Was ist Acqui-Hiring?

In den USA und anderen Hotspots der Internetwirtschaft macht ein neues Investitionsmodell von sich reden: Acqui-Hiring beschreibt auf Englisch einen Unternehmenskauf, bei dem es gar nicht so sehr um Innovationen oder Marktanteile geht, sondern vielmehr um talentierte Mitarbeiter. “Acqui“ steht dabei für Acquisition (deutsch: Akquisition) und „Hiring“ für die Anstellung des Personals. Aus dieser Perspektive lassen sich so manche Übernahmen, die Google, Facebook und Co. in den vergangenen Jahren realisiert haben, deutlich besser verstehen.

Neues Ziel für den Unternehmenskauf

Für die meisten Unternehmen entscheiden gute Mitarbeiter über Erfolg und Misserfolg

Für die meisten Unternehmen entscheiden gute Mitarbeiter über Erfolg und Misserfolg

Acqui Hire, wie das Prinzip mitunter auch betitelt wird, setzt nämlich dort an, wo progressives Business häufig seinen Ursprung findet: Die neuen Möglichkeiten des Internets erlauben es, mit wenig Startkapital, aber klugen Ideen erfolgreiche Geschäfte aufzuziehen. Gleichzeitig suchen nicht nur die Global Player des Silicon Valley ständig nach hoch motivierten und kreativen Mitarbeitern, sondern konkurrieren als Arbeitgeber beispielsweise mit der Automobilindustrie oder dem öffentlichen Dienst. Da liegt es auf der Hand, nicht Headhunter zu bemühen oder aufwendigen Stellenausschreibungen und Ausleseprozessen zu vertrauen, sondern lieber gleich eingespielte Teams komplett einzukaufen.

Weitere Informationen zum Thema Acqui-Hire

Erfolgreiche Beispiele für Acqui-Hiring aus den USA

Die angelsächsische Fachpresse nennt als Beispiel für Acqui Hire sogar die Übernahme von WhatsApp durch Facebook, relevante Zukäufe von Google im Bereich Virtual Reality und Yahoos aggressiven Investitionskurs. Aus Sicht der Analysten lassen sich einige grundsätzliche Muster beim Acqui-Hiring feststellen.

Ein Faktor, der für eine Win-win-Situation sorgt, ist der, dass der Verkäufer sein Gesicht bewahrt. Denn so brillant ein Team um eine Geschäftsidee auch sein mag – häufig droht der Erfolg an Kapitalmangel zu scheitern. Wird der Unternehmenskauf nun quasi durch einen weißen Engel vollzogen, bleibt das Image des kleinen Start-ups unbeschädigt, ohne dass die nervenaufreibende, schwierige und bisweilen erfolglose Suche nach Risikokapital nötig wird.

Der Großkonzern, der per Acqui Hire seine Belegschaft verstärkt, stellt dann oft nach kurzer Zeit das eigentliche aufgekaufte Geschäftsmodell ein und erfreut sich an den Fähigkeiten und Talente der neuen Mitarbeiter.

Junges Talent beim Acqui Hiring

Junges Talent beim Acqui Hiring

Rechtliche Rahmenbedingungen und Due-Diligence-Prüfung

Wer sich nun für solch eine Art von Unternehmenskauf interessiert, sollte besonderes Augenmerk auf die Due-Diligence-Prüfung legen. Niemand will die Katze im Sack kaufen, es gilt also, Bücher, Geschäftssituation und Verträge sorgfältig zu prüfen. Der Haken dabei: Gerade kleine Unternehmen, die sich im Aufbau befinden und deshalb so interessant sind, haben oft nicht die Ressourcen, um die eigene Dokumentation so streng zu erfüllen, wie der Käufer sich das wünschen würde.

Experten empfehlen deshalb den Gründern, die sich für einen Unternehmenskauf fit machen wollen, früh mit den Vorbereitungen zu beginnen und sich dabei in die Rolle des Käufers hineinzuversetzen. Dazu zählt auch, im Rahmen der Due-Diligence-Prüfung Etappen zu vereinbaren – der Kontakt mit dem Humankapital, den so begehrten Mitarbeitern, steht dabei nicht unbedingt am Beginn. Der Austausch von vertraulichen Dokumenten lässt sich übrigens mittlerweile seriös und bequem per Datenraum im Internet realisieren.

Unterschiede als Vorteil begreifen

Der Spirit der Mitarbeiter sollte beim Acqui Hire nicht leiden

Der Spirit der Mitarbeiter sollte beim Acqui Hire nicht leiden

Weiter sollten laufende Geschäftsverbindungen des Start-ups analysiert werden. Hier lauern Kostenrisiken, wenn etwa Rechte abgetreten wurden, um schnelle Geschäfte zu ermöglichen. Wichtig ist es auch, möglichst früh offen zu kommunizieren, wie das Merger, die Integration nach Vertragsabschluss praktisch und optimal umgesetzt werden kann. Die Teams einer kleinen und jungen Firma sind an andere Hierarchien, Abläufe und Arbeitskultur gewöhnt als an die, welche in einem Großunternehmen meist genau reguliert sind. Damit der so wichtige Esprit der eingekauften Mitarbeiter weiter wirkt, macht es häufig Sinn, die Gründung einer neuen Abteilung zu erwägen, in der diese Besonderheiten Bestand haben können. Das Gefühl einer feindlichen Übernahme ist tunlichst zu vermeiden, es könnte Motivation zerstören.

Mit Bonuszahlungen Motivation erzeugen

Nicht zuletzt geht es bei einem Unternehmenskauf immer auch um Geld. Wie beschreiben sind die greifbaren Unternehmenswerte im Fall von Acqui-Hiring tendenziell überschaubar, sondern es geht darum, den Wert der Mitarbeiter einzuschätzen. Diese wiederum sollten von der Transformation profitieren, beispielsweise durch das Mittel einer Bonuszahlung. Nur so kann sichergestellt werden, dass Acqui Hire die gewünschte Effizienz entfaltet.

Ein Vorteil solcher Bonuszahlungen ist zudem, dass sie oft für den Empfänger von Steuern befreit sind. Der Käufer kann solche Extra-Zahlungen unter Umständen unter anderen Posten verbuchen und muss sie so nicht dem reinen Kaufpreis für das übernommene Unternehmen zurechnen.

Entscheidend bleibt, parallel durch Vertragsklauseln sicherzustellen, dass die neuen Mitarbeiter für einen definieren Zeitraum im neuen Unternehmen verbleiben und sich verpflichten, in ihrem Bereich keinen Anwerbeversuchen der Konkurrenz zu folgen oder erneut ein Start-up zu gründen.

Beim Acqui-Hiring geht es vor allem um weiche Faktoren

Beim Acqui-Hiring geht es vor allem um weiche Faktoren

Fazit: Ein Acqui Hire will sorgfältig realisiert sein

Als Unternehmenskauf 2.0 könnte man das Prinzip Acqui Hire also im Internetjargon beschreiben. Als junges Geschäftsmodell ist es zwar bereits Insidern bekannt, aber nicht so erprobt, wie sich konservative Anleger es sich wünschen würden. Doch diese Krux, dass neue Wege Chancen eröffnen und zugleich etwas unheimlich wirken, ist kaum aufzulösen.

Allerdings beweisen Fallbeispiele gerade in den Bereichen Softwareentwicklung und Ingenieurwesen: Mit Acqui-Hiring lässt sich das leidige Problem des Fachkräftemangels in Wachstumsbranchen elegant lösen.

Und manches Großunternehmen, welches Gefahr läuft, in verkrusteten Strukturen an Innovationskraft zu verlieren, gewinnt durch eine solche Akquisition nicht nur neue Mitarbeiter, sondern auch an Wettbewerbskraft. Es ist kein Zufall, dass Unternehmen wie Google und Facebook bereits ganz selbstverständlich auf Acqui Hire beim Unternehmenskauf setzen, um Erfolgsgeschichten fortzuschreiben. Hierzulande ist beispielsweise Rocket Internet der Samwer-Brüder bekannt dafür, neue Modelle aus den USA möglichst zeitnah zu kopieren.

Dieser Beitrag zum Thema Acqui-Hiring ist auch auf Englisch erschienen.

GmbH oder AG gruenden?

GmbH oder AG: Welche Gesellschaftsform für Gründer?

Planen Sie die Gründung eines Unternehmens, spielt die Wahl der richtigen Gesellschaftsform bereits vor der eigentlichen Geschäftseröffnung eine primäre Rolle. Ob Sie eine Aktiengesellschaft oder eine GmbH gründen, müssen Sie bereits auf der Anmeldung beim Finanzamt und beim Gewerbeamt angeben. Die Entscheidung treffen Sie nicht eigenständig, sondern sind bei der Wahl zwischen GmbH und AG an gesetzliche Vorgaben gebunden.

AG und GmbH: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

unterschiede zwischen gmbh und agDie AG und die GmbH haben einige Gemeinsamkeiten, sind aber von noch mehr Unterschieden geprägt. In beiden Fällen handelt es sich um rechtskräftige Gesellschaftsformen, die Ihre Haftung als Startup und Unternehmer regeln und Organe des Unternehmens regeln. Beide Unternehmensformen sind Kapitalgesellschaften. Der wichtigste und größte Unterschied zeigt sich in der Aufwendung des Stammkapitals. Bei einer GmbH müssen Sie 25.000 Euro Grundkapital vorhalten, während Sie als AG den doppelten Finanzaufwand von 50.000 Euro Stammkapital nachweisen müssen.

Ebenso ergeben sich gravierende Unterschiede in der Übertragung von Firmenanteilen. Aktien sind formlos übertragbar, während die Änderung der Firmenanteile einer GmbH einer notariellen Beurkundung bedarf. Die AG ist unabhängiger von Eigentümern, während GmbH Gründer in bestimmten Fällen auch mit ihrem Privatvermögen haften.

Welche Gesellschaftsform bei welchen Voraussetzungen?

unterschiede zwischen gmbh und agDie Entscheidung zwischen der GmbH und AG wird in erster Linie über das vorhandene Kapital getroffen. Wenn Sie die 50.000 Euro für die AG Gründung nicht haben, bleibt Ihnen primär die GmbH. Aber auch der Gründungsaufwand und die Gründungskosten sollten ins Augenmerk genommen werden. Eine AG gründen ist weitaus zeit- und kostenintensiver als ein GmbH Startup. Ein weiterer Aspekt beruht auf den strengen Regeln, die im Falle einer AG enger gefasst sind. Dies ergibt sich aus den Gesetzen am Aktienmarkt, die in der AG Gründung Einfluss nehmen und eingehalten werden müssen.

Im Endeffekt sollten Sie sich vor der Firmengründung rechtlichen Rat einholen oder die Steuerberatung aufsuchen, um Tipps für die zu Ihnen passende Gesellschaftsform zu erhalten und die formellen Angelegenheiten zur Gründung rechtssicher und korrekt abzuwickeln. Möchten Sie keinen mindestens 3-köpfigen Aufsichtsrat bestimmen, kommt eine AG nicht in Frage. Gleiches gilt auch, wenn Sie für Ihr Unternehmen keine explizite Satzung erschaffen möchten.

Voraussetzungen und Haftung der GmbH

Die Gründung einer GmbH ist einfacher und erfordert ein geringeres Stammkapital. Sie benötigen keine Satzung und müssen Firmenanteile nicht notariell beurkunden lassen. Weiter ist es nicht nötig, einen Aufsichtsrat zu benennen und mindestens 4 Mal pro Jahr Sitzungen abzuhalten. Als GmbH Vorstand kann in einigen Fällen die Durchgriffshaftung gelten, was eine Haftung mit Ihrem Privatvermögen einschließt. Bei Verletzung der Sorgfaltspflicht kann sich die Gesellschaftsform GmbH als riskante und nachteilige Entscheidung erweisen. Die neue Kapitalaufnahme kann Sie vor einige Hürden und Herausforderungen stellen.

Voraussetzungen und Haftung der AG

Eine AG gründen Sie mit 50.000 Euro Stammkapital und notarieller Beurkundung. Der Gründungsaufwand ist höher, Ihre Sorgfaltspflicht ist größer und Sie müssen mit hohen Beträgen in Vorleistung gehen. Als AG genießen Sie ein sehr hohes Ansehen und haben es einfach, neues Kapital zu generieren oder die bestehenden Firmenanteile in Form von Aktien formlos zu übertragen. Sie haften nicht mit Ihrem Privatvermögen, sondern beschränken sich haftungsrechtlich primär auf das Kapital des Unternehmens. Der hohe Verwaltungsaufwand begründet sich im Aktiengesetz, dem Sie als Gesellschafter der AG unterliegen.

Orientieren Sie sich bei der Entscheidung zwischen der GmbH und der Aktiengesellschaft an Ihren unternehmerischen Zielen. Wählen Sie die Gesellschaftsform, die strukturell und verwaltungsrechtlich am besten zur Firma passt.

Technische Due Diligence

Technische Due Diligence

Geht es um einen Unternehmenskauf, Firmenverkauf oder ein konkretes Investitionsvorhaben, taucht immer häufiger der begriff technische Due Diligence auf. Umfassende Due Diligence Prüfungen, die auch den technischen Bereich einbeziehen, erweisen sich als notwendig und vorteilhaft, um die möglichen Risiken von Investitionsentscheidungen frühzeitig zu erkennen und einen realistischen Kaufpreis zu ermitteln.

Due Diligence – Begriffserklärung

Was ist genau eine technische Due Diligence?

Was ist genau eine technische Due Diligence?

Wörtlich lässt sich der Begriff “Due Diligence”, der ursprünglich aus dem englischen Sprachraum stammt und heute weltweit von Fachleuten benutzt wird, als ‚gebotene Sorgfalt‘ übersetzen. Schon aus dieser Übersetzung lässt sich die Bedeutung sowie die Wichtigkeit solcher Prüfungen erkennen. Kein Investor möchte bei einem Firmenkauf ein unnötiges Risiko eingehen. Um den Wert eines komplexen Kaufobjektes und die eventuell verborgenen Risiken bereits im Vorfeld so genau wie möglich einschätzen können, müssen vor dem Kauf eines Unternehmens oder eines komplexen Immobilienprojekts  viele Informationen zusammengetragen und unter verschiedenen Gesichtspunkten ausgewertet werden. Spezielle technische Aspekte werden im Rahmen einer technischen Due Intelligence geprüft, während vor allem wirtschaftliche und finanzielle Fragestellungen im Rahmen der Financial Due Diligence überprüft werden.

In der Praxis beauftragt in der Regel der Käufer häufig Wirtschaftsprüfer und andere externe Fachleute mit der Bewertung des Investitionsobjektes. Im Auftrag des Interessenten analysieren die Experten die Schwächen und Stärken der angebotenen Firma gründlich und umfassend. Das abschließende Ergebnis dieser detaillierten Untersuchung wird in einem Bericht zur technischen Due Diligence zusammengefasst.

Technische Due Diligence

Es liegt auf der Hand, dass bei solchen Analysen die finanziellen und ökonomischen Fragen eine zentrale Rolle spielen. Doch nicht weniger wichtig sind in vielen Fällen die technischen Aspekte des zu bewertenden Objektes. Wer sich für die zu erwartende Rendite eines Investments interessiert, kommt an technischen Details in den meisten Fällen nicht vorbei. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei der Investition um eine Immobilie oder ein großes Industrieunternehmen handelt. Dieser Teil der Risikoprüfung wird als Technical-DD oder umgangssprachlich als technische Due-Diligence bezeichnet.

Die technische Due Diligence kann also als Teilbereich der umfassenden Risikoprüfung im Rahmen einer Due Diligence angesehen werden. Die Fachleute, die diesen Teil der Arbeit übernehmen, sind häufig Ingenieure oder erfahrene Techniker, die über das erforderliche Spezialwissen verfügen. Diese Experten wissen genau, welche Informationen erforderlich sind, um die verwendeten Technologien und die vorhandene Technik exakt zu bewerten.

Bei solchen Untersuchungen geht es nicht allein um den Ist-Zustand einer Immobilie oder einer technischen Ausstattung, sondern auch um Fragen der Instandhaltung und Instandsetzung. Mindestens genauso wichtig ist bei den meisten Objekten die gegenwärtige Auslastung der Technik und das Modernisierungs-Potential. Erst wenn alle diese Informationen vollständig zusammengetragen und ausgewertet sind, lässt sich die Investitionssumme fundiert berechnen. Diese Informationen fließen zusätzlich in die Financial Due Diligence ein. Außerdem dient das Zahlenwerk als Basis für Kostenprognosen für den späteren Käufer.

Je komplexer und größer das zu bewertende Investitionsobjekt ist, desto aufwendiger sind technische Due Diligence und Financial Due Diligence. In der Praxis erweist es sich daher als vorteilhaft, wenn vor dem Start einer solchen Prüfung vom Auftraggeber eine Checkliste erarbeitet wird, die von den beauftragten Experten Punkt für Punkt abgearbeitet werden kann.

Lese-Tipp: Eine ausführliche Due Diligence Checkliste können Sie hier herunterladen.

Risiken für den Verkäufer

Risiken vermeiden während einer  technischen Due Diligence

Risiken vermeiden während einer technischen Due Diligence

Soll ein Unternehmen verkauft werden, in dem technologische Fragen eine besonders wichtige Rolle spielen, kann genau hierbei einen Interessenkonflikt entstehen. Der Verkäufer muss befürchten, dass sich Konkurrenten als Interessenten ausgeben, um an wertvolle Informationen zu gelangen, die wettbewerbsrelevant sind. Außerdem ist es nicht ausgeschlossen, dass sich in der Belegschaft Nervosität und Unruhe ausbreitet, wenn plötzlich externe Fachleute sämtliche Bereiche des Unternehmens gründlich unter die Lupe nehmen. Um Gerüchten keine Nahrung zu bieten, ‚tarnen‘ sich manche Spezialisten. die mit solchen Untersuchungen beauftragt wurden. Sie geben sich dann als Mitarbeiter einer Bank oder als Techniker aus, um ungestört und möglichst neutral arbeiten zu können.

Noch schwerwiegender sind die Bedenken, wenn es um Betriebsgeheimnisse und innovative Schlüsseltechnologien geht. Diese Faktoren haben eine zentrale Bedeutung für die Kaufsumme. Insofern ist der Verkäufer gezwungen, mit offenen Karten zu spielen, um das Interesse der Käufer zu steigern. Gelangen jedoch durch Indiskretion sensible Daten an die Öffentlichkeit oder bekommen Fremde Kenntnis von wichtigen Forschungsergebnissen, kann der Schaden für den Verkäufer existenzbedrohend sein.

Welche Vorteile bietet Vendor Due Diligence?

Unter Umständen kann in solchen Fällen das sogenannte Vendor Due Diligence Verfahren ein Ausweg sein. In diesem Falle geht die Initiative für die Überprüfung vom Verkäufer aus. Manche Verkäufer lehnen Vendor Due Diligence wegen der zu erwartenden Kosten ab. Doch das Verfahren bietet bei bestimmten Fällen eine ganze Reihe von Vorteilen, die diesen Nachteil aufwiegen. Der Verkäufer hat die volle Kontrolle und weiß genau, wer welche Informationen bekommt. Außerdem kann er bei der Überprüfung möglicherweise Schwachstellen erkennen und beseitigen, die den Verkaufspreis drücken könnten. Spielt der Zeitfaktor eine wichtige Rolle, ist dieses Verfahren besonders zu empfehlen. Der Verkäufer kennt alle relevanten Daten und kann die Fachleute effektiv bei ihrer Analyse unterstützen. Allerdings akzeptiert nicht jeder potentielle Käufer eine solche Überprüfung und möchte sich selbst ein Bild machen.

Financial Due Diligence

Als financial Due Diligence wird der Teil eines Due Diligence Verfahrens bezeichnet, in dem das Vermögen, die Ertragslage und die Finanzen des zu veräußernden Unternehmens objektiv bewertet werden. Wirtschaftsfachleute analysieren Gewinne und Verluste, überprüfen die Bilanzen und berechnen den Cashflow. Um das Potential des Unternehmens einzuschätzen, werden die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis und anderen wichtigen Unternehmenszahlen in diesem speziellen Bereich der Due Diligence genau erfasst und analysiert.

Lese-Tipp: Diese Dokumente sollten Sie in einer Due Diligence bereitstellen

Bereitstellung des Due Diligence Reports im Datenraum

Experten in einer Beratung zur technischen Due Diligence

Experten in einer Beratung zur technischen Due Diligence

Die Ergebnisse der vielfältigen Untersuchungen und Analysen werden zunächst von einem erfahrenen Team ausführlich diskutiert und abschließend in einem Bericht zusammengefasst. Die meisten Firmen speichern die Due Diligence Berichte anschließend in einem Datenraum ab. Als besonders vorteilhaft erweist sich dieses Verfahren, wenn mehrere potentielle Käufer bereitstehen oder eine Auktion geplant ist. Dann müssen die relevanten Unterlagen nicht in physischer Form bereitgestellt werden, sondern können gleichzeitig von verschiedenen Personen eingesehen werden. Für den Verkäufer ist ein solches Verfahren ebenfalls vorteilhaft, weil es Kosten und Zeit spart. Außerdem müssen auf diese Weise keine Originalunterlagen herausgegeben werden und der Verkäufer hat jederzeit die volle Kontrolle über die veröffentlichten Daten und Informationen.

Fazit zur technischen Due Diligence

Die technische Due Diligence ist ein wesentlicher Bestandteil einer Due Diligence Prüfung. Dabei liegt der Fokus der Prüfer auf den technologischen Aspekten des Investments. Um die technische Qualität eines Investments zuverlässig einschätzen zu können, werden Spezialisten aus den jeweiligen Fachbereichen hinzugezogen. Die wichtigsten Informationen werden in einem Report im Rahmen der Due Diligence zusammengestellt.

Der Käufer hat auf diese Weise die Möglichkeit, anhand der übersichtlich aufbereiteten Daten die Investitionssumme und den Aufwand realistisch festzustellen und den erforderlichen Investitions- und Instandsetzungsbedarf abzuschätzen. Interessieren sich mehrere Käufer für ein bestimmtes Objekt, ist es vorteilhaft, die wichtigsten Daten des erstellten Reports in einem virtuellen Datenraum zur Verfügung zu stellen.

Wenn Sie mehr über die Ablauf einer technischen Due Diligence im Zusammenspiel mit einer Due Diligence erfahren möchten, so stehen Ihnen die Berater des docurex Datenraums gerne zur Verfügung. Wir freuen uns auf Sie.

Die Struktur einer Bilanz

Was ist eine Bilanz?

Bilanzen sind ein elementarer Bestandteil der Buchführung und müssen zur Dokumentation, Information und Gewinn- und Verlustrechnung von jedem Unternehmen erstellt werden. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen der Bilanz, wie Eröffungsbilanz, Steuerbilanz und Handelsbilanz, die jedoch alle einem sehr ähnlichen Aufbau folgen.

Was versteht man unter dem Begriff „Bilanz“?

In der Bilanz werden Vermögen und Kapital eines Unternehmens am sogenannten Bilanzstichtag (meistens der 31.12. eines jeden Jahres) gegenübergestellt. Während im Inventar Vermögensgegenstände mit Wertangabe und Menge aufgelistet werden, wird in der Bilanz nur der Wert des jeweiligen Vermögensgegenstands angegeben.

Die Bilanz setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Den Aktiva (Vermögensgegenstände) auf der linken Seite, die zeigen, wie die finanziellen Mittel des Unternehmens eingesetzt werden, und den Passiva (grob gesagt das Kapital), die die Ansprüche der Gläubiger an das Unternehmen (Fremdkapital) sowie die der Unternehmer auflisten. Letztere werden als „Eigenkapital“ bezeichnet und ergeben sich aus der Differenz zwischen dem Vermögen und dem Fremdkapital.

Eine wichtige Regel ist die sogenannte Bilanzgleichung. Sie sagt aus, dass die Bilanz immer ausgeglichen sein muss. Das bedeutet, dass die Summe der Aktiva immer der Summe der Passiva entspricht. Dies ist der Fall, da die Aktivseite die Mittelverwendung angibt, während die Passivseite die Mittelherkunft, also die Schulden des Unternehmens wie Hypotheken und Kredite verzeichnet, die zur Finanzierung der Vermögenswerte verwendet werden.

Woraus setzt sich die Bilanz zusammen?

Die (linke) Aktivseite wird grob in die beiden Bestandteile Anlagevermögen und Umlaufvermögen unterteilt. Ersteres sind jene Teile des Unternehmens, die dem Betriebszweck dienen und nicht veräußert werden sollen. Letzteres sind Vermögensgegenstände, die nicht dauerhaft dem Geschäftsvertrieb dienen und zum Verbrauch, zur Verarbeitung, zur Rückzahlung oder zur kurzfristigen Veräußerung gedacht sind. Hierzu zählen etwa Rohstoffe oder Material, das verarbeitet wird.

Die Passivseite besteht aus den beiden Posten Eigenkapital und Verbindlichkeiten. Das Eigenkapital oder Reinvermögen ist eine rechnerische Größe, die sich ergibt, wenn die Summe der Schulden vom Vermögen abgezogen wird. Verbindlichkeiten gehören zu den Schulden und bezeichnen die finanzielle Verpflichtungen, die ein Unternehmen gegenüber seinen Gläubigern, also beispielsweise Lieferanten oder Kreditgebern, offen hat.

Aktiv- und Passivseite der Bilanz im Detail

Die drei Bestandteile Anlagevermögen, Umlaufvermögen, und Verbindlichkeiten, können in die  Kategorien von Vermögen und finanziellen Verpflichtungen aufgeteilt werden.

Die linke Aktiv-Seite der Bilanz wird in Deutschland meistens nach dem folgenden Schema gegliedert:

Die Struktur einer Bilanz

Die Struktur einer Bilanz

I. Aktiva

  1. Anlagevermögen:
  2. a) immaterielle Vermögensgegenstände wie beispielsweise Patente, Lizenzen und geistiges Eigentum an einem Namen oder einer Marke
  3. b) Grundstücke und Gebäude
  4. c) technische Anlagen und Maschinen
  5. d) Fuhrpark
  6. e) Ladeneinrichtung
  7. f) Betriebs- und Geschäftsausstattung
  8. g) Finanzanlagen wie Aktien, Wertpapiere oder Beteiligungen an anderen Unternehmen
  1. Umlaufvermögen:
  1. a) Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die zur Produktion benötigt werden
  2. b) unfertige Erzeugnisse
  3. c) fertige Erzeugnisse
  4. d) Handelswaren
  5. e) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, d.h. finanzielle Verbindlichkeiten für gelieferte Waren und Dienstleistungen, die ein anderes Unternehmen als Schuldner gegenüber dem eigenen Unternehmen hat
  6. f) sonstige Forderungen
  7. g) Bankguthaben
  8. h) Kasse (Bestand an Bargeld)
  1. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten:

Rechnungsabgrenzungsposten (RAPs) werden benötigt, um gemäß der Grundsätze korrekter Buchhaltung Gewinn und Verlust richtig zu verbuchen.

Der Bilanzstichtag, ein bestimmter Zeitpunkt, für den die Bilanz erstellt wird (wie beispielsweise der 31. Dezember bei einer Jahresbilanz), trennt dabei Bezahlung und Lieferung einer Leistung.

Ein Beispiel dafür ist die Miete, die quartalsweise im Voraus gezahlt wird. Die Bezahlung erfolgt also vor der Lieferung der Leistung, was den RAP zu einem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten macht.

Wenn mindestens einer der Monate, für die Miete bezahlt wurde, auf einen Zeitpunkt nach dem Bilanzstichtag fällt, muss ein Rechnungsabgrenzungsposten gebildet werden: Der Betrag, der für die Miete in der Folgeperiode fällig wird, wird so vom Mietkostenbetrag der Zeit vor dem Bilanzstichtag abgegrenzt. Somit fällt der Mietaufwand in die beiden Perioden, in denen auch die Leistung erfolgt, und der Aufwand wird korrekt in zwei verschiedenen Perioden bilanziert. Rechnungsabgrenzungsposten werden in der Folgeperiode (also meist im kommenden Bilanzjahr) aufgelöst, indem der Betrag auf ein anderes Konto verbucht wird.

Die (rechte) Passivseite einer Bilanz gliedert sich wie folgt:

II. Passiva

  1. Eigenkapital

Bedingt durch die Natur seiner Bildung durch die Subtraktion der Schulden vom Vermögen kann das Eigenkapital sowohl positiv als auch negativ sein. Im ersten Fall spricht man von einem Gewinn, im zweiten von einem Verlust. Das Eigenkapital ist zudem der Betrag, der die Bilanz ausgleicht.

  1. Verbindlichkeiten
  2. a) Hypotheken, also Darlehen, für das Unternehmen als Hypothekennehmer als Pfand Rechte an seiner Immobilie abtritt
  3. b) Darlehen/Kredite
  4. c) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, das heißt Forderungen, die beispielsweise ein anderes Unternehmen für eine erbrachte Leistung oder eine gelieferte Maschine an das eigene Unternehmen stellt
  5. d) sonstige Verbindlichkeiten
  1. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Das Gegenstück zur aktiven Rechnungsabgrenzung auf der linken Aktivseite ist der passive Rechnungsabgrenzungsposten auf der rechten Passiv-Seite, bei dem die Lieferung vor der Bezahlung erfolgt ist. Auch hier müssen immer dann, wenn die Zeitraum der Inanspruchnahme der Leistung nicht deckungsgleich mit dem Bilanzzeitraum ist, eine passende Abgrenzung in der Bilanz vorgenommen werden.

Königsdisziplin: Die Bilanzanalyse

Wirklich interessant werden Bilanzen wenn Sie Bilanzen aus mehreren, hintereinander liegenden  Jahren vergleichen können. Dies ist typischerweise bei der Beurteilung eines Unternehmens beim Unternehmens-Verkauf im Rahmen einer Due Diligence der Fall.

In solchen Fällen werden Sie in einem digitalen Datenraum die gleich strukturierten Bilanzen mehrerer Jahre sprichwörtlich nebeneinander legen wollen. Dabei sollten Sie auf folgende Bestandteile der Bilanz achten:

  • Wie verändert sich der in der Bilanz ausgewiesene Gewinn? Sinkt oder steigt er – oder ist sogar ein Verlust ausgewiesen?
  • Wie hat sich das Eigenkapital der Firma verändert? Nimmt es zu oder muss ein Unternehmen mit dem Gewinn aus den Vorjahren einen Verlust im laufenden Jahr kompensieren?
  • Wie verändert sich das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital und die daraus resultierende Verschuldungs-Quote des Unternehmens
  • Wie hoch sind die Bestände an fertigen Waren sowie die Roh- und Hilfsstoffe im Jahresvergleich? Hat das Unternehmen bereits produzierte Waren „auf dem Hof“ stehen und kann sie nicht verkaufen?

Neben dem Studium der Bilanz sollte man als Käufer beim Erwerb eines Unternehmens natürlich immer auch einen Blick in die Gewinn-und-Verlustrechnung der jeweiligen Bilanzjahre werfen. Weitere Kennzahlen wie etwa die Umsatzrentabilität lassen sich aus einer detaillierteren GuV-Rechnung sehr viel leichter heraus lesen als aus der Bilanz, in der die Zahlen sehr verdichtet dargestellt werden.

Als Teilnehmer einer Kaufprüfung (Due Diligence) müssen Sie die wichtigsten Begriffe im Zusammenhang mit der Analyse von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen im Blick haben. Mehr Begriffe aus Controllung, Buchhaltung und Betriebswirtschaftslehre finden Sie in unserem BWL-Lexikon.

 

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Das Prinzip der Eröffnungsbilanz (Q: Centipede, Wikipedia)

Was ist eine Eröffnungsbilanz

Unter einer Eröffnungsbilanz wird eine Bilanz verstanden, die bei der Gründung eines Unternehmens oder zu Anfang eines neuen Wirtschaftsjahrs erstellt wird. Jeder Unternehmer, der nach § 242 HGB verpflichtet ist, regelmäßig Bilanzen zu erstellen, muss also auch eine Eröffnungsbilanz anfertigen.

Welcher Zweck steckt hinter Eröffnungsbilanzen?

Das Prinzip der Eröffnungsbilanz (Q: Centipede, Wikipedia)

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Zum einen verfolgen Bilanzen wie die Eröffnungsbilanz eine Dokumentationsfunktion. Bei ihr werden sich Vermögen und Schulden bei der Gründung eines neuen Unternehmens bzw. zu Beginn eines neuen Geschäftsjahres gegenüber gestellt. So kann die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens auch von Außenstehenden erfasst werden. Bei bereits bestehenden Unternehmen ist zu beachten, dass sich die eröffnende Bilanz mit der Schlussbilanz decken muss. Diese Tatsache wird auch als Bilanzkontinuität bezeichnet.

Die Dokumentationsfunktion der eröffnenden Bilanzform erstreckt sich beispielsweise auf die Höhe der Einlagen der Gesellschafter und die Ausgestaltung der Sacheinlagen. Ein anderer Zweck von Eröffnungsbilanzen ist, dass die Unternehmen selbst einen Überblick über die finanziellen Mittel erhalten, die ihnen im kommenden Jahr zur Verfügung stehen. Unternehmen, die nicht erst neu gegründet wurden, können zudem die eröffnende Jahresbilanz dieses Jahres mit der Vorjahresbilanz vergleichen und dadurch sehen, wie erfolgreich sich das Unternehmen langfristig entwickelt hat bzw. zukünftig entwickeln könnte. Diese Bilanzform kann also auch als Prognoseinstrument fungieren.

Weiterhin ist es wichtig zu wissen, dass die Erstellung einer Schlussbilanz zum Ende eines Geschäftsjahres nur möglich ist, wenn die Vermögens- und Kapitalverhältnisse zu Beginn eines Geschäftsjahres bekannt sind.

Wie wird eine Eröffnungsbilanz erstellt?

Eröffnungsbilanzen bestehen wie in der „normalen“ Bilanz aus einer Aktiv und einer Passiv Seite. Wie bei anderen Bilanzen auch, werden Gegenstände des Unternehmens im Eröffnungsbilanzkonto entweder auf der Soll oder der Haben Seite aufgelistet. Auf der Haben Seite finden sich beispielsweise Posten wie das Eigenkapital oder Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, während auf der Soll Seite des Eröffnungsbilanz-Kontos der Besitz von Sachanlagen, die Kasse oder der Stand des Warenlagers aufgelistet wird.

Das Eröffnungsbilanzkonto hat dabei den Zweck, die Bestandskonten zu eröffnen. Zwar könnten die Bestandskonten auch ohne eine Gegenbuchung verzeichnet werden, allerdings widerspreche dieses Vorgehen dem Prinzip der doppelten Buchführung. Wer über eine Buchhaltungssoftware verfügt, kann sich glücklich schätzen, da sich bei ihr in aller Regel die Eröffnung der Konten automatisch ergibt. Grundsätzlich werden im Eröffnungsbilanzkonto (EBK) alle Gegenstände erfasst, die aus dem Vorjahr übernommen wurden.

In welchem Zusammenhang stehen Eröffnungsbilanzen und Jahresabschlüsse?

Die eröffnende Bilanz muss auch deswegen erstellt werden, um den Jahresabschluss am Ende des Wirtschaftsjahres anfertigen zu können. Die Schlussbilanz wird gebildet, indem die Eröffnungsbilanz, sowie die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) gegeneinander aufgerechnet werden. In der Schlussbilanz wird das Verhältnis von Aufwand und Ertrag eines Jahres abgebildet. Gemäß des § 257 HGB sowie der § 147 AO müssen Eröffnungsbilanzen übrigens 10 Jahre lang aufbewahrt werden.

In welchen Fällen müssen Eröffnungsbilanzen erstellt werden?

Sowohl bei einer Unternehmensgründung, als auch bei einer Unternehmensumwandlung müssen Sie zwingend Eröffnungsbilanzen erstellen. Das gleiche gilt für den Fall, dass zwei Unternehmen fusionieren oder sich in einem Unternehmen ein Besitzerwechsel vollzieht. Ebenfalls sollten Sie beim Wechsel der Rechtsform oder beim Ausscheiden eines Gesellschafters aus einer Personengesellschaft die Pflicht zur Erstellung von Eröffnungsbilanzen beachten. Für Eröffnungsbilanzen gelten gemäß § 242 Abs. 1 HGB die gleichen Vorschriften wie für die Erstellung einer Jahresbilanz.

Wer muss Eröffnungsbilanzen erstellen?

Die Geschäftsführer von Kapitalgesellschaften – also AG, GmbH oder auch UG – sind dazu verpflichtet, Bilanzen und damit auch Eröffnungsbilanzen, zu erstellen. Unterschrieben werden muss diese Bilanzform von allen Führungskräften.

Welche Frist gilt für die Erstellung von Eröffnungsbilanzen?

Aktiengesellschaften und große bis mittelständische GmbHs müssen ihre Eröffnungsbilanzen innerhalb von 3 Monaten nach ihrer Gründung fertigstellen. Bei UGs, sowie kleineren GmbHs, werden Erstellungsfristen von bis zu 6 Monaten akzeptiert. Bevor Sie also fälschlicherweise von einer 6 monatigen Abgabefrist ausgehen, sollten Sie sich über die in Ihrem Fall geltenden Fristen informieren. So entgehen Sie möglichen unangenehmen Konsequenten von Seiten des Finanzamts oder gar strafrechtlichen Folgen.

Dieser Blog-Beitrag ist Teil der BWL-Fachbegriffe, die wir im Blog von docurex.com erläutern.

Was ist Venture Capital – Chancen für Gründer

Venture Capital (kurz: VC) – in Deutschland auch unter dem Namen Wagniskapital oder Risikokapital bekannt – ist eine speziell für Neugründer und Startups nicht unwesentliches Mittel zur Finanzierung verschiedener Projekte. Dabei investiert eine sogenannte Venture-Capital-Gesellschaft bewusst in ein fremdes Unternehmen, und stellt neben dem notwendigen finanziellen Mitteln auch oft ein gewisses branchenspezifisches Know-How zur Verfügung. Wichtig dabei ist allerdings immer, dass das Unternehmen an Wert gewinnt und weiter wächst.

Anders als von Vielen fälschlicherweise geglaubt, geht es den Investoren dabei nicht um den Erwerb einer Mehrheit an einem Unternehmen. Im Gegenteil: Die Investoren entscheiden sich bewusst für diese Form der Investition, damit eben die Gründer die Mehrheit an ihrem Unternehmen behalten. Letztlich sucht ein Investor auch hier nach der Möglichkeit einer akzeptablen Rendite – bei angemessenem Risiko.

Nicht jedes Unternehmen eignet sich für Venture Capital Investitionen

Speziell für Neugründer klingt es natürlich immer ziemlich verlockend einen gewissen finanziellen Anteil zu erhalten und dabei zugleich noch selbst zu einem großen Teil im Besitz des eigenen Unternehmens zu bleiben. Jedoch sei hierbei festzuhalten, dass VC-Gesellschaften nicht so leicht zu überzeugen sind und einige Unternehmen ebenso für eine solche Form der Investition nicht in Frage kommen. Besonders beliebt für den Einsatz eines Risikokapitals sind junge Unternehmen, die zwar kaum Sicherheiten vorweisen können, dafür aber durch innovative Ideen, Produkte oder Dienstleistungen überzeugen. Gesellschaften, die sich für eine solche Investition entscheiden, steigen im Durchschnitt mit einem Eigenkapital ab 100.000 bis 250.000 Euro ein.

Die unterschiedlichen Phasen von Venture Capital

Venture Capital gliedert sich in mehrere Phasen

Venture Capital gliedert sich in mehrere Phasen

VC Gesellschaften haben zu verschiedenen Zeitpunkten die Möglichkeit durch diese Investitionsform in ein Unternehmen einzusteigen. Generell unterscheidet man drei Phasen beim Einsatz von Venture Capital:

Vor-Gründungsphase: Zu diesem Zeitpunkt befindet sich das Unternehmen noch nicht einmal in den Kinderschuhen, sondern ist noch mit der Umsetzung vorhandener Ideen und der Entwicklung von Prototypen beschäftigt. Da die Vor-Gründungsphase – oder auch Seed Phase – für Gesellschaften ein sehr hohes Risiko bergen, investieren diese nur in sehr seltenen Fällen zu einem solch frühen Zeitpunkt. Im Gegenzug: Sofern das Unternehmen dann tatsächlich von Erfolg gekrönt ist, fällt die erhaltene Rendite für die Investoren besonders hoch aus.

Gründungsfinanzierung: Speziell in den letzten Jahren ist immer wieder von der aufstrebenden Start-Up Szene die Rede. Oftmals sind in solchen Fällen bereits die entsprechenden Ideen und Planungen abgeschlossen, jedoch die finanziellen Mittel zur konsequenten Umsetzung und Expansion des Unternehmens fehlen. Mit dem Einsatz von Risikokapital in dieser Phase ermöglichen die VC-Gesellschaften den Unternehmen die Möglichkeit ihr Produkt in einer entsprechenden Stückzahl zu produzieren und entsprechend zu promoten. Damit sich Investoren hier für eine Investition entscheiden, sollten die Aussichten auf zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg durch das Produkt/die Dienstleistung sehr gut stehen.

Erste Wachstumsphase: Zu diesem Zeitpunkt hat sich das Unternehmen bereits eine gewisse Zeit auf dem Markt etabliert und gezeigt, dass es den Markt erfolgreich bedienen kann. Der Fokus bei einer solchen Investition liegt ganz klar darin die Position am Markt im Vergleich zur Konkurrenz zu verbessern. Das Risiko für die VC-Gesellschaften ist in dieser Phase bereits relativ gering, dass das Projekt ein Flop wird. Allerdings ist dann die Rendite verglichen mit der Seed-Phase entsprechend niedrig.

Venture Capital Gesellschaften in Deutschland

Venture Capital Gesellschaften: Meistens mehr als nur Geldgeber

Venture Capital Gesellschaften: Meistens mehr als nur Geldgeber

In Deutschland gibt es weit über 200 Gesellschaften, die Risikokapital in stark wachsende Firmen oder Startups investieren. Obwohl diese alle das Ziel verfolgen in aufstrebende junge Unternehmen zu investieren, unterscheiden sich diese mitunter erheblich. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die verschiedenen VC Formen:

Der Großteil der Unternehmen lässt sich in die Gruppe der Klassischen Venture Capital Gesellschaften einordnen. Diese haben meist eine kleine Anzahl an Branchen, in die investiert wird. Einer der Vorteile dabei ist, dass diese aufgrund des nicht so breit gefächerten Spektrums meist spürbar Know-How in das Unternehmen einfließen lassen können.

Danach wären auch noch die sogenannten Förderbanken zu nennen. Diese haben meistens eigene Beteiligungsgesellschaften, mit denen sie in Unternehmen einsteigen und investieren. Die Chancen diese Investoren für sich zu gewinnen ist deutlich höher, da deren Beteiligungen schon bei 20.000 Euro beginnen. Allerdings birgt eine solche Beteiligungsgesellschaft auch ein kleines Manko: Im Gegensatz zu den klassischen VC-Gesellschaften investieren die Förderbanken quer durch alle Branchen, wodurch das vorhandene Know-How in den einzelnen Branchen mitunter nicht ganz so intensiv vorhanden sein könnte.

Daneben gibt es mit den High-Tech Gründerfonds, den Corporate Venture Capital Gesellschaften sowie den Fonds Gesellschaften, die explizit nur in junge Firmen investieren:

Eine der Fonds-Gesellschaften der VC Szene: Coparion

Eine der Fonds-Gesellschaften der VC Szene: Coparion

High-Tech Gründerfonds: Diese Gesellschaften steigen gerne schon in der Seed-Phase ein und das bevorzugt in Unternehmen, die neue Technologien mit ihren Produkten bzw. Dienstleistungen vorantreiben möchten. Ein absoluter Pluspunkt für die Neu-Unternehmer ist sicherlich die Kombination aus Bank und Privaten Investoren, wodurch auch das mitgebrachte Know-How sehr nützlich sein kann.

Corporate Venture Gesellschaften: Hierbei handelt es sich um Gesellschaften von sehr großen Unternehmen, die mit ihren Investitionen zugunsten ihrer Muttergesellschaft profitable Vorteile erreichen möchten.

Venture Capital Fonds: Auch hier stehen junge Wachstumsunternehmen im Vordergrund. Im Gegenzug zu den High-Tech Gründerfonds Gesellschaften liegt deren Fokus auf der A-Series Finanzierung. Nachteil für die Unternehmer: Ein Einstieg einer Fonds Gesellschaft (wie etwa Coparion) ist nur dann in Betracht zu ziehen, wenn bereits ein oder mehrere, weitere Investoren vorhanden sind, die ebenfalls in das junge Unternehmen investiert haben.

Fazit zum Thema Venture Capital

Venture Capital öffnet kleinen Unternehmen mit großen Ideen und Startups eine Chance sehr schnell zu wachsen. Grundvoraussetzung dafür ist in aller Regel aber das Potenzial, eine Branche nachhaltig zu beeinflussen oder gar „umzukrempeln“.

Wer als Gründer oder Geschäftsführer (s)einer Firma nach Venture Capital Gesellschaften sucht, sollte in jedem Fall seine Unterlagen und Business-Pläne gut sortiert haben. Für die anschließende Due Diligence, die einem Investment durch Venture Capital Anbieter vorangeht, bietet sich natürlich besonders ein sicherer virtueller Datenraum wie der von docurex.com an. Dabei eignet sich der Datenraum auch gut zur anschließenden Kommunikation mit den Investoren, Geldgebern aber auch mit Banken und dem eigenen Beirat (engl. Board).

 

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BWL-Fachbegriffe: Was sind Rücklagen

Auch wenn die Begriffe Rückstellungen und Rücklagen häufig für ein und denselben Sachverhalt verwendet werden, handelt es sich um zwei unterschiedliche Positionen in der Bilanz. Rücklagen unterteilen sich in zwei Sparten und sind in passiver Form nicht, in aktiver Form durchaus in Bilanzen ersichtlich und steuerlich anrechenbar.

Was sind Rücklagen in unternehmerischen Bilanzen?

Als Rücklagen werden finanzielle Eigenmittel bezeichnet, die im Unternehmenskapital gebunden sind. Sie sind in einigen Branchen, beispielsweise in der Finanz- und Versicherungswirtschaft sogar gesetzlich vorgeschrieben. Ebenso kann eine Vorschreibung laut Satzung vorliegen und den prozentualen Anteil der Rücklagen benennen. Rücklagen unterteilen sich in passive und aktive Posten. Passive Rücklagen sind in der Bilanz nicht ersichtlich, während aktive Rücklagen nicht nur ersichtlich, sondern auch steuerpflichtig sind.

Alle offenen Rücklagen basieren auf dem Eigenkapital eines Unternehmens und dienen dem Zweck, spätere Zahlungen oder unvorhergesehene Ausgaben problemlos realisieren zu können. Primär dient die Rücklage dem Ausgleich von Verlusten und erhöht die Liquidität eines Unternehmens. Zahlt ein Geschäftspartner nicht zuverlässig und es entstehen höhere Außenstände, greifen Unternehmer auf ihre Rücklagen zurück und können sich so vor dem drohenden finanziellen Defizit schützen. Rücklagen sind also eine vorbeugende, eine Präventivmaßnahme. Dem gegenüber stehen Rückstellungen, die bei einer eintretenden Verbindlichkeit avisiert werden und zur Deckung drohender Außenstände dienen.

Unterschiede zwischen Rücklagen und einer Rückstellung

Ein gravierender Unterschied zwischen den beiden Bezeichnungen (Rücklagen und Rückstellungen) basiert auf der Ursache, aus der heraus sie gebildet werden. Während Rücklagen der präventiven Vorbeugung vor Zahlungsausfällen dienen und in der Regel nicht in Anspruch genommen werden müssen, ist eine Rückstellung ein Betrag der gebildet wird, wenn ein Zahlungsausfall droht und der Unternehmer einen finanziellen Engpass „vorhersieht“.

Dabei erfolgt die Bilanzierung einer Rückstellung als Aufwand, wodurch sie den Jahresgewinn spürbar beeinflusst. In Vorbereitung auf eine hohe Steuernachforderung oder die Bildung von Pensionen entscheiden sich große bis mittelständische Unternehmen sehr häufig für eine Rückstellung, aus der die vorhersehbaren Verbindlichkeiten finanziert werden. Häufig wird Geld auch zurückgestellt, um eine im vorigen Geschäftsjahr liegende Verbindlichkeit zu tilgen. Sobald der Betrag bekannt und beispielsweise der Steuer- oder Gerichtsbescheid eingetroffen sind, wird die Rückstellung aufgelöst und ihrem Zweck zugeführt.

Die Rückstellung ist:

– in der Regel aus Fremdkapital gebildet

– erfolgsfördernd: Aufwand wird zum aktuellen Zeitpunkt verbucht, Zahlung erfolgt später

– zweckgebunden.

 

Im Gegensatz dazu sind Rücklagen:

– aus dem Eigenkapital des Unternehmens gebildet

– in der Regel völlig erfolgsneutral

– zweckfrei und nicht an einer Verbindlichkeit orientiert.

 

Da es sich bei der Rückstellung um gebildetes und nicht um vorhandenes Kapital des Unternehmens handelt, erscheinen sie als Fremdkapital auf der Passivseite von Bilanzen und senken den Jahresgewinn. Anders verhält es sich bei der Rücklage, die keinen Einfluss auf den Gewinn nimmt und lediglich durch Eigenkapitalerhöhung die Wirtschaftlichkeit und Stärke eines Unternehmens steigert. In diesem Zusammenhang sind etwa die immer im Eigenkapitel-Teil der Bilanz (rechts, also Passivseite) zu findenden Kapitalrücklagen oder Gewinnrücklagen einer Firma.

Strikte Trennung der Begriffe und Finanzmittel in der Buchhaltung nötig

Eine Kombination der Gelder oder eine gemeinschaftliche Verwendung dieser beiden Bezeichnungen ist nicht zielführend. Für Unternehmen sind Rücklagen zwar praktisch und liquiditätsfördernd, in der Regel aber wenig interessant im steuerlichen Bereich. Da sie die Gewinne nicht schmälern, beeinflussen sie die Forderungen zur Gewerbe- und Umsatzsteuer nicht, wodurch gerade kleinere Unternehmen auf in Bilanzen auftauchende Rücklagen verzichten und sich eher auf das stille Eigenkapital berufen.

Anders verhält es sich bei der Rückstellung, die in Form eines Kredits oder eines Darlehens aus fremdem Kapital gewonnen und zur Tilgung bevorstehender Verbindlichkeiten eingesetzt wird. Dieser Aufwand führt zur steuerlichen Anrechnung und wirkt sich positiv auf die Versteuerung von Unternehmensgewinnen aus.

Fazit zu Rücklagen und Rückstellungen

Sowohl Rücklagen wie eine Rückstellung dürfen in der Steuererklärung nicht falsch eingetragen oder gar außen vor gelassen werden. In beiden Fällen handelt es sich um Kapital, das dem Unternehmen zum aktuellen Zeitpunkt zur Verfügung steht. Dabei unterscheidet man zwischen steuerpflichtigem Aufwandskapital und stillem Kapital bei Rücklagen.

Dieser Blog-Beitrag ist Teil der BWL-Fachbegriffe, die wir im Blog von docurex.com erläutern.

BWL-Begriffe erklärt: Was sind Rückstellungen

Auch eine Form der Rücklage

Was ist eine Kapitalrücklage?

Als Kapitalrücklage werden Kapitalbeträge bezeichnet, die zurückgelegt werden. Soweit ist der Begriff an sich eigentlich selbsterklärend. In der Regel handelt es sich dabei um Gewinne, die dem Eigenkapital zugeordnet werden. Darin unterscheiden sich die Rücklagen von den Rückstellungen, die nicht dem Eigenkapital zugeordnet werden.

Die Kapitalrücklage ist eine reine Vorsichtsmaßnahme: Sie soll betimmte Risiken extra absichern. Als Risiken werden vor allem Verluste bezeichnet. In § 152 Abs. 2, 3 AktG ist festgelegt, dass Aktiengesellschaften die Entwicklung ihrer Rücklagen in der Bilanz oder im Anhang angeben müssen.

Auch eine Form der Rücklage

Auch eine Form der Rücklage

Da diese Vorschrift für alle Rücklagen gilt, sollte ein sogenannter Rücklagenspiegel geführt werden: Hier werden schriftlich und leicht übersichtlich alle Vorgänge und Entwicklungen festgehalten, so dass eine Übersicht über das Geschehen entsteht. Für die Erstellung der Bilanz ist es sinnvoll, wenn in diesem Rücklagenspiegel nicht nur die aktuellen Beträge, sondern auch der Betrag des vorherigen Jahres, der Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag verzeichnet sind. Außerdem gehören die Entnahmen und Einzahlungen aller einzelnen Rücklagenarten in die Aufzeichnungen, sowie der jeweils neue Stand am Stichtag.

Was wie ausgewiesen wird, bestimmt das Gesetz

Bei der Kapitalrücklage handelt es sich um einen Teil der sogenannten offenen Rücklagen. Diese müssen getrennt ausgewiesen werden, so festgeschrieben in der Gliederungsvorschrift des § 266 Abs. 3 HGB. Die Reihenfolge ist ebenfalls festgelegt: An erster Stelle steht das Grundkapital, es folgen die Kapitalrücklagen, danach wird die Gewinnrücklage mit ihren Unterarten aufgeführt. In der Bilanzaufstellung müssen alle Einstellungen und Auflösungen der Kapitalrücklagen aufgeführt werden.

Kapitalrücklagen sind in der Bilanz unterteilt

Die Kapitalrücklagen werden in drei verschiedene Arten davon aufgeführt. Zuerst müssen die Agiobeträge aufgeführt werden, die aus der Emission von Anteilen anfallen. Dabei geht es insbesondere um Aktion, um Vorzugsaktien, aber auch um Bezugsrechte und Wandel- oder Optionsanleihen.

Die zweite Unterart besteht aus Zuzahlungen. Diese wurden von den Gesellschaftern geleistet, um die Gewährung von Vorzügen zu entgelten.

Die dritte Unterart ist sehr weit gefasst: Hier geht es um alle Beträge, die aus allen anderen Zuzahlungen bestehen, die die Gesellschafter in das Eigenkapital leisten.

Die mit der Kapitalrücklage verbundenen Begriffe

In der Erklärung zur Kapitalrücklage wurden einige Begriffe genannt, die nicht sofort klar oder einleuchtend sind. Einer dieser Begriffe ist der Agiobetrag. Darunter versteht man denjenigen Betrag bzw. Wert, der über den Nennwert hinausgeht, wenn im Rahmen einer Kapitalerhöhung neue Aktien ausgegeben werden. In diesem Fall wird in der Regel ein über dem Nennwert liegender Emissionskurs festgelegt – so kommt das Agio zustande. Das Agio wird von der Gesellschaft als Zahlungseingang vereinnahmt. Im Bilanzausgleich ist jetzt ein gleich großer Posten verbucht, und zwar in Form einer Kapitalrücklage.

Daraus folgert aber auch, dass keine Kapitalrücklagen anfallen, wenn die Aktien ausnahmsweise zum Nennwert emittiert werden. Diese Situation wird als Pari bezeichnet. Die Emission der Aktien unter ihrem Nennwert ist übrigens verboten, so nachzulesen in § 9 des AktG. Professionell ausgedrückt heißt dieser Vorgang Unterpariemission. Die Überpariemission, also die Emission zu einem höheren Wert als dem Nennwert, ist statthaft, also erlaubt. Sollte kein Nennwert vorhanden sein, wird der rechnerische Wert herangezogen, um den Agio zu ermitteln.

Rücklagen sind gesetzlich festgelegt

Zusammen mit den Gewinnrücklagen gehört die Kapitalrücklage zur gesetzlichen Rücklage. Festgelegt ist vom Gesetzgeber, dass solange 5 % des Jahresüberschusses in die Gewinnrücklagen eingestellt werden müssen, bis diese gemeinsam mit den Kapitalrücklagen den Wert von 10 % vom Grundkapital erreichen.

Übrigens ist im Zusammenhang mit Kapitalrücklagen auch häufig von Außenfinanzierung die Rede. Das bedeutet folgendes: Nur über die Kapitalrücklage ist es möglich, einem Unternehmen von außen Rücklagen zuzuführen. Alle anderen Rücklagenformen gehören zur so genannten Innenfinanzierung.

Aus der Erfahrung der Datenraum-Projekte von docurex.com werden bei der Bilanzanalyse inbesondere die Passivseiten der Bilanz unter die Lupe genommen. Die hier auftauchenden Fragestellungen sind oft:

  • Sind alle bekannten Risiken ausreichend in der Bilanz mit Werten hinterlegt?
  • Sind die Kapitalrücklagen bereits über den gesetzlichen Vorschriften

Sind die Rücklagen oder die Rückstellungen zu hoch – dann ergibt sich nach dem Unternehmenskauf in der Regel die Möglichkeit, Kapital aus dem gekauften Unternehmen zu entnehmen. Im umgekehrten Fall – wenn Risiken zu gering eingestuft worden sind – wird der neue Eigentümer der Firma Kapital nachschießen müssen. Insbesondere der zweite Fall wird von Investoren nach Möglichkeit vermieden und bereits während einer Due Diligence genau beleuchtet.

Beide Fälle werden in aller Regel während einer Financial Due Diligence genauer beleuchtet und durch entsprechend dokumentierte Fragestellungen in einem Datenraum notariell dokumentiert. So haben sowohl der Käufer als auch der Verkäufer eines Unternehmens größtmögliche Sicherheit was spätere gegenseitige Ansprüche angeht.

Wirtschaftsspionage vermeiden

Sichere Daten: Wirtschaftsspionage vermeiden

Die Wirtschaftsspionage ist so alt wie das Wirtschaftsleben selbst. Bestimmte Fertigungsmethoden, Rezepte oder einfach nur Informationen über die finanziellen Verhältnisse haben schon immer das Interesse der Konkurrenz geweckt. Während sich allerdings früher Bücher und andere Unterlagen ganz einfach abschließen ließen, macht es das Informationszeitalter notwendig, bestimmte Daten jederzeit für eine Vielzahl von Personen verfügbar zu halten, weil anderenfalls Wettbewerbsnachteile drohen. Dies macht die Sicherung von Geschäftsgeheimnissen zu einem umso wichtigeren Thema.

Was ist eigentlich Wissen?

Datenschutz - sicherer Schutz vor Datendiebstahl

Datenschutz – sicherer Schutz vor Datendiebstahl

Bevor es um den Schutz bestimmter Informationen geht, gilt es zunächst, sich dem Thema Daten und Informationen in grundsätzlicherer Weise zu nähern. In welchem Verhältnis stehen Daten zu Informationen und was ist eigentlich Wissen? Es wird in diesem Zusammenhang von der so genannten Wissenstreppe gesprochen. Auf der untersten Ebene befinden sich dabei die Daten. Eine Stufe höher stehen die Informationen, welche sich jeweils aus verschiedenen Daten zusammensetzen.

Die Summe der Informationen bildet dann wiederum das Wissen. Zwar lassen sich auch noch die Daten in einzelne Zeichen herunter brechen, aber diese Unterteilung ist in wirtschaftlicher Hinsicht nicht von Belang.

Das Wissen eines Unternehmens

Die grundsätzliche Struktur der Wissenstreppe unterscheidet sich nicht, ob es sich um eine Person oder ein Unternehmen handelt. Während aber bei einer Person die Filterung von Informationen im Hinblick auf deren Sensibilität automatisch verläuft, müssen Unternehmen ein aktives Wissensmanagement betreiben. Denn Daten gelangen oftmals auf Wegen außer Haus, ohne dass es zu einem aktiven Geheimnisverrat durch einen Verräter oder Whistleblower gekommen ist.

Vielmehr liegt das Problem oftmals in falschen Strukturen sowohl was die Klassifizierung als auch die Speicherung von Daten betrifft. Da außerdem täglich neue Informationen hinzu kommen, geht es nie um die Sicherung eines bestimmten Bestandes sondern um die Implementierung von Strukturen, die eine dauerhafte Gewährleistung des sicheren Umgangs mit sensiblen Daten im Unternehmen garantieren.

Die Sensibilität von Daten

Damit stellt sich im nächsten Schritt die Frage, welche Daten in welchem Maße sensibel sind. In besonderem Maße gilt dies für einfache Informationen, die sich nur aus zwei oder drei Daten zusammensetzen. Verknüpft man etwa eine Summe mit dem Begriff „Monatsgehalt“ und einem bestimmten Namen, dann entsteht aus lediglich drei Daten eine Information, die möglichst nicht nach außen dringen sollte. Trotzdem ist es in der Regel unvermeidlich, diese Informationen so zu hinterlegen, dass eine Vielzahl von Personen aus dem Bereich Personal und Buchhaltung darauf Zugriff nehmen können. Je größer dieser Personenkreis ist, desto höher wird auch das Risiko, da auf jede dieser Zugriffsmöglichkeiten ein Angriff von außen möglich ist. Erst recht dann, wenn es sich nicht um ein rein firmeninternes Netzwerk handelt, sondern ein Zugriff über das Internet möglich ist.

Die richtigen Strukturen schaffen

Um Industriespionage und andere Formen der Aufdeckung von Geschäftsgeheimnissen möglichst gering zu halten geht es deshalb darum, die Strukturen so aufzusetzen, dass nur diejenigen Personen Zugriff auf Informationen haben, die diese Informationen auch tatsächlich benötigen. Für besonders sensible Daten ist im Übrigen eine Überlegung wert, diese gänzlich aus Datenbanken heraus zu lassen, die über das Internet aufrufbar sind. In jedem Fall aber kommt es darauf an, klare Vorgaben dahingehend zu setzen, welche Arten von Informationen in welcher Weise abgespeichert und gesichert werden und von welchem Personenkreis sie im Anschluss aufrufbar sind. Auf dieser Grundlage lassen sich dann Sicherungsmaßnahmen treffen, die ein Eindringen von außen so gut wie undurchführbar macht.

Zusammenarbeit mit Partnern wird vereinfacht

Eine große Zahl von Unternehmen arbeitet bei bestimmten Projekten mit externen Partnern zusammen. Häufig ist es in diesem Zusammenhang unerlässlich, dass diese Zugriff auf bestimmte Informationen erhalten. Umgekehrt sollte der Zugriff nur so weit möglich sein, wie er für die Durchführung des Projekts zwingend erforderlich ist. Das Einsehen von Gehaltslisten, Verträgen mit anderen Unternehmen und viele andere Unterlagen gehören in der Regel nicht dazu. Auch insoweit zahlt es sich aus, wenn für die Speicherung und Archivierung von Daten klare Strukturen für den späteren Zugriff festgelegt sind, da sich dann die entsprechenden Rechte individuell nach Bedarf anpassen lassen. Wirtschaftsspionage durch nicht vertrauenswürdige Partner wird auf diese Weise entscheidend erschwert.

Die Vorteile eines Online-Datenraums

Mit der zentralen Organisation der Informationserfassung in einem Unternehmen wird nicht nur ein besser kontrollierbarer Datenraum geschaffen. Auch die Buchhaltung kann durch Protokollierung der Zugriffe einzelne Buchungen im Bedarfsfall schneller zurückverfolgen. Zudem wird die Erstellung von verschiedenen Arten von Statistiken entschieden vereinfacht.

Die Auswertung der zentral erfassten Daten kann außerdem eventuelle operative oder auch strategische Fehlentwicklungen früh genug aufzeigen, um von Seiten des Managements rechtzeitig gegenzusteuern. Neben der reinen Sicherheit der Daten wird auch deren effektive Nutzung im Zuge der Implementierung eines Datenraums entschieden verbessert.

Unnötige Risiken vermeiden

Behalten Sie ihre Betriebsgeheimnisse!

Behalten Sie ihre Betriebsgeheimnisse!

Die Wahrscheinlichkeit, Opfer von Wirtschaftsspionage zu werden, variiert von Branche zu Branche. Nicht immer gibt es Konstruktionspläne aus Forschungsabteilungen, deren Bekanntwerden unmittelbare wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen würde. Arbeitsverträge, Gehaltslisten und eine Vielzahl von Verträgen mit anderen Firmen sind aber in jedem Unternehmen zu finden. Wenn der Integrität dieser Daten nicht die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet wird und diese Nachlässigkeit publik wird, hat dies unmittelbare Konsequenzen. Vielleicht nicht zwingend in finanzieller Form in jedem Fall im Hinblick auf die eigene Reputation.

Um dem vorzubeugen ist es unerlässlich, Strukturen zu schaffen, die ein effektives und vor allem sicheres Wissensmanagement im Unternehmen ermöglichen. Die Erfassung sollte dabei in zentraler Form mit klaren Vorgaben hinsichtlich der jeweiligen Zugriffsrechte erfolgen. Gerade weil die moderne Technik eine hundertprozentig garantierte Sicherheit für Geschäftsgeheimnisse faktisch unmöglich gemacht hat ist es umso wichtiger, die möglichen Sicherheitsvorkehrungen möglichst rasch und umfassend anzugehen.

Nutzer von docurex.com haben es gut

Die Nutzer des Internet-Datenraums von docurex.com haben es insofern gut, als dass sie mit der geschlossenen Datenraum-Plattform alle technischen Mittel an der Hand haben, um Geheimnisverrat und Wirtschaftsspionage technisch vorzubeugen. Wenn damit eine organisatorische Absicherung der Dokumente und Geheimnisse einher geht, können selbst sensible Chefs gut schlafen.