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5 Tipps, wie sich Unternehmen auf eine kommende Krise vorbereiten können

Die Krise kommt: Inflation auf Zehn-Jahres-Hoch, der erste Rückgang des BIP seit drei Jahren und eine beinahe inverse Zinsstruktur. Die Vorzeichen für eine Rezession könnten deutlicher kaum sein. Für Unternehmer ist es höchste Zeit, sich auf eine Krise vorzubereiten, die selbst 2008 in den Schatten stellen könnte. Dies gilt insbesondere für deutsche Unternehmen, da man im Zuge der Rezession von 2008 ja eher von einem ,,Kris’chen’’ sprechen müsste. Diesmal könnte es anders kommen.

Ursachen für die Krise

In der Euro-Zone stieg die Verschuldung in den letzten zehn Jahren von 68,7 Prozent auf 88,8 Prozent des BIP. Zur Erinnerung: In den Maastricht-Kriterien von 1992 wurde eine maximale Staatsschuldenquote von 60 Prozent festgelegt. Paradoxerweise ist die Mehrzahl der EU-Staaten mittlerweile weiter denn je von diesem Richtwert entfernt – trotz zehn Jahren wirtschaftlichen Aufschwungs in großen Teilen der EU. Die wachsende Verschuldung erschwert es der EZB, ihre Niedrigzinspolitik zu beenden, denn in der Folge würden Staatsschulden signifikant ansteigen, was insbesondere für Süd- und Osteuropa eine existenzielle Bedrohung werden könnte. Gleichzeitig hängt die expansive Geldpolitik der EZB wie ein Damoklesschwert über der EU, da sie zu einer vermehrten Bildung von Spekulationsbasen führt. Besonders problematisch: Ein erneuter Ausbruch der Schuldenkrise könnte diesmal nicht durch eine Zinssenkung beantwortet werden, da der Leitzins bereits bei null Prozent liegt. Die EZB hat gewissermaßen schon vor dem Kampf ihr gesamtes Pulver verschossen, da sie die rechtzeitige Abkehr von der Niedrigzinspolitik verpasst hat. In der Folge könnte die nächste Krise Ausmaße annehmen, die weit jenseits von 2008 liegen. Wir stellen Ihnen im Folgenden fünf Tipps vor, die Sie auf die nächste Krise vorbereiten.

 

  1. Nutzen Sie die (aktuellen) Niedrigzinsen zu Ihrem Vorteil

Noch haben Sie die Möglichkeit, die Niedrigzinsen zu Ihrem Vorteil zu nutzen, denn Finanzierungen sind zurzeit günstiger denn je. Insbesondere mittel bis langfristige Finanzierungen mit festgeschriebenem Zinssatz werden sich in den nächsten Jahren als äußerst wertvoll erweisen. Daher gilt: essentielle Investitionen sollten unbedingt vor Krisenbeginn getätigt werden. Hierbei müssen Sie jedoch sicherstellen, dass Sie keine unnötigen Verbindlichkeiten eingehen, denn mindestens genau so wichtig, wie das frühzeitige Tätigkeiten von Investitionen, ist eine hohe Eigenkapitalquote.

 

  1. Erhöhen Sie Ihre Eigenkapitalquote

Zugegeben: leichter gesagt als getan. Sie sollten sich jedoch bewusst sein, dass eine hohe Eigenkapitalquote eine der wichtigsten Vorkehrungen in Anbetracht einer kommenden Rezession und der damit einhergehenden Erschwerung des Zugangs zum Kapitalmarkt ist, denn diese ermöglicht Ihnen günstige Konditionen bei Banken und anderen Finanzdienstleistern. Darüber hinaus garantiert eine hohe EK-Quote eine krisenfeste Unternehmensstruktur, die auch temporäre Umsatzeinbrüche ausgleichen kann. Ihre EK-Quote können Sie etwa über Mezzanine-Finanzierungen, die oftmals wirtschaftlich dem Eigenkapital zugerechnet werden, realisieren. Eine weitere Maßnahme, die eine Erhöhung der EK-Quote zur Folge hat, ist eine Bilanzverkürzung durch asset-basierte Finanzierungen, wie Factoring oder Sale-and-lease-back.

 

  1. Diversifizieren Sie Ihr Finanzierungsportfolio

Ein Bankkredit ist wichtig – sollte jedoch nicht Ihr einziges Finanzierungsinstrument sein. Es gibt zahlreiche alternative Finanzierungsmethoden, die in bestimmten Situation günstiger sind und Ihnen flexiblere Rückzahlungsmodalitäten bieten. Für den Wareneinkauf eignet sich beispielsweise Finetrading: Ihre Wareneinkäufe werden hier von einem Zwischenhändler zu attraktiven Konditionen vorfinanziert, und Sie erhalten verlängerte Zahlungsziele. Unternehmen, die offene Forderungen gegenüber Debitoren haben, können durch Factoring Außenstände minimieren und sofortige Liquidität generieren. Wer großes Anlagevermögen besitzt, kann dieses im Zuge eines Sale-and-lease-backs kapitalisieren, ohne Einschränkungen im operativen Geschäft hinnehmen zu müssen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, eine Diversifizierung des Finanzierungsportfolios zu realisieren. Wichtig ist, dass Sie diese Möglichkeiten alle erwägen, bevor Sie sich zum Beispiel überstürzt für eine teure Erhöhung Ihrer Kontokorrentlinie entscheiden.

 

  1. Nutzen Sie mehrere Bankverbindungen

Wer über lediglich eine oder zwei Bankverbindungen verfügt, riskiert nicht nur schlechtereFinanzierungskonditionen, sondern auch die Abhängigkeit von einzelnen Finanzdienstleistern. Eine Studie des Bundesverbands freier Berater e. V. hat erhoben, dass nur 23 Prozent der KMU in Deutschland unabhängig von ihrer Hausbank sind. Diese Zahlen weisen auf eine brandgefährliche Situation hin, die jederzeit implodieren könnte, sollten die Zinsen steigen. Um diese Gefahr zu umgehen, sollten Sie unbedingt über mehrere aktive Bankverbindungen verfügen. Diese schützen Sie vor willkürlichen Zinserhöhungen sowie Abhängigkeiten gegenüber einzelnen Banken. Insbesondere stille Abhängigkeiten, die in wirtschaftlich komfortablen Situationen nicht zu Tage treten, kommen für Unternehmer oftmals überraschend.

 

  1. Bauen Sie bestehende Übersicherungen ab

Banken neigen dazu, zu hohe Sicherheitenanforderungen an Unternehmer zu stellen.
Das Mittelstandspanel 2017 der Kreditanstalt für Wiederaufbau kommt zu dem Ergebnis, dass sich rund ein viertel der Unternehmer über zu hohe Sicherheitenanforderungen beschwert. Übersicherungen können sich in verschiedenen Formen, wie etwa einer Grundschuld auf Immobilien oder Grundstücke oder einer privaten Bürgschaft, ausdrücken. Indem Sie bestehende Übersicherungen bei Banken abbauen, vergrößern Sie Ihren Spielraum für zukünftige Finanzierungen und stärken Ihre Verhandlungsposition bei Banken und anderen Finanzdienstleistern.

 

Die nächste Krise kommt bestimmt
Ungeachtet ihrer aktuellen Situation sollten Unternehmen frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um sich für eine (möglicherweise) bevorstehende Krise zu wappnen, denn die nächste Krise kommt bestimmt…

Was ist Venture Capital – Chancen für Gründer

Venture Capital (kurz: VC) – in Deutschland auch unter dem Namen Wagniskapital oder Risikokapital bekannt – ist eine speziell für Neugründer und Startups nicht unwesentliches Mittel zur Finanzierung verschiedener Projekte. Dabei investiert eine sogenannte Venture-Capital-Gesellschaft bewusst in ein fremdes Unternehmen, und stellt neben dem notwendigen finanziellen Mitteln auch oft ein gewisses branchenspezifisches Know-How zur Verfügung. Wichtig dabei ist allerdings immer, dass das Unternehmen an Wert gewinnt und weiter wächst.

Anders als von Vielen fälschlicherweise geglaubt, geht es den Investoren dabei nicht um den Erwerb einer Mehrheit an einem Unternehmen. Im Gegenteil: Die Investoren entscheiden sich bewusst für diese Form der Investition, damit eben die Gründer die Mehrheit an ihrem Unternehmen behalten. Letztlich sucht ein Investor auch hier nach der Möglichkeit einer akzeptablen Rendite – bei angemessenem Risiko.

Nicht jedes Unternehmen eignet sich für Venture Capital Investitionen

Speziell für Neugründer klingt es natürlich immer ziemlich verlockend einen gewissen finanziellen Anteil zu erhalten und dabei zugleich noch selbst zu einem großen Teil im Besitz des eigenen Unternehmens zu bleiben. Jedoch sei hierbei festzuhalten, dass VC-Gesellschaften nicht so leicht zu überzeugen sind und einige Unternehmen ebenso für eine solche Form der Investition nicht in Frage kommen. Besonders beliebt für den Einsatz eines Risikokapitals sind junge Unternehmen, die zwar kaum Sicherheiten vorweisen können, dafür aber durch innovative Ideen, Produkte oder Dienstleistungen überzeugen. Gesellschaften, die sich für eine solche Investition entscheiden, steigen im Durchschnitt mit einem Eigenkapital ab 100.000 bis 250.000 Euro ein.

Die unterschiedlichen Phasen von Venture Capital

Venture Capital gliedert sich in mehrere Phasen

Venture Capital gliedert sich in mehrere Phasen

VC Gesellschaften haben zu verschiedenen Zeitpunkten die Möglichkeit durch diese Investitionsform in ein Unternehmen einzusteigen. Generell unterscheidet man drei Phasen beim Einsatz von Venture Capital:

Vor-Gründungsphase: Zu diesem Zeitpunkt befindet sich das Unternehmen noch nicht einmal in den Kinderschuhen, sondern ist noch mit der Umsetzung vorhandener Ideen und der Entwicklung von Prototypen beschäftigt. Da die Vor-Gründungsphase – oder auch Seed Phase – für Gesellschaften ein sehr hohes Risiko bergen, investieren diese nur in sehr seltenen Fällen zu einem solch frühen Zeitpunkt. Im Gegenzug: Sofern das Unternehmen dann tatsächlich von Erfolg gekrönt ist, fällt die erhaltene Rendite für die Investoren besonders hoch aus.

Gründungsfinanzierung: Speziell in den letzten Jahren ist immer wieder von der aufstrebenden Start-Up Szene die Rede. Oftmals sind in solchen Fällen bereits die entsprechenden Ideen und Planungen abgeschlossen, jedoch die finanziellen Mittel zur konsequenten Umsetzung und Expansion des Unternehmens fehlen. Mit dem Einsatz von Risikokapital in dieser Phase ermöglichen die VC-Gesellschaften den Unternehmen die Möglichkeit ihr Produkt in einer entsprechenden Stückzahl zu produzieren und entsprechend zu promoten. Damit sich Investoren hier für eine Investition entscheiden, sollten die Aussichten auf zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg durch das Produkt/die Dienstleistung sehr gut stehen.

Erste Wachstumsphase: Zu diesem Zeitpunkt hat sich das Unternehmen bereits eine gewisse Zeit auf dem Markt etabliert und gezeigt, dass es den Markt erfolgreich bedienen kann. Der Fokus bei einer solchen Investition liegt ganz klar darin die Position am Markt im Vergleich zur Konkurrenz zu verbessern. Das Risiko für die VC-Gesellschaften ist in dieser Phase bereits relativ gering, dass das Projekt ein Flop wird. Allerdings ist dann die Rendite verglichen mit der Seed-Phase entsprechend niedrig.

Venture Capital Gesellschaften in Deutschland

Venture Capital Gesellschaften: Meistens mehr als nur Geldgeber

Venture Capital Gesellschaften: Meistens mehr als nur Geldgeber

In Deutschland gibt es weit über 200 Gesellschaften, die Risikokapital in stark wachsende Firmen oder Startups investieren. Obwohl diese alle das Ziel verfolgen in aufstrebende junge Unternehmen zu investieren, unterscheiden sich diese mitunter erheblich. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die verschiedenen VC Formen:

Der Großteil der Unternehmen lässt sich in die Gruppe der Klassischen Venture Capital Gesellschaften einordnen. Diese haben meist eine kleine Anzahl an Branchen, in die investiert wird. Einer der Vorteile dabei ist, dass diese aufgrund des nicht so breit gefächerten Spektrums meist spürbar Know-How in das Unternehmen einfließen lassen können.

Danach wären auch noch die sogenannten Förderbanken zu nennen. Diese haben meistens eigene Beteiligungsgesellschaften, mit denen sie in Unternehmen einsteigen und investieren. Die Chancen diese Investoren für sich zu gewinnen ist deutlich höher, da deren Beteiligungen schon bei 20.000 Euro beginnen. Allerdings birgt eine solche Beteiligungsgesellschaft auch ein kleines Manko: Im Gegensatz zu den klassischen VC-Gesellschaften investieren die Förderbanken quer durch alle Branchen, wodurch das vorhandene Know-How in den einzelnen Branchen mitunter nicht ganz so intensiv vorhanden sein könnte.

Daneben gibt es mit den High-Tech Gründerfonds, den Corporate Venture Capital Gesellschaften sowie den Fonds Gesellschaften, die explizit nur in junge Firmen investieren:

Eine der Fonds-Gesellschaften der VC Szene: Coparion

Eine der Fonds-Gesellschaften der VC Szene: Coparion

High-Tech Gründerfonds: Diese Gesellschaften steigen gerne schon in der Seed-Phase ein und das bevorzugt in Unternehmen, die neue Technologien mit ihren Produkten bzw. Dienstleistungen vorantreiben möchten. Ein absoluter Pluspunkt für die Neu-Unternehmer ist sicherlich die Kombination aus Bank und Privaten Investoren, wodurch auch das mitgebrachte Know-How sehr nützlich sein kann.

Corporate Venture Gesellschaften: Hierbei handelt es sich um Gesellschaften von sehr großen Unternehmen, die mit ihren Investitionen zugunsten ihrer Muttergesellschaft profitable Vorteile erreichen möchten.

Venture Capital Fonds: Auch hier stehen junge Wachstumsunternehmen im Vordergrund. Im Gegenzug zu den High-Tech Gründerfonds Gesellschaften liegt deren Fokus auf der A-Series Finanzierung. Nachteil für die Unternehmer: Ein Einstieg einer Fonds Gesellschaft (wie etwa Coparion) ist nur dann in Betracht zu ziehen, wenn bereits ein oder mehrere, weitere Investoren vorhanden sind, die ebenfalls in das junge Unternehmen investiert haben.

Fazit zum Thema Venture Capital

Venture Capital öffnet kleinen Unternehmen mit großen Ideen und Startups eine Chance sehr schnell zu wachsen. Grundvoraussetzung dafür ist in aller Regel aber das Potenzial, eine Branche nachhaltig zu beeinflussen oder gar „umzukrempeln“.

Wer als Gründer oder Geschäftsführer (s)einer Firma nach Venture Capital Gesellschaften sucht, sollte in jedem Fall seine Unterlagen und Business-Pläne gut sortiert haben. Für die anschließende Due Diligence, die einem Investment durch Venture Capital Anbieter vorangeht, bietet sich natürlich besonders ein sicherer virtueller Datenraum wie der von docurex.com an. Dabei eignet sich der Datenraum auch gut zur anschließenden Kommunikation mit den Investoren, Geldgebern aber auch mit Banken und dem eigenen Beirat (engl. Board).

 

Auch lesenswert:

Pebble.com - das bekannteste Crowdfunding Projekt auf Kickstarter

Crowdfunding zur Finanzierung von innovativen Produkten und Projekten

Zu den am schwierigsten Hürden einer Unternehmensgründung gehört zweifelsfrei die Finanzierung: Um Banken von einem Kredit zu überzeugen, muss ein schlüssiger Businessplan dargelegt werden – was insbesondere bei innovativen Geschäftsideen oft schwer fallen dürfte.

Trotz des aktuell insgesamt günstigen Zinsumfeldes vergeben die Kreditinstitute die Darlehen an Firmen nur restriktiv. Sehr häufig kommt es vor allem bei Technologie-Unternehmen und innovativen Gründern zu einer Ablehnung des konkreten Kreditwunsches.

Existenzgründer sollten sich deshalb nach Alternativen in Punkto Finanzierung umsehen: Eine davon könnte das sogenannte Crowdfunding sein. Mithilfe dieser „Schwarmfinanzierung“ können Projekte oder neue Produkte ganz ohne Bankenbeteiligung erstellt bzw. duurchgeführt werden.

Was die Schwarmfinanzierung ausmacht

Um zu verstehen, wobei es sich beim Crowdfunding handelt, hilft es zunächst, den Begriff zu erklären: „Crowd“ bedeutet so viel wie Menschenmenge und ist im Kontext von Crowdfunding auf die Kapitalgeber bezogen. Anders als beim Bankenkredit wird die Finanzierung nicht durch einen einzigen Geldgeber, sondern eine Vielzahl von Investoren gestemmt. Dadurch wird auch das nicht zu vermeidende Investitionsrisiko auf eine breite Anzahl von Anteilseignern verteilt.

Pebble.com - das bekannteste Crowdfunding Projekt auf Kickstarter

Pebble.com – das bekannteste Crowdfunding Projekt auf Kickstarter

„Funding“ meint die eigentliche Finanzierung. Üblicherweise ist es so, dass die Geldgeber durchaus einen Gegenwert für ihre Investitionen erhalten. Dies zeigt sich etwa an einem der erfolgreichsten bekannten Crowdfunding-Projekte: Die innovative Smartwatch „Pebble“, die aufgrund des E-Ink-Displays eine hohe Akkulaufzeit sowie eine perfekte Ablesbarkeit auch unter hellem Sonnenlicht erlaubt.

Das Projekt zur Smartwatch Pebble sollte zunächst mit 100.000 US-Dollar best online casinos finanziert werden. Tatsächlich zeigten sich weitaus mehr Spender als erhofft bereit, Geld für ein solches Produkt zu investieren – am Ende konnten mehr als 10 Millionen Dollar gesammelt werden.

Die Geldgeber erhielten dafür als einer der ersten Kunden überhaupt eine solche Uhr, zudem wurde ihnen ein Vorzugspreis beim Kauf eingeräumt. In im engeren Sinne handelt es sich also eher um einen Vorab-Bestellung und weniger um eine Finanzierung oder Spende. Schließlich erhält der Geldgeber mit dem Produkt selbst den Gegenwert.

Was ist der Unterschied zum Crowdinvesting?

Eine zunächst ähnlich erscheinende Variante der Schwarmfinanzierung ist das Crowdinvesting. Der Unterschied zwischen beiden Finanzierungsformen liegt darin, dass beim Crowdinvesting aus Sicht der Investoren die eigentliche Investition und deren Rendite im Vordergrund stehen.

Die Geldgeber sind also durchaus daran interessiert, mit der eigenen Investition auch einen Gewinn zu erwirtschaften und früher oder später ausbezahlt zu bekommen. Dafür lässt sich Crowdinvesting auch für ganz konventionelle Projekte verwenden, etwa die Realisierung von Bauvorhaben.

Beim Crowdfunding steht jedoch die Realisierung des Projektes bzw. Produktes im Vordergrund. Die Geldgeber entscheiden sich für eine Investition, weil sie ein Interesse daran haben, dass genau dieses eine innovative Produkt mit seiner Geschäftsidee tatsächlich in die Tat umgesetzt wird.

Auch lesenswert: Wie Gründer und Startups von Venture Capital profitieren können.

Die Entwicklung des Crowdfundings

Interessant für Unternehmensgründer ist natürlich die Frage, ob und wie sich die Finanzierungsform des Crowdfundings für das eigene Unternehmen nutzen lässt. Denn tatsächlich ist diese Art der Eigenkapitalaufstockung noch recht neu. Sie ist historisch auf die Musikindustrie zurückzuführen: Als Reaktion auf zunehmende Raubkopien nutzte der Musiker und Produzent Brian Camelio die Plattform ArtistShare zur Finanzierung eines (neuen) Albums.

Die Musikliebhaber mussten also zunächst zahlen, damit ein Album überhaupt aufgenommen wurde. 2008 und 2009 wurden die heute noch sehr beliebten Plattformen Indiegogo und Kickstarter gegründet, über die schon viele Projekte realisiert werden konnten. Bereits 2014 meldete Kickstarter eine Gesamtinvestitionssumme von 1 Milliarde US-Dollar die von rund 5,7 Millionen Menschen aufgebracht wurde.

Indiegogo - einer der Platzhirsche beim Crowdfunding

Indiegogo – einer der Platzhirsche beim Crowdfunding

Neben der bereits erwähnten Pebble-Smartwatch wurde etwa in Deutschland über Crowdfunding beispielsweise der Film zur beliebten Fernsehserie „Stromberg“ finanziert. Während der Produzent „Brainpool“ von einem dreimonatigen Finanzierungszeitraum ausging, kamen bereits nach zwei Tagen 150.000 Euro zusammen; nach einer Woche waren 1 Million Euro erreicht. Auch viele Videospiele, darunter „Star Citizen“ und „Wasteland 2“ konnten letztlich nur aufgrund der Schwarmfinanzierung realisiert werden

Plattformen für Crowdfunding

Die Online-Plattformen nehmen in der Regel mehrere Rollen ein:

Zum einen wird die Idee hinter dem zukünftigen Produkt Online vorgestellt. Bereits an der ersten Reaktion der Nutzer läßt sich in aller Regel das Markt-Potential der Idee ablesen. Hier gilt die einfache Logik: Je mehr Reaktion – desto mehr Erfolgsmöglichkeiten.

In diesem weiteren Sinne sind die Plattformen für Crowdfunding also Marketing, Marktforschungs– und Finanzierungs-Plattform in einem.

Die bekanntesten Plattformen für Crowdfunding sind:

 

Wie das Crowdfunding von Unternehmern genutzt werden kann

Um dieses Potenzial für von Crowdfunding für die eigene Firma bzw. ein Start-up zu nutzen, ist es zunächst einmal notwendig, sich auf einer der bekannten Plattformen anzumelden. Dabei müssen etwa im Falle von Kickstarter 5 % der erreichten Finanzierungssumme als Provisionsgebühr gezahlt werden, zudem müssen die Investoren zwischen drei und 5 % der Investition an den Zahlungsdienstleister abführen. Dafür erhebt Kickstarter keine weiteren Besitzansprüche mehr an das Projekt. Dabei müssen Sie als Unternehmen ein Finanzierungszeitraum sowie eine Gesamtfinanzierungssumme wählen.

Fazit und Empfehlung

Fachleute raten dazu, das zukünftige Projekt nach Möglichkeit bereits deutlich vor dem Start auf der jeweiligen Online-Plattform bekannt zu machen. Dadurch erreichen Sie, dass die ersten Geldgeber bereits unmittelbar nach dem Start investieren – und ebenjener Start dadurch gelingt. Dabei handelt es sich um einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Effekt der genutzt werden soll, denn die Entwicklung einer solchen Kampagne hängt ganz maßgeblich von einem guten Start ab.

Nur wenn davon ausgegangen werden kann, dass die Kampagne tatsächlich erfolgreich wird, lassen sich andere Geldgeber leicht überzeugen. Entsprechend wichtig ist es, im Vorfeld der Kampagne Werbung für das zukünftige Produkt zu betreiben und damit das Projekt bekannt zu machen.

Dafür sollten Gründer vor allem online entsprechende Artikel veröffentlichen und Marketing für die eigene Produkt-Idee betreiben. Ebenso wichtig ist Verbreitung bzw. Bewerbung in sozialen Netzwerken – denn hier ist meist die Internet-Affine Zielgruppe für Crowdfunding am häufigsten zu finden.

Zudem sollte ein realistisches Finanzierungsziel gesetzt werden, welches Sie lieber ein wenig niedriger ansetzen sollten – dann können Sie mithilfe von Crowdfunding auch für Ihr Unternehmen eine Erfolgsgeschichte schreiben.

 

BWL-Artikel

Was sind Passiva?

Eine Bilanz setzt sich aus den Aktiva auf der linken und den Passiva auf der rechten Seite zusammen. Während die Aktiva die Kapitalquellen und Vermögenswerte eines Unternehmens darstellen, bilden die Passiva das verfügbare Kapital ab, das zur Finanzierung der Kapitalquellen und Vermögenswerte dient. Zwischen den beiden Seiten der Bilanz muss immer ein Gleichgewicht herrschen.

Passiva – Das Kapital eines Unternehmens

Die Passiva werden auf der rechten Seite der Bilanz ausgewiesen und repräsentieren das Kapital eines Unternehmens. Sie informieren über die Mittelherkunft für die finanzierten Aktiva auf der linken Seite der Bilanz. Der Wert aller Aktiva muss immer dem Wert aller Passiva entsprechen. Dieser Wert wird als Bilanzsumme bezeichnet.

In den meisten Unternehmen besteht Passivierungspflicht. Das Unternehmen muss seine Posten an Eigenkapital und Fremdkapital in den Passiva der Bilanz buchen. Ein Passivierungswahlrecht oder sogar ein Passivierungsverbot besteht nur in einigen Ausnahmefällen.

Unterschied zu Aktiva

Während die Passiva darüber informieren, woher die Mittel stammen, gewähren die Aktiva Auskunft darüber, für welche Zwecke die Mittel verwendet werden. Häufig werden die Aktiva auch als Vermögen und die Passiva als Kapital bezeichnet. Aus den Aktiva leiten sich die aktiven Bestandskonten und aus den Passiva die passiven Bestandskonten in der Finanzbuchhaltung ab. Abhängig davon, ob es sich um aktive oder passive Bestandskonten handelt, kommt es darauf an, auf welcher Seite der Anfangsbestand auf diesen Konten gebucht wird. Weiterhin leitet sich davon ab, wie Zugänge und Abgänge gebucht werden.

Die Unterteilung der Passiva

Die Unterteilung der Passiva ist in §266 III HGB geregelt. Grundsätzlich bestehen die Passiva aus Eigenkapital und Fremdkapital. Der grundlegende Aufbau erfolgt in der Reihenfolge

– Eigenkapital

Rückstellungen

– Verbindlichkeiten

– Passive Rechnungsabgrenzungsposten

– Passiv latente Steuern.

Die einzelnen Posten der Passiva sind zumeist noch weiter aufgegliedert.

Eigenkapital und Fremdkapital sind zwei unterschiedliche Finanzierungsquellen, die Unternehmen nutzen können. Das Eigenkapital kann in verschiedene Aspekte wie Kapitalrücklage, Gewinnrücklage und gezeichnetes Kapital untergliedert werden.

Das Fremdkapital ist ebenfalls untergliedert. Dabei handelt es sich um Verbindlichkeiten, die sich aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Krediten ergeben.

Rechnungsabgrenzungsposten komplettieren die Passiva in der Bilanz. Sie entstehen nur in besonderen Fällen.

Das Eigenkapital eines Unternehmens

Das Eigenkapital steht ganz oben auf der Passivseite der Bilanz. Es handelt sich um das Kapital, das von den Eigentümern des Unternehmens eingezahlt wurde. Neben den finanziellen Mitteln der Eigentümer kann es sich auch um Sachwerte handeln, die den Eigentümern gehören.

Die Unternehmer oder Gesellschafter stellen mit ihren Einlagen dem Unternehmen das Eigenkapital zur Verfügung. Wenn keine gesetzlichen oder anderweitigen Vereinbarungen bestehen, können die Einlagen auch in Form von Betriebsmitteln, beispielsweise Maschinen und Anlagen, erfolgen. Die Überlassung des Eigenkapitals erfolgt langfristig. Sie ist unbefristet oder mit einer festen Laufzeit möglich. Die Unternehmer oder Gesellschafter haben keinen Anspruch auf eine Rückzahlung oder Verzinsung und gehen kein Liquiditätsrisiko durch Gewinne oder Verluste ein. Das von den Unternehmern oder Gesellschaftern eingebrachte Eigenkapital wird auch als gezeichnetes Kapital bezeichnet. Der Kapitalgeber haftet mit seinem Eigenkapital und hat ein Mitwirkungsrecht.

Zum Eigenkapital gehören auch Gewinnrücklagen des Vorjahres und Kapitalrücklagen. Ein Gewinnvortrag und ein Jahresüberschuss können das Eigenkapital erhöhen, während das Eigenkapital durch einen Verlustvortrag und einen Jahresfehlbetrag gemindert werden kann.

Rückstellungen bei den Passiva

Rückstellungen werden bei den Passiva nach dem Eigenkapital aufgeführt und werden für Zahlungen gebildet, die ein Unternehmen in der Zukunft leisten muss. Dabei weiß das Unternehmen noch nicht genau, in welcher Höhe die Zahlungen zu leisten sind. Solche Zahlungen können beispielsweise für drohende Prozesse oder Verfahren erforderlich sein.

Das Fremdkapital – die Verbindlichkeiten

Das Fremdkapital wird einem Unternehmen von seinen Gläubigern zur Verfügung gestellt. Da es nur befristet verfügbar ist, muss es zurückgezahlt werden. Fremdkapital und Eigenkapital dienen der Beschaffung von Anlagevermögen und Umlaufvermögen. Fremdkapital ist gewinn- und verlustunabhängig. Es erfordert Sicherheiten und steht bei der Verwertung im Rang vor dem Eigenkapital. Der Fremdkapitalgeber muss nicht haften und hat als Gläubiger keine Mitwirkungsrechte.

Verbindlichkeiten bestehen aus

– Kreditoren von Lieferanten aus Lieferungen und Leistungen

– Debitoren als Forderungen an Kunden und erhaltene Anzahlungen

– Krediten, Darlehen, Anleihen und Wechseln

– Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt.

Rückstellungen können das Fremdkapital erhöhen.

Wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Aus den Passiva können verschiedene betriebswirtschaftliche Kennzahlen abgeleitet werden:

Eine wichtige Kennzahl für das Eigenkapital ist die Eigenkapitalquote. Sie wird ermittelt, indem die Summe des Eigenkapitals durch die Bilanzsumme dividiert und das Ergebnis mit 100 multipliziert wird. Sie gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens.

Der Verschuldungsgrad drückt das Verhältnis vom Fremdkapital zum Eigenkapital aus. Er informiert über den finanziellen Spielraum eines Unternehmens und ist im Rahmen einer Fundamentalanalyse bei Aktien für Anleger von Bedeutung. Anhand des Verschuldungsgrades erfahren potentielle Käufer des Unternehmens sowie Investoren, wie hoch die Fremdfinanzierung ist. Der Verschuldungsgrad gibt Auskunft über die Bonität des Unternehmens. Um den Verschuldungsgrad zu ermitteln, wird das Fremdkapital durch das Eigenkapital dividiert.

Die Gesamtkapitalrentabilität ist eine wichtige Erfolgskennzahl, die ermittelt wird, indem der Gewinn und die auf das Fremdkapital geleisteten Zinsen addiert und durch die Bilanzsumme dividiert werden. Das Ergebnis wird mit 100 multipliziert werden. Je höher die Gesamtkapitalrentabilität eines Unternehmens in Prozent ist, desto erfolgreicher hat das Unternehmen gewirtschaftet.

Was ist die Bilanzsumme?

Die Bilanzsumme ist eine wichtige betriebswirtschaftliche Kennziffer für Unternehmen und externe Adressaten. Sie ergibt sich als Summe der Vermögenswerte eines Unternehmens beziehungsweise als Summe der Kapitalwerte eines Unternehmens. Die Vermögenswerte bilden die Aktivseite einer Bilanz und die Kapitalwerte der Passivseite einer Bilanz. Aufgrund des Systems der doppelten Buchführung müssen beide Bilanzseiten gleich groß sein, somit auch die Bilanzsumme auf der Aktiv- und Passivseite.

Bilanz, Vermögen und Kapital

Die Bilanz selbst stellt in kurz gefasster Form das Vermögen (Aktiva) dem Kapital (Passiva) gegenüber. Die Vermögensseite beschreibt die Mittelverwendung im Unternehmen (Investierung), also wofür die finanziellen Mittel eingesetzt wurden. Das Vermögen lässt sich weiter unterteilen in Anlagevermögen, zum Beispiel Gebäude und Maschinen, und dem Umlaufvermögen, zum Beispiel Forderungen und Bankguthaben. Die Kapitalseite beschreibt die Mittelherkunft des Unternehmens (Finanzierung), also woher die finanziellen Mittel stammen. Das Kapital lässt sich weiter unterteilen in Eigenkapital, beispielsweise die Einlagen der Gesellschafter, und Fremdkapital, beispielsweise Bankkredite oder Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten. Die Bilanzsumme beinhaltet somit gleichzeitig die Information, wie viel ein Unternehmen insgesamt investiert und finanziert hat. Die Höhe der Bilanzsumme ist zudem ein Indikator für die Größe eines Unternehmens.

Bilanzstruktur, Fremdkapitalquote und Eigenkapitalquote

Aus der Bilanz lassen sich weitergehende Informationen gewinnen. Dafür werden verschiedene Kennzahlen gebildet. Die ersten einfachen Kennzahlen betreffen die Bilanzstruktur eines Unternehmens. Bei der Vermögensstruktur wird jeweils das Anlagevermögen und das Umlaufvermögen ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Bei der Kapitalstruktur wird das Eigenkapital und das Fremdkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Hier wird von Eigenkapitalquote und Fremdkapitalquote gesprochen. Statt Bilanzsumme wird in diesem Zusammenhang meist der Begriff Gesamtkapital genutzt.

Fremdkapitalquote und Verschuldungsgrad

Die Fremdkapitalquote ausgedrückt als prozentuale Zahl ist der Verschuldungsgrad eines Unternehmens. Eine hohe Fremdkapitalquote ist somit gleichbedeutend mit einem hohen Verschuldungsgrad – und, im Umkehrschluss, mit einer niedrigen Eigenkapitalquote. Mit einer hohen Fremdkapitalquote geht auch ein Verlust an Selbstständigkeit des Unternehmens einher, da die Gläubiger üblicherweise Nachweise für die Kreditverwendung fordern und neue Kreditaufnahmen erschwert sind.

Die Fremdkapitalquote beziehungsweise der Verschuldungsgrad kann noch weiter unterteilt werden, indem das langfristige Fremdkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt wird sowie das kurzfristige Fremdkapital zur Bilanzsumme. Eine relativ hohe kurzfristige Fremdkapitalquote schränkt die Liquidität des Unternehmens ein. Kurzfristiges Fremdkapital muss auch kurzfristig aus Geldmitteln des Unternehmens bedient werden.

Weitere betriebswirtschaftliche Kennzahlen aus der Bilanz

Neben der Fremdkapitalquote gibt es einige weitere betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die sich auf die Größen in der Bilanz beziehen. Die Höhe des Eigenkapitals und des langfristigen Fremdkapitals können ins Verhältnis zum Anlagevermögen gesetzt werden. Hier wird vom Deckungsgrad gesprochen. Beim Deckungsgrad I wird nur das Eigenkapital herangezogen, beim Deckungsgrad II ist zusätzlich das langfristige Fremdkapital relevant. Der Deckungsgrad gibt an, wie die Kapitalausstattung eines Unternehmens zu beurteilen ist. Das langfristige Kapital sollte stets das Anlagevermögen decken. Eine hohe kurzfristige Fremdkapitalquote ist somit schädlich für die Anlagendeckung.

Das kurzfristige Fremdkapital ist weiterhin für die Kennzahl Liquidität entscheidend. Die Kennziffer der Liquidität setzt Teile des Umlaufvermögens beziehungsweise das gesamte Umlaufvermögen in Bezug zum kurzfristigen Fremdkapital. Hier gilt, dass bei einer hohen kurzfristigen Fremdkapitalquote die Liquidität entsprechend nach unten geht. Kurzfristiges Fremdkapital belastet die Liquidität eines Unternehmens, da kurzfristige Schulden zeitnah bedient werden müssen.

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen unter Hinzunahme der Erfolgsrechnung

Neben der Bilanz müssen die Unternehmen auch eine Erfolgsrechnung aufstellen. In der Erfolgsrechnung werden alle Erlöse und Aufwendungen aufgezeigt und der Unternehmensgewinn errechnet. Neben der Bilanzsumme sind somit die Umsätze als Summe der Erlöse, die Summe der Aufwendungen sowie der sich ergebene Gewinn weitere entscheidende Größen in der betriebswirtschaftlichen Beurteilung des Unternehmens.

Eine Kennziffer in diesem Zusammenhang ist der Kapitalumschlag. Hier werden die Umsatzerlöse ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Aus der Zahl ergibt sich eine Antwort auf die Frage, wie häufig das Gesamtkapital über die Umsätze wieder in das Unternehmen geflossen sind. Diese Größe kann auch nur mit dem Eigenkapital gebildet werden. Die Umschlaghäufigkeit des Eigenkapitals gibt somit an, wie oft das Eigenkapital über die Umsätze wieder in das Unternehmen geflossen sind. Ein hoher Kapitalumschlag deutet auf relativ niedrigen Kapitaleinsatz und somit hohe Rendite und gute Liquidität. Eine steigende Fremdkapitalquote bei gleichbleibenden Umsätzen erhöht den Eigenkapitalumschlag.

Eigenkapitalrentabilität

Das Eigenkapitalrentabilität führt direkt zur Rentabilität. Die Eigenkapitalrentabilität setzt den bereinigten Jahresgewinn ins Verhältnis zum Eigenkapital. Beim bereinigten Jahresgewinn werden außerordentliche – das heißt, nicht betriebsübliche – Aufwendungen und Erträge herausgerechnet. Eine steigende Fremdkapitalquote würde rechnerisch automatisch zu einer steigenden Eigenkapitalrentabilität führen. Die Eigenkapitalrentabilität abzüglich des Zinssatzes für sichere Kapitalanlagen beschreibt die Risikoprämie des Unternehmers.

Neben der Eigenkapitalrentabilität gibt es die Gesamtkapitalrentabilität. Hier wird der bereinigte Jahresgewinn zuzüglich der Fremdkapitalzinsen ins Verhältnis zur Bilanzsumme (besser: Gesamtkapital) gesetzt. Eine hohe Fremdkapitalquote bedeutet hier höhere Zinsen und somit ebenfalls eine steigende Rentabilität – sofern sich sonst nichts verändert.

Fremdkapitalquote und Leverage-Effekt

Der Bezug zwischen Fremdkapitalquote und Rentabilität ist auch als Leverage-Effekt bekannt. Der Leverage-Effekt beschreibt die Hebelwirkung durch die Aufnahme von Fremdkapital auf die Eigenkapitalrentabilität und damit die Rendite des Unternehmens. Solange die Gesamtkapitalrentabilität höher ist als der Fremdkapitalzins, kann mit zusätzlich Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität und damit die Unternehmensrendite gesteigert werden.

Was sind Aktiva?

Die Aktiva stehen auf der linken Seite der Bilanz und stellen die Kapitalquellen sowie die Vermögenswerte des Unternehmens dar. Den Aktiva stehen die Passiva auf der rechten Seite der Bilanz gegenüber. Sie stellen das Kapital dar, das zur Finanzierung der Kapitalquellen und Vermögenswerten erforderlich ist. Die Summe der Aktiva muss immer der Summe der Passiva entsprechen.

Aktiva als Vermögen eines Unternehmens

Die Aktiva stehen auf der linken Seite der Bilanz und informieren darüber, in welche Werte ein Unternehmen sein Kapital investiert hat. Es handelt sich um das Vermögen eines Unternehmens. Im Gegensatz dazu stehen die Passiva auf der rechten Seite der Bilanz für das Kapital, das zur Finanzierung der Vermögenswerte dient. Die Summe der Aktiva ist die Summe der Vermögenswerte und muss mit der Summe der Passiva übereinstimmen. Sie bildet die Bilanzsumme.

Zu diesen Vermögenswerten gehören Anlagen, Maschinen, angelegte Wertpapiere und Bankkonten. Bei den Vermögenswerten wird zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen unterschieden. In den meisten Unternehmen besteht eine Aktivierungspflicht. Das Unternehmen ist verpflichtet, seine Vermögenswerte in der Bilanz darzustellen. Es muss dabei Bilanzklarheit, Bilanzwahrheit und Bilanzkontinuität wahren. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen ein Aktivierungswahlrecht oder sogar ein Aktivierungsverbot besteht.

Unterschied zu Passiva

Die Aktiva geben Auskunft darüber, wofür das Kapital eines Unternehmens verwendet wurde. Im Gegensatz dazu informieren die Passiva über die Herkunft der Mittel zur Finanzierung der Vermögenswerte. Die Aktiva werden häufig als Vermögen und die Passiva als Kapital bezeichnet. In die Aktiva fließen die aktiven Bestandskonten, in die Passiva die passiven Bestandskonten aus der Finanzbuchhaltung ein. Es ist abhängig davon, ob es sich um ein Aktivkonto oder um ein Passivkonto handelt, auf welcher Seite dieses Kontos der Anfangsbestand gebucht wird. Die Tatsache, ob es sich um ein Aktiv- oder um ein Passivkonto handelt, ist auch relevant dafür, auf welcher Seite Zugänge und Abgänge erfasst werden.

 

Die Unterteilung der Aktiva

Im § 266 II HGB ist geregelt, wie die Aktiva in einer Bilanz aufgebaut sind. Die Aktiva setzen sich aus Anlagevermögen und Umlaufvermögen zusammen, die wiederum unterteilt sind. Bei der Erfassung der verschiedenen Aktivposten in der Bilanz muss eine bestimmte Reihenfolge eingehalten werden. Auf der Aktivseite müssen die Vermögenswerte in nachfolgender Reihenfolge erfasst werden:

– Anlagevermögen, unterteilt in

Immaterielle Vermögensgegenstände

Sachanlagen

Finanzanlagen

– Umlaufvermögen, unterteilt in

Vorräte

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Wertpapiere

Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks

– Rechnungsabgrenzungsposten

– Aktiv latente Steuern

– Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung.

Finanzierung der Vermögenswerte

Die Aktiva in der Bilanz werden durch die Passiva finanziert, bei denen zwischen Eigenkapital und Fremdkapital unterschieden wird. Eigenkapital wird von den Unternehmern oder Gesellschaftern in Form von finanziellen Mitteln oder Betriebsmitteln wie Maschinen und Anlagen in das Unternehmen eingebracht.Beim Fremdkapital handelt es sich um die Mittel, die einem Unternehmen von seinen Gläubigern zur Verfügung gestellt werden. Das Unternehmen muss das Fremdkapital wieder zurückzahlen, da es nur zeitlich begrenzt zur Verfügung steht.

 

Das Anlagevermögen als Bestandteil der Aktiva

Das Anlagevermögen ist ein Hauptposten der Aktiva und soll dem Unternehmen langfristig dienen. Die im Anlagevermögen enthaltenen Vermögensgegenstände sind zum Aufbau, zur Ausstattung und zur Funktionsfähigkeit eines Unternehmens erforderlich. Sie sind im Unternehmen dauerhaft gebunden. Das Anlagevermögen umfasst

– Immaterielle Wirtschaftsgüter, zu denen Patente, Lizenzen, Verlagsrechte, Marken und Rezepturen gehören

– Sachanlagen, beispielsweise Grundstücke, Gebäude, Betriebs- und Geschäftsausstattungen, Maschinen

– Finanzanlagen wie Aktien, Wertpapiere oder Anteile an anderen Unternehmen

Die Vermögensgegenstände, die zum Anlagevermögen gehören, müssen auch dann in die Aktiva aufgenommen werden, wenn sie vom Unternehmen selbst erstellt wurden, beispielsweise durch das Unternehmen erstellte Software.

Der Wert vieler Gegenstände des Anlagevermögens wird durch Abschreibungen reduziert.

 

Umlaufvermögen als weiterer Hauptposten der Aktiva

Ein weiterer Hauptposten der Aktiva ist das Umlaufvermögen. Es befindet sich im Umlauf und dient dem Unternehmen nur kurzfristig. Beim Umlaufvermögen handelt es sich um Vermögensgegenstände, die zum Verbrauch, zur Verarbeitung oder zur Rückzahlung notwendig sind.

 

Nebenposten der Aktiva

Die Nebenposten der Aktiva umfassen

– aktive Rechnungsabgrenzungsposten, die gebildet werden, wenn ein Unternehmen bereits eine Zahlung geleistet hat, für die es erst in der nächsten Abrechnungsperiode den Gegenwert erhält

– aktiv latente Steuern, die entstehen, wenn der Steuerbestand in der Handelsbilanz niedriger als in der Steuerbilanz ist

– aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung als Schulden, bei denen das Vermögen einem einzigen Zweck dient und dem Zugriff durch Gläubiger entzogen wurde.

Wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Aus der Bilanz können wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen gebildet werden:

Der Verschuldungsgrad spielt bei der Bewertung der Bonität eines Unternehmens eine wichtige Rolle und wird ermittelt, indem das Fremdkapital durch das Eigenkapital dividiert und mit 100 multipliziert wird. Er stellt das Verhältnis des Fremdkapitals zum Eigenkapital dar.

Die Gesamtkapitalrentabilität wird in Prozent angegeben und informiert darüber, wie erfolgreich ein Unternehmen gewirtschaftet hat. Der Gewinn des Unternehmens wird mit den geleisteten Zinsen auf Fremdkapital addiert. Diese Summe wird durch die Bilanzsumme dividiert und mit 100 multipliziert. Die Gesamtkapitalrentabilität sollte höher als die auf das Fremdkapital geleisteten Zinsen sein. Umso höher die Gesamtkapitalrentabilität, desto erfolgreicher hat das Unternehmen gewirtschaftet.

Was ist IFRS?

IFRS ist die Abkürzung für „International Financial Reporting Standards“, auf Deutsch internationale Rechnungslegungsgrundsätze. In den Standards werden Regeln festgelegt, um die Jahresabschlüsse von Konzernen weltweit konsistent, transparent und vergleichbar zu machen. Die IFRS wurden in der Europäischen Union entwickelt und werden vom International Accounting Standards Board (IASB) mit Sitz in London herausgegeben.

Große Unternehmen und Konzerne, die den Kapitalmarkt nutzen, um Finanzmittel zu beschaffen, müssen seit einigen Jahren ihre Bilanz und Konzernabschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften erstellen. Die International Financial Reporting Standards (IFRS) sind international gültige Vorschriften für weltweit konsistente, transparente und vergleichbare Abschlüsse.

Wo werden die IFRS verwendet?

Die IFRS dienen dazu, die Rechnungspraktiken und -aussagen einheitlich zu gestalten. Sie sollen Unternehmen und Investoren ermöglichen, fundierte Finanzanalysen und -entscheidungen auf einer einheitlichen Informationsbasis zu treffen. Vorläufer der IFRS waren die International Accounting Standards (IAS). Diese Rechnungslegungsgrundsätze wurden bis zum Jahr 2000 vom International Accounting Standards Committee (IASC) herausgegeben. Sie enthalten wie die International Financial Reporting Standards ebenfalls grundlegende Vorschriften zur Rechnungslegung und Regelungen zur Bilanzerstellung. Die IAS sind in den IFRS aufgegangen aber heute noch gültig. Nur ein Teil der alten IAS Standards ist heute obsolet.

Struktur der International Financial Reporting Standards

Die IFRS enthalten im Gegensatz zum HGB (Handelsgesetzbuch) keine allgemeingültigen Vorschriften und in sich geschlossene Regeln für die Rechnungslegung. Die IFRS setzen sich vielmehr mit Einzelfragen auseinander, sodass die einzelnen Vorschriften wesentlich ausführlicher ausgelegt sind, als die gesetzlichen Bestimmungen im deutschen Handelsgesetzbuch. Durch die detaillierte Auseinandersetzung mit Einzelfragen kommt es bei den IFRS häufig zu sich wiederholenden Angaben innerhalb des Regelwerks. Grundsätzlich bestehen die International Financial Reporting Standards aus den drei Teilen Framework, Standards und den Interpretations.

Die Standards und die sogenannten Interpretations bauen auf dem Framework auf. Dadurch erfolgt eine inhaltliche Konkretisierung im Einzelfall immer von unten nach oben, das heißt, vom Framework ausgehend über die Standards zu den Interpretations. Das Framework liefert zunächst allgemeine Informationen über die Zielsetzung der International Financial Reporting Standards. Darüber hinaus sind hier Hinweise für die Ausgestaltung von Konzernabschlüssen enthalten. Alle im Framework enthaltenen Informationen sind jedoch nicht verbindlich.

Standards von Jahresabschlüssen

Deutlich konkreter sind die Standards. Sie geben unter anderem eine formal zu erfüllende Darstellung und Gliederung für die Jahresabschlüsse von Konzernen vor. Beispielsweise müssen Unternehmen jeweils zum Beginn und zum Ende des Geschäftsjahres, das heißt mindestens zweimal jährlich, ihre Finanz- und Vermögenslage veröffentlichen. Zudem ist in den Standards vorgegeben, dass die Jahresabschlüsse Informationen über den Gesamterfolg des Unternehmens, Veränderungen des Eigenkapitals und sowie Angaben zu den Zahlungsströmen enthalten muss. Darüber hinaus müssen im Anhang zur Bilanz Angaben zu den angewendeten Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden gemacht machen. Zurzeit gibt es im IFRS 16 + 41 IAS Standards, in denen jeweils ein spezielles Problem bei der Bilanzierung behandelt wird. Der dritte Teil der International Financial Reporting Standards, die Interpretations sind die offizielle Auslegung der Standards und ergänzen diese.

Grundlegender Aufbau eines Standards der IFRS

Die in den IAS/IFRS enthaltenen Standards sind grundsätzlich alle gleich strukturiert. Zunächst wird die Zielsetzung des jeweiligen Standards und dessen Anwendungsbereich beschrieben. Ergänzt wird diese Beschreibung durch die Definition der wesentlichen Begriffe. Danach folgt eine Behandlung der Bewertungsfragen und wie die Ausweisung in der Bilanz erfolgen soll. Hinzu kommen Ausführungen zu den erforderlichen Offenlegungen. Diese entsprechen in etwa den laut HGB erforderlichen Angaben in Bilanzanhang. Revidierte und neue Standards enthalten einen Hinweis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Standards oder zum Inkrafttreten der Neuregelung /Änderung.

Unterschiede zwischen IFRS und GAAP

Zwischen den International Financial Reporting Standards und den beispielsweise in den USA und Kanada angewendeten allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen (GAAP) bestehen mehrere Unterschiede. Beispielsweise in der Art und Weise, wie Bestände bilanziert werden. Es gibt zwei Möglichkeiten. First-In-First-Out (FIFO) und Last-In-First-Out (LIFO). FIFO bedeutet, das zuerst gekaufte Bestände zuerst wieder verkauft werden. LIFO bedeutet, dass der letzte Bestand der erste ist, der verkauft wird. IFRS verbietet LIFO, während es bei Anwendung der GAAP möglich ist, beide frei Prinzipien zu verwenden.

Verpflichtung zur Anwendung der IFRS für Konzerne

Die Anwendung der International Financial Reporting Standards ist seit dem 1. Januar 2005 für Konzerne und Unternehmen, deren Aktien oder Anleihen am Kapitalmarkt gehandelt werden, verpflichtend. Zusätzlich müssen in Deutschland ansässige Unternehmen die Steuerbilanz nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches erstellen. Das bedeutet, dass für Unternehmen in Deutschland der Aufwand für die Erstellung der Jahresabschlüsse annähernd verdoppelt hat. Zurzeit werden die IFRS in mehr als 120 Ländern weltweit angewendet. Neben den Ländern der Europäischen Union sind die International Financial Reporting Standards mittlerweile verpflichtend in vielen Ländern Asiens und Südamerikas.

Welche Vorteile bieten die IFRS?

Trotz des erhöhten Aufwands bei der Bilanzerstellung werden die IFRS von einem Großteil der Unternehmen sehr positiv gesehen. Durch die Vereinheitlichung der Bilanzierungsrichtlinien ermöglichen die International Financial Reporting Standards Anlegern, Investoren und anderen interessierten Personenkreis einen objektiven und einfachen Vergleich der verschiedenen Unternehmen, egal wo sie ihren Sitz haben. Dies ist beispielsweise ein wesentlicher Vorteil bei einem Unternehmensverkauf , wenn im Rahmen der Due Diligence im Datenraum ein Unternehmen objektiv bewertet werden muss.

Was ist IAS?

IAS ist die Abkürzung für „International Accounting Standards“, auf Deutsch internationale Rechnungslegungsstandards. Dabei handelt es sich um eine Reihe von international vereinbarten Grundsätzen und Verfahren, die festlegen, auf welche Art und Weise die Rechnungslegung in kapitalmarktorientierten Unternehmen oder Konzernen erfolgen soll.

IAS – Basis für die Rechnungslegung internationaler Unternehmen

Im Zuge der seit Mitte der 1960er Jahre zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft wurde deutlich, dass ein weltweit akzeptierter Rahmen für die auf internationaler Ebene konsistente, vergleichbare, zuverlässige und transparente Erstellung von Finanzunterlagen und -berichten notwendig ist. Diesen einheitlichen Rahmen bilden die bis 2001 veröffentlichten IAS und die nachfolgenden IFRS.

Wer ist für die IAS verantwortlich?

Die IAS wurden vom International Accounting Standards Committee (IASC) erstellt und herausgegeben. Das IASC wurde 1973 von Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan, Mexiko, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich gegründet. 1989 veröffentlichte das IASC mit dem „Framework for the Preparation and Presentation of Financial Statements“ das erste internationale akzeptierte „konzeptionelle Rahmenwerk“, um Unternehmen bei der Rechnungslegung und Berichterstattung zu unterstützen. Bis zum Jahr 2001 wurden insgesamt 41 IAS Standards vom IASC entwickelt und veröffentlicht.

Ab dem Jahr 2001 wurde eine neue Reihe mit insgesamt 17 Standards entwickelt, die als International Financial Reporting Standards (IFRS) bezeichnet werden. Gleichzeitig erfolgte eine Umbenennung des International Accounting Standards Committee in International Accounting Standards Board (IASB). Seit dem 1. Dezember 2016 hat das IASB 14 Vorstandsmitglieder. Die Mitglieder werden für eine fünfjährige Amtszeit ernannt. Die Verfassung des IASB schreibt vor, dass jeweils vier Vorstandsmitglieder aus der Region Asien/Ozeanien, Europa, Nord- und Südamerika, ein Mitglied aus Afrika und ein weiteres aus einem beliebigen Gebiet stammen müssen. Die Mitglieder des IASB Boards müssen einerseits über praktische Erfahrung und andererseits über eine hohe fachliche Kompetenz in Bezug auf die Rechnungslegung großer Unternehmen verfügen.

Das IASB hat seinen Sitz in London und ist bis heute Herausgeber der aktuellen IFRS. Die älteren IAS werden vom International Accounting Standards Board regelmäßig überarbeitet und bei Bedarf aktualisiert. In der Europäischen Union sind die IFRS seit dem Jahr 2005 von kapitalmarktorientierten Unternehmen bei der Bilanzerstellung verpflichtend anzuwenden. Andere Unternehmen, die international tätig sind, von denen jedoch keine Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere an einer Börse gehandelt werden, können diese Standards ebenfalls anwenden, sind jedoch nicht dazu verpflichtet.

Warum wurden die IAS entwickelt?

Moderne Volkswirtschaften sind auf grenzüberschreitende Transaktionen und den freien Fluss von internationalem Kapital angewiesen. Mehr als ein Drittel aller weltweiten Finanztransaktionen finden heute grenzüberschreitend statt – mit steigender Tendenz. Investoren suchen weltweit nach Diversifizierungs- und Investitionsmöglichkeiten und Unternehmen beschaffen Kapital an den globalen Finanzmärkten, agieren zunehmend international und haben Tochtergesellschaften oder Niederlassungen in mehreren Ländern.

In der Vergangenheit wurden grenzüberschreitende Aktivitäten dadurch erschwert, dass verschiedene Länder ihre eigenen nationalen Rechnungslegungsstandards hatten. Dieser Flickenteppich unterschiedlicher Vorschriften erhöhte häufig die Kosten für internationale Transaktionen, die Komplexität der Abschlüsse und letztendlich das Risiko für Investoren und andere, die diese Abschlüsse für wirtschaftliche Entscheidungen verwenden.

Die Anwendung nationaler Rechnungslegungsstandards bedeutete, dass die im Jahresabschluss ausgewiesenen Beträge oft auf unterschiedlichen Grundlagen berechnet werden. Für Kapitalgeber und andere interessierte Personenkreise bedeutet dies, dass die Details der nationalen Rechnungslegungsstandards im Einzelnen untersucht werden müssen, da selbst ein geringer Unterschied in den Anforderungen bei der Rechnungslegung einen erheblichen Einfluss auf die veröffentlichte Leistung und finanzielle Lage eines Unternehmens haben kann.

Mit den IAS und den seit 2001 veröffentlichten IFRS wurden die Jahresabschlüsse transparenter und leichter vergleichbar. Die IAS und IFRS-Standards behandelt einzelne Themenbereiche der Rechnungslegung und empfehlen, wie bestimmte Transaktionen in der Rechnungslegung dargestellt werden sollten, Sie sorgen für Transparenz, indem sie die Qualität von Finanzinformationen vereinheitlichen und verbessern. Dies ermöglicht Anlegern und anderen Marktteilnehmern, fundierte wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen. Die IAS und IFRS Standards verringern die Informationslücke zwischen den Kapitalgebern und den Unternehmen und Personen, denen sie ihr Geld anvertraut haben. Die Standards schreiben die Veröffentlichung von Informationen vor, die erforderlich sind, um das Management zur Rechenschaft zu ziehen.

Als Rahmen für global vergleichbare Informationen sind die IAS und IFRS-Standards auch für Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt von entscheidender Bedeutung. Nicht zuletzt tragen die Standards zur Wirtschaftlichkeit bei, indem sie Anlegern helfen, Chancen und Risiken zu identifizieren und so die Kapitalallokation zu verbessern. Für Unternehmen reduziert die Verwendung weltweit gültiger Standards die Kapitalkosten und senkt die Kosten für die internationale Berichterstattung.

Welche Vorteile bietet diese Rechnungslegung?

Die Mitgliedsländer der G20 und andere große internationale Organisationen sowie sehr viele Regierungen, Wirtschaftsverbände und Investoren unterstützen das Ziel eines einheitlichen Satzes von qualitativ hochwertigen, globalen Rechnungslegungsstandards. Unter anderem macht die Weltbank die Vergabe von Krediten davon abhängig, ob die IAS verwendet werden. In der Regel verlangen international tätige Investoren Abschlüsse, die auf Grundlage dieser Standards erstellt worden.

Dies hat dazu geführt, dass die IAS und IFRS trotz eines für viele Unternehmen zunächst erhöhten Aufwandes bei der Rechnungslegung heute weitgehend akzeptiert werden. Die IAS und IFRS ermöglichen Investoren und anderen interessierten Personenkreisen den unkomplizierten Vergleich von Unternehmen bei einem Unternehmensverkauf egal, in welchem Land das Unternehmen seinen Sitz hat. Diesen Vorteil wissen Investoren zu schätzen, wenn sie im Datenraum ein Unternehmen im Rahmen der Due Diligence bewerten.

Betriebswirtschaftliche Auswertung Abschluss

Die Betriebswirtschaftliche Auswertung und ihre Bedeutung im Unternehmen

Generell lassen sich aus der BWA alle wichtigen Informationen entnehmen, die für ein Unternehmen im Hinblick auf die Kosten- und Erlössituation wichtig sind. Damit spiegelt die Betriebswirtschaftliche Auswertung grundsätzlich die gesamte finanzielle Lage auf einen Blick wider.

In der Regel bezieht sich die Betriebswirtschaftliche Auswertung auf die laufenden Daten, die aus der Finanzbuchhaltung übermittelt werden. Innerhalb eines laufenden Wirtschaftsjahres kann so ein Unternehmer genauen Aufschluss über die eigene Kosten- und Erlössituation gewinnen und damit die Ertragslage aktuell einschätzen.

Die BWA arbeitet anders als die Bilanz. Während die Bilanz die Auswertungen zeitverzögert nach einigen Monaten liefert, bietet die Betriebswirtschaftliche Auswertung aktuelle Zahlen zur wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens.

Wie entstand die BWA?

Erstmals wurde die Betriebswirtschaftliche Auswertung in den 1960er Jahren durch DATEV Deutschland als DATEV-Standard-BWA veröffentlicht. Sie sollte als Entscheidungsgrundlage für kleine und mittelständische Unternehmen dienen. Kreditinstitute nutzten diese Betriebswirtschaftliche Auswertung als Basisinformation, um die Beurteilungen von Krediten innerhalb der Kreditwürdigkeit umzusetzen. Inzwischen ist DATEV zu einem der führenden Anbieter geworden und hat die erstmalige Standard-BWA vielfältiger geschaffen. Dazu werden auch branchenbezogene Betriebswirtschaftliche Auswertungen angeboten.

Die Bedeutung der BWA ist unbestritten

Welche wirtschaftliche Bedeutung hat die Betriebswirtschaftliche Auswertung?

Die Bedeutung der Betriebswirtschaftlichen Auswertung in der Unternehmung ist aus einzel- und betriebswirtschaftlicher Sicht sehr groß. In den steuerberatenden Branchen werden monatlich mehr als 2,5 Millionen Auswertungen dieser Art gedruckt. Die Aussagekraft für Unternehmungen, die Finanzverwaltung und auch für Banken ist sehr groß. Die Anforderungen an die Aussage- und Auswertungskraft der Betriebswirtschaftlichen Auswertung sind in den letzten Jahren stark angestiegen.

Dazu ist es wichtig, dass Betriebswirtschaftliche Auswertungen

  • eine rechtformenneutrale Gestaltung haben
  • sie mit dem Branchenvergleich, dem sogenannten DATEV-Betriebsvergleich, kompatibel sind
  • grundsätzlich größenordnungsneutrale Abbildungen liefern
  • mit den statistischen Daten und dem Rechnungswesen innerhalb des Betriebs integrierte Darstellungen gestatten
  • grundsätzlich standardisierbar sind

Weiterhin sind zusätzlich Zeitpläne und Zeitreihen sowie auch Vorjahresvergleiches und auch grafische Darstellungen wichtige Qualitätskriterien einer BWA.

In der Struktur bildet die Betriebswirtschaftliche Auswertung keine reine Kontenabfrage, sondern eine deutliche betriebswirtschaftliche Aussage.

Die Daten für die Betriebswirtschaftliche Auswertung werden der Finanzbuchhaltung im Betrieb entnommen

Die Betriebswirtschaftliche Auswertung bildet ein sehr wichtiges Instrument im Finanzhaushalt des Betriebes und basiert dabei auf Daten, die aus der laufenden Finanzbuchhaltung im Betrieb stammen. Das heißt, dass sie ein Instrument ist, das Verantwortlichen im Betrieb aktuelle Einblicke und Überblicke liefert, was die Kostensituation und die Erlössituation in einer Unternehmung angeht. Die Betriebswirtschaftliche Auswertung kann die genaue Ertragslage des laufenden Geschäftsjahres abbilden. Sie wird anders als die Bilanz nicht zeitverzögert erstellt, sondern spiegelt die aktuelle Lage im Betrieb wider.

Was muss eine aussagefähige Betriebswirtschaftliche Auswertung leisten?

Sehr wichtig innerhalb der Betriebswirtschaftlichen Auswertung ist, dass die Aufwendungen und Erlöse mit ihrer maßgeblichen Auswirkung innerhalb der Finanzbuchhaltung sowohl unterjährig als auch zeitnah eine Berücksichtigung finden. In Anlehnung an die Branche und das entsprechende Geschäftsmodell können hier verschiedene Positionen gegeben sein. Im Handwerksbetrieb und im produzierenden Gewerbe sind die Bestände an fertigen und unfertigen Arbeiten sehr wichtig. Auch bei Handelsunternehmen gehören in die monatliche Buchhaltung zudem die Warenbestandsveränderungen hinein.

Abschreibungen sind monatlich abzugrenzen. Dazu sollte mit größeren Aufwandspositionen wie beispielsweise Ertragssteuern ebenso verfahren werden. Erhaltene Boni von Lieferanten sowie Jahresbonifikationen an Kunden wirken sich in Handelsunternehmen oftmals nicht unerheblich in der Größenordnung und der Unternehmensauswirkung aus.

Darlehen müssen jeweils unterjährig und nicht erst im späteren Jahresabschluss korrekt gebucht werden. Hier geht es beispielsweise um Annuitäten, die aufzuteilen sind in den Zins- und Tilgungsanteil. Dazu müssen auch Anzahlungen und Einbehalte sowie Rechnungsabgrenzungsposten monatlich, und nicht erst zum Geschäftsjahresende Berücksichtigung finden.

Betriebswirtschaftliche Auswertung

Die einfache BWA sagt nichts über die Liquidität aus

Die BWA sagt nichts über die Liquidität aus

Was liefert die Standard Betriebs-wirtschaftliche Auswertung nicht?

Die kurzfristige Erfolgsrechnung liefert nachfolgende für die betriebswirtschaftliche Unternehmenssteuerung wichtige Informationen nicht:

  • den Liquiditätsstand und dessen Entwicklung (also Darlehen und Kontokorrente sowie die Eigenkapitalentwicklung)
  • die Prognosedaten zum Gewinn und zur Zahlungsfähigkeit
  • die Bereichsergebnisse (also Profitcenter sowie unrentable und rentable Geschäftsfelder und Renner/Penner des Handels)

Sind diese Informationen gewünscht, muss man mehr als ausschließlich die Zahlen aus der Finanzbuchhaltung prüfen. Hier sich Vorschau- und Profitcenterberichte und auch Kennzahlen, die das Finanzcontrollings mit seinen Methoden ermittelt, deutlich aussagekräftiger.

Der Profit aus der Betriebswirtschaftliche Auswertung

Viele Unternehmer bekommen monatlich eine Betriebswirtschaftliche Auswertung durch ihre Buchführung oder den Steuerberater. Allerdings legen sie die BWA dann oft ungelesen ab. Das sollte nicht geschehen, denn die Betriebswirtschaftliche Auswertung bietet eine sehr hochwertige Informationsquelle. Sie liefert wichtige Informationen über die wirtschaftliche Lage des Betriebes und dessen Leistungsfähigkeit. Mittels der BWA lässt sich ablesen, ob eine Unternehmung eine günstige finanzielle Entwicklung hat oder ob Probleme zu erwarten sind.

Innerhalb der Betriebswirtschaftlichen Auswertung werden die Auswertungen und die aktuellen Zahlen aus der Buchführung zusammengefasst, die durch den Steuerberater verarbeitet wurden. Die Form der Aufarbeitung der BWA ist frei wählbar. Üblicherweise ist es die kurzfristige Erfolgsabrechnung, die eine geläufige Form der Betriebswirtschaftlichen Auswertung nutzt.

Weitere Varianten sind die Bewegungsbilanz, die Veränderungen innerhalb des Kapitals und der Vermögen aufzeigt und auch die statische Liquidität, die wichtige Informationen zur Zahlungsfähigkeit liefert. Dazu sind auch noch weitere, sehr spezifizierte Formen der Betriebswirtschaftlichen Auswertung vorhanden. Wer die BWA richtig lesen und interpretieren kann, hat ein sehr gutes Instrument an der Hand, um in der Unternehmung Schwachstellen zu erkennen und die gesamte Leistungsfähigkeit zu bewerten. Dazu können kurzfristig Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Weshalb die einfache BWA nicht immer richtige Ergebnisse liefert

Um ein Unternehmen mit der BWA zu steuern oder um eine unterjährige Ermittlung von Ergebnissen zu erlangen, müssen man üblicherweise Korrekturen durchgeführt. Die normale und einfache Betriebswirtschaftliche Auswertung weist nur die Daten aus, die innerhalb der Buchführung erfasst sind, ohne hierbei die betrieblichen Belange einzubeziehen. Soll die Betriebswirtschaftliche Auswertung dagegen als betriebliches Steuerungsinstrument zum Einsatz gelangen, muss sie auch unterjährig wenigstens die richtigen Resultate ausweisen. Damit muss aus einer einfachen dann eine qualifizierte BWA entstehen.

Betriebswirtschaftliche Auswertung Kredit BWA

Die einfache BWA liefert nicht immer richtige Resultate

Nachfolgend einige Beispiele, die unrichtige unterjährige Ergebnisse zur Folge haben können

Bucht ein Unternehmen den Materialeinkauf beispielsweise als Verbrauch, ist das nicht ganz korrekt. Nur der tatsächliche Verbrauch darf innerhalb der Betriebswirtschaftlichen Auswertung ausgewiesen werden. Nutzt ein Unternehmen kein Warenwirtschaftssystem, kann dies durch Schätzung erfolgen oder durch die Aufarbeitung von Durchschnittswerte.

Abschreibungen dagegen müssen jeweils auf Monate verteilt, nicht aber vollständig auf das Jahresende gebucht werden, weil sie eben wirtschaftlich immer anteilig in einem Monat anfallen.

Auch Personalkosten müssen deshalb wie Abschreibungen behandelt und auf die jeweiligen Monate aufgeteilt werden, was auch für das Weihnachtsgeld, das Urlaubsgeld wie auch Boni an Mitarbeiter gilt. Dieses gilt auch für eventuelle Einmalzahlungen wie Gebühren und Beiträge oder Versicherungen.

Die Buchung von Umsätzen muss korrekt erfolgen. Dabei gilt, dass An- wie auch Teilzahlungen üblicherweise keine Umsätze darstellen, da der Kunde die Lieferung noch nicht erhalten hat. Sie müssen dann teilweise innerhalb der Verbindlichkeiten einer Bilanz ausgewiesen werden.

Möglicherweise werden Bestandsveränderungen nicht oder aber mit falschen Werten erfasst.

Korrekt sind Herstellungskosten und nicht voraussichtlich erzielte Verkaufspreise.