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Was ist Venture Capital – Chancen für Gründer

Venture Capital (kurz: VC) – in Deutschland auch unter dem Namen Wagniskapital oder Risikokapital bekannt – ist eine speziell für Neugründer und Startups nicht unwesentliches Mittel zur Finanzierung verschiedener Projekte. Dabei investiert eine sogenannte Venture-Capital-Gesellschaft bewusst in ein fremdes Unternehmen, und stellt neben dem notwendigen finanziellen Mitteln auch oft ein gewisses branchenspezifisches Know-How zur Verfügung. Wichtig dabei ist allerdings immer, dass das Unternehmen an Wert gewinnt und weiter wächst.

Anders als von Vielen fälschlicherweise geglaubt, geht es den Investoren dabei nicht um den Erwerb einer Mehrheit an einem Unternehmen. Im Gegenteil: Die Investoren entscheiden sich bewusst für diese Form der Investition, damit eben die Gründer die Mehrheit an ihrem Unternehmen behalten. Letztlich sucht ein Investor auch hier nach der Möglichkeit einer akzeptablen Rendite – bei angemessenem Risiko.

Nicht jedes Unternehmen eignet sich für Venture Capital Investitionen

Speziell für Neugründer klingt es natürlich immer ziemlich verlockend einen gewissen finanziellen Anteil zu erhalten und dabei zugleich noch selbst zu einem großen Teil im Besitz des eigenen Unternehmens zu bleiben. Jedoch sei hierbei festzuhalten, dass VC-Gesellschaften nicht so leicht zu überzeugen sind und einige Unternehmen ebenso für eine solche Form der Investition nicht in Frage kommen. Besonders beliebt für den Einsatz eines Risikokapitals sind junge Unternehmen, die zwar kaum Sicherheiten vorweisen können, dafür aber durch innovative Ideen, Produkte oder Dienstleistungen überzeugen. Gesellschaften, die sich für eine solche Investition entscheiden, steigen im Durchschnitt mit einem Eigenkapital ab 100.000 bis 250.000 Euro ein.

Die unterschiedlichen Phasen von Venture Capital

Venture Capital gliedert sich in mehrere Phasen

Venture Capital gliedert sich in mehrere Phasen

VC Gesellschaften haben zu verschiedenen Zeitpunkten die Möglichkeit durch diese Investitionsform in ein Unternehmen einzusteigen. Generell unterscheidet man drei Phasen beim Einsatz von Venture Capital:

Vor-Gründungsphase: Zu diesem Zeitpunkt befindet sich das Unternehmen noch nicht einmal in den Kinderschuhen, sondern ist noch mit der Umsetzung vorhandener Ideen und der Entwicklung von Prototypen beschäftigt. Da die Vor-Gründungsphase – oder auch Seed Phase – für Gesellschaften ein sehr hohes Risiko bergen, investieren diese nur in sehr seltenen Fällen zu einem solch frühen Zeitpunkt. Im Gegenzug: Sofern das Unternehmen dann tatsächlich von Erfolg gekrönt ist, fällt die erhaltene Rendite für die Investoren besonders hoch aus.

Gründungsfinanzierung: Speziell in den letzten Jahren ist immer wieder von der aufstrebenden Start-Up Szene die Rede. Oftmals sind in solchen Fällen bereits die entsprechenden Ideen und Planungen abgeschlossen, jedoch die finanziellen Mittel zur konsequenten Umsetzung und Expansion des Unternehmens fehlen. Mit dem Einsatz von Risikokapital in dieser Phase ermöglichen die VC-Gesellschaften den Unternehmen die Möglichkeit ihr Produkt in einer entsprechenden Stückzahl zu produzieren und entsprechend zu promoten. Damit sich Investoren hier für eine Investition entscheiden, sollten die Aussichten auf zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg durch das Produkt/die Dienstleistung sehr gut stehen.

Erste Wachstumsphase: Zu diesem Zeitpunkt hat sich das Unternehmen bereits eine gewisse Zeit auf dem Markt etabliert und gezeigt, dass es den Markt erfolgreich bedienen kann. Der Fokus bei einer solchen Investition liegt ganz klar darin die Position am Markt im Vergleich zur Konkurrenz zu verbessern. Das Risiko für die VC-Gesellschaften ist in dieser Phase bereits relativ gering, dass das Projekt ein Flop wird. Allerdings ist dann die Rendite verglichen mit der Seed-Phase entsprechend niedrig.

Venture Capital Gesellschaften in Deutschland

Venture Capital Gesellschaften: Meistens mehr als nur Geldgeber

Venture Capital Gesellschaften: Meistens mehr als nur Geldgeber

In Deutschland gibt es weit über 200 Gesellschaften, die Risikokapital in stark wachsende Firmen oder Startups investieren. Obwohl diese alle das Ziel verfolgen in aufstrebende junge Unternehmen zu investieren, unterscheiden sich diese mitunter erheblich. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die verschiedenen VC Formen:

Der Großteil der Unternehmen lässt sich in die Gruppe der Klassischen Venture Capital Gesellschaften einordnen. Diese haben meist eine kleine Anzahl an Branchen, in die investiert wird. Einer der Vorteile dabei ist, dass diese aufgrund des nicht so breit gefächerten Spektrums meist spürbar Know-How in das Unternehmen einfließen lassen können.

Danach wären auch noch die sogenannten Förderbanken zu nennen. Diese haben meistens eigene Beteiligungsgesellschaften, mit denen sie in Unternehmen einsteigen und investieren. Die Chancen diese Investoren für sich zu gewinnen ist deutlich höher, da deren Beteiligungen schon bei 20.000 Euro beginnen. Allerdings birgt eine solche Beteiligungsgesellschaft auch ein kleines Manko: Im Gegensatz zu den klassischen VC-Gesellschaften investieren die Förderbanken quer durch alle Branchen, wodurch das vorhandene Know-How in den einzelnen Branchen mitunter nicht ganz so intensiv vorhanden sein könnte.

Daneben gibt es mit den High-Tech Gründerfonds, den Corporate Venture Capital Gesellschaften sowie den Fonds Gesellschaften, die explizit nur in junge Firmen investieren:

Eine der Fonds-Gesellschaften der VC Szene: Coparion

Eine der Fonds-Gesellschaften der VC Szene: Coparion

High-Tech Gründerfonds: Diese Gesellschaften steigen gerne schon in der Seed-Phase ein und das bevorzugt in Unternehmen, die neue Technologien mit ihren Produkten bzw. Dienstleistungen vorantreiben möchten. Ein absoluter Pluspunkt für die Neu-Unternehmer ist sicherlich die Kombination aus Bank und Privaten Investoren, wodurch auch das mitgebrachte Know-How sehr nützlich sein kann.

Corporate Venture Gesellschaften: Hierbei handelt es sich um Gesellschaften von sehr großen Unternehmen, die mit ihren Investitionen zugunsten ihrer Muttergesellschaft profitable Vorteile erreichen möchten.

Venture Capital Fonds: Auch hier stehen junge Wachstumsunternehmen im Vordergrund. Im Gegenzug zu den High-Tech Gründerfonds Gesellschaften liegt deren Fokus auf der A-Series Finanzierung. Nachteil für die Unternehmer: Ein Einstieg einer Fonds Gesellschaft (wie etwa Coparion) ist nur dann in Betracht zu ziehen, wenn bereits ein oder mehrere, weitere Investoren vorhanden sind, die ebenfalls in das junge Unternehmen investiert haben.

Fazit zum Thema Venture Capital

Venture Capital öffnet kleinen Unternehmen mit großen Ideen und Startups eine Chance sehr schnell zu wachsen. Grundvoraussetzung dafür ist in aller Regel aber das Potenzial, eine Branche nachhaltig zu beeinflussen oder gar „umzukrempeln“.

Wer als Gründer oder Geschäftsführer (s)einer Firma nach Venture Capital Gesellschaften sucht, sollte in jedem Fall seine Unterlagen und Business-Pläne gut sortiert haben. Für die anschließende Due Diligence, die einem Investment durch Venture Capital Anbieter vorangeht, bietet sich natürlich besonders ein sicherer virtueller Datenraum wie der von docurex.com an. Dabei eignet sich der Datenraum auch gut zur anschließenden Kommunikation mit den Investoren, Geldgebern aber auch mit Banken und dem eigenen Beirat (engl. Board).

 

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Pebble.com - das bekannteste Crowdfunding Projekt auf Kickstarter

Crowdfunding zur Finanzierung von innovativen Produkten und Projekten

Zu den am schwierigsten Hürden einer Unternehmensgründung gehört zweifelsfrei die Finanzierung: Um Banken von einem Kredit zu überzeugen, muss ein schlüssiger Businessplan dargelegt werden – was insbesondere bei innovativen Geschäftsideen oft schwer fallen dürfte.

Trotz des aktuell insgesamt günstigen Zinsumfeldes vergeben die Kreditinstitute die Darlehen an Firmen nur restriktiv. Sehr häufig kommt es vor allem bei Technologie-Unternehmen und innovativen Gründern zu einer Ablehnung des konkreten Kreditwunsches.

Existenzgründer sollten sich deshalb nach Alternativen in Punkto Finanzierung umsehen: Eine davon könnte das sogenannte Crowdfunding sein. Mithilfe dieser „Schwarmfinanzierung“ können Projekte oder neue Produkte ganz ohne Bankenbeteiligung erstellt bzw. duurchgeführt werden.

Was die Schwarmfinanzierung ausmacht

Um zu verstehen, wobei es sich beim Crowdfunding handelt, hilft es zunächst, den Begriff zu erklären: „Crowd“ bedeutet so viel wie Menschenmenge und ist im Kontext von Crowdfunding auf die Kapitalgeber bezogen. Anders als beim Bankenkredit wird die Finanzierung nicht durch einen einzigen Geldgeber, sondern eine Vielzahl von Investoren gestemmt. Dadurch wird auch das nicht zu vermeidende Investitionsrisiko auf eine breite Anzahl von Anteilseignern verteilt.

Pebble.com - das bekannteste Crowdfunding Projekt auf Kickstarter

Pebble.com – das bekannteste Crowdfunding Projekt auf Kickstarter

„Funding“ meint die eigentliche Finanzierung. Üblicherweise ist es so, dass die Geldgeber durchaus einen Gegenwert für ihre Investitionen erhalten. Dies zeigt sich etwa an einem der erfolgreichsten bekannten Crowdfunding-Projekte: Die innovative Smartwatch „Pebble“, die aufgrund des E-Ink-Displays eine hohe Akkulaufzeit sowie eine perfekte Ablesbarkeit auch unter hellem Sonnenlicht erlaubt.

Das Projekt zur Smartwatch Pebble sollte zunächst mit 100.000 US-Dollar finanziert werden. Tatsächlich zeigten sich weitaus mehr Spender als erhofft bereit, Geld für ein solches Produkt zu investieren – am Ende konnten mehr als 10 Millionen Dollar gesammelt werden.

Die Geldgeber erhielten dafür als einer der ersten Kunden überhaupt eine solche Uhr, zudem wurde ihnen ein Vorzugspreis beim Kauf eingeräumt. In im engeren Sinne handelt es sich also eher um einen Vorab-Bestellung und weniger um eine Finanzierung oder Spende. Schließlich erhält der Geldgeber mit dem Produkt selbst den Gegenwert.

Was ist der Unterschied zum Crowdinvesting?

Eine zunächst ähnlich erscheinende Variante der Schwarmfinanzierung ist das Crowdinvesting. Der Unterschied zwischen beiden Finanzierungsformen liegt darin, dass beim Crowdinvesting aus Sicht der Investoren die eigentliche Investition und deren Rendite im Vordergrund stehen.

Die Geldgeber sind also durchaus daran interessiert, mit der eigenen Investition auch einen Gewinn zu erwirtschaften und früher oder später ausbezahlt zu bekommen. Dafür lässt sich Crowdinvesting auch für ganz konventionelle Projekte verwenden, etwa die Realisierung von Bauvorhaben.

Beim Crowdfunding steht jedoch die Realisierung des Projektes bzw. Produktes im Vordergrund. Die Geldgeber entscheiden sich für eine Investition, weil sie ein Interesse daran haben, dass genau dieses eine innovative Produkt mit seiner Geschäftsidee tatsächlich in die Tat umgesetzt wird.

Auch lesenswert: Wie Gründer und Startups von Venture Capital profitieren können.

Die Entwicklung des Crowdfundings

Interessant für Unternehmensgründer ist natürlich die Frage, ob und wie sich die Finanzierungsform des Crowdfundings für das eigene Unternehmen nutzen lässt. Denn tatsächlich ist diese Art der Eigenkapitalaufstockung noch recht neu. Sie ist historisch auf die Musikindustrie zurückzuführen: Als Reaktion auf zunehmende Raubkopien nutzte der Musiker und Produzent Brian Camelio die Plattform ArtistShare zur Finanzierung eines (neuen) Albums.

Die Musikliebhaber mussten also zunächst zahlen, damit ein Album überhaupt aufgenommen wurde. 2008 und 2009 wurden die heute noch sehr beliebten Plattformen Indiegogo und Kickstarter gegründet, über die schon viele Projekte realisiert werden konnten. Bereits 2014 meldete Kickstarter eine Gesamtinvestitionssumme von 1 Milliarde US-Dollar die von rund 5,7 Millionen Menschen aufgebracht wurde.

Indiegogo - einer der Platzhirsche beim Crowdfunding

Indiegogo – einer der Platzhirsche beim Crowdfunding

Neben der bereits erwähnten Pebble-Smartwatch wurde etwa in Deutschland über Crowdfunding beispielsweise der Film zur beliebten Fernsehserie „Stromberg“ finanziert. Während der Produzent „Brainpool“ von einem dreimonatigen Finanzierungszeitraum ausging, kamen bereits nach zwei Tagen 150.000 Euro zusammen; nach einer Woche waren 1 Million Euro erreicht. Auch viele Videospiele, darunter „Star Citizen“ und „Wasteland 2“ konnten letztlich nur aufgrund der Schwarmfinanzierung realisiert werden

Plattformen für Crowdfunding

Die Online-Plattformen nehmen in der Regel mehrere Rollen ein:

Zum einen wird die Idee hinter dem zukünftigen Produkt Online vorgestellt. Bereits an der ersten Reaktion der Nutzer läßt sich in aller Regel das Markt-Potential der Idee ablesen. Hier gilt die einfache Logik: Je mehr Reaktion – desto mehr Erfolgsmöglichkeiten.

In diesem weiteren Sinne sind die Plattformen für Crowdfunding also Marketing, Marktforschungs– und Finanzierungs-Plattform in einem.

Die bekanntesten Plattformen für Crowdfunding sind:

 

Wie das Crowdfunding von Unternehmern genutzt werden kann

Um dieses Potenzial für von Crowdfunding für die eigene Firma bzw. ein Start-up zu nutzen, ist es zunächst einmal notwendig, sich auf einer der bekannten Plattformen anzumelden. Dabei müssen etwa im Falle von Kickstarter 5 % der erreichten Finanzierungssumme als Provisionsgebühr gezahlt werden, zudem müssen die Investoren zwischen drei und 5 % der Investition an den Zahlungsdienstleister abführen. Dafür erhebt Kickstarter keine weiteren Besitzansprüche mehr an das Projekt. Dabei müssen Sie als Unternehmen ein Finanzierungszeitraum sowie eine Gesamtfinanzierungssumme wählen.

Fazit und Empfehlung

Fachleute raten dazu, das zukünftige Projekt nach Möglichkeit bereits deutlich vor dem Start auf der jeweiligen Online-Plattform bekannt zu machen. Dadurch erreichen Sie, dass die ersten Geldgeber bereits unmittelbar nach dem Start investieren – und ebenjener Start dadurch gelingt. Dabei handelt es sich um einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Effekt der genutzt werden soll, denn die Entwicklung einer solchen Kampagne hängt ganz maßgeblich von einem guten Start ab.

Nur wenn davon ausgegangen werden kann, dass die Kampagne tatsächlich erfolgreich wird, lassen sich andere Geldgeber leicht überzeugen. Entsprechend wichtig ist es, im Vorfeld der Kampagne Werbung für das zukünftige Produkt zu betreiben und damit das Projekt bekannt zu machen.

Dafür sollten Gründer vor allem online entsprechende Artikel veröffentlichen und Marketing für die eigene Produkt-Idee betreiben. Ebenso wichtig ist Verbreitung bzw. Bewerbung in sozialen Netzwerken – denn hier ist meist die Internet-Affine Zielgruppe für Crowdfunding am häufigsten zu finden.

Zudem sollte ein realistisches Finanzierungsziel gesetzt werden, welches Sie lieber ein wenig niedriger ansetzen sollten – dann können Sie mithilfe von Crowdfunding auch für Ihr Unternehmen eine Erfolgsgeschichte schreiben.

 

BWL-Artikel

Working Capital – wichtiges Element der Bilanzierung in Unternehmen

Hinter dem Begriff des Working Capital verbirgt sich der Geldwert, der sich aus dem Umlaufvermögen nach dem Abzug der kurzfristigen Verbindlichkeiten ergibt. In einem gesunden Unternehmen ist der Kapitalbetrag positiv. Sollte er in den negativen Zahlenraum rutschen, ist es wichtig, dass Sie als Unternehmer dagegen steuern. Andernfalls kann es zu Problemen mit der Liquidität und damit mit Ihrer Zahlungsfähigkeit kommen.

Auf der anderen Seite darf das Kapital jedoch auch nicht zu hoch sein. In diesem Fall wird die Bindung an das kurzfristige Vermögen zu stark beeinflusst, was ebenfalls eine negative Bilanz zur Folge haben kann. Dies sollten Sie in Bezug auf die Planung im Datenraum berücksichtigen.

Working Capital richtig berechnen

Working Capital

Das Working Capital muss man richtig berechnen

In der Finanzwelt ist es wichtig, das Working Capital zu berechnen. Grundsätzlich handelt es sich um Kapital, das zur Verfügung steht und nicht von einer Bank oder im Rahmen einer Beteiligung erworben wird. Im deutschen Sprachgebrauch bezeichnet man es auch gern als Betriebskapital. Jedes Unternehmen verfügt über einen gewissen Anteil an Kapital, das für Investitionen und für die Begleichung von kurzfristigen Außenständen zur Verfügung steht. Dieses wird auch als Umlaufkapital bezeichnet. Aus diesem Umlaufkapital kann das Working Capital berechnet werden. Die Formel lautet:

Working Capital = Umlaufvermögen – kurzfristige Verbindlichkeiten

Zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten werden verschiedene Posten hinzugezählt. Dazu gehören Kredite, Kosten für WarenlieferungenLohnkosten für Mitarbeiter, aber auch Zins- oder Mietzahlungen. Weitere kurzfristige Verbindlichkeiten können auch für Zwischenfinanzierungen entstehen, die notwendig werden, weil das zur Verfügung stehende Umlaufvermögen nicht ausreicht.

Indiz für die Liquidität eines Unternehmens

Aus dem Working Capital kann man Schlüsse in Bezug auf die Liquidität eines Unternehmens ziehen. Wenn in einem Geschäftsjahr laufend Kapital vorhanden ist, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten zu bedienen, wirkt sich dies auf die Beurteilung der Liquidität positiv aus. Aus diesem Grund wird das Vorhandensein von positivem Working Capital als Indiz für eine gute Liquidität gesehen. Dies bedeutet, dass das Unternehmen zahlungsfähig ist.

Wenn das für die Begleichung kurzfristiger Verbindlichkeiten zur Verfügung stehende Kapital negativ ist, sollte das Unternehmen dringend an einer Optimierung arbeiten. Es droht eine Zahlungsunfähigkeit, die, wenn das Unternehmen nicht zeitig gegensteuert, in einer Insolvenz enden kann. Ist keine oder nur noch eine eingeschränkte Liquidität vorhanden, muss das Unternehmen kurzfristige Kredite aufnehmen, um die Verbindlichkeiten zu bedienen. Kredite sind mit Zinsen belegt, die zusätzliche Kosten verursachen. Bleibt die Begleichung offener Rechnungen durch einen Kunden aus, kann dies bereits innerhalb einer sehr kurzen Zeit zu Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens führen.

Probleme bei zu hohen Überschüssen

Zu hohe Überschüsse können sich negativ auswirken

Grundsätzlich werden Überschüsse, die sich aus den Einnahmen nach dem Abzug aller Verbindlichkeiten ergeben, in der Bilanz eines Unternehmens positiv gewertet. Ist jedoch das Working Capital zu hoch, kann sich dies negativ auf die Liquidität auswirken. Der Hintergrund ist eine hohe Bindung an das kurzfristig zur Verfügung stehende Vermögen. Da die Liquidität eines Unternehmens in einer sehr starken Wechselbeziehung zu dem Working Capital steht, ist eine negative Wertung von zu hohen Posten möglich.

Der Hintergrund liegt darin, dass das kurzfristige Vermögen in der Regel nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung steht. Das Unternehmen baut auf diese Rücklagen, in der Annahme, die Verbindlichkeiten dauerhaft aus diesem Vermögen bedienen zu können. In der Wirtschaft kann es aber schnell passieren, dass sich dieses Verhältnis umkehrt. Hat das Unternehmen auf das Working Capital gebaut und ist dieses nun nicht mehr vorhanden, etwa weil hohe kurzfristige Verbindlichkeiten zu begleichen waren oder das Unternehmen Zahlungsausfälle von Kunden oder anderen Firmen ausgleichen muss, können Zahlungsschwierigkeiten auftreten.

Wenn es nicht möglich ist, diese Zahlungsschwierigkeiten durch kurzfristige Kredite auszugleichen, sind Verbindlichkeiten offen und die Liquidität des Unternehmens sinkt. In der Folge kann auch die Bonität sinken, was wirtschaftliche Handlungen am Markt erschwert oder sogar unmöglich werden lässt.

Bilanzposten zur Ermittlung des Working Capitals

Um eine Aufstellung des Working Capitals zu ermöglichen und sich einen Überblick über den finanziellen Spielraum des Unternehmens zu schaffen, werden in der Bilanzierung verschiedene Posten gegenüber gestellt. Bilanzposten, die zur Ermittlung des Working Capitals herangezogen werden, können sein:

  • offene Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen
  • kurzfristig zu begleichende Forderungen, beispielsweise aus der Umsatzsteuer
  • offene Verbindlichkeiten aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen
  • kurzfristige Verbindlichkeiten aus Steuerzahlungen oder ähnlichen offenen Posten

Die einzelnen Posten unterscheiden sich abhängig von der Ausrichtung des Unternehmens.

Senkung des Working Capitals

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, das Working Capital zu senken

Da man ein zu hohes Kapital im Umkehrschluss als negativ bewerten kann, suchen Unternehmen nach Möglichkeiten, das Working Capital zu senken. Es gibt eine Vielzahl an Optionen, die zur Senkung beitragen können, ohne dass sich das Unternehmen dem Finanzamt gegenüber erklären muss. Dazu gehören unter anderem:

  • Verhandlung längerer Zahlungsziele mit den Lieferanten
  • Senken der Forderungen durch ein intelligentes Mahnwesen, durch Factoring oder kürzere Zahlungsziele
  • Optimierung der Vorräte, die in ihrem Wert in der Bilanz aufgeführt werden

Wichtig ist für jedes Unternehmen, das Betriebsvermögen ständig zu strukturieren und optimieren. Da die Liquidität und damit auch die Bonität eines Unternehmens wichtige Grundlagen für die Wirtschaftlichkeit und die Wirtschaftsfähigkeit eines Unternehmens darstellen, sollten Sie als Unternehmer darauf achten, dass sich das Working Capital immer in einem Rahmen bewegt, der in einer Überprüfung als positiv bewertet wird. Dies stellt eine der wichtigsten Grundlagen für Ihren unternehmerischen Erfolg dar.

Innenfinanzierung – eigene Gewinne investieren

Die Innenfinanzierung ist eine Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung. Dabei setzt das Unternehmen Gewinne vergangener Perioden ein, um Investitionen zu tätigen oder zu expandieren. Im Gegensatz zur Außenfinanzierung wird kein externes Kapital verwendet. Auf diese Weise wird neues Eigenkapital oder neues Fremdkapital aus dem Unternehmen selbst generiert.

Als Synonyme für diese Finanzierungsform werden auch die Bezeichnungen „interne Finanzierung“ und „endogene Finanzierung“ benutzt. Mit einem Online Datenraum können Transaktionen um etwA 50% beschleunigt werden.

Informieren Sie sich hier über die verschiedenen Formen der Innenfinanzierung, ihre Voraussetzungen, Vor- und Nachteile sowie die Ermittlung ihres Potentials.

Offene Selbstfinanzierung

Innenfinanzierung

Offene und Stille Selbstfinanzierung

Bezüglich der Innenfinanzierung lassen sich mehrere Formen unterscheiden: Bei der Selbstfinanzierung (= Eigenfinanzierung) erhöht das Unternehmen sein Eigenkapital. Dies kann geschehen, indem einbehaltene Bilanzgewinne zur Finanzierung genutzt werden. In diesem Fall liegt eine „offene Selbstfinanzierung“ vor.

Diese wird auch als Thesaurierung bezeichnet (der Begriff ist aus dem griechischen Wort thesauros = Schatzhaus abgeleitet). Aktiengesellschaften sind gesetzlich verpflichtet, Gewinne in Höhe von 5% des Jahresüberschusses einzubehalten, bis die Kapital- und Gewinnrücklagen 10% des Grundkapitals ausmachen.

Stille Selbstfinanzierung

Die andere Untergruppe ist die „stille Selbstfinanzierung“. Auch hierbei behält das Unternehmen Gewinne ein, aber solche, die bislang nicht ausgewiesen wurden. Das Unternehmen bildet Reserven, indem es seine Verbindlichkeiten, also Passiva, überbewertet oder seine Vermögensgegenstände, also Aktiva, unterbewertet.

Auch bei der stillen Selbstfinanzierung steigt der Vermögenswert des Unternehmens. Aber anders als die offene Selbstfinanzierung unterliegt die stille Selbstfinanzierung nicht der Besteuerung. Stille Reserven muss man erst bei der Veräußerung versteuern.

Fremdfinanzierung

Der Komplementärbegriff zur Selbstfinanzierung ist die Fremdfinanzierung. Bei dieser löst das Unternehmen langfristige Rückstellungen auf. Im Unterschied zu Rücklagen gehören Rückstellungen zum Fremdkapital. So bildet der Betrieb bei dieser Finanzierungsform Fremdkapital, ohne Geldzufuhr von außen zu benötigen. Mit Hilfe von Rückstellungen werden Aufwendungen, die sich auf mehrere Perioden beziehen, abgegrenzt.

Sie führen zu einem späteren Zeitpunkt zu Verbindlichkeiten. Beispiele sind Pensionsrückstellungen oder Rückstellungen für Instandhaltungsmaßnahmen. Der genaue Zeitpunkt der entsprechenden Auszahlung kann ebenso ungewiss sein wie die Höhe und die Fälligkeit überhaupt. Da die Rückstellungen den Gewinn schmälern, aber die zugehörigen Geldmittel zunächst im Unternehmen verbleiben, stehen sie für die Innenfinanzierung zur Verfügung.

Abschreibungen

Das Unternehmen muss am Markt höhere Preise erzielen

Eine weitere Form ist die Innenfinanzierung durch Abschreibungsgegenwerte. Hierbei bildet das Unternehmen kein neues Kapital. Abschreibungen dienen der Streckung von Anschaffungs- und Produktionskosten auf mehrere Jahre. Dadurch wird der Verzehr von Anlagen und Produktionsmitteln bewertet.

Abschreibungen stellen somit Aufwendungen dar, die mit der Nutzung der Anlagen verbunden sind. Wie andere Aufwendungen (z. B. Mieten, Pachten) kalkuliert man Abschreibungen in die Preise mit ein. Soweit der Ersatz abgeschriebener Produktionsmittel durch das Unternehmen nicht erforderlich ist, entstehen Spielräume für die Innenfinanzierung. Dies wird als Kapitalfreisetzungseffekt bezeichnet.

Umschichten von Vermögensgegenständen

Auch das Umschichten von Vermögensgegenständen stellt eine Gruppe der Innenfinanzierung dar. Dabei veräußert der Betrieb Aktivpositionen, zum Beispiel Maschinen oder Gebäude. Hierdurch wird gebundenes Kapital freigesetzt.

Auch Forderungen von Kunden oder Lieferanten kann das Unternehmen verkaufen. Diese Form stellt einen Aktivtausch dar, bei dem das Unternehmen nicht liquide Aktiva in liquide Aktiva umwandelt. Die Geldmittel steigen also in dem Umfang, in dem das Anlagevermögen sinkt.

Alternativ kann das Unternehmen die Geschwindigkeit des Kapitalumschlags erhöhen oder die Menge an betriebsnotwendigem Kapital reduzieren. Dies gelingt durch Rationalisierung oder durch den Verkauf von nicht mehr erforderlichen Vermögensgegenständen. Dabei geraten zwar externe Geldmittel in das Unternehmen, aber diese sind der Gegenwert zu eigenen Leistungen. Daher gehören auch solche Maßnahmen zur Innenfinanzierung. Der Kapitalbestand ändert sich hierbei nicht.

Voraussetzungen

Allen Formen ist gemeinsam, dass sich das Unternehmen aus eigener Kraft, also aus den betrieblichen Leistungsprozessen heraus finanziert. Daher ist die Innenfinanzierung in der Regel nur dann möglich, wenn das Unternehmen schon hohe Umsätze erzielt hat und entsprechend hohe Mittel zur Finanzierung bereitstehen. Neugegründete Unternehmen sind meist nicht zu dieser Finanzierungsform fähig.

Zudem muss das Unternehmen in der Lage sein, höhere Preise am Markt durchzusetzen. Denn die Mittel für die Innenfinanzierung werden in jedem Fall in den kommenden Perioden über die Umsätze an das Unternehmen zurückfließen müssen. Entsprechend muss der Betrieb sie in die Preiskalkulation einbeziehen.

Vorteile und Nachteile der Innenfinanzierung

Das Unternehmen finanziert sich aus eigener Kraft

Bei der Innenfinanzierung benötigt das Unternehmen kein externes Kapital und vermeidet so die Abhängigkeit von Kreditgebern. Der zeitliche Aufwand hält sich in Grenzen und es werden keine Zinsen, Gebühren oder Vermittlungsprovisionen wirksam.

Ein Nachteil besteht in der mangelnden Planbarkeit. Der Finanzierungsrahmen ergibt sich aus den Gewinnen der Vorperiode und kann daher nicht genau vorhergesehen werden. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Gewinne unrentabel in Investitionen veranlagt werden.

Cashflow als Indikator

Weit verbreitet ist es, mit Hilfe des Cashflow den verfügbaren Rahmen der Innenfinanzierung zu identifizieren. Dieser beschreibt den Zufluss an Geld während einer Periode. Er kann auch negativ sein, falls unter dem Strich Geld abfließt. Je höher der Cash-Flow ist, desto größer ist das Potential zur Innenfinanzierung. Voraussetzung für die Gültigkeit dieser Beziehung ist, dass Einzahlungen und Auszahlungen zeitlich nicht auseinander fallen. Falls es hier zu Abweichungen kommt, kann sich herausstellen, dass der Spielraum aufgrund des Cash-Flow überschätzt wurde.

Sie können den Cashflow berechnen, indem Sie die Auszahlungen von den Einzahlungen abziehen. Indirekt kann der Cash-Flow auch aus dem Jahresüberschuss hergeleitet werden. Zu addieren ist dann erstens der Aufwand, der nicht mit Auszahlungen verbunden ist, abzüglich des Ertrags, der nicht mit Einzahlungen verbunden ist. Zweitens sind zu addieren die Einzahlungen, die nicht mit Ertrag verbunden sind, abzüglich der Auszahlungen, die nicht mit Aufwand verbunden sind.

Außenfinanzierung – externes Kapital nutzen

Eine Außenfinanzierung basiert auf Kapital, das nicht aus den Erlösen des Unternehmens erwirtschaftet wurde, sondern von außen in das Unternehmen fließt. Darin unterscheidet es sich von der sogenannten Innenfinanzierung, bei der Investitionen aus Kapital getätigt werden, dass aus den Erlösen des Unternehmens genommen wird.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, wenn ein Unternehmen Investitionen zunächst mit einer Innenfinanzierung deckt. Diese ist kostengünstiger, da bei der Außenfinanzierung Kosten anfallen, die das Unternehmen finanziell zusätzlich belasten.

Umsätze des Unternehmens reichen zur Finanzierung von Investitionen nicht aus

Außenfinanzierung

Eine Außenfinanzierung muss gut kalkuliert sein

Die Inanspruchnahme einer Außenfinanzierung wird notwendig, wenn das Kapital, das aus den Umsätzen des Unternehmens gewonnen wird, nicht ausreicht. Hat das Unternehmen keine Rücklagen, aus denen die geplanten Investitionen finanziert werden können, bleibt nur noch die Außenfinanzierung als Alternative.

Dahinter verbirgt sich die Aufnahme eines Kredits oder die Inanspruchnahme einer Investition, etwa von einem privaten Geldgeber. Da sowohl Banken als auch private Geldgeber an der Bereitstellung der Außenfinanzierung verdienen möchten, muss das Unternehmen zusätzliche Kosten, die durch Zinsen und Gebühren entstehen, in die Ausgaben einkalkulieren.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Finanzierung vorab inklusive aller Kosten berechnet wird. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Unternehmen die Investition auch über einen längeren Zeitraum tragen kann.

Möglichkeiten der Außenfinanzierung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Außenfinanzierung für Investitionen zu nutzen. Die klassische Aufnahme eines Kredits wird besonders häufig in Anspruch genommen.

Alternativ ist es möglich, im Rahmen einer Mezzanine-Finanzierung eine stille Beteiligung am Unternehmen zu erreichen.

Beide Finanzierungsvarianten haben Vor- und Nachteile, die der Unternehmer kennen sollte, bevor er sich für ein Finanzierungsmodell entscheidet.

Der klassische Kredit

Eine stille Beteiligung ist ebenfalls möglich

Kredite werden von Banken und Sparkassen auch für Gründer und Firmeninhaber, die investieren möchten, ausgegeben. Alternativ haben Unternehmer die Möglichkeit, einen Kredit bei einer Investitionsbank aufzunehmen.

Diese Kredite sind an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die Ausgabe erfolgt projektbezogen, und es gibt in der Regel eine Obergrenze. So kann es vorkommen, dass das Kapital aus dem Investitionskredit nicht ausreicht, um die Kosten zu decken. In diesem Fall entscheidet sich der Investor für die Aufnahme mehrerer Kredite.

Kredite einer Investitionsbank bevorzugen

Bei der Planung der Finanzierung ist es empfehlenswert, wenn zunächst eine Prüfung erfolgt, ob ein Investitionskredit aufgenommen werden kann. In allen Bundesländern gibt es Investitionsbanken, die Gründungen und Erweiterungen von Unternehmen speziell fördern. Die Kredite stammen aus Fördertöpfen. Die Vergabe erfolgt ausschließlich auf Antrag.

Dabei sind das Projekt und der Finanzierungsbedarf vorzustellen. Wenn die Fördertöpfe leer sind, kann es zur Ablehnung des Finanzierungsantrages kommen. Gleiches gilt, wenn das Projekt nicht zu dem Ziel der Förderung passt. Dennoch ist es ratsam, zunächst einen Antrag bei einer Investitionsbank zu stellen, da die Zinsen deutlich günstiger sind als beim klassischen Bankkredit.

Kreditanstalt für Wiederaufbau

Die KfW-Bank vergibt Kredite, die ebenfalls projektbezogen sind und sich speziell an Gründer richten. Aber auch zum Zwecke der Sanierung erfolgt eine Kreditvergabe. Im Gegensatz zu den Fördertöpfen der Investitionsbanken gibt es für KfW-Kredite kein Limit. Die Gewährung erfolgt auf Antrag, wenn das Projekt zu dem Ziel der Kreditvergabe passt.

Auch hier ist eine Antragstellung in Verbindung mit der Vorstellung des Projekts erforderlich. Ähnlich wie bei der Vergabe von Krediten durch die Investitionsbank sind auch hier die Zinsen günstig. Außerdem gelten längere Laufzeiten, sodass die monatliche Belastung durch den Kredit nicht so hoch ist.

Kredite von niedergelassenen Banken

Banken vergeben klassische Kredite

Die Vergabe von Krediten durch niedergelassene Banken kann quasi zur freien Verfügung erfolgen. Zwar sind auch diese Kredite an das Unternehmen gebunden. Die Vorstellung des Projekts ist jedoch nicht immer erforderlich. Banken und Sparkassen kennen keine Fördertöpfe. Sie vergeben Kredite, indem sie die Bonität des Unternehmens prüfen.

Ergibt die Prüfung, dass das Unternehmen solvent ist, kann eine Kreditvergabe erfolgen. Der Unternehmer kann das Geld auch dann nutzen, wenn sich während der Investitionsphase Änderungen ergeben. Dies gestaltet sich bei einem projektbezogenen Darlehen mitunter als schwierig.

Mehrere Säulen der Finanzierung

Eine Außenfinanzierung baut häufig auf mehreren Säulen auf. Bleibt nach der Beantragung und Gewährung eines Förderkredites noch Kapital zur Finanzierung offen, kann eine Deckung durch einen weiteren Kredit erfolgen. Auch Aufstockungen bereits bestehender Kredite sind möglich.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass der Unternehmer sich nur dann für eine Finanzierung entscheidet, wenn er in der Lage ist, die Raten und die Zinsen zu zahlen. Bei Zahlungsschwierigkeiten kann die Liquidität des Unternehmens schnell infrage gestellt sein.

Mezzanine-Finanzierung

Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Beteiligung des Investors an dem Unternehmen. Somit handelt es sich nicht um einen klassischen Kredit. Genau genommen handelt es sich um eine Mischung aus einer Innen- und einer Außenfinanzierung.

Bei der Mezzanine-Finanzierung wird ein Geschäftspartner gefunden, der bereit ist, Geld in das Unternehmen zu investieren. Er übernimmt jedoch nicht die Funktion einer Bank. Als Sicherheit für seine Investitionen bekommt er eine Beteiligung an dem Unternehmen angeboten. Somit bringt er das Kapital zwar von außen ein. Da er dann jedoch als Teilhaber fungiert, ist es firmeneigenes Geld, das für die Investitionen verwendet werden kann.

Kosten für eine Außenfinanzierung kalkulieren

Eine Außenfinanzierung ist immer mit zusätzlichen Kosten oder Aufwendungen verbunden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Unternehmer vorab berechnet, ob er sich die Finanzierung leisten kann.

Nicht immer ist die Beteiligung einer dritten Person im Rahmen einer Mezzanine-Finanzierung gewünscht. Dann bleibt der Kredit als einzige Alternative. Bei der Aufnahme des Kredits fallen Kosten in Form von Zinsen und Gebühren an. Die Zinsen berechnen sich nach der Summe, die als Kreditbetrag aufgenommen wird. Die Rückzahlung erfolgt gemeinsam mit der Tilgung.

Auf einen festen Zinssatz achten

Variable Zinssätze können nachteilig sein

Für eine sichere Kalkulation der Außenfinanzierung ist es wichtig, dass der Zinssatz für die gesamte Laufzeit festgeschrieben ist. Dies gilt vor allem dann, wenn der Kredit zu besonders günstigen Zinsen aufgenommen wurde. Variable Zinssätze können jederzeit steigen. Es ist aber auch möglich, dass die Zinsen nachgeben. Somit kann ein variabler Zinssatz sogar von Vorteil sein.

Dies gilt aber nur dann, wenn die Außenfinanzierung zu besonders hohen Zinsen aufgenommen wurde. Andernfalls überwiegen die Vorteile des festen Zinssatzes. Die Kosten der Finanzierung stehen fest und die Kalkulation der Rückzahlung erfolgt über den gesamten Finanzierungszeitraum.

Spielraum für Rückzahlungen verhandeln

Vorzeitige Rückzahlungen sind vorteilhaft, weil sie die Kosten für den Kredit reduzieren. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, diese Möglichkeit als Klausel im Kreditvertrag aufzunehmen.