mit vergleichbaren Kapitalanlagen erwarten. Man muss eine Mindestverzinsung erwirtschaften, damit man das Unternehmen halten kann.

Diese Zinssätze bestehen aus dem Basiszinssatz und dem Risikoaufschlag, der sich auf der Basis des unternehmerischen Risikoaufschlags zusammensetzt. In diesem Zusammenhang sollte man mehrere Kapitalisierung-Zinsfaktoren verwenden. Abschließend ist es wichtig, ob man einen Zinssatz von drei oder sechs Prozent ausgewählt, denn der daraus resultierende Barwert kann sich zum Schluss deutlich erhöhen und so zur Fehlberechnung führen. Daher ist es empfehlenswert, parallel mehrere Optionen zu prüfen, um herauszufinden, welche Kapitalanlage sich am meisten lohnt. So wird aber auch ermittelt, welche Faktoren die Finanzierung gefährden und wie hoch das Risiko äußerer Einflüsse ist. Der finale Unternehmenswert ist das Ziel der Bewertung. Er entsteht durch Teilung der Durchschnittssumme der Erträge durch den fixen Kapitalisierungszins.

Wie aussagekräftig ist das Ertragswertverfahren?

Die Aussagekraft des Verfahrens hängt von der Qualität der Reinertragsprognose und von der Bestimmung des Kalkulationszinssatzes ab. Für den Unternehmenswert ist ausschließlich der Ertragswert des Unternehmens wichtig. Die Berücksichtigung des Substanzwertes wird von den Ertragswertverfahren-Vertretern grundsätzlich abgelehnt. Es ist allerdings teilweise aus sachbezogenen Gründen zugelassen, denn so kann man das Konkurrenzrisiko abschätzen. Das Ertragswertverfahren wird bei Ein- und Zweifamilienhäusern, bei Mietwohn- und Geschäftsgrundstücken sowie gemischt genutzten Grundstücken angewendet. Die Bewertung des Grundstücks richtet sich nach der Jahresrohmiete und dem Gesamtentgelt für die Nutzung inklusive bestimmter Umlagen.

Im Grundstückswert sind die Werte der Gebäude, des Bodens und der Außenanlagen enthalten. Man ermittelt dies durch die Anwendung eines Multiplikators auf die jährliche Rohmiete. Die Multiplikatoren berücksichtigen die Bauausführung, Bauart, Grundstücksart, Baujahr und die Gemeindegröße. Der Grundstückswert kann sich aus bestimmten Gründen erhöhen oder ermäßigen.

Das Ertragswertverfahren gehört im Hinblick auf die Unternehmensbewertung zum Gesamtbewertungsverfahren. Wird es angewendet, wird der zu erwartende Unternehmensertrag ermittelt. In der Regel erfolgt eine zweigeteilte Prognose des Unternehmensertrags, nämlich nach der Schätzgenauigkeit eines Detailprognosezeitraums und dem Zeitraum auf der Basis des Planungshorizonts. Der Barwert der prognostizierten Liquidationserlöse des Vermögens, das nicht für den Betrieb erforderlich ist, kann man bei der Nutzung des Ertragswertverfahrens auf unterschiedliche Art definieren. Er sollte aber generell den prognostizierten Nutzen, den der Unternehmer erwarten kann, wiedergeben.

Die BWA und ihre Bedeutung im Unternehmen

Generell lassen sich aus der BWA alle wichtigen Informationen entnehmen, die für ein Unternehmen im Hinblick auf die Kosten- und Erlössituation wichtig sind. Damit spiegelt die Betriebswirtschaftliche Auswertung grundsätzlich die gesamte finanzielle Lage auf einen Blick wider.

In der Regel bezieht sich die Betriebswirtschaftliche Auswertung auf die laufenden Daten, die man aus der Finanzbuchhaltung übermittelt. Innerhalb eines laufenden Wirtschaftsjahres kann so ein Unternehmer genauen Aufschluss über die eigene Kosten- und Erlössituation gewinnen und damit die Ertragslage aktuell einschätzen.

Die Betriebswirtschaftliche Auswertung arbeitet anders als die Bilanz. Während die Bilanz die Auswertungen zeitverzögert nach einigen Monaten liefert, bietet die Betriebswirtschaftliche Auswertung aktuelle Zahlen zur wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens.

Wie entstand die BWA?

Betriebswirtschaftliche Auswertung KreditErstmals wurde die Betriebswirtschaftliche Auswertung in den 1960er Jahren durch DATEV Deutschland als DATEV-Standard-BWA veröffentlicht. Sie sollte als Entscheidungsgrundlage für kleine und mittelständische Unternehmen dienen. Kreditinstitute nutzten diese Betriebswirtschaftliche Auswertung als Basisinformation, um die Beurteilungen von Krediten innerhalb der Kreditwürdigkeit umzusetzen. Inzwischen ist DATEV zu einem der führenden Anbieter geworden und hat die erstmalige Standard-BWA vielfältiger geschaffen und bietet zudem auch branchenbezogene Betriebswirtschaftliche Auswertungen an.

Welche wirtschaftliche Bedeutung hat die Betriebswirtschaftliche Auswertung?

Die Bedeutung der Betriebswirtschaftlichen Auswertung in der Unternehmung ist aus einzel- und betriebswirtschaftlicher Sicht sehr groß. In den steuerberatenden Branchen werden monatlich mehr als 2,5 Millionen Auswertungen dieser Art gedruckt. Die Aussagekraft für Unternehmungen, Finanzverwaltungen und auch für Banken ist sehr groß. Die Anforderungen an die Aussage- und an die Auswertungskraft der Betriebswirtschaftlichen Auswertung sind in den letzten Jahren stark angestiegen.

Dazu ist es wichtig, dass die Betriebswirtschaftliche Auswertung

  • eine rechtformenneutrale Gestaltung hat
  • mit dem Branchenvergleich, dem sogenannten DATIV-Betriebsvergleich, kompatibel ist
  • grundsätzlich größenordnungsneutrale Abbildungen liefert
  • mit den statistischen Daten und dem Rechnungswesen innerhalb des Betriebs integrierte Darstellungen gestattet
  • grundsätzlich standardisierbar ist

Weiterhin sind zusätzlich Zeitpläne und Zeitreihen sowie auch Vorjahresvergleiche und auch grafische Darstellungen wichtige Qualitätskriterien einer Betriebswirtschaftlichen Auswertung.

In der Struktur bildet die Betriebswirtschaftliche Auswertung keine reine Kontenabfrage, sondern eine deutliche betriebswirtschaftliche Aussage.

Die Betriebswirtschaftliche Auswertung bildet ein sehr wichtiges Instrument im Finanzhaushalt im Betrieb und basiert dabei auf Daten, die aus der laufenden Finanzbuchhaltung im Betrieb stammen. Das heißt, dass sie ein Instrument ist, das Verantwortlichen im Betrieb aktuelle Einblicke und Überblicke liefert, was die Kostensituation und die Erlössituation in einer Unternehmung angeht. Die Betriebswirtschaftliche Auswertung kann die genaue Ertragslage des laufenden Geschäftsjahres abbilden. Die Erstellung erfolgt, anders als bei einer Bilanz, nicht zeitverzögert, sondern spiegelt die aktuelle Lage im Betrieb wider.

Was muss eine aussagefähige Betriebswirtschaftliche Auswertung leisten?

Sehr wichtig innerhalb der Betriebswirtschaftlichen Auswertung ist, dass die Aufwendungen und Erlöse mit ihrer maßgeblichen Auswirkung innerhalb der Finanzbuchhaltung sowohl unterjährig als auch zeitnah eine Berücksichtigung finden. In Anlehnung an die Branche und das entsprechende Geschäftsmodell können hier verschiedene Positionen gegeben sein. Im Handwerksbetrieb und im produzierenden Gewerbe sind die Bestände an fertigen und unfertigen Arbeiten sehr wichtig. Auch bei Handelsunternehmen gehören in die monatliche Buchhaltung zudem die Warenbestandsveränderungen hinein.

BWA-AbschreibungAbschreibungen muss man jeweils monatlich abgegrenzen. Dazu sollte man mit größeren Aufwandspositionen wie beispielsweise Ertragssteuern ebenso verfahren. Erhaltene Boni von Lieferanten sowie Jahresbonifikationen an Kunden wirken sich in Handelsunternehmen oftmals nicht unerheblich in der Größenordnung und der Unternehmensauswirkung aus.

Darlehen muss man jeweils unterjährig und nicht erst im späteren Jahresabschluss korrekt buchen. Hier geht es beispielsweise um Annuitäten, die aufzuteilen sind in den Zins- und Tilgungsanteil. Dazu müssen auch Anzahlungen und Einbehalte und Rechnungsabgrenzungsposten monatlich, aber nicht erst zum Geschäftsjahresende Berücksichtigung finden.

Was liefert die Standard Betriebswirtschaftliche Auswertung nicht?

Die kurzfristige Erfolgsrechnung liefert, obwohl für die betriebswirtschaftliche Unternehmenssteuerung wichtig, nachfolgende Informationen nicht:

  • den Liquiditätsstand und dessen Entwicklung (also Darlehen und Kontokorrente sowie die Eigenkapitalentwicklung)
  • die Prognosedaten zum Gewinn und zur Zahlungsfähigkeit
  • die Bereichsergebnisse (also Profitcenter sowie unrentable und rentable Geschäftsfelder und Renner/Penner des Handels)

Sind diese Informationen gewünscht, muss ein Unternehmen mehr als ausschließlich die Zahlen aus der Finanzbuchhaltung prüfen. Hier sind Vorschau- und Profitcenterberichte und auch Kennzahlen, die man mittels der Methoden des Finanzcontrollings ermitteln kann, deutlich aussagekräftiger.

Der Profit aus der Betriebswirtschaftlichen Auswertung

Viele Unternehmer werden monatlich mit der BWA durch ihre Buchführung oder den Steuerberater versorgt. Diese werden allerdings oftmals ungelesen abgelegt. Das sollte nicht geschehen, denn die Betriebswirtschaftliche Auswertung bietet eine sehr hochwertige Informationsquelle. Sie liefert wichtige Informationen über die wirtschaftliche Lage des Betriebes und dessen Leistungsfähigkeit. Durch die Betriebswirtschaftliche Auswertung lässt sich ablesen, ob eine Unternehmung eine günstige finanzielle Entwicklung hat oder ob Probleme zu erwarten sind.

Innerhalb der Betriebswirtschaftlichen Auswertung werden die Auswertungen und die aktuellen Zahlen aus der Buchführung zusammengefasst, die durch den Steuerberater verarbeitet wurden. Die Form der Aufarbeitung der Betriebswirtschaftlichen Auswertung fordert keine einheitliche Form. Üblicherweise ist es die kurzfristige Erfolgsabrechnung, die eine geläufige Form der Betriebswirtschaftlichen Auswertung nutzt.

Weitere Varianten sind die Bewegungsbilanz, die Veränderungen innerhalb des Kapitals und des Vermögens aufzeigt und auch die statische Liquidität, die wichtige Informationen zur Zahlungsfähigkeit liefert. Dazu sind auch noch weitere, sehr spezifizierte Formen der Betriebswirtschaftlichen Auswertung vorhanden. Wer die Betriebswirtschaftliche Auswertung richtig lesen und interpretieren kann, hat ein sehr gutes Instrument an der Hand, um in der Unternehmung Schwachstellen zu erkennen und die gesamte Leistungsfähigkeit zu bewerten. Dazu kann ein Unternehmen kurzfristig Verbesserungsmaßnahmen einleiten.

Weshalb die einfache BWA nicht immer richtige Ergebnisse liefert

Damit man ein Unternehmen mit der Betriebswirtschaftlichen Auswertung steuern kann oder um eine unterjährige Ermittlung von Ergebnissen zu erlangen, muss man üblicherweise Korrekturen durchführen. Die normale und einfache Betriebswirtschaftliche Auswertung weist nur die Daten aus, die innerhalb der Buchführung erfasst werden, ohne hierbei die betrieblichen Belange einzubeziehen. Soll die Betriebswirtschaftliche Auswertung dagegen als betriebliches Steuerungsinstrument zum Einsatz gelangen, muss sie auch unterjährig wenigstens die richtigen Resultate ausweisen. Damit muss aus einer einfachen dann eine qualifizierte Betriebswirtschaftliche Auswertung entstehen.

Abschließend einige Beispiele, die unrichtige unterjährige Ergebnisse zur Folge haben können

Betriebswirtschaftliche Auswertung AbschlussHier könnte der Materialeinkauf beispielsweise als Verbrauch gebucht werden, was letztlich nicht ganz korrekt ist, denn eigentlich darf nur der tatsächliche Verbrauch innerhalb der Betriebswirtschaftlichen Auswertung ausgewiesen werden. Nutzt ein Unternehmen kein Warenwirtschaftssystem, dann kann dies auch durch Schätzung oder durch Durchschnittswerte erfolgen.

Abschreibungen dagegen müssen auf jeweils Monate verteilt, nicht aber vollständig auf das Jahresende gebucht werden, weil sie eben wirtschaftlich immer anteilig in einem Monat anfallen.

Auch Personalkosten müssen deshalb wie Abschreibungen behandelt und auf die jeweiligen Monate aufgeteilt werden, was auch für das Weihnachtsgeld, das Urlaubsgeld wie auch Boni an Mitarbeiter gilt. Dieses gilt auch für eventuelle Einmalzahlungen wie Gebühren und Beiträge oder Versicherungen.

Die Buchung von Umsätzen muss korrekt erfolgen. Dabei gilt, dass An- wie auch Teilzahlungen üblicherweise keine Umsätze darstellen, da der Kunde die Lieferung noch nicht erhalten hat. Sie müssen dann teilweise innerhalb der Verbindlichkeiten einer Bilanz ausgewiesen werden.

Möglicherweise werden Bestandsveränderungen nicht oder aber mit falschen Werten erfasst.

Korrekt sind Herstellungskosten und nicht voraussichtlich erzielte Verkaufspreise.

Ertragssteuern werden nicht jeweils pro Monat angesetzt, aber auch anstelle der Vorauszahlungen werden letztlich nicht die Steuern angesetzt, die deutlich richtiger wären.

Latente Steuern – das sollten Sie wissen

Der Begriff Latente Steuern kommt aus dem lateinischen. Das Wort „latens“ bedeutet versteckt oder verdeckt. Es handelt sich also um versteckte steuerliche Abgaben oder Vorteile, die ursprünglich nicht geplant oder vorgesehen waren. Sie ergeben sich aufgrund von Unterschieden, etwa im Ansatz oder im Rahmen der Bewertung von Vermögens- und Wertgegenständen, aber auch aus Schulden und entstehen aus der Differenz zwischen der Steuer- und der Handelsbilanz.

Wie entstehen latente Steuern?

latente Steuern BilanzDas Konzept hinter latenten Abgaben ist einfach: sie entstehen aufgrund von Unterschieden im Ansatz oder in den Bewertungen von Schulden oder anderen Vermögenswerten. Sie kommen vor allem aufgrund einer unterschiedlichen Zwecksetzung im Rahmen der steuerlichen und handelsrechtlichen Gewinnermittlung und Bilanz zustande. Jedes Unternehmen in Deutschland muss eine Handelsbilanz erstellen. Dies wird im Handelsgesetzbuch vorgeschrieben. Die Bilanz dient unter anderem dazu, die Gewinnausschüttung zu berechnen sowie um externe und interne Personen wie die Geschäftsführung, Gläubiger, etc. zu informieren. Im Gegensatz dazu dient die steuerliche Gewinnermittlung dazu, um die Höhe der Besteuerung, etc. zu bemessen. Sie wird in den meisten Fällen durch verschiedene Anpassungen aus der Handelsbilanz abgeleitet oder wird eigenständig aufgestellt.

Genau an dieser Stelle kommt es aufgrund der unterschiedlichen Zwecksetzsetzung zu völlig verschiedenen Bilanzen im Handels- und im Steuerrecht. Im Handelsrecht erfolgt die Bemessung der Gewinnausschüttung eher vorsichtig, um etwa Gläubiger zu schützen. Außerdem sind Differenzen und Gewinnschwankungen, die sogenannten Volatilitäten, die überwiegend auf der Bilanz begründet sind, zu vermeiden. Auf der anderen Seite geben bei der steuerlichen Bilanzierung rechtliche Bestimmungen und Richtlinien häufig vor, worauf zu achten und was zu tun ist.

Kurz gesagt, die latente Steuer entsteht aus der Gegenüberstellung der Handelsbilanz und der Steuerbilanz. Deren Differenzen werden mit dem zukünftig zu erwartenden Steuersatz bewertet.

Grundlagen für die latente Steuer

Als Grundlage für die latente Steuer, Abweichungen und Berechnungen dient in Deutschland das Handelsgesetzbuch. Es legt genau fest, wie latente Steuern entstehen, welche Abweichungen es gibt und wie die Steuer anschließend in der GuV oder in anderen Bilanzen dargestellt werden muss. Darüber hinaus informiert das HGB auch darüber, wie die latente Steuer entsteht bzw. wie sie abgebaut werden kann. Ebenfalls ist geregelt, welche Unternehmen, wie etwa kleine Kapitalgesellschaften, von der latenten Steuer befreit sind. Das Konzept der latenten Steuer ist es, zwei unterschiedliche Bilanzen bzw. Berechnungen für die Steuer zu erhalten, die jeweils unterschiedlichen Zwecken dient.

Vorteile der latenten Steuer

Die Vorteile der latenten Steuer sind offensichtlich. Sie ist in der Regel deutlich genauer was Gewinne und Verluste angeht. Das liegt daran, dass im Rahmen der latenten Steuer häufig Informationen und Daten berechnet werden, die für die steuerlichen Bilanzen in der Regel keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. Dabei geht vor allem bei der Berechnung von Gewinnen und Verlusten die Vorsicht vor, um das Risiko für Gläubiger und Anleger so gering wie möglich zu halten. Das kann am Ende zu positiven Überraschungen führen. So kann zum Beispiel der tatsächliche Gewinn größer, oder der aktuelle Verlust geringer sein, als zunächst angenommen.

Die Nachteile der latenten Steuer

latente Steuern NachteileAuch die Nachteile einer latenten Steuer werden schnell sichtbar: da hier viele Informationen verwendet werden, die in den steuerlichen Bilanzen nicht auftauchen bzw. hier auf Sicherheit gesetzt wird, ist die latente Steuer meist unstabil und Schwankungen unterworfen. Das heißt, dass zum Beispiel für den Schutz von Gläubigern und Anlegern die Gewinn- oder Verlustrechnung eher sparsam und mit Vorsicht erfolgt. Das hat jedoch zur Folge, dass am Ende der Gewinn oder Verlust deutlich größer sein kann, als errechnet. Darüber hinaus können sich Daten und Informationen für die Bemessung von latenten Steuerabgaben ständig verändern, während die steuerlichen Bilanzen für den Gesetzgeber hier deutlich stabiler sind.

Die Bilanzierung der latenten Steuer

Es gibt zwei Wege, um latente Steuern zu bilanzieren. Mit diesen werden die noch nicht versteuerten Aufwendungen und Erträge berechnet. Bei der ersten Methode handelt es sich um eine vergangenheits- und gewinnorientierte Methode, während die zweite Methode bilanzorientiert arbeitet. Das deutsche Recht hat bis 2009 die gewinnorientierte Betrachtungsweise vorgesehen. Im Rahmen der Modernisierung des Bilanzrechts hat jedoch auch die bilanzorientierte Betrachtungsweise Ihren Weg in das HGB gefunden. Die bilanzorientierte Betrachtung ist darüber hinaus auch international in der Regel der Standard. Beide Konzepte führen in der Regel zu denselben Ergebnissen.

Die Liability Methode

Die Liability Methode ist eine bilanzorientierte Methode, die auch als Verbindlichkeitsmethode bekannt ist. Bei ihr werden aktive und passive latente Besteuerung sowie Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt betrachtet. Hier geht es vor allem um den richtigen Vermögens- oder Schuldenausweis. Bei der Liability Methode ist der Ergebnisunterschied unbedeutend. Es kommt lediglich auf die Unterschiede in den einzelnen Bilanzpositionen an.

Die Deferral-Methode

Die Deferral Methode wird auch als Abgrenzungsmethode bezeichnet. Das Ziel ist es, den Steueraufwand zu zeigen, der sich normalerweise aus der Handelsbilanz ergeben hätte. Die Deferral Methode ist GuV-orientiert. Sie dient vor allem als Erfolgsausweis, da sie die Eigenschaft eines Rechnungsabgrenzungspostens besitzt. Als Grundlage dient der Steuersatz, der zur Zeit der Abgrenzung gilt. Sollte sich der Steuersatz später ändern, erfolgt bei der Deferral Methode keine nachträgliche Anpassung.