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Was ist Fremdfinanzierung?

Unter Fremdfinanzierung versteht man in der Betriebswirtschaftslehre Maßnahmen im Rahmen der Unternehmensfinanzierung, bei denen man einem Unternehmen oder einer sonstigen juristischen Person Fremdkapital für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stellt. Gegensatz dazu ist die Eigenfinanzierung, bei der dem Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung gestellt wird. Instrumente der Fremdfinanzierung sind Mittel von Gläubigern. Zins und Tilgung für die Fremdfinanzierung gehen zu Lasten der Liquidität. Gleichzeitig sind mit der Fremdfinanzierung spezifische Vorteile verbunden.

Kennzeichen für die Fremdfinanzierung

Charakteristisch für die Fremdfinanzierung ist, dass das Unternehmen gegenüber Dritten zur Rückzahlung des nominellen Betrags verpflichtet ist. Außerdem ist der Kapitalnehmer gehalten, einen Zins zu zahlen. Dieser Zins ist erfolgsunabhängig. Die Kapitalgeber haften nicht, sondern sind Gläubiger des Unternehmens. Dabei sind sie nicht berechtigt, auf Entscheidungen der Unternehmensführung Einfluss zu nehmen.

Abgrenzung zwischen Fremd- und Eigenfinanzierung

Wenn die Möglichkeit der Rückzahlung besteht, gehört die entsprechende Bilanzposition zur Fremdfinanzierung. Daher zählen Rückstellungen, wie beispielsweise Pensionsrückstellungen, zum Fremdkapital. Als Mischform zwischen Eigenkapital und Fremdkapital existieren die hybriden Eigenkapitalformen (=Mezzanine-Kapital). Diese liegen vor, wenn einem Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung gestellt wird, ohne dass die Kapitalgeber das Recht erhalten, Einfluss zu nehmen oder Residualansprüche geltend zu machen. Lesen Sie hier alles zum Mezzanine-Kapital.

Welche Arten von Fremdkapital gibt es?

Fremdfinanzierung

Wozu werden Kredite gezählt?

Entsprechend der Laufzeit kann zwischen kurzfristigen und langfristigen Arten der Fremdfinanzierung unterschieden werden. Zur kurzfristigen Kreditfinanzierung zählen Kredite mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr. Beispiele hierfür sind kurzfristige Bankkredite, LieferantenkrediteKundenkredite (Anzahlungen) und öffentlich-rechtliche Verbindlichkeiten wie Steuerschulden. Beispiele für langfristige Kreditfinanzierung sind Darlehen von Kreditinstituten, Anleihen und Schuldscheindarlehen. Eine weitere Kategorie sind Kreditsubstitute. Hierzu gehören Leasing, FactoringFranchising und Forfaitierung (=Exportfinanzierung).

Innenfinanzierung und Außenfinanzierung

Eine andere Unterscheidung innerhalb der Unternehmensfinanzierung ist die zwischen Innenfinanzierung und Außenfinanzierung. Innenfinanzierung liegt vor, wenn sich die Finanzierungsquelle im eigenen Unternehmen befindet. Anderenfalls handelt es sich um Außenfinanzierung. Damit kann die Fremdfinanzierung zur Außenfinanzierung gehören, soweit sie über Kredite erfolgt. Oder sie zählt zur Innenfinanzierung. Dies ist der Fall, wenn aus Gewinnen Rückstellungen gebildet werden. In der Regel gehört der größere Teil der Fremdfinanzierung zur Außenfinanzierung.

Wie wird das Fremdkapital bilanziert?

Das Fremdkapital wird laut Handelsgesetzbuch auf der Passivseite verbucht. Dabei ist zu trennen zwischen Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Alle Fremdfinanzierungen sind mit der jeweiligen Herkunftsart und der Laufzeit auszuweisen. Dabei wird unterschieden nach der Restlaufzeit (unter oder über einem Jahr). Fremdfinanzierungen mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren sind gesondert mit ihrem Umfang und ihrer Form auszuweisen.

Rechnungsabgrenzungsposten und latente Steuern

Darüber hinaus sind Rechnungsabgrenzungsposten und latente Steuern anzugeben. Mit Hilfe

Fremdfinanzierung

Auch latente Steuern gehören zur Fremdfinanzierung

der Rechnungsabgrenzung werden Werte in der Gewinn- und Verlustrechnung der Bilanz der jeweiligen Rechnungsperiode (z. B. Geschäftsjahr) zugeordnet. Latente (= verborgene) Steuern sind solche Steuerlasten oder Steuervorteile, die aus Unterschieden in ihrer Bewertung von Vermögensgegenständen oder Schulden zwischen der Steuerbilanz und der Handelsbilanz entstanden sind. Diese werden sich in späteren Perioden voraussichtlich abbauen. Aktive latente Steuern werden in der Zukunft zu Steuervorteilen führen. Dagegen werden passive latente Steuern in der Zukunft zu Steuerlasten führen.

Kennzahlen

Die Kennzahl, mit der das Ausmaß der Fremdfinanzierung bestimmt wird, ist die Fremdkapitalquote. Diese errechnet sich mit der Formel:

Fremdkapitalquote = Fremdkapital / Bilanzsumme x 100 %

Fremdkapitalquote und Verschuldungsgrad

Die Fremdkapitalquote wird oft als Verschuldungsgrad bezeichnet. Dies ist aber nicht korrekt, da der Verschuldungsgrad dem Verhältnis von Fremdkapital zum Eigenkapital entspricht. Sowohl Fremdkapitalquote als auch Verschuldungsgrad zählen zu den vertikalen Schuldenkennzahlen. Hiervon zu unterscheiden sind die horizontalen Schuldenkennzahlen, wie zum Beispiel der Liquiditätsgrad. Dieser gibt Auskunft darüber, inwieweit ein Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen kann.

Vorteile der Fremdfinanzierung

Die Vergütung, die für die Bereitstellung des Fremdkapitals fällig wird, stellt Betriebsausgaben dar und mindert damit die Steuerschuld. Bei der Eigenfinanzierung ist dieser steuermindernde Effekt nicht möglich. Darüber hinaus können Unternehmen mit Hilfe der Fremdfinanzierung den Leverage-Effekt nutzen. Dieser bezeichnet die Wirkung einer Ausweitung des Fremdkapitals auf die Eigenkapitalrentabilität und damit auf die Eigenkapitalrendite für die Eigentümer. Voraussetzung hierfür ist, dass die Investitionsrendit (=Gesamtkapitalrendite) oberhalb des Zinssatzes für das Fremdkapital liegt. Beispielsweise zahlt ein Unternehmen einen Zinssatz von drei Prozent für das Darlehen einer Bank, erzielt durch die Investition aber eine Rendite in Höhe von sechs Prozent.

Nachteile der Fremdfinanzierung

Fremdfinanzierung

Fremdfinanzierung hat immer ein gewisses Risiko

Mit der Fremdfinanzierung ist ein höheres unternehmerisches Risiko verbunden. Eine steigende Fremdkapitalquote trägt dazu bei, dass die Liquiditäts– und Refinanzierungsrisiken in der Zukunft zunehmen. Umgekehrt reduziert man bei einer sinkenden Fremdkapitalquote das Ausfallrisiko der Gläubiger, da die Forderungen in steigendem Umfang durch Unternehmensvermögen gedeckt sind. Bei sinkenden Umsätzen kann es für das Unternehmen schwierig werden, Zinsen und Tilgung zu leisten. Das Risiko der Zahlungsunfähigkeit bzw. der Überschuldung steigt.

Darüber hinaus steigt bei zunehmender Fremdkapitalquote der Break-even-Point an (cost leverage). Dies ist der Punkt, an dem sich Erlös und Kosten entsprechen. Das bedeutet, dass das Unternehmen bei steigender Fremdkapitalquote mehr produzieren muss, damit der Erlös den Kosten entspricht. Die Höhe der Fremdkapitalquote variiert zwischen den Branchen stark. Am höchsten ist diese bei Kreditinstituten ausgeprägt. Es folgen das Baugewerbe, der Einzelhandel und der Großhandel. Am geringsten ist die Fremdkapitalquote in der Automobilindustrie, der optischen Industrie und im verarbeitenden Gewerbe.

Was ist Selbstfinanzierung?

Die Selbstfinanzierung ist eine Form der Unternehmensfinanzierung, bei der die Aufbringung des Kapitals durch die Einbehaltung (Thesaurierung) der von einem Unternehmen erzielten Gewinne erfolgt. Die Selbstfinanzierung nimmt unter den verschiedenen Möglichkeiten der Unternehmensfinanzierung eine Sonderstellung ein. Die Kapitalaufbringung kann entweder durch einen Zufluss von Zahlungsmitteln erfolgen oder durch die Entstehung von Forderungen, falls die in den Verkaufspreisen enthaltenen Gewinnanteile am Markt tatsächlich vergütet werden.

Selbstfinanzierung als Eigenfinanzierung und Innenfinanzierung

Die Selbstfinanzierung ist einerseits entsprechend der Rechtsstellung der Kapitalgeber der Eigenfinanzierung zuzurechnen. Dies deshalb, weil der Gewinn einzig den Anteilseignern des Unternehmens zusteht. Durch eine Thesaurierung der Gewinne wird das Eigenkapital eines Unternehmens und die

Selbstfinanzierung betrifft das Eigenkapital.

Am Ende eines jeden Geschäftsjahres sollte ein Jahresüberschuss stehen

Haftungsbasis für Fremdfinanzierungen gestärkt. Aus Sicht der Mittelherkunft betrachtet ist die Selbstfinanzierung eine Innenfinanzierung. Im Gegensatz zu einer Außenfinanzierung erfolgt die Kapitalaufbringung durch die Erzielung von Umsatzerlösen. Die in den Umsatzerlösen eines Unternehmens enthaltenen Gewinnanteile können für die Selbstfinanzierung verwendet werden.

Die Gewinnermittlung eines Unternehmens erfolgt zum Ende eines Geschäftsjahres mit der Bilanzerstellung. Die im Rahmen der bilanziellen Gewinnermittlung festgestellten Unternehmensgewinne entstehen jedoch im Laufe des Geschäftsjahres bei jedem Geschäft, das ein Unternehmen tätigt. Durch die Kumulierung bis zum Ende des Geschäftsjahres ergibt sich daraus der Periodengewinn oder Jahresüberschuss.

Die im laufenden Geschäftsjahr erzielten Gewinne verwendet man bereits für die Finanzierung. Daraus ergeben sich zwei verschiedene Finanzierungseffekte. Einerseits über die Gewinnanteile, die während des laufenden Geschäftsjahres erzielt werden und andererseits durch die Einbehaltung der am Jahresende ermittelten Gewinne zur Eigenfinanzierung.
Je nachdem, ob und wie ein bilanzieller Ausweis der Gewinneinbehaltung erfolgt, wird bei der Selbstfinanzierung zwischen der offenen und der stillen Selbstfinanzierung unterschieden.

Offene Selbstfinanzierung

Bei der offenen Form erfolgt eine Gewinnthesaurierung. Unternehmensgewinne werden nicht oder nicht vollständig an die Gesellschafter ausgeschüttet, sondern in die Gewinnrücklagen eingestellt. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften müssen die einbehaltenen Gewinne nicht gesondert in der Unternehmensbilanz ausgewiesen werden.

Kapitalgesellschaften müssen einbehaltene Gewinne in die Bilanz einstellen. Hierfür ist ein eigener BilanzpostenGewinnrücklagen vorgesehen. Die Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft entscheiden darüber, ob und in welcher Höhe Gewinne ausgeschüttet oder in die Gewinnrücklagen eingestellt werden.

Bei der offenen Selbstfinanzierung spielen Aktien eine Rolle.

Welche Regeln gelten für Aktiengesellschaften?

Gemäß § 58 des Aktiengesetzes (AktG) dürfen die Vorstände und Aufsichtsräte von Aktiengesellschaften unter bestimmten Bedingungen ohne Zustimmung der Aktionäre bis zu 50 % des Jahresgewinns in die Gewinnrücklagen einstellen. Zwingend vorgeschrieben ist, dass die Hauptversammlung der AG über die Verwendung der verbleibenden 50 % des Gewinns entscheidet.

Stille Selbstfinanzierung

Eine stille Selbstfinanzierung erfolgt durch die Bildung stiller Reserven, die Bildung stiller Rücklagen oder einer Kombination aus beidem. Die daraus resultierenden Vermögenswerte werden in der Unternehmensbilanz nicht offen ausgewiesen. Daher rührt die Bezeichnung stille Selbstfinanzierung.

Bildung stiller Reserven

Bei der Bildung stiller Reserven werden die Aktiva eines Unternehmens, das heißt das Vermögen, bewusst unterbewertet. Übersteigt die Verrechnung von Abschreibungen den tatsächlichen Werteverzehr eines Vermögensgegenstandes, erfolgt eine Unterbewertung. Beispielsweise, in dem Maschinen und Anlagen höher als erforderlich abgeschrieben werden.

Ebenso ist eine Unterlassung von Aktivierungen, beispielsweise bei selbsterstellten Vermögensgegenständen des immateriellen Anlagevermögens gemäß den Vorschriften in § 248 Abs.HGB möglich. Eine weitere Möglichkeit ist die Unterlassung von Zuschreibungen für Wertsteigerungen, wenn sich der Wert eines Vermögensgegenstandes erhöht hat. Der Vorteil stiller Reserven ist, dass man sie erst zum Zeitpunkt der Auflösung versteuern muss. Das passiert, wenn eine Maschine oder das ganze Unternehmen zum Verkauf steht.

Durch die Bildung stiller Reserven erreicht man einen geringeren Jahresüberschuss in der Bilanz. Dadurch verringert sich die Möglichkeit, am Jahresende Ausschüttungen an die Gesellschafter vorzunehmen. Für

Selbstfinanzierung beinhaltet Chancen und Risiken

Wie ermittelt man einen Jahresüberschuss?

Außenstehende ist die Bildung stiller Reserven in der Regel aus der Bilanz nicht ersichtlich. Welche Bewertungsmaßstäbe für die Bildung der Reserven herangezogen wurden, ist aus dem Jahresabschluss ebenfalls nicht ersichtlich.

Bildung stiller Rücklagen

Für die Bildung stiller Rücklagen werden die Passiva eines Unternehmens überbewertet, in dem das durch Fremd- oder Eigenkapital finanzierte Unternehmensvermögen höher bewertet wird. Durch die Bildung stiller Rücklagen reduziert sich der Unternehmensgewinn und damit die Steuerlast. Durch eine korrekte Bewertung ursprünglich überbewerteter Passiva werden die stillen Rücklagen zu stillen Reserven. Informieren Sie sich hier über stille Rücklagen und Reserven.

Vor- und Nachteile einer Selbstfinanzierung

Eine Selbstfinanzierung bietet für Unternehmen im Vergleich mit anderen Finanzierungsformen verschiedene Vorteile. Einerseits werden durch diese Finanzierung keine neuen Abhängigkeiten von Kapitalgebern wie Banken oder Lieferanten aufgebaut. Ein weiterer Vorteil ist, dass keine Veränderungen bei den Besitzanteilen entstehen. Die Eigentumsanteile aller Gesellschafter bleiben unverändert. Zudem stärkt eine Finanzierung von innen heraus die Eigenkapitalbasis des Unternehmens.

Was sind die Vorteile der Selbstfinanzierung?

Beinhaltet die Selbstfinanzierung eine Tilgung?

Damit verringert sich einerseits die Anfälligkeit für eine Zahlungsunfähigkeit und man erreicht eine steigende Kreditwürdigkeit des Unternehmens. Der sogenannte Verschuldungsspielraum des Unternehmens wird vergrößert. Nicht zuletzt werden durch die Selbstfinanzierung im Gegensatz zu einer Fremdfinanzierung keine regelmäßigen Zins- oder Tilgungsleistungen ausgelöst. Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften ist die Selbstfinanzierung oft die einzige Möglichkeit, neues Eigenkapital zu beschaffen.

Nachteilig für Kapitalgesellschaften ist, dass das im Rahmen der Selbstfinanzierung gewonnene Kapital zu einem höheren Kurswert führen kann, wenn das Nominalkapital der Gesellschaft unverändert bleibt. Für Aktionäre ist nachteilig, dass die Dividendenrendite durch die Bildung von Gewinnrücklagen sinkt, weil der Kurs der Aktie steigt. Durch eine Kapitalerhöhung aus Mitteln der Gesellschaft ist wiederum eine Absenkung des Aktienkurses möglich.

Management Buyout

Außenfinanzierung – externes Kapital nutzen

Eine Außenfinanzierung basiert auf Kapital, das nicht aus den Erlösen des Unternehmens erwirtschaftet wurde, sondern von außen in das Unternehmen fließt. Darin unterscheidet es sich von der sogenannten Innenfinanzierung, bei der Investitionen aus Kapital getätigt werden, dass aus den Erlösen des Unternehmens genommen wird.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, wenn ein Unternehmen Investitionen zunächst mit einer Innenfinanzierung deckt. Diese ist kostengünstiger, da bei der Außenfinanzierung Kosten anfallen, die das Unternehmen finanziell zusätzlich belasten.

Umsätze des Unternehmens reichen zur Finanzierung von Investitionen nicht aus

Außenfinanzierung

Eine Außenfinanzierung muss gut kalkuliert sein

Die Inanspruchnahme einer Außenfinanzierung wird notwendig, wenn das Kapital, das aus den Umsätzen des Unternehmens gewonnen wird, nicht ausreicht. Hat das Unternehmen keine Rücklagen, aus denen die geplanten Investitionen finanziert werden können, bleibt nur noch die Außenfinanzierung als Alternative.

Dahinter verbirgt sich die Aufnahme eines Kredits oder die Inanspruchnahme einer Investition, etwa von einem privaten Geldgeber. Da sowohl Banken als auch private Geldgeber an der Bereitstellung der Außenfinanzierung verdienen möchten, muss das Unternehmen zusätzliche Kosten, die durch Zinsen und Gebühren entstehen, in die Ausgaben einkalkulieren.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Finanzierung vorab inklusive aller Kosten berechnet wird. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Unternehmen die Investition auch über einen längeren Zeitraum tragen kann.

Möglichkeiten der Außenfinanzierung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Außenfinanzierung für Investitionen zu nutzen. Die klassische Aufnahme eines Kredits wird besonders häufig in Anspruch genommen.

Alternativ ist es möglich, im Rahmen einer Mezzanine-Finanzierung eine stille Beteiligung am Unternehmen zu erreichen.

Beide Finanzierungsvarianten haben Vor- und Nachteile, die der Unternehmer kennen sollte, bevor er sich für ein Finanzierungsmodell entscheidet.

Der klassische Kredit

Eine stille Beteiligung ist ebenfalls möglich

Kredite werden von Banken und Sparkassen auch für Gründer und Firmeninhaber, die investieren möchten, ausgegeben. Alternativ haben Unternehmer die Möglichkeit, einen Kredit bei einer Investitionsbank aufzunehmen.

Diese Kredite sind an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die Ausgabe erfolgt projektbezogen, und es gibt in der Regel eine Obergrenze. So kann es vorkommen, dass das Kapital aus dem Investitionskredit nicht ausreicht, um die Kosten zu decken. In diesem Fall entscheidet sich der Investor für die Aufnahme mehrerer Kredite.

Kredite einer Investitionsbank bevorzugen

Bei der Planung der Finanzierung ist es empfehlenswert, wenn zunächst eine Prüfung erfolgt, ob ein Investitionskredit aufgenommen werden kann. In allen Bundesländern gibt es Investitionsbanken, die Gründungen und Erweiterungen von Unternehmen speziell fördern. Die Kredite stammen aus Fördertöpfen. Die Vergabe erfolgt ausschließlich auf Antrag.

Dabei sind das Projekt und der Finanzierungsbedarf vorzustellen. Wenn die Fördertöpfe leer sind, kann es zur Ablehnung des Finanzierungsantrages kommen. Gleiches gilt, wenn das Projekt nicht zu dem Ziel der Förderung passt. Dennoch ist es ratsam, zunächst einen Antrag bei einer Investitionsbank zu stellen, da die Zinsen deutlich günstiger sind als beim klassischen Bankkredit.

Kreditanstalt für Wiederaufbau

Die KfW-Bank vergibt Kredite, die ebenfalls projektbezogen sind und sich speziell an Gründer richten. Aber auch zum Zwecke der Sanierung erfolgt eine Kreditvergabe. Im Gegensatz zu den Fördertöpfen der Investitionsbanken gibt es für KfW-Kredite kein Limit. Die Gewährung erfolgt auf Antrag, wenn das Projekt zu dem Ziel der Kreditvergabe passt.

Auch hier ist eine Antragstellung in Verbindung mit der Vorstellung des Projekts erforderlich. Ähnlich wie bei der Vergabe von Krediten durch die Investitionsbank sind auch hier die Zinsen günstig. Außerdem gelten längere Laufzeiten, sodass die monatliche Belastung durch den Kredit nicht so hoch ist.

Kredite von niedergelassenen Banken

Banken vergeben klassische Kredite

Die Vergabe von Krediten durch niedergelassene Banken kann quasi zur freien Verfügung erfolgen. Zwar sind auch diese Kredite an das Unternehmen gebunden. Die Vorstellung des Projekts ist jedoch nicht immer erforderlich. Banken und Sparkassen kennen keine Fördertöpfe. Sie vergeben Kredite, indem sie die Bonität des Unternehmens prüfen.

Ergibt die Prüfung, dass das Unternehmen solvent ist, kann eine Kreditvergabe erfolgen. Der Unternehmer kann das Geld auch dann nutzen, wenn sich während der Investitionsphase Änderungen ergeben. Dies gestaltet sich bei einem projektbezogenen Darlehen mitunter als schwierig.

Mehrere Säulen der Finanzierung

Eine Außenfinanzierung baut häufig auf mehreren Säulen auf. Bleibt nach der Beantragung und Gewährung eines Förderkredites noch Kapital zur Finanzierung offen, kann eine Deckung durch einen weiteren Kredit erfolgen. Auch Aufstockungen bereits bestehender Kredite sind möglich.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass der Unternehmer sich nur dann für eine Finanzierung entscheidet, wenn er in der Lage ist, die Raten und die Zinsen zu zahlen. Bei Zahlungsschwierigkeiten kann die Liquidität des Unternehmens schnell infrage gestellt sein.

Mezzanine-Finanzierung

Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Beteiligung des Investors an dem Unternehmen. Somit handelt es sich nicht um einen klassischen Kredit. Genau genommen handelt es sich um eine Mischung aus einer Innen- und einer Außenfinanzierung.

Bei der Mezzanine-Finanzierung wird ein Geschäftspartner gefunden, der bereit ist, Geld in das Unternehmen zu investieren. Er übernimmt jedoch nicht die Funktion einer Bank. Als Sicherheit für seine Investitionen bekommt er eine Beteiligung an dem Unternehmen angeboten. Somit bringt er das Kapital zwar von außen ein. Da er dann jedoch als Teilhaber fungiert, ist es firmeneigenes Geld, das für die Investitionen verwendet werden kann.

Kosten für eine Außenfinanzierung kalkulieren

Eine Außenfinanzierung ist immer mit zusätzlichen Kosten oder Aufwendungen verbunden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Unternehmer vorab berechnet, ob er sich die Finanzierung leisten kann.

Nicht immer ist die Beteiligung einer dritten Person im Rahmen einer Mezzanine-Finanzierung gewünscht. Dann bleibt der Kredit als einzige Alternative. Bei der Aufnahme des Kredits fallen Kosten in Form von Zinsen und Gebühren an. Die Zinsen berechnen sich nach der Summe, die als Kreditbetrag aufgenommen wird. Die Rückzahlung erfolgt gemeinsam mit der Tilgung.

Auf einen festen Zinssatz achten

Variable Zinssätze können nachteilig sein

Für eine sichere Kalkulation der Außenfinanzierung ist es wichtig, dass der Zinssatz für die gesamte Laufzeit festgeschrieben ist. Dies gilt vor allem dann, wenn der Kredit zu besonders günstigen Zinsen aufgenommen wurde. Variable Zinssätze können jederzeit steigen. Es ist aber auch möglich, dass die Zinsen nachgeben. Somit kann ein variabler Zinssatz sogar von Vorteil sein.

Dies gilt aber nur dann, wenn die Außenfinanzierung zu besonders hohen Zinsen aufgenommen wurde. Andernfalls überwiegen die Vorteile des festen Zinssatzes. Die Kosten der Finanzierung stehen fest und die Kalkulation der Rückzahlung erfolgt über den gesamten Finanzierungszeitraum.

Spielraum für Rückzahlungen verhandeln

Vorzeitige Rückzahlungen sind vorteilhaft, weil sie die Kosten für den Kredit reduzieren. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, diese Möglichkeit als Klausel im Kreditvertrag aufzunehmen.